Ein weiterer Teufel und ein Fettnäpfchen

Es folgt gleich ein weiterer Beitrag. Ich hatte noch nicht alles zum Thema Mr Hashtag gesagt. 😉 Hier gehts zum ersten Beitrag von heute. Dort hatte ich geschrieben, dass ich das Thema „wohin-führt-das-alles“ aka DTR (=Define the Relationship) noch nicht angesprochen habe. Ich bin allerdings vor ein paar Tagen in ein kleines Fettnäpfchen getreten, von dem ich noch berichten möchte. 😀

Von Freitag auf Samstag war ich mal wieder bei Mr Hashtag übernacht. Wir hatten einen wunderschönen Freitagabend und gemütliches Ausschlafen, Kuscheln, Morgensex und leckeres Frühstück am Samstagmorgen. Spätestens zum Nachmittag wollte ich wieder an meiner WG sein, da meine neue Mitbewohnerin an dem Tag einziehen wollte. Wir fuhren also zusammen mit seinem BMW-Schlitten zu mir, halfen meiner Mitbewohnerin ein bisschen, machten nachmittags in meinem Stadtteil einen Pärchenspaziergang und gingen noch einkaufen für das Abendessen.

Mit den Helfern und Freunden meiner neuen Mitbewohnerin machten wir gemeinsam Pizza, tranken Bier und quatschten. Irgendwann ging es um ihre geplante Einweihungsfeier. „Für Phillipp müssen wir aber unbedingt ein paar Singlemädels einladen, ja?“, scherzte sie mit mir am Tisch in der Runde. Ich kannte ihren Kumpel Phillipp nicht und wusste auch nicht, ob ich an dem Tag ihrer Einweihungsfeier überhaupt noch da sein würde, aber ging darauf ein: „na klar, kriegen wir sicher hin!“. Dann fiel mir ein: „oh aber, in meinem Freundeskreis könnte das schwierig werden. Die sind alle schon vergeben… Ich bin – äh, war – ähhh bin – das letzte Singlemädel bei uns…“

Uuups. Was hatte ich da gerade gesagt? Den Blick zu Mr Hashtag wollte ich nicht riskieren. Ich lachte nur nervös, meine neue Mitbewohnerin lachte mit und wechselte zum Glück schnell und geschickt das Thema. Sie kannte Mr Hashtag selbst erst seit heute und hatte keine Ahnung von ihm und mir. Somit hatte sie zumindest auch nicht viel mehr Ahnung als wir voneinander. 😀

Das Thema kam nicht mehr auf den Tisch. Weder beim Pizza essen noch bei Mr Hashtag und mir. Aber somit ist diese ganze Sache immer noch unausgesprochen.

Einerseits würde ich gerne warten, bis er es anspricht. Andererseits halte ich es selbst nicht mehr lange aus. Ich muss meinen Standpunkt rüber bringen, was das Auslandssemester angeht. Ich möchte keine frische Beziehung haben, wenn ich vier Monate auf einem Erasmus-Auslandssemester bin. Nicht, weil ich da vorhätte rumzuvögeln. Wohl aber, weil ich da meinen Spaß haben möchte, gerne flirte, viel erleben und nicht viel an Zuhause denken möchte. Ich möchte nicht an etwas gebunden sein, von dem ich nicht weiß, ob es die Gedanken wert sind. Auch Mr Hashtag kann ja in der Zeit jemanden kennen lernen mit dem er vielleicht glücklicher wird, als er es je hätte mit mir sein können. Das weiß man nach zwei Monaten daten einfach nicht.

Bis ich fliege würde ich gerne die schöne Zeit mit ihm genießen, ohne mir Gedanken über die Zukunft machen zu müssen. Die Frage ist nur, ob er es auch so sieht. Deshalb muss es wohl irgendwann angesprochen werden. Allerdings merke ich immer mehr, dass diese ganze Kennenlernphase umso spannender ist, wenn man nichts anspricht. Trotzdem. Spätestens in 14 Tagen wird was passieren. Dann geht mein Flug.

Im letzten Beitrag habe ich schon geschrieben: ich würde ihm gerne versichern können, dass wir im Januar so weitermachen können, wie wir es zur Zeit tun. Aber Januar? Ein weiterer Teufel sitzt mir im Nacken. Immer noch. Schon seit viel zu vielen Monaten. Im Januar könnte ich Mr Regisseur wieder sehen… Wie ich auf ihn reagiere kann ich nicht sagen. Aber vermutlich würde ich jeden anderen Kerl stehen und liegen lassen für ein weiteres Date mit ihm. Diese verfluchten Teufel in meinem Kopf.

 

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Das Teufelchen an der Oberfläche

Eigentlich wollte ich schon vor zwei Stunden anfangen mit Lernen. Andererseits wollte ich diesen Blogeintrag schon vor einer Woche schreiben. Also was hat eine höhere Priorität? 😉

Ich sags nur allzu gerne nochmal: Prokrastination kann ich. 😀

Es geht immer noch im Mr Hashtag. Es ist so viel passiert, dass ich nicht mehr umher komme, endlich mal wieder was nieder zu schreiben. Also eigentlich ist viel passiert – es lässt sich aber auch kurz fassen: mittlerweile haben wir uns schon sehr viele Male getroffen. Meine Regel, ihn nur einen Tag pro Woche zu treffen, habe ich gebrochen. Ich genieße es einfach zu sehr. Die Aufmerksamkeit, das Gekuschel, die verliebten Blicke. Das Gefühl, eine Beziehung zu haben. Wir haben aber keine. Also wenn es nach mir ginge, würde ich es jedenfalls nicht so benennen. Seit meinem letzten Eintrag zu diesem Thema habe ich es immer noch nicht geschafft, mit ihm darüber zu sprechen, wohin das Ganze hinführen soll. Oder besser gesagt, dass es nirgends hinführen kann, weil ich (nun mittlerweile) in zwei Wochen schon weg bin. Ich werde vier Monate in Finnland und danach einen Monat noch in Bayern sein. Das weiß er. Aber ich weiß nicht, ob ihm bewusst ist, dass wir jetzt keine Beziehung eingehen können.

… Oder ob ich es jemals mit ihm könnte.

Ich genieße zwar die Zeit mit ihm, die Aufmerksamkeit, das Gekuschel, die verliebten Blicke. Aber ich selbst bin nicht verliebt in ihn. Ich habe mich die letzten Wochen oft gefragt, woran es liegt. Alles scheint zu passen: seine Art, sein Humor, sein Geruch, unser Sex. Er kocht gut, er ist extrem sportlich, er fotografiert. Ich kann sogar darüber hinweg sehen, dass er nie studiert hat nach seinem Abi, sondern eine Ausbildung gemacht hat. Er hat damit komplett andere Lebenserfahrungen gemacht als ich sie gemacht habe. Sonst war es für mich immer ein wichtiger Grund, dass der potentielle Partner doch bitte auch Student sein sollte oder studiert haben sollte. Aber bei ihm finde ich es nicht schlimm. Es passt ja alles andere so wunderbar. Er macht alles richtig. Er schreibt mir täglich, er macht mir Komplimente, er gibt mir die Aufmerksamkeit, die ich brauche. Aber woran liegt es dann, dass ich mich nicht in ihn verliebe, obwohl er es unumstreitbar in mich ist?

Mich beschleicht das Gefühl, dass ich zu oberflächlich bin. Mr Hashtag ist sportlich, hat einen wunderbaren, musklösen Körper, genau die richtige Körpergröße für meine Größe – aber würde ich ihn im Club oder auf der Straße sehen, ich würde an ihm vorbei sehen. Er ist nicht mein Typ. Er hat ein einzigartiges Gesicht und ein bisschen abstehende Ohren. Sehen wir uns zu zweit, ist mir es egal, dass er nicht mein Typ ist. Aber vergleiche ich ihn mit anderen Männern, die ich bisher gedatet habe, fällt es mir auf, dass er im Ranking nicht sehr weit oben landet. Während ich das hier schreibe, hört es sich so furchtbar an. Ich will nicht so oberflächlich sein. Ich hab ihn wirklich sehr gerne und würde behaupten, es fehle mir nicht mehr viel zum verliebtsein. Aber ein kleiner oberflächlicher Teufel auf meiner Schulter flüstert mir zu: „verkauf dich nicht wieder unter Wert.“

Diese Worte hatte mein Mitbewohner vor einigen Monaten zu mir gesagt. Anscheinend sei ich eine attraktive Frau.Ich kann das schlecht beurteilen. Nach 25 Jahren gewöhnt man sich eben an den Menschen, der aus dem Spiegel auf einen zurück blickt. Ich mag mich selbst mittlerweile ganz gerne. Aber ich habe keine Ahnung wo ich in einem „Ranking“ stehen würde und muss wohl auf das Urteil und Komplimente anderer zurückgreifen. Und mein Mitbewohner, sowie mehrere aus meinem Umfeld fanden, dass ich mir ruhig hübschere Männer hätte aussuchen können.

Aber Mr Hashtag zählt da nicht unbedingt dazu. Nur – sollte das nicht egal sein? Es ist furchtbar, dass Menschen so viel Wert darauf legen, sich gegenseitig nach ihrem Aussehen zu bewerten. Was soll das denn? Es gibt so viel Wichtigeres, für das es sich lohnt, jemanden kennen zu lernen, befreundet zu sein, zu daten, zu lieben…

Und wie bringe ich nun diesen oberflächlichen Teufel auf meiner Schulter zum Schweigen? Das hat Mr Hashtag nicht verdient. Auch wenn ich erstmal keine Beziehung eingehen kann, würde ich ihm zumindest trotzdem gerne versichern können, dass ich mich freue, im Januar dort weiter zu machen, wo wir aufgehört haben. In fünf Monaten kann zwar viel passieren, aber es kann auch nichts passieren und Mr Hashtag und ich haben eine Chance. Wäre nur nicht dieser böse Teufel…