Das hat er nicht verdient

Ich habe ihn nicht verdient.

Ich habe ihn nicht verdient.

Ich habe ihn nicht verdient.

Wie konnte das nur passieren?

Schon nach einer Woche habe ich ihn betrogen.

Oder war es  „betrügen“? Kann ich was dafür?

Ich erzähle mal die Geschichte. Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreiben soll. Es tut nämlich so weh. Und ich bereue nichts mehr in meinem Leben, als diese fünf Minuten.

Unsere Gruppe Austauschstudenten machte mal wieder einen Wochenendausflug. Dieses mal ging es nach Estland. Mit der Fähre nur ein Katzensprung von Finnland entfernt.

Ich überwand mich endlich mal wieder feiern zu gehen. Im Hostel tranken wir vor. Ich trank viel. Ich genoss das Gefühl, den der Alkohol auslöst. Dass er mich selbstbewusster  machte. Hier im Auslandssemester habe ich mein Selbstbewusstsein irgendwie verloren. Ich bin die „nette“, „langweilige“ hier. Ich weiß nicht mehr, wie das passiert ist. Anfangs dachte ich, es liegt daran, weil ich ein paar Jahre älter bin als der Großteil der Gruppe. Aber vielleicht tue ich mir einfach schwer meinen Platz zu finden in dieser Gruppe? Ich weiß es nicht. Zuhause werde ich nicht so abgestempelt. Deshalb freute ich mich, an diesem Tag mal wieder Teil der Gruppe zu sein.

Wir gingen in den Club. Meine Mitbewohnerin und ich feierten unsere Freundschaft und gaben uns ständig irgendwas aus. Wir waren beide schön beschwippst. Als von hinten zwei sehr, sehr große Herren an die Bar traten, sprach meine Mitbewohnerin den Hübscheren von beiden an. Wow! Cool, dass sie das macht! Zu mir sagt sie immer, sie wäre schüchtern.

Als wir unsere Drinks hatten, liefen wir zurück zur Tanzfläche, wo unsere Gruppe zur Musik feierte. Die zwei-Meter-Männer gesellten sich kurz darauf zu uns. Meine Mitbewohnerin und ich tanzten eine Weile weiter. Der Hübsche begann, sich mit mir zu unterhalten. Er versuchte es jedenfalls. Die Musik war viel zu laut. Er fragte, ob wir uns woanders unterhalten wollen.

Ich folgte ihm. Weil ich betrunken war, weil ich wohl immer noch Bestätigung suche, weil ich das Single-Leben nach einer Woche noch nicht abgelegt habe, weil ich naiv bin. Und weil ich mich tatsächlich mit ihm unterhalten wollte. Er ist Estländer. Bei nur 1,3 Millionen Einwohner hat man nicht so häufig die Gelegenheit, sich mit einem Estländer zu unterhalten. Und ja, das ging tatsächlich in meinem betrunkenen Kopf vor.

Wir gingen in einen Durchgangsraum neben der Tanzfläche und setzten uns auf das rote Sofa. Wir unterhielten uns. Er fragte, was ich in Estland mache und was ich studiere; ich fragte ihn, was er arbeitete. Ich weiß nicht mehr, ob wir uns über mehr unterhalten hatten. Ich weiß nicht mehr wie lange. Ich weiß aber noch, dass ich ihn eigentlich ganz nett fand.

Und dann weiß ich noch, dass er seine großen Hände um meinen Kopf legte und mich zu sich zog. Er presste seine Lippen auf meine. Seine Zunge drückte sich in meinen Mund. Ich war in Schockstarre.

Aber ich habe doch jetzt einen Freund! In den ich unglaublich verliebt bin! Ging es mir durch den Kopf. Aber gesagt habe ich nichts.

Ich glaube, ich sagte irgendwas wie „but I have lipstick on!“ Er antwortete nur „I don’t care“ und drückte wieder seine Lippen auf meine und schob seine Zunge in meinen Mund.

Ich ließ es über mich ergehen. Wenn ich ihn wegschubse, dann geht er bestimmt. Ich wollte mich doch noch weiter unterhalten. Ich wollte weiter Bestätigung. Er roch zwar nach Knoblauch, aber er sah gut aus.

Und jetzt passierte das, was ich am allermeisten bereue. Ich habe meine Hand während dem Kuss um seinen Hinterkopf gelegt. Wie man es beim Küssen eben macht. Zwar vorsichtig und zögerlich. …Aber wieso habe ich das getan?? Das bedeutete ja eindeutig, dass ich beim Küssen mitmache! Es fühlte sich verdammt falsch an.

Zum Glück brach er den Kuss dann ab. Seine nächsten Worte waren: „So, where should we go?“

Meie Naivität ist zum Glück nicht so schlimm ausgeprägt, dass ich nicht wusste, was er damit meinte. Meine Worte waren „definitly not to the hostel.“ Was für ne beschissene Antwort. Jetzt denkt er auch noch, ich will irgendwo mit ihm hin. Er schien zu überlegen. Aber bevor er noch was Weiteres sagen konnte, rutschte ich weg. „I have to go to the toilet. See you on the dancefloor.“ Und weg war ich.

Auf der Toilette traf ich eine Freundin. Als ich sie sah, waren meine ersten Worte „scheiße.“ An meinem Blick sah sie wohl direkt, dass irgendwas passiert war. Und an meinem Lippenstift. „Hast du mit jemandem rumgemacht?“ „Jaa, scheiße!“ Ich setzte mich neben sie, aber hörte ihre Antwort nicht mehr. Kurz darauf kam meine Mitbewohnerin. Wir diskutierten eine Weile darüber, was passiert war und wie schlimm es war. Aber ich war geistig nicht anwesend. Was hatte ich nur getan?

Nachdem wir uns entschlossen, wieder zur Tanzfläche zu gehen, kamen wir an dem roten Sofa vorbei. Ich sah, dass unser Erasmus-Pärchen auf dem Sofa gegenüber saß. Scheiße, waren die vorhin auch schon dort gewesen? Hatten die das alles gesehen?

Auf der Tanzfläche schaute ich mich natürlich erstmal um. Ich sah ihn circa auf der Mitte der Tanzfläche. Unsere Blicke trafen sich. Ich ging davon aus, dass er sich wieder zu uns stellen würde. Tat er aber nicht. Nach kurzer Zeit war er weg.

Darüber hätte ich froh sein sollen. Aber mein betrunkenes Gehirn dachte sich nur „oh wie schade, Tanzen wäre ja okay gewesen“. Hätte er mich nochmal Küssen wollen, wäre ich dieses Mal darauf vorbereitet gewesen und hätte ihm gesagt, dass ich einen Freund habe. Eigentlich hoffte ich, dass ich es ihm sagen könnte. Dann hätte es sich richtiger angefühlt, dachte ich.

Also tanzte ich alleine und hoffte einerseits, dass mich keine weiteren aus unserer Gruppe gesehen hatte, aber andererseits, dass sie mich zumindest hatten mit ihn Tanzen sehen. Dann wäre ich nicht mehr die „Langweilige“ gewesen.

Der Abend nahm nach ein paar mehr Stunden Tanzen ein Ende und diese Geschichte ließ mich natürlich nicht mehr los. Dass ich „fremd geküsst“ habe, hat sich herumgesprochen, was dazu führt, dass ich dauerhaft mit dem Thema konfrontiert werde. Nicht laut oder öffentlich. Aber in meinem Kopf.

Klar, es gibt auch schlimmere Formen des Betrügens. Zum Beispiel direkt mit dem Fremden zu schlafen. Oder den Kuss initiieren. Ein paar weitere Ausreden habe ich auch noch auf Lager… Ich habe es nicht genossen. Ich hatte meine automatisierte Single-Masche noch nicht abgelegt. Anderen ist das auch schon passiert. Ich suche Bestätigung und meinen Platz in der Gruppe. Wäre ich zuhause in Deutschland gewesen, wäre das alles nicht passiert.

Aber trotzdem werde ich das nie wieder gut machen können. Die Erinnerung an diese Nacht wird immer als schwarzer, hässlicher Parasit in meinem Kopf festsitzen. Das habe ich wohl so verdient.

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50 Gedanken zu “Das hat er nicht verdient

  1. ähm…vergiss es. wenn das mit deinem freund wirklich was wird, wirst du dich künftig höchstens ein bisschen dafür schämen, aber das ist jetzt wirklich nicht tragisch. ich hatte auch was mit einem, genau in der phase, als ich mit meinem freund zusammen kam. ist kein netter schachzug, aber dem solltest du echt nicht so viel bedeutung beimessen. schäm dich dafür, bereue es, konzentrier dich auf deinen freund und mach es künftig besser. punkt.

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    1. Danke. Das beruhigt mich ein kleines bisschen. Ich schäme mich wirklich sehr. Deshalb wollte ich auch eigentlich nicht mal darüber schreiben. Was nicht schwarz auf weiß vorzufinden ist, ist nicht passiert oder? Und lässt sich leichter verdrängen.
      Aber es hat mich so belastet, dass ich die Hoffnung hatte, es würde besser werden beim niederschreiben. Und es ist ein Tagebuch. Ehrlich und unverschönt.

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      1. finde es auch spannend, was denn dieses „ich kann dich nicht küssen, ich habe einen freund“…im detail für dich bedeutet. heisst es: „ich würde ja gerne, die moral und ethik verbietet es mir aber“ oder heisst es eher „ich will nicht, denn mein herz gehört voll und ganz meinem freund“…

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      2. Auf jeden Fall das zweite! Ich bin so verliebt wie noch nie und mache mir solche Vorwürfe, weshalb ich mit so einer Aktion das ganze aufs Spiel gesetzt habe.
        Ich vermute mal durch meinen Zustand und in den Sekunden, in denen ich es habe „passieren lassen“, statt ihn wegzuschubsen, war es kurz beides, also auch die Ethik dahinter. Aber daran, dass ich verliebt bin und mir was Großes mit Mr Hashtag erhoffe, zweifele ich nicht mehr. Deshalb bereue ich es auch so unglaublich.

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    1. Ja genau, die Konsequenz wird sein, dass das Vertrauen gebrochen ist. Schon am Anfang. Das kann man vielleicht wieder ein stückweit aufbauen, aber es wird nie das Level erreichen, das es sollte.

      Die Frage ist zu hypothetisch. Die kann man nicht beantworten.

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  2. Tut mir leid, ich wollte dir nicht zu Nahe treten.

    Ich kann deinen Standpunkt sehr gut nachvollziehen, auch wenn ich ihn nicht teile.

    Am Ende zählt, dass Du dich mit deiner Entscheidung wohl fühlst.

    Lass Dir davon aber deine restliche Zeit im Ausland nicht versauen.

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    1. Nein, kein Problem! Mit negativen Kommentaren habe ich ja auf jeden Fall gerechnet! Was es noch schwieriger gemacht hat, es niederzuschreiben. Aber es ist nunmal scheiße, was passiert ist.

      Dein Standpunkt wäre, es ihm zu erzählen? Mich würde interessieren, was Dein Grund dafür wäre?

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      1. Ja, ich würde es ihm erzählen.

        Für mich sind Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, aber auch Mut, mich vor meinem Partner zu öffnen, und damit unweigerlich das Risiko einzugehen, verletzt zu werden, zentrale Bestandteile für eine tiefergehende Beziehung.

        Wie kann ich das von meinem Partner erwarten, wenn ich mich selbst nicht daran halte?

        Der einfachere Weg wäre natürlich das Thema zu begraben, und zu hoffen, dass es nicht über irgendwelche unglücklichen Ecken dann doch hintenrum bei deinem Partner landet.
        Vollkommen nachvollziehbar, da das Risiko, das du bei einer Konfrontation eingehst, nicht unerheblich ist und die Auswirkungen eine Tragweite erreichen könnten, die du vermeiden möchtest.

        Im Gegensatz zu anderen Kommentaren halte ich es allerdings nicht für eine Lapalie. Vielleicht in der Sache, aber nicht auf Gefühlsebene. Wenn dem so wäre, wäre die Angst vor einem massiven Vertrauensverlust oder vielleicht sogar die Gefahr eines Zubruchgehens der Beziehung nicht so hoch.
        Ich glaube auch nicht, dass die Anzahl der Beichten bezüglich Fremdschmusens oder von Seitensprüngen mit der Dauer der Beziehungen korrelieren.

        Die zentrale Frage aber ist doch, womit es dir besser geht. Wennn du mit dir im Reinen bist, indem du die Konfrontation vermeidest, ist das für dich die beste Lösung.

        Im Übrigen finde ich, dass du hier einen wunderbaren Blog hast mit vielen spannenden und vorallem – selbstreflektierenden – Artikeln. Mach dich nicht kleiner als du bist. Eine Frau mit deinen Qualitäten sollte wirklich keine Selbstwertprobleme haben.

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      2. Danke für deine ausführliche Antwort! 🙂
        Ich glaube kaum, dass er das irgendwie erfahren wird, da ihn hier niemand kennt und er hier niemanden kennt. Höchstens dass er mein Tagebuch irgendwann findet 😉 aber in dem Fall muss ich eh alles menschenmögliche tun, dass niemand den Blog findet, der mich persönlich kennt. 😅

        Mein Plan ist es jetzt mal abzuwarten, wie es mir im Februar damit geht. Dann sehen er und ich uns wieder unter normalen Umständen.

        Vielen lieben Dank! Es freut mich sehr, dass dir mein Blog gefällt!
        Ja, an meiner selbstliebe habe ich die letzten Monate/Jahre gearbeitet… Gerade falle ich wieder zurück in alte Gewohnheiten. Aber vielleicht ist das nur eine Phase.

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  3. Ich schließe mich an: nicht sagen. Ich habe eher noch eine andere Frage.

    -> Vor vielen Monaten, als du dich für das Austauschsemester entschieden hast: Warst du da gedanklich neugierig auf die Jungs dort?

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      1. Finde ich interessant. Ich hätte mir niemals eine frische Beziehung mit ins Austauschsemester gezogen und meine heimlichen Wünsche damit begraben. Man muss das Herumknutschen vielleicht nicht überbewerten, aber in die Richtung reflektieren würde ich es schon. Ich denke, dein Freund hätte vollstes Verständnis gehabt bzw. sogar auf dich gewartet, wenn du gesagt hättest: „Ich bin jetzt monatelang weg, das ergibt für den Start einer Liebesbeziehung keinen Sinn. Wenn es das Richtige ist, finden wir nach meiner Rückkehr aber sowieso wieder zueinander.“

        Aber gut, klingt halt alles nicht so romantisch bzw. ticke ich da auch recht rational. Muss man bedenken. Und ändern lässt es sich auch nicht mehr. 😀

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      2. Ich habe ja auch deshalb mit ihm gesprochen bevor ich geflogen bin. Mir war das glasklar, dass ich nicht so frisch in eine Beziehung starten möchte. Wir kannten uns damals nur zwei Monate und ich wäre dann für 5 Monate weg gewesen. Macht dann wenig Sinn. Das habe ich ihn so gesagt.

        Nur dann fingen wir an, viel zu schreiben, jeden Abend zu telefonieren und er kam mich fünf Tage lang besuchen. Es hat sich alles richtig angefühlt. Als er mich dann gefragt hat, ob wir es Beziehung nennen wollen, habe ich ja gesagt. Natürlich habe ich kurze Zeit später mal den Gedanken gehabt, dass wir vielleicht besser hätten warten sollen. Das hätte er auf jeden Fall verstanden. Aber in dem Augenblick kam es mir einfach wie die richtige Antwort vor.

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  4. Ich würds ihm sagen. So wie ich dich einschätze belastet es dich ja auch noch weiter. Und ganz ehrlich, ich finde auch, dass er es verdient hat — ich jedenfalls würde das wissen wollen. Weil ich ja schließlich auch Teil dieser Beziehung bin und eine informierte Entscheidung treffen will. Außerdem ist es doch so, dass, wenn du es ihm sagst, du ihm damit auch signalisierst dass dir etwas an ihm liegt. Dass es dir um ihn und sein Glück und sein Wohl geht. Wenn dus ihm nicht sagst, aus Angst er würde sich wegen dem einen Kuss von dir trennen, dann ist das ja doch aus einer egoistischen (selbstbeschützenden) Haltung heraus. Und ganz generell um relativieren: Es war nur ein Kuss in einem betrunkenen und verwirrten Moment.
    Aber am Selbstbewusstsein sollten wir arbeiten, Mädel! Wenns bei dem Kuss echt nur um Bestätigung ging, der du dich nicht entziehen konntest.

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    1. Das ist doch dann aber so eine Sache, die sie vor allem tun würde, um ihr eigenes schlechtes Gewissen zu beruhigen. Es ihm hingegen zu erzählen, weil man ja eine soooooo ehrliche Beziehung führen möchte? (Also hinterher halt wieder, nachdem man das ehrliche Treueversprechen brach. ^^) Das könnte sie bei mir vielleicht so handhaben, aber ihr Freund ist doch ein stinknormaler Typ, den das einfach nur verletzen würde. Also so richtig mit Ansage. Den Move fände ich einfach nur egoistisch, weil es nichts bringen würde. Moral hin oder her, aber wie soll das der Beziehung nützen? Wenn er davon weiß, wird ihn das stark verunsichern und auch langfristig nur schaden. Damit wäre insgesamt niemandem geholfen. Die Sache hat ihr nichts bedeutet und kann in Estland bleiben, finde ich.

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      1. Ehrlichkeit, Offenheit, Schuldeingeständnis nützen einer Beziehung, die auf gesunden Grundpfeilern/Liebe/Respekt aufgebaut ist, doch immer. Der Move wäre nicht egoistisch, weil sie fürchten muss ihn zu verlieren. Es ihm aus diesem Grund heraus nicht zu sagen, weil sie ihn ja wirklich „behalten“ will und ihn in gewisser Weise so vlt auch zu täuschen, DAS wäre egoistisch.

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    2. „Liebe“ bzw. überhaupt ein stabiles Gerüst konnte sich hier doch noch gar nicht richtig entwickeln – die zwei sind noch mitten in der Kennenlernphase und dazu räumlich bis Januar getrennt. Was soll es also werden – ein Skype-Krisengespräch, bei dem 2 Leute in ihre Bildschirme heulen und die nächsten Wochen ->allein<- mit dem Schmerz umgehen dürfen?

      In meinen Augen gibt es nichts, worüber sie ihn unbedingt in Kenntnis setzen sollte. Würde sie deshalb nun in irgendeiner Form an der Beziehung zweifeln, hielte ich Reden für angebracht. So ist hier halt einmal etwas passiert, was vielen besoffen im Austauschjahr/Partyurlaub widerfährt. Bei solchen Lappalien würde ich nicht das Risiko eingehen, die Beziehung zu sabotieren.

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      1. Ehrlichkeit als Grundlage für alles das sich entwickeln kann. Vertrauen spielt da schon eine große Rolle. Aber ich hab zu dem Thema jetzt eig alles gesagt was ich zu sagen habe und damit ists für mich auch gut. Nur eins noch: Sie sind nicht mehr in der Kennenlernphase. Sie sind zusammen und das wollte und will sie ja auch so– mit allen Förmlichkeiten und Konsequenzen. Und das Gespräch sollte man wohl von Angesicht zu Angesicht führen.

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    3. Verstehe ich. Auch von mir nur eins noch: Scheinbar sehen sie sich ja erst wieder im Januar persönlich. Käme dann ein bisschen blöd von wegen „Ach, übrigens, unsere Beziehung hätte schon vor 2 Monaten zu Ende sein können, aber ich komme erst jetzt dazu, dir von meinem Ausrutscher persönlich zu erzählen …“

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      1. Nachdem eure Diskussion hier anscheinend langsam ein Ende nimmt, antworte ich mal darauf. 😉 ihr habt beide Recht! #kindergartenstreitschlichteraussage 😂
        Nein ernsthaft. Das alles ging mir auch vorher schon durch den Kopf.
        Wenn ich es für mich behalte ist egoistisch, weil, wie confidentcontradiction schon sagt, wären wir beide nicht auf dem gleichen „Wissensstand“. Somit kann er keine informierte Entscheidung treffen.
        Andererseits wäre es egoistisch ihm davon zu erzählen, weil es ihn vielleicht unnötig verletzt. Für mich bedeutete der Kuss nichts. Er könnte das anders auffassen oder sich in ein Gedankennetz verspinnen.

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  5. Ich würde es ihm sagen. Beschreibe ihm die Situation. Wie du dich gefühlt hast bzw fühlst. Er sollte das verstehen. Klar, kann es sein, dass er dann seine Zeit braucht das zu Verarbeiten, aber wird auch wissen, dass es dir selber deswegen schlecht geht.
    Und wenn es irgendwann dann doch raus kommt, wird er es schlimmer finden, als wenn du ihm das jetzt erzählst.

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    1. Danke für deinen Rat! Ich denke nicht, dass er das irgendwie erfährt. Schließlich kennt ihn niemand hier.

      Du hast schon auch recht. Wenn ich ihm sage, dass ich den Kuss nicht initiiert habe und er für mich nichts bedeutet, wird er es verstehen. Mein Plan ist es erstmal bis Februar abzuwarten, wie es mir mit der Situation geht. Dann haben wir beide wieder normale Umstände. 🙂

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  6. Ich habe jetzt alle Kommentare an- und einige durchgelesen. Sehr gemischte Meinungen hier. Ich schreib trotzdem noch ein paar Zeilen. 😉

    Mein erster Eindruck war: Ok, war kacke, aber wird hier vielleicht etwas deutlich mehr aufgebauscht als tatsächlich da war? Vielleicht. Letztlich geht es aber darum, wie DU dich fühlst. Wie DU die Situation bewertest. Externe können als Korrektiv wirken, aber am Ende musst du dir die Frage stellen, wie du mit dir selbst ins Reine kommst und mit der geschehenen Situation umgehen willst.

    Solltest du dich fürs Schweigen entscheiden, stellt sich noch die Frage, ob andere, die die Aktion mitbekommen haben, etwas sagen könnten. Wenn das geschieht, wäre es für deinen Freund sicher ein deutlich größerer Vertrauensbruch als es selbst zu sagen.

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    1. Nachdem ich auch alle Kommentare mehrfach gelesen habe und noch eine Nacht darüber geschlafen habe, hat sich bei mir gedanklich einiges getan. 😅

      Und dein Kommentar hat mich , glaube ich, sogar am meisten zum Nachdenken gebracht.

      Du hast vielleicht sogar Recht, dass die Situation in meinem Kopf ziemlich aufgebauscht wurde. Letztendlich war es „nur“ ein Kuss während einer Partynacht. Der Kuss hat mir absolut nichts bedeutet, ich habe ihn nicht initiiert und größtenteils nur über mich ergehen lassen.
      Falls ich es ihm erzählen sollte, werde ich es genauso sagen. Ich denke, dann wird er es auch als nichts weiter Erwähnenswertes sehen können.

      Ich denke nicht, dass er es von Externen erfahren wird. Hier kennt ihn keiner. 😉

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  7. Oh weh… was für eine schwierige Situation für dich! Eigentlich hab ich dazu auch gar keinen schlauen Rat auf Lager. Hab echt keine Ahnung, was ich selbst an deiner Stelle tun würde. Daher wollt ich dir bloß mal mein Mitgefühl hier lassen. 😉

    (Und ich finde es toll, dass du trotz der verständlichen Bedenken darüber geschrieben hast. Das ist dein Tagebuch hier, da solltest du über alles schreiben können, was dich bedrückt.)

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  8. Hatte eigentlich schon gestern kommentiert, irgendwie ist der Kommentar nicht erschienen. gür mich lesen sich die Tatsachen eher harmlos. Du empfindest/empfandest es als viel dramatischer als es wirklich ist. Er hat Dich überrumpelt mit dem Kuss, Du wolltest das gar nicht. Davor hast Du Dich zunächst geschmeichelt gefühlt, was menschlich ist. Dann ist er vorgeprescht und Du bist nicht sofort mitgekommen mit dem was da eigentlich passiert ist, hast aber gut die Kurve gekriegt, mit ein paar Kratzern von der Leitplanke sozusagen (Nebenbei finde ich es auch krass, dass er gleich fragt, wo ihr hingeht). Gut dass Du jetzt Abstand gewonnen hast, für mich klingt das nach einer unglücklichen Situation in der vieles zusammen kam, Alkohol, Entfernung zum Freund usw. Toll ist es nicht gewesen, aber dennoch weit entfernt von dem was ich als Betrug bezeichnen würde. Mach Dich nicht fertig dafür, Du kannst es nicht ändern, aber daraus lernen. Warum ist es Dir denn erstmal schwer gefallen „nein“ zu sagen? Du empfindest es als schrecklich schlimm, das ist an sich ein gutes Zeichen, dass Du wirklich hinter Deiner Beziehung stehst und nichts anderes willst! Sortier Dich erstmal, und entscheide dann mit klarerem Kopf und Herz, ob und wie Du es ihm sagst. Es gibt hier in dieser speziellen Situation kein richtig und kein falsch denke ich. Nur Du weißt was sich für Dich richtig anfühlt. Wenn ihr zusammen gehört, kannst Du hierbei eigentlich nichts falsch machen.

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  9. „Mit ein paar Kratzern von der Leitplanke“ hört sich gut an. 😂 Ja, finde ich auch ganz schön krass, dass er direkt fragt, wohin wir gehen sollen…
    Danke für den Rat! 😊 Ich werde mal sehen, wie es mir mit der Situation im Februar geht, wenn wir wieder normale Umstände haben. 🙂

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  10. Ich habe den Link von einem der großartigsten Blogkommentatoren, den ich kenne. Liebe Tagebuchschreiberin, leider ist es schon Freitagabend. Ich bin schon recht alkoholisiert und habe schon eine Runde Fussball hinter mir. Vielleicht würde ich es sonst anders ausdrücken. Okay, du hast einen Mann geküsst, der nicht dein Freund ist. Da ist nichts dabei. Im Gegenteil, du hattest einen Haufen Spaß dabei. Dazu solltest du ganz selbstbewusst stehen. Vermutlich bist du eine begehrenswerte anziehende Frau. Dafür musst du dich nicht schämen oder verstecken. Zeig das ruhig ! Du gehörst niemandem außer dir selbst. Und dir gehört natürlich auch niemand. Und wenn dein Freund DAMIT ein Problem hat, dann habt ihr eben mal eine Krise (ähem) und dann geht die Beziehung ganz normal weiter.

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    1. Hehe, vielen Dank für deinen ersten Kommentar hier, blogcrawler! Ich erkenne dich auch schon durch diverse Kommentare meiner Lieblingsblogs. 🙂

      So leicht würde ich es allerdings nicht abtun, wie du es beschreibst. Eine Beziehung bedeutet für mich, dass ich ausschließlich meinen Freund küsse und mit ihm schlafe. 😉 (Ich bleibe jetzt mal komplett auf der körperlichen Ebene). Ich würde es auch nicht wollen, dass er umherhüpft und fremde Frauen küsst.

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      1. Ich verstehe dich. Schade eigentlich 😉 Für mich sieht dein Ansatz natürlich extrem aus. Darf ich noch folgendes Gedankenspiel spielen: Du bist allein ohne deinen Freund irgendwo bspw bei einem Meeting in einem fremden Land oder so. Du triffst einen Haufen Leute und musst auch irgendwie mit den interagieren z.B. Geschäfte machen oder Vorträge anhören. Irgendeinen Typ findest du unheimlich nett und gut aussehend. Ihr unterhaltet euch super, die Chemie stimmt. Er versucht aber nichts bei dir. Wieder zurück erzählst du deinem Freund davon. Du erzählst , es ist nichts passiert aber du hast dich wohl gefühlt in seiner Nähe. Ein halbes Jahr später wird wieder so ein Workshop sein, wo er wieder dabei sein wird. Wieder erzählst du es deinem Freund. Würdest du wollen a) er küsst dich und sagt dir, alles was dort passiert, passiert eben und er will es nicht wissen oder b) möchte lieber nicht, dass du hingehst oder verspricht dich regelmäßig anzurufen. Wie würdest du entscheiden im umgekehrten Fall ?

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      2. Ah hier ist das Gedankenspiel. 🙂 tut mir leid, dass ich nicht mehr geantwortet habe!
        Also ich denke er würde nicht a) sagen. 😉 er würde mich tatsächlich jeden Abend anrufen. Und ich würde ihm von vorne herein auch nichts von dem Mann erzählen, den ich kennen gelernt habe. Und weil ich die schöne Beziehung mit meinem Freund nicht aufs Spiel setzen möchte, würde nichts passieren auf der Reise… Das hat er nicht verdient. 😉

        Im umgekehrten Fall, wenn er in dieser Situation wäre, würde ich ihm vertrauen denke ich. Natürlich hätte ich ein mulmiges Gefühl. Aber soweit sollte das Vertrauen in einer Beziehung reichen.

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  11. Diesem Kuss wird zu viel Beachtung geschenkt.Er hatte keinerlei Bedeutung.Vergiss diesen ganz schnell und ansprechen würde ich dieses Thema bei ihm auch nicht.Es würde nur unnötige Unruhe in die Beziehung bringen und Zweifel in deinem Partner auslösen. Warum Stressen? Nein!
    Selbst wenn er etwas erfahren würde,ist diese Situation bei Dir schon längst in Vergessenheit geraten weil da war ja nix über was man sich Gedanken machen muss.
    Du weißt was ich meine..

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  12. Ich kann nur sagen, wenn ich an seiner Stelle wäre, würde es mich viel mehr verletzen, wenn du es nicht erzählst. Das wäre meiner Meinung nach der Hauptbetrug, es zu verschweigen. Du machst es dadurch nur schlimmer und führst den Betrug so auf einer anderen Ebene weiter.

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  13. Ist natürlich alles nicht optimal gelaufen, aber wüßte das besser als Du? 😉
    Laß es mich mal so sagen: ich sehe da eigentlich zwei Ebenen – auf der einen Seite die moralisch- ehrliche. Um es für Dich loszuwerden, könntest Du es ihm sagen. Aber ist es Dein Erleichtertsein wert, wenn es bei ihm Mißtrauen hervorruft? Wenn da etwas zerstört wird, das gerade erst im Entstehen ist und von dem Du oder Ihr Euch eine Menge erhofft?
    Um es „loszuwerden“, hast Du ja hier die Gang im Blogland (mit toller Resonanz) und vielleicht auch ein oder zwei vertraute Leute in der realen Welt.

    Die andere Ebene ist die rein pragmatische. Diesen Esten wirst Du in Deinem Leben nie mehr wiedersehen, der kennt vielleicht nicht mal Deinen Namen. Vielleicht hat er Dich schon wieder vergessen – denn so, wie Du es beschreibst, denke ich, die Nummer versucht der regelmäßig bei irgendwelchen Frauen.
    Aus Deiner Gruppe wird es nicht an Mr Hashtag weitergegeben und er kennt den Blog hier nicht.
    Es ihm zu beichten zerstört mehr als die Szene wert ist. Auf dem Mißtrauen, das daraus vielleicht entsteht, läßt sich keine Beziehung aufbauen.
    Der Rest liegt komplett bei Dir: es zukünftig nicht nochmal so kommen zu lassen, völlig wurscht, ob betrunken oder nicht. Aber das weißt Du selbst.

    Und wenn ich noch etwas bemerken darf: so wie Du hier im Blog schreibst, kann ich mir nicht vorstellen, daß Du als „langweilig“ abgestempelt wirst.

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  14. Hey, OK also ich geb jetzt auch mal meinen Senf dazu. Ich würde es ihm nicht sagen. Du wolltest es nicht, du hast es nicht angestachel.. Nichts, du warst betrunken, wahrscheinlich nur halb so groß wie er und ja, ganz schön naiv, aber mal im Ernst. Hat es so viel Bedeutung, dass es n schlechtes Gefühl bei deinem Freund auslösen darf? Das wird es nämlich tun. Ich will dir raten runter zu kommen, tief durchzuatmen und zu erkennen, das so ne Aktion eine einwöchige Beziehung zerschmettern kann.. Gerade weil es erst so kurz ist, wird er denken, du meinst es nicht ernst. Und wenn du es ihm später mal sagst, aber nicht jetzt… Dann kannst du ihm das erklären, das das so mies und falsch gelaufen ist und du so kurz nach Beginn euer Beziehung auf gar keinen Fall etwas riskieren wolltest wegen eines nach Knoblauch stinkenden Lippenstift Schmierer. Wichtig wär halt… Kommt es irgendwie an ihn durch andere.. Dann müsstesr du dich der Sache stellen, aber ehrlich und entdramatisiert. Beton wie unangenehm dir das war. Ich mein, n Knoblauchkuss ! 😀

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    1. Danke für deinen Kommentar und den Rat. 😊 Das mit dem später erklären, falls es mich wirklich nicht los lässt, ist eine gute Idee. Ich glaube auch, dass er es dann besser verstehen könnte. Und wie du schon sagst, ich muss erstmal runter kommen. Ich habe dem ganzen vielleicht wirklich zu viel Wichtigkeit beigemessen, als die Situation überhaupt verlangt/verdient.

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