Kartoffelauflauf

Meine erste Klausur, vor der ich am meisten Panik hatte, ist geschrieben. Jetzt noch three to go und eine Seminararbeit schreiben bis Ende März. Dann bin ich endlich wieder eine freie Studentin. 😉

Das ist wirklich die längste Klausurphase, die ich in meinen bisherigen vier Jahren Studium durchmache. Aber das habe ich mir ja selbst eingebrockt. Ich kann garnicht oft genug betonen, wie sehr ich mich auf den kommenden Sommer freue. Ich habe sooo Lust mal wieder Feiern zu gehen. Und richtig zu eskalieren. Aber nicht jetzt. Erstmal Klausuren.

Bei der Panik-Klausur letzte Woche hatte ich zum ersten Mal seit langem das Gefühl, dass mir das ganze Lernen tatsächlich was gebracht hat. Die Klausur war super schwierig und ganz anders als alle bisherigen Altklausuren, die uns zur Verfügung gestellt wurden. Nachdem ich die erste Seite mit Theorie-Aussagen aufgeschlagen hatte, war ich, wie alle anderen im Raum, geschockt. Darauf waren wir nicht vorbereitet. Ich überblätterte direkt die ersten paar Aufgaben und fand zum Glück gegen Ende eine Rechenaufgabe, die ich konnte. So habe ich mich durchgehangelt: immer weiter Aufgaben gesucht die ich kann, sie beantwortet und weiter gesucht. Würde ich jedem so empfehlen, wenn man, wie meine Kommilitonen und ich, beim reihenfolgegerechtem Umblättern der Klausur solche Phasen des Schocks durchläuft. Irgendwie habe ich gegen Ende tatsächlich überall etwas (mehr oder weniger Sinnvolles) geschrieben. Ich denke, die Klausur habe ich bestanden. Das war mein Ziel. Jetzt wird sich noch zeigen wie gut oder schlecht.

Für meine Klausur nächste Woche bin ich etwas entspannter. Das Thema ist interessant, aber es ist viel auswendig zu lernen. Das kann ich leider nicht sehr gut. Während dem Lernen lasse ich mich immer noch ziemlich schnell von allem ablenken. Aber ich habe mich damit abgefunden und irgendwie bekomme ich mein Pensum bis zum Ende des Tages durch.

Meine Gedanken schweifen leider am liebsten zu meinem Top-Thema Männer ab. Mr Regisseur schreibt mir wieder. Er macht mir Komplimente. Er hat mir ein Foto geschickt, das er von mir gemacht hat und auf seiner Kamera wiedergefunden hatte. Es ist von damals, der Abend vor seiner Abreise. Als er mir meine neue Spiegelreflexkamera erklärt hatte und wir am Ende des Abends kuschelnd im Bett lagen. Was bitte, soll es mir sagen, dass er mir das Foto nach drei Monaten schickt? Ich hatte mich gerade damit abgefunden, dass wir keinen Kontakt mehr haben und ich ihn endlich vergessen könnte. Dann schreibt er mir. Ich tastete mich vorsichtig voran. Eine Frage brannte mir auf den Lippen. Würde er tatsächlich wieder kommen Ende Februar?

Nein, wie ich es schon vermutet hatte: er verlängert seinen Aufenthalt. Um weitere drei Monate. Ich dachte, das wäre endlich die Information, die ich brauchte, um ihn vergessen zu können. Aber nein. Ich denke weiterhin jeden verdammten Tag an ihn. Er soll endlich aus meinem Kopf verschwinden.

Da half noch nicht mal, wie erhofft, Mr Tiefsinnig. Bei ihm habe ich nämlich auch keine Ahnung, wie ich stehe. Er schreibt ja sehr selten. Meistens kann man nur einmal am Tag eine Antwort von ihm auf WhatsApp erwarten. Aber ich gewöhne mich dran. Er schreibt niemandem viel. Und wenigstens antwortet er mir tatsächlich zuverlässig jeden Tag ein Mal.

Letztes Wochenende haben wir uns getroffen, als eine Freundin und ich uns dem Freundeskreis meines Mitbewohners angeschlossen hatten, um eine Kunstaustellung zu besuchen. Ich habe mich nicht viel mit Mr Tiefsinnig unterhalten können, aber wir vereinbarten, dass wir uns bald wieder treffen. Wir wollten zusammen einen Film gucken, den er mir bei unserem ersten Date empfohlen hatte. Es sollte allerdings nochmal über eine Woche dauern, bis wir die Zeit fanden.

Und dabei, muss ich zugeben, steigerte sich meine Lust mehr und mehr. Irgendwie erhoffte ich mir ja schon etwas „Lockeres“ mit ihm. Ich finde ihn ziemlich heiß. Aber bisher waren von keinem von uns Andeutungen in diese Richtung gefallen. Wie denn auch, wenn man nicht mit ihm chatten kann…

Für Montag lud ich ihn zu uns in die WG ein, denn er wollte mal mein Zimmer sehen. Außerdem war ich dran mit Kochen. Nennt mich Ms Kartoffelauflauf. 😉

Der Auflauf war gut, der Wein auch, und die Gespräche auch. Um es gleich Vorweg zu nehmen: es lief nichts zwischen ihm und mir. Es hat sich so gut wie nicht ergeben. Denn wir saßen den ganzen Abend zu viert mit meinen Mitbewohnern in unserer WG-Küche. Ich hatte selbstverständlich meine Mitbewohner gefragt, ob sie mitessen wollen. Wir machen das immer so und genießen die gemeinsamen Abende. Dieses mal war es auch schön. Außerdem ist Mr Tiefsinnig ja sehr gut mit einem meiner Mitbewohner befreundet.

Den ganzen Abend saß ich gegenüber von ihm. Nach ein paar Gläsern Wein tunnelten sich meine Gedanken in nur eine Richtung: Gott, war der süß. Und gleichzeitig auch so ein heißer Mann. Diese tollen dunkelbraunen Augen. Und seine dunkelbraunen widerspenstigen Locken. Und eine sehr angenehme dunkle Stimme.

Ich hatte schon Angst, dass mein Gesicht bald dem Herzchenaugen-Emoji gleichen könnte und mich verraten würde. Ich riss mich zusammen. Und er musste gegen 0 Uhr gehen, da er am nächsten Tag arbeiten musste.

Naja doof, die Lust in mir blieb unbefriedigt. Zumindest schrieb er mir noch, kurz nachdem er gegangen war. Er bedankte sich für das Essen. Wir könnten das gerne wiederholen, nächstes mal mit Film.

Ich hoffe, nächstes Mal ist bald. Am Wochenende ist er in Süddeutschland, danach schreibe ich meine Klausur und bin dann selbst in meiner Heimatstadt für zwei Wochen. Also irgendwie müssen wir davor noch Zeit finden. Ich denke, ich frage ihn ausnahmsweise dieses mal. Ich bin ja kein Fan davon, dass ich Männer nach Treffen frage, nachdem ich mehrmals schlechte Erfahrungen machen musste (á la „zu viel Interesse gezeigt“). Aber hier habe ich ja nichts zu verlieren. Hoffentlich finden wir noch Zeit.

Werbeanzeigen

I wanna talk about what life means.

Furchtbar, wie die Zeit schon wieder vergeht! Ich habe davon ja schon gehört: je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit. Aber SO schnell hätte ich nie gedacht! Davor hatte man mich nicht gewarnt!

Vielleicht liegt es auch daran, dass nichts sonderlich Spannendes zur Zeit passiert. Ich studiere so vor mich hin, mache meinen Sport und arbeite bei meinem Nebenjob, um mir meine teure WG leisten zu können. Mein Lichtblick ist es, dieses Semester erfolgreich abzuschließen. Ab dem nächsten Semester habe ich nämlich nur noch eine Vorlesung und ein Seminar! #studentenleben – yeah!  Dann kann ich mich auf meine sich häufenden Hobbies konzentieren. Mich in Fotografie und Bearbeitung endlich weiterbilden, Artikel für das Start-Up schreiben, mehr Tagebuch schreiben, wieder Tinder installieren und daten… 😉

Hinsichtlich Männern gibt es nichts außergewöhnlich Neues. Ich hatte zwischendurch Mr Regisseur geschrieben: ich schickte ihm ein Foto, wie ich meinen ersten Handstand gemeistert habe (weiß ja keiner, dass ich nach zwei Sekunden umgefallen bin). Er hat lange Zeit Tricking gemacht, deswegen wollte ich ihm mal zeigen, was ich in der Hinsicht drauf habe. 😉 Ich habe ihn dann noch gefragt, wie es ihm geht und wünschte ihm weiterhin viel Erfolg. Seine Antwort war enttäuschend kurz. Mein Handstand sähe ja perfekt aus. Auf die zweite Frage ging er überhaupt nicht ein. Hatte er sie überlesen? Passiert ja manchmal auf WhatsApp. Aber nein, ich brauche mir nichts mehr weiterhin vormachen. Das war das letzte mal, dass ich ihm schreiben würde. Wenn er von seiner Reise zurück kommt, werde ich wissen, ob er mich wieder treffen möchte oder nicht. Fünf Wochen also noch. Leider vergeht immer noch kein Tag, an dem ich nicht mal kurz an ihn denken muss. Ich könnte mir jedes mal den Kopf gegen die Wand schlagen.

Mr Gemüselasagne wollte mit mir Bouldern gehen. Ich habe ihm direkt einen Tag vorgeschlagen. Für bouldern bin ich immer zu haben. Und wenn ich keine Begleitung habe, dann gehe ich eben alleine. Er schlug noch vor, dass wir danach ja zusammen kochen oder was trinken gehen könnten. Hatte er es immer noch nicht verstanden, dass ich ihn in die Friendzone schieben möchte? Ich verstehe diesen Kerl nicht: er macht keine Anstalten, irgendwie Körperkontakt aufzubauen, meldet sich nur sporadisch, aber will trotzdem weiter Dates und gibt sich dann während des Dates tatsächlich beachtliche Mühe. Ist er so schüchtern? Hat er keine Ahnung? Naja, das Kochen/Trinken gehen lehnte ich geschickt ab.

Wir trafen uns also zum Bouldern, es war nett, wir fuhren wieder nach Hause, er schreibt mir nicht mehr. Ende der Geschichte. Würde er wenigstens mal was versuchen in Richtung Körperkontakt, könnte ich ihm ja sagen, dass ich kein Interesse habe. Aber so habe ich ja selbst keine Ahnung, was er will.

Naja, mir solls egal sein.

Am Samstag hatte sich mein Mitbewohner mit einem guten Kumpel verabredet zum feiern gehen. Er lud ihn zum Vortrinken zu uns in die WG ein. Dass wir Besuch hatten, habe ich erst mitbekommen, nachdem ich ganz benommen vom stundenlangen lernen aus meinem Zimmer kroch und nach gedanklicher Zerstreuung suchte. Ich fand sie in der Küche. Die Zerstreuung, meinen Mitbewohner und sein Kumpel. Ich sah keine andere Möglichkeit an meine Zerstreuung zu kommen, als mich jetzt -wohl oder übel- ungeschminkt und in Leggings an den Küchentisch zu setzen. Ich sah wirklich nicht schön aus.

Aber der Kumpel von meinem Mitbewohner war leider ein süßer Lockenkopf. Vernünftig und lieb. Wenn ich es nicht besser wüsste aus Erzählungen: wenn er feiern geht, dann geht er feiern bis zur Eskalation. Kleine fröhliche Pillen inbegriffen. Chaos und zerbrochene Möbel inbegriffen. Kaum zu glauben, wenn man ihn vor sich am Küchentisch sitzen hat und sich über Gott und die Welt und den Sinn des Lebens unterhält. Leider war unsere Unterhaltung nicht lange, da die zwei Jungs bald aufbrachen um den Zug in die Nachbarstadt zu erwischen (weil da laut ihrer Aussage die besten Techno-Clubs sind). Aber unser kurzes Gespräch war dafür ganz schön intensiv.

img_20150405_221514

Am nächsten Tag hatte ich eine Freundschaftsanfrage auf Facebook. Ich glaube, wenn ich ihn wieder sehe, können wir sicherlich weitere interessante augenöffnende Gespräche führen… Für jeglichen Bettspaß soll er wohl auch zu haben sein. – Naja, ich fantasiere wieder. Liegt wohl daran, dass mir außer meiner Fantasie nicht viel bleibt in dieser tristen, grauen Lernphase. Ich freue mich so, wenn dieses Semester vorbei ist!

Dezemberpriorität 4: Männer

Na gut, da ist das verdammte Thema schon wieder. Ich hatte ja vor noch gar nicht allzu langer Zeit geschrieben, dass ich erstmal nichts mehr zu Männern schreiben werde, weil ich mich auf anderes konzentrieren möchte. Allerdings muss ich noch kurz ein letztes Update dazu raushauen: Mr Regisseur meldet sich wieder! Und ich hatte vor ein paar Tagen das letzte Date mit Mr Gemüselasagne.

Zu Mr Regisseur: Ich hatte bereits mit ihm abgeschlossen, war schon angepisst von seiner Wortkargheit und hatte beschossen, ihn endlich zu vergessen. Aber irgendwie traten wir – sofern das geht – über Instagram immer mal wieder in Kontakt. Dann musste ich ihn die letzten Tage zweimal anschreiben wegen Fragen zu meiner neuen Kamera. Mir bliebt hier leider nicht viel übrig, da ich sonst niemanden kenne, der sich mit der Kamera auskennt. Er antwortete auf meine Fragen immer sehr zeitnah und es folgte dann sogar immer die Frage, wie es mir geht und etwas Small Talk. Ein paar Tage darauf schrieb er mich sogar mal wieder an und wir schrieben wieder etwas mehr. Dabei wollte ich den Kerl doch vergessen. Ich war so gut dabei mir einzureden, dass es nicht funktionieren würde zwischen ihm und mir. Jetzt ertappe ich mich bei den Gedanken und der Hoffnung wieder viel mit ihm zu unternehmen, wenn er zurück ist. Meine Mitbewohnerin machte mir noch mehr Hoffnung, als sie mir bestätigte, dass es viele Männer gibt, die „digital“ und über eine gewisse Entfernung einfach sehr wortkarg werden. Es würde nicht bedeuten, dass er kein Interesse mehr hätte.

Naja, was soll ich tun? Ich warte einfach weiterhin ab, was so passieren wird. Zumindest beruhigen sich meine Gedanken wieder zum Thema Mr Regisseur. Vielleicht kann ich mir bald wieder erfolgreich eingestehen, dass er nichts für mich ist.

Zu Mr Gemüselasagne: Wie bereits in einem vorherigen Beitrag erwähnt, vereinbarten wir noch letzte Woche, uns vor den Weihnachtsferien noch zu treffen. Bei der „Intervention“ meiner Mitbewohner, rieten sie mir, dass ich das mit Mr Gemüselasagne doch endlich beenden sollten. Ich würde doch eh nix von ihm wollen, würde meine Zeit nur verschwenden und außerdem wäre es gut für mein angeknackstes Selbstbewusstsein, wenn ich ihm einen Korb verpassen kann. Das klang für meine Ohren etwas hart, aber irgendwie hatten sie schon recht. Also traf ich Mr Gemüselasagne mit dem Wissen, dass es das letzte Date sein würde.

Das Date jedenfalls verlief so: er kochte wieder für mich, vegetarisch, (sehr aufmerksam, der Mann) und danach wollten wir einen Film gucken. Da Studenten sehr oft kein Sofa haben, mussten wir es uns auf seinem Bett bequem machen. (Bestimmt werde ich es später mal vermissen, wenn man tatsächlich auf einem richtigen SOFA Filme guckt!) Um es nun nicht zu spannend zu machen: es lief nichts zwischen uns. Er war aber die ganze Zeit auffällig nervös. Vielleicht hatte er sich etwas erhofft für den Abend? Er hatte allerdings nie etwas versucht. Wie ein Gentleman brachte er mich nach dem Film zurück nach Hause und wir verabschiedeten uns. Es war sehr seltsam. Ich bin froh, dass er nichts versucht hat, aber es hat mich sehr verwirrt, dass er so nervös war. Ich habe ihm gegenüber zwar nichts erwähnt, aber es war von meiner Seite aus das letzte Date. Mal sehen ob er nochmal ein Treffen vereinbaren will. Dann muss ich ehrlich sein.

Ein letzter Herr fehlt noch: Mr Tiger. Ihn sehe ich vermutlich in wenigen Tagen wieder. Das letzte Treffen, als er über 1000 Kilometer gefahren ist, um mich in meiner Unistadt zu besuchen, verlief ja eher unangenehm. Wenn Mr Tiger Annäherungsversuche machen sollte die kommenden Tage, werde ich ihm erzählen, dass ich zurzeit jemand anderen date. Es entspricht nicht hundertprozentig der Wahrheit, aber ich denke, so kann er meine Gedanken besser nachvollziehen. Und das ist nur fair. Ich kann ihm momentan nicht mehr die Nähe schenken, die er sich von mir wünscht. Noch vor wenigen Monaten sagte mein Kopf, er ist die vernünftigste Wahl für mich, aber sobald ich wieder in meiner Unistadt war und meinen „Spaß“ hatte, vergaßen mein Kopf und mein Herz ihn gleichermaßen.

Das war es nun mit meinen Beiträgen zu meinem Dezemberstress. Mein Tagebuch ist hiermit wieder Up-To-Date. Ich genieße jetzt die Weihnachtsfeiertage – bis die Zeit kommt in der man sich dann Gedanken macht um die Vorsätze für das neue Jahr. Aber mir schwirrt da schon einiges im Kopf herum. 2016 war schon ein interessantes Jahr und 2017 wird ein super Jahr!

Ich wünsche all meinen Tagebuch-Mitlesern ein wunderbares Fest mit euren Liebsten! Ich freue mich, dass ihr euch für meine letzten Beiträge über mein Leben interessiert habt und gerne mitlest. Genießt das Fest so sehr wie ich es tue. Fröhliche Weihnachten! ❤

img_4942

Unter Wert zu verkaufen

Nachdem ich, dank „technischen Störungen auf den Gleisen“, Sonntag Abend viel überflüssige Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen musste und damit all meinen Gedanken nachhängen konnte, kam ich zu einer finalen Frage: Wieso dreht sich alles bei mir andauernd um Liebe/Beziehung/Männer?

Ich bin offenbar so sehr auf der Suche nach dem Richtigen. Dabei kann ich nicht mal wissen, ob ich tatsächlich glücklicher wäre, wenn ich ihn gefunden habe.

Ich kam zu dem Entschluss, dass ich höchstwahrscheinlich nicht glücklicher sein werde. Ich bin es momentan schon sehr. Daran kann es also nicht liegen. So lange ich die Antwort dazu nicht weiß, höre ich auf mit der Suche.

Mit dem Gedanken ging ich ins Bett. Am nächsten Tag fand mich jedoch wieder das Thema. Erst fragte mich meine Kommilitonin bezüglich Mr Regisseur aus – wie ich plane weiter zu machen. Den habe ich schon längst abgeschrieben, der meldet sich nicht mehr. Ich muss noch oft daran denken, dass ich mit ihm einige tolle Dates hatte. Echt schade… Falls er sich erst melden sollte, sobald er wieder in Deutschland ist, wäre ich stinksauer.

Dann schrieb mir Mr Gemüselasagne. Das nächste Date ist nun in Aussicht. Nachdem Squash spielen zeitlich nicht mehr unterzubringen war vor Weihnachten, schlug er vor einen Film zu gucken. Ich sagte zu, habe aber erst nächste Woche Zeit.

Abends in der WG kam das Thema ebenfalls auf. Ich scheine ihm nicht entkommen zu können. Hier kam ich mir schon fast vor wie in einem Kreuzverhör. Oder vielleicht hatten meine Mitbewohner eine Intervention geplant. Jedenfalls war das Fazit des lehrreichen und langen Gesprächs mit all meinen vier Mitbewohnern:

Ich reagiere sehr stark auf Aufmerksamkeit von Männern (so meine Mitbewohnerin). Das wusste ich ja bereits. Aber darin liegt das Problem, denn: ich verkaufe mich damit „unter Wert“. Sobald sich ein Mann für mich interessiert, gucke ich ihn mir genauer an. Und bin durch die Schmeichelei häufig schnell selbst interessiert – teilweise an Männern, die wohl theoretisch „unter mir“ stehen würde. Ich setze mich durch mein großes Interesse aber unter sie. Und bin damit bin ich zu leicht zu haben. So die These meines Mitbewohners (er ist Soziologie-Student 😉 ).

Kann tatsächlich was dran sein. Mr Schützenverein ist außerlich nicht sehr hübsch. (Innerlich auch nicht.) Mein kurzzeitiger Freund im ersten Semester war es auch nicht. Wenn ich so den Rest durchgehe… Naja.

Bei der These geht es natürlich um Aussehen. Sehr oberflächlich. Allerdings kann das wirklich erkären, wieso sich meine Date-Erlebnisse immer in die gleiche Richtung entwickeln: Mann zeigt Interesse. Wir daten. Ich bin interessiert. Wir daten weiter. Mein Interesse steigert sich und ich zeige es auch. Mann meldet sich nicht mehr. Ich frage nach (weil ich es verdammt noch mal wissen will, was hier schief läuft). Mann sagt, es hätte bei ihm nicht gefunkt.

Mein Mitbewohner meinte auch, dass es bei der Partnersuche nach dem Spiel des gegenseitigen Ziehens und Loslassen geht. Das sagte ich ja auch schon immer. Nur habe ich den Dreh (oder besser gesagt dieses blöde Loslassen) einfach noch nicht heraus.

Aber eigentlich sollte mir das jetzt egal sein. Ich will nicht mehr ständig daran denken, was ich in der Hinsicht falsch mache. Ich höre auf mit der Suche. Ich will dass es einfach passiert. Und das wird es sicher auch. Ja, ich suche nach einer Beziehung, das kann ich nicht leugnen. Es soll aber mit dem Richtigen sein. Und der kommt schon noch irgendwann. Bis dahin bin ich ganz glücklich mit mir selbst.

m16a5311b2

Mr Regisseur

Ich muss unbedingt Einiges nachholen hier. Mein letzter Tagebucheintrag ist ja furchtbar kurz ausgefallen. Dabei habe ich so viel zu erzählen. Besonders zu einem Thema. Damit nerve ich schon seit Wochen meine Freundinnen. Es wird Zeit meine ganzen Gedanken hier loszuwerden.

Es geht um Mr Regisseur. Ich hatte ihn kurz vorgestellt in meinem Beitrag zum Date Marathon (Teil 2) und auch erwähnt, dass er mir am allerbesten gefallen hat. Auch er war es, zu dem meine Gedanken ständig wanderten, als Mr Tiger zu Besuch war.

Ich finde ihn furchtbar interessant. Es ist nicht nur sein Beruf, es ist auch seine Art. Aber am interessantesten ist wohl die Situation, in der wir uns befinden. Oder ein besseres Wort wäre: frustrierend.

Wir hatten Ende Oktober über Tinder gematcht und daraufhin geschrieben. Anfang November uns dann getroffen. Die zwei Wochen danach haben wir jeden Tag geschrieben und uns auch ein zweites mal getroffen. Irgendwann setzten wir zwei Tage aus beim Schreiben, was mich direkt frustrierte. Aber als er mich wieder anschrieb, machten wir wieder ein Treffen aus. Das dritte Date, kurz darauf das Vierte. Jetzt war klar, es würde das letzte sein. Er hatte es schon von Beginn an erwähnt, dass er Ende November verreisen würde. Er würde in die USA fliegen für drei Monate. Unser viertes Date sollte also das letzte sein. Bis dahin hatten wir uns noch nicht geküsst, aber wir waren gleichermaßen aneinander interessiert. Wir konnten uns immer gut unterhalten und er ist wahnsinnig lustig. Er kann mich mit seiner kindisch-spielerischen Art ständig zum kichern und lachen bringen. Leider hatte er nie oft Zeit, da er viel arbeiten musste – aber wenn er auch nur einen Abend in der Woche Zeit fand, wollte er ein weiteres Date mit mir verabreden. Daher gehe ich davon aus, dass das Interesse da sein muss.

Zum Abschluss des vierten Dates gab es immer noch keinen Kuss. Vermutlich die vernünftige Entscheidung. Überhaupt ist er ein sehr vernünftiger Mann. Trifft man heutzutage leider nicht mehr sehr oft. Er fand es sehr schade, dass wir uns zu so einem dummen Zeitpunkt kennenlernen mussten. Drei Monate sind theoretisch nicht lang. Praktisch – in unserer Situation – leider doch. Gerade erst kennen gelernt und Interesse aneinander gefunden – schon ist man erstmal drei Monate getrennt. Er würde aber gerne mit mir skypen. Ich freute mich sehr, als er mich fragte. 🙂

Sein Flug sollte ein paar Tage darauf gehen. Wir schrieben das Wochenende über wieder nicht. Ich hatte nicht erwartet, dass er mir nochmal schreiben würde und plante schon, dass ich ihm am Tag seines Abfluges noch  anschreiben könnte.

Am Montag kam allerdings dann noch eine Whatsapp von ihm. Wir schrieben etwas hin und her bis er mich fragte, ob ich Dienstag abend Zeit hätte. Es war der Abend vor seinem Abflug. Natürlich habe ich Zeit! Ich antwortete natürlich nicht ganz so überschwänglich, aber ich freute mich wirklich, dass ich die Person bin, die er vor seinem Abflug nochmal sehen wollte. Wir planten einen kurzen Kamera-Crash-Kurs (da ich mir vor ein paar Tagen meine erste Spiegelreflexkamera geholt hatte) und anschließend gemütlich Film gucken bei mir. – Also das normale Film gucken. Nicht das „Film gucken“. Ihr wisst was ich meine. Er ist vernünftig. (Ich nicht so ganz. Aber er und das ist gut so.)

Dummerweise habe ich in meinem WG-Zimmer kein Sofa zum Fernseh- (bzw. Film-) gucken, also legten wir uns nebeneinander in mein Bett. Komische Situation erst, da wir uns noch nicht wirklich sehr nahe gekommen waren bisher. Ich glaube, unbewusst rückte ich während des Filmes immer näher zu ihm. Erst berührten sich unsere Füße, dann die Beine. Irgendwann lag ich halb im Löffelchen bei ihm… Die Arme hatten wir jeweils noch bei uns selbst.

Da ich eine kleine Mädchenblase habe, musste ich während des Filmes auf die Toilette. Als ich wieder kam, hatte er sich die Decke geschnappt. Als Bestrafung kitzelte ich ihn an den Füßen, woraufhin er mich natürlich zehnmal fieser zurück kitzelte. Da war das Eis gebrochen und der Körperkontakt hergestellt. Wir guckten den Rest des Filmes allerdings immer noch nur mit „Fuß-/Bein-Kontakt“. Ich weiß dann garnicht mehr genau, wie es dazu kam, aber ich glaube, als der Film zuende war, und er seine Position änderte, schlang ich einfach mal meinen Arm um seinen Bauch. – Oho! – Mir blieb die Luft weg. Was ein Sixpack!

Das musste ich ihm natürlich gleich sagen, denn wer freut sich nicht über Komplimente? Ich durfte dann auch etwas weiter seinen Bauch streicheln. 😀 Als er wieder seine Position änderte, kuschelte ich mich komplett an ihn. Und er legte seinen Arm um mich, vielleicht weil ich ihm keine andere Wahl lies, vielleicht aber auch freiwillig.  Jedenfalls kuschelten wir endlich und es fühlte sich richtig gut an. Er fühlte sich gut an.

Zusammengekuschelt quatschten und dösten wir, bis es immer später wurde. Erst zwei Uhr, dann drei Uhr, dann vier Uhr. Sein Flug ging morgen um elf Uhr. Was für einen dummen Zeitpunkt wir uns da nur ausgesucht hatten, um uns kennen zu lernen. Als es fünf Uhr war, musste ich leider widerwillig den Schlussstrich ziehen. Ich hatte am nächsten Tag schließlich auch Uni. Mehrmals hatte er gesagt, er würde gleich gehen. Er konnte sich aber genauso wenig wie ich losreißen. Um halb fünf schob ich mich dann weg, stand auf und gucke ihn traurig an. Er verstand, stand ebenfalls auf und sammelte Rucksack und Jacke ein und zog die Schuhe an. Unter allen anderen Umständen hätte ich mir einen Kuss gewünscht. Aber jetzt dachte ich mir „bitte nicht küssen“. Und er tat es auch nicht. Um fünf Uhr morgens ging er.

Ich schrieb ihm, ich würde ihn vermissen und wünschte ihm einen guten Flug. Er sagte, es würde ihm leid tun, dass er mir den Schlaf für die Nacht geraubt hatte, aber es hätte sich gelohnt. Am nächsten Tag schrieb ich, während er im Flugzeug saß. Er solle sich melden, wenn er da wäre und wünschte ihm einen guten Start. Er antwortete nach seiner Ankunft und sendete mir ein Foto aus dem Flugzeugfenster.

Und das wars.

Seit dem hatten wir nicht mehr geschrieben. Gelegentlich likte er meine Instagramfotos. Ich like seine Neuen aus Kalifornien zurück. Mein heutiges Instagramfoto hat er noch nicht geliked. Denkt er noch an mich? Er soll mir endlich mal schreiben.

Oder soll ich schreiben?

Ich hoffe wir können in drei Monaten weiter machen, wo wir aufgehört haben. Was für eine dumme Situation.

Date Marathon – Nr. 4 & 5

Mein Date Marathon geht weiter… Nun zu den interessanteren Dates. Nummer 4 und Nummer 5. Und ich schwöre wirklich: das alles hatte sich einfach so ergeben. Mir wäre es lieber gewesen mit ein bisschen zeitlichem Abstand. Aber anderseit sind die Dates so ganz gut vergleichbar. 😉 Hier kommen jedenfalls die Highlights meines Marathons:

Date Nr. 4: Mittwoch, 2.11.

So langsam wurde es mir vor meinen Mitbewohnern tatsächlich peinlich. Natürlich erzähle ich (weil ich ja so eine Tratschtante bin), welche Kerle ich kennengelernt habe und wie die Dates waren. Deshalb wissen sie auch Bescheid über meinen Date-Marathon. Obwohl es mir mittlerweile unangenehm wird, kann ich es nicht vertuschen, dass ich schon wieder ein Date habe. Denn diesen Kerl kennen sie gut: es ist mit Mr Schlagzeuger.

Nach meinem letzten Tagebucheintrag über ihn hatten wir uns noch ein paar Mal gesehen. Ein mal an der Uni nach einem Vortrag. Wir unterhielten uns draußen vorm Gebäude bestimmt eine Stunde lang. Da wir an dem Abend beide abends im gleichen Stadtteil unterwegs waren schlug er vor, wir können ja zusammen zurück fahren. Ich wand ein, dass ich ja garnicht seine Nummer hätte und wir bisher nur über den Messenger geschrieben hatten. Da gab er mir endlich seine Nummer (geht doch!). Das gemeinsame Nachhausefahren klappte dann doch nicht, aber einen Tag später wollte er eh bei meinem Mitbewohner vorbeikommen zum chillen und quatschen.

Als er bei meinem Mitbewohner (mein Nachbarzimmer) ankam, wartete ich mal ab, ob er mir auch kurz hallo sagen würde. Irgendwann tauchte eine Whatsapp-Nachricht von ihm auf: „Bist du zuhause?“ Ich bejahte und meinte, ich hätte gehört, er sei ja nur ein Zimmer weiter. „Komm auch rüber.“ Rüber ins Zimmer meines Mitbewohners? Störe ich da nicht bei Jungs-Gesprächen? Aber gut. Ich klopfte und behauptete, dass ich gerade eingeladen worden war. Meinem Mitbewohner machte es nichts aus, dass ich mich dazu setzte und wir drei unterhielten uns. Meistens über sozialpolitische Dinge über die ich nicht viel Ahnung hatte, aber ich hörte zu und versuchte mir Wissen anzueigenen. 😀 Mr Schlagzeuger ist auf jeden Fall ein kluger Mensch. Damit lasse ich mich schnell beeindrucken. Nachdem er an dem Abend wieder nach Hause gefahren war, schrieben wir noch kurz. Er fragte mich, ob ich auch mit meinen Mitbewohnern und ihm Halloween feiern würde. Da ich bei einem Kumpel eingeladen war, würde ich aber eher dort hingehen. Er fand es schade (und ich auch ein bisschen).

Am Halloween-Abend sahen wir uns kurz zwischen Tür und Angel, als er zu uns in die WG kam zum vortrinken und meine Mädels und ich aufbrachen zu meinem Kumpel. Ich schrieb ihm im Laufe des Abends eine Whatsapp-Nachricht, wie die Party bei ihnen so sei. Er antwortete auf diese und die nachfolgenden Nachrichten immer recht schnell. Mein Kumpel und eine Freundin von mir wussten über Mr Schlagzeuger Bescheid und bemerkten, dass wir schrieben. Sie zwangen mich, ihn endlich nach einem Date zu fragen. Er würde es ja schließlich nicht auf die Kette bekommen, obwohl er ja ganz offensichlich auch Interesse an mir hatte. Ich war allerdings selbst zu schüchtern zu fragen und fand das außerdem doof. Soll doch der Kerl die Frau fragen. Irgendwann entwendeten die anderen mir mein Handy, fragten mich, wann ich kommende Woche Zeit hätte und tippen irgendwas ein. Da sie zum Glück aber nicht zu der fiesen Sorte Freunde gehören, schicken sie die getippte Nachricht an Mr Schlagzeuger nicht gleich ab. Ich durfte mein Handy wieder haben und las die Nachricht durch. Garnicht schlecht… Ich änderte den Text ein bisschen in meinen Wortlaut um und schickte ihn ab. „Was machst du Mittwoch Abend? Hast du Lust essen zu gehen oder was trinken oder so? Würde mich freuen. :)“

Seine Antwort „Gerne. 🙂 Wo möchtest du denn hin?“ Wir vereinbarten Sushi. Und so kam es zu Date Nr. 4.

Ich war ein kleines bisschen nervös und immer noch unsicher, ob es gut gewesen war, dass ich ihn gefragt hatte. Aber ich war neugierig, wie es sein würde, wenn wir nur zu zweit waren. Auf dem Weg zum Restaurant unterhielten wir uns gut und ohne Unterbrechungen (nicht wie bei dem blöden Tinder-Informatiker-Date). Wir unterhielten uns sogar so gut, dass wir nach dem vierten Mal, als die Kellernerin unser Essen aufnehmen wollte, immer noch nicht in die Karte geguckt hatten. Nach dem Essen liefen wir gemeinsam zur Bushaltestelle. Irgendwie kam es mir garnicht in den Sinn, dass wir uns, wie man es nach einem Date ja macht, küssen könnten. Wir umarmten uns zum Abschied und ich stieg in meinen Bus. Als ich Zuhause ankam, fragten mich meine Mitbewohner direkt, wie es gewesen war. Sie freuten sich ziemlich als sie von unserem Date hörten, da sie Mr Schlagzeuger ja auch gern hatten. Ich musste überlegen. Ja, war echt nett gewesen, wir haben uns echt gut unterhalten…

Aber reicht es, sich gut unterhalten zu können? Reicht das für mehr? Wollte ich eigentlich noch mehr? Er schrieb mir an dem Abend, dass es eine tolle Idee von mir gewesen war. Und schreibt mich seit dem auch öfter an. Ich habe irgendwie garnicht mehr so viel Interesse… Was vielleicht auch an Date Nr. 5 liegt.

Date Nr. 5: Donnerstag, 3.11.

An diesem Date ist mal wieder diese App mit der kleinen roten Flamme Schuld. Sein Match tauchte auf als ich irgendwann lustlos einfach mal zwei Minuten durchwischte. Ich hatte schon garkeine Lust mehr auf Tinder. Da er mir mit einem besseren Text als diese 0815-Texte anschrieb und noch dazu ganz gut aussah, antwortete ich. Nach ein bisschen hin und her schreiben bekam ich den Eindruck, dass er recht eingebildet war. Er sei von Beruf Filmemacher. Sein Instagram-Account wies tatsächlich darauf hin und nach einem Klick landete ich auch auf seinem Youtube-Kanal. Das scheint zumindest wahr zu sein. Interessanter Mensch. Er geht auch gerne Bouldern, war aber schon lange nicht mehr. Am Sonntag kamen wir in der Tinderapp ein bisschen zum chatten (so fern das dort geht…) Irgendwann schrieb er mir, er möchte mit mir bouldern gehen. Jetzt, heute. Weil er lust auf Sport hat. Ähem, mit dieser Spontanität hätte ich nicht gerechnet. Es war schließlich schon 18 Uhr. In die Boulderhalle in meiner Unistadt möchte ich nicht gehen, da ich dort viel zu viele kenne. Für alle anderen Hallen müsste man mit dem Auto ein Stückchen fahren. Seine Antwort: „Ich hab ein Auto. Wenn du dich traust zu einem attraktiven eloquenten charmanten Psychopathen einzusteigen…“

Vermutlich war die Hälfte der Aussage als Scherz gemeint. Aber welche Hälfte war das? Einerseit war ich wahnsinnig neugierig ihn kennen zu lernen. Er scheint wirklich ein interessanter Mensch zu sein. Andererseit ist er arrogant und eventuell ein Psychopath. Außerdem fand ich Bouldern als erstes Date doof. Ich überlegte noch eine halbe Stunde bis ich antwortete und ablehnte. Wir wechselten noch ein paar Worte, dann kam keine Antwort mehr. Ich wusste schon, dass das Match Geschichte sein würde.

Bis er mir zwei Tage später nochmal schrieb. Er fragte mich, wie meine Woche bisher so lief. Ich war ziemlich überrascht. Wir chatten ein bisschen und irgendwann meinte er, dass ich ja ganz normal erscheinen würde. Ich war verwirrt. Er erklärte, dass er über Tinder schon so viele seltsame Mädels kennen gelernt hatte. Aber ich scheine normal zu sein. Er fragte mich, ob man meine Nummer bekomme könne. „Ja, kann man“ schrieb ich, und war auf die Antwort darauf gespannt. Er schickte mir seine Nummer und dazu: „damit ich weiß, dass du es bist, schreib mir deine Lieblingsfarbe, dein Lieblingstier und dein Lieblingsurlaubsort.“ Süß. Und kreativ. Ich ließ mir für die Whatsapp-Antwort was genauso Kreatives einfallen. Wir chatteten noch ein bisschen und bald schon kam die Frage: „hast du Lust morgen eine Cola light trinken zu gehen?“ Haha, eine Cola Light? Dieser Typ ist echt interessant. Ich hatte zwar mit Mr Schützenverein ein „Sex-Treffen“ ausgemacht, aber ehrlich gesagt ist der mir egal. Ich sagte Mr Schützenverein ab und Mr Regisseur zu.

Am nächsten Tag suchte ich ihm einen guten Parkplatz für die Innenstadt und schickte ihm die Koordinaten. Er hatte bis abends noch Termine, weshalb wir halb 9 für unsere Cola Light ausmachten. Ich war von morgens bis abends durchgehend an der Uni und war froh, nochmal kurz nach Hause zu kommen. Ich suchte mir direkt den passenden Bus um rechtzeitig in der Stadt zu sein, hatte aber nicht viel Zeit um mich frisch zu machen. Ich war echt gespannt, wie der wohl so drauf war. Dann kam eine Stunde vor der vereinbarten Zeit eine Nachricht von ihm: ob wir das Treffen um eine Stunde nach hinten verschieben könnten. Hm. Nein, fand ich ehrlich gesagt nicht so geil. Das würde dann ganz schön spät werden. Aber ich wollte ja nicht als Spießerin rüber kommen. Ein Kumpel von mir meinte letztens, ich sollte nicht so super lieb sein. Ich darf es mir auch erlauben Kerlen mal zu zeigen was ich will. Also gut. Ich ließ durchblicken, dass ich nicht glücklich war, dass er mich nach hinten verschieben wollte. Wenn es zu spät werden würde, müssten wir eben das Date nochmal verschieben. Er versicherte mir, dass er sich beeilen würde und doch 21 Uhr schaffen könnte. Immerhin.

Ich fuhr dafür rechtzeitig in die Stadt und er kam bereits auch 5 Minuten früher an. Gutes Timing!

Oh, und hübscher Kerl. 🙂

Wir liefen zur Kneipe und unterhielten uns dabei ganz gut. Als wir uns einen Platz aussuchten und hinsetzten, wurde es interessant für mich: ich konnte beobachten, wie er extrem nervös wurde. Er fummelte sich an Händen und Klamotten herum und versprach sich ab und zu. Ich fand es nicht schlimm, aber es war amüsant zu sehen, was ich wohl für eine Wirkung hatte. Ich selbst war ziemlich entspannt. Irgendwie sind erste Dates doch immer gleich. Ich habe es bereits ganz am Anfang meines Blogs erwähnt: ich finde, dass erste Dates zum Kennenlernen sind, aber auch irgendwie läuft das Spiel so ab, dass der Mann bei der Frau Eindruck schinden will. Die Frau beobachtet und urteilt still. Und das tat ich: er war ein Kindskopf, aber irgendwie wirklich lustig. Er brachte mich ständig zum lachen. Wenn er von seiner Arbeit erzählte, hörte ich gespannt zu. Filme interessierten mich auch schon immer. Früher hatte ich auch schon einige Filme zum Spaß gedreht und geschnitten. Seine Erzählungen fesselten mich. Wir redeten über Gott und die Welt.

Die Zeit verging wie im Flug. Erst als wir die letzten in der Kneipe waren und die Kellnerin die Tische abwischte, merkten wir, dass es wohl Zeit war zu gehen. Er zahlte für mich mit und wir liefen zurück zu seinem Auto. Irgendwie wollte ich nicht, dass der Abend schon endete. Er hatte mir bereits angeboten, er könne mich zu meiner Wohnung fahren, falls ich den Bus nicht mehr erwischen würde. Tatsächlich hätte ich den Bus noch erwischt. Aber ich wollte lieber von ihm gefahren werden. Ich stieg also bei dem „Psychopathen“ ein. Es war eindeutig der erste Teil seines interessanten Satzes von vor ein paar Tagen wahr. Attraktiv, eloquent und charmant. Und immer noch sehr aufgeregt. Obwohl wir schon einige Stunden miteinander verbracht hatten. Bringe ich ihn tatsächlich so aus der Fassung?

Bei mir angekommen verabschiedeten wir uns mit einer dieser ulkigen Autositzumarmungen und ich stieg aus. Wieder nichts mit küssen oder so. Irgendwie denke ich da nie dran und habe auch kein Bedürfnis danach. Die Teenagerzeiten sind wohl vorbei. Ich hoffte einfach, ich würde ihn wieder sehen. Nur leider wusste ich nicht wann. Er hatte mir erzählt, dass er bald für ein paar Monate in die USA gehen würde.

Als ich meine Wohnung betrat, war ich immer noch geflasht von dem Abend. Ich hatte echt Spaß gehabt. Jetzt würde nur noch fehlen, dass er mir schreibt sobald er zuhause ist. Und: check! 🙂 Wir waren uns einig, dass es ein lustiger Abend gewesen war.

Die Tage darauf schrieben wir weiter. Dieses Mal war ich diejenige, die nervös wurde. Sollte ich ihm zuerst schreiben? Was kann ich jetzt kluges und schlagfertiges antworten? Werden wir uns kommende Woche wieder sehen?

Allerdings besitze ich die Fähigkeit (falls das eine ist 😀 ), meine Emotionen ziemlich genau beobachten zu können. Und jetzt habe ich Angst, dass ich gerade dabei bin mich zu verlieben. Das darf doch nicht sein. Es war bisher nur ein einziges Treffen zwischen ihm und mir. Ich habe sowieso eine schlechte Menschenkenntnis, ich kann ich ihn doch nicht einschätzen. Außerdem ist er eh bald weg.

Genau dieses Gefühl habe ich schon immer gehasst… Mal sehen wie es von hier an weiter geht.

Date Marathon – Date Nr. 1, 2 & 3

Das war absolut Null beabsichtigt, aber ich habe einen regelrechten Date-Marathon hinter mir. Fünf Dates innerhalb von elf Tagen. Wie konnte das bloß passieren? Es ist mir ja schon fast peinlich.

In diesem Tagebucheintrag schreibe ich erstmal von den Dates 1 bis 3. Im nachfolgenden Beitrag geht es um die Dates 4 und 5, und zugleich auch die interessanteren Dates. 😉

Date Nr. 1: Sonntag, 23.10.

An diesem Tag war das (von meinem Exfreund langersehnte) „Sex-Date“. Ich hatte es schon einmal verschoben und trotz seiner Bemühungen per Whatsapp mich mit ausgefallenen sexuellen Szenarien heiß zu machen, immer noch kein großes Bedürfnis danach. Aber weil der Tag dann doch gut passte und ich es mal ausprobieren wollte, durfte er an diesem Sonntag zu mir kommen. Er wollte unbedingt Fernseh gucken als „Nebengeräusch“. Tja, ich hab keinen Fernsehanschluss (und vermisse es nicht), also musste mein Spotify Mix der Woche herhalten. 😀

Er legte sich auf mein Bett während ich  noch ein bisschen unverholfen herum stand. Bis ich mir dachte „Sch*** drauf, ist mein Bett, ich leg mich dazu und gucke mal was er macht.“ Er legte zum Glück den Arm um mich und ich konnte mich etwas an ihn kuscheln. Er fühlte sich so fremd an. Ich spürte im Unterbewusstsein immer noch den Hass, den er nach der Trennung und seiner Aktion geschürt hatte. Egal, ausblenden. Ist jetzt vorbei und mein Leben ist seit dem deutlich besser geworden. Wir unterhielten uns ein bisschen, was die letzten Wochen so passiert war und wie es den anderen aus seiner Freundesgruppe so geht. Er begann mich irgendwann zu streicheln und näherte sich meinem Gesicht, bis wir uns küssten. Hm, stimmt ja… gut küssen konnte er ja nicht. Dafür spielte sich wieder unsere Auszieh- und Vorspielroutine ein. Der Sex war wieder richtig gut, wie immer. (Allerdings gehe ich hier nicht mehr ins Detail… Über Sex zu schreiben überlasse ich gerne anderen guten Bloggern in der Community. 😉 )

Danach unterhielten wir uns wieder etwas, bis er pünktlich ging. Seit dem Tag möchte er unbedingt ein weiteres Treffen vereinbaren. Aus Zeitgründen konnte ich allerdings nur selten, und die Tage, die im Vorfeld ausgemacht waren, sagte ich kurzfristig ab, weil ich Besseres vorhatte. Ich spüre immer noch kein Bedürfnis weiterhin mit ihm Sex zu haben, auch wenn er sehr gut ist.

Date Nr. 2: Samstag, 29.10.

Leider hatte ich am Samstag Abend noch nichts Cooleres vor, also verabredete ich mich zu einem zweiten Tinder-Date. Wir hatten vor circa einer Woche gematcht. Er schrieb, dass ich ihm bekannt vorkäme, und ob ich in dasselbe Fitnessstudio gehen würde. Ja, daher kam er mir auch bekannt vor, aber er war mir noch nie richtig aufgefallen. Keine Ahnung also, wie er drauf ist. Aber die Fotos waren ganz nett. Wir vereinbarten Samstag abend für einen Drink in der Stadt. Spätestens als er mir nach ein bisschen Schreiben erzählte, dass er Informatik studiere, hätte ich gewarnt sein sollen. Sorry an alle Informatiker, die hier mitlesen, aber ihr kennt ja selbst die Klischees. 😉

Er entsprach jedem Klischee. Mr Informatiker war sozial eher inkompetent. Als wir uns am Treffpunkt begrüßten trat Schweigen ein. Oh, dann muss ich wohl mal was erzählen… Es kam nur eine eher wortkarge Antwort. Hm. Er versuchte es mal mit Konversation. Da konnte ich nicht wirklich darauf einsteigen. Da ich selbst auch kein großes Plappermaul bin, traten immer wieder diese unangenehmen Gesprächspausen ein. Zumindest über das Fitnessstudio, in das wir beide gingen, konnten wir reden. Viel mehr aber auch nicht. Es war ein echt komisches Date. Nach zwei Drinks fragte ich, ob wir bezahlen sollten. Jeder bezahlte seine eigene Rechnung. Ich erzählte ihm während wir nach draußen gingen, dass mein Mitbewohner in einem Club arbeite und ich ihn jetzt besuchen werde. Als wir an der Kreuzung waren, fragte ich ihn, wo er denn hinmüsse. „In die Richtung, wenn ich nach Hause möchte“. „Okay, alles klar, ich muss da lang“, und zeigte in die andere Richtung, „wir sehen uns ja sicher bald mal wieder im Fitnessstudio“. Ich umarmte ihn und ging. Puh. Das war fies von mir. Aber ich hatte echt keinen Bock ihn mitzunehmen.

Und so landete ich an einem Samstag Abend an der Theke eines Ü30-Tanzclubs. „All Eyez On Me“, sag ich da nur. Ich begrüßte meinen Mitbewohner, der dort als U20-jähriger arbeitet. 😀 Ich wäre gerade zur Rush-Hour gekommen, meinte er. Ich setzte mich an die Bar, trank einen Cocktail und wartete, bis ich mich mit ihm etwas unterhalten konnte. Leider kamen immer mehr feierwütige Ü30er, sodass mein Mitbewohner sich leider nicht sehr lange zum Quatschen aufhalten konnte. Ich beobachtete eine Weile die herausgeputzen Damen und Herren beim Diskofox tanzen und hoffte, dass ich später auch noch solch eine Begeisterung für Feiern und Tanzen haben würde. Eine halbe Stunde später nahm ich den Bus und war um kurz nach 12 an einem Samstag Abend zuhause. Ich telefonierte im Bett noch ein Weilchen mit Mr Tiger und vereinbarte, dass er mich Mitte November besuchen kommen würde.

Date Nr. 3: Dienstag 1.11.

Unausgeschlafen und noch mit den Resten des Kunstbluts von Halloween im Gesicht, musste ich mich für mein nächstes Date fertig machen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich es als Date zählen lassen kann. Es ist das „Date“ mit dem Kumpel aus der Kletterhalle, den ich bereits in diesem Beitrag erwähnt habe. Er wollte mich zum Essen einladen und mit mir zusammen ins Kino gehen. Wir waren schon seit einer Weile befreundet und ich konnte ihn mir nicht als potentiellen Partner vorstellen. Deshalb hatte ich, bereits kurz nachdem er mir von seiner Idee erzählte, gefragt, ob das denn ein „Date-Date“ sei oder nur ein freundschaftliches Ding. Er bestätigte mir, ich brauche mir keine Sorgen machen, er wäre sowieso nicht der Richtige für mich. Na gut, also ein freundschaftliches Treffen wohl. Je näher der Tag rückte, desto mehr klang das Ganze aber nach „Date-Date“. Essen gehen klappte leider nicht, dafür wollten wir zusammen den neuen Marvel (was auch sonst als echter Marvelfan?) Dr. Strange im Kino ansehen. Da er in die Vorstellung um 17 Uhr gehen wollte, überlegten wir, ob wir zuvor essen gehen sollten. Er schlug vor, wir könnten Bouldern gehen, aber da ich von der Halloweenparty noch so kaputt war, einigten wir uns auf spazieren gehen und Eis essen.

Herbstspaziergang, Eis essen, danach Kino… Nein, nein, das ist kein Date…

Er lud mich auf Eis, Kaffee und Kino ein. Er war ein richtiger Gentleman, wir unterhielten uns gut. Aber irgendwie finde ich seine Art anstrengend. Ich hab das Gefühl, ich muss bei ihm immer aufpassen, was ich sage. Ich kann nicht ich selbst sein, sonst werden mir die Worte im Mund umgedreht. Und ich fühle mich schlecht von ihm eingeladen zu werden, wenn ein richtiges Date mit mir doch verschwendete Zeit ist. Er sollte sich um mich nicht so viel Mühe geben. Als ich ihm das nach dem „Date“ vorsichtig versuchte zu erklären, meinte er nur, dass es sich doch so gehöre. Es wäre für ihn selbstverständlich, für die Frau alles zu tun, sie einzuladen, ihr die Tür aufzuhalten, sicher zu gehen, dass sie einen tollen Abend hat. Das ist eine wirklich wunderbare Einstellung und er wäre damit sicher für viele ein Traummann. Aber nicht für mich. Er selbst sagte sogar, er möchte zur Zeit keine feste Beziehung. Aber was soll dann das Ganze? Ich werde daraus nicht schlau.

Da er mir unbedingt noch sein Lieblingsrestaurant zeigen möchte und für nächste Woche sogar schon reserviert hat, werde ich wohl auf ein zweites „Date (?!)“ mit ihm gehen. Er ist eben ein Kumpel mit dem ich mich außerhalb dieses Datingzeugs gut verstehe und auch gerne Zeit verbringe… Aber danach ist Schluss mit diesen Dates.


Direkt an den darauffolgenden zwei Tagen fanden Date Nr. 4 mit Mr Schlagzeuger und Date Nr. 5 mit Mr Regisseur statt. Davon erzähle ich im nächsten Beitrag. Bleibt dran!

Hallo, ich will Aufmerksamkeit

_20150627_195959

Vergangene Woche fand für alle Ersties die Einführungswoche statt. Ich bin zwar kein Ersti mehr, aber da ich im Sommersemester mit dem Master angefangen habe (was eher untypisch ist), gab es für uns keine „ordentliche“ Einführungswoche. Als Pseudo-Master-Erstis nahmen ein paar Kommilitonen und ich also an der Woche teil. Wir haben dabei natürlich noch ein paar nette Leute kennengelernt, die mit uns studieren werden und hatten eine Menge Spaß. Besonders die Stadtralley am Donnerstag war legendär: sieben Stationen mit Trinkspielen, Bombenstimmung und coolen Leuten, danach ging es gemeinsam in einen großen Club zum Feiern. Mit meiner blonden Model-Freundin tanzte ich fast die ganze Nacht auf der Box vor der Tanzfläche bis wir uns um vier Uhr auf den Heimweg machten. Kerle brauchten wir nicht klar machen, Bachelor-Erstis wären uns eh zu jung und ich jongliere sowieso schon mit ein paar Männern hier und da. 😉 Es war ein toller Abend und ich freue mich auf die nächsten Parties dieses Semester. 🙂

Am Mittwoch hatte meine Mitbewohnerin Geburtstag, am Freitag wollte sie dann noch ein bisschen nachfeiern. Da sie noch nicht lange hier wohnt, kannte sie nicht viele, also wurde daraus „nur“ gemütliches Kuchen essen. Für nachmittags hatte sie ihren Bruder eingeladen. Ich erwartete nicht viel, aber was da plötzlich vor unserer Tür stand, war schon sehr nett anzusehen. 😉 Leider ergab sich im Gespräch, dass er bereits seit längerem eine Freundin hatte. Trotzdem ein sehr sympatischer Kerl mit dem ich direkt auf einer Wellenlänge war. Nachdem er gegangen war, konnte ich natürlich meine Klappe nicht halten und musste meiner Mitbewohnerin sagen, was sie für einen sympatischen Bruder hatte, aber es ja schade wäre, dass er ne Freundin hat. Kurz darauf bekam sie eine Nachricht von ihm, in dem er sich erkundigte, wie alt ich denn sei. 😀 Aber auf ihr Nachfragen, wieso er das wissen wolle, kam nur ein „nur so.“ Naja… man sieht sich immer zwei mal im Leben. Und gucken darf man ja. 😉

Beinahe wäre gestern noch ein Treffen mit Mr Schützenverein zustande gekommen. Mr Schützenverein, fragt ihr? Ja, er hatte mich ja vor einigen Wochen (bereits bevor ich in der Heimat war) gefragt, ob ich mit ihm nochmal für Sex treffen würde. Ich hatte nun lange genug Zeit gehabt zu überlegen. Als er mich vergangene Woche nochmal anschrieb, hatte ich mich entschieden. Unser Sex war damals wirklich sehr gut gewesen und wieso sollte man so etwas nicht nochmal ausnutzen dürfen. Gefühle sind da sicherlich keine mehr im Spiel. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass er ein Arschloch ist. Aber ein bisschen die Situation ausnutzen schadet keinem.

Wir hatten eigentlich Samstag vormittag ausgemacht. Allerdings hatte ich am Tag zuvor zu viel gegessen und zu wenig geschlafen… Da rebelliert mein Magen sehr schnell. Darunter leidet natürlich die Lust, also sagte ich ihm ab. Wir machten aber direkt ein Treffen für Sonntag Abend aus. Vielleicht klappt es da. Und wenn nicht, ist es auch nicht die Welt für mich.

Wie im letzten Beitrag angekündigt, kann man sich bestimmt gut ein Bild machen, wie ich als Single drauf bin. Meine Mitbewohner, die mich zuerst kennengelernt hatten, als ich noch in einer Beziehung mit Mr Schützenverein war, erkannten jetzt schnell, dass ich sehr flirt-lustig bin – und viel feiern kann und will – und viele Männer kennen lerne. Vielleicht übertreibe ich es zur Zeit auch…

Ich habe gerade viel Spaß am Leben und strahle das auch aus. Als ich meiner Mitbewohnerin von der schüchternen Art von Mr Schlagzeuger erzählte, meinte sie, das komme sicher daher, weil ich ihn mit meiner selbstbewussten Art einschüchtere. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe mich selbst nie als selbstbewusst gesehen. Früher war ich immer die schüchterne graue Maus. Sicherlich gewann ich, je älter ich wurde, an Selbstbewusstsein. Aber „mutig“ bin ich nicht. Ich traue mich immer noch nicht, mich vor einer Gruppe von Leuten zu Wort zu melden. Wenn ich etwas erzähle, versuche ich immer schnell zum Ende zu kommen, damit die Aufmerksamkeit ja nicht zu lange auf mich gezielt ist. Ich mag es nicht gerne im Mittelpunkt zu stehen…

Aber wenn es darum geht, vor Männern gut darzustehen, dann will ich Beachtung. Ich genieße es, dass ich zur Zeit wohl wie eine begehrenswerte Frau wirke. Aber ist das „Selbstbewusstsein“? Oder ist das eher meine Verunsicherung? Vielleicht bin ich immernoch ein schüchternes Mädchen und suche zur Zeit verstärkt die Aufmerksamkeit von Männern, um mich gut zu fühlen. Das wäre traurig.

Ich weiß, ich habe Freunde und Familie, die ich liebe und die mich gleichermaßen zurück lieben. Ich weiß, was ich kann und was ich will (meistens jedenfalls). Ich bin dankbar dafür was ich habe und erlebe. Ich sollte keinen zu hohen Fokus auf die Aufmerksamkeit von Männern legen. Vermutlich treibe ich sowieso schon meine Freundinnen und Mitbewohner mit meinem Mitteilungsbedürfnis in den Wahnsinn. 😀

Naja, mal sehen wie dieses Semester so verläuft. Zur Zeit habe ich wirklich Spaß am Leben und – auch wenn mir kurz dieser Gedanke kam – was solls? Ich genieße das Studenten- und Single-Leben, das ich gerade erlebe. 🙂

Mr Schlagzeuger

Und das Glücksgefühl hält an. 🙂

Ich bin endlich wieder mein altes Selbst geworden. Ich bin wieder die lebensfrohe, flirt-liebende, unternehmungslustige Tagebuchschreiberin. Die Zeit mit Mr Schützenverein hat mich mehr heruntergezogen, als ich vermutet hatte. Während und kurz nach der Beziehung fühlte ich mich völlig ausgelaugt, irgendwie eingeschüchtert vom Leben. Woher das genau kam, kann ich nicht sagen. Aber ich kann sagen, dass ich nie wieder eine solche Beziehung eingehen möchte. Ich bin wieder ich selbst und möchte es bleiben. Ob alleine oder in einer Beziehung. „Wie“ ich tatsächlich genau bin, wird sicher in den nächsten Beiträgen klar. 😀

Seit letzter Woche gibt es wieder ein bisschen zu berichten:

Wie bereits angekündigt, konnten Mr Schlagzeuger und ich unsere Flirtereien auf der WG-Party am Samstag fortsetzen. Auf der Party entdeckten wir uns schnell und klebten ab da den ganzen Abend aneinander. Aber nur „verbal“. Wir unterhielten uns lange und gut, wechselten immer mal zwischen Gemeinschaftsraum, Balkon und Flur. Ständig liefen Leute an uns vorbei, darunter auch meine Mitbewohner und Freunde von mir. Sie hatten es sich wohl für den Abend zum Auftrag gemacht Mr Schlagzeuger und mich zu verkuppeln. Trotz Alkohol war Mr Schlagzeuger immer noch unglaublich schüchtern. Freundinnen meinten, wenn man uns von außen beobachtete, war es so offensichtlich, dass wir uns küssen wollten. Aber es kam nichts zustande. In der Situation selbst habe ich davon wenig bemerkt. Ich war ehrlich gesagt ganz glücklich damit, mich gut zu unterhalten. Bis die „Verkupplungsversuche“ auf das höchste Level hochfuhren. „Mensch, habt ihr euch immer noch nicht geküsst?!„, „Mr Schlagzeuger, so wird das aber nichts!„, „Jetzt trau dich doch mal!„. Alles Mögliche wurde uns von der Seite entgegen gerufen. Ich fand es lustig (im Nachhinein sogar noch lustiger, nachdem mir meine Mitbewohner von ihrer Strategie erzählten). Mr Schlagzeuger nervte es aber tierisch und flüchtete mit mir auf das Sofa auf dem Balkon. Dort schlang ich mutig (und beschwippst vom Alkohol) meine Beine über seine. Was wohl der endgültige Auslöser war. Er beugte sich zu mir und… küsste mich!

Und er küsste verdammt gut. 🙂

Den weiteren Verlauf der Party weiß ich garnicht mehr so genau. Meine Mitbewohner und Freunde freuten sich über ihre gelungene Verkupplung. Leider brachen sie aber schon bald auf (jedenfalls kam es mir so vor als wäre es sehr bald gewesen). Mr Schlagzeuger brachte dann wohl irgendwann seinen ganzen Mut auf und fragte mich, ob wir nicht auch mal ein Stockwerk tiefer in meine WG zurück gehen wollten. Klar, sagte ich. Dabei muss ich nun aber gestehen, dass ich schon sehr viel getrunken hatte zu dem Zeitpunkt, und mein Gehirn meist dann nur noch auf Automatik fährt. Ich dachte nicht weiter nach, ging mit ihm nach unten und wir knutschten in meinem Bett weiter. Mein mit „Automatik betriebenes Gehirn“ schlussfolgerte, dass es doch wohl nun zu Sex kommen würde. Ich zog ihm also sein T-shirt aus und eins folgte dem anderen.

Im Nachhinein glaube ich, der Arme war bestimmt etwas überrascht und überfordert. Der Sex war zwar gut (also so gut, wie er sein kann, wenn man betrunken das erste mal zusammen schläft 😀 ). Aber er hätte wahrscheinlich nicht sein müssen. Knutschen und irgendwann einschlafen wäre auch völlig okay, wenn nicht sogar besser gewesen. Aber was solls – jetzt ist es passiert. Und er meldet sich tatsächlich immer noch. 😉 Was aber eher mir erstmal zu verdanken ist..

Am nächsten Tag musste ich um 9 Uhr aufstehen, weil ich arbeiten musste. Er wusste Bescheid, dass er weiter in meinem Bett schlafen könne während ich weg war. Wie ich von meinem Mitbewohner (seinem Kumpel) erfahren habe, ist er wohl gegen Mittag irgendwann gegangen.

Am Tag darauf (Montag mittlerweile) unterhielt ich mich mit der Freundin, die mit mir auf der Party gewesen war (und Teil des „Verkupplungskomitees“). Ich erzählte ihr, dass Mr Schlagzeuger sich bisher nicht gemeldet habe und fragte, ob ich ihm schreiben sollte. Sie meinte, er wäre doch so ein schüchterner Typ, vielleicht würde er sich ja nicht trauen. Aber ich könne ihm ja schreiben.

Und da mir meine früher gesetzten „Regeln“ mittlerweile ziemlich schnuppe sind, schrieb ich ihm. Seitdem schreiben wir wieder ein bisschen hin und her.

Dienstag traf ich ihn im Fitnessstudio. Irgendwie war es etwas seltsam. Ich war bereits am Ende meine Trainings als er herein kam. Während ich zum Abschluss noch eine halbe Stunde Cardio am Crosstrainer machte, wärmte er sich auf dem Fahrrad auf. Ebenfalls die komplette halbe Stunde… Komisch auffällig, sich eine komplette halbe Stunde „aufzuwärmen“. Wohl nur damit er sich mit mir unterhalten könne. Er war auch merkbar nervös… Schon irgendwie süß. Aber selbstbewusste Männer finde ich einfach attraktiver.

Wann ich Mr Schlagzeuger wieder sehen werde, weiß ich nicht.

Damit dieser Eintrag nicht schon wieder ein Buch wird, kommen alle weiteren Neuigkeiten der letzten Woche im nächsten Beitrag. 😉 Stay tuned…