Hallo 2018!

Nachdem ich das alte Jahr verabschiedet habe, sage ich nun Hallo zu 2018! Reingefeiert habe ich mit meinen liebsten Menschen der Welt und von meinem wunderbaren Freund habe ich um Mitternacht natürlich einen dicken Schmatzer bekommen.

Was dieses Jahr so alles anstehen wird, habe ich mir ganz untypisch noch keine Gedanken gemacht. Passiert das so, wenn man älter und weiser wird…? 😉

Naja, um meiner Planungswut und meinem außerordentlich ausgeprägten Ordnungssinn gerecht zu werden, möchte ich in diesem Tagebucheintrag festhalten, auf was ich mich in diesem Jahr alles gefasst machen muss.

Ganz meiner Persönlichkeit zutrotz, werde ich mir in diesem Jahr keine Ziele setzen oder Vorsätze vornehmen. Jedenfalls werde ich mich nicht mit solchen Nichtigkeiten wie im letzten Jahr abgeben. 😉

Denn in diesem Jahr steht Großes an! Ich werde, nach sechs wunderbaren und erfahrungsreichen Jahren, mein Studium abschließen und mich mit einem Mastertitel schmücken können. Ich würde gerne schreiben, dass ich das Studieren vermissen werde, aber mir scheint es der falsche Ausdruck zu sein. Ich werde mit Freude und vielleicht ein bisschen Wehmut an die tolle Zeit zurückdenken. Ich bereue ganz und gar nicht, dass ich mich damals nach dem Bachelor (sehr spontan) für weitere zwei, drei Jahre zur Uni verpflichtet habe. Ich habe mich noch nicht bereit gefühlt in die Welt hinaus geschmissen zu werden. Jetzt aber bin ich es. Ich freue mich auf die Zukunft. Auf den Job, den ich finden und die neuen Erfahrungen, die ich machen werde. Außerdem wird es endlich mal Zeit zu zeigen, ob sich die letzten sechs Jahre gelohnt haben um dafür angemessenes Geld zu erhalten. 😉

Bis es soweit ist, werde ich allerdings mein letztes Jahr als Studentin genießen. Nächste Woche fahre ich endlich wieder in meine Unistadt. Ich freue mich, meine WG und meine lieben Freunde alle wiederzusehen. Im Februar stehen meine letzten zwei Klausuren an. Die kommenden Wochen werden sicher stressig, aber ich gebe nochmal mein Bestes. Und danach nehme ich jede Party mit!

Ein paar Mini-Schritte in meiner Beziehung stehen auch an. Meine Zwischenmieterin wohnt noch bis Mitte Februar in meinem WG-Zimmer, also muss ich ausweichen: ich werde für drei Wochen zu meinem Freund ziehen. Aber nachdem wir schon 13 Tage ohne jegliche Probleme „aufeinander gehockt“ waren, als er mich nach Weihnachten besuchte, glaube ich, wir meistern auch dieses kurze Zusammenziehen und den Alltag wunderbar. Ich werde außerdem seine Eltern und Freunde kennen lernen. Meine Eltern und meinen Freundeskreis hat er ja schon mit seinem Charme verzaubert. Ich hoffe, bei mir läuft es auch so gut.

Zurück zum Thema Uni: nach den Klausuren und bevor ich mein Studium abschließen kann, kommt natürlich noch der Endgegner – die Masterthesis. Einen Platz an meinem Wunschlehrstuhl habe ich glücklicherweise schon. Mein Betreuer ist Professor und Lehrstuhlinhaber und soll recht gute Noten vergeben. Meine erste Sprechstunde habe ich erst in vier Wochen, aber irgendwie bin ich schon etwas aufgeregt. Ich weiß bisher nur, dass ich zum Thema „Innovationsmarketing“ schreiben möchte. Eine speziellere Fragestellung habe ich mir noch nicht überlegt und hoffe ich kann mit meinem Betreuer etwas brainstormen.

Wenn alles nach Plan läuft kann ich meine Masterthesis Ende Juli abgeben. Leider werde ich zum Studiumszeugnis nicht mehr die Gesamtnote erreichen können, die ich mir zu Beginn gewünscht hätte. Der Master ist mir schwerer gefallen, als ich dachte und meine Mitstudenten waren in den Klausuren einfach besser. Wenn ich die mir aktuell noch fehlenden Noten realistsisch schätze, erreiche ich keinen Schnitt mehr über 2,1 – während meine Kommilitonen alle mit einem Einser-Schnitt glänzen. Das bereitet mir ein bisschen Sorgen, da Jobs im Marketing beliebt sind und man folglich, um seinen Traumjob zu ergattern, gut sein muss. Aber ich hoffe, ich kann wenigstens mit meinen Praktika, Auslandserfahrungen und meiner sympatischen Art aus der Masse hervorstechen. 😉 Während ich an meiner Thesis schreibe werde ich gleichzeitig jedenfalls eine Flut an Bewerbungen nach ganz Deutschland herausschicken. Das wird schon irgendwie klappen.

Sobald ich also meine Thesis geschrieben und (m)einen (Traum)job sicher habe, geht es an meine (wahrscheinlich vorerst letzte) längere Reise. Ich habe es bereits schon mal geschrieben und der Gedanke kristallizierte sich die letzten Wochen immer mehr und mehr heraus, bis daraus ein konkreter Reiseplan wurde: ich möchte einen USA-Trip machen. Er soll 11 Wochen andauern, mitte August geht es los. Ende Oktober komme ich zurück um dann Anfang November mit dem Ernst des Lebens zu beginnen. Die ersten paar Wochen in den USA soll mich mein Freund begleiten (er hat noch nicht konkret zugesagt, aber er klang sehr begeistert) und die letzten ein bis zwei Wochen werde ich Mr Regisseur in LA besuchen. Dazwischen bin ich alleine, aber ich war schon oft genug alleine reisen, sodass es für mich kein Problem sein sollte. Aufgeregt deswegen bin ich natürlich trotzdem. Und ich mache mir ein paar Sorgen, ob mein Budget reichen wird. Aber wenn nicht, dann fliege ich eben früher zurück. Die Erfahrung war es dann auch wert. 🙂 Den Flug habe ich noch nicht gebucht – aber so klar, wie sich mein Plan kristalliziert hat, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich es durchziehe.

Und damit wären wir auch schon am Ende meiner Vorstellungskraft für die Zukunft. Ich bin ja schließlich keine Wahrsagerin. 😉 Was ab November passiert, wenn ich anfange zu arbeiten, kann ich nicht sagen. – Aber verdammt, ich freue mich aber schon auf dieses Jahr! Hallo 2018!

 

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Karrierefrau

Im folgenden ein Gesprächsausschnitt zwischen einer (glücklich vergebenen) Freundin und mir:

8091068c60e8edcdbc5408e4885482df_business-women-vector-business-woman-silhouette-clipart_501-351„Ich werde einfach reiche Single-Karriere-Frau“

„Und damit qualifizierst du dich direkt als erste Paten-Tante, die unserem Kleinen teure Sachen schenkt, dann müssen wir das nicht machen.“

„Allerdings habe ich für den Kleinen dann auch nicht viel Zeit. Schließlich warten meine Kunden auf der ganzen Welt auf mich und meine hochgeschätzten Kompetenzen in Management und Marketing. 😉 „

„Aber später kann er dann coole Praktika bei dir machen. :D“

Das kurze Gespräch ist mittlerweile schon einige Wochen her und ich habe mir seitdem über den damals spontan dahergequatschten Einfall einige Gedanken gemacht. Ehrlich gesagt gefällt er mir. Sogar sehr. Ich freunde mich mehr und mehr mit diesem Gedanken an, die „Karrieretante“ zu werden. Natürlich bediene ich mich ein bisschen an dem Klischee, dass Frauen sich zwischen Familie und Karriere entscheiden müssen. Aber darauf will ich garnicht hinaus. Was ich meine ist, dass ich eine glückliche Zukunft sehe, auch ohne einen Partner oder eine eigene Familie zu haben.

Wenn ich das so zu Papier bringe, klingt das komisch. Ich bin ja erst Mitte Zwanzig und muss mich garnicht entscheiden. Ich hab noch mein Leben vor mir. Aber die Vorstellung eines Lebens mit nur mir selbst, meinen guten Freunden und einem Job, den ich liebe, gefällt mir immer mehr. Das macht mir eines bewusst: diese Suche und den Wunsch nach einer Beziehung, der für mich die letzten Monate und Jahre sehr aktuell war, ist mir garnicht mehr so wichtig.

Das scheint sich offenbar auch an meinem Verhalten zu zeigen. Ich hatte diesen Monat zwei Dates – mit Mr Mutig und Mr Tinderjüngling. Ich hatte nicht nach Dates gesucht oder gefragt. Die haben sich eher aus Zufall ergeben.

Die Dates beschreibe ich in den nächsten Tagebucheinträgen. Quintessenz der Dates war aber, dass ich wohl eine spürbare „Egal-Haltung“ einnehme. Und das nicht unbedingt im negativen Sinne. Ich musste mir anhören, dass ich „schwer einzuschätzen“ bin. Das habe ich bisher noch nie gehört. Wenn mir etwas oder jemand gefällt, dann zeige ich das sehr schnell und sehr deutlich. Meistens zu deutlich, weshalb die Männer dann genauso schnell auch wieder weg sind. Nach den zwei Dates und dieser Aussage wurde mir aber bewusst: ja, irgendwie waren die Kerle egal.

Mir war es egal, was sie von mir dachten oder ob man sich nochmal trifft. Wenn sie mich toll fanden und sich nochmal meldeten, schön! Wenn nicht, dann halt nicht. Ich hab zur Zeit genug zu tun, nehme mir viel vor und freue mich auf die kommende Zeit, das neue Semester, bald Finnland… Ich genieße es, Single zu sein, niemanden Treffen zu müssen, das machen zu können, was ich will, wann ich es will. Ich kann meine Zukunft planen, wie ich sie mir selbst ausmale und immer ausgemalt habe.

Das traurige Gegenteil macht meine beste Freundin zur Zeit leider durch. Als wir uns während meines Heimatbesuches endlich mal wieder treffen konnten, war sie die fröhliche aufgeschlossene Person, die sie immer ist. Aber ich weiß, was zur Zeit an ihr nagt und sie war froh, mit mir offen darüber sprechen zu können. Sie ist seit dem Sommer letzten Jahres in einer Fernbeziehung mit einem Finnen. Sie liebt ihn und die beiden passen meiner Meinung nach super zusammen. Nur leider können die zwei aufgrund der Entfernung nicht diese hunderprozent glücklicke Beziehung führen. Einer muss immer einen Kompromiss eingehen und Geld und Zeit für einen Besuch aufbringen. Eigentlich sollte meine beste Freundin bereits mit dem Studium fertig sein, aber sie ist durch ihre letzte Prüfung gefallen. Ein Studentenjob in Finnland ist für eine Deutsche schier unmöglich zu finden, die Bewerbung für ein Masterstudium in Helsinki muss verschoben und der GMAT-Test muss dafür auch erstmal bestanden werden.

Sie hat nun lange nach einem passenden Praktikumsplatz gesucht, der ihr hoffentlich nach abgeschlossenem Studium Türen in den Bereichen öffnen kann, die sie interessiert. Sie fand zum Glück auch ein Praktikum in München. Ihr Freund hat nun einen dreimonatigen Vollzeit-Summerjob in seinem kleinen finnischen Dorf. Er möchte nach seinem Bachelor nicht unbedingt in Deutschland einen Master machen. Insgesamt möchte er sich nicht festlegen auf irgendwas. Er hat aber Angst, dass, wenn er sich für Finnland entscheiden sollte und meine Freundin dort nicht studieren kann, Schluss sein könnte. Diese unmögliche Planung treibt die beiden verständlicherweise in den Wahnsinn.

Ich konnte, so gerne ich es auch wollte, meiner besten Freundin in dieser Sache nicht helfen. Ich habe beide sehr gerne und wünsche ihnen sehr, dass sie es schaffen. Die zwei passen so wunderbar zusammen. Aber ich habe gesehen, wie die Zweifel und Gedanken an die Zukunft meine Freundin schier von innen zerreißen. Weil sie mir so wichtig ist und ich sie so nicht sehen kann und will, musste ich sie an etwas erinnern, was wir uns beiden als unschuldige junge Teenies geschworen hatten: wir machen unsere Zukunftsplanung niemals abhängig von Männern.

Ich hoffe sie erinnert sich daran. Ich hoffe sie tut das, was sie glücklich macht. Es ist ihre Zukunft und ihr Leben.

So traurig es mich für meine beste Freundin macht, hat mir dieses Fiasko auch gezeigt, dass ich froh bin Single zu sein. Ich muss meine Planung nicht abhängig machen von jemand anderem. Meine Zukunft gehört mir. Und ich kann genauso glücklich werden als Karrierefrau, wie ich es mit einem tollen Partner und Familie werden könnte. Vielleicht ja auch glücklicher. Oder vielleicht klappt auch beides.

Dezemberpriorität 2: Start-up

Was ist dieses komische amerikanisiert-klingende Wort? „Start-Up“? Klingt so cool.

Jawohl, ich gehöre nun zu den Coolen. 😉 Als hätte ich nicht schon genug mit meinem eigenen Kram zu tun, habe ich mir natürlich noch mehr Arbeit angehäuft. Aber da es hier um Kram geht, den ich liebe, bin ich vor Kurzem dem studentischen Start-up meines Kommilitonen beigetreten.

Es fing damit an, dass er mich bereits vor einigen Monaten eingeladen hatte, seine Facebookseite zu liken. Da dort kaum irgendwas Interessantes zu sehen war, ignorierte ich die Einladung. Bis ich vor einigen Wochen neben ihm in einer Vorlesung saß und er mir erzählte, er wäre am Tag zuvor noch bei Microsoft in München gewesen wegen einem Interview für sein Start-up. Ich quatschte ein bisschen mit ihm darüber und gucke mir die Seite noch einmal an. Mittlerweile gab es da schon mehr zu sehen!

Seine ursprüngliche Idee für das Start-up mit zwei weiteren Freunden war es, Merchandise und Sammelfiguren in einem Onlineshop zu vertreiben und gleichzeitig im Blog über die neusten Infos zu nerdigen Themen wie Science-Fiction, Action und Fantasy, -Filme, -Serien und -Games zu berichten. Nerdig – aber cool! Wie ich schon so oft erwähnt habe, bin ich ein riesen Marvel-Fan. Außerdem kenne ich mich besser aus mit Games als die meisten Frauen und Star Wars, Games of Thrones, Herr der Ringe und Harry Potter liebe ich sowieso. (Wer das nicht tut, ist ein Kulturbanause! 😉 )

Ich behielt die Seite noch etwas im Auge. Nach ungefähr einer Woche traute ich mich dann, ihn zu fragen, ob sie denn eigentlich noch jemanden suchten in ihrem Start-up, der Artikel schreibt (was ich ja auch super gerne mache). Er war sichtlich begeistert und lud mich direkt zu ihrem nächsten Meeting ein. Die Truppe besteht aus momentan acht Leuten, darunter nur zwei Mädels (inklusive mir jetzt). Alle sind super nett und lustig. Und was soll ich noch groß dazu schreiben? Ich bin dabei! 😀

Die Arbeit ist unbezahlt, da das Start-Up gerade erst ein paar Monate alt ist und noch kein Geld abwirft. Aber es ist super interessant zu sehen, wie das alles funktioniert. Allein durch die Erfahrungen, die ich machen kann, lohnt sich die Arbeit.

Ich habe bereits meine ersten Artikel geschrieben und darf vollständig die Instagram-Seite übernehmen. Vergangene Woche waren wir zur Premiere von Rogue One mit einem Stand im Kino vertreten und durften mit einem kleinen Gewinnspiel, für das wir vorher viele Sponsoren akquiriert haben, durchführen und für uns Werbung machen. Am Wochenende hatten wir dann wieder einen Stand auf einer Messe. Unsere Klickzahlen und Likes sind explodiert.

Jetzt schon habe ich über mich gelernt, dass ich in Instagram und Social-Media-Themen wohl recht gut informiert bin. Vielleicht wäre ein Job in die Richtung für mich ja das Richtige? Marketing im Allgemeinen begeistert mich ja sowieso schon seit langer Zeit. Beim Start-Up mache ich auf jeden Fall weiterhin gute Erfahrungen und habe damit hoffentlich nach meinem Abschluss schon was vorzuweisen.

Harte Arbeit

Wieso hat eigentlich die Tagebuchschreiberin erst so spät von ihrem Glück erzählt? Und wieso schlich sie auf anderen Blogs herum und hat immer nur hier und da ein Like gelassen ohne selbst ein Wort von sich hören zu lassen?

Die Tagebuchschreiberin arbeitet wieder hart. Sie macht schon wieder ein Praktikum. „Generation Praktikum“ trifft hier voll und ganz zu. Es war eigentlich nie mein Plan, aber hat sich irgendwie so ergeben.

Mittlerweile ist es das vierte Praktikum in meinem Leben. Aber hoffentlich das Allerletzte. Nur dieses Allerletzte ist ausgerechnet ein richtig Hartes. Vierzig Stunden Woche für 450 Euro, unbezahlte Überstunden und an Weihnachten offenbar nur drei Urlaubstage. Am Montag habe ich angefangen. Es handelt sich um ein Praktikum bei einer großen internationalen Agentur für Sponsering. Ein junges, fleißiges und freundliches Team und super interessante Projekte. Ein vermutlich sehr wertvolles Praktikum für meine Zukunft und vielleicht sogar mit Aussicht auf einen Jobeinstieg.

Gleichzeitig schreibe ich meine Bachelorarbeit. Mein Thema ist fix, das Exposé an meinen Betreuer abgeschickt, am 4. Dezember wird sie angemeldet. Zwölf Wochen habe ich Zeit 40 Seiten zum „Einfluss von Selbstwirksamkeitserwartung auf das organisationale Commitment“ niederzuschreiben. Und gleichzeitig 40 Stunden (und mehr) zu arbeiten.

Und als wäre das nicht schon genug, möchte ich ja noch so oft wie möglich meinen Freund (oh gott, das erste Mal seit langem, dass ich das wieder schreiben kann) sehen, damit die Sehnsucht nicht unerträglich wird und ich meine Verliebtheit genießen darf.

Naja, die paar Wochen stehe ich durch. Ich muss wohl einfach in den sauren Apfel beißen. (Saure Äpfel mag ich ja ganz gerne. Aber eigentlich nur die, die ich essen kann.)

Vielleicht sollte ich doch lieber nach dem Bachelor weiter studieren. Vierzig Stunden arbeiten ist so ungewohnt viel…

Sex, Love und Studentenjob

Da fängt man mal wieder an ein paar Tage in seinem alten Studentenjob zu arbeiten und schon springen einem die männlichen Mitarbeiter hinterher…

Ich war ganz froh wieder eine Anfrage bekommen zu haben, ob ich denn Zeit hätte ein paar Thekenschichten zu übernehmen. Im Sommer war nicht viel los und die Schichten wurden an andere Mitarbeiter fest verteilt. Wer zu spät angefragt hatte, oder wie ich eher unregelmäßig Zeit hat, der hatte Pech gehabt. Im September waren nun viele im Urlaub oder mit einem Praktikum beschäftigt, also wurden wieder mehr arme Studenten zum Ausbeuten gebraucht (Mindestlohn…). Ich übernahm insgesamt sieben Schichten in zwei Wochen. So viel hatte ich dort noch nie gearbeitet. Aber somit ist mein Finnlandurlaub im November zumindest finanziert.

Ich habe dort vor zwei Jahren angefangen und überwiegend hat mir der Job Spaß gemacht – außer wenn ein paar Mitarbeiter mal wieder launisch wurden… Aber ich habe dort viele studentische Aushilfen kennengelernt und auch gute Freunde gefunden. Vor allem mit Mr Fels habe ich viel Kontakt. „Fels“ weil sein realer Spitzname ähnlich ist. Und das „Mr“ setze ich davor, weil er ebenfalls einer der Männer war, die großes Interesse hatten mich intensiver kennenzulernen. Das hatten wir aber damals ganz erwachsen geklärt: Er kam eines Abends zu mir und gab offen zu, dass er sich in mich verliebt hatte, was ich aber bereits zuvor an seinem Verhalten mitbekommen hatte. Ich konnte mir also schon Gedanken darum machen, wie ich ihm sagen würde, dass ich kein Interesse hatte. Letztendlich sagte ich es genau so, aber mit der Bitte, ob wir Freunde bleiben können. Er ist nämlich wirklich immer ein guter Freund gewesen. … Ja, ähem, der Arme wurde damit gefriendzoned.

Außerdem habe ich bei diesem Job Mr Rockstar kennengelernt. Ich hatte ihn bereits irgendwann kurz erwähnt. Er spielt Gitarre in einer Band, was ihn ziemlich heiß macht. Aber auch sonst sieht er gut aus. Nur leider weiß er das auch und strahlt das aus. Ich fühlte mich damals geschmeichelt, dass er Interesse an mir zeigte und nach langem hin und her landeten wir beide im Bett. Ich war einer seiner tausend Frauen. Das war doof, aber auch abzusehen. Und ist jetzt schon lange her. Hin und wieder schreibt er mir. Er würde das mit mir gerne wiederholen. Eigentlich hätte ich ja auch Lust. Nur wenn ich darauf eingehe finden wir nie eine gemeinsame Zeit.

Achja, der Bruder von Mr Fels stand auch mal auf mich. Das bekamen auch fast alle Mitarbeiter mit und da er so garnicht mein Fall war, wurde ich ziemlich schnell von den anderen gezwungen das zu klären. Dann gab es noch Mr Hausmeister. Auf den stand ich mal. Der zeigte zwar ebenfalls Interesse, aber brachte nach ein paar Dates einfach nichts zustande. Irgendwann fing er an mit einer anderen zu flirten und auf das hatte ich dann kein Bock mehr.

Nun zurück ins Hier und Jetzt. Mr Fels ist lieb wie immer, aber ich befürchte es könnte schon zu lieb sein. Er fährt mich nach meiner Spätschicht jedes Mal nach Hause, was für ihn ein kompletter Umweg ist. Ich finde es toll, aber so langsam kommt es mir vor, als würde ich ihn ausnutzen. Außerdem waren wir vor zwei Wochen zusammen im Kino und letzte Woche zusammen schwimmen. Ich hatte das beides nicht als Date gesehen… aber es klingt so furchtbar danach.

Und jetzt kommt der ganz Neue ins Spiel: Mr Schützenverein. Er ist 26 Jahre alt und seine Hobbies sind Angeln und sein geliebter Schützenverein. Klingt richtig nerdy. Er ist einer der Männer, die man nicht als „heiß“ bezeichnen kann, sondern halt „süß“. Was ich wirklich nicht schlimm finde, nur Männer haben ja immer etwas gegen die Bezeichnung „süß“. Aber so ist das nun mal eben. Entweder heiß – oder süß. Nur in einem von 1000 Fällen gibt es Männer, die beides sein können. DAS Glück müsste frau aber haben…

Zurück zu Mr Schützenverein: er kommt gerade frisch aus einer fünfjährigen Beziehung. Ich hatte ihn damals (vor zwei Jahren) kennengelernt, als er mit seiner Freundin zusammen war. Jetzt ist er seit drei Monaten Single. Wir haben uns einmal kurz während der Arbeit gesehen und seit dem schreibt er mir jeden Tag im minutentakt. Dass er Interesse an mir hat ist mehr als offensichtlich. Man merkt, er hat nicht mehr viel Erfahrung, wie man Frauen bequatscht/kennenlernt/rumkriegt. Ich bekomme jeden Tag mindestens drei Mal gesagt, wie hübsch ich bin, dass er nicht versteht, wieso ich so lange Single bin, wann wir uns wieder sehen, dass er sich auf mich freut. Und stellt mir Fragen, mit denen er abcheckt wie ich mich in einer Beziehung verhalten würde.

Liest man nicht in diversen Ratgebern und Foren, dass so ein Verhalten Frauen dazu veranlassen kann, sich „über“ die Männer zu stellen? Oder irgendwie sowas… Jedenfalls ist das wirklich alles sehr befremdlich. Mr Schützenverein ist süß aber großes Interesse weckt er nicht. Oder ist es schon wieder das Prinzip „was man haben kann will man nicht„?

Wenn ich arbeite, kommt er (auch in seiner Freizeit) immer wieder vorbei. Wir unterhalten uns gut und für Sonntag ist nun ein Date ausgemacht. Filme gucken. Haha, immer wieder dieses gute Alibi-Date mit „Filme gucken“. Oh naja, für ihn könnte es aber tatsächlich um einen Film gehen. Mal sehen. Gegen knutschen hätte ich aber nichts und auch nicht gegen mehr. Aber sein Verhalten spricht nicht dafür, dass er auf Sex aus wäre.

Eine Beziehung kann es jedenfalls nicht werden. Ich bin nur noch genau sieben Tage in meiner Studentenstadt, danach erstmal knapp zwei Monate zuhause. Das weiß er auch und deshalb frage ich mich ständig, was er eigentlich will? Wieso deutet sein Verhalten auf einem Interesse an Beziehung hin? Oder interpretiere ich das falsch? Will er wirklich nur Sex, weiß aber mangels Erfahrung nicht wie man „auf Sex hinflirtet“? Oder hat er doch Interesse mich besser kennenzulernen und es ist ihm egal, dass ich so lange weg sein werde?

Ich bin jedenfalls gespannt auf Sonntag Abend…

Berufliche Zukunft

Ein nächstes wichtiges Thema, bei dem sich bei mir die letzten Tage viel getan hat, ist meine berufliche Zukunft.

Erstmal noch ein Update zur Klausur, die ich vor zwei Wochen geschrieben hatte und die ja richtig beschissen lief. Ich habe bestanden!! Sogar mit 3,0! Ich habe keine Ahnung, wie das passieren konnte! Das heißt ich muss im März nicht nochmal antreten. Und meine nächste Klausur Mitte September wird meine allerletzte sein. Juhuu!

Und jetzt zum eigentlichen Ereignis. Es ging alles so schnell. Ich hatte nicht mal Zeit im Blog davon zu schreiben.

Vor einer Woche habe ich drei Bewerbungen rausgeschickt für weitere Praktika ab Dezember/Januar. Ja, ich sammle irgendwie diese Praktika. Ich habe bisher zwei, im Oktober werde ich ein kurzes sechswöchiges Praktikum machen und habe ab Dezember nochmal etwas Zeit. Als Bachelorabsolvent ohne großes Verlangen einen Master zu machen hat man eh schlechtere Karten. Also am besten mit Praktika Berufserfahrung sammeln, denn das ist ja einer der wichtigsten Punkte, worauf Unternehmen achten. Und es könnte mir einen Einstieg in einen Beruf ermöglichen, wenn dort Paktikanten übernommen werden.

Von der Agentur, die ich eigentlich am wenigsten favorisierte, kam schon vier Tage später eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ob ich gleich diese Woche noch Zeit hätte. Eigentlich wollte ich doch erst ab Dezember das Praktikum machen. Ganz schön früh für ein Vorstellungsgespräch. Aber joa, hab gerade eh nicht viel zu tun. Also sagte ich zu und fuhr heute dort hin. Die Stadt ist nicht weit, nur 30 Minuten mit der S-Bahn und dann nur ein kurzes Stück weiter mit der U-Bahn zum Sitz der Agentur. Ich hatte mich natürlich trotz meiner geringeren Motivation auf das Gespräch vorbereitet. Was ich über die Agentur las klang doch recht interssant. Vor allem der Aspekt, dass sie sehr international sind. Und anscheinend auch sehr erfolgreich.

Erstmal verlief ich mich und fand das richtige Gebäude nicht. Ich kam noch auf die Minute rechtzeitig, aber keuchend, an. Ich bekam das übliche Getränk angeboten und durfte, wie immer, erstmal einige Minuten im leeren Besprechungsraum warten. Herein kam dann ein junger, vermutlich Ende 20, blonder Mann. Mit ihm führte ich also wohl mein Gespräch. Oh je… ich merkte schon zu Beginn, dass mein Kopf bei dieser Altersgruppe auf „flirty“ umstellt. Nein, bloß nicht. Obwohl… hatte nicht mal jemand bei meinem vorherigen Beitrag zu einem Vorstellungsgespräch erwähnt, dass sowas im Prinzip wie Flirten ist? (Das war übrigens mein Leser Aufgehts 🙂 ) Also vielleicht doch ein bisschen meinen interessierten-flirty Blick aufsetzen und etwas freundschaftlichere Sprache und Gesprächsthemen auffahren. Bei dieser Altersgruppe komme ich offentlichlich zur Zeit ja ganz gut an.

Der Smalltalk am Anfang lief gut, er war beeindruckt von meinem Lebenslauf und ich konnte alle Fragen zufriedenstellend beantworten. Aber dass mein Studiengang ja eigentlich nicht zu diesem Praktikum passe, war ein kleiner Nachteil. Was er von seiner Agentur und der Praktikumsstelle erzählte begeisterte mich dann richtig. Und man hat gute Chancen nach einem Praktikum fest übernommen zu werden. Er selbst wurde nach seinem Praktikum übernommen. Verdammt cool! Das wärs – das ist perfekt! Ich hoffe, ich habe überzeugt. Als ich das Gebäude verlief war ich mir nicht sicher. Sowas kann man ja nur schwer einschätzen.

Ich hätte frühestens ab nächster Woche mit einer Rückmeldung gerechnet. Aber nein, da trudelte abends eine E-Mail in mein Postfach. „Hallo Frau xx,  vielen Dank für Ihren Besuch am heutigen Tage. Gerne würden wir Ihnen den Praktikumsplatz anbieten.“

Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Wow! Das ist meine Chance! Auch wenn es sich herausstellen sollte, dass es nicht mein Traumberuf ist, ist es trotzdem der Einstieg. Und den braucht man!

Nur leider sind mit diesem Praktikum zwei Nachteile verbunden: Gleichzeitig zu dieser Zeit meine Bachelorarbeit zu schreiben wird verdammt stressig. Das Praktikum geht drei Monate. Wenn ich Ende November anfange bin ich Ende Februar fertig und das Semester ist schon Ende März zuende. Es geht also nicht anders als gleichzeitig zu schreiben. Das haben aber schon mehrere geschafft. Ich kann das also auch.

Der zweite Nachteil ist Weihnachten. Ich hatte mich schon gefreut für drei Wochen an Weihnachten nach Hause zu fahren. Mir stehen als Praktikantin aber nur sechs Urlaubstage zu. Okay, ich könnte natürlich meine Zeit Zuhause verkürzen. Aber für eine zu kurze Zeit lohnt es sich nicht die weite Strecke nach Bayern zu fahren. Ich habe beschlossen, sobald ich die Leute an meinem eventuellen zukünftigen Praktikumsplatz besser kenne, mal vorsichtig anzufragen ob es möglich wäre, ein paar Tage mehr freizunehmen und die dann hinten anzuhängen. Ich hoffe es geht. Oder sollte ich doch lieber vorwarnen bevor ich den Vertrag unterschreibe?

Ein Weiteres „Na endlich“

Über einen weiteren „Na Endlich“-Moment muss ich auch noch schreiben. Ich habe letzte Woche eine Zusage zu einem Praktikumsplatz bekommen! Wo möchte ich aus Anonymitätsgründen nicht nennen, aber es ist eine Behörde mit Namen. Also auf jeden Fall eine große Chance für mich und im Lebenslauf auch beeindruckend. Und das sogar ganz ohne Vitamin B! 😉 Nicht mal ein Vorstellungsgespräch gab es. Ich schätze ich hatte wohl etwas Glück, da der Beauftragte in dem Bereich dringend eine Aushilfe braucht. Deshalb war es praktisch, dass ich schon bald anfangen könnte, da ich an zwei Tagen der Woche keine Uni habe (bzw. ab Juni an drei Tagen). Der einzige Nachteil ist, dass ich dafür einen zweistündigen Weg auf mich nehmen muss. Also insgesamt vier Stunden Zug und Bus an meinen Arbeitstagen. Ich fahre frühmorgens los und komme abends zurück. Aus diesem Grund habe ich ein Angebot für einen Aushilfsjob abgelehnt, den ich samstags hätte machen müssen. Das wäre zu stressig geworden. Zumindest bekomme ich eine Aufwandsentschädigung beim Praktikum. Zwar nicht viel aber natürlich besser als nichts. Und ich freue mich schon auf das, was ich dort lernen kann.

Ein paar Tage später bekam ich eine Mail mit einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch für ein weiteres Unternehmen, dem ich eine Bewerbung zugeschickt hatte. Da das Unternehmen in der Nachbarstadt liegt, werde ich auch dort hin gehen. Ist eine gute Erfahrung und wenn es mir gefällt, kann ich ja im August ein weiteres Praktikum anhängen. Das Gespräch ist am Dienstag.

Achja, ich konnte auch in das größere Zimmer meines Wohnheims ziehen und bin sehr zufrieden damit, wie ich es eingerichtet habe. Mit meiner neuen Mitbewohnerin bin ich zwar noch nicht ganz warm geworden, aber ich bin sowieso tagsüber viel unterwegs.

Ich glaube jetzt geht es langsam wieder schön bergauf in meinem Leben. 🙂 Wurde mal Zeit, nach meiner Pechsträhne und blöden Tagen.

Neun Monate

Neun Monate dauert eine Schwangerschaft. Bis ein neuer Mensch das erste Mal Luft atmen und ein Leben beginnen darf. Bis für die Eltern aus der ungewissen Zukunft ein „Heute“ wird. Neun Monate haben sie, um sich darauf vorzubereiten. Irgendwie eine lange Zeit. Aber irgendwie ist die Zukunft doch so nah.

Neun Monate sind es, bis für mich die Zukunft beginnen wird. Wie ein dunkler Schatten stellt sich mein Gehirn die Zukunft bildlich vor. Wie eine Wand, an der ich nicht hindurch oder darüber sehen kann. Lieber bevorzuge ich das Bild eines Babys. Natürlich bin ich nicht schwanger. Um das Wort Schwangerschaft im gleichen Kontext mit meiner „nahen Zukunft“ zu nennen bin ich noch viel zu jung. Das ist nur meine Metapher. Mein Baby der Zukunft. Ich habe keine Ahnung wie sein Name sein wird, wie es aussehen wird oder ob ich in der Lage bin es groß zu ziehen. Aber ich weiß, ich sollte mich diese kommenden neun Monate darauf vorbereiten.

Die Situation ist wie damals, kurz vor dem Abi. Für jeden beginnt danach ein neuer Lebensabschnitt. Niemand weiß aber wie er aussehen wird. Ich hatte zumindest eine Vorstellung. Es sollte ein Auslandsjahr und danach ein Studium sein. Ganz klar. Ohne Zweitgedanken. Und genau das wurde es.

Aber jetzt… ist da nichts. Oder zu viel. Ende Dezember möchte ich meine Bachelorthesis geschrieben haben. Danach hört meine Planung auf.

Einen Master beginnen? Wo?

Hier? In der Nähe meiner alten Heimat? Woanders in Deutschland? Oder lieber im Ausland?

Mit dem Beruf starten?

Selbe Frage: wo? Und was? Bekomme ich überhaupt den Job, den ich möchte? Was möchte ich denn?

Lieber noch eine Weile ein Praktikum machen?

Weiß ich dann, was ich will? Ist das nicht Zeitverschwendung?

Oder schon wieder die Entscheidung verschieben und etwas reisen?

Wohin? Wie lange kann ich es mir erlauben? Habe ich das Geld dazu? Will ich das denn schon wieder, nachdem ich gerade erst zurück nach Deutschland gekommen bin?

Und wenn ich doch nicht die Zeit zum längeren reisen nutze, habe ich jemals wieder die Chance?

Eigentlich habe ich immer einen Plan. Ich bin die Person, die immer eine Liste schreibt. Einen Zeitstrahl malt. Die Antwort parat hat, sobald die Frage aufkommt. Und immer den perfekten Plan B hat, falls das Vorhaben scheitert.

Es treibt mich in den Wahnsinn, dieses mal vor der undurchdringlichen Wand zu stehen. Nichts konkretes zu wissen. Und es sind nur noch verdammte neun Monate. Aber vielleicht hilft die Baby-Metapher. Ist es nicht so, dass sich aus einem Zellklumpen ein neues, funktionierendes Leben entwickelt? Kann ich da nicht irgendwie helfen? Was soll ich tun? Was ist die beste Lösung?

Pechsträhne

Ich wollte diesen Job unbedingt!

Wenn man sich schon zu 99% sicher ist, dass man überzeugend war und den Job bekommt, kann eine Absage nicht niederschmetternder sein. Durch meinen Umzug und die vielen Möbel brauche ich unbedingt einen Job bei dem ich als Studentin viel Geld verdienen kann. Da kam diese Ausschreibung für eine studentische Hilfskraft im Akademischen Auslandsamt meiner Uni gerade richtig. Die Uni ist nur einen Katzensprung von meinen Wohnheim entfernt und ich habe das kommende Semester kaum Vorlesungen, könnte also locker einige Stunden die Woche arbeiten. Und ich würde 530 € im Monat verdienen! Zehn Minuten nachdem ich meine Bewerbung abgeschickt habe kam sogar schon die Zusage zu einem Vorstellungsgespräch. Das hatte ich dann vorgestern und es lief meiner Meinung nach echt gut. Natürlich mit der typischen Frage „erzählen Sie mal etwas von Ihnen“; aber es entwickelte sich eine nette Unterhaltung. Und als die junge Dame mir auch noch erzähle, was man genau in dem Job zu tun hatte, war ich hin und weg. Ich wollte den Job unbedingt!

Einen Tag später die niederschmetternde Absage.

Ahhh! Jetzt muss ich mich auch noch auf die Suche nach etwas anderem machen! Wie in meinem zweiten Semester von Tür zu Tür gehen, nachfragen, Bewerbungen schreiben. Um dann doch bei einem unterbezahlten und sinnlosem Job zu landen. Ich habe lange an der Theke der Kletterhalle meiner Stadt gearbeitet. Ich könnte wahrscheinlich dort auch wieder einsteigen. Aber so richtig Lust darauf habe ich nicht. Am Montag telefoniere ich mal noch etwas an meiner Uni herum nach weiteren Studentenjobs.

Wie bereits erwähnt bin ich vor vier Tagen umgezogen. Vor meinem Auslandssemester wohnte ich in den neugebauten und möblierten Luxuswohnheimen meiner Uni. Für mein Auslandssemester musste ich kündigen, bekam aber glücklicherweise ein weiteres Angebot im Nachbarwohnheim für eine zweier WG. Die Lage bleibt also perfekt. Nur die Wohnung nicht. Durch die Grundriss-Abbildungen im Internet wusste ich schon vorher, dass es in jeder Wohnung ein größeres und ein kleineres Zimmer gibt. Ich betete, dass meins das Große ist!

Aber nein, wie meine liebe Pechsträhne es wollte, war es natürlich das kleinere.

Und es ist winzig klein. Und unmöbliert. Also erstmal 580€ im Ikea ausgeben müssen für Möbel. Aber auf ein 140 Zentimeter breites Bett wollte ich nicht verzichten! Auch wenn ich wusste, dass mein Zimmer dann mit Schrank, Schreibtisch, Bücherregal, Expedit-Regal und Bett komplett voll sein würde. Ich habe mir schon lange dieses 140er Bett eingebildet und das sollte es werden. Und jetzt kann man sich mit einem gerade mal vierzig Zentimeter breiten Gang durch mein Zimmer quetschen.

Aber halt! Meine momentane Mitbewohnerin möchte Ende März ausziehen und hat doch das größere Zimmer. Ich kann doch einfach da rüber ziehen! Im Hochschulsozialwerk muss dafür aber erstmal ein Haufen Bürokratie über den Tisch laufen bevor sowas möglich ist. Aber dann soll es halt so sein. Der erste Schritt ist allerdings meine Mitbewohnerin kontaktieren. Das ist nicht so einfach, denn ich hab sie noch nicht mal angetroffen. Die ist anscheinend in den Semesterferien weg. Auf meine E-Mail hat sie noch nicht geantwortet und anders kann ich sie nicht fragen, weil der HSW keine weiteren Kontaktdaten herausgeben darf. Super. Dann warte ich halt. Die muss ja wohl irgendwann auftauchen.

Und ich möchte dieses Mal bitte Glück haben.