Leider ein gutes Date

Und direkt kommt ein weiterer brandaktueller Tagebucheintrag. Es geht um mein Tinderdate mit Mr Hashtag gestern. Nachdem wir wochenlang geschrieben hatten ohne uns treffen zu können, hatte ich Angst, dass ich zu hohe Erwartungen entwickeln könnte und er mir dann nicht gefallen könnte.

Endlich fanden wir aber einen Termin für ein Date und direkt vorweg: es war ein richtig guter Abend. 🙂 Leider. – Wieso leider? Da komme ich gleich dazu.

Ich denke nicht, dass ich trotz allen Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten zu hohe Erwartungen entwickelt habe. Eher fand ich es merkwürdig, da wir uns ja nicht kannten und habe ich mich gewundert, dass er das komplett durchzieht. Zwischendurch war ich auch genervt. Ich wollte keine Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten von irgendwem. Ich kenne ich ihn ja nicht. Was berechtigt ihn, mir die zu schreiben? Ein paar Stunden vor dem Date rechnete ich eher mit einem Reinfall und überlegte, wie ich am besten aus der Sache rauskomme, wenn es nicht passt. Als ich begann mich fertig zu machen und die Outfit-Frage anstand, wurde ich etwas nervös. Was war denn jetzt los?

Ich war von mir selbst genervt, dass ich nervös war. Ich stieg trotz allem in den Bus und fuhr zum Treffpunkt. Wir hatten geplant ein Eis essen zu gehen, ein bisschen spazieren und eventuell Fotos machen, da er auch eine schöne Spiegelreflexkamera hatte (das Nachfolgermodell von meiner).

Er hatte mich dann wohl von Weitem kommen sehen und stieg, kurz bevor ich da war, aus seinem Auto aus. Hm ja, er sieht aus wie auf seinen Fotos. Ein sympatisches Gesicht, man konnte sehen, dass er Wassersport betrieb (Muskeln! 😀 ) und die Größe passte wunderbar.

Ooookay – jetzt war meine sich vergrößernde Nervösität gerechtfertigt. Und das nervte mich noch mehr. Denn wenn ich nervös bin, labere ich nur Quatsch und bin tollpatschig wie sonst was. Ich hoffe, das fiel ihm nicht zu sehr auf. Eher fiel ihm direkt auf, dass ich typisch bayrisch mein „R“ rolle (was ich übrigens seit den fünf Jahren außerhalb Bayerns immer noch nicht wegbekommen habe). Ständig neckte er mich damit. Dafür hatte er auch einen ortstypischen Dialekt – damit hatte ich wenigstens etwas, womit ich zurück necken konnte.

Wir liefen also zur Eisdiele (ich verlief mich dabei gefühlte zehn mal) und unterhielten uns. Er konnte sehr viel reden, was mich aber nicht störte, da er zwischendurch auch einige Fragen stellte. Und irgendwie gefiel es mir, wenn er redete.

Wir redeten über alles Mögliche, allerdings nichts „Tiefsinniges“, wie ich es ganz gerne tue. Dabei lernt man den Menschen einfach am besten kennen. Aber es hätte zu unserem „Spätnachmittags-Eis-Date“ nicht gepasst. So erfuhr ich leider auch nichts über seine bisherigen Beziehungserfahrungen oder nach was er aktuell suche. Das muss ich wohl bei der nächsten Gelegenheit noch abchecken.

Nach unserem Eis, zu dem er mich sehr charmant einlud, liefen wir die typische Touristen-Strecke, die eine sehr schöne Seite meiner Unistadt zeigt. Er hatte noch Lust auf ein Feierabendbier und steuerte einen Kiosk an. Dieses Mal lud ich ihn spontan ein und wir setzen unseren Spaziergang fort. Dabei entdeckten wir ein paar coole Orte, an denen man Fotos machen konnte. Davon verstand er auf jeden Fall eine Menge. Was mich sehr beeindruckte.

Als wir schon Richtung Rückweg liefen, kamen wir an einer gemütlichen Kneipe vorbei und setzen uns mit einer Limo nach draußen. So nebeneinander vor der untergehenden Sonne, der kühlen Limo in der Hand und die Beine sich schon berührend, hätte ich ihn in dem Moment gerne geküsst. Tat ich natürlich nicht, denn ich spiele ja lieber die Gejagte. 😉 Er tat es aber leider auch nicht. Naja, vielleicht war es auch vernünftiger so.

Am liebsten hätte ich das Date nach der Kneipe beendet. Es war zwar richtig schön und ich fand ihn toll, aber irgendwie war ich müde, hatte schon seit meinem Mittagessen an der Uni-Mensa Bauchkrämpfe und wollte zurück. Er hatte aber noch Hunger, also teilten wir uns Pizzabrötchen und Kartoffelecken bevor wir dann endlich zu seinem Auto liefen. Er bot an, mich zurück zu fahren und ich erzählte ihm während der Fahrt von unserer schönen Aussicht auf die beleuchtete Uni. Die wollte er noch fotografieren, also wurde der Abend noch weiter in die Länge gezogen. Da wir dann eh schon an meiner WG waren, konnte ich ihm ja noch kurz eine Wohnungsführung geben.

Währenddessen bemerkte ich, dass er gar nicht mehr so gesprächig war wie bisher. Ich fragte, ob er schon müde wurde. Er meinte, er hätte von dem Essen gerade irgendwie Bauchkrämpfe bekommen. Ich erzählte ihm nicht, dass ich schon den ganzen Tag welche hatte. Man sah merklich, dass es ihm schlecht ging. Ich fragte ihn, ob er gerne einen Tee hätte oder ob ich ihn zum Auto zurück bringen sollte. Er entschied sich dafür, den Abend zu beenden und ich war innerlich zwar froh darüber, aber hätte mir natürlich gewünscht, dass es ihm nicht so schlecht ging. Wir umarmten uns ganz normal zum Abschied.

Als ich mir heute morgen allerdings den Abschied nochmal durch den Kopf habe gehen lassen, bemerkte ich, dass er vielleicht doch nicht ganz „normal“ gewesen war. Vielleicht war es Einbildung, aber ich glaube die Umarmung hatte eine Sekunde länger gedauert als üblich. 😀 – Aber vermutlich interpretiere ich da wieder nur was hinein.

Er hatte mir im Laufe des Abend erzählt, dass er am nächsten Tag nochmal kurz in meine Unistadt wegen seiner Arbeit fahren musste und wir uns ja auf einen Kaffee treffen konnten. Ich wusste nicht, ob das Angebot noch aktuell war und sagte zur Verabschiedung, er könne sich ja melden. Ich war dabei selbst sehr gespannt, ob er sich melden würde.

Und er meldete sich. 🙂 Wie es sich gehört, nachdem er zuhause angekommen war. Und am nächsten Morgen auch nochmal. Das Angebot stand noch und ich überlegte sehr lange, ob ich mir die Mühe machen sollte meinen Vormittagsplan umzuwerfen um ihn auf einen Kaffee zu treffen. Mir wäre das allerdings wirklich zu stressig geworden. Und andererseits ist es vielleicht auch besser, nicht immer verfügbar zu sein… Ich bot an, das nächste Treffen zu verschieben. Er ist ja unter der Woche eh immer in meiner Stadt.

Und man erkennt schon: ich mache mir mal wieder viel zu viele Gedanken. Deshalb das „leider“. Leider war es ein schönes Date. Leider gefiel er mir gut. Leider habe ich Interesse an ihm. Leider warte ich jetzt immer sehnsüchtig auf eine Antwort von ihm. Und leider werde ich es so vermutlich wieder verkacken.

Also wer lesen möchte, wie ich es wieder verkacke: einfach die nächsten Wochen dran bleiben. Wir werden sehen. Stay tuned.

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Party ohne Ende – Teil 2: Picknick in der Küche

Hier gehts zu Party Ohne Ende – Teil 1: Wonderland im Garten.

Wie am Ende von Teil 1 erwähnt: meine Partygeschichte endet noch nicht zum Ende unserer großen WG-Party. Für den darauffolgenden Dienstag war dann die größte Uniparty des Jahres angesetzt. DIE Party, die man sich nicht entgehen lassen kann. DIE Party, auf die man sich das ganze Jahr über freut. DIE Party, auf die jeder – wirklich jeder – Student sein wird. Sie findet auch nachmittags und im Freien, vor der Fläche der Studentenwohnheime statt. – Die besten Parties sind wohl nachmittags und im Freien, oder? 😉

Ich nahm mir allerdings vor,IMG-20170620-WA0011 dass ich nicht mehr so viel trinken würde, da ich es am Samstag so übertrieben hatte. Und wenn ich es mit diesen Worten schon einleite: natürlich konnte ich meinen Vorsatz nicht halten. Spätestens, nachdem ich meine Kommilitonen auf einer Picknickdecke antraf, in deren Mitte mallorca-style einen Eimer Sangria mit langen Strohhalmen thronte, hätte ich Schlimmes ahnen können. „Dieser Eimer muss bis zum Ende des Abends leer sein!“ – schrie meine Kommilitonin immer wieder und kippte immer wieder Sangria und Weißwein nach. Der Eimer enthielt auch Früchte und Eiswürfel, was es bei der Hitze des Dienstags noch angenehmer machte, ständig daraus zu schlürfen. Dazu brachte meine Freundin drei Flaschen Sekt mit und der Abend nahm seinen Lauf.

Die Party ging lang. Und ein Problem, wenn man in uninähe öfter tindert und datet: man sieht sie alle wieder. Natürlich waren alle auf dieser Party. Mr Gemüselasagne, Mr Höflich und Mr Gryffindor. Als Mr Tiefsinnig auftauchte, wusste ich, wo (oder besser gesagt „mit wem“) ich am Abend enden würde. Meine besagten Kommilitonen hatte ihre Picknickdecken nur ein paar Meter neben Mr Gemüselasagne aufgeschlagen. Ich war sehr in Versuchung, zu ihm zu gehen und Hallo zu sagen. Zum Glück hielt mich meine gute Freundin davon ab. Ich war eh schon wieder zu angetrunken. SCHON WIEDER! Mann! Mit Mr Höflich hatte ich eh nix mehr zu tun, der war mir also egal. Aber als ich Mr Gryffindor von Weitem erspähte, und er mir sogar am nachmittag eine Whatsapp-Nachricht geschrieben hatte, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich drängte (per Whatsapp), dass er zu unserer Decke kommen sollte. Wir verpassten uns wohl ständig, da ich (natürlich dank der vielen Flüssigkeit) ständig auf die Toilette musste, und er wohl auch ständig Leute traf und wieder weg rannte. Irgendwann hatten wir uns aber beide an der Picknickdecke eingefunden.

Ich erfuhr schnell, dass er wieder mit seiner Ex-Freundin zusammen war. Ha! Ich hatte es schon vermutet! Sonst hätte dieses zweite Date doch wohl geklappt! Anscheinend traten er und sie kurz nach unserem ersten Date wieder in Kontakt. Ich fand das völlig in Ordnung. Mr Gryffindor war süß und ich freute mich einfach für ihn, dass es mit seiner Exfreundin wieder klappte. Wie gesagt, ich bin gerade glücklich, wie mein Leben verläuft. Da gönne ich anderen gerne ihr Glück und ich hoffe, dass Mr Gryffindor und ich in Kontakt bleiben und uns freundschaftlich treffen können.

Als es Zeit war aufzubrechen, bekamen meine Freundin undIMG-20170620-WA0022b meine beiden Mitbewohner, die sich auch bei uns an der Decke herumtrieben (so ein Malle-Eimer verbindet!) Hunger. Einer der beiden Mitbewohner ist ein großer Hobbykoch und bot an, uns Bruscetta bei uns in der WG zu machen. Da wir unseren Küchentisch aber noch wegen der Party auf der Terrasse stehen hatten, nahmen wir die Picknickdecke und breiteten sie auf dem Küchenboden aus. Ich schrieb Mr Tiefsinnig, wo er denn abgeblieben war und lud ihn ein, sich uns bei unserem Picknick in der Küche anzuschließen. Natürlich hoffte ich auf mehr und das wusste er auch. Nachdem wir die viel zu kleine Menge Bruscetta vernichtet hatten, hatten wir zwar alle noch Hunger, aber niemand war noch aktiv genug, um kochen zu wollen. Die Übriggebliebenen verkrümelten sich und Mr Tiefsinnig und ich überlegten kurz, ob wir die leere Küche nutzen wollten. Das konnten wir unseren Mitbewohnern aber nicht antun und verzogen uns (nach dem Zähneputzen) in mein Zimmer.

Unser zweites Mal war besser. Dieses mal waren wir nicht ganz so betrunken wie am Samstag. Allerdings muss ich gestehen, nachdem ich einen direkten Vergleich habe mit Mr Tinderjüngling von einer Woche zuvor, dass Mr Tiefsinnig da nicht ganz herankommt. Ich würde die Vermutung aufstellen, dass Mr Tiefsinnig mehr Erfahrung hat als Mr Tinderjüngling (obwohl der bestimmt auch einiges an Erfahrung mitbringt) – aber Mr Tinderj. und ich passten wohl besser zusammen. Naja, was solls aber? Mr Tinderj. ist in meiner Heimatstadt und Mr Tiefsinnig ist hier vor Ort. Man nimmt, was man kriegen kann. 😉 Und beschweren kann ich mich momentan auf keinen Fall! (Ich hoffe, das ist nicht zu verwirrend zu lesen, da die Namen ja beide mit T beginnen 😀 )

Mit diesem Singleleben freunde ich mich gerade sehr gut an. 🙂 Was für ein Sommer bisher!

 

Party ohne Ende – Teil 1: Wonderland im Garten

Wow. Wo fange ich an? Die letzten fünf Tage ist so viel passiert, dass ich mich heute unbedingt hinsetzen muss um aufzuholen. Bevor schon bald ein weiterer Beitrag fällig wird, von meinem morgigen Date mit Mr Hashtag. Der hat übrigens schon verdammt viele Pläne. Aber gerade genug um einen Abend zu füllen. Wobei ich mir Sorgen mache: wenn sich bei Tagespunkt 1 schon herausstellt, dass es nicht passt, wie kann ich mich davon schleichen? Es bleibt spannend…

Heute geht es aber erstmal um die vergangenen Tage. Am Samstag haben wir eine riesen WG-Party geschmissen. Mit knapp ein-einhalb Monaten Vorausplanung, über 150 eingeladenen Gästen und circa 200 Euro Ausgaben (trotz BYOB). Wir hatten einfach Bock auf eine hammermäßige Sommerparty. Und das wurde sie auch! (Auch Dank meiner Liebe zur Organisation solcher Events – aber ich will mich nicht selbst loben. 😉 )

Die Idee entstand daraus, dass wir unseren großen WG-Garten und die 25 Meter lange Terrasse direkt vor unserer Wohnung ordentlich nutzen wollten. Leider ist die Nachbarschaft, trotz Uninähe, intolerant gegenüber jeglichen studentischen Feiereien. Weshalb wir uns dachten: hey, dann lass uns doch einfach schon nachmittags anfangen und um 22 Uhr ins Haus gehen! Also haben wir für unsere Gartenparty ein richtiges Festival-Tomorrowland-Wonderland Ambiente geschaffen. Unsere Highlights waren der Pool (ein türkisblaues großes Planschbecken), die Lichterketten, die Tanzfläche auf dem Rasen, der Bierpong-Tisch, die Cocktailbar, das Buffet, die sommerliche Bowle, der Feuerkorb, Schmuck in den Bäumen und im Gebüsch und natürlich die selbstgebaute große Euro-Paletten-Schaukel. Eigentlich war der ganze Garten ein Highlight.  DSC_0082b  IMG-20170617-WA0015b

Aber ich will jetzt nicht allzu lange weiter schwärmen. 😉 Los ging die Party mit einem „exklusiven Grillen“ mit den engsten Freunden (womit man bei einer fünfer WG auch schon mit 20 Leuten rechnen kann). Da gab es also das erste Bier. Offizieller Start der Party war dann 18 Uhr. Es ging weiter mit Bowle, Cocktails, Bier, Bier, Bier, Schnapps und so weiter. Ich weiß es schon gar nicht mehr. Jedenfalls ging uns schon vor 21 Uhr der Alkohol aus und zwei meiner Mitbewohner und ich sind deshalb kurz vor Ladenschluss zum nächsten Supermarkt getorkelt, um drei weitere Paletten Bier, eine Flasche Wodka und eine Flasche Rum zu holen. Es war wirklich ein feuchtfröhlicher Abend. In jeglicher Hinsicht: weil ich so betrunken war, dass ich mich im Nachhinein etwas schäme (allerdings wurde mir mehrmals bestätigt, dass ich sehr süß bin, wenn ich betrunken bin). Weil ich von meinem Mitbewohner irgendwann aus Spaß in den Pool geschubst wurde, sodass ich meinen Rock und mein weißes Top wechseln musste. Weil wir harte 14 Stunden durchgefeiert und getrunken haben. Und weil ich im Laufe des Abends mit Mr Tiefsinnig in meinem Zimmer verschwunden bin. 😉

Eine so gelungene Party habe ich noch nie erlebt.DSC_0083b 😀 Sogar so gelungen, dass die Polizei mitfeiern wollte! Oder vielleicht hat mir das mein betrunkenes Hirn so eingeredet. 😉 Gut, dass mein nüchterner Mitbewohner die Aufgabe übernommen hat, sich mit denen zu unterhalten. Dass die Polizei bei uns auftaucht, ist eh nichts Neues. Wir sind darin schon  routiniert. 😀

Die Episode mit Mr Tiefsinnig nahm allerdings einen lustigen Lauf. Seit unserem zweiten Date im Februar hatte ich kaum noch Kontakt zu ihm. Natürlich war er trotzdem noch ein paar mal bei uns, da er ein sehr guter Freund meines Mitbewohners ist. Da hielten wir aber immer nur kurz Smalltalk. Seine Schreibfunkstille war mir Antwort genug auf die Frage, ob wir überhaupt noch daten würden. Trotzdem war ich neugierig und fragte beiläufig meinen Mitbewohner, ob er wüsste, was Mr Tiefsinnig so über mich dachte. Anscheinend pflegt mein Mitbewohner eher diese Männerfreundschaften, bei denen man tatsächlich viel über Gefühle oder so einen Kram spricht. Das kenne ich  bei Männern so generell gar nicht. Ist das ein Ding jetzt?

Jedenfalls erzählte mir mein Mitbewohner, dass Mr Tiefsinnig dachte, ich würde mich nach einer Beziehung sehnen. Ich hatte anscheinend viel über meine früheren Beziehungen geredet und Mr Tiefsinnig hätte da Angst bekommen. Vielleicht hatte ich tatsächlich auch weitere Signale gesendet. Ich weiß es nicht. Konkret war es ja nicht falsch, dass ich eine Beziehung suchte zu der Zeit. (Aktuell muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin, wie mein Leben läuft.) Aber dass Mr Tiefsinnig absolut nicht in Frage kam, habe ich schnell erkannt. Nur ihm gegenüber hatte ich es wohl nicht deutlich genug gemacht. Vielleicht wäre ein Aussprechen ganz sinnvoll gewesen?

Naja, jetzt ist es jedenfalls egal, denn das übernahm mein Mitbewohner ganz geschickt für mich. Er wusste, dass Mr Tiefsinnig voll mein Typ Mann ist und wir beide offen genug waren um einfach unseren Spaß miteinander haben zu können, ohne dass es kompliziert wird. Ich hatte es nie konkret gesagt, aber mein Mitbewohner übernahm die Rolle des Wingmans und ließ meine Meinung bei einem Gespräch mit seinem Kumpel beiläufig einfließen.

So kam es dann, dass ich irgendwann im Laufe unserer Sommerparty neben Mr Tiefsinnig stand und mich nicht mal eine Minute unterhalten musste, bis wir uns schon abknutschten. Wir wussten beide, was wir voneinander wollten. Die Frage war jetzt nur noch, wo? Und ob tatsächlich, während die Party noch in vollem Gange war? Klar! Ich wohne ja schließlich hier! Und wir waren zu betrunken um uns allzu viele Gedanken zu machen.

Also verschwanden wir in meinem Zimmer, ich verschloss die Tür und zog die Vorhänge zu. Blöd nur, dass ich unserer ehemalige Mitbewohnerin einen Schlafplatz bei mir im Zimmer versprochen hatte. Noch blöder, dass sie genau dann an ihre Sachen wollte. So klopfte sie mehrere Minuten lang an der Zimmertür. Von der Terrassentür hörten wir auch Stimmen und Klopfen. Achja, davor hatten meine Kumpels gesessen und bemerkt, dass ich den Vorhang zugezogen hatten. Egal. Betrunken kann man gut alles ignorieren.

Dafür ist der Sex betrunken nicht so gut. Aber es war ein Erlebnis. 😉 Als das Klopfen irgendwann wieder anfing, mussten wir uns also doch geschlagen geben, uns anziehen und die Tür öffnen. Meine Ex-Mitbewohnerin stürmte herein, zog ihre Tasche und Gästematraze samt Bettwäsche ins Nebenzimmer zu meiner Zimmernachbarin. Ich versicherte ihr, dass sie doch trotzdem bei mir schlafen könnte und entschuldigte mich. (Am nächsten Tag entschuldigte ich mich auch nochmal nüchtern). Sie wollte allerdings nicht mehr in meinem Zimmer schlafen. Zum Glück ist sie eine Person, die solche Geschichten mit Humor nimmt. 😀

Ihre Rache war allerdings fies: anscheinend hatte sie aus Wut (und dank dem Alkohol) auf der ganzen Party herum erzählt, dass sie nicht an ihre Sachen konnte, weil ich es mit Mr Tiefsinnig im Zimmer trieb. Als ich also wieder heraus in den Garten kam, spürte ich die belustigten Blicke auf mir. Meine Kumpels, die an meiner verschlossenen Terrassentür geklopft hatten, zogen mich die ganze restliche Party (und die Tage darauf) damit auf. Ach – die sind aber ja auch nur neidisch. 😛

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Es war also eine lustige Party. Ich würde jetzt sogar schreiben, der Höllenkater am nächsten Tag lohnte sich – aber ich hatte auf wundersame Weise nicht mal einen Kater! 😀 Ich war nur unglaublich müde, da ich, wenn ich zu viel Alkohol getrunken habe, nur drei Stunden schlafen kann (und zwar genau drei Stunden, man kann die Uhr danach stellen). Morgens bin ich dann erstmal ein paar Stunden fit. Gerade genug, um das Partychaos größtenteils zu beseitigen, bevor ich für den Rest des unglaublich langen quälenden Tages nichts mehr mit mir anzufangen weiß. Weder kann ich schlafen, noch sonst irgendwas Sinnvolles tun. Sonntag Abend fiel ich dann um 20:30 Uhr ins Bett schlief und 11 Stunden durch.

Meine Geschichte endet hier aber noch nicht! Für den darauffolgenden Dienstag war dann noch die größte Uniparty des Jahres angesetzt. DIE Party, die man sich nicht entgehen lassen kann. DIE Party, auf die man sich das ganze Jahr über freut. DIE Party, auf die jeder – wirklich jeder – Student sein wird. Sie findet auch nachmittags und im Freien, vor der Fläche der Studentenwohnheime statt. – Die besten Parties sind wohl nachmittags und im Freien, oder? 😉

Teil Zwei folgt direkt morgen!

Zu viel Schreiben tut nicht gut

Seit einiger Zeit verfolge ich gespannt den Blog von Tinderundsowas. Letzte Woche hat sie einen tollen Beitrag über das Schreiben und Treffen mit Tinder-Dates veröffentlicht: „More Meeting, Less Writing: Ein Plädoyer für mehr Real Life bei Tinder“.

In ihrem Beitrag geht es darum, dass viele Menschen auf Tinder offenbar lieber lange anonym miteinander schreiben, statt die Plattform als Möglichkeit zu nutzen, ein Treffen im „Real Life“ zu vereinbaren. Aber wieso denn?

„Wenn da erstmal ein reeller Mensch vor dir steht, ist es vollkommen irrelevant, ob sein erster Satz an dich über eine Online-Plattform ausgetauscht wurde oder in einer zwielichtigen Bar. Dann ist es einfach ein Mensch.“

Ich stimme ihr in jedem einzelnen ihrer Punkte zu, ganz besonders im Punkt 6: „Die Erwartungshaltung wird bei langem Schreiben zu groß.“

Mir ist es noch nicht so häufig passiert, dass ich übertrieben lange mit meinen Tinder-Matches schreibe. Aber dafür ist es mir bei meinem Exfreund passiert. Mr Schützenverein hatte ich zwar offline kennengelernt und bereits zwei Mal gedatet. Aber danach war ich sechs Wochen in der Heimat. Wir schrieben in dieser Zeit jeden Tag. Er machte mir tausend Komplimente, schmiedete schon Pläne, was wir alles machen, wenn ich wieder zurück bin und verheimlichte nicht, dass er gerne eine Beziehung mit mir eingehen würde. Ich ließ mich gerne von seinen Worten einlullen, da ich mich nach so einer langen Zeit als Single wieder nach Zweisamkeit sehnte. Ich hatte über die sechs Wochen intensiven Schreib-, Telefon- und Skype-Kontakt das Gefühl, ich würde Mr Schützenverein schon sehr gut kennen. Als ich zurückkam, dauerte es also nicht lange, bis wir das zwischen uns eine Beziehung nannten.

Und was soll ich noch groß sagen…? Hätte ich mir nur noch ein paar Wochen gegeben um ihn wirklich kennen zu lernen, hätte ich schnell merken können, dass es nicht passt. Dann hätte ich mir die sieben Monate Drama und Unglücklichsein sparen können.

Aber danach ist man immer schlauer. Ich habe daraus gelernt. Vor allem, dass Menschen viel schreiben können, wie sie gerne wären oder was sie gerne tun… Es sind aber die Taten, die zählen. Seit Mr Schützenverein hasse ich es, jemanden über Schreiben kennen zu lernen. Ich chatte zwar gerne, aber die Lebensgeschichte des Anderen möchte ich lieber persönlich hören. Ich möchte seine Reaktionen, Taten und Gefühle spüren können. Meine Menschenkenntnis ist zwar nicht auf Profi-Level (ich bin dafür ein zu naiver Mensch), aber ich habe längst erkannt, dass man auf keinen Fall über das Schreiben den wahren Menschen kennen lernen kann.

„Man malt sich mit jeder schönen Nachricht ein wenig mehr aus, wie der andere nun in echt sein mag. Man stellt sich vor, wie er spricht, wie er läuft, wie er riecht oder lacht. Das Problem: Diese Vorstellung ist immer besser als die Realität. Denn sie ist eine Idealvorstellung.“

Perfekt gesagt, Tinderunsowas! 🙂

Leider stecke ich aber aktuell wieder in so einer Situation. Ich schreibe seit circa drei Wochen mit einem Tindermatch. Auf Tinder lief der Chat eher zäh, aber immerhin war er auf Instagram aktiv und folgte mir. Unter seinen Fotos postet er immer sehr kreative Hashtags. Deshalb bekommt er den Spitznamen Mr Hashtag. 😉

Er fragte mich irgendwann so eher im Nebensatz nach meiner Nummer um in Whatsapp weiter schreiben zu können. Es war aber keine eindeutige Frage, weshalb ich wohl den Chat wieder schloss und letztendlich vergaß zu antworten. Eine Woche später antwortete er auf meine Instagram-Story, dass ich wohl sehr beschäftigt sei, da ich ihm nicht mehr antworte. Da musste ich direkt checken, was er eigentlich geschrieben hatte. Achja, hoppla!

Ich entschuldigte mich und sagte, zu meiner Verteidigung, dass ja keine Frage enthalten war. Auf die „Halbfrage“ zu Whatsapp ging ich nicht ein. Dass ich noch geantwortet hatte, fand er „süß“ (seine Worte) und schrieb mir seine Nummer. Jetzt war ich doch ein bisschen neugierig, da er hartnäckig geblieben war. Ich schrieb ihn an und es entwickelte sich ein spannenderes Gespräch. Nach ein paar Tagen durchgängigen Schreibens, fragte ich ihn, ob er Lust hätte auf ein Treffen, da ich ewiges Schreiben bevor man sich kennen lernt nicht mag. Er antwortete, er sehe das genauso und er findet es cool, dass ich frage. Allerdings kam von seiner Seite kein nährerer Vorschlag. Ich machte auch keinen, da ich der Meinung war, dass ich schon genug Initiative gezeigt hatte, es vorzuschlagen. Und weil der Mann das Treffen initiieren soll. 😉  Nachdem wir zwei Tage später immer noch nur schrieben und nicht weiter gekommen waren im Thema Treffen, sprach ich es nochmal an. Schließich arbeitete Mr Hashtag in meiner Unistadt und ist jeden Tag dort. Da kann es doch nicht so schwer sein, sich mal nach dem Feierabend auf ein Eis oder ein Bier zu treffen.

Einen Tag später (!) schlug er dann endlich ein Treffen vor für Donnerstag. Tja. Too late. Ich war schon auf dem Weg in die Heimat für die kommenden acht Tage. Danach ist er für vier Tage fort. Das Treffen mussten wir wieder verschieben. Auf in zwei Wochen…

Naja und jetzt? Wir schreiben immer noch jeden Tag. Mr Hashtag schreibt mir jeden Tag eine Guten-Morgen-Nachricht und eine Gute-Nacht-Nachricht. Seine Hobbies sind Fotografie und Wassersport (welcher es genau ist, traue ich mich hier nicht zu schreiben, da man meinen Blog mittlerweile ganz gut über Stichworte auf Google findet). Er klingt lustig und sieht ganz sympatisch aus auf seinen Fotos. Ob ich will oder nicht, es entwickelt sich eine Erwartungshaltung. Mal sehen, wie er in real sein wird. Wenn es nicht passt, war das ganze Geschreibe vielleicht wirklich „Zeitverschwendung“… Am besten mache ich direkt jetzt mit ihm einen genauen Termin fest, sonst wird das wieder nix.

 

Einfach was Unkompliziertes

Jetzt sitze ich wieder im Zug zurück in meine Unistadt. Ich hab ein bisschen Zeit und Lust zu schreiben. 🙂 Die Dame neben mir schielt immer mal wieder rüber, was ich denn so abtippe. Mal sehen, ob ihr der Folgende Text auch gefallen wird. 😉

Mr Tinderjüngling und ich haben uns am Dienstag Abend tatsächlich nochmal getroffen. (Hier gehts zu Date Nr. 1 und Date Nr. 2) Ich bin direkt zu ihm gefahren – Keine Umstände mehr mit Kaffee-Date oder zusammen in einer Bar was trinken. Einfach fix und unkompliziert zu ihm. Also wohl so ein richtiges Sex-Date. 😉

Es war wieder ein sehr angenehmer Abend mit ihm. Er begrüßte mich gleich mit einem Kuss und bot mir was zu trinken an. Für mich hatte er sogar extra zwei Flaschen Desperados gekauft, weil ich das auf unserem letzten Date in der Bar bestellt hatte. Ich wollte erstmal nur ein Wasser, davon ließ er mich aber maximal einen Schluck trinken bevor er mich zu sich aufs Bett zog, mich mit weiteren Komplimenten überschüttete und anfing mich überall anzufassen. Wie beim letzten Date entkleideten wir uns schnell und hatten zusammen unseren Spaß. Ich bin immer noch erstaunt darüber, dass der Sex so super ist. Dieses Mal kuschelten wir danach allerdings nicht sehr lange. Dafür war es an dem Tag einfach viel zu heiß. Er holte für mich und für ihn kühles Bier aus dem Kühlschrank und schlug vor, wir könnten uns eine Etage höher auf die Dachterrasse des Studentenwohnheims setzen. Es war eine geniale Idee! Dort oben hatte man eine tolle Aussicht.

Wir unterhielten uns gut sehr gut miteinander. Er erzählte mir viel von sich und seiner Kindheit. Seine Familie ist mit ihm aus einem der ärmeren postsowjetischen Staaten nach Deutschland geflüchtet als er 12 Jahre alt war. Er erzählte mir, wie hart das Leben dort gewesen war und wie es für ihn war, danach in Deutschland neu anzufangen, erstmal komplett Deutsch lernen zu müssen und die Schule schaffen. Danach schloss er eine Ausbildung ab und begann ein Studium. Und jetzt ist er bald fertig mit seinem Universitätsmaster in BWL. Da wurde mir bewusst, wie sehr er mich beeindruckte. Ich habe großen Respekt vor seiner Leistung!

Jetzt wollte er von meiner Kindheit und meinem Leben auch Einiges erfahren. Das schuldete ich ihm wohl, aber sehr leicht ging mir das nicht über die Lippen. Je mehr man von seiner Vergangenheit oder seinen Gefühlen preisgibt, desto emotional abhängiger wird man von der Person, mit der man es teilt. Das wollte ich nicht. Ich wollte was Unkompliziertes. Er und ich können uns eh frühestens nach meinem Auslandssemester wiedersehen. Außerdem betrachte ich ihn nicht als „Boyfriend Material“. Dafür sind wir zu verschieden und wohnen viel zu weit voneinander weg. Natürlich erzählte ich ihm trotzdem was von mir, aber ich achtete auf emotionalen Abstand – sofern das ging.

Als wir unser zweites Bier getrunken hatten wollten wir noch einen Film starten. Einen, den ich unbedingt mal sehen wollte. Meinen Eltern musste ich davor allerdings noch schnell eine Whatsapp schreiben, dass es später werden würde. Ich hatte ihnen erzählt, dass ich bei einer Freundin wäre, um blöden Fragen aus dem Weg zu gehen. Wenn ich dann sehr viel später als erwartet nach Hause komme, machen sie sich direkt Sorgen. Das ist das Nervige daran, wieder bei seinen Eltern zu wohnen – wenn es auch nur kurzzeitig ist.

Der Film ließ sich Zeit mit dem Laden. Die Zeit nutzen er und ich natürlich effizient mit einer zweiten Runde. 😉 Als der Film dann endlich gestartet werden konnte, war es schon ziemlich spät und ich merkte, dass ich unglaublich müde war. Ich konnte meine Augen kaum noch aufhalten und verschlief, glaube ich, die Hälfte des Films. Er hatte die ganze Zeit seinen Arm um mich und fand es ziemlich süß, dass ich ständig weg nickte. Natürlich wollte er wieder, dass ich die Nacht bei ihm schlafe, damit wir morgen nochmal ein bisschen Spaß haben könnten. Aber ich wollte die Toleranz meiner Eltern nicht noch weiter ausreizen und lehnte sein Angebot dankend ab. Als der Film zu Ende war, dauerte es noch eine Weile, bis ich es schaffte aufzustehen. Wir verabschiedeten uns und er bat darum, dass ich ihm schreibe, sobald ich Zuhause angekommen bin. Ich lachte und antwortete, er würde dann doch eh schon eingeschlafen sein.

Als ich eine halbe Stunde später durch meine Haustür trat, schrieb ich ihm brav. Und er antwortete mir direkt. Ob er wohl doch noch wach geblieben war?

Jetzt versuche ich gerade in mich zu hören, ob er es geschafft hatte, sich emotional in meinen Kopf zu bohren. Wenn meine Gedanken abschweifen, merke ich, wie ich an ihn denke. Aber nur kurz. Seine süßen Nachrichten und Komplimente schaffen es, mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Aber das ist nicht schwer zu schaffen. Bald werden wir eh kaum noch schreiben. Es ist unvermeidbar. Je mehr Kilometer dazwischen, desto weniger Kontakt. Aber er ist ein total lieber Mensch und ich habe mit ihm ein paar schöne Dates verbracht. Sache abgehakt. Ich denke, ich habe dieses Mal alles unter Kontrolle.

Ich sollte mir für meine Unistadt auch unbedingt jemanden suchen, mit dem ich so eine unkomplizierte Sache starten kann. Jemanden, der mir süße Komplimente macht, mein Selbstbewusstsein pusht und ich heißen Sex haben kann…

Offensichtliches Ende

[Ein kurzer Kommentar zuvor: meinen letzten Beitrag habe ich aus bestimmten Gründen passwortgeschützt. Wer ihn lesen möchte, schreibt mir bitte eine E-Mail oder eine Nachricht über andere Kanäle.]

Ich bin gerade wieder in meiner Heimat in Bayern. Meine Oma feierte am Freitag ihren 80. Geburtstag und wie es sich für eine vorbildliche Enkeltochter in einer Vorbildsfamilie gehört, durfte ich mir den Tag nicht entgehen lassen. Ich bin allerdings auch gerne auf Familienfeiern. Ich mochte es schon immer, Feiertage mit der großen Familie zu verbringen. Ich habe leider keine Geschwister und als kleines Mädchen war es immer das Schönste, wenn ich mit meinen älteren Cousins den ganzen Tag spielen konnte. Und jetzt freue ich mich, wenn ich meine kleineren süßen Cousinen sehe, mit meiner Tante und meinem Onkel quatsche, alle zusammen Kuchen essen und es leckeres gekochtes Mittag- oder Abendessen (oder bestenfalls beides) gibt.

Worüber ich aber eigentlich an dieser Stelle berichten möchte ist mein zweites Treffen mit Mr Tinderjüngling. Als ich im Februar in meiner Heimatstadt getindert hatte, matchten wir und schrieben relativ viel. Ich war aber nur wenige Tage dort und fuhr bald zurück in meine Unistadt, weshalb ein Treffen nicht zustande kommen konnte. Wir verschoben das Treffen also auf das nächste Mal.

An Ostern trafen wir uns und es war ein angenehmer Abend. Wir  unterhielten uns gut aber er flashte mich jetzt  nicht direkt. Ein weiteres Treffen während meines Heimatbesuchs an Ostern kam nicht mehr zustande. Wir aber schrieben noch etwas und er meinte, er würde sich freuen wenn wir uns nochmal treffen können sobald ich das nächste Mal in meiner Heimatstadt wäre.  So früh kann und wollte ich nicht planen, also stimmte ich erstmal nur vage zu und wir verblieben dabei, dass ich mich melden würde. Es waren ja schließlich noch knapp zwei Monate bis zu den nächsten Ferien und ich wusste noch nicht, ob ich auf ein weiteres Treffen Lust haben würde.

Kurz vor meiner Fahrt in die Heimat schrieb ich ihm aber dann doch. Sympatisch war er ja allemal und ich weiß, dass er mich heiß findet. Und ehrlich gesagt hatte ich echt mal wieder Lust auf unverbindlichen Sex. Lange Zeit hatte ich garkein Bedüfnis danach verspürt – eventuell hing das ja sogar mit meinem Hormonchaos nach dem Absetzen der Pille zusammen? Aber seit einigen Wochen will ich mich unbedingt mal wieder ausleben. Mr Tinderjüngling war dafür einfach perfekt geeignet.

Wir vereinbarten ein Treffen zum gemütlichen Bier trinken am Donnerstag Abend. Irgendwie hatte er mich überredet, dass ich meine hohen Schuhe anziehe. Ich hatte die mit in die Heimat genommen, weil ich sie zum Feierngehen am Wochenende tragen wollte. Er wollte mich unbedingt in hohen Schuhen sehen, konnte aber am Wochenende nicht mit – also sollte ich sie doch auf unserem Date anziehen. Fand ich eigentlich eine lustige Idee und die Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen… Der Kerl ist nämlich immer noch größer als ich mit hohen Schuhen! Und das will was heißen – ich bin nämlich 1,78m. Deshalb trage ich sonst sehr selten Schuhe mit Absatz.

Schon bei diesem Gespräch beschlich sich mir das Gefühl, dass es doch sein könnte, dass er sich das Gleiche von diesem Date erhoffte wie ich. Vermutlich hoffen die meisten Männer am Ende eines Abends die Frau mit nach Hause nehmen zu können. Wenn die Frau diese Hoffnung (unterbewusst) „zurück kommuniziert“, dann ist es ein leichtes Spiel. Somit war das zwischen ihm und mir überhaupt nicht schwer.

Zuerst tranken wir im gleichen Café bzw. Bar wie bei unserem ersten Treffen zwei Bier, danach zogen wir weiter in eine schicke Bar, die ich noch nicht kannte. Dort musste ich auf Eistee umsteigen, da ich mit dem Auto da war. Ich wollte ihm aber noch unbedingt meine Lieblings-Cocktailbar in der Stadt zeigen, also brachen wir gleich schon wieder auf. Um aus der schicken Bar herauszukommen, konnte man für die zwei Stockwerke entweder die Treppe nehmen oder den Aufzug. Er wollte unbedingt den Aufzug nehmen. Ich dachte mir dabei nur, dass er ja schon ein bisschen faul war…?

Als wir dann zu zweit im Aufzug waren, wusste ich, wieso er da rein wollte. Während ich gerade noch irgendwas vor mich hin quasselte, nahm er mein Gesicht in seine großen Hände und küsste mich! Es war irgendwie absehbar – aber doch so plötzlich! Er küsste zwar nicht so umwerfend, aber das war mir für den Abend eh nicht wichtig. 😉

Auf dem kurzen Fußmarsch zur Cocktailbar quatschten wir noch ein bisschen, bestellten dort zwei Cocktails (für mich ohne Alkohol) und setzten uns. Erst nach einer halben Stunde nahm er wieder mein Gesicht in seine Hände und wir knutschten. Er fragte mich dann, ob ich noch Lust hätte, zu ihm zu gehen. Die Frage ließ sogar länger auf sich warten, als ich es erwartet hätte. 😉 Natürlich bejahte ich. Danach konnte er es kaum erwarten zu bezahlen und zu gehen.

Wir fuhren mit meinem Auto zu seiner Wohnung. Er wohnte in einem der Studentenwohnheime der Stadt. Eine sehr kleine Wohnung, aber wohl mit dem Nötigsten. Nachdem ich innerhalb von fünf Minuten dort alles gesehen hatte, fanden wir uns auf seinem Bett wieder, knutschten und entkleideten uns.

Und so weiter und so fort. 😉

Der Sex war wirklich erstaunlich gut. Dafür, dass es das erste Mal zusammen war. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass One Night Stands (zumindest für Frauen) nicht sehr befriedigend sind. Er achtete aber sehr auf mich und konnte direkt die richtigen Knöpfe bei mir drücken. Außerdem machte er mir fortlaufend Komplimente. Wir genossen beide die Bestätigung, die wir aus dem Abend ziehen konnten.

Danach lagen wir noch eine Weile zusammen in seinem kleinen Bett. Eigentlich liebe ich kuscheln, aber es war für mich ein komisches Gefühl. Vielleicht weil ich so ein „liebevolles“ Kuscheln nach einem ONS nicht kenne. Ich konnte mich nach einiger Zeit aber darauf einlassen, genoss sein Streicheln über meinen Körper und seinen weichen Bart in dem ich mein Gesicht vergrub.

Leider konnte ich nicht mehr viel länger bleiben. Er hatte wohl sogar gehofft, dass ich bei ihm schlafen würde. Aber irgendwie wäre das für mein komisches Gefühl dann doch zu viel geworden. Außerdem wohnte ich in der Heimat ja wieder bei meinen Eltern. Meine Mutter wird krank vor Sorge, wenn sie merkt, dass ich die Nacht nicht nach Hause komme. Also musste ich mich irgendwann von seinem Gekuschele losreißen, aufstehen und mich verabschieden.

Auf der Fahrt zurück nach Hause merkte ich, wie dieser Abend und seine ganzen Komplimente mein Selbstbewusstsein irgendwie gepusht haben. Das ist doch seltsam. Ich bin immer noch nicht davon losgekommen mir Bestätigung bei Männern zu holen… Dabei dachte ich, ich wäre mit meinem „Projekt Selbstliebe“ doch schon sehr weit. Aber trotzdem fühlt es sich nicht schlecht an. Schließlich habe ich an diesem Abend keine Bestätigung „gesucht“. Ich habe mir nur geholt, worauf ich Lust hatte.

Nur eins seiner Komplimente warf mich ziemlich aus der Bahn. Er sagte, er liebe meinen Bauch total, er würde da am liebsten reinbeißen. Hä? 😀 Also erstmal lustige Ausdrucksweise – aber ich denke es ist offensichtlich, was er meint: er mag wohl meinen Bauch. Aber wieso spricht er gerade den an? Ist er vielleicht wirklich „schön“? Oder ist der doch so auffällig? So fett?! Gerade jetzt, wo ich mich so unwohl fühle damit… Es ist einfach immer noch meine Problemzone. Und macht mich fertig. Jeglicher Kommentar dazu. Diese f*cking vierzehn Kilo. :/ Aber vielleicht mochte er meinen Bauch ja wirklich… Ich möchte die schöne Erinnerung an den Abend jetzt nicht verderben. Ich verdränge den Kommentar einfach vorerst mal.

Am nächsten Morgen begann Mr Tinderjüngling (der sicher kein Sexjüngling ist 😉 ) direkt mit Dirty Talk. Haha, das macht mir ja Spaß, aber wenn ich die Person noch nicht so gut kenne, ist es schwierig. Er möchte mich unbedingt so bald wie möglich wiedersehen. Ich versprach, ich würde mich melden, sobald ich mich wieder unauffällig von meinen Eltern abkapseln, aus diesem Dorf abhauen und in die Innenstadt fahren kann. Wahrscheinlich sehen wir uns am Dienstag wieder.

 

Ich bin clean – keine Pille mehr

Ich hatte in meinem letzten Beitrag ja angekündigt, dass ich zu meinem „Aussteig“ der Pille schreiben wollte. Das könnte ein etwas anderer Beitrag werden: kein reiner Tagebucheintrag über meine Erlebnisse, Gedanken und Gefühle. Es wird ein bisschen informativer – aber nur ein kleines bisschen. Im folgenden Beitrag möchte ich über meine Erfahrungen und meine Gründe zum Absetzen der Pille schreiben. Ich möchte nicht, wie man es oft liest, irgendjemandem abraten die Pille zu nehmen. Schließlich muss jeder selbst Nutzen und Risiko abwägen. Jeder Körper reagiert anders und ist den Risiken anders ausgesetzt.

Zu den schwerwiegendsten Nebenwirkung bei der Einnahme der Pille zählen das erhöhte Thromboserisiko, Depressionen, Scheidenpilz, Wassereinlagerungen, Lungenarterienembolien, Gelbsucht, hoher Blutdruck, Hirnschlag, Herzinfarkt, Sehstörungen, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Leberschaden, Diabetes, Unfruchtbarkeit, Störung der Schilddrüse, Kopfschmerzen, Libido-Verlust. Wie gefährlich die Pille hierbei tatsächlich sein kann, weiß ich nicht. Ich kenne mich selbst zu wenig mit den medizinischen, chemischen und biologischen Auwirkungen aus um eine professionelle Meinung abgeben zu können oder wollen. Alles Wissen über die Pille habe ich mir selbst durch googlen oder schlaues Erfragen angeeignet. Wie gesagt, werde ich hier einfach über meine eigenen Erfahrungen schreiben.

Ich habe sehr früh angefangen die Pille zu nehmen und habe sie schließlich über neun Jahre lang genommen. Meine Periode habe ich relativ früh bekommen – mit 12 Jahren. Mit Anfang 15 hatte ich meinen ersten Freund. Zusammen mit ihm beschloss ich, dass ich mir ja die Pille verschreiben lassen könnte. Ich sprach meine Mutter darauf an, die natürlich nicht sehr erfreut über meinen Vorschlag war. Aber trotzdem vereinbarte sie mit mir meinen ersten Frauenarzttermin. Ich fühlte ich mich sehr erwachsen. Damals klärte sich mich über die Nebenwirkungen in einem Halbsatz auf. Wie das damals gemacht wurde und wie das heutzutage wahrscheinlich immer noch gemacht wird bei jungen Frauen.

Ich bemerkte keine Nebenwirkungen. Ich war eher froh, dass ich nun immer genau wusste, wann meine Periode kam. Und dass ich mir keine Gedanken über eine ungewollte Schwangerschaft machen musste. Zu den Themen Akne, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen kann ich nichts sagen. Mit 15 geht es eh drunter und drüber. Großartige Veränderungen, die typischerweise beim Einnehmen der Pille auftreten, habe ich nicht festgestellt. Vielleicht wurde mein Körper in meiner Pubertät aber auch immer von der Pille kontrolliert? Darüber machte ich mir keine Gedanken. Es war ja irgendwie normal die Pille zu nehmen.

Erst als meine beste Freundin mit 18 anfing, selbst die Pille zu nehmen um damit gegen ihre furchbaren Regelschmerzen anzukämpfen, wurde mir bewusst, dass die Einnahme der Pille auch Nebenwirkungen haben kann. Meine beste Freundin bekam schlimme Wassereinlagerungen. Sie sah aus wie aufgedunsen. Zuerst dachten wir, sie hätte schnell viel zugenommen, da wir in dieser Zeit zusammen in Australien waren und sie sich gleichzeitig sehr ungesund ernährte. Aber die Begründung wollte sie nicht wahrhaben und setzte im Selbstversuch die Pille wieder ab. Und voilá, sie war bald wieder normalgewichtig. Kurz darauf verschieb ihr Frauenarzt ihr ein anderes Präperat und dieses mal verlief alles gut. Ich war froh, dass ich keine solchen Auswirkungen hatte.

Ich nahm die Pille sechs Jahre lang ein, bis ich sie irgendwann spontan einfach nicht mehr für nötig befand und absetzen wollte. Ich fand es zwar sehr angenehm, dass ich immer wusste, wann ich meine Tage bekommen würde und dass ich mir nie Sorgen machen musste ungewollt schwanger zu werden. Aber zu der Zeit hatte ich keinen Freund mehr und dachte mir, ich könnte mir die 60 Euro im Jahr ja sparen und mit Kondomen verhüten, wenn ich mal meinen Spaß haben wollte.

Mit Absprache meiner Frauenärztin hörte ich also auf, die Pille zu nehmen und wartete geduldig, bis sich meine Periode wieder einpendelte. Tat sie aber nicht. Ich bekam neun Monate lang meine Tage nicht. Nach mehreren Untersuchungen stellte meine Frauenärztin eine „Ovarialinsuffizienz“ fest (was das genau ist, kann man hier nachlesen). Kurz mit den Worten erklärt, die meine Frauenärztin verwendete: meine Hirnanhangsdrüse produziert nicht die Hormone, die meine Gebärmutter benötigt um Östrogen herzustellen. Ich bekomme also keinen Eisprung (und somit auch nicht meine Periode) und habe zu wenig Östrogen im Blut. Das kann auf Dauer zu brüchigen Knochen führen. Diese Insuffizienz kann entweder genetisch bedingt sein (was sie bei mir nicht ist) oder durch hohen Stress ausgelöst werden. Dafür wüsste ich einige Gründe (den Stress, den ich mir ständig wegen meiner Ernährung und Sport mache oder den Stress, den ich durch mein Studium habe). Ich sollte die Pille also aus „medizinischen Gründen“ weiter nehmen. Fand ich größtenteils doof, weil das extra Ausgaben waren. Aber naja, sonst war es ja nicht so schlimm. Alternativ wäre es sonst ein Präperat gewesen, das Frauen in den Wecheljahren nehmen. Davon riet mir meine Frauenärztin ab.

Also nahm ich die Pille weitere drei Jahre. Bis im letzten Jahr von vielen Seiten die Stimmen lauter wurden, die gegen die Einnahme der Pille sprachen. Ich wurde hellhörig. Immer öfter las man von den unaufgeklärten Nebenwirkungen der Pille. Man konnte sehr häufig lesen, dass dieses Medikament damals eigentlich nie genug erforscht wurde. Es gibt kaum Langzeitstudien. Oft wird beschrieben, dass die Pille dem weiblichen Körper einen Hormoncocktail verpasst, der nicht gesund ist. Schließlich wird dem Körper ja eine ständige Scheinschwangerschaft vorgegaukelt. Und das Thromboserisiko sei durch die Pille extrem erhöht wird.

Nachdem ich sowieso wieder Single war, beschloss ich die Pille nochmal abzusetzen. Ich glaube, den ausschlaggebenden Grund dafür gab mir aber meine Mitbewohnerin. Sie erzählte mir irgendwann beiläufig von einem „Gerücht“, das sie gehört hatte. Nämlich dass es nach dem Absetzen der Pille passieren kann, dass die Frau ihren Partner nicht mehr attraktiv finden könnte. Dadurch, dass der Körper ständig unter einer dem eigenen Körper untypischen Hormonzusammensetzung (oder Hormonmenge) ausgesetzt ist, finden Frauen wohl Männer „anders“ attraktiv. Da ist es irgendwie logisch, dass sich die Anziehung bei einer anderen Hormonzusammensetzung ändern kann. Das wollte ich auf keinen Fall. Wenn ich irgendwann meinen Traummann kennen lernen sollte, dann will ich ihn als „ich“ attraktiv finden. Mit meinen körpereigenen Hormonen. Klingt total komisch und ich weiß nicht, ob es für die Leser hier logisch erscheint. Für mich ist es das aber. 😀 Also beschloss ich die Pille abzusetzen.

Vielleicht könnte sich mein Körper dieses mal selbst einpendeln. Meine Frauenärztin fand es in Ordnung, aber ich sollte mich melden, wenn ich wieder meine Tage nicht bekomme. Ende September nahm ich also die letzte Pille. Seit dem habe ich meine Tage wieder nicht bekommen. Die negativen Auswirkungen, vor denen so viele Frauen Angst haben, bekam ich teilweise: die ersten drei bis vier Monate sprießten mehr Pickel, aber das legte sich recht schnell. Außerdem bekam ich Schuppen auf meiner Kopfhaut. Das hatte ich sonst nie! Dazu kommt, dass ich mehr Haare als sonst verliere. Das hat sich erst seit ein paar Wochen nun gebessert und schockierte mich anfangs noch ziemlich – aber solange ich noch genug auf dem Kopf habe muss ich noch nicht in Panik ausbrechen.

Am meisten ärgert mich aber meine Gewichtszunahme. Nachdem mir letztens die Zeiträume bewusst wurden, beschlicht sich mir die Vermutung, dass meine extreme Gewichtszunahme auf das Absetzen der Pille zurückzuführen ist. Seit dem Absetzen (vor acht Monaten) sind es schließlich sieben Kilo gewesen. Wie ich bereits in meinem letzten Beitrag kurz erwähnt hatte, googelte ich meine Beobachtung. Es scheint, als hätten viele Frauen ähnliche Probleme. Studien gibt es dazu allerdings nicht. Allgemein gibt es keine Langzeitstudien zu den Auswirkungen bei der Einnahme oder dem Absetzen der Pille. Ein weiterer Grund, die Pille mit Vorsicht zu betrachten.

Neben den negativen Auswirkungen spürte ich nach dem Absetzen gleichzeitig positive Veränderungen. Ich hatte das Gefühl, dass ich irgendwie fröhlicher war und mein Kopf klarer. Vielleicht war es aber nur Einbildung. Trotzdem fühlte es sich gut an. Die übertrieben fröhliche Stimmung hat sich nun (leider) wieder gelegt. Aber ich fühle mich trotzdem „natürlicher“. Es ist schwer zu beschreiben. Aber einen Unterschied merke ich schon irgendwie…

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Auch wenn ich meine Periode seit acht Monaten nicht mehr bekommen habe, einen sehr niedrigen Östrogenspiegel habe, mir mehr Haare ausfallen und mein Gewicht durch die Pille (eventuell) gestiegen ist – ich möchte die Pille trotzdem nicht mehr nehmen. (Über Verhütung muss ich mir derzeit ja sowieso keine Gedanken machen. ) Nächste Woche habe ich einen weiteren Termin bei meiner Frauenärztin. Ich werde ihr von meinen Beobachtungen berichten. Wenn sie mir wieder empfehlen möchte, die Pille „aus medizinsichen Gründen“ einzunehmen, werde ich mir eine zweite (und wenn es sein muss auch eine dritte) Meinung einholen. Mein Körper muss doch wohl ohne Hormon-Cocktail wieder klar kommen. Warum auch meinem gesunden Körper Medikamte zuführen, die er nicht braucht und die auch noch so bedenklich sind?

Mal sehen, wie es weiter geht.

Wenn es euch Lesern interessiert, oder es spannend genug ist um dem Thema einem weiteren Tagebucheintrag zu widmen, schreibe ich gerne über meine weiteren Erfahrungen. 🙂