Unfassbar

Würde ich allerdings erfahren, dass ihm etwas zugestoßen ist, würde meine Welt untergehen.

Das habe ich vor 16 Tagen geschrieben.

Als hätte ich es gewusst. Als hätte ich es damit heraufbeschworen.

Und scheiße ja, mir geht es dreckig. Als meine Eltern mich heute angerufen haben, wusste ich schon, dass irgendwas nicht stimmen kann. Ich bin immer noch schockiert. Ich kann es immer noch nicht fassen.

Und was mir ständig im Kopf herumschwirrt ist, was mein Mitbewohner einmal über Mr Tiger gesagt hat: „Er ist ein wirklich schöner Mann.“

Beide Beine abgetrennt. Bei einem fucking Zugunfall. Scheiße.

Es tut mir so unglaublich Leid für ihn.

Ich wünsche mir, er bleibt trotzdem der fröhliche, freundliche, immer gut gelaunte Mr Tiger. Ich denke, ich werde versuchen ihn diese Woche irgendwie zu erreichen.

Aber was sagt man seinem Exfreund, seinem guten Freund, und seinem Kryptonit-Menschen, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag beide Beine verlor?

Werbeanzeigen

19 Gedanken zu “Unfassbar

  1. Unfassbar in der Tat. Es ist unfassbar schrecklich. Ich hoffe Du hast Menschen um Dich, die Dir eine Stütze sind sodass Du für ihn bestmöglich da sein und eine Stütze sein kannst. Sei für ihn da so viel es geht, mehr kannst Du nicht tun. Fahr hin zu ihm wenn es irgendwie geht. Ich denke in so einer Situation braucht man viel Zuneigung von außen. Bestimmt steht er noch unter Schock.

    Gefällt 1 Person

    1. Hinfahren wird wohl leider vorerst aus Finnland nicht gehen. Aber ich habe zwei gute Freunde, die vor Ort sind und alle möglichen Informationen sammeln und zeitnah an mich weiterleiten. Das hilft mir gerade sehr. Und meine beste Freundin kennt Mr tiger auch sehr gut und wir haben schon miteinander telefoniert.
      Mr Tiger ist bis morgen noch im künstlichen koma und muss nochmal operiert werden. Allerdings sind die Ärzte zuversichtlich, dass er außer lebensgefahr ist.

      Er hatte schon immer sehr viele Freunde und wird sicherlich ganz viel Unterstützung bekommen. Wie gesagt, ich hoffe er kann dadurch seine lebensfrohe Natur in dieser Situation beibehalten. Wenn ich zu Weihnachten zuhause bin, werde ich ihn auf jeden Fall besuchen.

      Gefällt mir

      1. Als jemand der selbst mal in einen ziemlich schrecklichen Unfall verwickelt war (mit ein bisschen Koma und viel Krankenhaus und allem was dazugehört) sage ich dir mal, dass du jetzt ein bisschen sensibel sein solltest. Sensibel in der Hinsicht, dass er sich leicht wie ein ‚Mann in der Auslage‘ vorkommen wird. Zumindest ging es mir damals so. Ich war selbst noch total überfordert mit der neuen Situation, kam damit noch nicht klar und aus allen Himmelsrichtungen kamen und meldeten sich Leute, mit denen ich auch schon länger nichts mehr zu tun hatte und fragten „wie es mir geht“ oder dritte darüber ausfragten. Klar könnte man sagen, dass es nett ist, wenn sich alle (wieder) an einen erinnern etc. aber für mich hatte das gerade in der Anfangsphase echt einen sehr, sehr bitteren Beigeschmack und all das ’sensationsgeile‘ Interesse an mir war wirklich zu viel. Nicht, dass ich dir das jetzt unterstellen würde, aber sei gerade jetzt extra vorsichtig. Das hier ist first and foremost SEIN Drama und keine lieb gemeinten Worte der Welt werden ihm jetzt helfen. Glaub mir. Gib ihm seine Zeit. Nach ein paar Wochen und Monaten nämlich ist der ‚erste Ansturm‘ vorbei und die echten und wahren Freunde bleiben. Diejenigen, mit denen man dann auch wirklich etwas ‚anfangen‘ kann.

        Gefällt 3 Personen

      2. Ja, sowas in der Art ging mir auch schon durch den Kopf.
        Ich möchte ihm auch nur irgendwie signalisieren, dass er mir immer noch wichtig ist und ich hinter ihm stehe. Deshalb würde ich mich wohl auch nur kurz melden, sobald es geht. Und dann in zwei Monaten zu Weihnachten besuchen kommen.

        Danke für deinen hilfreichen Kommentar. ❤

        Gefällt mir

  2. Er muss neben allem anderen auch lernen, damit zu leben. Das klingt einfach und man möchte gerne mehr tun als einfach nur da sein (ob körperlich oder Digital oder in Gedanken) aber oft geht gar nicht mehr. Weil er erstmal begreifen und klar kommen muss. Sein Tempo wieder finden und seine Orientierung … das ist nicht einfach. Das werden schwere Zeiten – und dann ist es wichtig, dass Du da bist … und so wie ich Dich einschätze – wirst du das sein 😉

    Gefällt 1 Person

  3. O weh… Hast Du ihn inzwischen erreicht? Ohne ihn zu kennen, aber ich denke er wird unterscheiden zwischen denen, die jetzt nach ihm fragen (lassen) und seinem Kryptoniten, der bei ihem sein will -und sei es nur in Gedanken.
    Alles weitere hängt davon ab, wie er die neue Situation aufnimmt (klingt blöd, aber ich hatte im Job mal mit vergleichbar Getroffenen zu tun und da gibt es himmelweite Unterschiede).

    Gefällt 1 Person

    1. Ich habe ihn noch nicht erreicht aber ich werde immer noch regelmäßig von seinem cousin auf dem laufenden gehalten. Wahrscheinlich werde ich es eher so handhaben, dass ich ihm, zusammen mit meiner besten Freundin, eine Karte schreibe. Und dann zu Weihnachten erst besuchen werde. Aus Finnland kann ich leider viel zu wenig ausrichten…

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s