Hallo 2018!

Nachdem ich das alte Jahr verabschiedet habe, sage ich nun Hallo zu 2018! Reingefeiert habe ich mit meinen liebsten Menschen der Welt und von meinem wunderbaren Freund habe ich um Mitternacht natürlich einen dicken Schmatzer bekommen.

Was dieses Jahr so alles anstehen wird, habe ich mir ganz untypisch noch keine Gedanken gemacht. Passiert das so, wenn man älter und weiser wird…? 😉

Naja, um meiner Planungswut und meinem außerordentlich ausgeprägten Ordnungssinn gerecht zu werden, möchte ich in diesem Tagebucheintrag festhalten, auf was ich mich in diesem Jahr alles gefasst machen muss.

Ganz meiner Persönlichkeit zutrotz, werde ich mir in diesem Jahr keine Ziele setzen oder Vorsätze vornehmen. Jedenfalls werde ich mich nicht mit solchen Nichtigkeiten wie im letzten Jahr abgeben. 😉

Denn in diesem Jahr steht Großes an! Ich werde, nach sechs wunderbaren und erfahrungsreichen Jahren, mein Studium abschließen und mich mit einem Mastertitel schmücken können. Ich würde gerne schreiben, dass ich das Studieren vermissen werde, aber mir scheint es der falsche Ausdruck zu sein. Ich werde mit Freude und vielleicht ein bisschen Wehmut an die tolle Zeit zurückdenken. Ich bereue ganz und gar nicht, dass ich mich damals nach dem Bachelor (sehr spontan) für weitere zwei, drei Jahre zur Uni verpflichtet habe. Ich habe mich noch nicht bereit gefühlt in die Welt hinaus geschmissen zu werden. Jetzt aber bin ich es. Ich freue mich auf die Zukunft. Auf den Job, den ich finden und die neuen Erfahrungen, die ich machen werde. Außerdem wird es endlich mal Zeit zu zeigen, ob sich die letzten sechs Jahre gelohnt haben um dafür angemessenes Geld zu erhalten. 😉

Bis es soweit ist, werde ich allerdings mein letztes Jahr als Studentin genießen. Nächste Woche fahre ich endlich wieder in meine Unistadt. Ich freue mich, meine WG und meine lieben Freunde alle wiederzusehen. Im Februar stehen meine letzten zwei Klausuren an. Die kommenden Wochen werden sicher stressig, aber ich gebe nochmal mein Bestes. Und danach nehme ich jede Party mit!

Ein paar Mini-Schritte in meiner Beziehung stehen auch an. Meine Zwischenmieterin wohnt noch bis Mitte Februar in meinem WG-Zimmer, also muss ich ausweichen: ich werde für drei Wochen zu meinem Freund ziehen. Aber nachdem wir schon 13 Tage ohne jegliche Probleme „aufeinander gehockt“ waren, als er mich nach Weihnachten besuchte, glaube ich, wir meistern auch dieses kurze Zusammenziehen und den Alltag wunderbar. Ich werde außerdem seine Eltern und Freunde kennen lernen. Meine Eltern und meinen Freundeskreis hat er ja schon mit seinem Charme verzaubert. Ich hoffe, bei mir läuft es auch so gut.

Zurück zum Thema Uni: nach den Klausuren und bevor ich mein Studium abschließen kann, kommt natürlich noch der Endgegner – die Masterthesis. Einen Platz an meinem Wunschlehrstuhl habe ich glücklicherweise schon. Mein Betreuer ist Professor und Lehrstuhlinhaber und soll recht gute Noten vergeben. Meine erste Sprechstunde habe ich erst in vier Wochen, aber irgendwie bin ich schon etwas aufgeregt. Ich weiß bisher nur, dass ich zum Thema „Innovationsmarketing“ schreiben möchte. Eine speziellere Fragestellung habe ich mir noch nicht überlegt und hoffe ich kann mit meinem Betreuer etwas brainstormen.

Wenn alles nach Plan läuft kann ich meine Masterthesis Ende Juli abgeben. Leider werde ich zum Studiumszeugnis nicht mehr die Gesamtnote erreichen können, die ich mir zu Beginn gewünscht hätte. Der Master ist mir schwerer gefallen, als ich dachte und meine Mitstudenten waren in den Klausuren einfach besser. Wenn ich die mir aktuell noch fehlenden Noten realistsisch schätze, erreiche ich keinen Schnitt mehr über 2,1 – während meine Kommilitonen alle mit einem Einser-Schnitt glänzen. Das bereitet mir ein bisschen Sorgen, da Jobs im Marketing beliebt sind und man folglich, um seinen Traumjob zu ergattern, gut sein muss. Aber ich hoffe, ich kann wenigstens mit meinen Praktika, Auslandserfahrungen und meiner sympatischen Art aus der Masse hervorstechen. 😉 Während ich an meiner Thesis schreibe werde ich gleichzeitig jedenfalls eine Flut an Bewerbungen nach ganz Deutschland herausschicken. Das wird schon irgendwie klappen.

Sobald ich also meine Thesis geschrieben und (m)einen (Traum)job sicher habe, geht es an meine (wahrscheinlich vorerst letzte) längere Reise. Ich habe es bereits schon mal geschrieben und der Gedanke kristallizierte sich die letzten Wochen immer mehr und mehr heraus, bis daraus ein konkreter Reiseplan wurde: ich möchte einen USA-Trip machen. Er soll 11 Wochen andauern, mitte August geht es los. Ende Oktober komme ich zurück um dann Anfang November mit dem Ernst des Lebens zu beginnen. Die ersten paar Wochen in den USA soll mich mein Freund begleiten (er hat noch nicht konkret zugesagt, aber er klang sehr begeistert) und die letzten ein bis zwei Wochen werde ich Mr Regisseur in LA besuchen. Dazwischen bin ich alleine, aber ich war schon oft genug alleine reisen, sodass es für mich kein Problem sein sollte. Aufgeregt deswegen bin ich natürlich trotzdem. Und ich mache mir ein paar Sorgen, ob mein Budget reichen wird. Aber wenn nicht, dann fliege ich eben früher zurück. Die Erfahrung war es dann auch wert. 🙂 Den Flug habe ich noch nicht gebucht – aber so klar, wie sich mein Plan kristalliziert hat, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich es durchziehe.

Und damit wären wir auch schon am Ende meiner Vorstellungskraft für die Zukunft. Ich bin ja schließlich keine Wahrsagerin. 😉 Was ab November passiert, wenn ich anfange zu arbeiten, kann ich nicht sagen. – Aber verdammt, ich freue mich aber schon auf dieses Jahr! Hallo 2018!

 

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Der Norden

Tja. Respekt an alle Reiseblogger und Blogger, die es schaffen unterwegs Beiträge zu schreiben! Ich bin jetzt seit 17 Tagen in Finnland. Noch vor meinem Abflug habe mir vorgenommen, endlich mit meinen Erlebnissen aufzuholen und sie niederzuschreiben. Schließlich wollte ich noch über das Festival berichten, über meinen Geburtstag, über meine Vorbereitungen für mein Auslandsemester und auch natürlich über Mr Hashtag. Auch vergangene Woche hätte ich zwischendurch sicher mal Zeit gefunden um schnell was abzutippen. Schließlich hatte ich ja auch Zeit, immer mal wieder die Blogeinträge unserer kleinen „Blog Community“ zu lesen (wie ihr sicher an meinen Likes gemerkt habt. 😉)

Gerade sitze ich im Bus und nehme mir einfach die paar Minuten für ein ganz kurzes Update mit dem Versprechen auf ein paar längere Beiträge in den nächsten Wochen. So viel habe ich hier in meiner neuen Unistadt nämlich gar nicht zu tun.

Aber kurz von vorne – der Vollständigkeit halber: ich bin gut angekommen. Den kurzen Flug und die ersten Tage habe ich mit meiner besten Freundin auf Reisen verbracht. Vor knapp zwei Wochen bin ich dann in meine kleine aber schöne zukünftige Unistadt im Westen Finnlands gezogen. Die Leute, Finnen sowie Austauschstudenten, sind super. Ein bisschen nagt es immer mal wieder am Selbstbewusstsein, hier eine der älteren zu sein. Die Mehrzahl der Studenten sind im Bachelor. Aber ich rede mir einfach ein, wir Masterstudenten sind die weisen Erfahrenen. 😉 Uni habe ich kaum. An vier Tagen die Woche maximal drei Stunden am Tag. Den Rest des Tages verbringe ich mit Sport, lesen, chillen oder wir Austauschstudenten machen irgendwas Cooles zusammen. Letzteres hat meistens was mit Alkohol zu tun. Der ist nämlich, wenn man weiß wie, gar nicht mal so teuer hier.

Es tut wirklich unglaublich gut, einfach mal nichts zu tun zu haben, nach den letzten stressigen 1,5 Jahren im Master.

Viel mehr habe ich jetzt erstmal nicht zu sagen. Dieses Wochenende fahre ich zu meiner besten Freundin ein paar Busstunden nördlich meiner Unistadt. Sie macht dort ihr komplettes Masterstudium und ist hier mit ihrem finnischen Freund zusammengezogen. (Darüber hatte ich hier kurz berichtet). Jetzt genieße ich mal noch ein bisschen dir schöne finnische Natur, die an meinem Fenster vorbei fährt.

Literarisch unbrauchbar

Eigentlich hätte ich heute mal wieder ins Fitnessstudio gehen sollen. Ich war schon seit bald zwei Wochen nicht mehr.

Eigentlich sollte ich gerade an meiner Seminararbeit schreiben. Am Freitag in einer Woche ist die Abgabe und ich habe genau Null Seiten bisher geschrieben.

Eigentlich sollte ich heute anfangen für meine Klausur zu lernen.

Eigentlich müsste ich für das Start-Up, bei dem ich mitarbeite, einen kleinen Artikel schreiben.

Und eigentlich müsste ich duschen.

Stattdessen sitze ich hier, bin müde und überlege, ob ich meine Abendpläne auch absage. Nicht, weil ich irgendwie schlecht gelaunt wäre. Mir geht es wunderbar. Aber so eine „Irgendwie-Beziehung“ ist ganz schön zeitintensiv. Die Zeit habe ich nicht.

Mr Hashtag war gestern bei mir. Es war mal wieder ein toller Abend. Wir haben zusammen gekocht, Eis gegessen, einen Film geguckt, gekuschelt, Sex gehabt. Als wir uns dann schlafen legen wollten, waren wir beide nicht mehr müde und haben noch lange gequatscht. Endlich bekam ich die Gelegenheit ihn ein bisschen zu seiner „Beziehungsvergangenheit“ auszufragen. Er hatte bisher zwei ernste lange Beziehungen. Klang alles akzeptabel. Er hat es sehr sachlich erzählt. Außerdem kenne ich jetzt seine Lieblingsfarbe und sein Lieblingsessen und dass er nur Gemüse nur mit Buttersoße mag.

Irgendwann konnten wir doch einschlafen. Ich schlafe allerdings immer noch ziemlich schlecht mit einer zweiten Person im Bett. Er auch. Am nächsten Morgen, also heute, lagen wir noch ziemlich lange im Bett, massierten uns gegenseitig, hatten nochmal Sex und frühstückten dann ausgiebig zusammen mit meinem Mitbewohner und seiner Freundin. Danach wollte er gehen, aber irgendwie landeten wir nochmal kuschelnd in meinem Bett. Er konnte sich einfach nicht losreißen. Und ich wollte auch nicht, dass er geht. Es war einfach zu schön in seinen Armen zu liegen.

Und jetzt denke ich mir, dass dieser halbe Tag einfach vertrödelt war. Ich hab so viel zu tun. Verschwendet war der Vormittag nicht. Ich hab ihn sehr gerne. Ich fühle mich wohl in seinen Armen. Aber was soll das Ganze eigentlich? Ich kann es genießen so lange er da ist. Und danach überfällt mich das Stressgefühl, weil ich stattdessen so viel hätte tun können und müssen. Ich brauche einen Tag, der mindestens 30 Stunden hat. Oder einen Zeitumkehrer.

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Aus dieser Zeitnot tippe ich diesen unorganisierten Tagebucheintrag herunter….

Was es noch von den letzten Tagen zu erwähnen gibt:

Mein Arbeitskollege hat mir letzte Woche gestanden, dass er auf mich steht. Wir kennen uns seit etwas mehr als ein Jahr. Er ist ein sehr guter Freund geworden in der Zeit. Seit neun Jahren ist er in einer Beziehung. Seit zwei Jahren wohnt er mit seiner Freundin zusammen. Dass er auf mich steht, hatte ich allerdings schon seit Längerem vermutet. Woher? Keine Ahnung. Das merkt man einfach. Vielleicht weil er jedes Mal so komisch reagierte, wenn er erfuhr, dass ich jemand Neues kennengelernt habe. Aber trotzdem war es eine ziemlich krasse Sache, als er am Donnerstag nach unserem wöchentlichen Lunchdate damit herausrückte. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Dass es nicht geht, war ja klar. Ich stehe nicht auf ihn (was ich ihm nicht so direkt gesagt habe) und sehe ihn nur als guten Freund. Ich glaube, ich habe mehrmals gesagt, dass ich hoffe, diese Sache würde unserer Freundschaft nun in Zukunft nicht im Weg stehen. Als ich nach dem Gespräch zuhause war, habe ich ihm noch eine längere Nachricht geschrieben und es nochmal betont. Seine Antwort war beschwichtigend. Ich hoffe, es bleibt alles, so wie es bisher war.

Eine zweite Sache, die ich jetzt noch schnell erwähnen möchte, bevor ich doch endlich unter die Dusche springe, ist: In ein paar Tagen bin ich auf meinem zweiten Festival. Nachdem ich seit letztem Jahr keine Festival-Jungfrau mehr bin, weiß ich ja, was mich erwartet. Dieses Festival war zwar unglaublich teuer und ich musste mir außerdem ein eigenes Zelt kaufen. Ich fahre mit einer Kommilitonin und ihrem Bruder. Vor Ort schließen wir uns zusammen mit einer weiteren Freundin von mir und ihrer Gruppe. Also alles Menschen, die ich nicht sooo gut kenne. Aber das wird sicher trotzdem toll.

So. Jetzt habe ich alle Gedanken aus meinem Kopf auf Papier (bzw. auf die Tastatur) gebracht. Ich hoffe, jetzt kann ich (nach meiner Dusche) noch ein bisschen produktiv sein.

Was für ein chaotischer, literarisch unbrauchbarer Eintrag. Es freut mich, dass ich diese fünf Minuten eures Lebens verschwenden durfte. Gern geschehen. 😉

Party ohne Ende – Teil 2: Picknick in der Küche

Hier gehts zu Party Ohne Ende – Teil 1: Wonderland im Garten.

Wie am Ende von Teil 1 erwähnt: meine Partygeschichte endet noch nicht zum Ende unserer großen WG-Party. Für den darauffolgenden Dienstag war dann die größte Uniparty des Jahres angesetzt. DIE Party, die man sich nicht entgehen lassen kann. DIE Party, auf die man sich das ganze Jahr über freut. DIE Party, auf die jeder – wirklich jeder – Student sein wird. Sie findet auch nachmittags und im Freien, vor der Fläche der Studentenwohnheime statt. – Die besten Parties sind wohl nachmittags und im Freien, oder? 😉

Ich nahm mir allerdings vor,IMG-20170620-WA0011 dass ich nicht mehr so viel trinken würde, da ich es am Samstag so übertrieben hatte. Und wenn ich es mit diesen Worten schon einleite: natürlich konnte ich meinen Vorsatz nicht halten. Spätestens, nachdem ich meine Kommilitonen auf einer Picknickdecke antraf, in deren Mitte mallorca-style einen Eimer Sangria mit langen Strohhalmen thronte, hätte ich Schlimmes ahnen können. „Dieser Eimer muss bis zum Ende des Abends leer sein!“ – schrie meine Kommilitonin immer wieder und kippte immer wieder Sangria und Weißwein nach. Der Eimer enthielt auch Früchte und Eiswürfel, was es bei der Hitze des Dienstags noch angenehmer machte, ständig daraus zu schlürfen. Dazu brachte meine Freundin drei Flaschen Sekt mit und der Abend nahm seinen Lauf.

Die Party ging lang. Und ein Problem, wenn man in uninähe öfter tindert und datet: man sieht sie alle wieder. Natürlich waren alle auf dieser Party. Mr Gemüselasagne, Mr Höflich und Mr Gryffindor. Als Mr Tiefsinnig auftauchte, wusste ich, wo (oder besser gesagt „mit wem“) ich am Abend enden würde. Meine besagten Kommilitonen hatte ihre Picknickdecken nur ein paar Meter neben Mr Gemüselasagne aufgeschlagen. Ich war sehr in Versuchung, zu ihm zu gehen und Hallo zu sagen. Zum Glück hielt mich meine gute Freundin davon ab. Ich war eh schon wieder zu angetrunken. SCHON WIEDER! Mann! Mit Mr Höflich hatte ich eh nix mehr zu tun, der war mir also egal. Aber als ich Mr Gryffindor von Weitem erspähte, und er mir sogar am nachmittag eine Whatsapp-Nachricht geschrieben hatte, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich drängte (per Whatsapp), dass er zu unserer Decke kommen sollte. Wir verpassten uns wohl ständig, da ich (natürlich dank der vielen Flüssigkeit) ständig auf die Toilette musste, und er wohl auch ständig Leute traf und wieder weg rannte. Irgendwann hatten wir uns aber beide an der Picknickdecke eingefunden.

Ich erfuhr schnell, dass er wieder mit seiner Ex-Freundin zusammen war. Ha! Ich hatte es schon vermutet! Sonst hätte dieses zweite Date doch wohl geklappt! Anscheinend traten er und sie kurz nach unserem ersten Date wieder in Kontakt. Ich fand das völlig in Ordnung. Mr Gryffindor war süß und ich freute mich einfach für ihn, dass es mit seiner Exfreundin wieder klappte. Wie gesagt, ich bin gerade glücklich, wie mein Leben verläuft. Da gönne ich anderen gerne ihr Glück und ich hoffe, dass Mr Gryffindor und ich in Kontakt bleiben und uns freundschaftlich treffen können.

Als es Zeit war aufzubrechen, bekamen meine Freundin undIMG-20170620-WA0022b meine beiden Mitbewohner, die sich auch bei uns an der Decke herumtrieben (so ein Malle-Eimer verbindet!) Hunger. Einer der beiden Mitbewohner ist ein großer Hobbykoch und bot an, uns Bruscetta bei uns in der WG zu machen. Da wir unseren Küchentisch aber noch wegen der Party auf der Terrasse stehen hatten, nahmen wir die Picknickdecke und breiteten sie auf dem Küchenboden aus. Ich schrieb Mr Tiefsinnig, wo er denn abgeblieben war und lud ihn ein, sich uns bei unserem Picknick in der Küche anzuschließen. Natürlich hoffte ich auf mehr und das wusste er auch. Nachdem wir die viel zu kleine Menge Bruscetta vernichtet hatten, hatten wir zwar alle noch Hunger, aber niemand war noch aktiv genug, um kochen zu wollen. Die Übriggebliebenen verkrümelten sich und Mr Tiefsinnig und ich überlegten kurz, ob wir die leere Küche nutzen wollten. Das konnten wir unseren Mitbewohnern aber nicht antun und verzogen uns (nach dem Zähneputzen) in mein Zimmer.

Unser zweites Mal war besser. Dieses mal waren wir nicht ganz so betrunken wie am Samstag. Allerdings muss ich gestehen, nachdem ich einen direkten Vergleich habe mit Mr Tinderjüngling von einer Woche zuvor, dass Mr Tiefsinnig da nicht ganz herankommt. Ich würde die Vermutung aufstellen, dass Mr Tiefsinnig mehr Erfahrung hat als Mr Tinderjüngling (obwohl der bestimmt auch einiges an Erfahrung mitbringt) – aber Mr Tinderj. und ich passten wohl besser zusammen. Naja, was solls aber? Mr Tinderj. ist in meiner Heimatstadt und Mr Tiefsinnig ist hier vor Ort. Man nimmt, was man kriegen kann. 😉 Und beschweren kann ich mich momentan auf keinen Fall! (Ich hoffe, das ist nicht zu verwirrend zu lesen, da die Namen ja beide mit T beginnen 😀 )

Mit diesem Singleleben freunde ich mich gerade sehr gut an. 🙂 Was für ein Sommer bisher!

 

Party ohne Ende – Teil 1: Wonderland im Garten

Wow. Wo fange ich an? Die letzten fünf Tage ist so viel passiert, dass ich mich heute unbedingt hinsetzen muss um aufzuholen. Bevor schon bald ein weiterer Beitrag fällig wird, von meinem morgigen Date mit Mr Hashtag. Der hat übrigens schon verdammt viele Pläne. Aber gerade genug um einen Abend zu füllen. Wobei ich mir Sorgen mache: wenn sich bei Tagespunkt 1 schon herausstellt, dass es nicht passt, wie kann ich mich davon schleichen? Es bleibt spannend…

Heute geht es aber erstmal um die vergangenen Tage. Am Samstag haben wir eine riesen WG-Party geschmissen. Mit knapp ein-einhalb Monaten Vorausplanung, über 150 eingeladenen Gästen und circa 200 Euro Ausgaben (trotz BYOB). Wir hatten einfach Bock auf eine hammermäßige Sommerparty. Und das wurde sie auch! (Auch Dank meiner Liebe zur Organisation solcher Events – aber ich will mich nicht selbst loben. 😉 )

Die Idee entstand daraus, dass wir unseren großen WG-Garten und die 25 Meter lange Terrasse direkt vor unserer Wohnung ordentlich nutzen wollten. Leider ist die Nachbarschaft, trotz Uninähe, intolerant gegenüber jeglichen studentischen Feiereien. Weshalb wir uns dachten: hey, dann lass uns doch einfach schon nachmittags anfangen und um 22 Uhr ins Haus gehen! Also haben wir für unsere Gartenparty ein richtiges Festival-Tomorrowland-Wonderland Ambiente geschaffen. Unsere Highlights waren der Pool (ein türkisblaues großes Planschbecken), die Lichterketten, die Tanzfläche auf dem Rasen, der Bierpong-Tisch, die Cocktailbar, das Buffet, die sommerliche Bowle, der Feuerkorb, Schmuck in den Bäumen und im Gebüsch und natürlich die selbstgebaute große Euro-Paletten-Schaukel. Eigentlich war der ganze Garten ein Highlight.  DSC_0082b  IMG-20170617-WA0015b

Aber ich will jetzt nicht allzu lange weiter schwärmen. 😉 Los ging die Party mit einem „exklusiven Grillen“ mit den engsten Freunden (womit man bei einer fünfer WG auch schon mit 20 Leuten rechnen kann). Da gab es also das erste Bier. Offizieller Start der Party war dann 18 Uhr. Es ging weiter mit Bowle, Cocktails, Bier, Bier, Bier, Schnapps und so weiter. Ich weiß es schon gar nicht mehr. Jedenfalls ging uns schon vor 21 Uhr der Alkohol aus und zwei meiner Mitbewohner und ich sind deshalb kurz vor Ladenschluss zum nächsten Supermarkt getorkelt, um drei weitere Paletten Bier, eine Flasche Wodka und eine Flasche Rum zu holen. Es war wirklich ein feuchtfröhlicher Abend. In jeglicher Hinsicht: weil ich so betrunken war, dass ich mich im Nachhinein etwas schäme (allerdings wurde mir mehrmals bestätigt, dass ich sehr süß bin, wenn ich betrunken bin). Weil ich von meinem Mitbewohner irgendwann aus Spaß in den Pool geschubst wurde, sodass ich meinen Rock und mein weißes Top wechseln musste. Weil wir harte 14 Stunden durchgefeiert und getrunken haben. Und weil ich im Laufe des Abends mit Mr Tiefsinnig in meinem Zimmer verschwunden bin. 😉

Eine so gelungene Party habe ich noch nie erlebt.DSC_0083b 😀 Sogar so gelungen, dass die Polizei mitfeiern wollte! Oder vielleicht hat mir das mein betrunkenes Hirn so eingeredet. 😉 Gut, dass mein nüchterner Mitbewohner die Aufgabe übernommen hat, sich mit denen zu unterhalten. Dass die Polizei bei uns auftaucht, ist eh nichts Neues. Wir sind darin schon  routiniert. 😀

Die Episode mit Mr Tiefsinnig nahm allerdings einen lustigen Lauf. Seit unserem zweiten Date im Februar hatte ich kaum noch Kontakt zu ihm. Natürlich war er trotzdem noch ein paar mal bei uns, da er ein sehr guter Freund meines Mitbewohners ist. Da hielten wir aber immer nur kurz Smalltalk. Seine Schreibfunkstille war mir Antwort genug auf die Frage, ob wir überhaupt noch daten würden. Trotzdem war ich neugierig und fragte beiläufig meinen Mitbewohner, ob er wüsste, was Mr Tiefsinnig so über mich dachte. Anscheinend pflegt mein Mitbewohner eher diese Männerfreundschaften, bei denen man tatsächlich viel über Gefühle oder so einen Kram spricht. Das kenne ich  bei Männern so generell gar nicht. Ist das ein Ding jetzt?

Jedenfalls erzählte mir mein Mitbewohner, dass Mr Tiefsinnig dachte, ich würde mich nach einer Beziehung sehnen. Ich hatte anscheinend viel über meine früheren Beziehungen geredet und Mr Tiefsinnig hätte da Angst bekommen. Vielleicht hatte ich tatsächlich auch weitere Signale gesendet. Ich weiß es nicht. Konkret war es ja nicht falsch, dass ich eine Beziehung suchte zu der Zeit. (Aktuell muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin, wie mein Leben läuft.) Aber dass Mr Tiefsinnig absolut nicht in Frage kam, habe ich schnell erkannt. Nur ihm gegenüber hatte ich es wohl nicht deutlich genug gemacht. Vielleicht wäre ein Aussprechen ganz sinnvoll gewesen?

Naja, jetzt ist es jedenfalls egal, denn das übernahm mein Mitbewohner ganz geschickt für mich. Er wusste, dass Mr Tiefsinnig voll mein Typ Mann ist und wir beide offen genug waren um einfach unseren Spaß miteinander haben zu können, ohne dass es kompliziert wird. Ich hatte es nie konkret gesagt, aber mein Mitbewohner übernahm die Rolle des Wingmans und ließ meine Meinung bei einem Gespräch mit seinem Kumpel beiläufig einfließen.

So kam es dann, dass ich irgendwann im Laufe unserer Sommerparty neben Mr Tiefsinnig stand und mich nicht mal eine Minute unterhalten musste, bis wir uns schon abknutschten. Wir wussten beide, was wir voneinander wollten. Die Frage war jetzt nur noch, wo? Und ob tatsächlich, während die Party noch in vollem Gange war? Klar! Ich wohne ja schließlich hier! Und wir waren zu betrunken um uns allzu viele Gedanken zu machen.

Also verschwanden wir in meinem Zimmer, ich verschloss die Tür und zog die Vorhänge zu. Blöd nur, dass ich unserer ehemalige Mitbewohnerin einen Schlafplatz bei mir im Zimmer versprochen hatte. Noch blöder, dass sie genau dann an ihre Sachen wollte. So klopfte sie mehrere Minuten lang an der Zimmertür. Von der Terrassentür hörten wir auch Stimmen und Klopfen. Achja, davor hatten meine Kumpels gesessen und bemerkt, dass ich den Vorhang zugezogen hatten. Egal. Betrunken kann man gut alles ignorieren.

Dafür ist der Sex betrunken nicht so gut. Aber es war ein Erlebnis. 😉 Als das Klopfen irgendwann wieder anfing, mussten wir uns also doch geschlagen geben, uns anziehen und die Tür öffnen. Meine Ex-Mitbewohnerin stürmte herein, zog ihre Tasche und Gästematraze samt Bettwäsche ins Nebenzimmer zu meiner Zimmernachbarin. Ich versicherte ihr, dass sie doch trotzdem bei mir schlafen könnte und entschuldigte mich. (Am nächsten Tag entschuldigte ich mich auch nochmal nüchtern). Sie wollte allerdings nicht mehr in meinem Zimmer schlafen. Zum Glück ist sie eine Person, die solche Geschichten mit Humor nimmt. 😀

Ihre Rache war allerdings fies: anscheinend hatte sie aus Wut (und dank dem Alkohol) auf der ganzen Party herum erzählt, dass sie nicht an ihre Sachen konnte, weil ich es mit Mr Tiefsinnig im Zimmer trieb. Als ich also wieder heraus in den Garten kam, spürte ich die belustigten Blicke auf mir. Meine Kumpels, die an meiner verschlossenen Terrassentür geklopft hatten, zogen mich die ganze restliche Party (und die Tage darauf) damit auf. Ach – die sind aber ja auch nur neidisch. 😛

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Es war also eine lustige Party. Ich würde jetzt sogar schreiben, der Höllenkater am nächsten Tag lohnte sich – aber ich hatte auf wundersame Weise nicht mal einen Kater! 😀 Ich war nur unglaublich müde, da ich, wenn ich zu viel Alkohol getrunken habe, nur drei Stunden schlafen kann (und zwar genau drei Stunden, man kann die Uhr danach stellen). Morgens bin ich dann erstmal ein paar Stunden fit. Gerade genug, um das Partychaos größtenteils zu beseitigen, bevor ich für den Rest des unglaublich langen quälenden Tages nichts mehr mit mir anzufangen weiß. Weder kann ich schlafen, noch sonst irgendwas Sinnvolles tun. Sonntag Abend fiel ich dann um 20:30 Uhr ins Bett schlief und 11 Stunden durch.

Meine Geschichte endet hier aber noch nicht! Für den darauffolgenden Dienstag war dann noch die größte Uniparty des Jahres angesetzt. DIE Party, die man sich nicht entgehen lassen kann. DIE Party, auf die man sich das ganze Jahr über freut. DIE Party, auf die jeder – wirklich jeder – Student sein wird. Sie findet auch nachmittags und im Freien, vor der Fläche der Studentenwohnheime statt. – Die besten Parties sind wohl nachmittags und im Freien, oder? 😉

Teil Zwei folgt direkt morgen!

Im August wird es kalt

Passend als Fortsetzung meines vorherigen Beitrags, geht es um meine zukünftige Studiumsplanung. Es folgt nämlich endlich der Beitrag, den ich schon lange schreiben wollte. Es geht um mein baldiges Auslandssemester. Ich habe es bereits vor zwei Wochen kurz angekündigt: Ich habe eine Zusage für ein Auslandssemester an einer finnischen Uni bekommen! Ende Dezember habe ich viel darüber nachgedacht, wie ich meine Module legen kann, wann ein Auslandssemester in mein Studium passt oder ob ich überhaupt eins machen möchte. Vieles in meinem Kopf sprach dafür, dass es vernünftiger wäre, kein Auslandssemster zu machen. Aber mein Herz meldete Fernweh. Und Fernweh ist bei mir ein unglaublich starkes Gefühl.

Immer noch hin und her gerissen zwischen meinen Möglichkeiten, bewarb ich mich im Januar für ein ERASMUS-Stipendium für ein Auslandssemester in Finnland. Ein Jahr zuvor hatte ich bereits einen Platz erhalten, aber ich habe abgelehnt. Ich wusste, dieses mal muss ich hart dafür kämpfen und in meinem Motivationsschreiben mit guter Begründung darlegen, wieso ich das Jahr zuvor mein Stipendium abgelehnt hatte. Ich hatte erst mit dem Master begonnen und einen guten Job an der Uni erhalten. Ich wollte zuerst alle Kurse an der Heimatuni belegen, die mir wichtig waren. Und ich fühlte mich einfach noch nicht bereit dafür, so bald ins Ausland zu gehen. Das habe ich klar und ehrlich rüber gebracht. Und man gab mir dieses Semster nochmal eine Chance. Ich wusste, wenn ich dieses Mal ablehnen würde, würde ich nie wieder das Stipendium bekommen.

Als ich die Zusage erhielt, konnte ich mich allerdings erst nicht richtig freuen. Ich hatte mich immer noch nicht zu hundert Prozent dafür entschieden. Es gab nicht viele Kurse, die ich würde anerkennen lassen können. Ich hatte noch einige offene Fragen. Bevor ich richtig realisierte, was es für Konsequenzen haben würde, rief ich meine Koordinatorin an, die mir den Platz zugesprochen hatte. Ich löcherte sie mit meinen Fragen, hatte aber immer noch nicht entschieden, ob ich zusagen wollte. Aber dafür war es zu spät. Ich hatte sie ja angerufen. Im Laufe des Telefonats fiel mir auf, dass ich jetzt eigentlich nicht mehr absagen konnte. Und so hatte mein achtloses Greifen zum Telefon für mich entschieden: dann nehme ich eben den Platz an.

Ab diesem Zeitpunkt setzte auch die Vorfreude ein. Ich freute mich, dass mir nochmal die Möglichkeit gegeben wurde ein Auslandssemester zu machen! Und die Freude steigt und steigt. 🙂

Es blieb nur noch die Überlegung, ob ich im August diesen Jahres gehe oder erst Januar 2018. Vieles sprach für Januar. Zumindest noch im Dezember letzten Jahres, als ich mir bereits Gedanken gemacht hatte. Auch Ihr Leser hattet mir empfohlen alles entspannt angehen zu lassen und im Januar ins Ausland zu gehen. Aber wie gesagt: das Fernweh ist stark. Und mir fallen immer mehr Vorteile für August ein. Ich würde Auslandsbafög erhalten (im nächsten Jahr wäre das nicht der Fall), würde mit mehreren Erasmusstudenten anfangen, könnte entspannter die Masterthesis schreiben wenn ich zurück komme, und und und.

Also fiel die Entscheidung bald auf August. Ich werde also ab Mitte August von Finnland aus meine Tagebucheinträge verfassen. 😉

Ich freue mich wirklich schon sehr! Endlich wieder für eine längere Zeit verreisen! Es gibt noch Einiges zu organisieren, aber ich habe das ganze ja schon im Bachelor gemacht. Damals ging es in ein warmes tropisches Land – dieses Mal in ein kaltes nordisches Land. Dort wollte ich schon immer hin. Ich kann nicht sagen, was es ist – aber etwas reizt mich unglaublich an diesen Ländern. Böse Zungen in meinem Freundeskreis behaupten ja, ich würde mir nur die Männer dort angucken wollen. 😉 Scheinbar sollen die aber ganz passabel sein, denn – Fun Fact: meine zwei besten Freundinnen haben beide derzeit eine Beziehung mit einem Finnen! 😀 Also ist es vielleicht garnicht so weit hergeholt, dass ich die finnischen Männer mal im Hinterkopf behalten werde. 😉

Fände ich tatsächlich aber ganz angenehm, wenn ich an jemand anderen als Mr Regisseur denken würde. Zum Glück verschwindet er schon langsam wieder aus meinem Kopf, nachdem wir aktuell nicht mehr ganz so viel schreiben. Ich würde ja trotzdem gerne wissen, wann er wieder zurück kommt. Theoretisch müsste es Ende Mai sein, da man meines Wissens nach nur zwei Mal drei Monate ein Touristenvisum in den USA bekommt. Ich habe ihn schon gefragt, wann er denn wieder zurück sei, aber er wich meiner Frage entweder unbewusst oder mit Absicht aus. Frechheit. Aus Selbstschutz werde ich aber nicht nochmal nachfragen. Es ist besser, wenn ich es nicht weiß. Ich bin froh, dass die Gedanken an ihn schon wieder vergehen.

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Für Anstrengung wird man nicht belohnt

Heute war der erste Tag seit circa vier oder fünf Monaten, an dem ich mir erlaubt habe auszuschlafen. Und es tat verdammt gut. Ich habe mir einfach mal nichts vorgenommen. Also – ein paar Dinge hatte ich auf meiner To-Do-Liste notiert. Aber ich habe mich zum ersten mal seit vier Monaten nicht selbst dazu gezwungen, irgendwas heute erledigt haben zu müssen. Und was ist heute dann passiert? Ich habe alles geschafft. Seltsam, wie das mit diesem Leben manchmal so funktioniert.

Meine Prüfungsphase und damit das zweite Mastersemester in meinem Marketingstudium ist vorbei. Es war ein verdammt hartes Semester. Das wusste ich vorher schon. Deshalb habe ich mich von Anfang an reingehängt. Nachdem mein erstes Semester eher daneben ging, wollte ich dieses Semester besser sein. Ich habe mich selbst unter Druck gesetzt, ich war unter Dauerstress und -strom, bin gegen Ende keinen sozialen Aktivitäten mehr nachgegangen, habe mich abgeschottet um Lernen zu können. Bisher lehrte mich das Leben, dass man belohnt würde, wenn man sich anstrengt.

Aber was in der Vergangenheit funktionierte, funktioniert in der Gegenwart nicht immer. Für mein Abi habe ich damals viel gelernt. Ich habe mir Ziele gesetzt und mich reingehängt. Die Belohnung war ein Abi von 1,8, worauf ich unglaublich stolz war. Harte Arbeit zahlt sich aus, erkannte ich. Während meines Bachelors habe ich viel gelernt und gleichzeitig das Studentenleben genossen. Die Kurse fielen mir nicht allzu schwer. Ich wurde ebenfalls mit guten Noten belohnt und hatte eine tolle Zeit. Im letzten Semester des Bachelors wollte ich dann den Einserschnitt, den ich erreicht hatte, erhalten. Aber aufgrund der schlechten Noten in meiner letzten Klausur (was ich bis heute nicht nachvollziehen kann) und einer Bachelorarbeit, die hätte besser sein können – kam ich „nur“ auf eine 2,0. Ich war etwas enttäuscht. Aber es war okay. Ich mache ja noch einen Master. Da ist die Bachelornote egal und ich schaffe da ganz sicher einen Einserschnitt.

Und jetzt bin ich so weit vom Einserschnitt entfernt, wie ich es mir niemals erträumt hätte. Das erste Semester des Masters lief bescheiden – das zweite Semester beschissen. Trotz des vielen Lernens. Trotz der Vernachlässigung jeglicher sozialen Kontakte. Drei der vier Klausuren liefen nicht so gut wie erhofft. Eine lief dagegen besser als gedacht. Die Seminararbeit gab ich erleichtert zwei Tage vor dem Abgabedatum ab. Das Resultat: Alle Noten schlecht. Auch von der Klausur, die gut lief. Noch schlimmer wurde es, als ich erfuhr, wie gut die Noten meiner Kommilitonen waren. Alle waren ausnahmslos besser. Was war da passiert?

Vielleicht setze ich die Anforderungen an mich selbst zu hoch. Ich habe es ja schon bemerkt: ich war beim Lernen unglaublich ineffektiv. Unkonzentiert. Ließ mich ständig ablenken. Während ich die Prüfung schrieb, hatte ich teilweise Blackouts. Meine Seminararbeit gab ich ab, ohne sie nochmal zu überprüfen. Das war dumm. Ich war dumm. Wieso kann ich es nicht mehr? Wieso kann ich nicht mehr zielstrebig und effektiv lernen? Ich starrte die letzten Tage stundenlang auf meinen im Onlinekonto errechneten Notenschnitt. Rechnete aus, ob der Schnitt wirklich stimmte, rechnete nach ob, ich noch in den nächsten Semestern auf den Einserschnitt kommen könnte. Überlegte, wieso mir das alles früher so viel leichter gefallen war. War es, weil ich meine Mädels-Lerngruppe vom Bachelor nicht mehr hatte? War es, weil letztes Jahr mir die Sache mit Mr Schützenverein so in die Quere kam – und dieses Jahr, weil meine Gedanken ständig bei Mr Regisseur waren? Oder studiere ich einfach schon zu lange? Ist mein Gehirn mittlerweile einfach ausgewrungen, wie ein zerfranstes Handtuch, das nicht mehr ordentlich seinen Zweck erfüllt? Ist der Master zu anspruchsvoll für mich? Hätte ich mir doch gleich einen Job suchen sollen?

Es ist unglaublich frustrierend, wenn man sich so reinhängt und es alles am Ende nichts bringt. Die letzten Tage war ich furchtbar verzweifelt. Jetzt geht es zum Glück wieder. Ich kann es nicht mehr ändern und sehe das vergangene Semester als Lektion und als Anreiz, ab jetzt mein Studium eben so gut es geht zu machen, ohne mich weiter so unter Druck zu setzen. Ich werde die kommenden Semester entspannter angehen. Ich bin überzeugt davon, dass ich auch mit einer schlechteren Note als meine Kommilitonen einen tollen Job finden werde. Ich kann Praktika und Auslandserfahrung nachweisen. Ich bin nicht ortsgebunden, habe viele Interessen und kann mich überall bewerben. Und die nächsten Semester werden sowieso schon entspannter. Ich werde das Studentenleben noch genießen.

Und ich sollte eindeutig öfter ausschlafen und mir nichts vornehmen. Dann klappt ja offenbar alles. 😉

Langersehntes Update

So, ich habe aus meinem Fehler gelernt: ich sollte keine Versprechen machen, die ich nicht halten kann.

Das hört sich dramatischer an, als es ist. Es geht mir darum, dass ich in meinem letzten Beitrag angekündigt hatte, dass ich so viel zu berichten habe. Und jetzt habe ich über zwei Wochen nichts mehr geschrieben. Ich hasse solche Menschen, die einen auf etwas heiß machen und dann passiert nichts. Furchtbar sind die. Furchtbar bin ich. 😀

Aber bitte entschuldigt, liebe Tagebuch-Mitleser, ich bin echt eingespannt in meinem Uni Kram. Fast täglich sitze ich noch bis 22 Uhr an meiner Seminarabeit. Die Tage zur Zeit sind anstrengend. Morgens erlaube ich es mir zwar immer noch eher gemütlich aufzustehen, mache meinen Sport und setze mich gegen 10 Uhr an das erste Fach. Das lerne ich, bis es Mittagessen gibt. Zum Glück habe ich hier zur Zeit einen kleinen Luxus: ich bin bei meinen Eltern und kann mich etwas verwöhnen lassen. Das ungemütliche und zeitaufwendige Haushaltszeug fällt weg: kochen, einkaufen, putzen…

Nach dem Mittagessen geht es weiter mit dem zweiten Fach. Die beiden Klausuren habe ich Ende März an direkt aufeinanderfolgenden Tagen. Wie ich sowas hasse. Gegen Abend setze ich mich dann an den PC zum schreiben. Leider nicht Tagebuch sondern eben die Seminararbeit. Am 31.3. ist aber endlich das schlimme Semester zuende. Ab dann kann ich alles an Tagebucheinträgen nachholen!

So sieht mein Alltag seit zwei Wochen aus. Also passiert wirklich nicht viel. Höchstens online: weil die Informationen angefordert wurden, und weil es wirklich das Interessanteste ist derzeit, hier ein kurzes Update über „meine Männer“. 😉

Nachdem ich Mr Tiefsinnig gefragt hatte, ob wir es schaffen uns nochmal zu treffen bevor ich in meine Heimat fahre, hat er sich nicht mehr gemeldet. Da-damm. Da zeigt man als Frau mal Interesse – dann meldet sich der Kerl nicht mehr. Wie gewohnt. Er liked aber noch meine Instagram-Fotos. Was ist eigentlich los mit den Kerlen heutzutage? Ich hatte Mr Tiefsinnig sogar vor ein paar Tagen nochmal beiläufig geschrieben. Es kam keine Antwort. Naja, soll mir egal sein.

Denn jetzt meldet sich Mr Regisseur ja wieder! Hach, ich werde ihn wohl nie los. Zum Glück. Oder nicht. Ach mann, ich weiß nicht, was mir lieber ist: dass er sich nicht meldet, damit ich ihn endlich vergessen kann. Oder dass er sich meldet, und mir sogar ständig Komplimente macht.

Sogar das hier schrieb er, wortwörtlich: „ich vermiss die Zeit ein bisschen. Mit Klettern und so. Das war cool.

Oh. Mein. Gott. Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr ich über diese Aussage ausgeflippt bin. Damit man es mir auch glaubt, hier als Screenshot:

Er hat es tatsächlich so geschrieben! „Und so“ !! Vergesst das Klettern, ich weiß doch, was er mit „und so“ meint. 😉

Oh je, ich fühle mich wirklich wie eine kleine Teenagerin, die das erste mal mit ihrem Schwarm gesprochen hat. Was macht der Kerl nur mit mir? Genau aus diesem Grund will ich ihn aus meinem Kopf verbannen. Aber das ging die letzten vier Monate nicht und geht schon garnicht, wenn er ständig wieder so präsent ist. Dabei kommt er erst in zwei Monaten von seiner Reise zurück. Das ist nicht fair von ihm, mir so zu schreiben. Vermutlich testet er auch damit nur, ob ich immer noch Interesse habe.

Ich sollte mich einfach für die Komplimente bedanken mich darauf freuen, dass wir uns sehen wenn er wieder da ist. Und auch dann nichts erwarten. Keine Vorstellungen und Wünsche. Nur das wird der schwierige Teil. Ich werde es schon verkacken. So wie ich es immer verkacke, wenn mir ein Kerl gefällt. Ja wohl, das kann ich gut.

Bestimmt ist es aber so eh das Beste. Denn zwischen ihm und mir kann es nichts werden. Nicht nur, dass er durch seinen Job ständig unterwegs ist, sondern auch, weil ich nicht mehr lange in Deutschland bin. Denn – und jetzt kommt das, was ich in meinem letzten Beitrag angekündigt habe: die großen Neuigkeiten. Ich habe eine Zusage für ein Auslandssemester in Finnland bekommen! 🙂 Darüber schreibe ich aber nochmal in einem extra Beitrag. Hier geht es noch darum, dass ich mir endlich das mit Mr Regisseur ausreden muss.

Oh Gott, wie alt bin ich eigentlich? 14? Ich wünschte, ich könnte in Hinsicht meiner Emotionen gegenüber Männern endlich erwachsen werden…

Kartoffelauflauf

Meine erste Klausur, vor der ich am meisten Panik hatte, ist geschrieben. Jetzt noch three to go und eine Seminararbeit schreiben bis Ende März. Dann bin ich endlich wieder eine freie Studentin. 😉

Das ist wirklich die längste Klausurphase, die ich in meinen bisherigen vier Jahren Studium durchmache. Aber das habe ich mir ja selbst eingebrockt. Ich kann garnicht oft genug betonen, wie sehr ich mich auf den kommenden Sommer freue. Ich habe sooo Lust mal wieder Feiern zu gehen. Und richtig zu eskalieren. Aber nicht jetzt. Erstmal Klausuren.

Bei der Panik-Klausur letzte Woche hatte ich zum ersten Mal seit langem das Gefühl, dass mir das ganze Lernen tatsächlich was gebracht hat. Die Klausur war super schwierig und ganz anders als alle bisherigen Altklausuren, die uns zur Verfügung gestellt wurden. Nachdem ich die erste Seite mit Theorie-Aussagen aufgeschlagen hatte, war ich, wie alle anderen im Raum, geschockt. Darauf waren wir nicht vorbereitet. Ich überblätterte direkt die ersten paar Aufgaben und fand zum Glück gegen Ende eine Rechenaufgabe, die ich konnte. So habe ich mich durchgehangelt: immer weiter Aufgaben gesucht die ich kann, sie beantwortet und weiter gesucht. Würde ich jedem so empfehlen, wenn man, wie meine Kommilitonen und ich, beim reihenfolgegerechtem Umblättern der Klausur solche Phasen des Schocks durchläuft. Irgendwie habe ich gegen Ende tatsächlich überall etwas (mehr oder weniger Sinnvolles) geschrieben. Ich denke, die Klausur habe ich bestanden. Das war mein Ziel. Jetzt wird sich noch zeigen wie gut oder schlecht.

Für meine Klausur nächste Woche bin ich etwas entspannter. Das Thema ist interessant, aber es ist viel auswendig zu lernen. Das kann ich leider nicht sehr gut. Während dem Lernen lasse ich mich immer noch ziemlich schnell von allem ablenken. Aber ich habe mich damit abgefunden und irgendwie bekomme ich mein Pensum bis zum Ende des Tages durch.

Meine Gedanken schweifen leider am liebsten zu meinem Top-Thema Männer ab. Mr Regisseur schreibt mir wieder. Er macht mir Komplimente. Er hat mir ein Foto geschickt, das er von mir gemacht hat und auf seiner Kamera wiedergefunden hatte. Es ist von damals, der Abend vor seiner Abreise. Als er mir meine neue Spiegelreflexkamera erklärt hatte und wir am Ende des Abends kuschelnd im Bett lagen. Was bitte, soll es mir sagen, dass er mir das Foto nach drei Monaten schickt? Ich hatte mich gerade damit abgefunden, dass wir keinen Kontakt mehr haben und ich ihn endlich vergessen könnte. Dann schreibt er mir. Ich tastete mich vorsichtig voran. Eine Frage brannte mir auf den Lippen. Würde er tatsächlich wieder kommen Ende Februar?

Nein, wie ich es schon vermutet hatte: er verlängert seinen Aufenthalt. Um weitere drei Monate. Ich dachte, das wäre endlich die Information, die ich brauchte, um ihn vergessen zu können. Aber nein. Ich denke weiterhin jeden verdammten Tag an ihn. Er soll endlich aus meinem Kopf verschwinden.

Da half noch nicht mal, wie erhofft, Mr Tiefsinnig. Bei ihm habe ich nämlich auch keine Ahnung, wie ich stehe. Er schreibt ja sehr selten. Meistens kann man nur einmal am Tag eine Antwort von ihm auf WhatsApp erwarten. Aber ich gewöhne mich dran. Er schreibt niemandem viel. Und wenigstens antwortet er mir tatsächlich zuverlässig jeden Tag ein Mal.

Letztes Wochenende haben wir uns getroffen, als eine Freundin und ich uns dem Freundeskreis meines Mitbewohners angeschlossen hatten, um eine Kunstaustellung zu besuchen. Ich habe mich nicht viel mit Mr Tiefsinnig unterhalten können, aber wir vereinbarten, dass wir uns bald wieder treffen. Wir wollten zusammen einen Film gucken, den er mir bei unserem ersten Date empfohlen hatte. Es sollte allerdings nochmal über eine Woche dauern, bis wir die Zeit fanden.

Und dabei, muss ich zugeben, steigerte sich meine Lust mehr und mehr. Irgendwie erhoffte ich mir ja schon etwas „Lockeres“ mit ihm. Ich finde ihn ziemlich heiß. Aber bisher waren von keinem von uns Andeutungen in diese Richtung gefallen. Wie denn auch, wenn man nicht mit ihm chatten kann…

Für Montag lud ich ihn zu uns in die WG ein, denn er wollte mal mein Zimmer sehen. Außerdem war ich dran mit Kochen. Nennt mich Ms Kartoffelauflauf. 😉

Der Auflauf war gut, der Wein auch, und die Gespräche auch. Um es gleich Vorweg zu nehmen: es lief nichts zwischen ihm und mir. Es hat sich so gut wie nicht ergeben. Denn wir saßen den ganzen Abend zu viert mit meinen Mitbewohnern in unserer WG-Küche. Ich hatte selbstverständlich meine Mitbewohner gefragt, ob sie mitessen wollen. Wir machen das immer so und genießen die gemeinsamen Abende. Dieses mal war es auch schön. Außerdem ist Mr Tiefsinnig ja sehr gut mit einem meiner Mitbewohner befreundet.

Den ganzen Abend saß ich gegenüber von ihm. Nach ein paar Gläsern Wein tunnelten sich meine Gedanken in nur eine Richtung: Gott, war der süß. Und gleichzeitig auch so ein heißer Mann. Diese tollen dunkelbraunen Augen. Und seine dunkelbraunen widerspenstigen Locken. Und eine sehr angenehme dunkle Stimme.

Ich hatte schon Angst, dass mein Gesicht bald dem Herzchenaugen-Emoji gleichen könnte und mich verraten würde. Ich riss mich zusammen. Und er musste gegen 0 Uhr gehen, da er am nächsten Tag arbeiten musste.

Naja doof, die Lust in mir blieb unbefriedigt. Zumindest schrieb er mir noch, kurz nachdem er gegangen war. Er bedankte sich für das Essen. Wir könnten das gerne wiederholen, nächstes mal mit Film.

Ich hoffe, nächstes Mal ist bald. Am Wochenende ist er in Süddeutschland, danach schreibe ich meine Klausur und bin dann selbst in meiner Heimatstadt für zwei Wochen. Also irgendwie müssen wir davor noch Zeit finden. Ich denke, ich frage ihn ausnahmsweise dieses mal. Ich bin ja kein Fan davon, dass ich Männer nach Treffen frage, nachdem ich mehrmals schlechte Erfahrungen machen musste (á la „zu viel Interesse gezeigt“). Aber hier habe ich ja nichts zu verlieren. Hoffentlich finden wir noch Zeit.