Literarisch unbrauchbar

Eigentlich hätte ich heute mal wieder ins Fitnessstudio gehen sollen. Ich war schon seit bald zwei Wochen nicht mehr.

Eigentlich sollte ich gerade an meiner Seminararbeit schreiben. Am Freitag in einer Woche ist die Abgabe und ich habe genau Null Seiten bisher geschrieben.

Eigentlich sollte ich heute anfangen für meine Klausur zu lernen.

Eigentlich müsste ich für das Start-Up, bei dem ich mitarbeite, einen kleinen Artikel schreiben.

Und eigentlich müsste ich duschen.

Stattdessen sitze ich hier, bin müde und überlege, ob ich meine Abendpläne auch absage. Nicht, weil ich irgendwie schlecht gelaunt wäre. Mir geht es wunderbar. Aber so eine „Irgendwie-Beziehung“ ist ganz schön zeitintensiv. Die Zeit habe ich nicht.

Mr Hashtag war gestern bei mir. Es war mal wieder ein toller Abend. Wir haben zusammen gekocht, Eis gegessen, einen Film geguckt, gekuschelt, Sex gehabt. Als wir uns dann schlafen legen wollten, waren wir beide nicht mehr müde und haben noch lange gequatscht. Endlich bekam ich die Gelegenheit ihn ein bisschen zu seiner „Beziehungsvergangenheit“ auszufragen. Er hatte bisher zwei ernste lange Beziehungen. Klang alles akzeptabel. Er hat es sehr sachlich erzählt. Außerdem kenne ich jetzt seine Lieblingsfarbe und sein Lieblingsessen und dass er nur Gemüse nur mit Buttersoße mag.

Irgendwann konnten wir doch einschlafen. Ich schlafe allerdings immer noch ziemlich schlecht mit einer zweiten Person im Bett. Er auch. Am nächsten Morgen, also heute, lagen wir noch ziemlich lange im Bett, massierten uns gegenseitig, hatten nochmal Sex und frühstückten dann ausgiebig zusammen mit meinem Mitbewohner und seiner Freundin. Danach wollte er gehen, aber irgendwie landeten wir nochmal kuschelnd in meinem Bett. Er konnte sich einfach nicht losreißen. Und ich wollte auch nicht, dass er geht. Es war einfach zu schön in seinen Armen zu liegen.

Und jetzt denke ich mir, dass dieser halbe Tag einfach vertrödelt war. Ich hab so viel zu tun. Verschwendet war der Vormittag nicht. Ich hab ihn sehr gerne. Ich fühle mich wohl in seinen Armen. Aber was soll das Ganze eigentlich? Ich kann es genießen so lange er da ist. Und danach überfällt mich das Stressgefühl, weil ich stattdessen so viel hätte tun können und müssen. Ich brauche einen Tag, der mindestens 30 Stunden hat. Oder einen Zeitumkehrer.

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Aus dieser Zeitnot tippe ich diesen unorganisierten Tagebucheintrag herunter….

Was es noch von den letzten Tagen zu erwähnen gibt:

Mein Arbeitskollege hat mir letzte Woche gestanden, dass er auf mich steht. Wir kennen uns seit etwas mehr als ein Jahr. Er ist ein sehr guter Freund geworden in der Zeit. Seit neun Jahren ist er in einer Beziehung. Seit zwei Jahren wohnt er mit seiner Freundin zusammen. Dass er auf mich steht, hatte ich allerdings schon seit Längerem vermutet. Woher? Keine Ahnung. Das merkt man einfach. Vielleicht weil er jedes Mal so komisch reagierte, wenn er erfuhr, dass ich jemand Neues kennengelernt habe. Aber trotzdem war es eine ziemlich krasse Sache, als er am Donnerstag nach unserem wöchentlichen Lunchdate damit herausrückte. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Dass es nicht geht, war ja klar. Ich stehe nicht auf ihn (was ich ihm nicht so direkt gesagt habe) und sehe ihn nur als guten Freund. Ich glaube, ich habe mehrmals gesagt, dass ich hoffe, diese Sache würde unserer Freundschaft nun in Zukunft nicht im Weg stehen. Als ich nach dem Gespräch zuhause war, habe ich ihm noch eine längere Nachricht geschrieben und es nochmal betont. Seine Antwort war beschwichtigend. Ich hoffe, es bleibt alles, so wie es bisher war.

Eine zweite Sache, die ich jetzt noch schnell erwähnen möchte, bevor ich doch endlich unter die Dusche springe, ist: In ein paar Tagen bin ich auf meinem zweiten Festival. Nachdem ich seit letztem Jahr keine Festival-Jungfrau mehr bin, weiß ich ja, was mich erwartet. Dieses Festival war zwar unglaublich teuer und ich musste mir außerdem ein eigenes Zelt kaufen. Ich fahre mit einer Kommilitonin und ihrem Bruder. Vor Ort schließen wir uns zusammen mit einer weiteren Freundin von mir und ihrer Gruppe. Also alles Menschen, die ich nicht sooo gut kenne. Aber das wird sicher trotzdem toll.

So. Jetzt habe ich alle Gedanken aus meinem Kopf auf Papier (bzw. auf die Tastatur) gebracht. Ich hoffe, jetzt kann ich (nach meiner Dusche) noch ein bisschen produktiv sein.

Was für ein chaotischer, literarisch unbrauchbarer Eintrag. Es freut mich, dass ich diese fünf Minuten eures Lebens verschwenden durfte. Gern geschehen. 😉

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Widersprüche

Wer je behauptet hat, Frauen kann man nicht verstehen – der hat absolut Recht. 😉

Ich habe zwar gesagt „Er ist es nicht„, dennoch treffe ich mich weiter mit ihm. Er ist es immer noch nicht. Aber ich verbringe gerne Zeit mit ihm. Ich genieße es mal wieder, jemanden zu haben, der mich begehrt. Jemanden, der mir täglich guten Morgen und gute Nacht schreibt. Jemanden, der vor Freude ganz nervös ist, wenn er mich sieht. Jemanden, mit dem ich auf Dates gehen kann, so richtig pärchen-like. Jemanden, der meine Hand nimmt oder seinen Arm um mich legt beim Spazierengehen. Jemanden, den ich küssen kann, während er Spaghetti für uns kocht. Jemanden, an den ich mich bei gruseligen Filmen kuscheln kann.

Ich weiß, ich sollte mit ihm reden. Er weiß bereits, dass ich nicht mehr lange hier bin. Es sollte also doch glasklar sein, dass da nichts mehr sein kann, wenn ich in einem Monat weg bin. Für mich ist es das zu mindest. Aber damit ich mir sicher sein kann, dass wir auf der gleichen Ebene sind, sollte ich es ansprechen.

Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Vielleicht sind wir ja noch auf der gleichen Gefühlsebene. Ist eine Aussage wie „du sorgst für Chaos in meinem Kopf“ ein eindeutiges Zeichen, dass bei ihm mehr Gefühle im Spiel sind? Oder ist es einfach eine Floskel? Ist der Satz „du bist wunderschön“ vor dem ersten Sex einfach ein wunderbares Kompliment? Oder steckt mehr Interesse dahinter?

Beim nächsten Treffen spreche ich es an. Versprochen.

Zum Schluss noch eine Anregung. Meine Mitbewohnerin stellte mir die Killerfrage: „Angenommen du wärst in einem Monat nicht weg … Wärst du jetzt in dieser Position?

Tja, wäre ich? Hätte ich ihn ein viertes Mal getroffen? Hätte ich mit ihm geschlafen? Würde ich ihm noch schreiben? Würde ich mich noch jedes Mal freuen, eine Nachricht von ihm zu bekommen?

Ich denke ja. Aber ich würde trotzdem denken, dass er es nicht ist. Ich fühle mich so egoistisch. Und so widersprüchlich.

Und nun noch ein allerletzter Gedanke: fühlte es sich damals genauso für Mr Regisseur an? Der sich mehrmals mit mir getroffen hat und wir beide eindeutig Interesse aneinander hatten – er aber dann auch fort musste? Will mir das Schicksal damit irgendwas sagen?

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Er ist es nicht

Okay, Fehlalarm Leute. Ich rudere zurück. 😉 Ich bin  nicht diejenige, die es verkackt mit Mr Hashtag. Eigentlich verkackt es keiner. Eigentlich ist es ganz schön. Gestern hatten wir unser drittes Date. Aber ich merke: vielleicht ist er es doch nicht.

Das zweite Date

Vergangenen Dienstag trafen wir uns zum zweiten Mal. Ich hatte nur nachmittags Zeit, weil ich abends unbedingt mal wieder in meinen Yogakurs wollte. Wir verabredeten uns am selben Treffpunkt wie beim ersten Date. Er hatte zwar angeboten mich abholen zu können, aber dafür hätte er quer durch die Stadt fahren müssen und für mich war es kein Problem schnell in den Bus zu hopsen und dort hin zu fahren.

Er hatte vorgeschlagen sein Longboard mitzunehmen und mir das Fahren beizubringen. Ich war zuvor noch nie auf einem Longboard gestanden und fand es eine wirklich coole Idee. Ich freute mich ihn wieder zu sehen nach dem ersten tollen Date.

Nach unserer Begrüßungsumarmung machten wir uns auf den Weg zur ausgewählten perfekten „Longboard-Straße“. Eine flache lange Straße eben. 😉 Er erklärte es mir  kurz (was gibt es auch großartig zu erklären beim Longboardfahren?) und ich stellte mich drauf. Direkt bot er mir seine Hand an. Natürlich nahm ich sie und so zog er mich einige Meter mit dem Longboad die Straße entlang. Ein bisschen anschubsen durfte ich dann auch selbst. Obwohl ich kein Naturtalent im Longboardfahren bin, machte es mir richtig Spaß und ich überlege nun, mir selbst eins zu holen. 🙂

Immer abwechselnd fuhren er und ich, während der andere nebenher lief und mit seiner Spiegelreflex ein paar Fotos „in Action“ machte. Da die Straße wirklich super lang ist, mussten wir aus zeitgründen irgendwann umkehren. Er hatte allerdings keine Lust mehr nebenher zu laufen und beschloss, dass wir jetzt zusammen auf dem Longboard fahren würden. Das hatte er noch nie gemacht und wir mussten er ein paar „Stellungen“ ausprobieren. 😉 Ich mit beiden Füßen vorne, unsere beiden Füße versetzt, Händchen haltend, Hände frei, er mich an der Hüfte haltend… Fast hätten wir aufgegeben, bis ich mich nach hinten stellte und er am vorderen Teil versuchte anzuschubsen. Und es klappte!

Anfangs noch sehr zögerlich und langsam, konnten wir aber bald das Tempo steigern und bretterten über den Asphalt. 😀 Haha. Absolute Date-Empfehlung, liebe Leser! Zusammen Longboard fahren! 😉 Ich hatte zwar die ganze Zeit Angst hinzuknallen, aber irgendwie vertraute ich ihm. Außerdem konnte mich gut hinter seinem muskulösen Rücken verstecken, sodass ich nicht auf die Straße sehen musste. Wir kamen heil zurück an seinem Auto an, ließen den hohen Adrenalinspiegel langsam abklingen und quatschten ein bisschen. Rechtzeitig vor meiner Yogastunde fuhr er mich zurück.

Natürlich schrieb er mir nach unserem zweiten Date weiterhin brav jeden Tag die Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten. Mittlerweile gefiel es mir, mich darauf verlassen zu können, dass er mir schreibt. Auch wenn ich bis mittags nichts geschrieben habe, kommt irgendwann eine Nachricht von ihm. Eigentlich schreibt sowieso immer er als erstes. Ein Vorschlag für das nächste Treffen ließ auch nicht lange auf sich warten: er wollte mit mir am Freitag ins Kino Fluch der Karibik angucken. Fand ich genial, denn den Film wollte ich eh noch sehen.

Wir verabredeten uns also für den Nachmittag, nach seinem Feierabend. Für mich war es leider relativ früh, eigentlich musste ich um 16 Uhr noch einiges für die Uni tun. Aber das ließ ich mal sausen und willigte ein. Ich wies ihm an vor meiner WG zu parken, da es in der Innenstadt schwierig ist Parkplätze zu finden. So konnten wir zusammen in die Stadt laufen und abends nach dem Kino auch wieder zurück.

Das dritte Date

Ausgerechnet seit einigen Tagen funktioniert unsere Klingel nicht, also hörte ich es nicht, als er ankam. Zum Glück ist er ja nicht blöd und klopfte an unserem Küchenfenster und erschreckte damit meine Mitbewohnerin, die ihn reinließ und mich rief. Als ich seine große Gestalt im Flur erspähte musste ich schon grinsen. Ich freute mich ihn zu sehen.

Wir liefen zusammen in die Innenstadt, machten dort einen kleinen Spaziergang, blieben eine Weile am Fluss stehen, wo er mir (mal wieder) von seinem Wassersport erzählte, überlegten uns dann, was wir essen wollten und steuerten auf den Vapiano zu. Nach meinem leider sehr klein ausgefallenen Salat beschlossen wir, auf jeden Fall noch ein Eis zu holen. Weil wir beide große Oreo-Fans sind, kauften wir außerdem noch vorm Kino zwei Packungen im Supermarkt und schmuggelten die in meiner großen Handtasche rein.

Er lud mich ins Kino ein, ich ihn daraufhin auf eine Cola (immerhin 😉 ). Während des Films überlegte ich heimlich, ob ich mich irgendwie bequem an seine Schulter anlehnen konnte. Dann hätte ich allerdings nur noch schief auf die Leinwand gesehen, also saßen wir einfach nur nebeneinander. Die Oreos hatten wir während des Films doch nicht ausgepackt, da wir von dem Eis noch gut gesättigt waren. Deshalb entschieden wir nach dem Film, eine Picknickpause auf dem Rückweg einzulegen. Während wir also zurückliefen und nach einem passenden Picknickort suchten, ergriff er irgendwann meine Hand. Mir fiel auf, wie lange ich schon nicht mehr Händchenhaltend durch die Stadt gelaufen bin…

Wir entdeckten eine Bank, er setzte sich und breitete sein Sweatshirt neben sich aus, damit ich mich darauf setzen konnte um nicht auf dem Metall frieren zu müssen. Süß. 🙂 Leider fing es genau in dem Moment an zu tröpfeln. Wir versuchten noch tapfer das Nasse zu ignorieren, während wir an den Oreos knabberten. Als der Regen stärker wurde, gaben wir auf und mussten uns etwas zum unterstellen suchen. Am Rand des Veranstaltungsgebäudes unserer Stadt, ein schönes und historisches Bauwerk, fanden wir eine überdachte Nische. Stehen war doof, also setzten wir uns einfach auf den Boden mit dem Rücken zur verschlossenen Glastür. Sofort zog er mich näher an sich heran und platzierte meine Beine über seinen Schoß. In der Position blieb mir nichts anderes übrig, als mich gemütlich an seine Schulter zu kuscheln. Das musste ziemlich ulkig und süß ausgesehen haben, wie wir in dieser Nische an dem historischen Gebäude zusammengekuschelt Oreos aßen und darauf warteten, bis der Regen nachließ. Ich fand es jedenfalls sehr gemütlich.

Auch als der Regen aufhörte, blieben wir so sitzen. Ich wartete eigentlich nur noch auf den Moment, an dem er mein Gesicht zu sich ziehen würde und mich küssen würde.

Aber er tat es nicht. Hm. Wieso denn nicht?

Irgendwann wurden wir von unserem gemütlichen Platz verscheucht, da die Veranstaltung, die an dem Abend statt gefunden hatte, zuende war Stühle durch diese Glastür heraus gebracht werden mussten. Wir liefen also das kurze restliche Stück zu mir und beschlossen schnell, dass es in der Küche zu ungemütlich war.

In meinem Zimmer stand Mr Hashtag erst etwas verloren herum, bis ich ihm sagte, er könne es sich doch gemütlich machen. Ich habe leider keine Couch oder ähnliches, nur ein großes Bett und einen Schreibtischstuhl. Erst als ich mich selbst auf mein Bett setzte, kam er dazu.

Dort plauderten wir weiter bis er mich wieder an sich zog. Er begann mich am Hals zu streicheln und ich wurde immer entspannter und schläfriger. Das bemerkte er und fragte mich, ob ich denn gar nicht kitzelig wäre am Hals. Nö, bin ich nicht. Er erwiderte, er möchte mal was ausprobieren… Er kam mir näher und begann mich sanft am Hals zu küssen. Zwar bekam ich immer noch keine Gänsehaut, aber ich genoss es. Er küsste weiter, bis er an meinen Lippen ankam. Endlich! Er küsste sehr gut.

Wir begannen zu knutschen und unsere Körper begannen sich ineinander zu wenden. Mir schoss nur ein Gedanke durch den Kopf: wenn das noch „wilder“ werden sollte, dann kommen wir an den „Point of no return“. Und an den wollte ich heute Abend nicht. Ich fand es zwar schön ihn zu küssen und zu knutschen, aber das reichte mir. Irgendwie schaffte ich es, das Geknutsche ruhiger werden zu lassen, bis ich die Chance witterte, etwas zu sagen um damit unaufällig eine Pause einzuschieben. Ich fragte ihn, ob er denn gar nicht mehr müde sei. Er grinste mich an, seine Augen funkelten und er verneinte. „Ich bin es aber“, sagte ich und packte meinen Rehblick aus. „Okay…“, Enttäuschung war jetzt in seinen Augen zu erkennen. Um ihn etwas aufzuheitern, da ich es ja nicht böse meinte, gab ich ihm noch einen kleinen neckischen Kuss auf den Mund und kuschelte mich dann an seine Brust.

Bis dahin hatte ich immer noch keine Ahnung, wie er denn beziehungstechnisch so tickte. Wir hatten bisher immer nur über alltägliche Themen gesprochen. Deshalb platze ich endlich mal raus mit meiner Frage: „wie lange bist du denn schon Single?“ Er erzählte mir ein bisschen von seiner zweijährigen Beziehung, die letztes Jahr im August zuende gegangen war. Anscheinend war es nicht leicht für ihn gewesen. Aber jetzt wäre alles wieder gut. Während er erzählte sprang er auf andere Themen über. Er erzählte von seiner Kindheit, seinen Reisen und seinen Kumpels. Mir fiel auf, dass er nie eine Gegenfrage stellte. Er fragte nicht, wie lange ich schon Single war, wollte nichts über meine Kindheit oder meinen Reisen wissen. Ich war nicht gekränkt deshalb, aber ich fand es komisch.

Irgendwann fragte er mich: „könntest du denn so angekuschelt schlafen?“ Wahrscheinlich hätte ich es gekonnt, aber ich entschied mich für eine situationsgerechtere Antwort: „nein, so nicht, aber ich finde es trotzdem schön bequem. Aber ich schlafe besser wenn ich allein bin.“ Jetzt musste er es aber verstanden haben.

Hatte er auch: „wenn ich gehen soll, musst du mich wahrscheinlich rausschmeißen.“ „Mache ich“, und ich kuschelte mich näher an ihn. Das könnte ich ja später auch noch machen.

Er begann mich wieder zu streicheln. Über den Hals, über meine Wange und über meine Lippen. Er fragte mich, ob ich garnicht empfindlich wäre an den Lippen. Wenn er dort berührt werde, kribbele es bei ihm so. „Und wenn ich dich küsse, kribbelt mein ganzer Körper“, fügte er dazu.

Oh oh.

Also bei mir kribbelt da nichts. Spätestens jetzt gab mir die ganze Situation zu denken. Ich finde es angenehm in seinen Armen zu liegen. Es macht Spaß ihn zu küssen. Wir verbringen eine lustige Zeit zusammen auf unseren Dates. Er ist ein Gentleman, er ist attraktiv und er mag mich. Aber ich mag ihn wohl nicht ganz so sehr wie er mich.

Wir lagen noch eine Weile kuschelnd und knutschend in meinem Bett, bis ich entschied, dass es Zeit war für mich schlafen zu gehen. Ich setzte mich auf und guckte ihn an. Er verstand und stand auf. An meiner Haustür zögerte ich nicht und küsste ihn zum Abschied. Ich wollte nicht, dass er meine Gedankengänge erkennen konnte. Ich wollte nicht, dass er enttäuscht ist. Er ist ein so sympatischer netter Mann.

Aber seit gestern Abend kann ich an nichts anderes denken als dieses fehlende Kribbeln. Eigentlich bin ich doch immer diejenige, die sich zu schnell verliebt. Vielleicht ist er ja auch garnicht verliebt und ich interpretiere wieder… Aber eins weiß ich nun:

Er ist nicht derjenige, für den ich mein derzeitiges Leben verändern würde. Er ist es nicht, für den ich weiterhin meine Pläne umschmeißen würde um ihn unter der Woche zu treffen. Er ist es nicht, mit dem ich vor meinem Auslandssemester eine Bindung eingehen würde. Er ist wohl einfach nicht der Richtige. Er ist es nicht.

Wie und wann sollte und muss ich es ihm sagen?