Ein weiterer Teufel und ein Fettnäpfchen

Es folgt gleich ein weiterer Beitrag. Ich hatte noch nicht alles zum Thema Mr Hashtag gesagt. 😉 Hier gehts zum ersten Beitrag von heute. Dort hatte ich geschrieben, dass ich das Thema „wohin-führt-das-alles“ aka DTR (=Define the Relationship) noch nicht angesprochen habe. Ich bin allerdings vor ein paar Tagen in ein kleines Fettnäpfchen getreten, von dem ich noch berichten möchte. 😀

Von Freitag auf Samstag war ich mal wieder bei Mr Hashtag übernacht. Wir hatten einen wunderschönen Freitagabend und gemütliches Ausschlafen, Kuscheln, Morgensex und leckeres Frühstück am Samstagmorgen. Spätestens zum Nachmittag wollte ich wieder an meiner WG sein, da meine neue Mitbewohnerin an dem Tag einziehen wollte. Wir fuhren also zusammen mit seinem BMW-Schlitten zu mir, halfen meiner Mitbewohnerin ein bisschen, machten nachmittags in meinem Stadtteil einen Pärchenspaziergang und gingen noch einkaufen für das Abendessen.

Mit den Helfern und Freunden meiner neuen Mitbewohnerin machten wir gemeinsam Pizza, tranken Bier und quatschten. Irgendwann ging es um ihre geplante Einweihungsfeier. „Für Phillipp müssen wir aber unbedingt ein paar Singlemädels einladen, ja?“, scherzte sie mit mir am Tisch in der Runde. Ich kannte ihren Kumpel Phillipp nicht und wusste auch nicht, ob ich an dem Tag ihrer Einweihungsfeier überhaupt noch da sein würde, aber ging darauf ein: „na klar, kriegen wir sicher hin!“. Dann fiel mir ein: „oh aber, in meinem Freundeskreis könnte das schwierig werden. Die sind alle schon vergeben… Ich bin – äh, war – ähhh bin – das letzte Singlemädel bei uns…“

Uuups. Was hatte ich da gerade gesagt? Den Blick zu Mr Hashtag wollte ich nicht riskieren. Ich lachte nur nervös, meine neue Mitbewohnerin lachte mit und wechselte zum Glück schnell und geschickt das Thema. Sie kannte Mr Hashtag selbst erst seit heute und hatte keine Ahnung von ihm und mir. Somit hatte sie zumindest auch nicht viel mehr Ahnung als wir voneinander. 😀

Das Thema kam nicht mehr auf den Tisch. Weder beim Pizza essen noch bei Mr Hashtag und mir. Aber somit ist diese ganze Sache immer noch unausgesprochen.

Einerseits würde ich gerne warten, bis er es anspricht. Andererseits halte ich es selbst nicht mehr lange aus. Ich muss meinen Standpunkt rüber bringen, was das Auslandssemester angeht. Ich möchte keine frische Beziehung haben, wenn ich vier Monate auf einem Erasmus-Auslandssemester bin. Nicht, weil ich da vorhätte rumzuvögeln. Wohl aber, weil ich da meinen Spaß haben möchte, gerne flirte, viel erleben und nicht viel an Zuhause denken möchte. Ich möchte nicht an etwas gebunden sein, von dem ich nicht weiß, ob es die Gedanken wert sind. Auch Mr Hashtag kann ja in der Zeit jemanden kennen lernen mit dem er vielleicht glücklicher wird, als er es je hätte mit mir sein können. Das weiß man nach zwei Monaten daten einfach nicht.

Bis ich fliege würde ich gerne die schöne Zeit mit ihm genießen, ohne mir Gedanken über die Zukunft machen zu müssen. Die Frage ist nur, ob er es auch so sieht. Deshalb muss es wohl irgendwann angesprochen werden. Allerdings merke ich immer mehr, dass diese ganze Kennenlernphase umso spannender ist, wenn man nichts anspricht. Trotzdem. Spätestens in 14 Tagen wird was passieren. Dann geht mein Flug.

Im letzten Beitrag habe ich schon geschrieben: ich würde ihm gerne versichern können, dass wir im Januar so weitermachen können, wie wir es zur Zeit tun. Aber Januar? Ein weiterer Teufel sitzt mir im Nacken. Immer noch. Schon seit viel zu vielen Monaten. Im Januar könnte ich Mr Regisseur wieder sehen… Wie ich auf ihn reagiere kann ich nicht sagen. Aber vermutlich würde ich jeden anderen Kerl stehen und liegen lassen für ein weiteres Date mit ihm. Diese verfluchten Teufel in meinem Kopf.

 

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Das Teufelchen an der Oberfläche

Eigentlich wollte ich schon vor zwei Stunden anfangen mit Lernen. Andererseits wollte ich diesen Blogeintrag schon vor einer Woche schreiben. Also was hat eine höhere Priorität? 😉

Ich sags nur allzu gerne nochmal: Prokrastination kann ich. 😀

Es geht immer noch im Mr Hashtag. Es ist so viel passiert, dass ich nicht mehr umher komme, endlich mal wieder was nieder zu schreiben. Also eigentlich ist viel passiert – es lässt sich aber auch kurz fassen: mittlerweile haben wir uns schon sehr viele Male getroffen. Meine Regel, ihn nur einen Tag pro Woche zu treffen, habe ich gebrochen. Ich genieße es einfach zu sehr. Die Aufmerksamkeit, das Gekuschel, die verliebten Blicke. Das Gefühl, eine Beziehung zu haben. Wir haben aber keine. Also wenn es nach mir ginge, würde ich es jedenfalls nicht so benennen. Seit meinem letzten Eintrag zu diesem Thema habe ich es immer noch nicht geschafft, mit ihm darüber zu sprechen, wohin das Ganze hinführen soll. Oder besser gesagt, dass es nirgends hinführen kann, weil ich (nun mittlerweile) in zwei Wochen schon weg bin. Ich werde vier Monate in Finnland und danach einen Monat noch in Bayern sein. Das weiß er. Aber ich weiß nicht, ob ihm bewusst ist, dass wir jetzt keine Beziehung eingehen können.

… Oder ob ich es jemals mit ihm könnte.

Ich genieße zwar die Zeit mit ihm, die Aufmerksamkeit, das Gekuschel, die verliebten Blicke. Aber ich selbst bin nicht verliebt in ihn. Ich habe mich die letzten Wochen oft gefragt, woran es liegt. Alles scheint zu passen: seine Art, sein Humor, sein Geruch, unser Sex. Er kocht gut, er ist extrem sportlich, er fotografiert. Ich kann sogar darüber hinweg sehen, dass er nie studiert hat nach seinem Abi, sondern eine Ausbildung gemacht hat. Er hat damit komplett andere Lebenserfahrungen gemacht als ich sie gemacht habe. Sonst war es für mich immer ein wichtiger Grund, dass der potentielle Partner doch bitte auch Student sein sollte oder studiert haben sollte. Aber bei ihm finde ich es nicht schlimm. Es passt ja alles andere so wunderbar. Er macht alles richtig. Er schreibt mir täglich, er macht mir Komplimente, er gibt mir die Aufmerksamkeit, die ich brauche. Aber woran liegt es dann, dass ich mich nicht in ihn verliebe, obwohl er es unumstreitbar in mich ist?

Mich beschleicht das Gefühl, dass ich zu oberflächlich bin. Mr Hashtag ist sportlich, hat einen wunderbaren, musklösen Körper, genau die richtige Körpergröße für meine Größe – aber würde ich ihn im Club oder auf der Straße sehen, ich würde an ihm vorbei sehen. Er ist nicht mein Typ. Er hat ein einzigartiges Gesicht und ein bisschen abstehende Ohren. Sehen wir uns zu zweit, ist mir es egal, dass er nicht mein Typ ist. Aber vergleiche ich ihn mit anderen Männern, die ich bisher gedatet habe, fällt es mir auf, dass er im Ranking nicht sehr weit oben landet. Während ich das hier schreibe, hört es sich so furchtbar an. Ich will nicht so oberflächlich sein. Ich hab ihn wirklich sehr gerne und würde behaupten, es fehle mir nicht mehr viel zum verliebtsein. Aber ein kleiner oberflächlicher Teufel auf meiner Schulter flüstert mir zu: „verkauf dich nicht wieder unter Wert.“

Diese Worte hatte mein Mitbewohner vor einigen Monaten zu mir gesagt. Anscheinend sei ich eine attraktive Frau.Ich kann das schlecht beurteilen. Nach 25 Jahren gewöhnt man sich eben an den Menschen, der aus dem Spiegel auf einen zurück blickt. Ich mag mich selbst mittlerweile ganz gerne. Aber ich habe keine Ahnung wo ich in einem „Ranking“ stehen würde und muss wohl auf das Urteil und Komplimente anderer zurückgreifen. Und mein Mitbewohner, sowie mehrere aus meinem Umfeld fanden, dass ich mir ruhig hübschere Männer hätte aussuchen können.

Aber Mr Hashtag zählt da nicht unbedingt dazu. Nur – sollte das nicht egal sein? Es ist furchtbar, dass Menschen so viel Wert darauf legen, sich gegenseitig nach ihrem Aussehen zu bewerten. Was soll das denn? Es gibt so viel Wichtigeres, für das es sich lohnt, jemanden kennen zu lernen, befreundet zu sein, zu daten, zu lieben…

Und wie bringe ich nun diesen oberflächlichen Teufel auf meiner Schulter zum Schweigen? Das hat Mr Hashtag nicht verdient. Auch wenn ich erstmal keine Beziehung eingehen kann, würde ich ihm zumindest trotzdem gerne versichern können, dass ich mich freue, im Januar dort weiter zu machen, wo wir aufgehört haben. In fünf Monaten kann zwar viel passieren, aber es kann auch nichts passieren und Mr Hashtag und ich haben eine Chance. Wäre nur nicht dieser böse Teufel…

Literarisch unbrauchbar

Eigentlich hätte ich heute mal wieder ins Fitnessstudio gehen sollen. Ich war schon seit bald zwei Wochen nicht mehr.

Eigentlich sollte ich gerade an meiner Seminararbeit schreiben. Am Freitag in einer Woche ist die Abgabe und ich habe genau Null Seiten bisher geschrieben.

Eigentlich sollte ich heute anfangen für meine Klausur zu lernen.

Eigentlich müsste ich für das Start-Up, bei dem ich mitarbeite, einen kleinen Artikel schreiben.

Und eigentlich müsste ich duschen.

Stattdessen sitze ich hier, bin müde und überlege, ob ich meine Abendpläne auch absage. Nicht, weil ich irgendwie schlecht gelaunt wäre. Mir geht es wunderbar. Aber so eine „Irgendwie-Beziehung“ ist ganz schön zeitintensiv. Die Zeit habe ich nicht.

Mr Hashtag war gestern bei mir. Es war mal wieder ein toller Abend. Wir haben zusammen gekocht, Eis gegessen, einen Film geguckt, gekuschelt, Sex gehabt. Als wir uns dann schlafen legen wollten, waren wir beide nicht mehr müde und haben noch lange gequatscht. Endlich bekam ich die Gelegenheit ihn ein bisschen zu seiner „Beziehungsvergangenheit“ auszufragen. Er hatte bisher zwei ernste lange Beziehungen. Klang alles akzeptabel. Er hat es sehr sachlich erzählt. Außerdem kenne ich jetzt seine Lieblingsfarbe und sein Lieblingsessen und dass er nur Gemüse nur mit Buttersoße mag.

Irgendwann konnten wir doch einschlafen. Ich schlafe allerdings immer noch ziemlich schlecht mit einer zweiten Person im Bett. Er auch. Am nächsten Morgen, also heute, lagen wir noch ziemlich lange im Bett, massierten uns gegenseitig, hatten nochmal Sex und frühstückten dann ausgiebig zusammen mit meinem Mitbewohner und seiner Freundin. Danach wollte er gehen, aber irgendwie landeten wir nochmal kuschelnd in meinem Bett. Er konnte sich einfach nicht losreißen. Und ich wollte auch nicht, dass er geht. Es war einfach zu schön in seinen Armen zu liegen.

Und jetzt denke ich mir, dass dieser halbe Tag einfach vertrödelt war. Ich hab so viel zu tun. Verschwendet war der Vormittag nicht. Ich hab ihn sehr gerne. Ich fühle mich wohl in seinen Armen. Aber was soll das Ganze eigentlich? Ich kann es genießen so lange er da ist. Und danach überfällt mich das Stressgefühl, weil ich stattdessen so viel hätte tun können und müssen. Ich brauche einen Tag, der mindestens 30 Stunden hat. Oder einen Zeitumkehrer.

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Aus dieser Zeitnot tippe ich diesen unorganisierten Tagebucheintrag herunter….

Was es noch von den letzten Tagen zu erwähnen gibt:

Mein Arbeitskollege hat mir letzte Woche gestanden, dass er auf mich steht. Wir kennen uns seit etwas mehr als ein Jahr. Er ist ein sehr guter Freund geworden in der Zeit. Seit neun Jahren ist er in einer Beziehung. Seit zwei Jahren wohnt er mit seiner Freundin zusammen. Dass er auf mich steht, hatte ich allerdings schon seit Längerem vermutet. Woher? Keine Ahnung. Das merkt man einfach. Vielleicht weil er jedes Mal so komisch reagierte, wenn er erfuhr, dass ich jemand Neues kennengelernt habe. Aber trotzdem war es eine ziemlich krasse Sache, als er am Donnerstag nach unserem wöchentlichen Lunchdate damit herausrückte. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Dass es nicht geht, war ja klar. Ich stehe nicht auf ihn (was ich ihm nicht so direkt gesagt habe) und sehe ihn nur als guten Freund. Ich glaube, ich habe mehrmals gesagt, dass ich hoffe, diese Sache würde unserer Freundschaft nun in Zukunft nicht im Weg stehen. Als ich nach dem Gespräch zuhause war, habe ich ihm noch eine längere Nachricht geschrieben und es nochmal betont. Seine Antwort war beschwichtigend. Ich hoffe, es bleibt alles, so wie es bisher war.

Eine zweite Sache, die ich jetzt noch schnell erwähnen möchte, bevor ich doch endlich unter die Dusche springe, ist: In ein paar Tagen bin ich auf meinem zweiten Festival. Nachdem ich seit letztem Jahr keine Festival-Jungfrau mehr bin, weiß ich ja, was mich erwartet. Dieses Festival war zwar unglaublich teuer und ich musste mir außerdem ein eigenes Zelt kaufen. Ich fahre mit einer Kommilitonin und ihrem Bruder. Vor Ort schließen wir uns zusammen mit einer weiteren Freundin von mir und ihrer Gruppe. Also alles Menschen, die ich nicht sooo gut kenne. Aber das wird sicher trotzdem toll.

So. Jetzt habe ich alle Gedanken aus meinem Kopf auf Papier (bzw. auf die Tastatur) gebracht. Ich hoffe, jetzt kann ich (nach meiner Dusche) noch ein bisschen produktiv sein.

Was für ein chaotischer, literarisch unbrauchbarer Eintrag. Es freut mich, dass ich diese fünf Minuten eures Lebens verschwenden durfte. Gern geschehen. 😉

Widersprüche

Wer je behauptet hat, Frauen kann man nicht verstehen – der hat absolut Recht. 😉

Ich habe zwar gesagt „Er ist es nicht„, dennoch treffe ich mich weiter mit ihm. Er ist es immer noch nicht. Aber ich verbringe gerne Zeit mit ihm. Ich genieße es mal wieder, jemanden zu haben, der mich begehrt. Jemanden, der mir täglich guten Morgen und gute Nacht schreibt. Jemanden, der vor Freude ganz nervös ist, wenn er mich sieht. Jemanden, mit dem ich auf Dates gehen kann, so richtig pärchen-like. Jemanden, der meine Hand nimmt oder seinen Arm um mich legt beim Spazierengehen. Jemanden, den ich küssen kann, während er Spaghetti für uns kocht. Jemanden, an den ich mich bei gruseligen Filmen kuscheln kann.

Ich weiß, ich sollte mit ihm reden. Er weiß bereits, dass ich nicht mehr lange hier bin. Es sollte also doch glasklar sein, dass da nichts mehr sein kann, wenn ich in einem Monat weg bin. Für mich ist es das zu mindest. Aber damit ich mir sicher sein kann, dass wir auf der gleichen Ebene sind, sollte ich es ansprechen.

Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Vielleicht sind wir ja noch auf der gleichen Gefühlsebene. Ist eine Aussage wie „du sorgst für Chaos in meinem Kopf“ ein eindeutiges Zeichen, dass bei ihm mehr Gefühle im Spiel sind? Oder ist es einfach eine Floskel? Ist der Satz „du bist wunderschön“ vor dem ersten Sex einfach ein wunderbares Kompliment? Oder steckt mehr Interesse dahinter?

Beim nächsten Treffen spreche ich es an. Versprochen.

Zum Schluss noch eine Anregung. Meine Mitbewohnerin stellte mir die Killerfrage: „Angenommen du wärst in einem Monat nicht weg … Wärst du jetzt in dieser Position?

Tja, wäre ich? Hätte ich ihn ein viertes Mal getroffen? Hätte ich mit ihm geschlafen? Würde ich ihm noch schreiben? Würde ich mich noch jedes Mal freuen, eine Nachricht von ihm zu bekommen?

Ich denke ja. Aber ich würde trotzdem denken, dass er es nicht ist. Ich fühle mich so egoistisch. Und so widersprüchlich.

Und nun noch ein allerletzter Gedanke: fühlte es sich damals genauso für Mr Regisseur an? Der sich mehrmals mit mir getroffen hat und wir beide eindeutig Interesse aneinander hatten – er aber dann auch fort musste? Will mir das Schicksal damit irgendwas sagen?

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Er ist es nicht

Okay, Fehlalarm Leute. Ich rudere zurück. 😉 Ich bin  nicht diejenige, die es verkackt mit Mr Hashtag. Eigentlich verkackt es keiner. Eigentlich ist es ganz schön. Gestern hatten wir unser drittes Date. Aber ich merke: vielleicht ist er es doch nicht.

Das zweite Date

Vergangenen Dienstag trafen wir uns zum zweiten Mal. Ich hatte nur nachmittags Zeit, weil ich abends unbedingt mal wieder in meinen Yogakurs wollte. Wir verabredeten uns am selben Treffpunkt wie beim ersten Date. Er hatte zwar angeboten mich abholen zu können, aber dafür hätte er quer durch die Stadt fahren müssen und für mich war es kein Problem schnell in den Bus zu hopsen und dort hin zu fahren.

Er hatte vorgeschlagen sein Longboard mitzunehmen und mir das Fahren beizubringen. Ich war zuvor noch nie auf einem Longboard gestanden und fand es eine wirklich coole Idee. Ich freute mich ihn wieder zu sehen nach dem ersten tollen Date.

Nach unserer Begrüßungsumarmung machten wir uns auf den Weg zur ausgewählten perfekten „Longboard-Straße“. Eine flache lange Straße eben. 😉 Er erklärte es mir  kurz (was gibt es auch großartig zu erklären beim Longboardfahren?) und ich stellte mich drauf. Direkt bot er mir seine Hand an. Natürlich nahm ich sie und so zog er mich einige Meter mit dem Longboad die Straße entlang. Ein bisschen anschubsen durfte ich dann auch selbst. Obwohl ich kein Naturtalent im Longboardfahren bin, machte es mir richtig Spaß und ich überlege nun, mir selbst eins zu holen. 🙂

Immer abwechselnd fuhren er und ich, während der andere nebenher lief und mit seiner Spiegelreflex ein paar Fotos „in Action“ machte. Da die Straße wirklich super lang ist, mussten wir aus zeitgründen irgendwann umkehren. Er hatte allerdings keine Lust mehr nebenher zu laufen und beschloss, dass wir jetzt zusammen auf dem Longboard fahren würden. Das hatte er noch nie gemacht und wir mussten er ein paar „Stellungen“ ausprobieren. 😉 Ich mit beiden Füßen vorne, unsere beiden Füße versetzt, Händchen haltend, Hände frei, er mich an der Hüfte haltend… Fast hätten wir aufgegeben, bis ich mich nach hinten stellte und er am vorderen Teil versuchte anzuschubsen. Und es klappte!

Anfangs noch sehr zögerlich und langsam, konnten wir aber bald das Tempo steigern und bretterten über den Asphalt. 😀 Haha. Absolute Date-Empfehlung, liebe Leser! Zusammen Longboard fahren! 😉 Ich hatte zwar die ganze Zeit Angst hinzuknallen, aber irgendwie vertraute ich ihm. Außerdem konnte mich gut hinter seinem muskulösen Rücken verstecken, sodass ich nicht auf die Straße sehen musste. Wir kamen heil zurück an seinem Auto an, ließen den hohen Adrenalinspiegel langsam abklingen und quatschten ein bisschen. Rechtzeitig vor meiner Yogastunde fuhr er mich zurück.

Natürlich schrieb er mir nach unserem zweiten Date weiterhin brav jeden Tag die Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten. Mittlerweile gefiel es mir, mich darauf verlassen zu können, dass er mir schreibt. Auch wenn ich bis mittags nichts geschrieben habe, kommt irgendwann eine Nachricht von ihm. Eigentlich schreibt sowieso immer er als erstes. Ein Vorschlag für das nächste Treffen ließ auch nicht lange auf sich warten: er wollte mit mir am Freitag ins Kino Fluch der Karibik angucken. Fand ich genial, denn den Film wollte ich eh noch sehen.

Wir verabredeten uns also für den Nachmittag, nach seinem Feierabend. Für mich war es leider relativ früh, eigentlich musste ich um 16 Uhr noch einiges für die Uni tun. Aber das ließ ich mal sausen und willigte ein. Ich wies ihm an vor meiner WG zu parken, da es in der Innenstadt schwierig ist Parkplätze zu finden. So konnten wir zusammen in die Stadt laufen und abends nach dem Kino auch wieder zurück.

Das dritte Date

Ausgerechnet seit einigen Tagen funktioniert unsere Klingel nicht, also hörte ich es nicht, als er ankam. Zum Glück ist er ja nicht blöd und klopfte an unserem Küchenfenster und erschreckte damit meine Mitbewohnerin, die ihn reinließ und mich rief. Als ich seine große Gestalt im Flur erspähte musste ich schon grinsen. Ich freute mich ihn zu sehen.

Wir liefen zusammen in die Innenstadt, machten dort einen kleinen Spaziergang, blieben eine Weile am Fluss stehen, wo er mir (mal wieder) von seinem Wassersport erzählte, überlegten uns dann, was wir essen wollten und steuerten auf den Vapiano zu. Nach meinem leider sehr klein ausgefallenen Salat beschlossen wir, auf jeden Fall noch ein Eis zu holen. Weil wir beide große Oreo-Fans sind, kauften wir außerdem noch vorm Kino zwei Packungen im Supermarkt und schmuggelten die in meiner großen Handtasche rein.

Er lud mich ins Kino ein, ich ihn daraufhin auf eine Cola (immerhin 😉 ). Während des Films überlegte ich heimlich, ob ich mich irgendwie bequem an seine Schulter anlehnen konnte. Dann hätte ich allerdings nur noch schief auf die Leinwand gesehen, also saßen wir einfach nur nebeneinander. Die Oreos hatten wir während des Films doch nicht ausgepackt, da wir von dem Eis noch gut gesättigt waren. Deshalb entschieden wir nach dem Film, eine Picknickpause auf dem Rückweg einzulegen. Während wir also zurückliefen und nach einem passenden Picknickort suchten, ergriff er irgendwann meine Hand. Mir fiel auf, wie lange ich schon nicht mehr Händchenhaltend durch die Stadt gelaufen bin…

Wir entdeckten eine Bank, er setzte sich und breitete sein Sweatshirt neben sich aus, damit ich mich darauf setzen konnte um nicht auf dem Metall frieren zu müssen. Süß. 🙂 Leider fing es genau in dem Moment an zu tröpfeln. Wir versuchten noch tapfer das Nasse zu ignorieren, während wir an den Oreos knabberten. Als der Regen stärker wurde, gaben wir auf und mussten uns etwas zum unterstellen suchen. Am Rand des Veranstaltungsgebäudes unserer Stadt, ein schönes und historisches Bauwerk, fanden wir eine überdachte Nische. Stehen war doof, also setzten wir uns einfach auf den Boden mit dem Rücken zur verschlossenen Glastür. Sofort zog er mich näher an sich heran und platzierte meine Beine über seinen Schoß. In der Position blieb mir nichts anderes übrig, als mich gemütlich an seine Schulter zu kuscheln. Das musste ziemlich ulkig und süß ausgesehen haben, wie wir in dieser Nische an dem historischen Gebäude zusammengekuschelt Oreos aßen und darauf warteten, bis der Regen nachließ. Ich fand es jedenfalls sehr gemütlich.

Auch als der Regen aufhörte, blieben wir so sitzen. Ich wartete eigentlich nur noch auf den Moment, an dem er mein Gesicht zu sich ziehen würde und mich küssen würde.

Aber er tat es nicht. Hm. Wieso denn nicht?

Irgendwann wurden wir von unserem gemütlichen Platz verscheucht, da die Veranstaltung, die an dem Abend statt gefunden hatte, zuende war Stühle durch diese Glastür heraus gebracht werden mussten. Wir liefen also das kurze restliche Stück zu mir und beschlossen schnell, dass es in der Küche zu ungemütlich war.

In meinem Zimmer stand Mr Hashtag erst etwas verloren herum, bis ich ihm sagte, er könne es sich doch gemütlich machen. Ich habe leider keine Couch oder ähnliches, nur ein großes Bett und einen Schreibtischstuhl. Erst als ich mich selbst auf mein Bett setzte, kam er dazu.

Dort plauderten wir weiter bis er mich wieder an sich zog. Er begann mich am Hals zu streicheln und ich wurde immer entspannter und schläfriger. Das bemerkte er und fragte mich, ob ich denn gar nicht kitzelig wäre am Hals. Nö, bin ich nicht. Er erwiderte, er möchte mal was ausprobieren… Er kam mir näher und begann mich sanft am Hals zu küssen. Zwar bekam ich immer noch keine Gänsehaut, aber ich genoss es. Er küsste weiter, bis er an meinen Lippen ankam. Endlich! Er küsste sehr gut.

Wir begannen zu knutschen und unsere Körper begannen sich ineinander zu wenden. Mir schoss nur ein Gedanke durch den Kopf: wenn das noch „wilder“ werden sollte, dann kommen wir an den „Point of no return“. Und an den wollte ich heute Abend nicht. Ich fand es zwar schön ihn zu küssen und zu knutschen, aber das reichte mir. Irgendwie schaffte ich es, das Geknutsche ruhiger werden zu lassen, bis ich die Chance witterte, etwas zu sagen um damit unaufällig eine Pause einzuschieben. Ich fragte ihn, ob er denn gar nicht mehr müde sei. Er grinste mich an, seine Augen funkelten und er verneinte. „Ich bin es aber“, sagte ich und packte meinen Rehblick aus. „Okay…“, Enttäuschung war jetzt in seinen Augen zu erkennen. Um ihn etwas aufzuheitern, da ich es ja nicht böse meinte, gab ich ihm noch einen kleinen neckischen Kuss auf den Mund und kuschelte mich dann an seine Brust.

Bis dahin hatte ich immer noch keine Ahnung, wie er denn beziehungstechnisch so tickte. Wir hatten bisher immer nur über alltägliche Themen gesprochen. Deshalb platze ich endlich mal raus mit meiner Frage: „wie lange bist du denn schon Single?“ Er erzählte mir ein bisschen von seiner zweijährigen Beziehung, die letztes Jahr im August zuende gegangen war. Anscheinend war es nicht leicht für ihn gewesen. Aber jetzt wäre alles wieder gut. Während er erzählte sprang er auf andere Themen über. Er erzählte von seiner Kindheit, seinen Reisen und seinen Kumpels. Mir fiel auf, dass er nie eine Gegenfrage stellte. Er fragte nicht, wie lange ich schon Single war, wollte nichts über meine Kindheit oder meinen Reisen wissen. Ich war nicht gekränkt deshalb, aber ich fand es komisch.

Irgendwann fragte er mich: „könntest du denn so angekuschelt schlafen?“ Wahrscheinlich hätte ich es gekonnt, aber ich entschied mich für eine situationsgerechtere Antwort: „nein, so nicht, aber ich finde es trotzdem schön bequem. Aber ich schlafe besser wenn ich allein bin.“ Jetzt musste er es aber verstanden haben.

Hatte er auch: „wenn ich gehen soll, musst du mich wahrscheinlich rausschmeißen.“ „Mache ich“, und ich kuschelte mich näher an ihn. Das könnte ich ja später auch noch machen.

Er begann mich wieder zu streicheln. Über den Hals, über meine Wange und über meine Lippen. Er fragte mich, ob ich garnicht empfindlich wäre an den Lippen. Wenn er dort berührt werde, kribbele es bei ihm so. „Und wenn ich dich küsse, kribbelt mein ganzer Körper“, fügte er dazu.

Oh oh.

Also bei mir kribbelt da nichts. Spätestens jetzt gab mir die ganze Situation zu denken. Ich finde es angenehm in seinen Armen zu liegen. Es macht Spaß ihn zu küssen. Wir verbringen eine lustige Zeit zusammen auf unseren Dates. Er ist ein Gentleman, er ist attraktiv und er mag mich. Aber ich mag ihn wohl nicht ganz so sehr wie er mich.

Wir lagen noch eine Weile kuschelnd und knutschend in meinem Bett, bis ich entschied, dass es Zeit war für mich schlafen zu gehen. Ich setzte mich auf und guckte ihn an. Er verstand und stand auf. An meiner Haustür zögerte ich nicht und küsste ihn zum Abschied. Ich wollte nicht, dass er meine Gedankengänge erkennen konnte. Ich wollte nicht, dass er enttäuscht ist. Er ist ein so sympatischer netter Mann.

Aber seit gestern Abend kann ich an nichts anderes denken als dieses fehlende Kribbeln. Eigentlich bin ich doch immer diejenige, die sich zu schnell verliebt. Vielleicht ist er ja auch garnicht verliebt und ich interpretiere wieder… Aber eins weiß ich nun:

Er ist nicht derjenige, für den ich mein derzeitiges Leben verändern würde. Er ist es nicht, für den ich weiterhin meine Pläne umschmeißen würde um ihn unter der Woche zu treffen. Er ist es nicht, mit dem ich vor meinem Auslandssemester eine Bindung eingehen würde. Er ist wohl einfach nicht der Richtige. Er ist es nicht.

Wie und wann sollte und muss ich es ihm sagen?

 

Leider ein gutes Date

Und direkt kommt ein weiterer brandaktueller Tagebucheintrag. Es geht um mein Tinderdate mit Mr Hashtag gestern. Nachdem wir wochenlang geschrieben hatten ohne uns treffen zu können, hatte ich Angst, dass ich zu hohe Erwartungen entwickeln könnte und er mir dann nicht gefallen könnte.

Endlich fanden wir aber einen Termin für ein Date und direkt vorweg: es war ein richtig guter Abend. 🙂 Leider. – Wieso leider? Da komme ich gleich dazu.

Ich denke nicht, dass ich trotz allen Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten zu hohe Erwartungen entwickelt habe. Eher fand ich es merkwürdig, da wir uns ja nicht kannten und habe ich mich gewundert, dass er das komplett durchzieht. Zwischendurch war ich auch genervt. Ich wollte keine Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten von irgendwem. Ich kenne ich ihn ja nicht. Was berechtigt ihn, mir die zu schreiben? Ein paar Stunden vor dem Date rechnete ich eher mit einem Reinfall und überlegte, wie ich am besten aus der Sache rauskomme, wenn es nicht passt. Als ich begann mich fertig zu machen und die Outfit-Frage anstand, wurde ich etwas nervös. Was war denn jetzt los?

Ich war von mir selbst genervt, dass ich nervös war. Ich stieg trotz allem in den Bus und fuhr zum Treffpunkt. Wir hatten geplant ein Eis essen zu gehen, ein bisschen spazieren und eventuell Fotos machen, da er auch eine schöne Spiegelreflexkamera hatte (das Nachfolgermodell von meiner).

Er hatte mich dann wohl von Weitem kommen sehen und stieg, kurz bevor ich da war, aus seinem Auto aus. Hm ja, er sieht aus wie auf seinen Fotos. Ein sympatisches Gesicht, man konnte sehen, dass er Wassersport betrieb (Muskeln! 😀 ) und die Größe passte wunderbar.

Ooookay – jetzt war meine sich vergrößernde Nervösität gerechtfertigt. Und das nervte mich noch mehr. Denn wenn ich nervös bin, labere ich nur Quatsch und bin tollpatschig wie sonst was. Ich hoffe, das fiel ihm nicht zu sehr auf. Eher fiel ihm direkt auf, dass ich typisch bayrisch mein „R“ rolle (was ich übrigens seit den fünf Jahren außerhalb Bayerns immer noch nicht wegbekommen habe). Ständig neckte er mich damit. Dafür hatte er auch einen ortstypischen Dialekt – damit hatte ich wenigstens etwas, womit ich zurück necken konnte.

Wir liefen also zur Eisdiele (ich verlief mich dabei gefühlte zehn mal) und unterhielten uns. Er konnte sehr viel reden, was mich aber nicht störte, da er zwischendurch auch einige Fragen stellte. Und irgendwie gefiel es mir, wenn er redete.

Wir redeten über alles Mögliche, allerdings nichts „Tiefsinniges“, wie ich es ganz gerne tue. Dabei lernt man den Menschen einfach am besten kennen. Aber es hätte zu unserem „Spätnachmittags-Eis-Date“ nicht gepasst. So erfuhr ich leider auch nichts über seine bisherigen Beziehungserfahrungen oder nach was er aktuell suche. Das muss ich wohl bei der nächsten Gelegenheit noch abchecken.

Nach unserem Eis, zu dem er mich sehr charmant einlud, liefen wir die typische Touristen-Strecke, die eine sehr schöne Seite meiner Unistadt zeigt. Er hatte noch Lust auf ein Feierabendbier und steuerte einen Kiosk an. Dieses Mal lud ich ihn spontan ein und wir setzen unseren Spaziergang fort. Dabei entdeckten wir ein paar coole Orte, an denen man Fotos machen konnte. Davon verstand er auf jeden Fall eine Menge. Was mich sehr beeindruckte.

Als wir schon Richtung Rückweg liefen, kamen wir an einer gemütlichen Kneipe vorbei und setzen uns mit einer Limo nach draußen. So nebeneinander vor der untergehenden Sonne, der kühlen Limo in der Hand und die Beine sich schon berührend, hätte ich ihn in dem Moment gerne geküsst. Tat ich natürlich nicht, denn ich spiele ja lieber die Gejagte. 😉 Er tat es aber leider auch nicht. Naja, vielleicht war es auch vernünftiger so.

Am liebsten hätte ich das Date nach der Kneipe beendet. Es war zwar richtig schön und ich fand ihn toll, aber irgendwie war ich müde, hatte schon seit meinem Mittagessen an der Uni-Mensa Bauchkrämpfe und wollte zurück. Er hatte aber noch Hunger, also teilten wir uns Pizzabrötchen und Kartoffelecken bevor wir dann endlich zu seinem Auto liefen. Er bot an, mich zurück zu fahren und ich erzählte ihm während der Fahrt von unserer schönen Aussicht auf die beleuchtete Uni. Die wollte er noch fotografieren, also wurde der Abend noch weiter in die Länge gezogen. Da wir dann eh schon an meiner WG waren, konnte ich ihm ja noch kurz eine Wohnungsführung geben.

Währenddessen bemerkte ich, dass er gar nicht mehr so gesprächig war wie bisher. Ich fragte, ob er schon müde wurde. Er meinte, er hätte von dem Essen gerade irgendwie Bauchkrämpfe bekommen. Ich erzählte ihm nicht, dass ich schon den ganzen Tag welche hatte. Man sah merklich, dass es ihm schlecht ging. Ich fragte ihn, ob er gerne einen Tee hätte oder ob ich ihn zum Auto zurück bringen sollte. Er entschied sich dafür, den Abend zu beenden und ich war innerlich zwar froh darüber, aber hätte mir natürlich gewünscht, dass es ihm nicht so schlecht ging. Wir umarmten uns ganz normal zum Abschied.

Als ich mir heute morgen allerdings den Abschied nochmal durch den Kopf habe gehen lassen, bemerkte ich, dass er vielleicht doch nicht ganz „normal“ gewesen war. Vielleicht war es Einbildung, aber ich glaube die Umarmung hatte eine Sekunde länger gedauert als üblich. 😀 – Aber vermutlich interpretiere ich da wieder nur was hinein.

Er hatte mir im Laufe des Abend erzählt, dass er am nächsten Tag nochmal kurz in meine Unistadt wegen seiner Arbeit fahren musste und wir uns ja auf einen Kaffee treffen konnten. Ich wusste nicht, ob das Angebot noch aktuell war und sagte zur Verabschiedung, er könne sich ja melden. Ich war dabei selbst sehr gespannt, ob er sich melden würde.

Und er meldete sich. 🙂 Wie es sich gehört, nachdem er zuhause angekommen war. Und am nächsten Morgen auch nochmal. Das Angebot stand noch und ich überlegte sehr lange, ob ich mir die Mühe machen sollte meinen Vormittagsplan umzuwerfen um ihn auf einen Kaffee zu treffen. Mir wäre das allerdings wirklich zu stressig geworden. Und andererseits ist es vielleicht auch besser, nicht immer verfügbar zu sein… Ich bot an, das nächste Treffen zu verschieben. Er ist ja unter der Woche eh immer in meiner Stadt.

Und man erkennt schon: ich mache mir mal wieder viel zu viele Gedanken. Deshalb das „leider“. Leider war es ein schönes Date. Leider gefiel er mir gut. Leider habe ich Interesse an ihm. Leider warte ich jetzt immer sehnsüchtig auf eine Antwort von ihm. Und leider werde ich es so vermutlich wieder verkacken.

Also wer lesen möchte, wie ich es wieder verkacke: einfach die nächsten Wochen dran bleiben. Wir werden sehen. Stay tuned.

Party ohne Ende – Teil 2: Picknick in der Küche

Hier gehts zu Party Ohne Ende – Teil 1: Wonderland im Garten.

Wie am Ende von Teil 1 erwähnt: meine Partygeschichte endet noch nicht zum Ende unserer großen WG-Party. Für den darauffolgenden Dienstag war dann die größte Uniparty des Jahres angesetzt. DIE Party, die man sich nicht entgehen lassen kann. DIE Party, auf die man sich das ganze Jahr über freut. DIE Party, auf die jeder – wirklich jeder – Student sein wird. Sie findet auch nachmittags und im Freien, vor der Fläche der Studentenwohnheime statt. – Die besten Parties sind wohl nachmittags und im Freien, oder? 😉

Ich nahm mir allerdings vor,IMG-20170620-WA0011 dass ich nicht mehr so viel trinken würde, da ich es am Samstag so übertrieben hatte. Und wenn ich es mit diesen Worten schon einleite: natürlich konnte ich meinen Vorsatz nicht halten. Spätestens, nachdem ich meine Kommilitonen auf einer Picknickdecke antraf, in deren Mitte mallorca-style einen Eimer Sangria mit langen Strohhalmen thronte, hätte ich Schlimmes ahnen können. „Dieser Eimer muss bis zum Ende des Abends leer sein!“ – schrie meine Kommilitonin immer wieder und kippte immer wieder Sangria und Weißwein nach. Der Eimer enthielt auch Früchte und Eiswürfel, was es bei der Hitze des Dienstags noch angenehmer machte, ständig daraus zu schlürfen. Dazu brachte meine Freundin drei Flaschen Sekt mit und der Abend nahm seinen Lauf.

Die Party ging lang. Und ein Problem, wenn man in uninähe öfter tindert und datet: man sieht sie alle wieder. Natürlich waren alle auf dieser Party. Mr Gemüselasagne, Mr Höflich und Mr Gryffindor. Als Mr Tiefsinnig auftauchte, wusste ich, wo (oder besser gesagt „mit wem“) ich am Abend enden würde. Meine besagten Kommilitonen hatte ihre Picknickdecken nur ein paar Meter neben Mr Gemüselasagne aufgeschlagen. Ich war sehr in Versuchung, zu ihm zu gehen und Hallo zu sagen. Zum Glück hielt mich meine gute Freundin davon ab. Ich war eh schon wieder zu angetrunken. SCHON WIEDER! Mann! Mit Mr Höflich hatte ich eh nix mehr zu tun, der war mir also egal. Aber als ich Mr Gryffindor von Weitem erspähte, und er mir sogar am nachmittag eine Whatsapp-Nachricht geschrieben hatte, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich drängte (per Whatsapp), dass er zu unserer Decke kommen sollte. Wir verpassten uns wohl ständig, da ich (natürlich dank der vielen Flüssigkeit) ständig auf die Toilette musste, und er wohl auch ständig Leute traf und wieder weg rannte. Irgendwann hatten wir uns aber beide an der Picknickdecke eingefunden.

Ich erfuhr schnell, dass er wieder mit seiner Ex-Freundin zusammen war. Ha! Ich hatte es schon vermutet! Sonst hätte dieses zweite Date doch wohl geklappt! Anscheinend traten er und sie kurz nach unserem ersten Date wieder in Kontakt. Ich fand das völlig in Ordnung. Mr Gryffindor war süß und ich freute mich einfach für ihn, dass es mit seiner Exfreundin wieder klappte. Wie gesagt, ich bin gerade glücklich, wie mein Leben verläuft. Da gönne ich anderen gerne ihr Glück und ich hoffe, dass Mr Gryffindor und ich in Kontakt bleiben und uns freundschaftlich treffen können.

Als es Zeit war aufzubrechen, bekamen meine Freundin undIMG-20170620-WA0022b meine beiden Mitbewohner, die sich auch bei uns an der Decke herumtrieben (so ein Malle-Eimer verbindet!) Hunger. Einer der beiden Mitbewohner ist ein großer Hobbykoch und bot an, uns Bruscetta bei uns in der WG zu machen. Da wir unseren Küchentisch aber noch wegen der Party auf der Terrasse stehen hatten, nahmen wir die Picknickdecke und breiteten sie auf dem Küchenboden aus. Ich schrieb Mr Tiefsinnig, wo er denn abgeblieben war und lud ihn ein, sich uns bei unserem Picknick in der Küche anzuschließen. Natürlich hoffte ich auf mehr und das wusste er auch. Nachdem wir die viel zu kleine Menge Bruscetta vernichtet hatten, hatten wir zwar alle noch Hunger, aber niemand war noch aktiv genug, um kochen zu wollen. Die Übriggebliebenen verkrümelten sich und Mr Tiefsinnig und ich überlegten kurz, ob wir die leere Küche nutzen wollten. Das konnten wir unseren Mitbewohnern aber nicht antun und verzogen uns (nach dem Zähneputzen) in mein Zimmer.

Unser zweites Mal war besser. Dieses mal waren wir nicht ganz so betrunken wie am Samstag. Allerdings muss ich gestehen, nachdem ich einen direkten Vergleich habe mit Mr Tinderjüngling von einer Woche zuvor, dass Mr Tiefsinnig da nicht ganz herankommt. Ich würde die Vermutung aufstellen, dass Mr Tiefsinnig mehr Erfahrung hat als Mr Tinderjüngling (obwohl der bestimmt auch einiges an Erfahrung mitbringt) – aber Mr Tinderj. und ich passten wohl besser zusammen. Naja, was solls aber? Mr Tinderj. ist in meiner Heimatstadt und Mr Tiefsinnig ist hier vor Ort. Man nimmt, was man kriegen kann. 😉 Und beschweren kann ich mich momentan auf keinen Fall! (Ich hoffe, das ist nicht zu verwirrend zu lesen, da die Namen ja beide mit T beginnen 😀 )

Mit diesem Singleleben freunde ich mich gerade sehr gut an. 🙂 Was für ein Sommer bisher!

 

Party ohne Ende – Teil 1: Wonderland im Garten

Wow. Wo fange ich an? Die letzten fünf Tage ist so viel passiert, dass ich mich heute unbedingt hinsetzen muss um aufzuholen. Bevor schon bald ein weiterer Beitrag fällig wird, von meinem morgigen Date mit Mr Hashtag. Der hat übrigens schon verdammt viele Pläne. Aber gerade genug um einen Abend zu füllen. Wobei ich mir Sorgen mache: wenn sich bei Tagespunkt 1 schon herausstellt, dass es nicht passt, wie kann ich mich davon schleichen? Es bleibt spannend…

Heute geht es aber erstmal um die vergangenen Tage. Am Samstag haben wir eine riesen WG-Party geschmissen. Mit knapp ein-einhalb Monaten Vorausplanung, über 150 eingeladenen Gästen und circa 200 Euro Ausgaben (trotz BYOB). Wir hatten einfach Bock auf eine hammermäßige Sommerparty. Und das wurde sie auch! (Auch Dank meiner Liebe zur Organisation solcher Events – aber ich will mich nicht selbst loben. 😉 )

Die Idee entstand daraus, dass wir unseren großen WG-Garten und die 25 Meter lange Terrasse direkt vor unserer Wohnung ordentlich nutzen wollten. Leider ist die Nachbarschaft, trotz Uninähe, intolerant gegenüber jeglichen studentischen Feiereien. Weshalb wir uns dachten: hey, dann lass uns doch einfach schon nachmittags anfangen und um 22 Uhr ins Haus gehen! Also haben wir für unsere Gartenparty ein richtiges Festival-Tomorrowland-Wonderland Ambiente geschaffen. Unsere Highlights waren der Pool (ein türkisblaues großes Planschbecken), die Lichterketten, die Tanzfläche auf dem Rasen, der Bierpong-Tisch, die Cocktailbar, das Buffet, die sommerliche Bowle, der Feuerkorb, Schmuck in den Bäumen und im Gebüsch und natürlich die selbstgebaute große Euro-Paletten-Schaukel. Eigentlich war der ganze Garten ein Highlight.  DSC_0082b  IMG-20170617-WA0015b

Aber ich will jetzt nicht allzu lange weiter schwärmen. 😉 Los ging die Party mit einem „exklusiven Grillen“ mit den engsten Freunden (womit man bei einer fünfer WG auch schon mit 20 Leuten rechnen kann). Da gab es also das erste Bier. Offizieller Start der Party war dann 18 Uhr. Es ging weiter mit Bowle, Cocktails, Bier, Bier, Bier, Schnapps und so weiter. Ich weiß es schon gar nicht mehr. Jedenfalls ging uns schon vor 21 Uhr der Alkohol aus und zwei meiner Mitbewohner und ich sind deshalb kurz vor Ladenschluss zum nächsten Supermarkt getorkelt, um drei weitere Paletten Bier, eine Flasche Wodka und eine Flasche Rum zu holen. Es war wirklich ein feuchtfröhlicher Abend. In jeglicher Hinsicht: weil ich so betrunken war, dass ich mich im Nachhinein etwas schäme (allerdings wurde mir mehrmals bestätigt, dass ich sehr süß bin, wenn ich betrunken bin). Weil ich von meinem Mitbewohner irgendwann aus Spaß in den Pool geschubst wurde, sodass ich meinen Rock und mein weißes Top wechseln musste. Weil wir harte 14 Stunden durchgefeiert und getrunken haben. Und weil ich im Laufe des Abends mit Mr Tiefsinnig in meinem Zimmer verschwunden bin. 😉

Eine so gelungene Party habe ich noch nie erlebt.DSC_0083b 😀 Sogar so gelungen, dass die Polizei mitfeiern wollte! Oder vielleicht hat mir das mein betrunkenes Hirn so eingeredet. 😉 Gut, dass mein nüchterner Mitbewohner die Aufgabe übernommen hat, sich mit denen zu unterhalten. Dass die Polizei bei uns auftaucht, ist eh nichts Neues. Wir sind darin schon  routiniert. 😀

Die Episode mit Mr Tiefsinnig nahm allerdings einen lustigen Lauf. Seit unserem zweiten Date im Februar hatte ich kaum noch Kontakt zu ihm. Natürlich war er trotzdem noch ein paar mal bei uns, da er ein sehr guter Freund meines Mitbewohners ist. Da hielten wir aber immer nur kurz Smalltalk. Seine Schreibfunkstille war mir Antwort genug auf die Frage, ob wir überhaupt noch daten würden. Trotzdem war ich neugierig und fragte beiläufig meinen Mitbewohner, ob er wüsste, was Mr Tiefsinnig so über mich dachte. Anscheinend pflegt mein Mitbewohner eher diese Männerfreundschaften, bei denen man tatsächlich viel über Gefühle oder so einen Kram spricht. Das kenne ich  bei Männern so generell gar nicht. Ist das ein Ding jetzt?

Jedenfalls erzählte mir mein Mitbewohner, dass Mr Tiefsinnig dachte, ich würde mich nach einer Beziehung sehnen. Ich hatte anscheinend viel über meine früheren Beziehungen geredet und Mr Tiefsinnig hätte da Angst bekommen. Vielleicht hatte ich tatsächlich auch weitere Signale gesendet. Ich weiß es nicht. Konkret war es ja nicht falsch, dass ich eine Beziehung suchte zu der Zeit. (Aktuell muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin, wie mein Leben läuft.) Aber dass Mr Tiefsinnig absolut nicht in Frage kam, habe ich schnell erkannt. Nur ihm gegenüber hatte ich es wohl nicht deutlich genug gemacht. Vielleicht wäre ein Aussprechen ganz sinnvoll gewesen?

Naja, jetzt ist es jedenfalls egal, denn das übernahm mein Mitbewohner ganz geschickt für mich. Er wusste, dass Mr Tiefsinnig voll mein Typ Mann ist und wir beide offen genug waren um einfach unseren Spaß miteinander haben zu können, ohne dass es kompliziert wird. Ich hatte es nie konkret gesagt, aber mein Mitbewohner übernahm die Rolle des Wingmans und ließ meine Meinung bei einem Gespräch mit seinem Kumpel beiläufig einfließen.

So kam es dann, dass ich irgendwann im Laufe unserer Sommerparty neben Mr Tiefsinnig stand und mich nicht mal eine Minute unterhalten musste, bis wir uns schon abknutschten. Wir wussten beide, was wir voneinander wollten. Die Frage war jetzt nur noch, wo? Und ob tatsächlich, während die Party noch in vollem Gange war? Klar! Ich wohne ja schließlich hier! Und wir waren zu betrunken um uns allzu viele Gedanken zu machen.

Also verschwanden wir in meinem Zimmer, ich verschloss die Tür und zog die Vorhänge zu. Blöd nur, dass ich unserer ehemalige Mitbewohnerin einen Schlafplatz bei mir im Zimmer versprochen hatte. Noch blöder, dass sie genau dann an ihre Sachen wollte. So klopfte sie mehrere Minuten lang an der Zimmertür. Von der Terrassentür hörten wir auch Stimmen und Klopfen. Achja, davor hatten meine Kumpels gesessen und bemerkt, dass ich den Vorhang zugezogen hatten. Egal. Betrunken kann man gut alles ignorieren.

Dafür ist der Sex betrunken nicht so gut. Aber es war ein Erlebnis. 😉 Als das Klopfen irgendwann wieder anfing, mussten wir uns also doch geschlagen geben, uns anziehen und die Tür öffnen. Meine Ex-Mitbewohnerin stürmte herein, zog ihre Tasche und Gästematraze samt Bettwäsche ins Nebenzimmer zu meiner Zimmernachbarin. Ich versicherte ihr, dass sie doch trotzdem bei mir schlafen könnte und entschuldigte mich. (Am nächsten Tag entschuldigte ich mich auch nochmal nüchtern). Sie wollte allerdings nicht mehr in meinem Zimmer schlafen. Zum Glück ist sie eine Person, die solche Geschichten mit Humor nimmt. 😀

Ihre Rache war allerdings fies: anscheinend hatte sie aus Wut (und dank dem Alkohol) auf der ganzen Party herum erzählt, dass sie nicht an ihre Sachen konnte, weil ich es mit Mr Tiefsinnig im Zimmer trieb. Als ich also wieder heraus in den Garten kam, spürte ich die belustigten Blicke auf mir. Meine Kumpels, die an meiner verschlossenen Terrassentür geklopft hatten, zogen mich die ganze restliche Party (und die Tage darauf) damit auf. Ach – die sind aber ja auch nur neidisch. 😛

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Es war also eine lustige Party. Ich würde jetzt sogar schreiben, der Höllenkater am nächsten Tag lohnte sich – aber ich hatte auf wundersame Weise nicht mal einen Kater! 😀 Ich war nur unglaublich müde, da ich, wenn ich zu viel Alkohol getrunken habe, nur drei Stunden schlafen kann (und zwar genau drei Stunden, man kann die Uhr danach stellen). Morgens bin ich dann erstmal ein paar Stunden fit. Gerade genug, um das Partychaos größtenteils zu beseitigen, bevor ich für den Rest des unglaublich langen quälenden Tages nichts mehr mit mir anzufangen weiß. Weder kann ich schlafen, noch sonst irgendwas Sinnvolles tun. Sonntag Abend fiel ich dann um 20:30 Uhr ins Bett schlief und 11 Stunden durch.

Meine Geschichte endet hier aber noch nicht! Für den darauffolgenden Dienstag war dann noch die größte Uniparty des Jahres angesetzt. DIE Party, die man sich nicht entgehen lassen kann. DIE Party, auf die man sich das ganze Jahr über freut. DIE Party, auf die jeder – wirklich jeder – Student sein wird. Sie findet auch nachmittags und im Freien, vor der Fläche der Studentenwohnheime statt. – Die besten Parties sind wohl nachmittags und im Freien, oder? 😉

Teil Zwei folgt direkt morgen!

Einfach was Unkompliziertes

Jetzt sitze ich wieder im Zug zurück in meine Unistadt. Ich hab ein bisschen Zeit und Lust zu schreiben. 🙂 Die Dame neben mir schielt immer mal wieder rüber, was ich denn so abtippe. Mal sehen, ob ihr der Folgende Text auch gefallen wird. 😉

Mr Tinderjüngling und ich haben uns am Dienstag Abend tatsächlich nochmal getroffen. (Hier gehts zu Date Nr. 1 und Date Nr. 2) Ich bin direkt zu ihm gefahren – Keine Umstände mehr mit Kaffee-Date oder zusammen in einer Bar was trinken. Einfach fix und unkompliziert zu ihm. Also wohl so ein richtiges Sex-Date. 😉

Es war wieder ein sehr angenehmer Abend mit ihm. Er begrüßte mich gleich mit einem Kuss und bot mir was zu trinken an. Für mich hatte er sogar extra zwei Flaschen Desperados gekauft, weil ich das auf unserem letzten Date in der Bar bestellt hatte. Ich wollte erstmal nur ein Wasser, davon ließ er mich aber maximal einen Schluck trinken bevor er mich zu sich aufs Bett zog, mich mit weiteren Komplimenten überschüttete und anfing mich überall anzufassen. Wie beim letzten Date entkleideten wir uns schnell und hatten zusammen unseren Spaß. Ich bin immer noch erstaunt darüber, dass der Sex so super ist. Dieses Mal kuschelten wir danach allerdings nicht sehr lange. Dafür war es an dem Tag einfach viel zu heiß. Er holte für mich und für ihn kühles Bier aus dem Kühlschrank und schlug vor, wir könnten uns eine Etage höher auf die Dachterrasse des Studentenwohnheims setzen. Es war eine geniale Idee! Dort oben hatte man eine tolle Aussicht.

Wir unterhielten uns gut sehr gut miteinander. Er erzählte mir viel von sich und seiner Kindheit. Seine Familie ist mit ihm aus einem der ärmeren postsowjetischen Staaten nach Deutschland geflüchtet als er 12 Jahre alt war. Er erzählte mir, wie hart das Leben dort gewesen war und wie es für ihn war, danach in Deutschland neu anzufangen, erstmal komplett Deutsch lernen zu müssen und die Schule schaffen. Danach schloss er eine Ausbildung ab und begann ein Studium. Und jetzt ist er bald fertig mit seinem Universitätsmaster in BWL. Da wurde mir bewusst, wie sehr er mich beeindruckte. Ich habe großen Respekt vor seiner Leistung!

Jetzt wollte er von meiner Kindheit und meinem Leben auch Einiges erfahren. Das schuldete ich ihm wohl, aber sehr leicht ging mir das nicht über die Lippen. Je mehr man von seiner Vergangenheit oder seinen Gefühlen preisgibt, desto emotional abhängiger wird man von der Person, mit der man es teilt. Das wollte ich nicht. Ich wollte was Unkompliziertes. Er und ich können uns eh frühestens nach meinem Auslandssemester wiedersehen. Außerdem betrachte ich ihn nicht als „Boyfriend Material“. Dafür sind wir zu verschieden und wohnen viel zu weit voneinander weg. Natürlich erzählte ich ihm trotzdem was von mir, aber ich achtete auf emotionalen Abstand – sofern das ging.

Als wir unser zweites Bier getrunken hatten wollten wir noch einen Film starten. Einen, den ich unbedingt mal sehen wollte. Meinen Eltern musste ich davor allerdings noch schnell eine Whatsapp schreiben, dass es später werden würde. Ich hatte ihnen erzählt, dass ich bei einer Freundin wäre, um blöden Fragen aus dem Weg zu gehen. Wenn ich dann sehr viel später als erwartet nach Hause komme, machen sie sich direkt Sorgen. Das ist das Nervige daran, wieder bei seinen Eltern zu wohnen – wenn es auch nur kurzzeitig ist.

Der Film ließ sich Zeit mit dem Laden. Die Zeit nutzen er und ich natürlich effizient mit einer zweiten Runde. 😉 Als der Film dann endlich gestartet werden konnte, war es schon ziemlich spät und ich merkte, dass ich unglaublich müde war. Ich konnte meine Augen kaum noch aufhalten und verschlief, glaube ich, die Hälfte des Films. Er hatte die ganze Zeit seinen Arm um mich und fand es ziemlich süß, dass ich ständig weg nickte. Natürlich wollte er wieder, dass ich die Nacht bei ihm schlafe, damit wir morgen nochmal ein bisschen Spaß haben könnten. Aber ich wollte die Toleranz meiner Eltern nicht noch weiter ausreizen und lehnte sein Angebot dankend ab. Als der Film zu Ende war, dauerte es noch eine Weile, bis ich es schaffte aufzustehen. Wir verabschiedeten uns und er bat darum, dass ich ihm schreibe, sobald ich Zuhause angekommen bin. Ich lachte und antwortete, er würde dann doch eh schon eingeschlafen sein.

Als ich eine halbe Stunde später durch meine Haustür trat, schrieb ich ihm brav. Und er antwortete mir direkt. Ob er wohl doch noch wach geblieben war?

Jetzt versuche ich gerade in mich zu hören, ob er es geschafft hatte, sich emotional in meinen Kopf zu bohren. Wenn meine Gedanken abschweifen, merke ich, wie ich an ihn denke. Aber nur kurz. Seine süßen Nachrichten und Komplimente schaffen es, mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Aber das ist nicht schwer zu schaffen. Bald werden wir eh kaum noch schreiben. Es ist unvermeidbar. Je mehr Kilometer dazwischen, desto weniger Kontakt. Aber er ist ein total lieber Mensch und ich habe mit ihm ein paar schöne Dates verbracht. Sache abgehakt. Ich denke, ich habe dieses Mal alles unter Kontrolle.

Ich sollte mir für meine Unistadt auch unbedingt jemanden suchen, mit dem ich so eine unkomplizierte Sache starten kann. Jemanden, der mir süße Komplimente macht, mein Selbstbewusstsein pusht und ich heißen Sex haben kann…