Hallo 2018!

Nachdem ich das alte Jahr verabschiedet habe, sage ich nun Hallo zu 2018! Reingefeiert habe ich mit meinen liebsten Menschen der Welt und von meinem wunderbaren Freund habe ich um Mitternacht natürlich einen dicken Schmatzer bekommen.

Was dieses Jahr so alles anstehen wird, habe ich mir ganz untypisch noch keine Gedanken gemacht. Passiert das so, wenn man älter und weiser wird…? 😉

Naja, um meiner Planungswut und meinem außerordentlich ausgeprägten Ordnungssinn gerecht zu werden, möchte ich in diesem Tagebucheintrag festhalten, auf was ich mich in diesem Jahr alles gefasst machen muss.

Ganz meiner Persönlichkeit zutrotz, werde ich mir in diesem Jahr keine Ziele setzen oder Vorsätze vornehmen. Jedenfalls werde ich mich nicht mit solchen Nichtigkeiten wie im letzten Jahr abgeben. 😉

Denn in diesem Jahr steht Großes an! Ich werde, nach sechs wunderbaren und erfahrungsreichen Jahren, mein Studium abschließen und mich mit einem Mastertitel schmücken können. Ich würde gerne schreiben, dass ich das Studieren vermissen werde, aber mir scheint es der falsche Ausdruck zu sein. Ich werde mit Freude und vielleicht ein bisschen Wehmut an die tolle Zeit zurückdenken. Ich bereue ganz und gar nicht, dass ich mich damals nach dem Bachelor (sehr spontan) für weitere zwei, drei Jahre zur Uni verpflichtet habe. Ich habe mich noch nicht bereit gefühlt in die Welt hinaus geschmissen zu werden. Jetzt aber bin ich es. Ich freue mich auf die Zukunft. Auf den Job, den ich finden und die neuen Erfahrungen, die ich machen werde. Außerdem wird es endlich mal Zeit zu zeigen, ob sich die letzten sechs Jahre gelohnt haben um dafür angemessenes Geld zu erhalten. 😉

Bis es soweit ist, werde ich allerdings mein letztes Jahr als Studentin genießen. Nächste Woche fahre ich endlich wieder in meine Unistadt. Ich freue mich, meine WG und meine lieben Freunde alle wiederzusehen. Im Februar stehen meine letzten zwei Klausuren an. Die kommenden Wochen werden sicher stressig, aber ich gebe nochmal mein Bestes. Und danach nehme ich jede Party mit!

Ein paar Mini-Schritte in meiner Beziehung stehen auch an. Meine Zwischenmieterin wohnt noch bis Mitte Februar in meinem WG-Zimmer, also muss ich ausweichen: ich werde für drei Wochen zu meinem Freund ziehen. Aber nachdem wir schon 13 Tage ohne jegliche Probleme „aufeinander gehockt“ waren, als er mich nach Weihnachten besuchte, glaube ich, wir meistern auch dieses kurze Zusammenziehen und den Alltag wunderbar. Ich werde außerdem seine Eltern und Freunde kennen lernen. Meine Eltern und meinen Freundeskreis hat er ja schon mit seinem Charme verzaubert. Ich hoffe, bei mir läuft es auch so gut.

Zurück zum Thema Uni: nach den Klausuren und bevor ich mein Studium abschließen kann, kommt natürlich noch der Endgegner – die Masterthesis. Einen Platz an meinem Wunschlehrstuhl habe ich glücklicherweise schon. Mein Betreuer ist Professor und Lehrstuhlinhaber und soll recht gute Noten vergeben. Meine erste Sprechstunde habe ich erst in vier Wochen, aber irgendwie bin ich schon etwas aufgeregt. Ich weiß bisher nur, dass ich zum Thema „Innovationsmarketing“ schreiben möchte. Eine speziellere Fragestellung habe ich mir noch nicht überlegt und hoffe ich kann mit meinem Betreuer etwas brainstormen.

Wenn alles nach Plan läuft kann ich meine Masterthesis Ende Juli abgeben. Leider werde ich zum Studiumszeugnis nicht mehr die Gesamtnote erreichen können, die ich mir zu Beginn gewünscht hätte. Der Master ist mir schwerer gefallen, als ich dachte und meine Mitstudenten waren in den Klausuren einfach besser. Wenn ich die mir aktuell noch fehlenden Noten realistsisch schätze, erreiche ich keinen Schnitt mehr über 2,1 – während meine Kommilitonen alle mit einem Einser-Schnitt glänzen. Das bereitet mir ein bisschen Sorgen, da Jobs im Marketing beliebt sind und man folglich, um seinen Traumjob zu ergattern, gut sein muss. Aber ich hoffe, ich kann wenigstens mit meinen Praktika, Auslandserfahrungen und meiner sympatischen Art aus der Masse hervorstechen. 😉 Während ich an meiner Thesis schreibe werde ich gleichzeitig jedenfalls eine Flut an Bewerbungen nach ganz Deutschland herausschicken. Das wird schon irgendwie klappen.

Sobald ich also meine Thesis geschrieben und (m)einen (Traum)job sicher habe, geht es an meine (wahrscheinlich vorerst letzte) längere Reise. Ich habe es bereits schon mal geschrieben und der Gedanke kristallizierte sich die letzten Wochen immer mehr und mehr heraus, bis daraus ein konkreter Reiseplan wurde: ich möchte einen USA-Trip machen. Er soll 11 Wochen andauern, mitte August geht es los. Ende Oktober komme ich zurück um dann Anfang November mit dem Ernst des Lebens zu beginnen. Die ersten paar Wochen in den USA soll mich mein Freund begleiten (er hat noch nicht konkret zugesagt, aber er klang sehr begeistert) und die letzten ein bis zwei Wochen werde ich Mr Regisseur in LA besuchen. Dazwischen bin ich alleine, aber ich war schon oft genug alleine reisen, sodass es für mich kein Problem sein sollte. Aufgeregt deswegen bin ich natürlich trotzdem. Und ich mache mir ein paar Sorgen, ob mein Budget reichen wird. Aber wenn nicht, dann fliege ich eben früher zurück. Die Erfahrung war es dann auch wert. 🙂 Den Flug habe ich noch nicht gebucht – aber so klar, wie sich mein Plan kristalliziert hat, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich es durchziehe.

Und damit wären wir auch schon am Ende meiner Vorstellungskraft für die Zukunft. Ich bin ja schließlich keine Wahrsagerin. 😉 Was ab November passiert, wenn ich anfange zu arbeiten, kann ich nicht sagen. – Aber verdammt, ich freue mich aber schon auf dieses Jahr! Hallo 2018!

 

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Bye bye 2017!

Nun bin ich bald schon wieder einen Monat in Deutschland. Über einige Erfahrungen und Ausflüge habe ich ja bereits in den letzten paar Beiträgen bereichtet, aber ich habe vor noch ein bisschen mehr darüber zuschreiben. Heute will ich, mit 16 Tagen Verspätung, endlich in meinem Tagebuch das alte Jahr verabschieden und das Neue einläuten. 😉

Meine Weihnachtstage mit Kreise der Familie waren toll und wie immer genieße ich die Zeit sehr. Aber rückblickend muss ich sagen, dass es nichts Besonderes war. Vielleicht habe ich einfach schon zu viele Weihnachten auf die gleiche Art und Weise gefeiert.

Zu Silvester standen, genau wie zu Weihnachten, keine besonderen Pläne an. Ursprünglich wollte mein Freundeskreis von Zuhause (der aus meinen allerbesten Freunden besteht) nach München, da eine von uns seit Kurzem dort in einer kleinen WG wohnt. Aber nachdem wir, dank mir, um ein paar mehr Gäste anwuchsen, verschoben wir die Örtlichkeiten auf das Haus der Eltern meiner besten Freundin, in dem wir letztes Jahr schon gefeiert haben. Das bot dann auch Platz für alle zehn Leute. Erfreulicherweise kam nämlich meine Mitbewohnerin aus Finnland mit ihrem Freund zu uns. Nachdem wir während des Auslandssemesters fast schon unzertrennlich waren und nach unserem Rückflug zwei Wochen nicht mehr gesehen haben, war es wirklich schön, sie wieder zu treffen!

Und natürlich, wie angekündigt, war Mr Hashtag ebenfalls über Silvester zu Besuch. Er kam sogar schon nach Weihnachten und blieb ganze 13 Tage! Unser Wiedersehen und die Tage zusammen waren mal wieder wie ein wahrgewordener Traum.

So sahen also meine letzten paar Tage und Wochen in meiner Heimat aus. Zurück in meine Unistadt fahre ich erst nächste Woche. Bis dahin lerne ich ganz stressfrei noch ein bisschen und genieße sonst die ruhige Zeit. Denn der Unistress wird früh genug losgehen: dieses Jahr beende ich nämlich endültig mein Studium. Zu was das bedeutet und was sonst noch in 2018 ansteht, erzähle ich später mehr.

Jetzt kommt erstmal der Rückblick zum vergangenen Jahr. Denn ich hatte mir im Januar so einige Ziele vorgenommen. Nach dem ersten Drittel hatte ich schon ein Zwischenfazit gezogen und nun folgen meine endgültigen Ergebnisse. 😉

  1. Täglich 15 Minuten Yoga machen.

Im April hatte ich ja schon gebeichtet, dass ich kein Yoga mehr gemacht habe. Soweit ich mich zurückerinnern kann, fand ich auch im restlichen Jahr keinen Anschluss mehr. Immerhin war ich (wie jedes Semester) fleißig im Yoga-Kurs an der Uni. Den habe ich prompt vermisst, als ich im Ausland war. Dafür habe ich mich nach dem Sport zumindest immer ausgiebig gedehnt und darin eine kleine entspannende Routine entwickelt.

Seit ein paar Tagen habe ich das tägliche Yoga Zuhause wieder aufgenommen. Motiviert hat mich die sympatische Youtuberin und Yoga-Lehrerin Mady Morrison mit ihrer 30-Tage Challenge. Ihre Yoga-Sequenzen bringen direkt Abwechslung in meine sonst immer gleichen Yogaübungen. Vielleicht kann ich so den Yoga in meinen Alltag wieder etwas integrieren.

  1. Täglich Nachrichten sehen (oder lesen)

Leider leider muss ich sagen, dass ich hier nicht mehr so konsequent dabei geblieben bin wie noch im April. Ab dem Sommer habe ich diesen Vorsatz vernachlässigt, als ich im Lernstress war. Auch in Finnland habe ich mir dann wegen der vielen Ausflüge kaum eine Minute genommen dafür. Shame on me. Dabei ist mir das wirklich immer noch wichtig.

  1. Mehr lesen: Mindestens zwei Stunden pro Woche

So ganz genau nehme ich es hier nicht, aber ich bin auf jeden Fall zufrieden mit meinem Lese-Pensum dieses Jahr. Zwischendurch habe ich für ein bestimmtes Buch ziemlich lange gebraucht und bin sicher nicht auf die zwei Stunden pro Woche gekommen. Aber jetzt im neuen Jahr habe ich mittlerweile schon ein bisschen was an der Zeit reingeholt. 😉

  1. Fotografie: Mindestens einmal im Monat für zwei Stunden Fotografieren und zwei Stunden Bearbeiten oder mich durch Videos, Lesen … dazu weiterbilden.

Ja! Natürlich habe ich sehr viele Fotos machen können während ich auf Reisen war. 🙂 Wenn ich ganz streng mit mir bin, habe ich allerdings nicht die Fortschritte gemacht, die ich mir zum Anfang des Jahres gewünscht hätte. Auch arbeite ich immer noch mit GIMP, was auf meinem Anfängerniveau in Bildbearbeitung leider nicht so viele Möglichkeiten bietet. Ich würde mir ja wirklich gerne Photoshop wünschen. Was die Fotografie selbst angeht, kann ich mir in Zukunft viel von meinem Freund abgucken. Er ist selbst ein toller Fotograf!

  1. Mehr Follower auf Instagram (1000 bis zum 31.12.)

Wieder nope. Noch nicht mal die Hälfte (aber immerhin nur knapp darunter 😀 Also zumindest sind es „mehr“ geworden). Ich hatte einfach keine Lust mehr auf dieses heuchlerische Folgen/Entfolgen, tausende Bilder liken und kommetieren und täglich Posts hochladen, nur um auf meinen Account aufmerksam zu machen. Die Fotos, die ich hochlade, finde ich aber selbst sehr schön. Also ich würde mir selbst ja folgen. 😉 Es ist also sicher nur eine Frage der Zeit, bis ich mal entdeckt werde und meine Karriere als Influencerin starten kann. 😛

  1. Mindestens ein Mal die Woche Bouldern gehen

Wie schon im April angedeutet, kam die Motivation zum Bouldern bis zum Ende des Jahres nicht mehr. Was ich allerdings nicht schlimm finde. Einerseits, weil ich eh (gefühlt) tausend andere Sportarten mache und andererseits, weil meine Kraft und Technik nicht gelitten haben während den letzten acht Monaten unregelmäßigen Boulderns. Denn: ich gehe zur Zeit wieder häufig (seit ich wieder in Deutschland bin) und habe mich null verschlechtert. Yeah. 🙂 Ich mache weiterhin das Bouldern einfach nur zum Spaß und ohne Druck. Das ist wohl die Lösung für mich.

  1. Mindestens ein Mal die Woche Laufen

Ja, ja, ja! Außer, wenn ich mit 40 Grad Fieber krank im Bett lag oder irgendwo in den tiefsten Regionen Finnlands unterwegs war, habe ich mich an diesen Vorsatz gehalten und mein Ziel erreicht. 🙂 Runtastic sagt: 68 Einheiten und 429,5 Kilometer im Jahr 2017.

  1. Einen Halbmarathon laufen bis Ende 2017

Auch hier wieder: Jaaaa! Einen wunderbaren Halbmarathon in NRW habe ich absolviert – in einer Zeit, die ich mir nicht mal erträumt hatte: 2 Stunden und 6 Minuten. Das war wirklich ein Erlebnis und ich bin unglaublich stolz auf mich. Es war sicher nicht mein letzter Halbmarathon, denn ich bin überzeugt, dass ich es mit ein bisschen Anstrengung sogar unter 2 Stunden schaffe. Challenge accepted. 🙂

  1. Wieder fitter werden

Im Prinzip kann ich die Worte meines Zwischenfazits nochmal genau so übernehmen. 😉

Ich wiege immer noch diese fiesen sieben Kilo mehr als vor 2,5 Jahren, aber immerhin habe ich nicht mehr weiter zugenommen. Dadurch würde ich sogar schließen, dass sich meine Hormone wieder eingependelt haben, nachdem ich vor 14 Monaten die Pille abgesetzt habe. Die Zahl auf der Waage stört mich nachwievor, aber die Zunahme sehe ich nicht im Spiegel und frage mich immer noch, ob das denn tatsächlich Muskelmasse sein kann?

Und nun wortwörtlich vom April: „…und da „fit sein“ sich eigentlich nicht auf das Gewicht bezieht: ich würde auf jeden Fall sagen, dass ich fitter bin als ich es noch Ende 2016 war. Schon alleine, weil ich schneller laufe und solche coolen Dinge wie Kopfstände und die Krähe (Yoga) jetzt schaffe.“ Außerdem habe ich einen verdammten Halbmarathon geschafft – also hallo?! 😉

  1. Single bleiben im Jahre 2017 bzw. mich selbst lieben lernen!

Teil eins des Ziels, wie ihr alle wisst: nein. 😀 Ich habe im Mai noch unschuldig vor mich hingetindert und hatte eigentlich keine allzu große Lust mehr darauf. Im Juli/August ließ ich mich dann, ohne groß etwas zu erwarten auf ein paar Dates mit einem Kerl ein, der mich durch freche Sprüche, süße Worte und lustigen Hashtags auf Instgram neugierig machte. Und ab dann nahm es seinen Lauf. Ich habe mich so heftig verliebt wie noch nie zuvor. Ich bereue keinesfalls, dass ich diesen Vorsatz nicht eingehalten habe.

Und außerdem folgte auf das Nicht-Erreichen des ersten Teils, das Erreichen des Zweiten (oder zumindest das Sehr-Viel-Näherkommens). Jetzt, wo ich eine Beziehung habe, merke ich noch deutlicher, dass ich keine brauche um mich selbst zu lieben. Es klingt widersprüchlich, aber so fühlt es sich an. Hätte ich keine Beziehung, würde ich genauso hier sitzen, hätte im letzten Jahr genau die gleichen Dinge getan, hätte genau die gleichen Ziele erreicht, wäre genau die gleiche Person, die ich jetzt bin. Es hat sich nichts verändert an mir. Mein Freund ist die Kirsche auf meiner sowieso schon leckeren Torte des Lebens. Sie macht die Torte nicht weniger gut, noch macht es sie besser. Und wenn irgendwo so ein kleines Klümpchen mal nicht ordentlich verrührt wurde und ich reinbeiße – dann verziehe ich eben das Gesicht. Aber hey, es gibt noch so viel mehr leckeren Kuchen auf meinem Teller. 😉

Und das war doch eine wunderbare Metapher um meine Aufzählung zuende zu bringen und damit das verganene Jahr Review passieren zu lassen. 🙂 Da dieser Eintrag recht lange geworden ist, werde ich das neue Jahr in einem eigenen frischen Tagebucheintrag willkommen heißen. Also stay tuned!

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Der echte Weihnachtsmann

Yaay, mein erster Gastbeitrag auf einem anderen Blog. 🙂 Schaut mal rein bei Briefkastenliebe!

Ich bin einer dieser echten und wahrhaftigen Weihnachtsfans. Die schönste Zeit des Jahres ist für mich Weihnachten. Ich liebe Weihnachtslieder, Weihnachtsdeko, Weihnachtslichter, Weihnachtsmärkte, Weihnachtspullis, Weihnachtsplätzchen, Lebkuchen, Glühwein… Ich ändere sogar jedes Jahr mein Profilbild auf Facebook zu einem Foto von mir mit Weihnachtsmütze. 😉 Was ist das für ein toller Zufall, dass ich nun im […]

über Der echte Weihnachtsmann. —  Weiterlesen…

Erdbeben in meiner Gefühlswelt

Also so langsam glaube ich, meine frische Beziehung steht unter einem schlechten Stern… Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Seit meinem letzten Beitrag habe ich mich wieder beruhigt, was diesem aus Versehenen „Fehltritt“ anging. Ich denke, ich habe das Ganze wirklich erstmal schlimmer empfunden, als es eigentlich war.

Allerdings ist letzte Woche schon wieder etwas passiert, dass meine Gefühlswelt in Verwirrung gestürzt hat. Tatsächlich könnte man meinen, das sei bei Mr Hashtag und mir schwer zu schaffen. Ich bin so verliebt wie noch nie. Das aller erste Mal in meinem Leben würde ich sagen, dass ich mir vorstellen könnte, für immer mit meinem Partner zusammen zu sein. Seit drei Wochen ist Mr Hashtag in Südamerika im Urlaub, bzw. hat er dort an der Weltmeisterschaft seines Wassersports teilgenommen. Südamerika ist noch nicht so gut ausgestattet mit W-Lan, sodass wir die letzten Wochen nur sehr selten schreiben und telefonieren konnten. Ich habe ihn unglaublich vermisst. Und tue es immer noch. Zum Glück fliegt er morgen zurück nach Deutschland. Und auch ich bin ja bald wieder Zuhause. Er möchte mich am liebsten direkt vor Weihnachten besuchen kommen und dann über Silvester nochmal. Hach, was ein Traummann.

Dennoch hatte ich vergangene Woche, wie bereits geschrieben, eine kurze Verwirrung. Und in dieser Situation zwischen Mr Hashtag und mir kann das nur ein einziger Mensch noch schaffen. Richtig. Mr Regisseur.

Hallo, da ist er wieder. Leider wird er wohl immer und immer wieder im Drehbuch meines Lebens vorkommen.

Seit ich ihn das letzte Mal erwähnt habe, habe ich wirklich nur sehr spärlich Kontakt mit ihm gehabt. Wir haben gegenseitig unsere Instagram-Fotos geliked, weil man das eben so macht. Ab und zu mal eine private Nachricht über den Instagram-Messenger, wenn man mal ein Ereignis kommentieren wollte oder mal kurz eine Frage zur Kamera über WhatsApp. Ich hatte ihn ziemlich aus meinem Kopf schieben können. Dachte ich zumindest.

Es begann damit, dass er ein neues Foto hochgeladen hatte. Machte er mittlerweile wieder täglich. Aber auf diesem Foto sah man seine Hand. Mit einem Ring. Es war die linke Hand. In den USA trägt man den Ehering an der linken Hand. Aber nein, das kann doch nicht sein, dachte ich mir. Oder vielleicht doch? Unter sein Bild fragte ich: „Trägst du einen Ehering?“ Er antwortete mit dem Ok-Handzeichen-Emoji. Also ja? Oder verarschte er mich nur? Ich schrieb ihm über den Instagram-Messenger eine private Nachricht. „Bist du jetzt verheiratet? Das ging ja schnell. :D“ Seine Antwort: „Ja. Musste schnell gehen.“ Ich war immer noch nicht zu hundert Prozent überzeugt, dass er mich nicht verarschte. Ich fragte ihn weiter aus.

Wie es aussah, war es aber wahr. Als ich es endlich glauben konnte, beglückwünschte ich ihn natürlich. Ich überlegte, wie ich nun weiter vorgehen könnte. Ich war zu neugierig und wollte ein Foto. Durch geschicktes Fragen bekam ich eins. Es war ein Selfie, auf dem er mit ihr zu sehen war. Er lächelte in die Kamera und hinter ihm lehnte sich seine Freundin bzw. Frau über seinen Rücken. Die Sonne ging wohl gerade unter, da das Foto und ihre Gesichter in Gold getaucht waren. Und was soll noch ich sagen? Die zwei sahen wirklich total süß und glücklich aus.

„This is how everything falls into place“, war mein erster Gedanke, nachdem ich das schöne Foto sah. Ich habe einen wunderbaren Freund und Mr Regisseur ist verheiratet mit einer glücklichen jungen Frau. Er schrieb mir noch, er hoffe, dass das nicht zwischen uns stehen würde. Er mag mich immer noch „ganz doll“ und möchte für immer mit mir befreundet sein. 🙂 Total süß. Ich erzählte ihm im Gespräch natürlich auch, dass ich nun einen Freund habe. Es freute ihn auch sehr, dass ich glücklich bin.

Nachdem wir das Gespräch beendet hatten, musste ich noch einige Tage darüber nachdenken. Meine ersten positiven Gedanken wichen dann doch zu anderen Gedanken. Es ist genau ein Jahr her als wir gedatet hatten. Wir hatten dann noch bis Feburar viel per Nachrichten geflirtet und auch noch bis März öfter geschrieben. Anfang Mai war es, dass ich einen Cut machen musste. Danach war tatsächlich erstmal Sendepause. Und dann eben dieses spärliche Schreiben. Also wann hatte er geheiratet? Seit wann war er mit seiner Frau in einer Beziehung? Ich scrollte durch seine Fotos. Mir war noch nie zuvor der Ring aufgefallen und tatsächlich sah man meistens seine Hand nicht. Nur auf einem Foto Ende Oktober. Ich rechnete. Okay… wenn er schätzungsweise Anfang Oktober geheiratet hat, dann war er aber maximal ab Juni/Juli mit ihr zusammen. Länger kann ich es mir nicht vorstellen. Wow. Ich überlegte, ob ich das machen könnte. So nach drei Monaten direkt zu heiraten? Natürlich ist es eine komplett andere Situation: er ist Ausländer in den Staaten; die einzige Möglichkeit, nicht ständig für ein Touristenvisum ein- und ausreisen zu müssen ist eine Hochzeit. Und mit dem Visum per Heirat konnte er auch offiziell in den USA arbeiten.

Trotzdem ließ es mich nicht los. Ich wollte wissen, seit wann er sie kannte. Ich überlegte, wie ich ihn unauffällig fragen könnte. Aber unauffällig ging das nicht. Und wieso sollte ich ihn nicht einfach direkt fragen? Ich schrieb ihn ein paar Tage darauf also nochmal an. Am besten zeige ich hier einfach die Gesprächsausschnitte:

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Seine Antwort: „Natürlich nicht“ und dieser tränenlachende Emoji. Ich entschuldigte mich, dass ich da wohl einfach zu neugierig bin. Darauf er:

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Er weiter: „aber der Gedanke gibt mir Bauchschmerzen. Lass uns nicht darüber reden.“

Wow.

Shit.

Ich schrieb ihm ehrlich, dass ich glaube, der Fehler sei gewesen, dass wir es nie ordentlich „beenden“ konnten. Er ist gegangen, als wir uns gerade kennen gelernt hatten und ist nie wieder zurückgekommen. Er antwortete darauf: „Glaub mir. Das war alles nicht so geplant.“ Und ich glaube ihm das. Ich war weiter ehrlich: „Ich weiß aber auch nicht, ob wir zusammengepasst hätten. Aber das werden wir wohl nie erfahren.“

Seine Antwort darauf war sehr vernünftig: „Ob wir zusammengepasst hätten? Wahrscheinlich nicht. Du bist sehr bodenständig. Ich bin ein Träumer. Konflikte wären gekommen. Aber auch wenn es nur auf regelmäßiges Klettern hinausgelaufen wäre, klingt es für mich besser als zehntausend Kilometer entfernt zu sein.“

Hm. Also ich weiß nicht so recht, ob ich dieses „bodenständig“ als Kompliment oder Beleidung auffassen soll. 😀 Aber davon abgesehen, gebe ich ihm Recht. Ich hatte schon vor einiger Zeit überlegt, ihn mal zu besuchen. Ich möchte nach meiner Masterthesis nochmal etwas reisen. Eine USA-Reise steht schon länger auf meiner Liste. Ich schlug ihm das mit dem Besuch vor und er antwortete, ich sei jederzeit willkommen.

Ich denke, ich würde nur hinreisen, um endlich abschließen zu können. Wenn wir uns wiedersehen, entdecken wir, dass wir uns überhaupt nicht mehr attraktiv finden. Und dann können wir endlich nur Freunde sein. So wird es passieren.

Und ich kann endlich meinem Traummann die vollendete Aufmerksamkeit schenken, die er verdient. 🙂

 

Das hat er nicht verdient

Ich habe ihn nicht verdient.

Ich habe ihn nicht verdient.

Ich habe ihn nicht verdient.

Wie konnte das nur passieren?

Schon nach einer Woche habe ich ihn betrogen.

Oder war es  „betrügen“? Kann ich was dafür?

Ich erzähle mal die Geschichte. Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreiben soll. Es tut nämlich so weh. Und ich bereue nichts mehr in meinem Leben, als diese fünf Minuten.

Unsere Gruppe Austauschstudenten machte mal wieder einen Wochenendausflug. Dieses mal ging es nach Estland. Mit der Fähre nur ein Katzensprung von Finnland entfernt.

Ich überwand mich endlich mal wieder feiern zu gehen. Im Hostel tranken wir vor. Ich trank viel. Ich genoss das Gefühl, den der Alkohol auslöst. Dass er mich selbstbewusster  machte. Hier im Auslandssemester habe ich mein Selbstbewusstsein irgendwie verloren. Ich bin die „nette“, „langweilige“ hier. Ich weiß nicht mehr, wie das passiert ist. Anfangs dachte ich, es liegt daran, weil ich ein paar Jahre älter bin als der Großteil der Gruppe. Aber vielleicht tue ich mir einfach schwer meinen Platz zu finden in dieser Gruppe? Ich weiß es nicht. Zuhause werde ich nicht so abgestempelt. Deshalb freute ich mich, an diesem Tag mal wieder Teil der Gruppe zu sein.

Wir gingen in den Club. Meine Mitbewohnerin und ich feierten unsere Freundschaft und gaben uns ständig irgendwas aus. Wir waren beide schön beschwippst. Als von hinten zwei sehr, sehr große Herren an die Bar traten, sprach meine Mitbewohnerin den Hübscheren von beiden an. Wow! Cool, dass sie das macht! Zu mir sagt sie immer, sie wäre schüchtern.

Als wir unsere Drinks hatten, liefen wir zurück zur Tanzfläche, wo unsere Gruppe zur Musik feierte. Die zwei-Meter-Männer gesellten sich kurz darauf zu uns. Meine Mitbewohnerin und ich tanzten eine Weile weiter. Der Hübsche begann, sich mit mir zu unterhalten. Er versuchte es jedenfalls. Die Musik war viel zu laut. Er fragte, ob wir uns woanders unterhalten wollen.

Ich folgte ihm. Weil ich betrunken war, weil ich wohl immer noch Bestätigung suche, weil ich das Single-Leben nach einer Woche noch nicht abgelegt habe, weil ich naiv bin. Und weil ich mich tatsächlich mit ihm unterhalten wollte. Er ist Estländer. Bei nur 1,3 Millionen Einwohner hat man nicht so häufig die Gelegenheit, sich mit einem Estländer zu unterhalten. Und ja, das ging tatsächlich in meinem betrunkenen Kopf vor.

Wir gingen in einen Durchgangsraum neben der Tanzfläche und setzten uns auf das rote Sofa. Wir unterhielten uns. Er fragte, was ich in Estland mache und was ich studiere; ich fragte ihn, was er arbeitete. Ich weiß nicht mehr, ob wir uns über mehr unterhalten hatten. Ich weiß nicht mehr wie lange. Ich weiß aber noch, dass ich ihn eigentlich ganz nett fand.

Und dann weiß ich noch, dass er seine großen Hände um meinen Kopf legte und mich zu sich zog. Er presste seine Lippen auf meine. Seine Zunge drückte sich in meinen Mund. Ich war in Schockstarre.

Aber ich habe doch jetzt einen Freund! In den ich unglaublich verliebt bin! Ging es mir durch den Kopf. Aber gesagt habe ich nichts.

Ich glaube, ich sagte irgendwas wie „but I have lipstick on!“ Er antwortete nur „I don’t care“ und drückte wieder seine Lippen auf meine und schob seine Zunge in meinen Mund.

Ich ließ es über mich ergehen. Wenn ich ihn wegschubse, dann geht er bestimmt. Ich wollte mich doch noch weiter unterhalten. Ich wollte weiter Bestätigung. Er roch zwar nach Knoblauch, aber er sah gut aus.

Und jetzt passierte das, was ich am allermeisten bereue. Ich habe meine Hand während dem Kuss um seinen Hinterkopf gelegt. Wie man es beim Küssen eben macht. Zwar vorsichtig und zögerlich. …Aber wieso habe ich das getan?? Das bedeutete ja eindeutig, dass ich beim Küssen mitmache! Es fühlte sich verdammt falsch an.

Zum Glück brach er den Kuss dann ab. Seine nächsten Worte waren: „So, where should we go?“

Meie Naivität ist zum Glück nicht so schlimm ausgeprägt, dass ich nicht wusste, was er damit meinte. Meine Worte waren „definitly not to the hostel.“ Was für ne beschissene Antwort. Jetzt denkt er auch noch, ich will irgendwo mit ihm hin. Er schien zu überlegen. Aber bevor er noch was Weiteres sagen konnte, rutschte ich weg. „I have to go to the toilet. See you on the dancefloor.“ Und weg war ich.

Auf der Toilette traf ich eine Freundin. Als ich sie sah, waren meine ersten Worte „scheiße.“ An meinem Blick sah sie wohl direkt, dass irgendwas passiert war. Und an meinem Lippenstift. „Hast du mit jemandem rumgemacht?“ „Jaa, scheiße!“ Ich setzte mich neben sie, aber hörte ihre Antwort nicht mehr. Kurz darauf kam meine Mitbewohnerin. Wir diskutierten eine Weile darüber, was passiert war und wie schlimm es war. Aber ich war geistig nicht anwesend. Was hatte ich nur getan?

Nachdem wir uns entschlossen, wieder zur Tanzfläche zu gehen, kamen wir an dem roten Sofa vorbei. Ich sah, dass unser Erasmus-Pärchen auf dem Sofa gegenüber saß. Scheiße, waren die vorhin auch schon dort gewesen? Hatten die das alles gesehen?

Auf der Tanzfläche schaute ich mich natürlich erstmal um. Ich sah ihn circa auf der Mitte der Tanzfläche. Unsere Blicke trafen sich. Ich ging davon aus, dass er sich wieder zu uns stellen würde. Tat er aber nicht. Nach kurzer Zeit war er weg.

Darüber hätte ich froh sein sollen. Aber mein betrunkenes Gehirn dachte sich nur „oh wie schade, Tanzen wäre ja okay gewesen“. Hätte er mich nochmal Küssen wollen, wäre ich dieses Mal darauf vorbereitet gewesen und hätte ihm gesagt, dass ich einen Freund habe. Eigentlich hoffte ich, dass ich es ihm sagen könnte. Dann hätte es sich richtiger angefühlt, dachte ich.

Also tanzte ich alleine und hoffte einerseits, dass mich keine weiteren aus unserer Gruppe gesehen hatte, aber andererseits, dass sie mich zumindest hatten mit ihn Tanzen sehen. Dann wäre ich nicht mehr die „Langweilige“ gewesen.

Der Abend nahm nach ein paar mehr Stunden Tanzen ein Ende und diese Geschichte ließ mich natürlich nicht mehr los. Dass ich „fremd geküsst“ habe, hat sich herumgesprochen, was dazu führt, dass ich dauerhaft mit dem Thema konfrontiert werde. Nicht laut oder öffentlich. Aber in meinem Kopf.

Klar, es gibt auch schlimmere Formen des Betrügens. Zum Beispiel direkt mit dem Fremden zu schlafen. Oder den Kuss initiieren. Ein paar weitere Ausreden habe ich auch noch auf Lager… Ich habe es nicht genossen. Ich hatte meine automatisierte Single-Masche noch nicht abgelegt. Anderen ist das auch schon passiert. Ich suche Bestätigung und meinen Platz in der Gruppe. Wäre ich zuhause in Deutschland gewesen, wäre das alles nicht passiert.

Aber trotzdem werde ich das nie wieder gut machen können. Die Erinnerung an diese Nacht wird immer als schwarzer, hässlicher Parasit in meinem Kopf festsitzen. Das habe ich wohl so verdient.

Mystery Blogger Award

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Oh oh, es geht wieder los mit Awards hin und her schieben. 😉 Damals, als mein Tagebuch noch jung und frisch war, habe ich schon mehrere Runden Bloggerawards mitgemacht. Irgendwann wurde es aber doch zu viel – viel zu viele Fragen, die man beantworten und sich dann auch selbst überlegen musste – und ständig nominierte man sich im Kreis, da die eigene Blogger Community eben doch überschaubar ist.

Aber jetzt gab es ja schon länger keinen solchen Award mehr und ich freute mich riesig, als die liebe Confidentcontradiction mich, neben anderen tollen Bloggern, nominierte. Vielen Dank! ❤ Nicht nur fürs Nominieren, sondern auch dafür, dass Babys mit unterentwickelten Hüften heute ein besseres Leben führen können, dass wir jeden Tag ein bis zwei neue schöne Beiträge auf deinem Blog lesen können und dass du (fast) alle meine Instagrambilder likest! 😉

Was dieser mysteriöse Mystery Award ist, wollte ich erstmal recherchieren, bevor ich blind die Regeln befolge. Klar, alles wie gehabt: Award Logo in den Post, Danksagung, Fragen beantworten usw… Aber die „Erfinderin“ des Awards verlinken? Haha, das ist auch eine Möglichkeit, sich Traffic auf den Blog zu holen. Als Masterstudentin in Marketing würde ich sagen: simple aber effektiv. Und etwas eingebildet scheint die Kleine zu sein. Aber vielleicht muss man das als Fashionbloggerin sein? (#nojudgment 😉 ). Ihr Blog ist aber ganz nett gemacht. Wer neugierig ist, kann ihr ja einen weiteren Klick schenken: Okoto Enigma.

Aber jetzt genug der Einleitung. Ich fang dann mal an. Hier sind also die Regeln:

  • Platziere das Award Logo oder Bild in Deinen Post.
  • Nenne die Regeln
  • Danke der Person, die Dich nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Post.
  • Nenne den Schöpfer des Awards und setze einen Link auf den Blog.
  • Erzähle Deinen Lesern 3 Dinge von Dir selbst.
  • Teile einen oder mehrere Link(s) zu Deinen/Deinem besten Blogpost(s).
  • Beantworte die Fragen des Nominierenden.
  • Nominiere selbst 10-20 Blogger.
  • Benachrichtige Deine Nominierten, indem Du in Ihrem Blog kommentierst.
  • Frage Deine Nominierten 5 originelle Fragen Deiner Wahl.

Hier kommen nun also drei Dinge über mich, die man, obwohl mein Tagebuch so öffentlich ist, vielleicht noch nicht wusste.

  1. Ich habe einige Zeit meiner Kindheit (fünf Jahre) in den USA gelebt und denke oft an die Zeit zurück. Für mich erscheint es, als wäre es ein anderes Leben gewesen.
  2. Ich vertrage keinen Knoblauch. (Ja, das ist wirklich so traurig, wie es klingt.)
  3. Ich liebe es durch Supermärkte zu laufen. Ich muss noch nicht mal was kaufen. Tue ich aber meistens trotzdem.

Zu meinen Beiträgen:

Mein beliebtester Beitrag auf diesem Blog ist Typisch Tinder, wodurch auch die meisten Leute zu meinem Blog finden. Das nervt mich etwas. Der Beitrag ist nicht gut geschrieben und das bin nicht mehr ich. Ich habe den Beitrag sogar schon etwas abgeändert, weil es mich so genervt hat. Das mache ich sonst nie. Wer ändert schon nachträglich seine Tagebucheinträge? Ich schätze, die meisten Leute suchen einfach nach Tinder-Erfahrungen. Naja gut, und das finden sie halt in diesem Beitrag.

Mein eigener Lieblingsbeitrag ist Karrierefrau. Weil ich hier etwas ganz Wichtiges erkannt habe. Dass ich glücklich und zufrieden sein werde, auch wenn ich keinen Partner fürs Leben, Kinder oder Familie haben sollte.

Außerdem waren die Beiträge Wiederkehrend I und Wiederkehrend II sehr wichtig für mich. Hier habe ich erkannt, dass ich ein Problem habe. Und dank eurer Kommentare habe ich mir zum ersten Mal Hilfe gesucht.

Mein Beitrag Fünf Monate Abhängigkeit zähle ich auch mittlerweile zu meinen Lieblingsbeitränge. Die Worte kamen aus tiefstem Herzen.

In letzter Zeit gefällt mir, wie auch euch anscheinend, der Beitrag Fühlt-sich-an-wie-Beziehung. 🙂

Und nun zu den Fragen, die sich die liebe Ida ausgedacht hat:

  1. Badewanne oder Dusche?

Dusche! Geht schneller und ich fühle mich sauberer.

2. Was ängstigt dich?

Alleine zu sein. Nicht bezogen auf „alleine im Haus“ oder „alleine als Single“. Sondern eher das Alleinsein, wenn man nicht akzeptiert wird. Wenn man es verbockt hat, wenn man nicht gemocht wird, wenn man nicht geliebt wird, wenn man niemanden hat, an den man sich wenden kann. Davor habe ich Angst.

3. Deine Lieblingsbeschäftigung?

Essen. Und Sport. 😀

4. Dürfen wir Tiere essen?

Da hast du die Richtige gefragt! 😉 Ich bin seit bald sieben Jahren Vegetarierin, also mein erster Impuls auf diese Frage zu antworten, war natürlich nein! Allerdings gilt das nur für mich selbst. Ich kann es mir mittlerweile nicht mehr vorstellen Fleisch zu essen. Mein Grund, weshalb ich vegetarisch lebe, ist, weil die Menschen heutzutage nicht achtsam genug mit diesem Nahrungsmittel umgehen. Die Tiere werden in abscheulichen Zuchten gehalten und werden eigentlich nur noch „produziert“, damit wir unseren täglichen, viel zu hohen Fleischkonsum auf möglichst günstigste Weise decken können. Der Mensch braucht nicht so viel Fleisch, wie heutzutage konsumiert wird. Klar, es schmeckt. Mir auch. Aber ich möchte nicht für das elende Leben der Tiere verantwortlich sein und lehne es deshalb ab, sie zu essen.

Kategorisch nein sagen würde ich dennoch nicht. Schließlich ist da sicherlich was Wahres dran, dass sich die Menschheit zu einem intelligenteren Lebewesen entwickelt hat, als es anfing Fleisch zu essen. Aber gerade weil wir uns selbst als „intelligenter“ schimpfen, sollten wir es doch besser wissen, als die Tiere so grausam aufzuziehen. Jeder, der selbst sein Reh, Huhn oder Fisch selbst jagen kann, darf es natürlich auch essen. 😉

Und jetzt habe ich wirklich schon viel zu viel zu dieser einen Frage geschrieben. Also weiter gehts. 😀

5. An wen denkst du zuerst, wenn ich dich frage an wen du zuerst denkst?

Mist, ertappt! An Mr Hashtag. 😊 (Und jetzt bitte alle im Kollektiv „Awwww“ mit Herzchenaugensmiley)

Nun, fast am Ende dieser Award-Aufgaben angekommen, muss ich mir fünf Fragen überlegen. Sowas fiel mir ja noch nie leicht.

  1. Hast Du insgeheim eine Vermutung, wie Du sterben wirst?
  2. Welche Eigenschaft magst du an dir selbst am liebsten?
  3. Was ist das Erste, das du morgens nach dem Aufwachen tust?
  4. Was kochst du am liebsten?
  5. Angenommen, du kannst durch die Zeit reisen. Würdest du lieber in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen?

Ich nominiere

Christophrox, weil er zu allem was zu sagen hat.

Twentysomething, weil wir schon jahrelang gegenseitig treu unsere Blogs lesen.

Sophielavea, weil sie auch ganz toll Tagebuch schreibt.

Pullmecloser, weil wir twentysomethings einfach zusammenhalten müssen in dieser Lebensphase.

Projekt Beziehung, weil ich hoffe, dass er mal wieder Zeit zum bloggen findet.

 

Finnische Wochen

Ich habe es jetzt schon wieder so lange vor mir hergeschoben. Heute, endlich, schreibe ich etwas über meine bisherigen Erlebnisse im Auslandssemester. Bald ist schon Halbzeit! Wie schnell die Zeit doch vergeht. Grausam!

Ich bin also seit sieben Wochen in Finnland. Die ganzen Ängste und Sorgen, die vor einem Auslandssemester auftreten oder damit einhergehen habe ich getrost überspringen können. Ich bin ja ein alter Hase. Ich bin so eine Lisa, die nach dem Abi in Australien war. Und so eine hippe Wirtschaftsstudentin, die im Bachelor ein Semester auf Bali studiert hat. Ich bin ein Klischee schlechthin. 😉 Ist mir aber egal. Ich mache diese Dinge, weil ich Lust drauf habe und nicht weil es alle machen. Meist wird mir das dann eh erst später bewusst. 😀 Aber auch solche Erfahrungen auszulassen, weil andere sich darüber lustig machen, wäre schade. Na und, dann waren eben alle in Australien. Und auf Bali. Sind doch schöne Inseln. 😉

Naja aber jetzt geht es ja um Finnland. In Finnland sind nicht alle. Ist ja kalt hier. Und dunkel. Und teuer.

Stimmt nur eigentlich gar nicht. Jedenfalls nicht alles und nicht immer. Ja, Finnland war im August und September immer ein paar Grad kälter als Deutschland. Aber warm war es trotzdem hier. Ich habe mir sogar öfter die kühlere Jahreszeit herbei gewünscht, da ich natürlich keine Sommerklamotten eingepackt hatte. Hell ist es auch noch. Also gerade nicht, weil es ziemlich bewölkt ist. Aber generell schon. Der dunkelste und traurigste Monat ist angeblich November. Der steht uns noch bevor. Und teuer… ja teuer ist Finnland schon. Hauptsächlich merkt man das bei Lebensmitteln (außer Nudeln, die kosten pro Kilo nur 30 Cent) und beim Alkohol (durch die extrem hohen Steuern). Meine Miete ist hier geringer, aber das Zimmer und die Wohnung sind auch kleiner. Klamotten kosten genauso viel wie in Deutschland. Was eine hohe Summe im Gesamtbudget einnimmt, sind die Reisen. Die macht man natürlich eher weniger zuhause. Die letzten vier Wochen waren wir jedes Wochenende unterwegs. Erst auf jeglichen erdenkbaren Parties zum Semesterstart, dann war ich in Vaasa bei meiner besten Freundin, danach in Stockholm, Seenfinnland und Lappland. Meine einzelnen Erlebnisse auf diesen Reisen beschreibe ich in einem Extra-Beitrag, für den ich dieses Mal nicht so lange brauchen werde, da ich ihn schon geschrieben habe. 🙂

An dieser Stelle erwähne ich direkt mal im Voraus, dass wir Austauschstudenten alle Ausflüge selbst organisieren. Die Uni organisiert nichts für uns. Maximal Parties werden von unseren Tutoren für uns organisiert. Aber alleine bekommen wir die Ausflüge auch schon recht gut hin.

Das Unikonzept hier in Finnland unterscheidet sich ein wenig von dem in Deutschland. Ich empfinde es als angenehmer. Die einzelnen Semester sind nochmal aufgeteilt in zwei Perioden mit zwei jeweils darauffolgenden Klausurphasen. Allerdings hat man vor der Klausurenwoche eine Woche frei um zu lernen. Und wenn man, wie ich, Glück hat und hauptsächlich Fächer ohne Klausuren hat, dann hat man eben ganz frei. 😉 Für die meisten Fächer muss man zur Notenerbringung nur Hausarbeiten schreiben oder eine Präsentation halten. Meist sind diese auch noch Gruppenarbeiten. So verteilen sich die Aufgaben auf das gesamte Semester, statt, wie in Deutschland, erst zum Ende den großen Stress zu bekommen.

Meine erste Präsentation habe ich schon hinter mir und die Abgabe meines ersten Essays ist am Sonntag. Die 5-10 Seiten mit meiner dreier Gruppe sollte zu schaffen sein. Die Finnen in meiner Gruppe sind noch ultra entspannt. Also bin ich es auch. Die Noten sind mir hier eh egal, da in meinem späteren Zeugnis meiner Heimat-Uni nur stehen wird, ob ich bestanden habe oder nicht. Und bestehen werde ich. Das Niveau an deutschen Unis ist merklich höher als an den finnischen. Ich genieße es wirklich sehr, mal weniger Stress zu haben.

Vielleicht sind die Finnen aber auch von Geburt an so tiefenentspannt. Es gehen die Gerüchte umher, dass Finnen in der Sauna geboren werden. Das stimmt sicherlich so nicht ganz, aber finnische Familien nehmen ihre Kleinen in der Regel schon sehr früh mit in die Sauna. Die Saunakultur hier gefällt mir so viel besser als die „deutsche“. Die ist nämlich furchtbar. Tausend Regeln, die alle sinnlos sind. Hier in Finnland hat fast jedes Haus eine eigene Sauna. Unsere Studentenwohnheime haben auch eins. Bei den Studenten werden wöchentlich „Sauna-Parties“ veranstaltet. Da geht man mit Bier in die Sauna und reicht Wodkaflaschen umher. An „normalen“ Saunatagen kann man auch gerne ein Bier mitnehmen. Alles ist erlaubt. Man kann so lange in der Sauna bleiben, wie man sich wohl fühlt, man kann selbst so viele Aufgüsse auf die beheitzten Steine schmeißen, wie man es aushält, man kann ohne duschen und ohne Handtuch hinein, man kann sich einen Bikini anziehen oder nackt gehen, man kann kurz raus aus der Sauna und sofort wieder hinein, wenn man möchte. Alles kann, nichts muss. 😉 Super entspannt eben. Wie die Finnen.

Viel regelmäßigen Kontakt zu den Einheimischen haben wir als Austauschstudenten leider nicht. Vielleicht weil es stimmt, dass die Finnen ein stilles Völkchen sind? Im Unterricht kommt man zwar in den Gruppenarbeiten dazu, sich zu unterhalten und auch die Tutoren kann man jederzeit alles fragen. Aber oft sind wir 25 Austauschstudenten unter uns. Zumindest habe ich Kontakt mit waschechten Finnen, wenn ich meine beste Freundin und ihren finnischen Freund besuche. Nächstes Wochenende ist es schon wieder so weit. Dann feiern die beiden ihre Einweihungsfeier in ihrer schönen neuen Wohnung. Still ist der Freund übrigens ganz und gar nicht. Er redet manchmal mehr als meine beste Freundin und das muss wirklich was heißen.

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Die Einweihungsfeier ist meine erste Party seit zwei Wochen wieder. Seit der ersten Woche mit fünf aufeinanderfolgenden Parties (die letzte habe ich dabei schon sausen lassen), gab es dann „nur“ noch wöchentlich zwei Parties. Ich hätte dieses Partymachen und trinken schon viel früher aufgegeben (oder pausiert) aber ich habe mich immer wieder hingezwungen. Bis es auch meiner Mitbewohnerin zu viel wurde und wir  beide entschieden, die nächsten paar Parties getrost ausfallen zu lassen. Vielleicht liegt es ja doch am Alter? Meine Mitbewohnerin ist so alt wie ich. Wir stellen gerne Unterschiede zu den jungen Bachelorstudenten, die mit uns hier sind, fest. Ein Unterschied könnte tatsächlich sein, dass wir diese ganzen Parties gar nicht mehr brauchen oder wollen. Wir haben schon so manche Party erlebt und wissen, die nächste Party wird auch kommen… 😉

Meine Mitbewohnerin und ich haben sowieso recht viel gemeinsam. Nicht nur, dass wir beide gleich alt und exakt gleich groß sind (was ungewöhnlich ist, denn wir sind eindeutig größer als die Durchschnittsfrau), sondern die Gemeinsamkeiten gehen noch viel tiefer in die Psychologie. Ich möchte allerdings dazu einen eigenen Beitrag schreiben. Es wird wieder um mein Verhalten Rund um Essen und Sport gehen. Denn meine Essstörung lässt mich auch hier in Finnland leider nicht los. :/

Aber mein nächster Beitrag wird erstmal ein schöner! Bleibt also dran, es geht um unsere ganzen Ausflüge in diesem wunderschönen Land der tausend Seen. 🙂

// Reiseblog Ende. 😉 (für heute)

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Er ist es nicht

Okay, Fehlalarm Leute. Ich rudere zurück. 😉 Ich bin  nicht diejenige, die es verkackt mit Mr Hashtag. Eigentlich verkackt es keiner. Eigentlich ist es ganz schön. Gestern hatten wir unser drittes Date. Aber ich merke: vielleicht ist er es doch nicht.

Das zweite Date

Vergangenen Dienstag trafen wir uns zum zweiten Mal. Ich hatte nur nachmittags Zeit, weil ich abends unbedingt mal wieder in meinen Yogakurs wollte. Wir verabredeten uns am selben Treffpunkt wie beim ersten Date. Er hatte zwar angeboten mich abholen zu können, aber dafür hätte er quer durch die Stadt fahren müssen und für mich war es kein Problem schnell in den Bus zu hopsen und dort hin zu fahren.

Er hatte vorgeschlagen sein Longboard mitzunehmen und mir das Fahren beizubringen. Ich war zuvor noch nie auf einem Longboard gestanden und fand es eine wirklich coole Idee. Ich freute mich ihn wieder zu sehen nach dem ersten tollen Date.

Nach unserer Begrüßungsumarmung machten wir uns auf den Weg zur ausgewählten perfekten „Longboard-Straße“. Eine flache lange Straße eben. 😉 Er erklärte es mir  kurz (was gibt es auch großartig zu erklären beim Longboardfahren?) und ich stellte mich drauf. Direkt bot er mir seine Hand an. Natürlich nahm ich sie und so zog er mich einige Meter mit dem Longboad die Straße entlang. Ein bisschen anschubsen durfte ich dann auch selbst. Obwohl ich kein Naturtalent im Longboardfahren bin, machte es mir richtig Spaß und ich überlege nun, mir selbst eins zu holen. 🙂

Immer abwechselnd fuhren er und ich, während der andere nebenher lief und mit seiner Spiegelreflex ein paar Fotos „in Action“ machte. Da die Straße wirklich super lang ist, mussten wir aus zeitgründen irgendwann umkehren. Er hatte allerdings keine Lust mehr nebenher zu laufen und beschloss, dass wir jetzt zusammen auf dem Longboard fahren würden. Das hatte er noch nie gemacht und wir mussten er ein paar „Stellungen“ ausprobieren. 😉 Ich mit beiden Füßen vorne, unsere beiden Füße versetzt, Händchen haltend, Hände frei, er mich an der Hüfte haltend… Fast hätten wir aufgegeben, bis ich mich nach hinten stellte und er am vorderen Teil versuchte anzuschubsen. Und es klappte!

Anfangs noch sehr zögerlich und langsam, konnten wir aber bald das Tempo steigern und bretterten über den Asphalt. 😀 Haha. Absolute Date-Empfehlung, liebe Leser! Zusammen Longboard fahren! 😉 Ich hatte zwar die ganze Zeit Angst hinzuknallen, aber irgendwie vertraute ich ihm. Außerdem konnte mich gut hinter seinem muskulösen Rücken verstecken, sodass ich nicht auf die Straße sehen musste. Wir kamen heil zurück an seinem Auto an, ließen den hohen Adrenalinspiegel langsam abklingen und quatschten ein bisschen. Rechtzeitig vor meiner Yogastunde fuhr er mich zurück.

Natürlich schrieb er mir nach unserem zweiten Date weiterhin brav jeden Tag die Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten. Mittlerweile gefiel es mir, mich darauf verlassen zu können, dass er mir schreibt. Auch wenn ich bis mittags nichts geschrieben habe, kommt irgendwann eine Nachricht von ihm. Eigentlich schreibt sowieso immer er als erstes. Ein Vorschlag für das nächste Treffen ließ auch nicht lange auf sich warten: er wollte mit mir am Freitag ins Kino Fluch der Karibik angucken. Fand ich genial, denn den Film wollte ich eh noch sehen.

Wir verabredeten uns also für den Nachmittag, nach seinem Feierabend. Für mich war es leider relativ früh, eigentlich musste ich um 16 Uhr noch einiges für die Uni tun. Aber das ließ ich mal sausen und willigte ein. Ich wies ihm an vor meiner WG zu parken, da es in der Innenstadt schwierig ist Parkplätze zu finden. So konnten wir zusammen in die Stadt laufen und abends nach dem Kino auch wieder zurück.

Das dritte Date

Ausgerechnet seit einigen Tagen funktioniert unsere Klingel nicht, also hörte ich es nicht, als er ankam. Zum Glück ist er ja nicht blöd und klopfte an unserem Küchenfenster und erschreckte damit meine Mitbewohnerin, die ihn reinließ und mich rief. Als ich seine große Gestalt im Flur erspähte musste ich schon grinsen. Ich freute mich ihn zu sehen.

Wir liefen zusammen in die Innenstadt, machten dort einen kleinen Spaziergang, blieben eine Weile am Fluss stehen, wo er mir (mal wieder) von seinem Wassersport erzählte, überlegten uns dann, was wir essen wollten und steuerten auf den Vapiano zu. Nach meinem leider sehr klein ausgefallenen Salat beschlossen wir, auf jeden Fall noch ein Eis zu holen. Weil wir beide große Oreo-Fans sind, kauften wir außerdem noch vorm Kino zwei Packungen im Supermarkt und schmuggelten die in meiner großen Handtasche rein.

Er lud mich ins Kino ein, ich ihn daraufhin auf eine Cola (immerhin 😉 ). Während des Films überlegte ich heimlich, ob ich mich irgendwie bequem an seine Schulter anlehnen konnte. Dann hätte ich allerdings nur noch schief auf die Leinwand gesehen, also saßen wir einfach nur nebeneinander. Die Oreos hatten wir während des Films doch nicht ausgepackt, da wir von dem Eis noch gut gesättigt waren. Deshalb entschieden wir nach dem Film, eine Picknickpause auf dem Rückweg einzulegen. Während wir also zurückliefen und nach einem passenden Picknickort suchten, ergriff er irgendwann meine Hand. Mir fiel auf, wie lange ich schon nicht mehr Händchenhaltend durch die Stadt gelaufen bin…

Wir entdeckten eine Bank, er setzte sich und breitete sein Sweatshirt neben sich aus, damit ich mich darauf setzen konnte um nicht auf dem Metall frieren zu müssen. Süß. 🙂 Leider fing es genau in dem Moment an zu tröpfeln. Wir versuchten noch tapfer das Nasse zu ignorieren, während wir an den Oreos knabberten. Als der Regen stärker wurde, gaben wir auf und mussten uns etwas zum unterstellen suchen. Am Rand des Veranstaltungsgebäudes unserer Stadt, ein schönes und historisches Bauwerk, fanden wir eine überdachte Nische. Stehen war doof, also setzten wir uns einfach auf den Boden mit dem Rücken zur verschlossenen Glastür. Sofort zog er mich näher an sich heran und platzierte meine Beine über seinen Schoß. In der Position blieb mir nichts anderes übrig, als mich gemütlich an seine Schulter zu kuscheln. Das musste ziemlich ulkig und süß ausgesehen haben, wie wir in dieser Nische an dem historischen Gebäude zusammengekuschelt Oreos aßen und darauf warteten, bis der Regen nachließ. Ich fand es jedenfalls sehr gemütlich.

Auch als der Regen aufhörte, blieben wir so sitzen. Ich wartete eigentlich nur noch auf den Moment, an dem er mein Gesicht zu sich ziehen würde und mich küssen würde.

Aber er tat es nicht. Hm. Wieso denn nicht?

Irgendwann wurden wir von unserem gemütlichen Platz verscheucht, da die Veranstaltung, die an dem Abend statt gefunden hatte, zuende war Stühle durch diese Glastür heraus gebracht werden mussten. Wir liefen also das kurze restliche Stück zu mir und beschlossen schnell, dass es in der Küche zu ungemütlich war.

In meinem Zimmer stand Mr Hashtag erst etwas verloren herum, bis ich ihm sagte, er könne es sich doch gemütlich machen. Ich habe leider keine Couch oder ähnliches, nur ein großes Bett und einen Schreibtischstuhl. Erst als ich mich selbst auf mein Bett setzte, kam er dazu.

Dort plauderten wir weiter bis er mich wieder an sich zog. Er begann mich am Hals zu streicheln und ich wurde immer entspannter und schläfriger. Das bemerkte er und fragte mich, ob ich denn gar nicht kitzelig wäre am Hals. Nö, bin ich nicht. Er erwiderte, er möchte mal was ausprobieren… Er kam mir näher und begann mich sanft am Hals zu küssen. Zwar bekam ich immer noch keine Gänsehaut, aber ich genoss es. Er küsste weiter, bis er an meinen Lippen ankam. Endlich! Er küsste sehr gut.

Wir begannen zu knutschen und unsere Körper begannen sich ineinander zu wenden. Mir schoss nur ein Gedanke durch den Kopf: wenn das noch „wilder“ werden sollte, dann kommen wir an den „Point of no return“. Und an den wollte ich heute Abend nicht. Ich fand es zwar schön ihn zu küssen und zu knutschen, aber das reichte mir. Irgendwie schaffte ich es, das Geknutsche ruhiger werden zu lassen, bis ich die Chance witterte, etwas zu sagen um damit unaufällig eine Pause einzuschieben. Ich fragte ihn, ob er denn gar nicht mehr müde sei. Er grinste mich an, seine Augen funkelten und er verneinte. „Ich bin es aber“, sagte ich und packte meinen Rehblick aus. „Okay…“, Enttäuschung war jetzt in seinen Augen zu erkennen. Um ihn etwas aufzuheitern, da ich es ja nicht böse meinte, gab ich ihm noch einen kleinen neckischen Kuss auf den Mund und kuschelte mich dann an seine Brust.

Bis dahin hatte ich immer noch keine Ahnung, wie er denn beziehungstechnisch so tickte. Wir hatten bisher immer nur über alltägliche Themen gesprochen. Deshalb platze ich endlich mal raus mit meiner Frage: „wie lange bist du denn schon Single?“ Er erzählte mir ein bisschen von seiner zweijährigen Beziehung, die letztes Jahr im August zuende gegangen war. Anscheinend war es nicht leicht für ihn gewesen. Aber jetzt wäre alles wieder gut. Während er erzählte sprang er auf andere Themen über. Er erzählte von seiner Kindheit, seinen Reisen und seinen Kumpels. Mir fiel auf, dass er nie eine Gegenfrage stellte. Er fragte nicht, wie lange ich schon Single war, wollte nichts über meine Kindheit oder meinen Reisen wissen. Ich war nicht gekränkt deshalb, aber ich fand es komisch.

Irgendwann fragte er mich: „könntest du denn so angekuschelt schlafen?“ Wahrscheinlich hätte ich es gekonnt, aber ich entschied mich für eine situationsgerechtere Antwort: „nein, so nicht, aber ich finde es trotzdem schön bequem. Aber ich schlafe besser wenn ich allein bin.“ Jetzt musste er es aber verstanden haben.

Hatte er auch: „wenn ich gehen soll, musst du mich wahrscheinlich rausschmeißen.“ „Mache ich“, und ich kuschelte mich näher an ihn. Das könnte ich ja später auch noch machen.

Er begann mich wieder zu streicheln. Über den Hals, über meine Wange und über meine Lippen. Er fragte mich, ob ich garnicht empfindlich wäre an den Lippen. Wenn er dort berührt werde, kribbele es bei ihm so. „Und wenn ich dich küsse, kribbelt mein ganzer Körper“, fügte er dazu.

Oh oh.

Also bei mir kribbelt da nichts. Spätestens jetzt gab mir die ganze Situation zu denken. Ich finde es angenehm in seinen Armen zu liegen. Es macht Spaß ihn zu küssen. Wir verbringen eine lustige Zeit zusammen auf unseren Dates. Er ist ein Gentleman, er ist attraktiv und er mag mich. Aber ich mag ihn wohl nicht ganz so sehr wie er mich.

Wir lagen noch eine Weile kuschelnd und knutschend in meinem Bett, bis ich entschied, dass es Zeit war für mich schlafen zu gehen. Ich setzte mich auf und guckte ihn an. Er verstand und stand auf. An meiner Haustür zögerte ich nicht und küsste ihn zum Abschied. Ich wollte nicht, dass er meine Gedankengänge erkennen konnte. Ich wollte nicht, dass er enttäuscht ist. Er ist ein so sympatischer netter Mann.

Aber seit gestern Abend kann ich an nichts anderes denken als dieses fehlende Kribbeln. Eigentlich bin ich doch immer diejenige, die sich zu schnell verliebt. Vielleicht ist er ja auch garnicht verliebt und ich interpretiere wieder… Aber eins weiß ich nun:

Er ist nicht derjenige, für den ich mein derzeitiges Leben verändern würde. Er ist es nicht, für den ich weiterhin meine Pläne umschmeißen würde um ihn unter der Woche zu treffen. Er ist es nicht, mit dem ich vor meinem Auslandssemester eine Bindung eingehen würde. Er ist wohl einfach nicht der Richtige. Er ist es nicht.

Wie und wann sollte und muss ich es ihm sagen?

 

Party ohne Ende – Teil 2: Picknick in der Küche

Hier gehts zu Party Ohne Ende – Teil 1: Wonderland im Garten.

Wie am Ende von Teil 1 erwähnt: meine Partygeschichte endet noch nicht zum Ende unserer großen WG-Party. Für den darauffolgenden Dienstag war dann die größte Uniparty des Jahres angesetzt. DIE Party, die man sich nicht entgehen lassen kann. DIE Party, auf die man sich das ganze Jahr über freut. DIE Party, auf die jeder – wirklich jeder – Student sein wird. Sie findet auch nachmittags und im Freien, vor der Fläche der Studentenwohnheime statt. – Die besten Parties sind wohl nachmittags und im Freien, oder? 😉

Ich nahm mir allerdings vor,IMG-20170620-WA0011 dass ich nicht mehr so viel trinken würde, da ich es am Samstag so übertrieben hatte. Und wenn ich es mit diesen Worten schon einleite: natürlich konnte ich meinen Vorsatz nicht halten. Spätestens, nachdem ich meine Kommilitonen auf einer Picknickdecke antraf, in deren Mitte mallorca-style einen Eimer Sangria mit langen Strohhalmen thronte, hätte ich Schlimmes ahnen können. „Dieser Eimer muss bis zum Ende des Abends leer sein!“ – schrie meine Kommilitonin immer wieder und kippte immer wieder Sangria und Weißwein nach. Der Eimer enthielt auch Früchte und Eiswürfel, was es bei der Hitze des Dienstags noch angenehmer machte, ständig daraus zu schlürfen. Dazu brachte meine Freundin drei Flaschen Sekt mit und der Abend nahm seinen Lauf.

Die Party ging lang. Und ein Problem, wenn man in uninähe öfter tindert und datet: man sieht sie alle wieder. Natürlich waren alle auf dieser Party. Mr Gemüselasagne, Mr Höflich und Mr Gryffindor. Als Mr Tiefsinnig auftauchte, wusste ich, wo (oder besser gesagt „mit wem“) ich am Abend enden würde. Meine besagten Kommilitonen hatte ihre Picknickdecken nur ein paar Meter neben Mr Gemüselasagne aufgeschlagen. Ich war sehr in Versuchung, zu ihm zu gehen und Hallo zu sagen. Zum Glück hielt mich meine gute Freundin davon ab. Ich war eh schon wieder zu angetrunken. SCHON WIEDER! Mann! Mit Mr Höflich hatte ich eh nix mehr zu tun, der war mir also egal. Aber als ich Mr Gryffindor von Weitem erspähte, und er mir sogar am nachmittag eine Whatsapp-Nachricht geschrieben hatte, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich drängte (per Whatsapp), dass er zu unserer Decke kommen sollte. Wir verpassten uns wohl ständig, da ich (natürlich dank der vielen Flüssigkeit) ständig auf die Toilette musste, und er wohl auch ständig Leute traf und wieder weg rannte. Irgendwann hatten wir uns aber beide an der Picknickdecke eingefunden.

Ich erfuhr schnell, dass er wieder mit seiner Ex-Freundin zusammen war. Ha! Ich hatte es schon vermutet! Sonst hätte dieses zweite Date doch wohl geklappt! Anscheinend traten er und sie kurz nach unserem ersten Date wieder in Kontakt. Ich fand das völlig in Ordnung. Mr Gryffindor war süß und ich freute mich einfach für ihn, dass es mit seiner Exfreundin wieder klappte. Wie gesagt, ich bin gerade glücklich, wie mein Leben verläuft. Da gönne ich anderen gerne ihr Glück und ich hoffe, dass Mr Gryffindor und ich in Kontakt bleiben und uns freundschaftlich treffen können.

Als es Zeit war aufzubrechen, bekamen meine Freundin undIMG-20170620-WA0022b meine beiden Mitbewohner, die sich auch bei uns an der Decke herumtrieben (so ein Malle-Eimer verbindet!) Hunger. Einer der beiden Mitbewohner ist ein großer Hobbykoch und bot an, uns Bruscetta bei uns in der WG zu machen. Da wir unseren Küchentisch aber noch wegen der Party auf der Terrasse stehen hatten, nahmen wir die Picknickdecke und breiteten sie auf dem Küchenboden aus. Ich schrieb Mr Tiefsinnig, wo er denn abgeblieben war und lud ihn ein, sich uns bei unserem Picknick in der Küche anzuschließen. Natürlich hoffte ich auf mehr und das wusste er auch. Nachdem wir die viel zu kleine Menge Bruscetta vernichtet hatten, hatten wir zwar alle noch Hunger, aber niemand war noch aktiv genug, um kochen zu wollen. Die Übriggebliebenen verkrümelten sich und Mr Tiefsinnig und ich überlegten kurz, ob wir die leere Küche nutzen wollten. Das konnten wir unseren Mitbewohnern aber nicht antun und verzogen uns (nach dem Zähneputzen) in mein Zimmer.

Unser zweites Mal war besser. Dieses mal waren wir nicht ganz so betrunken wie am Samstag. Allerdings muss ich gestehen, nachdem ich einen direkten Vergleich habe mit Mr Tinderjüngling von einer Woche zuvor, dass Mr Tiefsinnig da nicht ganz herankommt. Ich würde die Vermutung aufstellen, dass Mr Tiefsinnig mehr Erfahrung hat als Mr Tinderjüngling (obwohl der bestimmt auch einiges an Erfahrung mitbringt) – aber Mr Tinderj. und ich passten wohl besser zusammen. Naja, was solls aber? Mr Tinderj. ist in meiner Heimatstadt und Mr Tiefsinnig ist hier vor Ort. Man nimmt, was man kriegen kann. 😉 Und beschweren kann ich mich momentan auf keinen Fall! (Ich hoffe, das ist nicht zu verwirrend zu lesen, da die Namen ja beide mit T beginnen 😀 )

Mit diesem Singleleben freunde ich mich gerade sehr gut an. 🙂 Was für ein Sommer bisher!