Hallo 2018!

Nachdem ich das alte Jahr verabschiedet habe, sage ich nun Hallo zu 2018! Reingefeiert habe ich mit meinen liebsten Menschen der Welt und von meinem wunderbaren Freund habe ich um Mitternacht natürlich einen dicken Schmatzer bekommen.

Was dieses Jahr so alles anstehen wird, habe ich mir ganz untypisch noch keine Gedanken gemacht. Passiert das so, wenn man älter und weiser wird…? 😉

Naja, um meiner Planungswut und meinem außerordentlich ausgeprägten Ordnungssinn gerecht zu werden, möchte ich in diesem Tagebucheintrag festhalten, auf was ich mich in diesem Jahr alles gefasst machen muss.

Ganz meiner Persönlichkeit zutrotz, werde ich mir in diesem Jahr keine Ziele setzen oder Vorsätze vornehmen. Jedenfalls werde ich mich nicht mit solchen Nichtigkeiten wie im letzten Jahr abgeben. 😉

Denn in diesem Jahr steht Großes an! Ich werde, nach sechs wunderbaren und erfahrungsreichen Jahren, mein Studium abschließen und mich mit einem Mastertitel schmücken können. Ich würde gerne schreiben, dass ich das Studieren vermissen werde, aber mir scheint es der falsche Ausdruck zu sein. Ich werde mit Freude und vielleicht ein bisschen Wehmut an die tolle Zeit zurückdenken. Ich bereue ganz und gar nicht, dass ich mich damals nach dem Bachelor (sehr spontan) für weitere zwei, drei Jahre zur Uni verpflichtet habe. Ich habe mich noch nicht bereit gefühlt in die Welt hinaus geschmissen zu werden. Jetzt aber bin ich es. Ich freue mich auf die Zukunft. Auf den Job, den ich finden und die neuen Erfahrungen, die ich machen werde. Außerdem wird es endlich mal Zeit zu zeigen, ob sich die letzten sechs Jahre gelohnt haben um dafür angemessenes Geld zu erhalten. 😉

Bis es soweit ist, werde ich allerdings mein letztes Jahr als Studentin genießen. Nächste Woche fahre ich endlich wieder in meine Unistadt. Ich freue mich, meine WG und meine lieben Freunde alle wiederzusehen. Im Februar stehen meine letzten zwei Klausuren an. Die kommenden Wochen werden sicher stressig, aber ich gebe nochmal mein Bestes. Und danach nehme ich jede Party mit!

Ein paar Mini-Schritte in meiner Beziehung stehen auch an. Meine Zwischenmieterin wohnt noch bis Mitte Februar in meinem WG-Zimmer, also muss ich ausweichen: ich werde für drei Wochen zu meinem Freund ziehen. Aber nachdem wir schon 13 Tage ohne jegliche Probleme „aufeinander gehockt“ waren, als er mich nach Weihnachten besuchte, glaube ich, wir meistern auch dieses kurze Zusammenziehen und den Alltag wunderbar. Ich werde außerdem seine Eltern und Freunde kennen lernen. Meine Eltern und meinen Freundeskreis hat er ja schon mit seinem Charme verzaubert. Ich hoffe, bei mir läuft es auch so gut.

Zurück zum Thema Uni: nach den Klausuren und bevor ich mein Studium abschließen kann, kommt natürlich noch der Endgegner – die Masterthesis. Einen Platz an meinem Wunschlehrstuhl habe ich glücklicherweise schon. Mein Betreuer ist Professor und Lehrstuhlinhaber und soll recht gute Noten vergeben. Meine erste Sprechstunde habe ich erst in vier Wochen, aber irgendwie bin ich schon etwas aufgeregt. Ich weiß bisher nur, dass ich zum Thema „Innovationsmarketing“ schreiben möchte. Eine speziellere Fragestellung habe ich mir noch nicht überlegt und hoffe ich kann mit meinem Betreuer etwas brainstormen.

Wenn alles nach Plan läuft kann ich meine Masterthesis Ende Juli abgeben. Leider werde ich zum Studiumszeugnis nicht mehr die Gesamtnote erreichen können, die ich mir zu Beginn gewünscht hätte. Der Master ist mir schwerer gefallen, als ich dachte und meine Mitstudenten waren in den Klausuren einfach besser. Wenn ich die mir aktuell noch fehlenden Noten realistsisch schätze, erreiche ich keinen Schnitt mehr über 2,1 – während meine Kommilitonen alle mit einem Einser-Schnitt glänzen. Das bereitet mir ein bisschen Sorgen, da Jobs im Marketing beliebt sind und man folglich, um seinen Traumjob zu ergattern, gut sein muss. Aber ich hoffe, ich kann wenigstens mit meinen Praktika, Auslandserfahrungen und meiner sympatischen Art aus der Masse hervorstechen. 😉 Während ich an meiner Thesis schreibe werde ich gleichzeitig jedenfalls eine Flut an Bewerbungen nach ganz Deutschland herausschicken. Das wird schon irgendwie klappen.

Sobald ich also meine Thesis geschrieben und (m)einen (Traum)job sicher habe, geht es an meine (wahrscheinlich vorerst letzte) längere Reise. Ich habe es bereits schon mal geschrieben und der Gedanke kristallizierte sich die letzten Wochen immer mehr und mehr heraus, bis daraus ein konkreter Reiseplan wurde: ich möchte einen USA-Trip machen. Er soll 11 Wochen andauern, mitte August geht es los. Ende Oktober komme ich zurück um dann Anfang November mit dem Ernst des Lebens zu beginnen. Die ersten paar Wochen in den USA soll mich mein Freund begleiten (er hat noch nicht konkret zugesagt, aber er klang sehr begeistert) und die letzten ein bis zwei Wochen werde ich Mr Regisseur in LA besuchen. Dazwischen bin ich alleine, aber ich war schon oft genug alleine reisen, sodass es für mich kein Problem sein sollte. Aufgeregt deswegen bin ich natürlich trotzdem. Und ich mache mir ein paar Sorgen, ob mein Budget reichen wird. Aber wenn nicht, dann fliege ich eben früher zurück. Die Erfahrung war es dann auch wert. 🙂 Den Flug habe ich noch nicht gebucht – aber so klar, wie sich mein Plan kristalliziert hat, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich es durchziehe.

Und damit wären wir auch schon am Ende meiner Vorstellungskraft für die Zukunft. Ich bin ja schließlich keine Wahrsagerin. 😉 Was ab November passiert, wenn ich anfange zu arbeiten, kann ich nicht sagen. – Aber verdammt, ich freue mich aber schon auf dieses Jahr! Hallo 2018!

 

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Karrierefrau

Im folgenden ein Gesprächsausschnitt zwischen einer (glücklich vergebenen) Freundin und mir:

8091068c60e8edcdbc5408e4885482df_business-women-vector-business-woman-silhouette-clipart_501-351„Ich werde einfach reiche Single-Karriere-Frau“

„Und damit qualifizierst du dich direkt als erste Paten-Tante, die unserem Kleinen teure Sachen schenkt, dann müssen wir das nicht machen.“

„Allerdings habe ich für den Kleinen dann auch nicht viel Zeit. Schließlich warten meine Kunden auf der ganzen Welt auf mich und meine hochgeschätzten Kompetenzen in Management und Marketing. 😉 „

„Aber später kann er dann coole Praktika bei dir machen. :D“

Das kurze Gespräch ist mittlerweile schon einige Wochen her und ich habe mir seitdem über den damals spontan dahergequatschten Einfall einige Gedanken gemacht. Ehrlich gesagt gefällt er mir. Sogar sehr. Ich freunde mich mehr und mehr mit diesem Gedanken an, die „Karrieretante“ zu werden. Natürlich bediene ich mich ein bisschen an dem Klischee, dass Frauen sich zwischen Familie und Karriere entscheiden müssen. Aber darauf will ich garnicht hinaus. Was ich meine ist, dass ich eine glückliche Zukunft sehe, auch ohne einen Partner oder eine eigene Familie zu haben.

Wenn ich das so zu Papier bringe, klingt das komisch. Ich bin ja erst Mitte Zwanzig und muss mich garnicht entscheiden. Ich hab noch mein Leben vor mir. Aber die Vorstellung eines Lebens mit nur mir selbst, meinen guten Freunden und einem Job, den ich liebe, gefällt mir immer mehr. Das macht mir eines bewusst: diese Suche und den Wunsch nach einer Beziehung, der für mich die letzten Monate und Jahre sehr aktuell war, ist mir garnicht mehr so wichtig.

Das scheint sich offenbar auch an meinem Verhalten zu zeigen. Ich hatte diesen Monat zwei Dates – mit Mr Mutig und Mr Tinderjüngling. Ich hatte nicht nach Dates gesucht oder gefragt. Die haben sich eher aus Zufall ergeben.

Die Dates beschreibe ich in den nächsten Tagebucheinträgen. Quintessenz der Dates war aber, dass ich wohl eine spürbare „Egal-Haltung“ einnehme. Und das nicht unbedingt im negativen Sinne. Ich musste mir anhören, dass ich „schwer einzuschätzen“ bin. Das habe ich bisher noch nie gehört. Wenn mir etwas oder jemand gefällt, dann zeige ich das sehr schnell und sehr deutlich. Meistens zu deutlich, weshalb die Männer dann genauso schnell auch wieder weg sind. Nach den zwei Dates und dieser Aussage wurde mir aber bewusst: ja, irgendwie waren die Kerle egal.

Mir war es egal, was sie von mir dachten oder ob man sich nochmal trifft. Wenn sie mich toll fanden und sich nochmal meldeten, schön! Wenn nicht, dann halt nicht. Ich hab zur Zeit genug zu tun, nehme mir viel vor und freue mich auf die kommende Zeit, das neue Semester, bald Finnland… Ich genieße es, Single zu sein, niemanden Treffen zu müssen, das machen zu können, was ich will, wann ich es will. Ich kann meine Zukunft planen, wie ich sie mir selbst ausmale und immer ausgemalt habe.

Das traurige Gegenteil macht meine beste Freundin zur Zeit leider durch. Als wir uns während meines Heimatbesuches endlich mal wieder treffen konnten, war sie die fröhliche aufgeschlossene Person, die sie immer ist. Aber ich weiß, was zur Zeit an ihr nagt und sie war froh, mit mir offen darüber sprechen zu können. Sie ist seit dem Sommer letzten Jahres in einer Fernbeziehung mit einem Finnen. Sie liebt ihn und die beiden passen meiner Meinung nach super zusammen. Nur leider können die zwei aufgrund der Entfernung nicht diese hunderprozent glücklicke Beziehung führen. Einer muss immer einen Kompromiss eingehen und Geld und Zeit für einen Besuch aufbringen. Eigentlich sollte meine beste Freundin bereits mit dem Studium fertig sein, aber sie ist durch ihre letzte Prüfung gefallen. Ein Studentenjob in Finnland ist für eine Deutsche schier unmöglich zu finden, die Bewerbung für ein Masterstudium in Helsinki muss verschoben und der GMAT-Test muss dafür auch erstmal bestanden werden.

Sie hat nun lange nach einem passenden Praktikumsplatz gesucht, der ihr hoffentlich nach abgeschlossenem Studium Türen in den Bereichen öffnen kann, die sie interessiert. Sie fand zum Glück auch ein Praktikum in München. Ihr Freund hat nun einen dreimonatigen Vollzeit-Summerjob in seinem kleinen finnischen Dorf. Er möchte nach seinem Bachelor nicht unbedingt in Deutschland einen Master machen. Insgesamt möchte er sich nicht festlegen auf irgendwas. Er hat aber Angst, dass, wenn er sich für Finnland entscheiden sollte und meine Freundin dort nicht studieren kann, Schluss sein könnte. Diese unmögliche Planung treibt die beiden verständlicherweise in den Wahnsinn.

Ich konnte, so gerne ich es auch wollte, meiner besten Freundin in dieser Sache nicht helfen. Ich habe beide sehr gerne und wünsche ihnen sehr, dass sie es schaffen. Die zwei passen so wunderbar zusammen. Aber ich habe gesehen, wie die Zweifel und Gedanken an die Zukunft meine Freundin schier von innen zerreißen. Weil sie mir so wichtig ist und ich sie so nicht sehen kann und will, musste ich sie an etwas erinnern, was wir uns beiden als unschuldige junge Teenies geschworen hatten: wir machen unsere Zukunftsplanung niemals abhängig von Männern.

Ich hoffe sie erinnert sich daran. Ich hoffe sie tut das, was sie glücklich macht. Es ist ihre Zukunft und ihr Leben.

So traurig es mich für meine beste Freundin macht, hat mir dieses Fiasko auch gezeigt, dass ich froh bin Single zu sein. Ich muss meine Planung nicht abhängig machen von jemand anderem. Meine Zukunft gehört mir. Und ich kann genauso glücklich werden als Karrierefrau, wie ich es mit einem tollen Partner und Familie werden könnte. Vielleicht ja auch glücklicher. Oder vielleicht klappt auch beides.

Für Anstrengung wird man nicht belohnt

Heute war der erste Tag seit circa vier oder fünf Monaten, an dem ich mir erlaubt habe auszuschlafen. Und es tat verdammt gut. Ich habe mir einfach mal nichts vorgenommen. Also – ein paar Dinge hatte ich auf meiner To-Do-Liste notiert. Aber ich habe mich zum ersten mal seit vier Monaten nicht selbst dazu gezwungen, irgendwas heute erledigt haben zu müssen. Und was ist heute dann passiert? Ich habe alles geschafft. Seltsam, wie das mit diesem Leben manchmal so funktioniert.

Meine Prüfungsphase und damit das zweite Mastersemester in meinem Marketingstudium ist vorbei. Es war ein verdammt hartes Semester. Das wusste ich vorher schon. Deshalb habe ich mich von Anfang an reingehängt. Nachdem mein erstes Semester eher daneben ging, wollte ich dieses Semester besser sein. Ich habe mich selbst unter Druck gesetzt, ich war unter Dauerstress und -strom, bin gegen Ende keinen sozialen Aktivitäten mehr nachgegangen, habe mich abgeschottet um Lernen zu können. Bisher lehrte mich das Leben, dass man belohnt würde, wenn man sich anstrengt.

Aber was in der Vergangenheit funktionierte, funktioniert in der Gegenwart nicht immer. Für mein Abi habe ich damals viel gelernt. Ich habe mir Ziele gesetzt und mich reingehängt. Die Belohnung war ein Abi von 1,8, worauf ich unglaublich stolz war. Harte Arbeit zahlt sich aus, erkannte ich. Während meines Bachelors habe ich viel gelernt und gleichzeitig das Studentenleben genossen. Die Kurse fielen mir nicht allzu schwer. Ich wurde ebenfalls mit guten Noten belohnt und hatte eine tolle Zeit. Im letzten Semester des Bachelors wollte ich dann den Einserschnitt, den ich erreicht hatte, erhalten. Aber aufgrund der schlechten Noten in meiner letzten Klausur (was ich bis heute nicht nachvollziehen kann) und einer Bachelorarbeit, die hätte besser sein können – kam ich „nur“ auf eine 2,0. Ich war etwas enttäuscht. Aber es war okay. Ich mache ja noch einen Master. Da ist die Bachelornote egal und ich schaffe da ganz sicher einen Einserschnitt.

Und jetzt bin ich so weit vom Einserschnitt entfernt, wie ich es mir niemals erträumt hätte. Das erste Semester des Masters lief bescheiden – das zweite Semester beschissen. Trotz des vielen Lernens. Trotz der Vernachlässigung jeglicher sozialen Kontakte. Drei der vier Klausuren liefen nicht so gut wie erhofft. Eine lief dagegen besser als gedacht. Die Seminararbeit gab ich erleichtert zwei Tage vor dem Abgabedatum ab. Das Resultat: Alle Noten schlecht. Auch von der Klausur, die gut lief. Noch schlimmer wurde es, als ich erfuhr, wie gut die Noten meiner Kommilitonen waren. Alle waren ausnahmslos besser. Was war da passiert?

Vielleicht setze ich die Anforderungen an mich selbst zu hoch. Ich habe es ja schon bemerkt: ich war beim Lernen unglaublich ineffektiv. Unkonzentiert. Ließ mich ständig ablenken. Während ich die Prüfung schrieb, hatte ich teilweise Blackouts. Meine Seminararbeit gab ich ab, ohne sie nochmal zu überprüfen. Das war dumm. Ich war dumm. Wieso kann ich es nicht mehr? Wieso kann ich nicht mehr zielstrebig und effektiv lernen? Ich starrte die letzten Tage stundenlang auf meinen im Onlinekonto errechneten Notenschnitt. Rechnete aus, ob der Schnitt wirklich stimmte, rechnete nach ob, ich noch in den nächsten Semestern auf den Einserschnitt kommen könnte. Überlegte, wieso mir das alles früher so viel leichter gefallen war. War es, weil ich meine Mädels-Lerngruppe vom Bachelor nicht mehr hatte? War es, weil letztes Jahr mir die Sache mit Mr Schützenverein so in die Quere kam – und dieses Jahr, weil meine Gedanken ständig bei Mr Regisseur waren? Oder studiere ich einfach schon zu lange? Ist mein Gehirn mittlerweile einfach ausgewrungen, wie ein zerfranstes Handtuch, das nicht mehr ordentlich seinen Zweck erfüllt? Ist der Master zu anspruchsvoll für mich? Hätte ich mir doch gleich einen Job suchen sollen?

Es ist unglaublich frustrierend, wenn man sich so reinhängt und es alles am Ende nichts bringt. Die letzten Tage war ich furchtbar verzweifelt. Jetzt geht es zum Glück wieder. Ich kann es nicht mehr ändern und sehe das vergangene Semester als Lektion und als Anreiz, ab jetzt mein Studium eben so gut es geht zu machen, ohne mich weiter so unter Druck zu setzen. Ich werde die kommenden Semester entspannter angehen. Ich bin überzeugt davon, dass ich auch mit einer schlechteren Note als meine Kommilitonen einen tollen Job finden werde. Ich kann Praktika und Auslandserfahrung nachweisen. Ich bin nicht ortsgebunden, habe viele Interessen und kann mich überall bewerben. Und die nächsten Semester werden sowieso schon entspannter. Ich werde das Studentenleben noch genießen.

Und ich sollte eindeutig öfter ausschlafen und mir nichts vornehmen. Dann klappt ja offenbar alles. 😉

Prokrastination kann ich.

Ich frage mich in letzter Zeit ständig, ob es nur Einbildung ist, oder ob ich früher meine Zeit wirklich produktiver genutzt habe. Zu Bachelorzeiten konnte ich irgendwie produktiver lernen …

Zur Zeit sehen meine Tage so aus:

Ich stelle meinen Wecker extra früh – also „extra früh“ in studentisch: 7:30 Uhr.

Ich drücke zwei bis drei mal auf Snooze, bis ich wirklich dringend auf die Toilette muss.

Dann lege ich mich wieder zurück ins kuschelige Bett und checke Instagram. Und weil ich danach immer noch nicht bereit bin, das warme Bett zu verlassen, checke ich noch Facebook.

Jetzt habe ich wirklich nichts mehr zu tun und stehe eben auf. Es ist schon 8:30 Uhr.

Ich wollte heute noch Sport machen, also bereite ich mich noch mental darauf vor und beginne gegen 9 Uhr (Freeletics, Laufen, Fitnessstudio – je nachdem was ich mir vorgenommen hatte).

Mit Duschen und Frühstücken ist es 11 Uhr. Ich setze mich an den PC um produktiv zu sein.

Aber die Mails müssen noch gecheckt werden. Und vielleicht gibt es seit den letzten drei Stunden ja schon Neues auf Instagram und Facebook.

Okay, es ist schon 12 Uhr. Ich sollte mal anfangen.

Aber irgendwas anderes unglaublich Wichtiges finde ich dann meist noch. Zumindest noch für eine Stunde. Mein WordPress Reader hat wieder neue Beiträge ausgespukt. Das ein oder andere YouTube Video ist gerade interessant. Ich müsste mal wieder mein Zimmer saugen. Die Spülmaschine muss noch ausgeräumt werden. Macht ja sonst keiner in dieser WG.

Dann fange ich an mit dem Lernen. Es ist mittlerweile 13 Uhr. Ich bin schon seit 5,5 Stunden wach.

Eine Stunde kann ich konzentriert und produktiv sein.

Jetzt bekomme ich wieder Hunger.

Pause. Ich fange an zu kochen. Esse und gucke mir nebenbei nochmal Facebook, YouTube, Instagram, WordPress durch.

Um 15 Uhr beginne ich wieder mit dem Lernen. Eine Stunde geht wieder klar. Noch eine halbe Stunde zwinge ich mir dazu. Die wird aber eher unproduktiv. Ich brauche wirklich wieder eine Pause.

Ich merke, ich bin völlig fertig und müde. Ich könnte ein kleines Nickerchen machen. Stelle meinen Wecker auf 20 Minuten.

Danach scrolle ich durch Instagram. Ich hab keine Lust mehr zu lernen.

Ich reiße mich aber nochmal zusammen und setze mich wieder an den Schreibtisch.

Jetzt beginnt die härteste Phase. Ich zwinge mich, in meine Unterlagen zu gucken und weiter zu machen wie bisher. Ich habe schließlich fast noch nichts geschafft. Ich erwische mich immer wieder, wie ich ein paar Minuten lang ins Leere starre. Ich lasse mich von alles und jedem ablenken.

Effektiv habe ich abends dann vielleicht noch 20 Minuten lernen zusammengebracht.

Dann bin ich völlig fertig mit den Nerven. Ich suche mir was Ungesundes zu essen, lege mich ins Bett und zweifle an meinem Studium und an meinen Fähigkeiten.

Ich mache mir eine Serie an und gucke bis ich auch dafür schon bald keine Aufmerksamkeit mehr aufbringen kann.

Also mache ich mich bettfertig, zwinge mich noch meine 15 Minuten Yoga zu machen und lege mich dann wieder mit meinem Handy ins Bett. Wenn ich mit Instagram, Facebook und Whatsapp fertig bin, wird der Wecker auf 7:30 Uhr gestellt und der Vorsatz gesetzt, morgen mal früher mit dem Tag anzufangen und produktiver zu sein.

Tja, und dann schlafe ich ein. Und es geht am nächsten Tag genau so von vorne los.

So sehen meine Tage aus. Manchmal gehe ich noch Vormittags arbeiten oder abends Bouldern. Aber viel mehr passiert zur Zeit nicht in meinem Leben. Einfach weil ich mehr Abwechslung brauche, überlege ich, ob ich mich nicht doch schon bald mit dem Kumpel meines Mitbewohners treffe (von dem ich im vorherigen Beitrag erzählt habe). Er hat mich schließlich schon nach einem Date gefragt.

Ja, ich denke ich frage ihn, ob wir uns schon kommende Woche treffen.

Achja, eine weitere Neuigkeit gibt es noch: Ich habe Mr Gemüselasagne die Wahrheit aufgetischt und endlich abserviert. (Guter Wortwitz oder? 😉 ). Er hat mich irgendwann mal angeschrieben und kam auf das Thema, das ich ja das „Was-Trinken-Gehen“ nach dem Bouldern das letzte mal abgelehnt hatte. Ich dachte mir: jetzt oder nie, ich sollte endlich mit der Wahrheit rausrücken. Nachdem ich mit einer Freundin konsultiert hatte, wie ich es genau formulieren könnte, schrieb ich ihm. „Was das Thema betrifft: ich habe abgelehnt, weil ich mir unsicher bin, ob unsere Interessen da gleich sind. 🙊 Mir wäre es unangenehm, wenn du mich nochmal einlädst, weil das für mich nicht mehr dating ist, sondern ich mich gerne freundschaftlich mit dir treffe. :)“

Seine Antwort: „Alles klar. 🙂

Okay! Alles klar! Smiley! …Also offenbar hatte er andere Interessen. Er tut mir Leid. 😦 Aber naja, da war eben meinerseits wirklich kein Interesse da. Er ist so ein lieber Kerl. Ich hoffe er findet bald jemanden. Und ich hoffe er kocht der Glücklichen dann seine Gemüselasagne.

Und jetzt gehe ich ins Bett. Der Wecker ist für morgen schon gestellt.

Dezemberpriorität 1: Studium

Ich sitze gerade im ICE in Richtung meiner Heimat. Ich habe zwar morgen noch eine Vorlesung, aber ich habe vor Kurzem (mit großen Entsetzen) festgestellt, dass ich bisher vorbildlich alle – wirklich alle – Vorlesungen besucht habe dieses Semester. Deswegen sitze ich jetzt schon im Zug und beruhige mein Gewissen damit. Heute war die Zugverbindung noch gut bezahlbar und es ist leer genug, dass ich ungestört Tagebuch schreiben kann.

Ich möchte noch einiges über meinen vollgepackten Dezember schreiben. Weil es um so viel Unterschiedliches geht, kommen mehrere Beiträge.

Den schlimmsten Stress mache ich mir eindeutig wegen meinem Studium. Da mein letztes Semester in die Hose ging, stehen mir dieses Semester ganze fünf Master-Klausuren UND eine Seminararbeit an. Dieses Semester möchte ich sie alle gut bestehen! Die Masternote ist schließlich die, die zählt! Ich hatte zwar geplant, wieder eine Klausur ins nächste Semester zu schieben, allerdings liegen alle zeitlich nun so gut, dass ich sie theoretisch schreiben könnte. Das wird aber trotzdem hart.

Hinzu kommt, dass ich auf jeden Fall bald ein weiteres Auslandssemester machen möchte. Die Klausuren im kommenden Jahr muss ich also gut planen. Mein Masterstudium bietet mir die letzte Gelegenheit gut, relativ günstig und lange ins Ausland zu gehen. Ich sollte mir sie nicht entgehen lassen. Dennoch wechseln sich meine Phasen des Fernwehs mit Phasen der „Vernunft“ ab. Ich nenne es mal „Vernunft“, denn gegen ein Auslandssemester spricht: dass ich an meine vier Semester Regelstudienzeit ganze zwei Semester dranhängen müsste, dass ich mein teures WG-Zimmer irgendwie untervermieten müsste, dass ich mich zeitaufwendig nach Fächern zur Anerkennung an meinen Wunschunis kümmern muss. Und dass ich vielleicht zu viel erwarte… Ich bin schließlich dann nicht mehr „Anfang 20“. Ich würde unter den Bachelorstudenten eine der „Älteren“ sein.

Vielleicht will ich auch gar nicht so unbedingt wieder weg. Andererseits würde ich es vermutlich lange bereuen, wenn ich die Chance nicht noch mal nutze… Wie ich mich kenne, werde ich mich bewerben und erst dann entscheiden. Wann ich das Auslandssemester antrete, steht dann auch noch aus. Ich habe zwei Möglichkeiten:

  1. Im August kommenden Jahres (August 2017). Dann muss ich tatsächlich alle Klausuren dieses Semester schreiben (worunter vermutlich meine Noten eher leiden werden, als wenn ich sie entspannter schreiben könnte). Ich würde mich nach meiner Rückkehr an meine Masterarbeit machen und im Juni/Juli 2018 fertig sein.
  2. Erst im Januar 2018. Ich könnte ganz entspannt für meine Klausuren lernen und hätte dann sogar September bis Dezember (2017) Zeit zum Arbeiten, für ein Praktikum oder einfach nur um hardcore zu chillen. Hat was! Allerdings wäre ich dann erst im Oktober 2018 mir meiner Masterarbeit und somit mit dem Studium fertig. Das sind volle sechs Semester. Und ich bin dann 26, wenn ich mich für meinen ersten Job bewerbe.

Hach, ich weiß immer noch nicht, welche der Möglichkeiten besser wäre. Oder ob überhaupt?! Ich werde das über Weihnachten mal mit meinen Eltern und meinen besten Freunden analysieren.

Falls jemand sich durch diesen langweiligen Beitrag gequält hat, und einen Rat beisteuern kann, freue ich mich über einen Kommentar!

Wenn ich so darüber nachdenke, war es sogar genau vor einem Jahr zur Weihnachtszeit, dass ich den rebellischen Gedankenblitz hatte, meine bisherigen Pläne über den Haufen zu werfen: statt wie Jahre lang geplant nach dem Bachelor endlich zu arbeiten, wollte ich lieber weiter studieren. In einer Stadt, die ich zu Bachelorzeiten gehasst habe, aber nun nach allem liebgewonnen habe. Meine Entscheidung bereue ich bis heute nicht. Vielleicht ist die Weihnachtszeit für mich eine Zeit der richtigen Entscheidungen.

 

Ich melde mich zurück

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Da bin ich mal wieder. Endlich. Mein letzter Beitrag ist nun schon über zwei Monate her. Natürlich hatte ich Stress die letzten Wochen meines Praktikums zuende zu bringen, gleichzeitig eine neue Wohnung zu suchen, die Bachelorarbeit zu schreiben und meine frische Beziehung zu pflegen. Doch ich habe alles geschafft. Ich bin stolz und glücklich. Seit ein paar Wochen habe ich nun wieder Zeit für mich und Zeit alles aufzuholen, was liegen geblieben ist. Und ja, ich gebe es zu: es hat einige Zeit gedauert bis ich wieder die Motivation zum Schreiben aufbringen konnte. Doch heute ist sie wieder da. Und bleibt hoffentlich.

Rückblickend hat sich die letzten neun Wochen nicht viel getan. Die großen Dinge lassen sich schnell zusammenfassen. Es sind eher die kleinen Dinge, die Gefühle und Augenblicke, die ich gerne niederschreibe. Schreibe ich darüber, hilft es mir mein eigenes Leben, mein Handeln und meine Gedanken besser zu verstehen. Doch würde ich versuchen Gefühle und Augenblicke über eine solch lange Zeit zu rekonstruieren, wären sie vermutlich bloß verfälscht. Ich werde die nächsten Wochen und Monate wieder regelmäßig Tagebuch schreiben. Heute schreibe ich aber zumindest kurz über die bedeutenden Erlebnisse der letzten Wochen um in Zukunft daran anknüpfen zu können.

Die Kündigung meines Praktikums habe ich Anfang Januar mit einem lachenden und einem weinenden Auge bekannt gemacht. Eine Kündigung einzureichen ist eine Erfahrung, die man mal gemacht haben sollte. All die Überlegungen und Unsicherheiten konzentrieren sich auf einen kurzen Augenblick, wenn man die Worte ausspricht. Es lief dann so, wie es meistens läuft im Leben: alles halb so schlimm. Schließlich ging es nur um ein Praktikum und ich hatte einen nachvollziehbaren Grund vorzuweisen. Studium geht vor. Ich wurde gebeten zumindest bis zum 22. Januar zu bleiben, was letzendlich perfekt war. Somit konnte ich weitere Erfahrungen in dem Bereich sammeln, den ich mir für mein späteres Berufsleben vorstellen kann.

Die letzte Woche des Praktikums, bevor es mit der Bachelorarbeit richtig losgehen sollte, nutze ich, um mir eine neue Wohnung zu suchen. Bis Ende März musste ich aus dem Studentenwohnheim raus, da ich dann keine Bachelorstudentin mehr war. Zum Glück ist es nicht schwer im Internet WGs in meiner Stadt zu finden. Auf WG-Gesucht kamen fast täglich WGs herein, die zum Semesterende neue Mitbewohner suchten. Ich besichtigte fünf WGs, bekam drei Zusagen, wovon zwei WGs in die engere Auswahl fielen. Eine günstige mit 17 Quadratmetern in einer Dreier-WG mit zwei netten Jungs, jedoch mit dem Bus circa 20 Minuten von der Uni entfernt. Die zweite war mit vier Mitbewohnern, großer Küche, zwei Bäder, Terasse, Garten, renovierte Zimmer, nur eine Parallelstraße von meiner jetzigen Wohnung entfernt, also weiterhin nur 10 Minuten Fußweg von der Uni entfernt. Meine absolute Traum-WG. Die drei Jungs und das Mädchen waren super cool drauf. Das einzig übrige Zimmer hatte allerdings 28 Quadratmeter, die ich niemals bräuchte. Das alles hatte natürlich einen stolzen Preis… Nach zwei Tagen Bedenkzeit und abwägen, entschied ich mich für meine Traum-WG. Der Preis war es wert. Letzendlich zog mir der Vermieter beim Unterschreiben des Vertrages sogar noch 20€ von der monatlichen Miete ab. Trotzdem noch teuer, aber ich bin der Meinung, dass es sich lohnt. Einen Job werde ich mir sowieso suchen müssen.

Nach dem Ende des Praktikums konzentrierte ich mich voll und ganz auf meine Bachelorarbeit. Die bereits geschriebenen sechs Seiten mussten um 34 Seiten innerhalb von drei Wochen ergänzt werden. Und was soll ich sagen? Alles halb so schlimm! Mit durchschnittlich 6 Stunden am Tag in der Unibib schafft man sowas dann doch locker. Mir blieb dabei auch noch Zeit für meinen geliebten Sport und mein soziales Leben.

Als die Bachelorarbeit fertig geschrieben war und die Vorfassung bei meinen korrekturfreundigen Eltern und Freunden lag, gönnte ich mir mit meiner besten Freundin einen Kurztrip nach Amsterdam. Dabei musste ich (nicht zum ersten mal) feststellen, dass Cannabis nicht die Droge meiner Wahl ist. Nach einem Muffin mit „Spezialzutat“ (aus einem qualitativ hochwertigem Coffeeshop, versteht sich!) hatte ich einen Horrortrip, den ich niemals wieder erleben möchte. Panikattacken, Versagensängste, Selbsthass, Depressionsanfälle… und das drei volle Stunden lang. Hinzu kamen Kopfschmerzen, die mich zeitweise blind machten und eine Müdigkeit, die mich ins Bett drücke. Das alles, während meine Freundin neben mir fröhlich die Welt beobachtete, mit sich im Reinen war und sich schöne Gedanken machte. Naja… ich lasse besser endgültig die Finger von dem Zeug, ich hab da wohl ’ne Unverträglichkeit.

In der Endphase meiner Bachelorarbeit erkundigte ich mich bereits nach Studentenjobs. Ich konnte zwar weiterhin ein bisschen bei meinem alten Job arbeiten, jedoch leider sehr unregelmäßig und nur zum Mindestlohn. Ein weiterer Job musste auf jeden Fall her. Bereits im Januar ergab sich für mich eine Aushilfestelle für ein Startup-Unternehmen im Erlebnispädagogik-Bereich (bzw. eher so etwas wie Schullandheim für Unternehmen, zum Teambilding und so… Ihr wisst ja bestimmt was ich meine.) Ich bekam dort eine Zusage, aber es wäre ebenfalls ein Job für den man nur unregelmäßig (auf Abruf) arbeiten könnte. Leider habe ich bis jetzt nichts weiter gehört von ihnen.

Die letzten paar Wochen schickte ich vier weitere Bewerbungen heraus und für drei davon wurde mir gegenüber Interesse bekundet. Von zwei der Stellen bekomme ich bis Mitte März für das weitere Vorgehen Bescheid gegeben. Für die dritte Werkstudentenstelle bekam ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, kurz darauf eine Einladung zum Probearbeiten und dann die Zusage. Alles schön und gut, mir gefiel die Arbeit, es gab ein angemessenes Gehalt, ich könnte dabei sicher viel lernen und es würde sich gut im Lebenslauf machen.  Aber die Nachteile sind nicht zu unterschätzen: ich müsste 18 Stunden die Woche arbeiten, müsste mich aufgrund des hohen Gehalts selbst versichern und habe keinen Anspruch mehr auf Bafög. Ich könnte mir nur schwer in den Ferien frei nehmen um meine Familie zu besuchen und der Chef scheint richtig streng zu sein. Bis Montag soll ich mich entschieden haben. Und jetzt weiß ich nicht weiter. Nehme ich den Job mit seinen Nachteilen in Kauf? Oder warte ich auf die Antworten der anderen Stellen? Ich bin mir sicher, ich würde bei den anderen Jobs prozentual betrachtet für weniger Stunden Arbeit mehr verdienen. Vor dem Masterstudium habe ich bereits jetzt schon Respekt und möchte nicht aufgrund eines Studentenjobs keine Zeit für Klausurvorbereitungen haben. Ich möchte die letzten zwei Jahre meines Studium ohne Stress genießen können und die Möglichkeit haben meine Familie zu besuchen und im Sommer Freizeit zu haben. Darüber muss ich wohl  noch zwei Nächte schlafen…

Nun zu meinem lieben Mr Schützenverein. Ich wollte ja schon lange einen Eintrag über ihn und meine frische Beziehung schreiben. Wir sind nun seit 3,5 Monaten zusammen und eine Beziehung ist doch nicht so rosig wie ich sie mir in meiner langen Singlezeit vorgestellt habe. Ich möchte am liebsten einen eigenen Beitrag dazu verfassen und hoffe, dass meine Motivation weiterhin tagebuchzuschreiben bleibt. Dann wird hier spätestens nächste Woche endlich was über ihn zu lesen sein.

Zu meinen Problemen mit dem Essen gibt es nur Folgendes zu sagen: zur Zeit zähle ich keine Kalorien und es ist ein auf und ab mit meiner Zufriedenheit wenn ich einen Blick in den Spiegel wage. Ich esse viel, mache aber wieder viel Sport… Habe ich zumindest bis vor Kurzem. Denn jetzt muss ich gezwungenermaße eine Pause machen.Ich habe mir den Zeh gebrochen, einem dämlichen Zufall geschuldet. Aus dem nichts bekam ich nämlich kurz von dem Wochenende ziemliche Knieschmerzen. Sie wurden nicht schlimmer, aber auch nicht besser über das Wochenende. Bis ich am Sonntag Abend nach einem vollen Tag auf den Beinen doch mehr Schmerzen bekam. Ich konnte kaum noch richtig laufen und bin dann Zuhause beim Aufräumen mit dem Fuß am Türrahmen hängengeblieben. Verdammt, zu den Knieschmerzen kamen jetzt noch Schmerzen im Zeh. Ich konnte trotz zwei Tabletten diese Nacht kaum schlafen und bin am nächsten Tag ins Krankenhaus. Dort wurde mir eine Überreizung des Oberschenkelmuskelansatzes und ein (wahrscheinlich) gebrochener mittlerer Zeh diagnostiziert. „Wahrscheinlich“ weil man sowas nicht röntgen muss. Die Ärztin meine so etwas in der Art: „passiert öfter, kannste dir selbst verbinden.“ Also gut, Knie mit Voltaren einschmieren, mittleren Zeh an den daneben tapen, Bein schonen und Google befragen. So ein gebrochener Zeh braucht wohl 4 bis 6 Wochnen zu heilen. Neiiin! Und das, wo ich jetzt so viel Zeit hätte um mich voll und ganz im Sport zu verausgaben!! Naja, sch*** auf den mittleren Zeh, wer braucht den schon? Nächste Woche geht’s weiter mit Sport. Das Knie ist heute schließlich fast wieder gesund, nur der Zeh tut noch weh beim Laufen. Wird schon.

So viel zu meinen letzten Wochen. Mein Tagebuch und ich sehen uns in nächster Zeit wieder öfter. Schließlich schulde ich ihm (und meinen Lesern) ja schon seit mehreren Monaten den Beitrag über Mr. Schützenverein. Bis bald also!

Ich hab mir da mal was überlegt

Hallo, hier bin ich wieder! Vor lauter Stress musste ich mein Tagebuch die letzten fünf Wochen zuklappen und fein säuberlich in die Ecke legen. Es waren wichtigere Dinge angesagt. Ich habe oft an das Büchlein gedacht. Habe mir gewünscht, meine Gedanken niederschreiben zu können. Aber heute, am 2. Januar 2016 hole ich lieber mein Tagebuch wieder aus der Ecke hervor, puste den Staub ab und fasse die letzten fünf Wochen zusammen.

Fünf Wochen später:

Weihnachtszeit vorbei. Weihnachten vorbei. Silvester vorbei und das Jahr 2016 da.

Stress ebenfalls noch da. Bachelorarbeit leider nicht vorbei. Praktikum ungewollt bald vorbei.

Singlezeit vorbei und Mr Schützenverein noch da.

Und die Pläne für 2016 schreien ganz laut „wir sind da!“


Und nach der knappen Inhaltsangabe besser nochmal ausführlicher:

Wichtiger als Tagebuch schreiben war natürlich Bachelorarbeit schreiben. Viel habe ich aber bis heute leider noch nicht vorzuweisen. Nämlich genau nur zwei Seiten. Am 26. Februar habe ich 40 Seiten abzugeben.

„Ist doch kein Problem, ist doch noch genug Zeit“ könnte man nun denken. Klar, wenn man sich nicht noch ein Vollzeit-Praktikum in einer Agentur vorgenommen hätte. Und weil sich für mich beides schlecht vereinbaren lässt, habe ich beschlossen das Praktikum abzubrechen. Leider. Denn das Praktikum macht mir mittlerweile großen Spaß. Ich kann mir sehr gut vorstellen später etwas ähnliches zu machen. Etwas in Richtung Eventmanagement.

Aber bevor ich mich selbst kaputt mache, muss ich Prioritäten setzen. Und da schneidet Studium höher ab. Wenn da nur nicht das Gefühl wäre versagt zu haben. Andere schaffen es auch Vollzeit zu arbeiten und nebenbei eine Bachelor- oder Masterarbeit zu schreiben. Wieso tue ich mir so schwer damit? Wieso fühlen sich meine Wochenenden zu kurz an? Bin ich zu faul gewesen oder ist mir meine Freizeit und mein neuer Freund wichtiger gewesen? Vielleicht war der Dezember dafür einfach nicht geeignet und ich würde im Januar mehr schaffen? Aber gleichzeitig muss ich mich in den kommenden Monaten nach einer neuen Wohnung umsehen. Ende März muss ich aus dem Studentenwohnheim ausziehen. Wenn ich dann bloß wüsste, was ich nach meinem Bachelorabschluss machen möchte… Aber langsam kristallisiert sich eine Idee heraus.

Bei der Entscheidung für den Abbruch meines Praktikums geben mir zumindest die Meinung meiner Eltern, meiner Freunde, meines Freundes und sogar die Meinung der Frau der Beratungsstelle die Gewissheit, dass es für mich die richtige Entscheidung ist. Zumindest habe ich dort fünf Wochen in die Arbeit hineinschnuppern können und viel lernen können. Und genau diese Wochen haben mich zu meiner neuen Idee geführt.

Als ich eines Abends nach 9 Stunden arbeiten vom Bahnhof nach Hause lief hörte ich an den Studentenwohnheimen junge Leute ausgelassen feiern. Ich würde mir nur noch etwas zu essen machen, kurz an den PC setzen und mich dann bettfertig machen, da ich am nächsten Tag wieder zur Arbeit musste. Es musste also Donnerstag sein. Auf diesen Wochentag fallen bei uns immer die Studentenparties. Es war noch garnicht so lange her, da war ich ebenfalls fast jede Woche dabei. Aber das war nun vorbei. Leider. Ich sehnte mich so sehr nach meiner Studentenzeit.

Aber moment. Ich war doch noch Studentin. Und ich könnte es auch noch weiterhin sein. Schließlich bin ich erst 23 und habe nur einen Bachelorabschluss. Ich möchte nicht arbeiten. Zumindest noch nicht. Ich möchte nicht 40 bis 50 Stunden die Woche im Büro sitzen, abends nach Hause und morgens wieder aufstehen um den selben Tag immer und immer wieder von vorne zu beginnen. Nicht wenn ich weiß, dass ich in dieser Zeit mein Leben weiter führen könnte, wie es die letzten drei Jahre war. Mit Menschen meines Alters, Möglichkeiten zu Reisen, Zeit für viel Sport und meinen Hobbies, selbstständigem Lernen, dem Streben nach einem höheren Abschluss, die Möglichkeit meine Zeit als junge Erwachsene auszuleben und vor allem mehr Zeit zu entdecken, wie ich mein Leben wirklich leben möchte. Ich möchte weiter Studentin bleiben. Ich möchte einen Master machen. Und dank meines Praktikums weiß ich in welche Richtung ich mich weiterbilden möchte. Ich möchte Marketing und Management studieren.

Ich war begeistert von dieser Idee. Sie ging in mir auf, Blüte für Blüte, wie eine schöne Blume. Diesen perfekten Studiengang gibt es an meiner jetzigen Uni. Die Module hören sich unglaublich interessant an. Ich könnte ein weiteres Auslandssemester machen. Und wäre sogar mit 26 Jahren fertig mit studieren. Ein gutes Alter für den Jobeintritt und hoffentlich zu wissen, was man vom Leben möchte. Ich würde während dem Masterstudium in einer Stadt bleiben, die ich kenne, bei Leuten, die ich kenne, bei meinen Mädels, die alle ebenfalls noch im Umkreis weiter studieren und mit meinem Freund müsste ich keine Fernbeziehung eingehen. Und aus Neugierde und um meinen vorherigen Plan nicht vollkommen über Bord zu schmeißen, werde ich mich trotzdem für Jobs bewerben und sehen was sich ergibt. Doch ich konnte es kaum erwarten, meinen Eltern und Freunden zuhause von meiner neuen Idee zu erzählen.

Zu Weihnachten fuhr ich natürlich wieder zu meinem Elternhaus. Kurz nach meiner Ankunft rückte ich mit den Neuigkeiten heraus. Doch der Blick meiner Eltern ließ die frischen Blüten leicht anwelken. Mein Vater hatte vor kurzem seinen Job gekündigt. Sie wollen mir zwar von ganzem Herzen die Ausbildung ermöglichen, die ich mir wünsche. Nun hatten meine Eltern aber gehofft, dass ich tatsächlich bald arbeite und selbst Geld verdienen könnte. Meinen Bachelor hatten sie in dem Sinne nicht „finanziert“, aber sie hatten mir monatlich das Kindergeld und zusätzliches „Taschengeld“ überwiesen mit dem ich zusammen mit meinem angesparten Geld immer gut über die Runden kam, nachdem ich seit dem letzten Semester kein Bafög mehr bekommen habe. Nun würde für ein Masterstudium aber eine neue Wohnung anstehen mit einer höheren Miete, als ich sie im Wohnheim zahlen musste. Bafög würde ich vermutlich wieder bekommen während mein Vater nun auf Jobsuche ist. Aber um einen Studentenjob komme ich nicht vorbei. Das macht mir nichts, ich habe ja bereits seit zwei Jahren einen Studentenjob. Dort konnte ich allerdings bisher nicht regelmäßig arbeiten und das Gehalt ist gerade mal Mindestlohn. Einen zusätzlichen Job zu finden ist nicht leicht, wie ich zu Beginn des letzten Semesters herausgefunden habe. Da hatte ich aber den Druck noch nicht. Wenn ich mir dieses Mal mehr Mühe gebe, klappt das sicher. Wenn ich will, klappt es alles.

Meine beste Freundin fand die Idee einen Master zu machen super. Nicht so super fand sie, dass ich an der Uni bleiben möchte an der ich meinen Bachelor gemacht habe. Sie findet, ich solle mal nachsehen, ob es nicht in anderen Städten einen ähnlichen Studiengang gibt, denn ein Neuanfang ist immer gut. Meine beste Freundin und ich sind Menschen, die nie lange an einem Ort bleiben. Wir könnten niemals unser Leben lang im gleichen Ort wohnen. Wir brauchen immer neue Herausforderungen, wollen neue Leute und neue Orte kennenlernen. Wir sind der Meinung, dass man so das Meiste aus seinem Leben herausholen kann. Die neuen Situationen zwingen einen für sein Leben zu lernen. Bei jeder großen Reise und jedem Umzug haben wir so viel erlebt und gelernt. Deswegen könnte es passieren, dass ich es nach ein paar Monaten bereue in der gleichen Stadt geblieben zu sein.

Sie hat recht. Sie kennt mich wirklich gut. Es wäre toll, eine neue Stadt und neue Leute kennenzulernen. Vielleicht sogar wieder näher zu meiner Familie zu ziehen. Ich habe ihre Meinung in Erwägung gezogen, habe zwei volle Tage damit verbracht im Internet nach ähnlichen Masterstudiengängen zu suchen. Aber keiner passte so perfekt wie der an meiner Uni. Ich überlegte weiter. Wollte ich überhaupt schon wieder einen so krassen Neuanfang? Reichte ein kleiner nicht auch schon? Hier würde ich zwar an der gleichen Uni bleiben aber ich würde mit anderen Leuten studieren. Ich würde zwar in der gleichen Stadt wohnen bleiben aber ich würde in eine neue Wohnung ziehen. Ich hätte weiterhin meinen kleinen Studentenjob, die Wohnungen sind günstig, ich kenne die Abläufe an der Uni, kenne die Stadt und die Umgebung, habe meinen Freund und die Leute, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe. Warum sollte ich es mir unnötig schwer machen, wenn ich hier zufrieden bin?

Jedoch schwirrt mir noch ein weiteres Argument im Kopf herum. Hat meine momentane Tendenz, das Studium hier weiterzuführen, unterbewusst etwas mit Mr Schützenverein zu tun? Wir sind gerade mal seit sechs Wochen zusammen. Nach vier Jahren Singlesein möchte ich mich nun vielleicht mit aller Macht an meine neue Beziehung klammern. Ich hatte mir immer geschworen mich bei Zukunftsentscheidungen niemals nach einem Mann zu richten. Wenn die Beziehung während dem Masterstudium nicht hält, kann es sehr gut sein, dass ich meine Entscheidung bereuen würde.

Trotzdem bin ich mir im Moment so sicher, wie ich mir noch nie war. Genau diesen Master an genau dieser Uni ist die richige Entscheidung. Ich habe so viele Argumente dafür. Ob da nicht mein Unterbewusstsein meine Argumente dreht, wendet und lenkt, kann ich nicht sagen. Aber ich kann sagen, dass ich in meinem Leben noch nie eine Entscheidung bereut habe. Außerdem geht es ja nur ein Masterstudium, nur um eine Stadt und es nur zwei Jahre. Übertreib also mal nicht so, Tagebuchschreiberin. 😉