Traummann

Januar:

Er: „Ich liebe dich.“

Sie: „Ich kann darauf leider noch nicht antworten – das weiß ich noch nicht. Aber was ich weiß ist, dass ich noch niemals zuvor so verliebt war wie ich es in dich bin.“

Er: „Das ist in Ordnung, wenn du darauf noch nicht antworten kannst. Jeder Mensch fühlt anders.“

Februar:

Sie: „Eigentlich wäre es doch sinnvoll, wenn wir zusammenziehen würden, oder? Andererseits weiß ich nicht, wo ich nach dem Studium einen Job finden werde…“

Er: „Ja, das ist zu unsicher.“

Sie: „Aber schön wäre es.“

März:

Er: „Möchtest du mit mir zusammenziehen?“

Sie: „Ja!“

April:

Er: „Ich wäre traurig, wenn du von hier wegziehen müsstest. Aber ich möchte dich nicht einschränken und deiner Freiheit berauben. Ich unterstütze ich in all deinen Entscheidungen.“

Sie: „Ich habe entschieden noch eine Weile zu bleiben. Vielleicht ergibt sich ein Job hier. Aber ich möchte nicht für immer hier leben.“

Er: „Das möchte ich auch nicht. Wir werden zusammen die Welt erkunden!“

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Ich liebe diesen Mann. Wenn es der Richtige ist, fühlt sich nichts zu schnell, zu langsam oder zu falsch an. Nächsten Monat sind wir ein halbes Jahr zusammen. Ich ziehe zum ersten Mal mit einem Partner zusammen.

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Erdbeben in meiner Gefühlswelt

Also so langsam glaube ich, meine frische Beziehung steht unter einem schlechten Stern… Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Seit meinem letzten Beitrag habe ich mich wieder beruhigt, was diesem aus Versehenen „Fehltritt“ anging. Ich denke, ich habe das Ganze wirklich erstmal schlimmer empfunden, als es eigentlich war.

Allerdings ist letzte Woche schon wieder etwas passiert, dass meine Gefühlswelt in Verwirrung gestürzt hat. Tatsächlich könnte man meinen, das sei bei Mr Hashtag und mir schwer zu schaffen. Ich bin so verliebt wie noch nie. Das aller erste Mal in meinem Leben würde ich sagen, dass ich mir vorstellen könnte, für immer mit meinem Partner zusammen zu sein. Seit drei Wochen ist Mr Hashtag in Südamerika im Urlaub, bzw. hat er dort an der Weltmeisterschaft seines Wassersports teilgenommen. Südamerika ist noch nicht so gut ausgestattet mit W-Lan, sodass wir die letzten Wochen nur sehr selten schreiben und telefonieren konnten. Ich habe ihn unglaublich vermisst. Und tue es immer noch. Zum Glück fliegt er morgen zurück nach Deutschland. Und auch ich bin ja bald wieder Zuhause. Er möchte mich am liebsten direkt vor Weihnachten besuchen kommen und dann über Silvester nochmal. Hach, was ein Traummann.

Dennoch hatte ich vergangene Woche, wie bereits geschrieben, eine kurze Verwirrung. Und in dieser Situation zwischen Mr Hashtag und mir kann das nur ein einziger Mensch noch schaffen. Richtig. Mr Regisseur.

Hallo, da ist er wieder. Leider wird er wohl immer und immer wieder im Drehbuch meines Lebens vorkommen.

Seit ich ihn das letzte Mal erwähnt habe, habe ich wirklich nur sehr spärlich Kontakt mit ihm gehabt. Wir haben gegenseitig unsere Instagram-Fotos geliked, weil man das eben so macht. Ab und zu mal eine private Nachricht über den Instagram-Messenger, wenn man mal ein Ereignis kommentieren wollte oder mal kurz eine Frage zur Kamera über WhatsApp. Ich hatte ihn ziemlich aus meinem Kopf schieben können. Dachte ich zumindest.

Es begann damit, dass er ein neues Foto hochgeladen hatte. Machte er mittlerweile wieder täglich. Aber auf diesem Foto sah man seine Hand. Mit einem Ring. Es war die linke Hand. In den USA trägt man den Ehering an der linken Hand. Aber nein, das kann doch nicht sein, dachte ich mir. Oder vielleicht doch? Unter sein Bild fragte ich: „Trägst du einen Ehering?“ Er antwortete mit dem Ok-Handzeichen-Emoji. Also ja? Oder verarschte er mich nur? Ich schrieb ihm über den Instagram-Messenger eine private Nachricht. „Bist du jetzt verheiratet? Das ging ja schnell. :D“ Seine Antwort: „Ja. Musste schnell gehen.“ Ich war immer noch nicht zu hundert Prozent überzeugt, dass er mich nicht verarschte. Ich fragte ihn weiter aus.

Wie es aussah, war es aber wahr. Als ich es endlich glauben konnte, beglückwünschte ich ihn natürlich. Ich überlegte, wie ich nun weiter vorgehen könnte. Ich war zu neugierig und wollte ein Foto. Durch geschicktes Fragen bekam ich eins. Es war ein Selfie, auf dem er mit ihr zu sehen war. Er lächelte in die Kamera und hinter ihm lehnte sich seine Freundin bzw. Frau über seinen Rücken. Die Sonne ging wohl gerade unter, da das Foto und ihre Gesichter in Gold getaucht waren. Und was soll noch ich sagen? Die zwei sahen wirklich total süß und glücklich aus.

„This is how everything falls into place“, war mein erster Gedanke, nachdem ich das schöne Foto sah. Ich habe einen wunderbaren Freund und Mr Regisseur ist verheiratet mit einer glücklichen jungen Frau. Er schrieb mir noch, er hoffe, dass das nicht zwischen uns stehen würde. Er mag mich immer noch „ganz doll“ und möchte für immer mit mir befreundet sein. 🙂 Total süß. Ich erzählte ihm im Gespräch natürlich auch, dass ich nun einen Freund habe. Es freute ihn auch sehr, dass ich glücklich bin.

Nachdem wir das Gespräch beendet hatten, musste ich noch einige Tage darüber nachdenken. Meine ersten positiven Gedanken wichen dann doch zu anderen Gedanken. Es ist genau ein Jahr her als wir gedatet hatten. Wir hatten dann noch bis Feburar viel per Nachrichten geflirtet und auch noch bis März öfter geschrieben. Anfang Mai war es, dass ich einen Cut machen musste. Danach war tatsächlich erstmal Sendepause. Und dann eben dieses spärliche Schreiben. Also wann hatte er geheiratet? Seit wann war er mit seiner Frau in einer Beziehung? Ich scrollte durch seine Fotos. Mir war noch nie zuvor der Ring aufgefallen und tatsächlich sah man meistens seine Hand nicht. Nur auf einem Foto Ende Oktober. Ich rechnete. Okay… wenn er schätzungsweise Anfang Oktober geheiratet hat, dann war er aber maximal ab Juni/Juli mit ihr zusammen. Länger kann ich es mir nicht vorstellen. Wow. Ich überlegte, ob ich das machen könnte. So nach drei Monaten direkt zu heiraten? Natürlich ist es eine komplett andere Situation: er ist Ausländer in den Staaten; die einzige Möglichkeit, nicht ständig für ein Touristenvisum ein- und ausreisen zu müssen ist eine Hochzeit. Und mit dem Visum per Heirat konnte er auch offiziell in den USA arbeiten.

Trotzdem ließ es mich nicht los. Ich wollte wissen, seit wann er sie kannte. Ich überlegte, wie ich ihn unauffällig fragen könnte. Aber unauffällig ging das nicht. Und wieso sollte ich ihn nicht einfach direkt fragen? Ich schrieb ihn ein paar Tage darauf also nochmal an. Am besten zeige ich hier einfach die Gesprächsausschnitte:

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Seine Antwort: „Natürlich nicht“ und dieser tränenlachende Emoji. Ich entschuldigte mich, dass ich da wohl einfach zu neugierig bin. Darauf er:

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Er weiter: „aber der Gedanke gibt mir Bauchschmerzen. Lass uns nicht darüber reden.“

Wow.

Shit.

Ich schrieb ihm ehrlich, dass ich glaube, der Fehler sei gewesen, dass wir es nie ordentlich „beenden“ konnten. Er ist gegangen, als wir uns gerade kennen gelernt hatten und ist nie wieder zurückgekommen. Er antwortete darauf: „Glaub mir. Das war alles nicht so geplant.“ Und ich glaube ihm das. Ich war weiter ehrlich: „Ich weiß aber auch nicht, ob wir zusammengepasst hätten. Aber das werden wir wohl nie erfahren.“

Seine Antwort darauf war sehr vernünftig: „Ob wir zusammengepasst hätten? Wahrscheinlich nicht. Du bist sehr bodenständig. Ich bin ein Träumer. Konflikte wären gekommen. Aber auch wenn es nur auf regelmäßiges Klettern hinausgelaufen wäre, klingt es für mich besser als zehntausend Kilometer entfernt zu sein.“

Hm. Also ich weiß nicht so recht, ob ich dieses „bodenständig“ als Kompliment oder Beleidung auffassen soll. 😀 Aber davon abgesehen, gebe ich ihm Recht. Ich hatte schon vor einiger Zeit überlegt, ihn mal zu besuchen. Ich möchte nach meiner Masterthesis nochmal etwas reisen. Eine USA-Reise steht schon länger auf meiner Liste. Ich schlug ihm das mit dem Besuch vor und er antwortete, ich sei jederzeit willkommen.

Ich denke, ich würde nur hinreisen, um endlich abschließen zu können. Wenn wir uns wiedersehen, entdecken wir, dass wir uns überhaupt nicht mehr attraktiv finden. Und dann können wir endlich nur Freunde sein. So wird es passieren.

Und ich kann endlich meinem Traummann die vollendete Aufmerksamkeit schenken, die er verdient. 🙂

 

Er ist es doch

Es ist Donnerstag, der 2. November. Nach dem ersten Tag wieder zurück in meiner finnischen Unistadt, liege ich in meiner Batman-Schlafanzughose im Bett und warte geduldig auf den Anruf von Mr. Hashtag. Wir haben uns zwar erst vor etwas mehr als 24-Stunden voneinander in Helsinki verabschiedet, doch wollen wir direkt wieder die Stimme des anderen hören bevor wir schlafen gehen. Seine Stimme habe ich die letzten fünf Tage zu genüge gehört und unsere Erzählungen wiederholen sich schon, aber ich kann nicht genug bekommen und er auch nicht. Die Tage, die wir gemeinsam in Helsinki verbrachten waren schön. Nein, eigentlich waren sie perfekt.

Wir telefonierten also eine Weile, er erzählte von seinem stressigen Rückflug und seinem heutigen Tag und ich von meiner unspektakulären Rückfahrt und meinem Tag. Als das Gespräch abklang, war ich bereit Gute-Nacht zu sagen: „Ich möchte dich gar nicht lange aufhalten. Du musst ja morgen früh aufstehen zur Arbeit.“

„Ja, das stimmt zwar… Aber es gibt da etwas, das ich noch besprechen möchte.“

Er legte eine Pause ein. Ich hörte förmlich, wie er versuchte seine Worte zurecht zu legen.

„Ich wollte eigentlich schon in Helsinki darüber sprechen. Aber es hat sich nicht so ergeben und unsere letzten Stunden zusammen waren ja leider ein bisschen stressig…“

Wieder legte er eine Pause ein. Er klang zunehmend nervöser. Schon längst hatte ich eine Ahnung, um was es ging. Ich fing an zu grinsen. Es war ja nicht so, dass ich in Helsinki nicht auch öfter den gleichen Gedanken hatte. Und auch schon davor. Weder vor Ort, noch jetzt am Telefon sagte ich etwas. Ich wartete ab. Viel zu neugierig war ich, wie er die Frage stellen würde.

„Ich weiß nicht, wie ich es am besten formulieren soll… Aber … Ich würde dich gerne zukünftig als meine neue Freundin vorstellen.“

In seiner Stimme schwang ein kleines bisschen Unsicherheit mit. Er war hörbar aufgeregt. Musste er aber nicht sein. Mein Grinsen breitete sich zu einem Lächeln aus.

„Das wäre sehr schön“, antwortete ich. ❤

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Kryptonit

Er ist wohl also dein Kryptonit-Mensch?“ fragte meine Mitbewohnerin mich.

„Kyptonit-Mensch?“

„Ja. Kennst du die These nicht? Jeder hat einen Kyptonit-Menschen, den er nicht vergessen kann und dem er immer wieder begegnet.“

Hm. Klingt ja nach einer schönen These. Und einleuchtend in meinem Fall.

Und dann traf es mich wie ein Schlag ins Gesicht.

Kryptonit.

Das hatte er sogar zu mir gesagt. Genau um diese Zeit vor einem Jahr. Ich erinnere mich genau daran. Wir saßen in seiner WG auf dem Sofa. Nein – wir kuschelten auf dem Sofa. Beide glücklich. Es fühlte sich an wie früher. So schön. So vertraut. Dann sagte er:

„Ich konnte dich nie vergessen. Mein Kumpel sagte, dass du mein Kryptonit bist. Ich glaube wirklich, du bist mein Kryptonit.“

Damals hatte ich mir nicht viel dabei gedacht. „Kryptonit“, was für ein komischer Ausdruck. Aber in Ordnung, dann ist er eben Superman und ich sein Kryptonit.

Nachdem meine Mitbewohnerin mich aber oberflächlich über diesen Ausdruck aufgeklärt hatte, musste ich mich nochmal näher damit beschäftigen.

„Ich habe da so eine Theorie, nämlich dass jeder so einen Menschen hat, an dem er für immer hängen wird – ganz egal, wie lange die Beziehung gedauert hat oder wie intensiv sie war. Für diese Menschen würden wir alles tun, ganz egal, wie schön unsere Leben gerade sind und wie toll unsere Beziehungen oder Freundschaften oder Jobs. Wenn sie plötzlich wieder vor der Tür stünden, würden wir öffnen, egal wie sehr sie uns damals verletzt haben, und dann würden wir unsere Koffer packen und einfach abhauen, mit ihnen, bis an das Ende dieser Welt und weiter, so wie das früher mal geplant war, mit der Kryptonit-Person, und wenn es nur in unseren Köpfen war.“

Aus: beziehungsweise-magazin.de

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das für ihn auf mich zutrifft. Würde ich vor seiner Tür stehen und ihn darum bitten, es mit mir nochmal zu versuchen, würde er sofort Ja schreien. Aber auch andersherum könnte es ähnlich laufen. Wir waren letztes Jahr kurz davor, es nochmal miteinander zu versuchen. Dieses Mal eine Fernbeziehung. Wir waren jetzt alt genug. Ich hätte es nur sagen müssen. Aber ich entschied mich dagegen. Wir verabschiedeten uns von einander und von dieser schönen Sommeraffäre. Ich musste wieder zurück in meine Unistadt. Wir telefonierten noch viel. Er buchte einen Zug um mich besuchen zu können. Dann lernte ich jemand anderen kennen. Und konnte diesen anderen nicht vergessen. Der andere war zwar kein Kryptonit – aber ganz sicher ein kleiner Splitter. Es ist Mr Regisseur. Und Mr Tiger musste leiden.

Seit seinem Besuch, bei dem ich ihm nicht die Aufmerksamkeit entgegenbringen konnte, die er verdient hatte, haben wir keinen Kontakt mehr. Es ist wieder wie vor unserer Affäre. Wir gratulieren uns höchstens zum Geburstag. Würde ich allerdings erfahren, dass ihm etwas zugestoßen ist, würde meine Welt untergehen. Und würde ich erfahren, dass er eine neue Freundin hat, würde mir das ganz und gar nicht gefallen. Aber es steht mir nicht zu, mein Missgefallen auszudrücken. Denn ich war diejenige, die ihn enttäuscht hat. Und ich bin diejenige, die nicht an ein Happy End glaubt.

Trotzdem ist er mein Kryptonit und ich seins.

Ein weiterer Teufel und ein Fettnäpfchen

Es folgt gleich ein weiterer Beitrag. Ich hatte noch nicht alles zum Thema Mr Hashtag gesagt. 😉 Hier gehts zum ersten Beitrag von heute. Dort hatte ich geschrieben, dass ich das Thema „wohin-führt-das-alles“ aka DTR (=Define the Relationship) noch nicht angesprochen habe. Ich bin allerdings vor ein paar Tagen in ein kleines Fettnäpfchen getreten, von dem ich noch berichten möchte. 😀

Von Freitag auf Samstag war ich mal wieder bei Mr Hashtag übernacht. Wir hatten einen wunderschönen Freitagabend und gemütliches Ausschlafen, Kuscheln, Morgensex und leckeres Frühstück am Samstagmorgen. Spätestens zum Nachmittag wollte ich wieder an meiner WG sein, da meine neue Mitbewohnerin an dem Tag einziehen wollte. Wir fuhren also zusammen mit seinem BMW-Schlitten zu mir, halfen meiner Mitbewohnerin ein bisschen, machten nachmittags in meinem Stadtteil einen Pärchenspaziergang und gingen noch einkaufen für das Abendessen.

Mit den Helfern und Freunden meiner neuen Mitbewohnerin machten wir gemeinsam Pizza, tranken Bier und quatschten. Irgendwann ging es um ihre geplante Einweihungsfeier. „Für Phillipp müssen wir aber unbedingt ein paar Singlemädels einladen, ja?“, scherzte sie mit mir am Tisch in der Runde. Ich kannte ihren Kumpel Phillipp nicht und wusste auch nicht, ob ich an dem Tag ihrer Einweihungsfeier überhaupt noch da sein würde, aber ging darauf ein: „na klar, kriegen wir sicher hin!“. Dann fiel mir ein: „oh aber, in meinem Freundeskreis könnte das schwierig werden. Die sind alle schon vergeben… Ich bin – äh, war – ähhh bin – das letzte Singlemädel bei uns…“

Uuups. Was hatte ich da gerade gesagt? Den Blick zu Mr Hashtag wollte ich nicht riskieren. Ich lachte nur nervös, meine neue Mitbewohnerin lachte mit und wechselte zum Glück schnell und geschickt das Thema. Sie kannte Mr Hashtag selbst erst seit heute und hatte keine Ahnung von ihm und mir. Somit hatte sie zumindest auch nicht viel mehr Ahnung als wir voneinander. 😀

Das Thema kam nicht mehr auf den Tisch. Weder beim Pizza essen noch bei Mr Hashtag und mir. Aber somit ist diese ganze Sache immer noch unausgesprochen.

Einerseits würde ich gerne warten, bis er es anspricht. Andererseits halte ich es selbst nicht mehr lange aus. Ich muss meinen Standpunkt rüber bringen, was das Auslandssemester angeht. Ich möchte keine frische Beziehung haben, wenn ich vier Monate auf einem Erasmus-Auslandssemester bin. Nicht, weil ich da vorhätte rumzuvögeln. Wohl aber, weil ich da meinen Spaß haben möchte, gerne flirte, viel erleben und nicht viel an Zuhause denken möchte. Ich möchte nicht an etwas gebunden sein, von dem ich nicht weiß, ob es die Gedanken wert sind. Auch Mr Hashtag kann ja in der Zeit jemanden kennen lernen mit dem er vielleicht glücklicher wird, als er es je hätte mit mir sein können. Das weiß man nach zwei Monaten daten einfach nicht.

Bis ich fliege würde ich gerne die schöne Zeit mit ihm genießen, ohne mir Gedanken über die Zukunft machen zu müssen. Die Frage ist nur, ob er es auch so sieht. Deshalb muss es wohl irgendwann angesprochen werden. Allerdings merke ich immer mehr, dass diese ganze Kennenlernphase umso spannender ist, wenn man nichts anspricht. Trotzdem. Spätestens in 14 Tagen wird was passieren. Dann geht mein Flug.

Im letzten Beitrag habe ich schon geschrieben: ich würde ihm gerne versichern können, dass wir im Januar so weitermachen können, wie wir es zur Zeit tun. Aber Januar? Ein weiterer Teufel sitzt mir im Nacken. Immer noch. Schon seit viel zu vielen Monaten. Im Januar könnte ich Mr Regisseur wieder sehen… Wie ich auf ihn reagiere kann ich nicht sagen. Aber vermutlich würde ich jeden anderen Kerl stehen und liegen lassen für ein weiteres Date mit ihm. Diese verfluchten Teufel in meinem Kopf.

 

Das Teufelchen an der Oberfläche

Eigentlich wollte ich schon vor zwei Stunden anfangen mit Lernen. Andererseits wollte ich diesen Blogeintrag schon vor einer Woche schreiben. Also was hat eine höhere Priorität? 😉

Ich sags nur allzu gerne nochmal: Prokrastination kann ich. 😀

Es geht immer noch im Mr Hashtag. Es ist so viel passiert, dass ich nicht mehr umher komme, endlich mal wieder was nieder zu schreiben. Also eigentlich ist viel passiert – es lässt sich aber auch kurz fassen: mittlerweile haben wir uns schon sehr viele Male getroffen. Meine Regel, ihn nur einen Tag pro Woche zu treffen, habe ich gebrochen. Ich genieße es einfach zu sehr. Die Aufmerksamkeit, das Gekuschel, die verliebten Blicke. Das Gefühl, eine Beziehung zu haben. Wir haben aber keine. Also wenn es nach mir ginge, würde ich es jedenfalls nicht so benennen. Seit meinem letzten Eintrag zu diesem Thema habe ich es immer noch nicht geschafft, mit ihm darüber zu sprechen, wohin das Ganze hinführen soll. Oder besser gesagt, dass es nirgends hinführen kann, weil ich (nun mittlerweile) in zwei Wochen schon weg bin. Ich werde vier Monate in Finnland und danach einen Monat noch in Bayern sein. Das weiß er. Aber ich weiß nicht, ob ihm bewusst ist, dass wir jetzt keine Beziehung eingehen können.

… Oder ob ich es jemals mit ihm könnte.

Ich genieße zwar die Zeit mit ihm, die Aufmerksamkeit, das Gekuschel, die verliebten Blicke. Aber ich selbst bin nicht verliebt in ihn. Ich habe mich die letzten Wochen oft gefragt, woran es liegt. Alles scheint zu passen: seine Art, sein Humor, sein Geruch, unser Sex. Er kocht gut, er ist extrem sportlich, er fotografiert. Ich kann sogar darüber hinweg sehen, dass er nie studiert hat nach seinem Abi, sondern eine Ausbildung gemacht hat. Er hat damit komplett andere Lebenserfahrungen gemacht als ich sie gemacht habe. Sonst war es für mich immer ein wichtiger Grund, dass der potentielle Partner doch bitte auch Student sein sollte oder studiert haben sollte. Aber bei ihm finde ich es nicht schlimm. Es passt ja alles andere so wunderbar. Er macht alles richtig. Er schreibt mir täglich, er macht mir Komplimente, er gibt mir die Aufmerksamkeit, die ich brauche. Aber woran liegt es dann, dass ich mich nicht in ihn verliebe, obwohl er es unumstreitbar in mich ist?

Mich beschleicht das Gefühl, dass ich zu oberflächlich bin. Mr Hashtag ist sportlich, hat einen wunderbaren, musklösen Körper, genau die richtige Körpergröße für meine Größe – aber würde ich ihn im Club oder auf der Straße sehen, ich würde an ihm vorbei sehen. Er ist nicht mein Typ. Er hat ein einzigartiges Gesicht und ein bisschen abstehende Ohren. Sehen wir uns zu zweit, ist mir es egal, dass er nicht mein Typ ist. Aber vergleiche ich ihn mit anderen Männern, die ich bisher gedatet habe, fällt es mir auf, dass er im Ranking nicht sehr weit oben landet. Während ich das hier schreibe, hört es sich so furchtbar an. Ich will nicht so oberflächlich sein. Ich hab ihn wirklich sehr gerne und würde behaupten, es fehle mir nicht mehr viel zum verliebtsein. Aber ein kleiner oberflächlicher Teufel auf meiner Schulter flüstert mir zu: „verkauf dich nicht wieder unter Wert.“

Diese Worte hatte mein Mitbewohner vor einigen Monaten zu mir gesagt. Anscheinend sei ich eine attraktive Frau.Ich kann das schlecht beurteilen. Nach 25 Jahren gewöhnt man sich eben an den Menschen, der aus dem Spiegel auf einen zurück blickt. Ich mag mich selbst mittlerweile ganz gerne. Aber ich habe keine Ahnung wo ich in einem „Ranking“ stehen würde und muss wohl auf das Urteil und Komplimente anderer zurückgreifen. Und mein Mitbewohner, sowie mehrere aus meinem Umfeld fanden, dass ich mir ruhig hübschere Männer hätte aussuchen können.

Aber Mr Hashtag zählt da nicht unbedingt dazu. Nur – sollte das nicht egal sein? Es ist furchtbar, dass Menschen so viel Wert darauf legen, sich gegenseitig nach ihrem Aussehen zu bewerten. Was soll das denn? Es gibt so viel Wichtigeres, für das es sich lohnt, jemanden kennen zu lernen, befreundet zu sein, zu daten, zu lieben…

Und wie bringe ich nun diesen oberflächlichen Teufel auf meiner Schulter zum Schweigen? Das hat Mr Hashtag nicht verdient. Auch wenn ich erstmal keine Beziehung eingehen kann, würde ich ihm zumindest trotzdem gerne versichern können, dass ich mich freue, im Januar dort weiter zu machen, wo wir aufgehört haben. In fünf Monaten kann zwar viel passieren, aber es kann auch nichts passieren und Mr Hashtag und ich haben eine Chance. Wäre nur nicht dieser böse Teufel…

Widersprüche

Wer je behauptet hat, Frauen kann man nicht verstehen – der hat absolut Recht. 😉

Ich habe zwar gesagt „Er ist es nicht„, dennoch treffe ich mich weiter mit ihm. Er ist es immer noch nicht. Aber ich verbringe gerne Zeit mit ihm. Ich genieße es mal wieder, jemanden zu haben, der mich begehrt. Jemanden, der mir täglich guten Morgen und gute Nacht schreibt. Jemanden, der vor Freude ganz nervös ist, wenn er mich sieht. Jemanden, mit dem ich auf Dates gehen kann, so richtig pärchen-like. Jemanden, der meine Hand nimmt oder seinen Arm um mich legt beim Spazierengehen. Jemanden, den ich küssen kann, während er Spaghetti für uns kocht. Jemanden, an den ich mich bei gruseligen Filmen kuscheln kann.

Ich weiß, ich sollte mit ihm reden. Er weiß bereits, dass ich nicht mehr lange hier bin. Es sollte also doch glasklar sein, dass da nichts mehr sein kann, wenn ich in einem Monat weg bin. Für mich ist es das zu mindest. Aber damit ich mir sicher sein kann, dass wir auf der gleichen Ebene sind, sollte ich es ansprechen.

Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Vielleicht sind wir ja noch auf der gleichen Gefühlsebene. Ist eine Aussage wie „du sorgst für Chaos in meinem Kopf“ ein eindeutiges Zeichen, dass bei ihm mehr Gefühle im Spiel sind? Oder ist es einfach eine Floskel? Ist der Satz „du bist wunderschön“ vor dem ersten Sex einfach ein wunderbares Kompliment? Oder steckt mehr Interesse dahinter?

Beim nächsten Treffen spreche ich es an. Versprochen.

Zum Schluss noch eine Anregung. Meine Mitbewohnerin stellte mir die Killerfrage: „Angenommen du wärst in einem Monat nicht weg … Wärst du jetzt in dieser Position?

Tja, wäre ich? Hätte ich ihn ein viertes Mal getroffen? Hätte ich mit ihm geschlafen? Würde ich ihm noch schreiben? Würde ich mich noch jedes Mal freuen, eine Nachricht von ihm zu bekommen?

Ich denke ja. Aber ich würde trotzdem denken, dass er es nicht ist. Ich fühle mich so egoistisch. Und so widersprüchlich.

Und nun noch ein allerletzter Gedanke: fühlte es sich damals genauso für Mr Regisseur an? Der sich mehrmals mit mir getroffen hat und wir beide eindeutig Interesse aneinander hatten – er aber dann auch fort musste? Will mir das Schicksal damit irgendwas sagen?

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Leider ein gutes Date

Und direkt kommt ein weiterer brandaktueller Tagebucheintrag. Es geht um mein Tinderdate mit Mr Hashtag gestern. Nachdem wir wochenlang geschrieben hatten ohne uns treffen zu können, hatte ich Angst, dass ich zu hohe Erwartungen entwickeln könnte und er mir dann nicht gefallen könnte.

Endlich fanden wir aber einen Termin für ein Date und direkt vorweg: es war ein richtig guter Abend. 🙂 Leider. – Wieso leider? Da komme ich gleich dazu.

Ich denke nicht, dass ich trotz allen Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten zu hohe Erwartungen entwickelt habe. Eher fand ich es merkwürdig, da wir uns ja nicht kannten und habe ich mich gewundert, dass er das komplett durchzieht. Zwischendurch war ich auch genervt. Ich wollte keine Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten von irgendwem. Ich kenne ich ihn ja nicht. Was berechtigt ihn, mir die zu schreiben? Ein paar Stunden vor dem Date rechnete ich eher mit einem Reinfall und überlegte, wie ich am besten aus der Sache rauskomme, wenn es nicht passt. Als ich begann mich fertig zu machen und die Outfit-Frage anstand, wurde ich etwas nervös. Was war denn jetzt los?

Ich war von mir selbst genervt, dass ich nervös war. Ich stieg trotz allem in den Bus und fuhr zum Treffpunkt. Wir hatten geplant ein Eis essen zu gehen, ein bisschen spazieren und eventuell Fotos machen, da er auch eine schöne Spiegelreflexkamera hatte (das Nachfolgermodell von meiner).

Er hatte mich dann wohl von Weitem kommen sehen und stieg, kurz bevor ich da war, aus seinem Auto aus. Hm ja, er sieht aus wie auf seinen Fotos. Ein sympatisches Gesicht, man konnte sehen, dass er Wassersport betrieb (Muskeln! 😀 ) und die Größe passte wunderbar.

Ooookay – jetzt war meine sich vergrößernde Nervösität gerechtfertigt. Und das nervte mich noch mehr. Denn wenn ich nervös bin, labere ich nur Quatsch und bin tollpatschig wie sonst was. Ich hoffe, das fiel ihm nicht zu sehr auf. Eher fiel ihm direkt auf, dass ich typisch bayrisch mein „R“ rolle (was ich übrigens seit den fünf Jahren außerhalb Bayerns immer noch nicht wegbekommen habe). Ständig neckte er mich damit. Dafür hatte er auch einen ortstypischen Dialekt – damit hatte ich wenigstens etwas, womit ich zurück necken konnte.

Wir liefen also zur Eisdiele (ich verlief mich dabei gefühlte zehn mal) und unterhielten uns. Er konnte sehr viel reden, was mich aber nicht störte, da er zwischendurch auch einige Fragen stellte. Und irgendwie gefiel es mir, wenn er redete.

Wir redeten über alles Mögliche, allerdings nichts „Tiefsinniges“, wie ich es ganz gerne tue. Dabei lernt man den Menschen einfach am besten kennen. Aber es hätte zu unserem „Spätnachmittags-Eis-Date“ nicht gepasst. So erfuhr ich leider auch nichts über seine bisherigen Beziehungserfahrungen oder nach was er aktuell suche. Das muss ich wohl bei der nächsten Gelegenheit noch abchecken.

Nach unserem Eis, zu dem er mich sehr charmant einlud, liefen wir die typische Touristen-Strecke, die eine sehr schöne Seite meiner Unistadt zeigt. Er hatte noch Lust auf ein Feierabendbier und steuerte einen Kiosk an. Dieses Mal lud ich ihn spontan ein und wir setzen unseren Spaziergang fort. Dabei entdeckten wir ein paar coole Orte, an denen man Fotos machen konnte. Davon verstand er auf jeden Fall eine Menge. Was mich sehr beeindruckte.

Als wir schon Richtung Rückweg liefen, kamen wir an einer gemütlichen Kneipe vorbei und setzen uns mit einer Limo nach draußen. So nebeneinander vor der untergehenden Sonne, der kühlen Limo in der Hand und die Beine sich schon berührend, hätte ich ihn in dem Moment gerne geküsst. Tat ich natürlich nicht, denn ich spiele ja lieber die Gejagte. 😉 Er tat es aber leider auch nicht. Naja, vielleicht war es auch vernünftiger so.

Am liebsten hätte ich das Date nach der Kneipe beendet. Es war zwar richtig schön und ich fand ihn toll, aber irgendwie war ich müde, hatte schon seit meinem Mittagessen an der Uni-Mensa Bauchkrämpfe und wollte zurück. Er hatte aber noch Hunger, also teilten wir uns Pizzabrötchen und Kartoffelecken bevor wir dann endlich zu seinem Auto liefen. Er bot an, mich zurück zu fahren und ich erzählte ihm während der Fahrt von unserer schönen Aussicht auf die beleuchtete Uni. Die wollte er noch fotografieren, also wurde der Abend noch weiter in die Länge gezogen. Da wir dann eh schon an meiner WG waren, konnte ich ihm ja noch kurz eine Wohnungsführung geben.

Währenddessen bemerkte ich, dass er gar nicht mehr so gesprächig war wie bisher. Ich fragte, ob er schon müde wurde. Er meinte, er hätte von dem Essen gerade irgendwie Bauchkrämpfe bekommen. Ich erzählte ihm nicht, dass ich schon den ganzen Tag welche hatte. Man sah merklich, dass es ihm schlecht ging. Ich fragte ihn, ob er gerne einen Tee hätte oder ob ich ihn zum Auto zurück bringen sollte. Er entschied sich dafür, den Abend zu beenden und ich war innerlich zwar froh darüber, aber hätte mir natürlich gewünscht, dass es ihm nicht so schlecht ging. Wir umarmten uns ganz normal zum Abschied.

Als ich mir heute morgen allerdings den Abschied nochmal durch den Kopf habe gehen lassen, bemerkte ich, dass er vielleicht doch nicht ganz „normal“ gewesen war. Vielleicht war es Einbildung, aber ich glaube die Umarmung hatte eine Sekunde länger gedauert als üblich. 😀 – Aber vermutlich interpretiere ich da wieder nur was hinein.

Er hatte mir im Laufe des Abend erzählt, dass er am nächsten Tag nochmal kurz in meine Unistadt wegen seiner Arbeit fahren musste und wir uns ja auf einen Kaffee treffen konnten. Ich wusste nicht, ob das Angebot noch aktuell war und sagte zur Verabschiedung, er könne sich ja melden. Ich war dabei selbst sehr gespannt, ob er sich melden würde.

Und er meldete sich. 🙂 Wie es sich gehört, nachdem er zuhause angekommen war. Und am nächsten Morgen auch nochmal. Das Angebot stand noch und ich überlegte sehr lange, ob ich mir die Mühe machen sollte meinen Vormittagsplan umzuwerfen um ihn auf einen Kaffee zu treffen. Mir wäre das allerdings wirklich zu stressig geworden. Und andererseits ist es vielleicht auch besser, nicht immer verfügbar zu sein… Ich bot an, das nächste Treffen zu verschieben. Er ist ja unter der Woche eh immer in meiner Stadt.

Und man erkennt schon: ich mache mir mal wieder viel zu viele Gedanken. Deshalb das „leider“. Leider war es ein schönes Date. Leider gefiel er mir gut. Leider habe ich Interesse an ihm. Leider warte ich jetzt immer sehnsüchtig auf eine Antwort von ihm. Und leider werde ich es so vermutlich wieder verkacken.

Also wer lesen möchte, wie ich es wieder verkacke: einfach die nächsten Wochen dran bleiben. Wir werden sehen. Stay tuned.

Langersehntes Update

So, ich habe aus meinem Fehler gelernt: ich sollte keine Versprechen machen, die ich nicht halten kann.

Das hört sich dramatischer an, als es ist. Es geht mir darum, dass ich in meinem letzten Beitrag angekündigt hatte, dass ich so viel zu berichten habe. Und jetzt habe ich über zwei Wochen nichts mehr geschrieben. Ich hasse solche Menschen, die einen auf etwas heiß machen und dann passiert nichts. Furchtbar sind die. Furchtbar bin ich. 😀

Aber bitte entschuldigt, liebe Tagebuch-Mitleser, ich bin echt eingespannt in meinem Uni Kram. Fast täglich sitze ich noch bis 22 Uhr an meiner Seminarabeit. Die Tage zur Zeit sind anstrengend. Morgens erlaube ich es mir zwar immer noch eher gemütlich aufzustehen, mache meinen Sport und setze mich gegen 10 Uhr an das erste Fach. Das lerne ich, bis es Mittagessen gibt. Zum Glück habe ich hier zur Zeit einen kleinen Luxus: ich bin bei meinen Eltern und kann mich etwas verwöhnen lassen. Das ungemütliche und zeitaufwendige Haushaltszeug fällt weg: kochen, einkaufen, putzen…

Nach dem Mittagessen geht es weiter mit dem zweiten Fach. Die beiden Klausuren habe ich Ende März an direkt aufeinanderfolgenden Tagen. Wie ich sowas hasse. Gegen Abend setze ich mich dann an den PC zum schreiben. Leider nicht Tagebuch sondern eben die Seminararbeit. Am 31.3. ist aber endlich das schlimme Semester zuende. Ab dann kann ich alles an Tagebucheinträgen nachholen!

So sieht mein Alltag seit zwei Wochen aus. Also passiert wirklich nicht viel. Höchstens online: weil die Informationen angefordert wurden, und weil es wirklich das Interessanteste ist derzeit, hier ein kurzes Update über „meine Männer“. 😉

Nachdem ich Mr Tiefsinnig gefragt hatte, ob wir es schaffen uns nochmal zu treffen bevor ich in meine Heimat fahre, hat er sich nicht mehr gemeldet. Da-damm. Da zeigt man als Frau mal Interesse – dann meldet sich der Kerl nicht mehr. Wie gewohnt. Er liked aber noch meine Instagram-Fotos. Was ist eigentlich los mit den Kerlen heutzutage? Ich hatte Mr Tiefsinnig sogar vor ein paar Tagen nochmal beiläufig geschrieben. Es kam keine Antwort. Naja, soll mir egal sein.

Denn jetzt meldet sich Mr Regisseur ja wieder! Hach, ich werde ihn wohl nie los. Zum Glück. Oder nicht. Ach mann, ich weiß nicht, was mir lieber ist: dass er sich nicht meldet, damit ich ihn endlich vergessen kann. Oder dass er sich meldet, und mir sogar ständig Komplimente macht.

Sogar das hier schrieb er, wortwörtlich: „ich vermiss die Zeit ein bisschen. Mit Klettern und so. Das war cool.

Oh. Mein. Gott. Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr ich über diese Aussage ausgeflippt bin. Damit man es mir auch glaubt, hier als Screenshot:

Er hat es tatsächlich so geschrieben! „Und so“ !! Vergesst das Klettern, ich weiß doch, was er mit „und so“ meint. 😉

Oh je, ich fühle mich wirklich wie eine kleine Teenagerin, die das erste mal mit ihrem Schwarm gesprochen hat. Was macht der Kerl nur mit mir? Genau aus diesem Grund will ich ihn aus meinem Kopf verbannen. Aber das ging die letzten vier Monate nicht und geht schon garnicht, wenn er ständig wieder so präsent ist. Dabei kommt er erst in zwei Monaten von seiner Reise zurück. Das ist nicht fair von ihm, mir so zu schreiben. Vermutlich testet er auch damit nur, ob ich immer noch Interesse habe.

Ich sollte mich einfach für die Komplimente bedanken mich darauf freuen, dass wir uns sehen wenn er wieder da ist. Und auch dann nichts erwarten. Keine Vorstellungen und Wünsche. Nur das wird der schwierige Teil. Ich werde es schon verkacken. So wie ich es immer verkacke, wenn mir ein Kerl gefällt. Ja wohl, das kann ich gut.

Bestimmt ist es aber so eh das Beste. Denn zwischen ihm und mir kann es nichts werden. Nicht nur, dass er durch seinen Job ständig unterwegs ist, sondern auch, weil ich nicht mehr lange in Deutschland bin. Denn – und jetzt kommt das, was ich in meinem letzten Beitrag angekündigt habe: die großen Neuigkeiten. Ich habe eine Zusage für ein Auslandssemester in Finnland bekommen! 🙂 Darüber schreibe ich aber nochmal in einem extra Beitrag. Hier geht es noch darum, dass ich mir endlich das mit Mr Regisseur ausreden muss.

Oh Gott, wie alt bin ich eigentlich? 14? Ich wünschte, ich könnte in Hinsicht meiner Emotionen gegenüber Männern endlich erwachsen werden…