Bye bye 2017!

Nun bin ich bald schon wieder einen Monat in Deutschland. Über einige Erfahrungen und Ausflüge habe ich ja bereits in den letzten paar Beiträgen bereichtet, aber ich habe vor noch ein bisschen mehr darüber zuschreiben. Heute will ich, mit 16 Tagen Verspätung, endlich in meinem Tagebuch das alte Jahr verabschieden und das Neue einläuten. 😉

Meine Weihnachtstage mit Kreise der Familie waren toll und wie immer genieße ich die Zeit sehr. Aber rückblickend muss ich sagen, dass es nichts Besonderes war. Vielleicht habe ich einfach schon zu viele Weihnachten auf die gleiche Art und Weise gefeiert.

Zu Silvester standen, genau wie zu Weihnachten, keine besonderen Pläne an. Ursprünglich wollte mein Freundeskreis von Zuhause (der aus meinen allerbesten Freunden besteht) nach München, da eine von uns seit Kurzem dort in einer kleinen WG wohnt. Aber nachdem wir, dank mir, um ein paar mehr Gäste anwuchsen, verschoben wir die Örtlichkeiten auf das Haus der Eltern meiner besten Freundin, in dem wir letztes Jahr schon gefeiert haben. Das bot dann auch Platz für alle zehn Leute. Erfreulicherweise kam nämlich meine Mitbewohnerin aus Finnland mit ihrem Freund zu uns. Nachdem wir während des Auslandssemesters fast schon unzertrennlich waren und nach unserem Rückflug zwei Wochen nicht mehr gesehen haben, war es wirklich schön, sie wieder zu treffen!

Und natürlich, wie angekündigt, war Mr Hashtag ebenfalls über Silvester zu Besuch. Er kam sogar schon nach Weihnachten und blieb ganze 13 Tage! Unser Wiedersehen und die Tage zusammen waren mal wieder wie ein wahrgewordener Traum.

So sahen also meine letzten paar Tage und Wochen in meiner Heimat aus. Zurück in meine Unistadt fahre ich erst nächste Woche. Bis dahin lerne ich ganz stressfrei noch ein bisschen und genieße sonst die ruhige Zeit. Denn der Unistress wird früh genug losgehen: dieses Jahr beende ich nämlich endültig mein Studium. Zu was das bedeutet und was sonst noch in 2018 ansteht, erzähle ich später mehr.

Jetzt kommt erstmal der Rückblick zum vergangenen Jahr. Denn ich hatte mir im Januar so einige Ziele vorgenommen. Nach dem ersten Drittel hatte ich schon ein Zwischenfazit gezogen und nun folgen meine endgültigen Ergebnisse. 😉

  1. Täglich 15 Minuten Yoga machen.

Im April hatte ich ja schon gebeichtet, dass ich kein Yoga mehr gemacht habe. Soweit ich mich zurückerinnern kann, fand ich auch im restlichen Jahr keinen Anschluss mehr. Immerhin war ich (wie jedes Semester) fleißig im Yoga-Kurs an der Uni. Den habe ich prompt vermisst, als ich im Ausland war. Dafür habe ich mich nach dem Sport zumindest immer ausgiebig gedehnt und darin eine kleine entspannende Routine entwickelt.

Seit ein paar Tagen habe ich das tägliche Yoga Zuhause wieder aufgenommen. Motiviert hat mich die sympatische Youtuberin und Yoga-Lehrerin Mady Morrison mit ihrer 30-Tage Challenge. Ihre Yoga-Sequenzen bringen direkt Abwechslung in meine sonst immer gleichen Yogaübungen. Vielleicht kann ich so den Yoga in meinen Alltag wieder etwas integrieren.

  1. Täglich Nachrichten sehen (oder lesen)

Leider leider muss ich sagen, dass ich hier nicht mehr so konsequent dabei geblieben bin wie noch im April. Ab dem Sommer habe ich diesen Vorsatz vernachlässigt, als ich im Lernstress war. Auch in Finnland habe ich mir dann wegen der vielen Ausflüge kaum eine Minute genommen dafür. Shame on me. Dabei ist mir das wirklich immer noch wichtig.

  1. Mehr lesen: Mindestens zwei Stunden pro Woche

So ganz genau nehme ich es hier nicht, aber ich bin auf jeden Fall zufrieden mit meinem Lese-Pensum dieses Jahr. Zwischendurch habe ich für ein bestimmtes Buch ziemlich lange gebraucht und bin sicher nicht auf die zwei Stunden pro Woche gekommen. Aber jetzt im neuen Jahr habe ich mittlerweile schon ein bisschen was an der Zeit reingeholt. 😉

  1. Fotografie: Mindestens einmal im Monat für zwei Stunden Fotografieren und zwei Stunden Bearbeiten oder mich durch Videos, Lesen … dazu weiterbilden.

Ja! Natürlich habe ich sehr viele Fotos machen können während ich auf Reisen war. 🙂 Wenn ich ganz streng mit mir bin, habe ich allerdings nicht die Fortschritte gemacht, die ich mir zum Anfang des Jahres gewünscht hätte. Auch arbeite ich immer noch mit GIMP, was auf meinem Anfängerniveau in Bildbearbeitung leider nicht so viele Möglichkeiten bietet. Ich würde mir ja wirklich gerne Photoshop wünschen. Was die Fotografie selbst angeht, kann ich mir in Zukunft viel von meinem Freund abgucken. Er ist selbst ein toller Fotograf!

  1. Mehr Follower auf Instagram (1000 bis zum 31.12.)

Wieder nope. Noch nicht mal die Hälfte (aber immerhin nur knapp darunter 😀 Also zumindest sind es „mehr“ geworden). Ich hatte einfach keine Lust mehr auf dieses heuchlerische Folgen/Entfolgen, tausende Bilder liken und kommetieren und täglich Posts hochladen, nur um auf meinen Account aufmerksam zu machen. Die Fotos, die ich hochlade, finde ich aber selbst sehr schön. Also ich würde mir selbst ja folgen. 😉 Es ist also sicher nur eine Frage der Zeit, bis ich mal entdeckt werde und meine Karriere als Influencerin starten kann. 😛

  1. Mindestens ein Mal die Woche Bouldern gehen

Wie schon im April angedeutet, kam die Motivation zum Bouldern bis zum Ende des Jahres nicht mehr. Was ich allerdings nicht schlimm finde. Einerseits, weil ich eh (gefühlt) tausend andere Sportarten mache und andererseits, weil meine Kraft und Technik nicht gelitten haben während den letzten acht Monaten unregelmäßigen Boulderns. Denn: ich gehe zur Zeit wieder häufig (seit ich wieder in Deutschland bin) und habe mich null verschlechtert. Yeah. 🙂 Ich mache weiterhin das Bouldern einfach nur zum Spaß und ohne Druck. Das ist wohl die Lösung für mich.

  1. Mindestens ein Mal die Woche Laufen

Ja, ja, ja! Außer, wenn ich mit 40 Grad Fieber krank im Bett lag oder irgendwo in den tiefsten Regionen Finnlands unterwegs war, habe ich mich an diesen Vorsatz gehalten und mein Ziel erreicht. 🙂 Runtastic sagt: 68 Einheiten und 429,5 Kilometer im Jahr 2017.

  1. Einen Halbmarathon laufen bis Ende 2017

Auch hier wieder: Jaaaa! Einen wunderbaren Halbmarathon in NRW habe ich absolviert – in einer Zeit, die ich mir nicht mal erträumt hatte: 2 Stunden und 6 Minuten. Das war wirklich ein Erlebnis und ich bin unglaublich stolz auf mich. Es war sicher nicht mein letzter Halbmarathon, denn ich bin überzeugt, dass ich es mit ein bisschen Anstrengung sogar unter 2 Stunden schaffe. Challenge accepted. 🙂

  1. Wieder fitter werden

Im Prinzip kann ich die Worte meines Zwischenfazits nochmal genau so übernehmen. 😉

Ich wiege immer noch diese fiesen sieben Kilo mehr als vor 2,5 Jahren, aber immerhin habe ich nicht mehr weiter zugenommen. Dadurch würde ich sogar schließen, dass sich meine Hormone wieder eingependelt haben, nachdem ich vor 14 Monaten die Pille abgesetzt habe. Die Zahl auf der Waage stört mich nachwievor, aber die Zunahme sehe ich nicht im Spiegel und frage mich immer noch, ob das denn tatsächlich Muskelmasse sein kann?

Und nun wortwörtlich vom April: „…und da „fit sein“ sich eigentlich nicht auf das Gewicht bezieht: ich würde auf jeden Fall sagen, dass ich fitter bin als ich es noch Ende 2016 war. Schon alleine, weil ich schneller laufe und solche coolen Dinge wie Kopfstände und die Krähe (Yoga) jetzt schaffe.“ Außerdem habe ich einen verdammten Halbmarathon geschafft – also hallo?! 😉

  1. Single bleiben im Jahre 2017 bzw. mich selbst lieben lernen!

Teil eins des Ziels, wie ihr alle wisst: nein. 😀 Ich habe im Mai noch unschuldig vor mich hingetindert und hatte eigentlich keine allzu große Lust mehr darauf. Im Juli/August ließ ich mich dann, ohne groß etwas zu erwarten auf ein paar Dates mit einem Kerl ein, der mich durch freche Sprüche, süße Worte und lustigen Hashtags auf Instgram neugierig machte. Und ab dann nahm es seinen Lauf. Ich habe mich so heftig verliebt wie noch nie zuvor. Ich bereue keinesfalls, dass ich diesen Vorsatz nicht eingehalten habe.

Und außerdem folgte auf das Nicht-Erreichen des ersten Teils, das Erreichen des Zweiten (oder zumindest das Sehr-Viel-Näherkommens). Jetzt, wo ich eine Beziehung habe, merke ich noch deutlicher, dass ich keine brauche um mich selbst zu lieben. Es klingt widersprüchlich, aber so fühlt es sich an. Hätte ich keine Beziehung, würde ich genauso hier sitzen, hätte im letzten Jahr genau die gleichen Dinge getan, hätte genau die gleichen Ziele erreicht, wäre genau die gleiche Person, die ich jetzt bin. Es hat sich nichts verändert an mir. Mein Freund ist die Kirsche auf meiner sowieso schon leckeren Torte des Lebens. Sie macht die Torte nicht weniger gut, noch macht es sie besser. Und wenn irgendwo so ein kleines Klümpchen mal nicht ordentlich verrührt wurde und ich reinbeiße – dann verziehe ich eben das Gesicht. Aber hey, es gibt noch so viel mehr leckeren Kuchen auf meinem Teller. 😉

Und das war doch eine wunderbare Metapher um meine Aufzählung zuende zu bringen und damit das verganene Jahr Review passieren zu lassen. 🙂 Da dieser Eintrag recht lange geworden ist, werde ich das neue Jahr in einem eigenen frischen Tagebucheintrag willkommen heißen. Also stay tuned!

IMG_8524b

Werbeanzeigen

Erdbeben in meiner Gefühlswelt

Also so langsam glaube ich, meine frische Beziehung steht unter einem schlechten Stern… Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Seit meinem letzten Beitrag habe ich mich wieder beruhigt, was diesem aus Versehenen „Fehltritt“ anging. Ich denke, ich habe das Ganze wirklich erstmal schlimmer empfunden, als es eigentlich war.

Allerdings ist letzte Woche schon wieder etwas passiert, dass meine Gefühlswelt in Verwirrung gestürzt hat. Tatsächlich könnte man meinen, das sei bei Mr Hashtag und mir schwer zu schaffen. Ich bin so verliebt wie noch nie. Das aller erste Mal in meinem Leben würde ich sagen, dass ich mir vorstellen könnte, für immer mit meinem Partner zusammen zu sein. Seit drei Wochen ist Mr Hashtag in Südamerika im Urlaub, bzw. hat er dort an der Weltmeisterschaft seines Wassersports teilgenommen. Südamerika ist noch nicht so gut ausgestattet mit W-Lan, sodass wir die letzten Wochen nur sehr selten schreiben und telefonieren konnten. Ich habe ihn unglaublich vermisst. Und tue es immer noch. Zum Glück fliegt er morgen zurück nach Deutschland. Und auch ich bin ja bald wieder Zuhause. Er möchte mich am liebsten direkt vor Weihnachten besuchen kommen und dann über Silvester nochmal. Hach, was ein Traummann.

Dennoch hatte ich vergangene Woche, wie bereits geschrieben, eine kurze Verwirrung. Und in dieser Situation zwischen Mr Hashtag und mir kann das nur ein einziger Mensch noch schaffen. Richtig. Mr Regisseur.

Hallo, da ist er wieder. Leider wird er wohl immer und immer wieder im Drehbuch meines Lebens vorkommen.

Seit ich ihn das letzte Mal erwähnt habe, habe ich wirklich nur sehr spärlich Kontakt mit ihm gehabt. Wir haben gegenseitig unsere Instagram-Fotos geliked, weil man das eben so macht. Ab und zu mal eine private Nachricht über den Instagram-Messenger, wenn man mal ein Ereignis kommentieren wollte oder mal kurz eine Frage zur Kamera über WhatsApp. Ich hatte ihn ziemlich aus meinem Kopf schieben können. Dachte ich zumindest.

Es begann damit, dass er ein neues Foto hochgeladen hatte. Machte er mittlerweile wieder täglich. Aber auf diesem Foto sah man seine Hand. Mit einem Ring. Es war die linke Hand. In den USA trägt man den Ehering an der linken Hand. Aber nein, das kann doch nicht sein, dachte ich mir. Oder vielleicht doch? Unter sein Bild fragte ich: „Trägst du einen Ehering?“ Er antwortete mit dem Ok-Handzeichen-Emoji. Also ja? Oder verarschte er mich nur? Ich schrieb ihm über den Instagram-Messenger eine private Nachricht. „Bist du jetzt verheiratet? Das ging ja schnell. :D“ Seine Antwort: „Ja. Musste schnell gehen.“ Ich war immer noch nicht zu hundert Prozent überzeugt, dass er mich nicht verarschte. Ich fragte ihn weiter aus.

Wie es aussah, war es aber wahr. Als ich es endlich glauben konnte, beglückwünschte ich ihn natürlich. Ich überlegte, wie ich nun weiter vorgehen könnte. Ich war zu neugierig und wollte ein Foto. Durch geschicktes Fragen bekam ich eins. Es war ein Selfie, auf dem er mit ihr zu sehen war. Er lächelte in die Kamera und hinter ihm lehnte sich seine Freundin bzw. Frau über seinen Rücken. Die Sonne ging wohl gerade unter, da das Foto und ihre Gesichter in Gold getaucht waren. Und was soll noch ich sagen? Die zwei sahen wirklich total süß und glücklich aus.

„This is how everything falls into place“, war mein erster Gedanke, nachdem ich das schöne Foto sah. Ich habe einen wunderbaren Freund und Mr Regisseur ist verheiratet mit einer glücklichen jungen Frau. Er schrieb mir noch, er hoffe, dass das nicht zwischen uns stehen würde. Er mag mich immer noch „ganz doll“ und möchte für immer mit mir befreundet sein. 🙂 Total süß. Ich erzählte ihm im Gespräch natürlich auch, dass ich nun einen Freund habe. Es freute ihn auch sehr, dass ich glücklich bin.

Nachdem wir das Gespräch beendet hatten, musste ich noch einige Tage darüber nachdenken. Meine ersten positiven Gedanken wichen dann doch zu anderen Gedanken. Es ist genau ein Jahr her als wir gedatet hatten. Wir hatten dann noch bis Feburar viel per Nachrichten geflirtet und auch noch bis März öfter geschrieben. Anfang Mai war es, dass ich einen Cut machen musste. Danach war tatsächlich erstmal Sendepause. Und dann eben dieses spärliche Schreiben. Also wann hatte er geheiratet? Seit wann war er mit seiner Frau in einer Beziehung? Ich scrollte durch seine Fotos. Mir war noch nie zuvor der Ring aufgefallen und tatsächlich sah man meistens seine Hand nicht. Nur auf einem Foto Ende Oktober. Ich rechnete. Okay… wenn er schätzungsweise Anfang Oktober geheiratet hat, dann war er aber maximal ab Juni/Juli mit ihr zusammen. Länger kann ich es mir nicht vorstellen. Wow. Ich überlegte, ob ich das machen könnte. So nach drei Monaten direkt zu heiraten? Natürlich ist es eine komplett andere Situation: er ist Ausländer in den Staaten; die einzige Möglichkeit, nicht ständig für ein Touristenvisum ein- und ausreisen zu müssen ist eine Hochzeit. Und mit dem Visum per Heirat konnte er auch offiziell in den USA arbeiten.

Trotzdem ließ es mich nicht los. Ich wollte wissen, seit wann er sie kannte. Ich überlegte, wie ich ihn unauffällig fragen könnte. Aber unauffällig ging das nicht. Und wieso sollte ich ihn nicht einfach direkt fragen? Ich schrieb ihn ein paar Tage darauf also nochmal an. Am besten zeige ich hier einfach die Gesprächsausschnitte:

Screenshot_20171209-210007

Seine Antwort: „Natürlich nicht“ und dieser tränenlachende Emoji. Ich entschuldigte mich, dass ich da wohl einfach zu neugierig bin. Darauf er:

Screenshot_20171209-210040

Er weiter: „aber der Gedanke gibt mir Bauchschmerzen. Lass uns nicht darüber reden.“

Wow.

Shit.

Ich schrieb ihm ehrlich, dass ich glaube, der Fehler sei gewesen, dass wir es nie ordentlich „beenden“ konnten. Er ist gegangen, als wir uns gerade kennen gelernt hatten und ist nie wieder zurückgekommen. Er antwortete darauf: „Glaub mir. Das war alles nicht so geplant.“ Und ich glaube ihm das. Ich war weiter ehrlich: „Ich weiß aber auch nicht, ob wir zusammengepasst hätten. Aber das werden wir wohl nie erfahren.“

Seine Antwort darauf war sehr vernünftig: „Ob wir zusammengepasst hätten? Wahrscheinlich nicht. Du bist sehr bodenständig. Ich bin ein Träumer. Konflikte wären gekommen. Aber auch wenn es nur auf regelmäßiges Klettern hinausgelaufen wäre, klingt es für mich besser als zehntausend Kilometer entfernt zu sein.“

Hm. Also ich weiß nicht so recht, ob ich dieses „bodenständig“ als Kompliment oder Beleidung auffassen soll. 😀 Aber davon abgesehen, gebe ich ihm Recht. Ich hatte schon vor einiger Zeit überlegt, ihn mal zu besuchen. Ich möchte nach meiner Masterthesis nochmal etwas reisen. Eine USA-Reise steht schon länger auf meiner Liste. Ich schlug ihm das mit dem Besuch vor und er antwortete, ich sei jederzeit willkommen.

Ich denke, ich würde nur hinreisen, um endlich abschließen zu können. Wenn wir uns wiedersehen, entdecken wir, dass wir uns überhaupt nicht mehr attraktiv finden. Und dann können wir endlich nur Freunde sein. So wird es passieren.

Und ich kann endlich meinem Traummann die vollendete Aufmerksamkeit schenken, die er verdient. 🙂

 

Er ist es doch

Es ist Donnerstag, der 2. November. Nach dem ersten Tag wieder zurück in meiner finnischen Unistadt, liege ich in meiner Batman-Schlafanzughose im Bett und warte geduldig auf den Anruf von Mr. Hashtag. Wir haben uns zwar erst vor etwas mehr als 24-Stunden voneinander in Helsinki verabschiedet, doch wollen wir direkt wieder die Stimme des anderen hören bevor wir schlafen gehen. Seine Stimme habe ich die letzten fünf Tage zu genüge gehört und unsere Erzählungen wiederholen sich schon, aber ich kann nicht genug bekommen und er auch nicht. Die Tage, die wir gemeinsam in Helsinki verbrachten waren schön. Nein, eigentlich waren sie perfekt.

Wir telefonierten also eine Weile, er erzählte von seinem stressigen Rückflug und seinem heutigen Tag und ich von meiner unspektakulären Rückfahrt und meinem Tag. Als das Gespräch abklang, war ich bereit Gute-Nacht zu sagen: „Ich möchte dich gar nicht lange aufhalten. Du musst ja morgen früh aufstehen zur Arbeit.“

„Ja, das stimmt zwar… Aber es gibt da etwas, das ich noch besprechen möchte.“

Er legte eine Pause ein. Ich hörte förmlich, wie er versuchte seine Worte zurecht zu legen.

„Ich wollte eigentlich schon in Helsinki darüber sprechen. Aber es hat sich nicht so ergeben und unsere letzten Stunden zusammen waren ja leider ein bisschen stressig…“

Wieder legte er eine Pause ein. Er klang zunehmend nervöser. Schon längst hatte ich eine Ahnung, um was es ging. Ich fing an zu grinsen. Es war ja nicht so, dass ich in Helsinki nicht auch öfter den gleichen Gedanken hatte. Und auch schon davor. Weder vor Ort, noch jetzt am Telefon sagte ich etwas. Ich wartete ab. Viel zu neugierig war ich, wie er die Frage stellen würde.

„Ich weiß nicht, wie ich es am besten formulieren soll… Aber … Ich würde dich gerne zukünftig als meine neue Freundin vorstellen.“

In seiner Stimme schwang ein kleines bisschen Unsicherheit mit. Er war hörbar aufgeregt. Musste er aber nicht sein. Mein Grinsen breitete sich zu einem Lächeln aus.

„Das wäre sehr schön“, antwortete ich. ❤

DSC_0217

Fühlt-sich-an-wie-Beziehung

Was für ein guter Tag heute. So wie fast jeder Tag hier in Finnland. Ich fühle mich durch und durch entspannt. Der heutige Tag ist ein Mustertag für meinen bisherigen Alltag hier in Finnland: entspanntes Aufstehen, um 10 Uhr für zwei Stunden in den Unikurs, in dem hauptsächlich Filme geschaut und in Gruppen diskutiert wird, danach in die hochwertige Mensa eins der gesunden günstigen Menüs inklusive einem riesen Salatteller wählen und in guter Gesellschaft essen. Anschließend erstmal zuhause ausruhen und verdauen (manchmal ausnahmsweise was für die Uni tun, wie heute: eine fünfminütige Präsentation vorbereiten), nachmittags mit dem Fahrrad in Begleitung der anderen Mädels in das Luxusfitnessstudio die Muskeln zerstören und schließlich vor dem gesunden Abendessen, die Möglichkeit der Sauna im Studentenwohnheim nutzen und dabei mit den Mädels den kommenden Wochenendtrip planen, quatschen und entspannen.

_20170831_192926

Ich glaube, ich möchte nie wieder zurück.

Aber was würde dann Mr Hashtag wohl dazu sagen? 😉 Um den geht es in meinem heutigen Tagebucheintrag. Da gibt es nämlich unglaublich viel nachzuholen. Wo fange ich nur an? Ich versuche mal dort anzuknüpfen, wo ich aufgehört habe.

Es ist immer noch keine Beziehung zwischen uns. Aber es fühlt sich, auch mit mehreren Tausend Kilometern Entfernung, wie eine an. Wir schreiben immer noch jeden Tag. Mittlerweile etabliert es sich schon, dass wir jeden Tag telefonieren. Zum Abschied schenkte er mir Fotos von uns beiden. Ich sehe mir sie unheimlich gerne an. Wir beide sehen gut aus zusammen. Dazu schenkte er mir eine kuschelige Mütze, damit mir nicht kalt wird, wenn er mich nicht mehr wärmen kann die nächsten Monate.

A propos Geschenke: da ich anfang August (mal wieder) Geburtstag hatte (verdammt, 25 schon. Ich will forever young bleiben 😦 ) stand ihm die schwierige Aufgabe bevor, mir eine Überraschung zum Geburtstag zu machen. Verlangt oder erwartet habe ich nichts, aber ich konnte ahnen, dass er sich etwas einfallen lassen würde. Er hatte mir an einem unserer ersten Dates erzählt, dass er zu seinem 25. Geburtstag zum ersten Mal in seinem Leben eine Benjamin Blümchen Torte geschenkt bekommen hatte. Ich war begeistert von der Idee. Kreativ und lustig! Selbst hatte ich auch noch nie eine solche Torte bekommen. Natürlich behielt er das im Gedächtnis, der Traummann der er ist.

Am Abend vor meinem Geburtstag kam er vorbei. Da ich noch etwas krank war, brachte er mir etwas gegen Halsschmerzen und drei TrueFruit-Smoothies mit (für die Vitamine 😉 ). Wir machten uns etwas Leckeres zu essen und schauten den Film zuende, den wir letztes mal nur zur Hälfte geschafft hatten. Kurz vor Mitternacht wurden wir fertig und kuschelten in meinen Geburstag herein. Dann kam der Moment, in dem er mir ein in seinem Pulli gewickeltes Paket überreichte. Dieses Paket enthielt, welch Überraschung, eine Benjamin Blümchen Torte! Ich habe die Idee nochmal genauso gefeiert, wie beim ersten Mal, an der ich davon gehört hatte. Meine erste Benjamin Blümchen Torte! Und das zum 25.! Genial!

DSC_0007_1502116937945

Zusammen hatten wir ein Glas Sekt und aßen Kuchen. Der ist überigens überraschend lecker! Anschließend gingen wir Zähne putzen. Da er schon vor mir fertig war, ging er zurück in mein Zimmer. Als ich nachkam und mich zu ihm legte, entdeckte ich einen gelben Umschlag unter meinem Kissen. Verwirrt aber mit Vorfreude machte ich ihn auf, während Mr Hashtag mich beobachtete. Der Umschlag enthielt eine Karte mit einem kleinen Text von ihm und auf der linken Seite klebte eine SD-Karte – „für die zukünftigen schönen Fotos“. Wow. Womit hatte ich das verdient? Womit hatte ich ihn verdient? Ich fühlte mich wie dieser WhatsApp-Smiley mit den Herzchenaugen. Einige Tage später, als ich die SD-Karte dann in den Laptop steckte, entdeckte ich einen Ordner darauf: „Lieblingsbilder“. Er hatte Fotos von uns darauf gezogen, neuere sowie ältere von unseren ersten Dates. Hach… 🙂

Tja, aber unser „Gespräch“ hatten wir immer noch nicht geführt. Das stand diese Woche auf jeden Fall noch auf meiner Agenda. Dabei schob ich es immer und immer weiter vor mich her. Nie gab es eine gute Gelegenheit anzusprechen, wie das mit uns beiden während meines Auslandssemesters weiterlaufen soll. Ich wollte keine Beziehung eingehen, da es für mich sinnlos erschien, sich erst seit zwei Monanten zu kennen und sich dann vier Monate nicht sehen zu können.

Als wir eines Abends bei ihm am Fluss spazieren waren und uns auf den warmen Kies-Strand setzten, witterte ich die Gelegenheit. Wir unterhielten uns und planten, was wir noch alles gerne zusammen erleben wollen: snowboarden, an die Ostsee, ihm meine Heimatstadt zeigen… „Wenn ich aus Finnland und Bayern zurückkomme im Januar, machen wir dann wieder dort weiter, wo wir jetzt aufhören müssen?“ fragte ich und blickte ihm direkt in die Augen. Er verstand sofort, denn er antworete: „irgendwann müssen wir ja darüber reden, richtig?“ Und wir redeten.

Dabei hatten wir die gleiche Sichtweise. Und er fügte hinzu: „wieso erst im Januar? Ich könnte dich schon früher besuchen. In Finnland und in Bayern. Möchtest du, dass ich dich besuche?“. „Hm…“, antwortete ich. „Ja, ich glaube ich möchte das.“ Er blickte mich an: „du glaubst?“ Ich konnte mich nicht verbessern. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, ob ich das wirklich aus vollem Herzen wollte. Es kann noch so viel passieren.

Aber jetzt bin ich mir sicher. Ich möchte, dass er ich besucht. Ich möchte, dass er nach Finnland fliegt. Ich möchte wieder in seinen Armen einschlafen. Ihn wieder küssen und mit ihm Sex haben. Mit ihm spazieren gehen, Fotos machen, Essen kochen, reden. Und das weiß er auch. Denn vor zwei Wochen buchte er einen Flug. 🙂 Ende Oktober sehen wir uns in Helsinki wieder. Ich zähle jetzt schon die Tage.

Es fühlt sich an wie eine Beziehung. Es fühlt sich an, als würden wir uns schon viel länger als nur drei Monate kennen. Und doch müssen wir noch so viel übereinander erfahren. Ich könnte immer noch nicht mit einem lauten „JA“ einer Beziehung zustimmen. Was ist, wenn es wieder so wird, wie mit Mr Schützenverein? Er ist verliebt, alles ist super, er gibt sich Mühe. Dann sind wir zusammen und es ist einfach nur noch schrecklich. Zickereien, Streitereien, Erniedrigung.

Wenn es aber doch schön wird, wenn wir nach meinem Auslandssemester die Beziehung versuchen, ich aber nach meiner Masterthesis im Juli fortziehe? Weg von meiner Unistadt. Ich möchte meine letzten Monate als Studentin genießen und verreisen. Mich danach in ganz Deutschland bewerben… Keine guten Voraussetzungen für eine Beziehung.

Aber wie ging nochmal dieser unglaublich weise Ratschlag? „Mach dir nicht so einen Kopf“? Alles klar! Ich genieße das Jetzt. Mein Auslandssemester. Meine letzten Semester als Studentin. Und den Schwebezustand dieser „Fühlt-sich-an-wie-Beziehung“. 🙂

Ein weiterer Teufel und ein Fettnäpfchen

Es folgt gleich ein weiterer Beitrag. Ich hatte noch nicht alles zum Thema Mr Hashtag gesagt. 😉 Hier gehts zum ersten Beitrag von heute. Dort hatte ich geschrieben, dass ich das Thema „wohin-führt-das-alles“ aka DTR (=Define the Relationship) noch nicht angesprochen habe. Ich bin allerdings vor ein paar Tagen in ein kleines Fettnäpfchen getreten, von dem ich noch berichten möchte. 😀

Von Freitag auf Samstag war ich mal wieder bei Mr Hashtag übernacht. Wir hatten einen wunderschönen Freitagabend und gemütliches Ausschlafen, Kuscheln, Morgensex und leckeres Frühstück am Samstagmorgen. Spätestens zum Nachmittag wollte ich wieder an meiner WG sein, da meine neue Mitbewohnerin an dem Tag einziehen wollte. Wir fuhren also zusammen mit seinem BMW-Schlitten zu mir, halfen meiner Mitbewohnerin ein bisschen, machten nachmittags in meinem Stadtteil einen Pärchenspaziergang und gingen noch einkaufen für das Abendessen.

Mit den Helfern und Freunden meiner neuen Mitbewohnerin machten wir gemeinsam Pizza, tranken Bier und quatschten. Irgendwann ging es um ihre geplante Einweihungsfeier. „Für Phillipp müssen wir aber unbedingt ein paar Singlemädels einladen, ja?“, scherzte sie mit mir am Tisch in der Runde. Ich kannte ihren Kumpel Phillipp nicht und wusste auch nicht, ob ich an dem Tag ihrer Einweihungsfeier überhaupt noch da sein würde, aber ging darauf ein: „na klar, kriegen wir sicher hin!“. Dann fiel mir ein: „oh aber, in meinem Freundeskreis könnte das schwierig werden. Die sind alle schon vergeben… Ich bin – äh, war – ähhh bin – das letzte Singlemädel bei uns…“

Uuups. Was hatte ich da gerade gesagt? Den Blick zu Mr Hashtag wollte ich nicht riskieren. Ich lachte nur nervös, meine neue Mitbewohnerin lachte mit und wechselte zum Glück schnell und geschickt das Thema. Sie kannte Mr Hashtag selbst erst seit heute und hatte keine Ahnung von ihm und mir. Somit hatte sie zumindest auch nicht viel mehr Ahnung als wir voneinander. 😀

Das Thema kam nicht mehr auf den Tisch. Weder beim Pizza essen noch bei Mr Hashtag und mir. Aber somit ist diese ganze Sache immer noch unausgesprochen.

Einerseits würde ich gerne warten, bis er es anspricht. Andererseits halte ich es selbst nicht mehr lange aus. Ich muss meinen Standpunkt rüber bringen, was das Auslandssemester angeht. Ich möchte keine frische Beziehung haben, wenn ich vier Monate auf einem Erasmus-Auslandssemester bin. Nicht, weil ich da vorhätte rumzuvögeln. Wohl aber, weil ich da meinen Spaß haben möchte, gerne flirte, viel erleben und nicht viel an Zuhause denken möchte. Ich möchte nicht an etwas gebunden sein, von dem ich nicht weiß, ob es die Gedanken wert sind. Auch Mr Hashtag kann ja in der Zeit jemanden kennen lernen mit dem er vielleicht glücklicher wird, als er es je hätte mit mir sein können. Das weiß man nach zwei Monaten daten einfach nicht.

Bis ich fliege würde ich gerne die schöne Zeit mit ihm genießen, ohne mir Gedanken über die Zukunft machen zu müssen. Die Frage ist nur, ob er es auch so sieht. Deshalb muss es wohl irgendwann angesprochen werden. Allerdings merke ich immer mehr, dass diese ganze Kennenlernphase umso spannender ist, wenn man nichts anspricht. Trotzdem. Spätestens in 14 Tagen wird was passieren. Dann geht mein Flug.

Im letzten Beitrag habe ich schon geschrieben: ich würde ihm gerne versichern können, dass wir im Januar so weitermachen können, wie wir es zur Zeit tun. Aber Januar? Ein weiterer Teufel sitzt mir im Nacken. Immer noch. Schon seit viel zu vielen Monaten. Im Januar könnte ich Mr Regisseur wieder sehen… Wie ich auf ihn reagiere kann ich nicht sagen. Aber vermutlich würde ich jeden anderen Kerl stehen und liegen lassen für ein weiteres Date mit ihm. Diese verfluchten Teufel in meinem Kopf.

 

Das Teufelchen an der Oberfläche

Eigentlich wollte ich schon vor zwei Stunden anfangen mit Lernen. Andererseits wollte ich diesen Blogeintrag schon vor einer Woche schreiben. Also was hat eine höhere Priorität? 😉

Ich sags nur allzu gerne nochmal: Prokrastination kann ich. 😀

Es geht immer noch im Mr Hashtag. Es ist so viel passiert, dass ich nicht mehr umher komme, endlich mal wieder was nieder zu schreiben. Also eigentlich ist viel passiert – es lässt sich aber auch kurz fassen: mittlerweile haben wir uns schon sehr viele Male getroffen. Meine Regel, ihn nur einen Tag pro Woche zu treffen, habe ich gebrochen. Ich genieße es einfach zu sehr. Die Aufmerksamkeit, das Gekuschel, die verliebten Blicke. Das Gefühl, eine Beziehung zu haben. Wir haben aber keine. Also wenn es nach mir ginge, würde ich es jedenfalls nicht so benennen. Seit meinem letzten Eintrag zu diesem Thema habe ich es immer noch nicht geschafft, mit ihm darüber zu sprechen, wohin das Ganze hinführen soll. Oder besser gesagt, dass es nirgends hinführen kann, weil ich (nun mittlerweile) in zwei Wochen schon weg bin. Ich werde vier Monate in Finnland und danach einen Monat noch in Bayern sein. Das weiß er. Aber ich weiß nicht, ob ihm bewusst ist, dass wir jetzt keine Beziehung eingehen können.

… Oder ob ich es jemals mit ihm könnte.

Ich genieße zwar die Zeit mit ihm, die Aufmerksamkeit, das Gekuschel, die verliebten Blicke. Aber ich selbst bin nicht verliebt in ihn. Ich habe mich die letzten Wochen oft gefragt, woran es liegt. Alles scheint zu passen: seine Art, sein Humor, sein Geruch, unser Sex. Er kocht gut, er ist extrem sportlich, er fotografiert. Ich kann sogar darüber hinweg sehen, dass er nie studiert hat nach seinem Abi, sondern eine Ausbildung gemacht hat. Er hat damit komplett andere Lebenserfahrungen gemacht als ich sie gemacht habe. Sonst war es für mich immer ein wichtiger Grund, dass der potentielle Partner doch bitte auch Student sein sollte oder studiert haben sollte. Aber bei ihm finde ich es nicht schlimm. Es passt ja alles andere so wunderbar. Er macht alles richtig. Er schreibt mir täglich, er macht mir Komplimente, er gibt mir die Aufmerksamkeit, die ich brauche. Aber woran liegt es dann, dass ich mich nicht in ihn verliebe, obwohl er es unumstreitbar in mich ist?

Mich beschleicht das Gefühl, dass ich zu oberflächlich bin. Mr Hashtag ist sportlich, hat einen wunderbaren, musklösen Körper, genau die richtige Körpergröße für meine Größe – aber würde ich ihn im Club oder auf der Straße sehen, ich würde an ihm vorbei sehen. Er ist nicht mein Typ. Er hat ein einzigartiges Gesicht und ein bisschen abstehende Ohren. Sehen wir uns zu zweit, ist mir es egal, dass er nicht mein Typ ist. Aber vergleiche ich ihn mit anderen Männern, die ich bisher gedatet habe, fällt es mir auf, dass er im Ranking nicht sehr weit oben landet. Während ich das hier schreibe, hört es sich so furchtbar an. Ich will nicht so oberflächlich sein. Ich hab ihn wirklich sehr gerne und würde behaupten, es fehle mir nicht mehr viel zum verliebtsein. Aber ein kleiner oberflächlicher Teufel auf meiner Schulter flüstert mir zu: „verkauf dich nicht wieder unter Wert.“

Diese Worte hatte mein Mitbewohner vor einigen Monaten zu mir gesagt. Anscheinend sei ich eine attraktive Frau.Ich kann das schlecht beurteilen. Nach 25 Jahren gewöhnt man sich eben an den Menschen, der aus dem Spiegel auf einen zurück blickt. Ich mag mich selbst mittlerweile ganz gerne. Aber ich habe keine Ahnung wo ich in einem „Ranking“ stehen würde und muss wohl auf das Urteil und Komplimente anderer zurückgreifen. Und mein Mitbewohner, sowie mehrere aus meinem Umfeld fanden, dass ich mir ruhig hübschere Männer hätte aussuchen können.

Aber Mr Hashtag zählt da nicht unbedingt dazu. Nur – sollte das nicht egal sein? Es ist furchtbar, dass Menschen so viel Wert darauf legen, sich gegenseitig nach ihrem Aussehen zu bewerten. Was soll das denn? Es gibt so viel Wichtigeres, für das es sich lohnt, jemanden kennen zu lernen, befreundet zu sein, zu daten, zu lieben…

Und wie bringe ich nun diesen oberflächlichen Teufel auf meiner Schulter zum Schweigen? Das hat Mr Hashtag nicht verdient. Auch wenn ich erstmal keine Beziehung eingehen kann, würde ich ihm zumindest trotzdem gerne versichern können, dass ich mich freue, im Januar dort weiter zu machen, wo wir aufgehört haben. In fünf Monaten kann zwar viel passieren, aber es kann auch nichts passieren und Mr Hashtag und ich haben eine Chance. Wäre nur nicht dieser böse Teufel…

Literarisch unbrauchbar

Eigentlich hätte ich heute mal wieder ins Fitnessstudio gehen sollen. Ich war schon seit bald zwei Wochen nicht mehr.

Eigentlich sollte ich gerade an meiner Seminararbeit schreiben. Am Freitag in einer Woche ist die Abgabe und ich habe genau Null Seiten bisher geschrieben.

Eigentlich sollte ich heute anfangen für meine Klausur zu lernen.

Eigentlich müsste ich für das Start-Up, bei dem ich mitarbeite, einen kleinen Artikel schreiben.

Und eigentlich müsste ich duschen.

Stattdessen sitze ich hier, bin müde und überlege, ob ich meine Abendpläne auch absage. Nicht, weil ich irgendwie schlecht gelaunt wäre. Mir geht es wunderbar. Aber so eine „Irgendwie-Beziehung“ ist ganz schön zeitintensiv. Die Zeit habe ich nicht.

Mr Hashtag war gestern bei mir. Es war mal wieder ein toller Abend. Wir haben zusammen gekocht, Eis gegessen, einen Film geguckt, gekuschelt, Sex gehabt. Als wir uns dann schlafen legen wollten, waren wir beide nicht mehr müde und haben noch lange gequatscht. Endlich bekam ich die Gelegenheit ihn ein bisschen zu seiner „Beziehungsvergangenheit“ auszufragen. Er hatte bisher zwei ernste lange Beziehungen. Klang alles akzeptabel. Er hat es sehr sachlich erzählt. Außerdem kenne ich jetzt seine Lieblingsfarbe und sein Lieblingsessen und dass er nur Gemüse nur mit Buttersoße mag.

Irgendwann konnten wir doch einschlafen. Ich schlafe allerdings immer noch ziemlich schlecht mit einer zweiten Person im Bett. Er auch. Am nächsten Morgen, also heute, lagen wir noch ziemlich lange im Bett, massierten uns gegenseitig, hatten nochmal Sex und frühstückten dann ausgiebig zusammen mit meinem Mitbewohner und seiner Freundin. Danach wollte er gehen, aber irgendwie landeten wir nochmal kuschelnd in meinem Bett. Er konnte sich einfach nicht losreißen. Und ich wollte auch nicht, dass er geht. Es war einfach zu schön in seinen Armen zu liegen.

Und jetzt denke ich mir, dass dieser halbe Tag einfach vertrödelt war. Ich hab so viel zu tun. Verschwendet war der Vormittag nicht. Ich hab ihn sehr gerne. Ich fühle mich wohl in seinen Armen. Aber was soll das Ganze eigentlich? Ich kann es genießen so lange er da ist. Und danach überfällt mich das Stressgefühl, weil ich stattdessen so viel hätte tun können und müssen. Ich brauche einen Tag, der mindestens 30 Stunden hat. Oder einen Zeitumkehrer.

4ed82fcff40bcfbb99d78844aba62956

Aus dieser Zeitnot tippe ich diesen unorganisierten Tagebucheintrag herunter….

Was es noch von den letzten Tagen zu erwähnen gibt:

Mein Arbeitskollege hat mir letzte Woche gestanden, dass er auf mich steht. Wir kennen uns seit etwas mehr als ein Jahr. Er ist ein sehr guter Freund geworden in der Zeit. Seit neun Jahren ist er in einer Beziehung. Seit zwei Jahren wohnt er mit seiner Freundin zusammen. Dass er auf mich steht, hatte ich allerdings schon seit Längerem vermutet. Woher? Keine Ahnung. Das merkt man einfach. Vielleicht weil er jedes Mal so komisch reagierte, wenn er erfuhr, dass ich jemand Neues kennengelernt habe. Aber trotzdem war es eine ziemlich krasse Sache, als er am Donnerstag nach unserem wöchentlichen Lunchdate damit herausrückte. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Dass es nicht geht, war ja klar. Ich stehe nicht auf ihn (was ich ihm nicht so direkt gesagt habe) und sehe ihn nur als guten Freund. Ich glaube, ich habe mehrmals gesagt, dass ich hoffe, diese Sache würde unserer Freundschaft nun in Zukunft nicht im Weg stehen. Als ich nach dem Gespräch zuhause war, habe ich ihm noch eine längere Nachricht geschrieben und es nochmal betont. Seine Antwort war beschwichtigend. Ich hoffe, es bleibt alles, so wie es bisher war.

Eine zweite Sache, die ich jetzt noch schnell erwähnen möchte, bevor ich doch endlich unter die Dusche springe, ist: In ein paar Tagen bin ich auf meinem zweiten Festival. Nachdem ich seit letztem Jahr keine Festival-Jungfrau mehr bin, weiß ich ja, was mich erwartet. Dieses Festival war zwar unglaublich teuer und ich musste mir außerdem ein eigenes Zelt kaufen. Ich fahre mit einer Kommilitonin und ihrem Bruder. Vor Ort schließen wir uns zusammen mit einer weiteren Freundin von mir und ihrer Gruppe. Also alles Menschen, die ich nicht sooo gut kenne. Aber das wird sicher trotzdem toll.

So. Jetzt habe ich alle Gedanken aus meinem Kopf auf Papier (bzw. auf die Tastatur) gebracht. Ich hoffe, jetzt kann ich (nach meiner Dusche) noch ein bisschen produktiv sein.

Was für ein chaotischer, literarisch unbrauchbarer Eintrag. Es freut mich, dass ich diese fünf Minuten eures Lebens verschwenden durfte. Gern geschehen. 😉

Widersprüche

Wer je behauptet hat, Frauen kann man nicht verstehen – der hat absolut Recht. 😉

Ich habe zwar gesagt „Er ist es nicht„, dennoch treffe ich mich weiter mit ihm. Er ist es immer noch nicht. Aber ich verbringe gerne Zeit mit ihm. Ich genieße es mal wieder, jemanden zu haben, der mich begehrt. Jemanden, der mir täglich guten Morgen und gute Nacht schreibt. Jemanden, der vor Freude ganz nervös ist, wenn er mich sieht. Jemanden, mit dem ich auf Dates gehen kann, so richtig pärchen-like. Jemanden, der meine Hand nimmt oder seinen Arm um mich legt beim Spazierengehen. Jemanden, den ich küssen kann, während er Spaghetti für uns kocht. Jemanden, an den ich mich bei gruseligen Filmen kuscheln kann.

Ich weiß, ich sollte mit ihm reden. Er weiß bereits, dass ich nicht mehr lange hier bin. Es sollte also doch glasklar sein, dass da nichts mehr sein kann, wenn ich in einem Monat weg bin. Für mich ist es das zu mindest. Aber damit ich mir sicher sein kann, dass wir auf der gleichen Ebene sind, sollte ich es ansprechen.

Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Vielleicht sind wir ja noch auf der gleichen Gefühlsebene. Ist eine Aussage wie „du sorgst für Chaos in meinem Kopf“ ein eindeutiges Zeichen, dass bei ihm mehr Gefühle im Spiel sind? Oder ist es einfach eine Floskel? Ist der Satz „du bist wunderschön“ vor dem ersten Sex einfach ein wunderbares Kompliment? Oder steckt mehr Interesse dahinter?

Beim nächsten Treffen spreche ich es an. Versprochen.

Zum Schluss noch eine Anregung. Meine Mitbewohnerin stellte mir die Killerfrage: „Angenommen du wärst in einem Monat nicht weg … Wärst du jetzt in dieser Position?

Tja, wäre ich? Hätte ich ihn ein viertes Mal getroffen? Hätte ich mit ihm geschlafen? Würde ich ihm noch schreiben? Würde ich mich noch jedes Mal freuen, eine Nachricht von ihm zu bekommen?

Ich denke ja. Aber ich würde trotzdem denken, dass er es nicht ist. Ich fühle mich so egoistisch. Und so widersprüchlich.

Und nun noch ein allerletzter Gedanke: fühlte es sich damals genauso für Mr Regisseur an? Der sich mehrmals mit mir getroffen hat und wir beide eindeutig Interesse aneinander hatten – er aber dann auch fort musste? Will mir das Schicksal damit irgendwas sagen?

IMG_6126b

Er ist es nicht

Okay, Fehlalarm Leute. Ich rudere zurück. 😉 Ich bin  nicht diejenige, die es verkackt mit Mr Hashtag. Eigentlich verkackt es keiner. Eigentlich ist es ganz schön. Gestern hatten wir unser drittes Date. Aber ich merke: vielleicht ist er es doch nicht.

Das zweite Date

Vergangenen Dienstag trafen wir uns zum zweiten Mal. Ich hatte nur nachmittags Zeit, weil ich abends unbedingt mal wieder in meinen Yogakurs wollte. Wir verabredeten uns am selben Treffpunkt wie beim ersten Date. Er hatte zwar angeboten mich abholen zu können, aber dafür hätte er quer durch die Stadt fahren müssen und für mich war es kein Problem schnell in den Bus zu hopsen und dort hin zu fahren.

Er hatte vorgeschlagen sein Longboard mitzunehmen und mir das Fahren beizubringen. Ich war zuvor noch nie auf einem Longboard gestanden und fand es eine wirklich coole Idee. Ich freute mich ihn wieder zu sehen nach dem ersten tollen Date.

Nach unserer Begrüßungsumarmung machten wir uns auf den Weg zur ausgewählten perfekten „Longboard-Straße“. Eine flache lange Straße eben. 😉 Er erklärte es mir  kurz (was gibt es auch großartig zu erklären beim Longboardfahren?) und ich stellte mich drauf. Direkt bot er mir seine Hand an. Natürlich nahm ich sie und so zog er mich einige Meter mit dem Longboad die Straße entlang. Ein bisschen anschubsen durfte ich dann auch selbst. Obwohl ich kein Naturtalent im Longboardfahren bin, machte es mir richtig Spaß und ich überlege nun, mir selbst eins zu holen. 🙂

Immer abwechselnd fuhren er und ich, während der andere nebenher lief und mit seiner Spiegelreflex ein paar Fotos „in Action“ machte. Da die Straße wirklich super lang ist, mussten wir aus zeitgründen irgendwann umkehren. Er hatte allerdings keine Lust mehr nebenher zu laufen und beschloss, dass wir jetzt zusammen auf dem Longboard fahren würden. Das hatte er noch nie gemacht und wir mussten er ein paar „Stellungen“ ausprobieren. 😉 Ich mit beiden Füßen vorne, unsere beiden Füße versetzt, Händchen haltend, Hände frei, er mich an der Hüfte haltend… Fast hätten wir aufgegeben, bis ich mich nach hinten stellte und er am vorderen Teil versuchte anzuschubsen. Und es klappte!

Anfangs noch sehr zögerlich und langsam, konnten wir aber bald das Tempo steigern und bretterten über den Asphalt. 😀 Haha. Absolute Date-Empfehlung, liebe Leser! Zusammen Longboard fahren! 😉 Ich hatte zwar die ganze Zeit Angst hinzuknallen, aber irgendwie vertraute ich ihm. Außerdem konnte mich gut hinter seinem muskulösen Rücken verstecken, sodass ich nicht auf die Straße sehen musste. Wir kamen heil zurück an seinem Auto an, ließen den hohen Adrenalinspiegel langsam abklingen und quatschten ein bisschen. Rechtzeitig vor meiner Yogastunde fuhr er mich zurück.

Natürlich schrieb er mir nach unserem zweiten Date weiterhin brav jeden Tag die Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten. Mittlerweile gefiel es mir, mich darauf verlassen zu können, dass er mir schreibt. Auch wenn ich bis mittags nichts geschrieben habe, kommt irgendwann eine Nachricht von ihm. Eigentlich schreibt sowieso immer er als erstes. Ein Vorschlag für das nächste Treffen ließ auch nicht lange auf sich warten: er wollte mit mir am Freitag ins Kino Fluch der Karibik angucken. Fand ich genial, denn den Film wollte ich eh noch sehen.

Wir verabredeten uns also für den Nachmittag, nach seinem Feierabend. Für mich war es leider relativ früh, eigentlich musste ich um 16 Uhr noch einiges für die Uni tun. Aber das ließ ich mal sausen und willigte ein. Ich wies ihm an vor meiner WG zu parken, da es in der Innenstadt schwierig ist Parkplätze zu finden. So konnten wir zusammen in die Stadt laufen und abends nach dem Kino auch wieder zurück.

Das dritte Date

Ausgerechnet seit einigen Tagen funktioniert unsere Klingel nicht, also hörte ich es nicht, als er ankam. Zum Glück ist er ja nicht blöd und klopfte an unserem Küchenfenster und erschreckte damit meine Mitbewohnerin, die ihn reinließ und mich rief. Als ich seine große Gestalt im Flur erspähte musste ich schon grinsen. Ich freute mich ihn zu sehen.

Wir liefen zusammen in die Innenstadt, machten dort einen kleinen Spaziergang, blieben eine Weile am Fluss stehen, wo er mir (mal wieder) von seinem Wassersport erzählte, überlegten uns dann, was wir essen wollten und steuerten auf den Vapiano zu. Nach meinem leider sehr klein ausgefallenen Salat beschlossen wir, auf jeden Fall noch ein Eis zu holen. Weil wir beide große Oreo-Fans sind, kauften wir außerdem noch vorm Kino zwei Packungen im Supermarkt und schmuggelten die in meiner großen Handtasche rein.

Er lud mich ins Kino ein, ich ihn daraufhin auf eine Cola (immerhin 😉 ). Während des Films überlegte ich heimlich, ob ich mich irgendwie bequem an seine Schulter anlehnen konnte. Dann hätte ich allerdings nur noch schief auf die Leinwand gesehen, also saßen wir einfach nur nebeneinander. Die Oreos hatten wir während des Films doch nicht ausgepackt, da wir von dem Eis noch gut gesättigt waren. Deshalb entschieden wir nach dem Film, eine Picknickpause auf dem Rückweg einzulegen. Während wir also zurückliefen und nach einem passenden Picknickort suchten, ergriff er irgendwann meine Hand. Mir fiel auf, wie lange ich schon nicht mehr Händchenhaltend durch die Stadt gelaufen bin…

Wir entdeckten eine Bank, er setzte sich und breitete sein Sweatshirt neben sich aus, damit ich mich darauf setzen konnte um nicht auf dem Metall frieren zu müssen. Süß. 🙂 Leider fing es genau in dem Moment an zu tröpfeln. Wir versuchten noch tapfer das Nasse zu ignorieren, während wir an den Oreos knabberten. Als der Regen stärker wurde, gaben wir auf und mussten uns etwas zum unterstellen suchen. Am Rand des Veranstaltungsgebäudes unserer Stadt, ein schönes und historisches Bauwerk, fanden wir eine überdachte Nische. Stehen war doof, also setzten wir uns einfach auf den Boden mit dem Rücken zur verschlossenen Glastür. Sofort zog er mich näher an sich heran und platzierte meine Beine über seinen Schoß. In der Position blieb mir nichts anderes übrig, als mich gemütlich an seine Schulter zu kuscheln. Das musste ziemlich ulkig und süß ausgesehen haben, wie wir in dieser Nische an dem historischen Gebäude zusammengekuschelt Oreos aßen und darauf warteten, bis der Regen nachließ. Ich fand es jedenfalls sehr gemütlich.

Auch als der Regen aufhörte, blieben wir so sitzen. Ich wartete eigentlich nur noch auf den Moment, an dem er mein Gesicht zu sich ziehen würde und mich küssen würde.

Aber er tat es nicht. Hm. Wieso denn nicht?

Irgendwann wurden wir von unserem gemütlichen Platz verscheucht, da die Veranstaltung, die an dem Abend statt gefunden hatte, zuende war Stühle durch diese Glastür heraus gebracht werden mussten. Wir liefen also das kurze restliche Stück zu mir und beschlossen schnell, dass es in der Küche zu ungemütlich war.

In meinem Zimmer stand Mr Hashtag erst etwas verloren herum, bis ich ihm sagte, er könne es sich doch gemütlich machen. Ich habe leider keine Couch oder ähnliches, nur ein großes Bett und einen Schreibtischstuhl. Erst als ich mich selbst auf mein Bett setzte, kam er dazu.

Dort plauderten wir weiter bis er mich wieder an sich zog. Er begann mich am Hals zu streicheln und ich wurde immer entspannter und schläfriger. Das bemerkte er und fragte mich, ob ich denn gar nicht kitzelig wäre am Hals. Nö, bin ich nicht. Er erwiderte, er möchte mal was ausprobieren… Er kam mir näher und begann mich sanft am Hals zu küssen. Zwar bekam ich immer noch keine Gänsehaut, aber ich genoss es. Er küsste weiter, bis er an meinen Lippen ankam. Endlich! Er küsste sehr gut.

Wir begannen zu knutschen und unsere Körper begannen sich ineinander zu wenden. Mir schoss nur ein Gedanke durch den Kopf: wenn das noch „wilder“ werden sollte, dann kommen wir an den „Point of no return“. Und an den wollte ich heute Abend nicht. Ich fand es zwar schön ihn zu küssen und zu knutschen, aber das reichte mir. Irgendwie schaffte ich es, das Geknutsche ruhiger werden zu lassen, bis ich die Chance witterte, etwas zu sagen um damit unaufällig eine Pause einzuschieben. Ich fragte ihn, ob er denn gar nicht mehr müde sei. Er grinste mich an, seine Augen funkelten und er verneinte. „Ich bin es aber“, sagte ich und packte meinen Rehblick aus. „Okay…“, Enttäuschung war jetzt in seinen Augen zu erkennen. Um ihn etwas aufzuheitern, da ich es ja nicht böse meinte, gab ich ihm noch einen kleinen neckischen Kuss auf den Mund und kuschelte mich dann an seine Brust.

Bis dahin hatte ich immer noch keine Ahnung, wie er denn beziehungstechnisch so tickte. Wir hatten bisher immer nur über alltägliche Themen gesprochen. Deshalb platze ich endlich mal raus mit meiner Frage: „wie lange bist du denn schon Single?“ Er erzählte mir ein bisschen von seiner zweijährigen Beziehung, die letztes Jahr im August zuende gegangen war. Anscheinend war es nicht leicht für ihn gewesen. Aber jetzt wäre alles wieder gut. Während er erzählte sprang er auf andere Themen über. Er erzählte von seiner Kindheit, seinen Reisen und seinen Kumpels. Mir fiel auf, dass er nie eine Gegenfrage stellte. Er fragte nicht, wie lange ich schon Single war, wollte nichts über meine Kindheit oder meinen Reisen wissen. Ich war nicht gekränkt deshalb, aber ich fand es komisch.

Irgendwann fragte er mich: „könntest du denn so angekuschelt schlafen?“ Wahrscheinlich hätte ich es gekonnt, aber ich entschied mich für eine situationsgerechtere Antwort: „nein, so nicht, aber ich finde es trotzdem schön bequem. Aber ich schlafe besser wenn ich allein bin.“ Jetzt musste er es aber verstanden haben.

Hatte er auch: „wenn ich gehen soll, musst du mich wahrscheinlich rausschmeißen.“ „Mache ich“, und ich kuschelte mich näher an ihn. Das könnte ich ja später auch noch machen.

Er begann mich wieder zu streicheln. Über den Hals, über meine Wange und über meine Lippen. Er fragte mich, ob ich garnicht empfindlich wäre an den Lippen. Wenn er dort berührt werde, kribbele es bei ihm so. „Und wenn ich dich küsse, kribbelt mein ganzer Körper“, fügte er dazu.

Oh oh.

Also bei mir kribbelt da nichts. Spätestens jetzt gab mir die ganze Situation zu denken. Ich finde es angenehm in seinen Armen zu liegen. Es macht Spaß ihn zu küssen. Wir verbringen eine lustige Zeit zusammen auf unseren Dates. Er ist ein Gentleman, er ist attraktiv und er mag mich. Aber ich mag ihn wohl nicht ganz so sehr wie er mich.

Wir lagen noch eine Weile kuschelnd und knutschend in meinem Bett, bis ich entschied, dass es Zeit war für mich schlafen zu gehen. Ich setzte mich auf und guckte ihn an. Er verstand und stand auf. An meiner Haustür zögerte ich nicht und küsste ihn zum Abschied. Ich wollte nicht, dass er meine Gedankengänge erkennen konnte. Ich wollte nicht, dass er enttäuscht ist. Er ist ein so sympatischer netter Mann.

Aber seit gestern Abend kann ich an nichts anderes denken als dieses fehlende Kribbeln. Eigentlich bin ich doch immer diejenige, die sich zu schnell verliebt. Vielleicht ist er ja auch garnicht verliebt und ich interpretiere wieder… Aber eins weiß ich nun:

Er ist nicht derjenige, für den ich mein derzeitiges Leben verändern würde. Er ist es nicht, für den ich weiterhin meine Pläne umschmeißen würde um ihn unter der Woche zu treffen. Er ist es nicht, mit dem ich vor meinem Auslandssemester eine Bindung eingehen würde. Er ist wohl einfach nicht der Richtige. Er ist es nicht.

Wie und wann sollte und muss ich es ihm sagen?