Hallo 2018!

Nachdem ich das alte Jahr verabschiedet habe, sage ich nun Hallo zu 2018! Reingefeiert habe ich mit meinen liebsten Menschen der Welt und von meinem wunderbaren Freund habe ich um Mitternacht natürlich einen dicken Schmatzer bekommen.

Was dieses Jahr so alles anstehen wird, habe ich mir ganz untypisch noch keine Gedanken gemacht. Passiert das so, wenn man älter und weiser wird…? 😉

Naja, um meiner Planungswut und meinem außerordentlich ausgeprägten Ordnungssinn gerecht zu werden, möchte ich in diesem Tagebucheintrag festhalten, auf was ich mich in diesem Jahr alles gefasst machen muss.

Ganz meiner Persönlichkeit zutrotz, werde ich mir in diesem Jahr keine Ziele setzen oder Vorsätze vornehmen. Jedenfalls werde ich mich nicht mit solchen Nichtigkeiten wie im letzten Jahr abgeben. 😉

Denn in diesem Jahr steht Großes an! Ich werde, nach sechs wunderbaren und erfahrungsreichen Jahren, mein Studium abschließen und mich mit einem Mastertitel schmücken können. Ich würde gerne schreiben, dass ich das Studieren vermissen werde, aber mir scheint es der falsche Ausdruck zu sein. Ich werde mit Freude und vielleicht ein bisschen Wehmut an die tolle Zeit zurückdenken. Ich bereue ganz und gar nicht, dass ich mich damals nach dem Bachelor (sehr spontan) für weitere zwei, drei Jahre zur Uni verpflichtet habe. Ich habe mich noch nicht bereit gefühlt in die Welt hinaus geschmissen zu werden. Jetzt aber bin ich es. Ich freue mich auf die Zukunft. Auf den Job, den ich finden und die neuen Erfahrungen, die ich machen werde. Außerdem wird es endlich mal Zeit zu zeigen, ob sich die letzten sechs Jahre gelohnt haben um dafür angemessenes Geld zu erhalten. 😉

Bis es soweit ist, werde ich allerdings mein letztes Jahr als Studentin genießen. Nächste Woche fahre ich endlich wieder in meine Unistadt. Ich freue mich, meine WG und meine lieben Freunde alle wiederzusehen. Im Februar stehen meine letzten zwei Klausuren an. Die kommenden Wochen werden sicher stressig, aber ich gebe nochmal mein Bestes. Und danach nehme ich jede Party mit!

Ein paar Mini-Schritte in meiner Beziehung stehen auch an. Meine Zwischenmieterin wohnt noch bis Mitte Februar in meinem WG-Zimmer, also muss ich ausweichen: ich werde für drei Wochen zu meinem Freund ziehen. Aber nachdem wir schon 13 Tage ohne jegliche Probleme „aufeinander gehockt“ waren, als er mich nach Weihnachten besuchte, glaube ich, wir meistern auch dieses kurze Zusammenziehen und den Alltag wunderbar. Ich werde außerdem seine Eltern und Freunde kennen lernen. Meine Eltern und meinen Freundeskreis hat er ja schon mit seinem Charme verzaubert. Ich hoffe, bei mir läuft es auch so gut.

Zurück zum Thema Uni: nach den Klausuren und bevor ich mein Studium abschließen kann, kommt natürlich noch der Endgegner – die Masterthesis. Einen Platz an meinem Wunschlehrstuhl habe ich glücklicherweise schon. Mein Betreuer ist Professor und Lehrstuhlinhaber und soll recht gute Noten vergeben. Meine erste Sprechstunde habe ich erst in vier Wochen, aber irgendwie bin ich schon etwas aufgeregt. Ich weiß bisher nur, dass ich zum Thema „Innovationsmarketing“ schreiben möchte. Eine speziellere Fragestellung habe ich mir noch nicht überlegt und hoffe ich kann mit meinem Betreuer etwas brainstormen.

Wenn alles nach Plan läuft kann ich meine Masterthesis Ende Juli abgeben. Leider werde ich zum Studiumszeugnis nicht mehr die Gesamtnote erreichen können, die ich mir zu Beginn gewünscht hätte. Der Master ist mir schwerer gefallen, als ich dachte und meine Mitstudenten waren in den Klausuren einfach besser. Wenn ich die mir aktuell noch fehlenden Noten realistsisch schätze, erreiche ich keinen Schnitt mehr über 2,1 – während meine Kommilitonen alle mit einem Einser-Schnitt glänzen. Das bereitet mir ein bisschen Sorgen, da Jobs im Marketing beliebt sind und man folglich, um seinen Traumjob zu ergattern, gut sein muss. Aber ich hoffe, ich kann wenigstens mit meinen Praktika, Auslandserfahrungen und meiner sympatischen Art aus der Masse hervorstechen. 😉 Während ich an meiner Thesis schreibe werde ich gleichzeitig jedenfalls eine Flut an Bewerbungen nach ganz Deutschland herausschicken. Das wird schon irgendwie klappen.

Sobald ich also meine Thesis geschrieben und (m)einen (Traum)job sicher habe, geht es an meine (wahrscheinlich vorerst letzte) längere Reise. Ich habe es bereits schon mal geschrieben und der Gedanke kristallizierte sich die letzten Wochen immer mehr und mehr heraus, bis daraus ein konkreter Reiseplan wurde: ich möchte einen USA-Trip machen. Er soll 11 Wochen andauern, mitte August geht es los. Ende Oktober komme ich zurück um dann Anfang November mit dem Ernst des Lebens zu beginnen. Die ersten paar Wochen in den USA soll mich mein Freund begleiten (er hat noch nicht konkret zugesagt, aber er klang sehr begeistert) und die letzten ein bis zwei Wochen werde ich Mr Regisseur in LA besuchen. Dazwischen bin ich alleine, aber ich war schon oft genug alleine reisen, sodass es für mich kein Problem sein sollte. Aufgeregt deswegen bin ich natürlich trotzdem. Und ich mache mir ein paar Sorgen, ob mein Budget reichen wird. Aber wenn nicht, dann fliege ich eben früher zurück. Die Erfahrung war es dann auch wert. 🙂 Den Flug habe ich noch nicht gebucht – aber so klar, wie sich mein Plan kristalliziert hat, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich es durchziehe.

Und damit wären wir auch schon am Ende meiner Vorstellungskraft für die Zukunft. Ich bin ja schließlich keine Wahrsagerin. 😉 Was ab November passiert, wenn ich anfange zu arbeiten, kann ich nicht sagen. – Aber verdammt, ich freue mich aber schon auf dieses Jahr! Hallo 2018!

 

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Ein weiterer Teufel und ein Fettnäpfchen

Es folgt gleich ein weiterer Beitrag. Ich hatte noch nicht alles zum Thema Mr Hashtag gesagt. 😉 Hier gehts zum ersten Beitrag von heute. Dort hatte ich geschrieben, dass ich das Thema „wohin-führt-das-alles“ aka DTR (=Define the Relationship) noch nicht angesprochen habe. Ich bin allerdings vor ein paar Tagen in ein kleines Fettnäpfchen getreten, von dem ich noch berichten möchte. 😀

Von Freitag auf Samstag war ich mal wieder bei Mr Hashtag übernacht. Wir hatten einen wunderschönen Freitagabend und gemütliches Ausschlafen, Kuscheln, Morgensex und leckeres Frühstück am Samstagmorgen. Spätestens zum Nachmittag wollte ich wieder an meiner WG sein, da meine neue Mitbewohnerin an dem Tag einziehen wollte. Wir fuhren also zusammen mit seinem BMW-Schlitten zu mir, halfen meiner Mitbewohnerin ein bisschen, machten nachmittags in meinem Stadtteil einen Pärchenspaziergang und gingen noch einkaufen für das Abendessen.

Mit den Helfern und Freunden meiner neuen Mitbewohnerin machten wir gemeinsam Pizza, tranken Bier und quatschten. Irgendwann ging es um ihre geplante Einweihungsfeier. „Für Phillipp müssen wir aber unbedingt ein paar Singlemädels einladen, ja?“, scherzte sie mit mir am Tisch in der Runde. Ich kannte ihren Kumpel Phillipp nicht und wusste auch nicht, ob ich an dem Tag ihrer Einweihungsfeier überhaupt noch da sein würde, aber ging darauf ein: „na klar, kriegen wir sicher hin!“. Dann fiel mir ein: „oh aber, in meinem Freundeskreis könnte das schwierig werden. Die sind alle schon vergeben… Ich bin – äh, war – ähhh bin – das letzte Singlemädel bei uns…“

Uuups. Was hatte ich da gerade gesagt? Den Blick zu Mr Hashtag wollte ich nicht riskieren. Ich lachte nur nervös, meine neue Mitbewohnerin lachte mit und wechselte zum Glück schnell und geschickt das Thema. Sie kannte Mr Hashtag selbst erst seit heute und hatte keine Ahnung von ihm und mir. Somit hatte sie zumindest auch nicht viel mehr Ahnung als wir voneinander. 😀

Das Thema kam nicht mehr auf den Tisch. Weder beim Pizza essen noch bei Mr Hashtag und mir. Aber somit ist diese ganze Sache immer noch unausgesprochen.

Einerseits würde ich gerne warten, bis er es anspricht. Andererseits halte ich es selbst nicht mehr lange aus. Ich muss meinen Standpunkt rüber bringen, was das Auslandssemester angeht. Ich möchte keine frische Beziehung haben, wenn ich vier Monate auf einem Erasmus-Auslandssemester bin. Nicht, weil ich da vorhätte rumzuvögeln. Wohl aber, weil ich da meinen Spaß haben möchte, gerne flirte, viel erleben und nicht viel an Zuhause denken möchte. Ich möchte nicht an etwas gebunden sein, von dem ich nicht weiß, ob es die Gedanken wert sind. Auch Mr Hashtag kann ja in der Zeit jemanden kennen lernen mit dem er vielleicht glücklicher wird, als er es je hätte mit mir sein können. Das weiß man nach zwei Monaten daten einfach nicht.

Bis ich fliege würde ich gerne die schöne Zeit mit ihm genießen, ohne mir Gedanken über die Zukunft machen zu müssen. Die Frage ist nur, ob er es auch so sieht. Deshalb muss es wohl irgendwann angesprochen werden. Allerdings merke ich immer mehr, dass diese ganze Kennenlernphase umso spannender ist, wenn man nichts anspricht. Trotzdem. Spätestens in 14 Tagen wird was passieren. Dann geht mein Flug.

Im letzten Beitrag habe ich schon geschrieben: ich würde ihm gerne versichern können, dass wir im Januar so weitermachen können, wie wir es zur Zeit tun. Aber Januar? Ein weiterer Teufel sitzt mir im Nacken. Immer noch. Schon seit viel zu vielen Monaten. Im Januar könnte ich Mr Regisseur wieder sehen… Wie ich auf ihn reagiere kann ich nicht sagen. Aber vermutlich würde ich jeden anderen Kerl stehen und liegen lassen für ein weiteres Date mit ihm. Diese verfluchten Teufel in meinem Kopf.

 

Fünf Monate Abhängigkeit

In einem meiner letzten Beiträge habe ich geschrieben, dass ich mich niemals abhängig machen möchte von einem Mann. Ich möchte mein Leben selbstbestimmt leben  und meine Zukunft gestalten können, so wie ich sie mir vorstelle. Ich hatte lange die Idee für den Beitrag „Karrierefrau“ im Kopf, hab ihn abgetippt und am Ende mehrmals durch- und Korrekturgelesen, wie ich es immer mache. Meine Beiträge veröffentliche ich nur, wenn ich mindestens zu 90% zufrieden bin, mit dem was ich da geschrieben habe. Und ich war verdammt stolz, auf das, was ich da geschrieben habe. Ja, so will ich sein und so will ich leben! Das bin ich!

Ein leiser Gedanke schwirrte trotzdem ständig durch meinen Kopf. Ein Gedanke, der vielleicht auch der Grund war, wieso ich meine letzten beiden Dates (mit Mr Gryffindor und Mr Tinderjüngling) so herrlich locker gesehen habe. Ein Gedanke, der damals noch lauter war, als mich mein Exfreund (und damals wirklich guter Freund) im Winter besucht hatte, und ich ihm nicht die Nähe geben konnte, die er sich gewünscht und auch verdient hatte. Ein Gedanke, der mich keinen einzigen Tag der letzten fünf Monate losgelassen hat. Ein Gedanke, der mich abhängig machte. Jeden einzelnen Tag hasste ich mich dafür. Und heute hasse ich mich am meisten dafür.

Heute habe ich erfahren, dass Mr Regisseur nicht wiederkommt. Er kam nicht wieder, wie zuerst geplant, nach drei Monaten. Er kommt auch nicht wieder nach sechs Monaten. Er kommt vielleicht irgendwann wieder. Keine Ahnung wann. Er bleibt in L.A. bis er seinen fucking Film fertig hat.

Ich bin wirklich traurig. Und gleichzeitig ärgere ich mich so über mich selbst. In den letzten fünf Monaten habe ich jeden einzelnen Tag an ihn gedacht. Wie konnte ein Mensch mein Herz nur so berühren? Ein Mensch, der dann fünf Monate nicht da ist, sich sogar zwei Monate davon in keinster Weise gemeldet hat? Ein Mensch, den ich über Tinder kennengelernt habe und „nur“ einen Monat lang gedatet habe?

Ich habe das Gefühl, irgendwann war er in meinem Kopf nicht mal mehr ein Mensch. Er war nur eine verzerrte Gestalt – eine Mischung aus Erinnerungen von den Momenten, die wir zusammen gelacht und geredet und philosophiert hatten und der Person, dessen Tag ich auf den sozialen Medien verfolgen darf. Es war aber nicht mehr der wahre Mensch, an den ich dachte.

Ich habe so oft versucht ihn zu vergessen. Habe mir gewünscht, jemand anderen kennen zu lernen, an den ich stattdessen denken konnte. Habe mir eingeredet, dass ich gerne Single bin. Dass er eh nicht zu mir passt. Dass es keine Zukunft gibt. Dass ich übertreibe.

So wie ich jetzt beim Schreiben und Lesen erkenne, dass das alles völlig übertrieben ist. Aber es ist leider so wahr. Fünf fucking Monate sind genug Zeit, sich in ein Gedankenkonstrukt hineinzusteigern.

Aber jetzt wird es wirklich Zeit loszulassen. Ich denke, was die Situation von vornherein so schwierig macht, ist, dass es für mich nie ein richtiges „Ende“ gab. Am Tag nachdem wir uns erst richtig nah gekommen sind, ist er geflogen. Ich wusste, er würde in drei Monaten wieder kommen. Drei Monate konnte ich warten.

Aber aus drei Monaten wurden sechs Monate. Okay, die gingen auch irgendwie schnell vorüber. Und er schrieb mir ja immer wieder mal, flirtete, machte mir Komplimente.

Aber heute – heute ist es wirklich genug. Heute muss ich abschließen. Er schrieb mir, er würde noch länger bleiben müssen. Meine einzige Antwort: „schade“, dann schmiss ich das Handy auf mein Bett. Ich wollte seine Antwort darauf nicht sehen. Erstmal. Und beschäftigte mich zwei Stunden mit etwas anderem. Währenddessen schrieb er mir. Weil ich nicht antwortete nochmal. Ob ich traurig wäre.

Nachdem ich mich bereit fühlte zu lesen, was er geschrieben hatte, antwortete ich, dass ich schon traurig wäre. Ich hätte mich gefreut, ihn bald wieder sehen zu können.

Das wird das Letzte sein, was ich ihm schreibe. Bei den meisten Arten der Abhängigkeit sagt man doch, ein kalter Entzug wäre das Beste. Ich versuche es mal damit. Ich muss ihn endlich vergessen. Was soll das schließlich? Diese Gedanken haben die letzten fünf Monate schon viel zu viel meiner Energie gefressen. Verschwendete Gedanken.

Ich bin einzig und allein auf mich selbst sauer. Ich kann nicht mal ihm sauer sein, denn ich würde es nicht anders machen. Ich würde unabhängig mein Ding durchziehen und meinen scheiß Film produzieren weil ich ein verdammter erfolgreicher Regisseur sein will. Und das werde ich sein. Keine Regisseurin, aber verdammt erfolgreich und unabhängig. Der letzte Schritt, den ich gehen muss, um meine stolzen Worte im Beitrag Karrierefrau tatsächlich zu leben. Ein leiser Gedanke, der endlich zu einem stummen Gedanken werden muss.

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Karrierefrau

Im folgenden ein Gesprächsausschnitt zwischen einer (glücklich vergebenen) Freundin und mir:

8091068c60e8edcdbc5408e4885482df_business-women-vector-business-woman-silhouette-clipart_501-351„Ich werde einfach reiche Single-Karriere-Frau“

„Und damit qualifizierst du dich direkt als erste Paten-Tante, die unserem Kleinen teure Sachen schenkt, dann müssen wir das nicht machen.“

„Allerdings habe ich für den Kleinen dann auch nicht viel Zeit. Schließlich warten meine Kunden auf der ganzen Welt auf mich und meine hochgeschätzten Kompetenzen in Management und Marketing. 😉 „

„Aber später kann er dann coole Praktika bei dir machen. :D“

Das kurze Gespräch ist mittlerweile schon einige Wochen her und ich habe mir seitdem über den damals spontan dahergequatschten Einfall einige Gedanken gemacht. Ehrlich gesagt gefällt er mir. Sogar sehr. Ich freunde mich mehr und mehr mit diesem Gedanken an, die „Karrieretante“ zu werden. Natürlich bediene ich mich ein bisschen an dem Klischee, dass Frauen sich zwischen Familie und Karriere entscheiden müssen. Aber darauf will ich garnicht hinaus. Was ich meine ist, dass ich eine glückliche Zukunft sehe, auch ohne einen Partner oder eine eigene Familie zu haben.

Wenn ich das so zu Papier bringe, klingt das komisch. Ich bin ja erst Mitte Zwanzig und muss mich garnicht entscheiden. Ich hab noch mein Leben vor mir. Aber die Vorstellung eines Lebens mit nur mir selbst, meinen guten Freunden und einem Job, den ich liebe, gefällt mir immer mehr. Das macht mir eines bewusst: diese Suche und den Wunsch nach einer Beziehung, der für mich die letzten Monate und Jahre sehr aktuell war, ist mir garnicht mehr so wichtig.

Das scheint sich offenbar auch an meinem Verhalten zu zeigen. Ich hatte diesen Monat zwei Dates – mit Mr Mutig und Mr Tinderjüngling. Ich hatte nicht nach Dates gesucht oder gefragt. Die haben sich eher aus Zufall ergeben.

Die Dates beschreibe ich in den nächsten Tagebucheinträgen. Quintessenz der Dates war aber, dass ich wohl eine spürbare „Egal-Haltung“ einnehme. Und das nicht unbedingt im negativen Sinne. Ich musste mir anhören, dass ich „schwer einzuschätzen“ bin. Das habe ich bisher noch nie gehört. Wenn mir etwas oder jemand gefällt, dann zeige ich das sehr schnell und sehr deutlich. Meistens zu deutlich, weshalb die Männer dann genauso schnell auch wieder weg sind. Nach den zwei Dates und dieser Aussage wurde mir aber bewusst: ja, irgendwie waren die Kerle egal.

Mir war es egal, was sie von mir dachten oder ob man sich nochmal trifft. Wenn sie mich toll fanden und sich nochmal meldeten, schön! Wenn nicht, dann halt nicht. Ich hab zur Zeit genug zu tun, nehme mir viel vor und freue mich auf die kommende Zeit, das neue Semester, bald Finnland… Ich genieße es, Single zu sein, niemanden Treffen zu müssen, das machen zu können, was ich will, wann ich es will. Ich kann meine Zukunft planen, wie ich sie mir selbst ausmale und immer ausgemalt habe.

Das traurige Gegenteil macht meine beste Freundin zur Zeit leider durch. Als wir uns während meines Heimatbesuches endlich mal wieder treffen konnten, war sie die fröhliche aufgeschlossene Person, die sie immer ist. Aber ich weiß, was zur Zeit an ihr nagt und sie war froh, mit mir offen darüber sprechen zu können. Sie ist seit dem Sommer letzten Jahres in einer Fernbeziehung mit einem Finnen. Sie liebt ihn und die beiden passen meiner Meinung nach super zusammen. Nur leider können die zwei aufgrund der Entfernung nicht diese hunderprozent glücklicke Beziehung führen. Einer muss immer einen Kompromiss eingehen und Geld und Zeit für einen Besuch aufbringen. Eigentlich sollte meine beste Freundin bereits mit dem Studium fertig sein, aber sie ist durch ihre letzte Prüfung gefallen. Ein Studentenjob in Finnland ist für eine Deutsche schier unmöglich zu finden, die Bewerbung für ein Masterstudium in Helsinki muss verschoben und der GMAT-Test muss dafür auch erstmal bestanden werden.

Sie hat nun lange nach einem passenden Praktikumsplatz gesucht, der ihr hoffentlich nach abgeschlossenem Studium Türen in den Bereichen öffnen kann, die sie interessiert. Sie fand zum Glück auch ein Praktikum in München. Ihr Freund hat nun einen dreimonatigen Vollzeit-Summerjob in seinem kleinen finnischen Dorf. Er möchte nach seinem Bachelor nicht unbedingt in Deutschland einen Master machen. Insgesamt möchte er sich nicht festlegen auf irgendwas. Er hat aber Angst, dass, wenn er sich für Finnland entscheiden sollte und meine Freundin dort nicht studieren kann, Schluss sein könnte. Diese unmögliche Planung treibt die beiden verständlicherweise in den Wahnsinn.

Ich konnte, so gerne ich es auch wollte, meiner besten Freundin in dieser Sache nicht helfen. Ich habe beide sehr gerne und wünsche ihnen sehr, dass sie es schaffen. Die zwei passen so wunderbar zusammen. Aber ich habe gesehen, wie die Zweifel und Gedanken an die Zukunft meine Freundin schier von innen zerreißen. Weil sie mir so wichtig ist und ich sie so nicht sehen kann und will, musste ich sie an etwas erinnern, was wir uns beiden als unschuldige junge Teenies geschworen hatten: wir machen unsere Zukunftsplanung niemals abhängig von Männern.

Ich hoffe sie erinnert sich daran. Ich hoffe sie tut das, was sie glücklich macht. Es ist ihre Zukunft und ihr Leben.

So traurig es mich für meine beste Freundin macht, hat mir dieses Fiasko auch gezeigt, dass ich froh bin Single zu sein. Ich muss meine Planung nicht abhängig machen von jemand anderem. Meine Zukunft gehört mir. Und ich kann genauso glücklich werden als Karrierefrau, wie ich es mit einem tollen Partner und Familie werden könnte. Vielleicht ja auch glücklicher. Oder vielleicht klappt auch beides.

Im August wird es kalt

Passend als Fortsetzung meines vorherigen Beitrags, geht es um meine zukünftige Studiumsplanung. Es folgt nämlich endlich der Beitrag, den ich schon lange schreiben wollte. Es geht um mein baldiges Auslandssemester. Ich habe es bereits vor zwei Wochen kurz angekündigt: Ich habe eine Zusage für ein Auslandssemester an einer finnischen Uni bekommen! Ende Dezember habe ich viel darüber nachgedacht, wie ich meine Module legen kann, wann ein Auslandssemester in mein Studium passt oder ob ich überhaupt eins machen möchte. Vieles in meinem Kopf sprach dafür, dass es vernünftiger wäre, kein Auslandssemster zu machen. Aber mein Herz meldete Fernweh. Und Fernweh ist bei mir ein unglaublich starkes Gefühl.

Immer noch hin und her gerissen zwischen meinen Möglichkeiten, bewarb ich mich im Januar für ein ERASMUS-Stipendium für ein Auslandssemester in Finnland. Ein Jahr zuvor hatte ich bereits einen Platz erhalten, aber ich habe abgelehnt. Ich wusste, dieses mal muss ich hart dafür kämpfen und in meinem Motivationsschreiben mit guter Begründung darlegen, wieso ich das Jahr zuvor mein Stipendium abgelehnt hatte. Ich hatte erst mit dem Master begonnen und einen guten Job an der Uni erhalten. Ich wollte zuerst alle Kurse an der Heimatuni belegen, die mir wichtig waren. Und ich fühlte mich einfach noch nicht bereit dafür, so bald ins Ausland zu gehen. Das habe ich klar und ehrlich rüber gebracht. Und man gab mir dieses Semster nochmal eine Chance. Ich wusste, wenn ich dieses Mal ablehnen würde, würde ich nie wieder das Stipendium bekommen.

Als ich die Zusage erhielt, konnte ich mich allerdings erst nicht richtig freuen. Ich hatte mich immer noch nicht zu hundert Prozent dafür entschieden. Es gab nicht viele Kurse, die ich würde anerkennen lassen können. Ich hatte noch einige offene Fragen. Bevor ich richtig realisierte, was es für Konsequenzen haben würde, rief ich meine Koordinatorin an, die mir den Platz zugesprochen hatte. Ich löcherte sie mit meinen Fragen, hatte aber immer noch nicht entschieden, ob ich zusagen wollte. Aber dafür war es zu spät. Ich hatte sie ja angerufen. Im Laufe des Telefonats fiel mir auf, dass ich jetzt eigentlich nicht mehr absagen konnte. Und so hatte mein achtloses Greifen zum Telefon für mich entschieden: dann nehme ich eben den Platz an.

Ab diesem Zeitpunkt setzte auch die Vorfreude ein. Ich freute mich, dass mir nochmal die Möglichkeit gegeben wurde ein Auslandssemester zu machen! Und die Freude steigt und steigt. 🙂

Es blieb nur noch die Überlegung, ob ich im August diesen Jahres gehe oder erst Januar 2018. Vieles sprach für Januar. Zumindest noch im Dezember letzten Jahres, als ich mir bereits Gedanken gemacht hatte. Auch Ihr Leser hattet mir empfohlen alles entspannt angehen zu lassen und im Januar ins Ausland zu gehen. Aber wie gesagt: das Fernweh ist stark. Und mir fallen immer mehr Vorteile für August ein. Ich würde Auslandsbafög erhalten (im nächsten Jahr wäre das nicht der Fall), würde mit mehreren Erasmusstudenten anfangen, könnte entspannter die Masterthesis schreiben wenn ich zurück komme, und und und.

Also fiel die Entscheidung bald auf August. Ich werde also ab Mitte August von Finnland aus meine Tagebucheinträge verfassen. 😉

Ich freue mich wirklich schon sehr! Endlich wieder für eine längere Zeit verreisen! Es gibt noch Einiges zu organisieren, aber ich habe das ganze ja schon im Bachelor gemacht. Damals ging es in ein warmes tropisches Land – dieses Mal in ein kaltes nordisches Land. Dort wollte ich schon immer hin. Ich kann nicht sagen, was es ist – aber etwas reizt mich unglaublich an diesen Ländern. Böse Zungen in meinem Freundeskreis behaupten ja, ich würde mir nur die Männer dort angucken wollen. 😉 Scheinbar sollen die aber ganz passabel sein, denn – Fun Fact: meine zwei besten Freundinnen haben beide derzeit eine Beziehung mit einem Finnen! 😀 Also ist es vielleicht garnicht so weit hergeholt, dass ich die finnischen Männer mal im Hinterkopf behalten werde. 😉

Fände ich tatsächlich aber ganz angenehm, wenn ich an jemand anderen als Mr Regisseur denken würde. Zum Glück verschwindet er schon langsam wieder aus meinem Kopf, nachdem wir aktuell nicht mehr ganz so viel schreiben. Ich würde ja trotzdem gerne wissen, wann er wieder zurück kommt. Theoretisch müsste es Ende Mai sein, da man meines Wissens nach nur zwei Mal drei Monate ein Touristenvisum in den USA bekommt. Ich habe ihn schon gefragt, wann er denn wieder zurück sei, aber er wich meiner Frage entweder unbewusst oder mit Absicht aus. Frechheit. Aus Selbstschutz werde ich aber nicht nochmal nachfragen. Es ist besser, wenn ich es nicht weiß. Ich bin froh, dass die Gedanken an ihn schon wieder vergehen.

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Für Anstrengung wird man nicht belohnt

Heute war der erste Tag seit circa vier oder fünf Monaten, an dem ich mir erlaubt habe auszuschlafen. Und es tat verdammt gut. Ich habe mir einfach mal nichts vorgenommen. Also – ein paar Dinge hatte ich auf meiner To-Do-Liste notiert. Aber ich habe mich zum ersten mal seit vier Monaten nicht selbst dazu gezwungen, irgendwas heute erledigt haben zu müssen. Und was ist heute dann passiert? Ich habe alles geschafft. Seltsam, wie das mit diesem Leben manchmal so funktioniert.

Meine Prüfungsphase und damit das zweite Mastersemester in meinem Marketingstudium ist vorbei. Es war ein verdammt hartes Semester. Das wusste ich vorher schon. Deshalb habe ich mich von Anfang an reingehängt. Nachdem mein erstes Semester eher daneben ging, wollte ich dieses Semester besser sein. Ich habe mich selbst unter Druck gesetzt, ich war unter Dauerstress und -strom, bin gegen Ende keinen sozialen Aktivitäten mehr nachgegangen, habe mich abgeschottet um Lernen zu können. Bisher lehrte mich das Leben, dass man belohnt würde, wenn man sich anstrengt.

Aber was in der Vergangenheit funktionierte, funktioniert in der Gegenwart nicht immer. Für mein Abi habe ich damals viel gelernt. Ich habe mir Ziele gesetzt und mich reingehängt. Die Belohnung war ein Abi von 1,8, worauf ich unglaublich stolz war. Harte Arbeit zahlt sich aus, erkannte ich. Während meines Bachelors habe ich viel gelernt und gleichzeitig das Studentenleben genossen. Die Kurse fielen mir nicht allzu schwer. Ich wurde ebenfalls mit guten Noten belohnt und hatte eine tolle Zeit. Im letzten Semester des Bachelors wollte ich dann den Einserschnitt, den ich erreicht hatte, erhalten. Aber aufgrund der schlechten Noten in meiner letzten Klausur (was ich bis heute nicht nachvollziehen kann) und einer Bachelorarbeit, die hätte besser sein können – kam ich „nur“ auf eine 2,0. Ich war etwas enttäuscht. Aber es war okay. Ich mache ja noch einen Master. Da ist die Bachelornote egal und ich schaffe da ganz sicher einen Einserschnitt.

Und jetzt bin ich so weit vom Einserschnitt entfernt, wie ich es mir niemals erträumt hätte. Das erste Semester des Masters lief bescheiden – das zweite Semester beschissen. Trotz des vielen Lernens. Trotz der Vernachlässigung jeglicher sozialen Kontakte. Drei der vier Klausuren liefen nicht so gut wie erhofft. Eine lief dagegen besser als gedacht. Die Seminararbeit gab ich erleichtert zwei Tage vor dem Abgabedatum ab. Das Resultat: Alle Noten schlecht. Auch von der Klausur, die gut lief. Noch schlimmer wurde es, als ich erfuhr, wie gut die Noten meiner Kommilitonen waren. Alle waren ausnahmslos besser. Was war da passiert?

Vielleicht setze ich die Anforderungen an mich selbst zu hoch. Ich habe es ja schon bemerkt: ich war beim Lernen unglaublich ineffektiv. Unkonzentiert. Ließ mich ständig ablenken. Während ich die Prüfung schrieb, hatte ich teilweise Blackouts. Meine Seminararbeit gab ich ab, ohne sie nochmal zu überprüfen. Das war dumm. Ich war dumm. Wieso kann ich es nicht mehr? Wieso kann ich nicht mehr zielstrebig und effektiv lernen? Ich starrte die letzten Tage stundenlang auf meinen im Onlinekonto errechneten Notenschnitt. Rechnete aus, ob der Schnitt wirklich stimmte, rechnete nach ob, ich noch in den nächsten Semestern auf den Einserschnitt kommen könnte. Überlegte, wieso mir das alles früher so viel leichter gefallen war. War es, weil ich meine Mädels-Lerngruppe vom Bachelor nicht mehr hatte? War es, weil letztes Jahr mir die Sache mit Mr Schützenverein so in die Quere kam – und dieses Jahr, weil meine Gedanken ständig bei Mr Regisseur waren? Oder studiere ich einfach schon zu lange? Ist mein Gehirn mittlerweile einfach ausgewrungen, wie ein zerfranstes Handtuch, das nicht mehr ordentlich seinen Zweck erfüllt? Ist der Master zu anspruchsvoll für mich? Hätte ich mir doch gleich einen Job suchen sollen?

Es ist unglaublich frustrierend, wenn man sich so reinhängt und es alles am Ende nichts bringt. Die letzten Tage war ich furchtbar verzweifelt. Jetzt geht es zum Glück wieder. Ich kann es nicht mehr ändern und sehe das vergangene Semester als Lektion und als Anreiz, ab jetzt mein Studium eben so gut es geht zu machen, ohne mich weiter so unter Druck zu setzen. Ich werde die kommenden Semester entspannter angehen. Ich bin überzeugt davon, dass ich auch mit einer schlechteren Note als meine Kommilitonen einen tollen Job finden werde. Ich kann Praktika und Auslandserfahrung nachweisen. Ich bin nicht ortsgebunden, habe viele Interessen und kann mich überall bewerben. Und die nächsten Semester werden sowieso schon entspannter. Ich werde das Studentenleben noch genießen.

Und ich sollte eindeutig öfter ausschlafen und mir nichts vornehmen. Dann klappt ja offenbar alles. 😉

Persönlicher Jahresrückblick: 2016 – Jahr der Selbstreflexion

Es scheint ja schon, als wäre ich eine der Letzten für den traditionellen Blogger-Jahresrückblick! 😉 Ich will auch noch mitmachen!

Aber ich will nicht über diesen ganzen „2016 war Mist“-Quatsch schreiben. Ja, es sind hinsichtlich Weltpolitik einige schreckliche Dinge passiert. Schreckliche Dinge gab es 2015 aber auch schon. Und das Jahr zuvor. Ich schreibe jetzt mal lieber über wie ich mein persönliches 2016 empfunden habe. Ich habe nämlich verdammt viel über mich selbst gelernt. Vermutlich war es das Jahr zuvor auch schon so. Aber da habe ich keinen Jahresrückblick gemacht. 😉

Nein, ehrlich: einen Rückblick über das eigene vergangene Jahr zu machen, finde ich wichtig und hilfreich. Es ist mittlerweile eine wohlbekannte Tatsache: je älter man wird, desto schneller vergeht leider die Zeit. Besser wäre tatsächlich, man würde jeden Abend über den vergangenen Tag reflektieren. Wird doch so häufig auf diesen ganzen „Mach-Dich-Wahr“/“Werde Erfolgreich“-Seiten empfohlen. Macht aber sicher kaum einer. Wenn man es sich abends im Bett gemütlich macht, fertig ist mit Facebook, Whatsapp, Instagram und Co. und das Licht endlich ausschaltet – dann schläft doch jeder ein. Wer denkt da noch über seinen kompletten Tag nach?

Zumindest kann jeder Ende des Jahres die Gelegenheit nutzen zu reflektieren. Ich finde ein kurzer persönlicher Jahresrückblick macht einem tatsächlich bewusst, wie man sich im vergangenen Jahr weiterentwickelt hat. Ich habe mal gehört, das menschliche Gehirn wäre so eingestellt, dass langfristig positive Erinnerungen hängen bleiben. Bei mir trifft es auf jeden Fall zu. Und wenn ich so zurückblicke auf mein Jahr: es gab natürlich ein paar richtig miese Erfahrungen. Aber ich möchte sie nicht missen. Denn ich habe mich selbst richtig gut kennen gelernt. Und ich bin immer noch dabei zu lernen, mich selbst zu verstehen.

Ich habe gerade ein bisschen durch meine Einträge von Januar 2016 bis Dezember 2016 durchgeblättert. Bis auf meine lange 3,5-monatige Pause habe ich ja sogar relativ regelmäßig geschrieben. Da bin ich schon etwas stolz auf mich und erkenne daran mal wieder, dass mir Schreiben Spaß macht. Heute fasse ich mich aber kurz. Das Kurzfassen muss ich nämlich auf jeden Fall noch lernen!

Im Februar habe ich meine Bachelorarbeit abgegeben und damit den Bachelor erfolgreich abgeschlossen. Ich hätte zwar gerne eine Eins-Komma-Note gehabt, aber letzendlich war es egal, denn ich habe mich ja für ein Masterstudium entschieden. Die Entscheidung, nach dem Bachelorabschluss doch noch nicht zu arbeiten, habe ich noch im Dezember letzten Jahres sehr spontan getroffen. Eine untypische Aktion von mir, da ich mich gerne festfahre in meine bisherige Planung.

Die Entscheidung für den Master habe ich dann nur ein Mal bereut: als ich nicht hinterher kam mit dem Lernen in der ersten Klausurphase. „Bereuen“ ist da allerdings auch das falsche Wort. Ich hatte eine Phase, in der es mir wirklich nicht gut ging. Ich wusste nicht, was ich kann und was ich wollte. Mir ging es schlecht, weil mein Exfreund Schluss gemacht hatte. Nach einer sowieso furchtbar verlaufenen Beziehung, die mir alle Kraft ausgesaugt hatte.

Ich bin allerdings froh um die Erfahrung. Ich habe für die Zukunft gelernt, dass ich niemals wieder an etwas festhalten sollte, was mir nicht gut tut. Ich hatte ja schnell erkannt, dass er und ich nicht zusammen passten. Dass er mich nicht behandelte, wie man seine Freundin behandeln sollte. Dass ich mich deshalb nicht verhielt, wie ich es sollte und wollte. Ich wollte tausendmal Schluss machen, habe es aber nie gemacht, weil ich nicht wieder alleine sein wollte. Weil ich nicht scheitern wollte.

Als er dann Ende Juli Schluss gemacht hatte und direkt danach eine Neue hatte, war ich am Boden zerstört. Aber dank meiner fürsorglichen Freunde und meiner Familie, bei der ich immer willkommen bin, rappelte ich mich sehr schnell wieder auf. Ich merkte, was es bedeutet dankbar zu sein und es zu genießen, glücklich sein zu können. Ich setzte mir als Ziel, mich selbst lieben zu lernen.

Und seit dem kam ich diesem Ziel jeden Tag einen Schritt näher. Ich war zwar wieder Single – aber verdammt glücklich. Ich machte wieder das, worauf ICH Lust hatte. Ich datete und hatte meinen Spaß. Genoss die Aufmerksamkeit der Männer. Lernte widerum, dass ich der Aufmerksamkeit leider einen viel zu hohen Stellenwert beimaß. Und schraubte hier wieder zurück. Von meinem mehr oder weniger unbeabsichtigten „Date-Marathon“ (hier und hier zu lesen), gab es nur zwei Männer, die bis jetzt noch aktuell sind: Mr Gemüselasagne und Mr Regisseur. Hauptsächlich aber Mr Regisseur. Ich weiß nicht wie es mit ihm weitergehen wird und es ist mir ehrlich gesagt egal. Ob es mehr mit ihm wird oder nicht – ob ich mein ganzes Studium Single bleibe oder nicht – ob ich meinen Traummann finde oder nicht – ich bin mir mittlerweile sicher, ich werde in meinem Leben die richtigen Entscheidungen treffen und glücklich werden.

Ich habe noch viel vor: über meine Studienplanung habe ich im vergangenen Monat viel nachgedacht und einen guten Plan ausgearbeitet. Aber wie ich aus den Erfahrungen zum Beginn des Jahres weiß: Pläne kann man auch guten Gewissens mal spontan umwerfen. Und es kann dabei sogar was Besseres dabei herauskommen. Ich lasse mich überraschen, was das Jahr 2017 mit sich bringt!


Na gut, kurz gefasst habe ich mich nun auch wieder nicht. Das wäre mal ein Vorsatz für 2017… Nicht, dass ich mir nicht schon genügend andere Vorsätze überlegt hätte. 😉 Darüber wollte ich auch noch schreiben! Aber nicht mehr in diesem Beitrag und nicht mehr heute.

picsart_12-28-09-42-43Ich wünsche Euch, liebe Leser meines Tagebuches, einen guten Rutsch in das Jahr 2017! Es freut mich, dass Ihr euch für mein Geschreibe wohl doch irgendwie interessiert. 😉 Und ich bedanke mich für all die aufmunternden und hilfreichen (und lustigen) Kommentare, die mir oft den nötigen Denkanstoß gegeben haben. Sogar der ein oder andere Leser hat sich getraut, mir persönlich per Mail zu schreiben, worauf sich interessante Gespräche ergeben haben. 🙂 Offenbar regt mein Geschreibe euch auch manchmal zum Nachdenken an.

Bitte macht weiter so in 2017!

Egoistin.

Ich bin eine miese Egoistin zur Zeit.

Ich gehe auf Dates mit Männern nur um die Aufmerksamkeit zu genießen. Ich lasse mich mit vegetarischer Lasagne von Tinder Date Nr. 1 bekochen und auf Kino, Essen und Drinks von anderen Dates einladen.

Ich kann dem tollsten Mann der Welt nicht die Aufmerksamkeit schenken, die er verdient. Er fährt über 1000 Kilometer um mich für ein Wochenende zu sehen und ich denke nur an den Regisseur, der mir drei Tage lang nicht geschrieben hat und sowieso keine Zeit für mich hat.

Ich bin doch furchtbar. Ich weiß nicht, was ich will. Will ich das Single-Leben? Oder  wünsche ich mir eine Beziehung? Ich sollte alleine bleiben.

Mein Gefühl sagt mir, dass es das Beste ist. Ich habe gerade für niemanden außer mir selbst Zeit und setzte meine Priorität auf das Studium, meine Jobs und Sport. Und bin tatsächlich glücklich so.

Außer, dass es mich so aus der Bahn wirf, dass ich Mr Tiger dieses Wochenende so enttäuschen musste. Ich bin wohl eine empatische Egoistin. Macht das Sinn?

Komische Konstellation (Teil II)

Fortsetzung von Komische Konstellation (Teil I)

Das geplante Date zwischen Mr Tiger und mir am Donnerstag war aber nicht das nächste mal, an dem wir uns wiedersahen. Ursprünglich hatte ich mit meinem besten Freund ausgemacht, an diesem Tag bouldern zu gehen, was ja nun ins Wasser fallen würde. Da ich ungerne meinen Sportplan umwerfe, schlug ich Mr Tiger vor, er könne doch dann zumindest am Mittwoch mit mir zum Bouldern. Ich hielt das für eine perfekte Idee, denn er hatte sowieso einige Kilos zugelegt, seit wir zusammen waren, und falls ihm der Sport gefällt, könnte er damit sicher gut weiter machen. (Wie uneigennützig ich doch bin. 😉 ) Wir nahmen einen weiteren Kumpel und seine Freundin mit. Mr Tiger war blutiger Anfänger und konnte natürlich nicht viel. Ich dagegen genoss es, ihm meinen Sport zu zeigen und mich selbst darin vorzuführen. 😉 Er hatte Spaß und war sofort dabei, als ich vorschlug, das ganze kommende Woche zu wiederholen.

Am Date-Donnerstag wusste ich immer noch nicht, was er geplant hatte. Ich liebe Überraschungen (was er auch wusste), deshalb fand ich es schön, nichts zu wissen. Abends lief ich zu seiner Wohnung (weniger als fünf Geh-Minuten entfernt) und nachdem er seinen Kram zusammengesucht hatte, stiegen wir ins Auto. Es ging in die Stadt. Als wir parkten fragte er mich, ob ich schon eine Ahnung hatte, wo es hingehen würde. Nein noch nicht. Die hatte ich dann erst, als wir eine mir sehr bekannte Straße entlang liefen. Das konnte doch nur… das Planetarium sein! Ich freute mich wie ein kleines Kind. Ich habe das Planetarium geliebt, wollte sogar sehr lange Astronomin werden (das dafür benötigte Physik-Studium schreckte mich aber doch ab). Heute fand dort eine kleine Veranstaltung mit Live-Musik und passender Bildershow in der Kuppel statt. Hammer Idee von ihm! Er erstaunt mich immer noch. Es war eine schöne (und sehr entspannende) Veranstaltung.

Danach plante er ein kleines Mitternachtspicnick auf unserem Dorf-Berg. Er hatte Decken, Weintrauben und Schokolade dabei. Den Wein hatte er vergessen. Was aber überhaupt nicht schlimm war, denn wir können eh über alles offen reden. Wieder kuschelten wir. Wieder redeten wir. Wieder gab es keinen Kuss.

Meine beste Freundin wurde schon ganz wahnsinnig. „Küsst euch doch endlich! Habt doch endlich Sex!“ Aber irgendwie brauchten wir das nicht. Ich genieße es einfach, in seiner Gegenwart zu sein. Ich genieße es, wie ich mich in seiner Gegenwart fühle, wie wir uns gegenseitig gut tun, wie sich unsere damalige Beziehung wieder vor meinen Augen abspielt. Wirklich schade, dass wir keine Zukunft miteinander haben können.

Auch dieser Abend ging irgendwann vorbei. Unser nächstes Treffen sollte am folgenden Wochenende sein, an dem die komischte aller Konstellationen zusammentreffen wird: ich bekam Besuch von Freunden meines Exfreundes, Mr Schützenverein. Vier seiner Freunde, mit denen ich mich damals schon gut verstand und jetzt immer noch viel Kontakt habe, wollten mich für einen Tag wegen des Oktoberfests besuchen kommen und bei mir schlafen. Da Mr Tiger und ich uns letztes Jahr zum Oktoberfest verpasst hatten, fragte ich ihn bereits vor mehreren Wochen, ob er zufällig an dem Tag gehen würde. Ja, vielleicht, er würde noch seinen Arbeitskollegen fragen. Auch meine beste Freundin wollte mitkommen. Kurz vorm Wochenende sagten dann sein Arbeitskollege und meine beste Freundin ab. Mr Tiger würde aber trotzdem gerne mitkommen. Ich hatte damit kein Problem, denn Mr Tiger kommt mit allen Menschen gut klar. Und mein Besuch ist zwar chaotisch, aber immer gut drauf. Also genau gesehen ist es nur äußerlich eine komische Konstellation: einer meiner Exfreunde, gute Freunde meines anderen Exfreundes und ich auf dem Oktoberfest. 😀

Fazit des Tages: „Mensch, wieso seid ihr denn nicht mehr zusammen? Er ist so ein toller Kerl! Ihr passt so toll zusammen! Tausend mal besser als Mr Schützenverein und du!“

Und endlich gab es sogar den Kuss, der so lange auf sich warten ließ. Und danach gab es noch mehr Küsse zwischen Mr Tiger und mir. Er konnte kaum die Finger von mir lassen. Er war froh um jede Sekunde, an der ich ihm meine Aufmerksamkeit schenkte. Er schoss mir eine Rose, machte Selfies mit mir, kuschelte sich an mich, war eifersüchtig, wenn sich andere Männer mit mir unterhielten. Und bei mir gab es Gefühlschaos… Nicht wegen eines anderen Mannes. Nur wegen ihm.

Kann man sich nochmal in seinen Exfreund verlieben? Darf man das? Sollte man das? War ich je nicht in ihn verliebt? Während der fünf Jahre (und ganz besonders wenn ich neue Männer kennenlernte) dachte ich an ihn. Ich dachte an unsere Beziehung. Wie schön sie gewesen war. Ob ich jemals wieder eine so perfekte Beziehung finden würde. Ob wir in weiteren fünf Jahren noch eine Chance hatten, wenn ich mit dem Studium fertig bin.

Dazu kamen weitere Gedanken: wie ernst meint er das Ganze? Tut er das nur, weil er zwar gerne Zeit mit mir verbringt, aber weiß, dass ich sowieso bald wieder weg bin? Weil er Nähe will, und ich gerade da bin? Weil wir damals eine tolle Zeit zusammen hatte, aber es in nächster Zeit eh nicht mehr davon geben wird?

Mein Herz sagt nein. So war Mr Tiger nie. Seine Worte und Gesten müssen echt sein. Andererseits weiß ich nicht, wie er sich in den letzten fünf Jahren entwickelt hat. Ich war schon immer naiv, habe aber leider viel Gemeines erleben müssen, wenn es um Gefühle geht und bin nun vorsichtiger.

Und vorallem bin ich etwas sauer. Ich bin sauer auf Mr Tiger. Obwohl ich nicht weiß, wie er tatsächlich denkt. Ich bin sauer auf Mr Schützenverein, dass er mich zu einer Person gemacht hat, die wohl nun keine Komplimente und schönen Gesten mehr ohne Hintergedanken genießen kann. Ich bin sauer auf alle Männer, denen ich die letzten fünf Jahre näher gekommen bin, die mich umschmeichelt haben und sich Mühe gegeben haben. Bis ich mich verliebt habe. Dann haben sie mich fallen gelassen, verletzt zurück gelassen und vergessen. Es ist doch immer das Selbe.

Die meiste Wut habe ich allerdings mir selbst gegenüber. Wieso entwickle ich immer so schnell Gefühle? Ganz besonders jetzt, wo es doch eh hoffnungslos ist? Ich werde ihn, sobald ich in meiner Unistadt bin, unglaublich vermissen. Vermutlich werde ich irgendwann nicht mehr an ihn denken. Aber vergessen werde ich ihn nie. Vermutlich habe ich immer unterbewusst die Hoffnung, dass wir uns nochmal genau so in fünf Jahren begegnen. Und wir dann endlich eine Zukunft haben können…