Mr Gryffindor

Heute folgt auch schon der nächste Eintrag. Es geht um das zweite Date, das mir zufällig diesen Monat unterkam. Im Beitrag „Karrierefrau“ hatte ich ihn noch Mr Mutig genannt, aber ich möchte ihn hiermit noch schnell umbenennen zu Mr Gryffindor. Das hatte er nämlich sogar selbst über sich gesagt. 😀

Mr Griffindor hatte mir einfach aus heiterem Himmel eine Freundschaftsanfage auf Facebook geschickt. Ich konnte erkennen, dass er an die gleiche Uni ging, aber ich kannte ihn nicht und wir hatten keine gemeinsamen Freunde. Ich sendete meinen Mädels aus der Uni einen Screenshot, weil ich wissen wollte, ob sie ihn kennen und ich ihn vielleicht einfach nicht erkannte. Manchmal kann ich  mir nämlich Gesichter einfach nicht merken. Nein, ihnen kam er auch nicht bekannt vor. Aber ich solle ihn doch einfach annehmen, der sehe ja gut aus und ich würde schon erfahren, was er wollte. Na gut, habe ich getan.

Nach kurzem Blabla war ich zu neugierig und fragte direkt, ob wir uns kannten. Nein, Facebook hatte mich ihm vorgeschlagen und weil ich so sympatisch aussehe, dachte er sich er könnte mich einfach anschreiben.

Ah, ist Facebook das neue Tinder? 😉 Nachdem wir ein bisschen geschrieben hatten, vertagten wir unser erstes Treffen auf nach den Klausuren. Das klappte dann ziemlich spontan an einem Freitag. Wir verabredeten uns in unserem Uni-Café. Ich war, wie immer, zuerst da. Bisher kannte ich ihn nur von seinen wenigen Facebookfotos. Der Kerl, der bald schon zielstrebig auf mich zukam, war sehr groß. Er hatte dunkle Haare und ein freundliches Lächeln. Ja, damit kann ich erstmal arbeiten. 🙂 Wir unterhielten uns gut, hauptsächlich über das Übliche, über das man bei ersten Treffen so spricht. Irgendwie kamen wir aber auf das Thema Sex und Sado-Maso (ich habe keine Ahnung wie das passieren konnte) – bis wir beide dann nur noch komisch verlegen schweigen konnten um dann schnell das Thema zu wechseln. 😀 Nach circa drei Stunden musste ich Aufbruchstimmung verbreiten, da ich noch einiges zu erledigen hatte. Wir verabschiedeten uns.

Das Wochenende darauf war ich dann nur unterwegs, Montag und Dienstag musste ich arbeiten und fuhr dann schon in meine Heimat. Ich hatte also irgendwie vergessen, mich bei ihm nochmal zu melden. Aber von ihm kam die ganze Zeit auch nichts. Bis vor ein paar Tagen.

Ich saß mit meinen Eltern auf dem Sofa vor irgendeinem Film, bei dem ich eh nicht aufpasste, weil ich gerade mit Mr Regisseur schrieb. In letzter Zeit schreibt er mir wieder öfter. Ja, der ist wichtiger als jeder Film. Ihm antworte ich immer gerne und meist sehr schnell. Unsere Gespräche sind immer noch lustig und ich freue mich so sehr ihn bald wieder zu sehen. Mittlerweile weiß ich zumindest, dass er „Ende Mai“ von seinem sechs-monatigen Trip zurück kommt. Aber jetzt geht es ja noch um Mr Gryffindor. Denn er ist mutig wir ein wahrer Gryffindor. 😀 Erstmal war es mutig mich einfach so über Facebook anzuschreiben. Das ist ja fast schon so mutig, wie echtes Ansprechen im Supermarkt oder auf der Straße. 😉 Aber was er an diesem Abend schrieb, war auch mutig.

Er schrieb mich an mit einem Screenshot meines Tinderprofils. Wir hatten anscheinend im August letzten Jahres sogar mal ein Match. Er hätte Tinder gerade erst wieder installiert… Jaja. 😉 „Da du ja so still warst nach unserem Treffen“ – beschwerte er sich. Ich konterte mit der schlechtesten aber offensichtlichsten Erwiderung: „du warst doch genauso still. ;)“

„Ich muss gestehen, dass ich zu lange gewartet habe.“ Er holte das sofort nach und fragte mich, ob ich ihn nochmal treffen möchte.

Ich antwortete mit ja, woraufhin er überrascht reagierte. „Man kann dich schlecht einschätzen, finde ich.“ Das hatte ich nicht beabsichtigt und höre ich sogar zum ersten mal.

Er wurde mutiger: „wie sehr willst du mich wieder sehen?“

Was war das für eine seltsame Frage? Einerseit eingebildet, andererseits machte es mich neugierig, auf was er hinaus wollte. Er hätte eine blöde Idee gehabt und muss deswegen die Antwort zuerst wissen.

Aha. Mehr als ein „wir können uns gerne wieder treffen“ bekommt er nicht von mir. Seine Antwort: „Meine Idee könnte sehr kuriös wirken, aber vielleicht kann ich es auch auf den Restalkohol schieben.“

„Ist akzeptiert. Also sag schon.“

„Wir treffen uns auf der Grasfläche an der Uni und küssen uns.“

Ich musste laut loslachen (und redete mich vor meinen Eltern, die noch neben mir auf dem Sofa saßen, mit einem lustigen Facebookvideo heraus). Das musste wohl wirklich Restalkohol sein. Aber trotzdem mutig. Oder überheblich? Oder eingebildet? Ich weiß es nicht.

Zum Glück konnte ich mich leicht herausreden, da ich über 500 Kilometer von der Uni entfernt in der Heimat festsaß. Er hoffte darauf, dass wir seine Idee verwirklichen können, wenn ich wieder zurück bin. „Das muss ich mir dann erstmal nochmal durch den Kopf gehen lassen.“

Seit Sonntag bin ich jedenfalls zurück. Meinem spontanen Vorschlag, ob er am Montag ins Unikino möchte, schlug er ab. Er war ehrlich und gestand, dass er keine Lust hat, dort seine Exfreundin zu treffen. Ich wurde neugierig und hakte nacht. Sie waren erst seit mitte Februar getrennt. Puh. Scheinbar diene ich also nur der Ablenkung. Auch okay für mich. Mal sehen ob das Date demnächst zustande kommt. 😀

 

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Das Osterei

Nun zu meinen Dates des vergangenen Monats, die sich so herrlich zufällig ergeben haben.

Okay, zugegeben: von einem wahren Zufall kann man bei dem ersten Date nicht sprechen, weil es mit jemanden war, den ich über Tinder kennengelernt habe. Ja, ich habe mir wieder Tinder installiert. Aber nur, weil ich Tinder mit Instagram verbinden kann und mir so mehr Follower erhoffe. Hab ja mein Ziel von 1000 Follower noch zu erreichen und ich tue alles für mehr Aufmerksamkeit. 😉

Wirklich. So erbärmlich das klingen mag: aber ich habe Tinder wirklich nur für Instagram installiert. 😀 Treffen wollte ich mich mit keinem und ich habe sogar in meinem Profil stehen, dass ich nur deswegen auf Tinder bin. Aber ich bringe es trotzdem nicht übers Herz den Männern, die sich einen einfallsreichen Text zum Anschreiben überlegen, nicht zu antworten. Und so entstand ein langes – sehr langes – Geschreibe mir Mr Tinderjüngling. Wir hatten gematcht als ich Mitte März in der Heimat war. Er schrieb mir immer superlange Texte und klang sehr sympatisch. Ich musste ihn enttäuschen, dass wir kein Treffen schaffen würden und ich erst wieder zu Ostern in meiner Heimatstadt sein würde. Er fand das okay und versprach mir, wenn wir uns dann Treffen, würde er mir ein bemaltes Osterei mitbringen. Irgendwann ebbten unsere ausgiebigen Texte ab. Er fragte auch nie nach meiner Handynummer für Whatsapp, was das Schreiben und Kontakthalten deutlich vereinfacht hätte. Irgendwann schrieb dann keiner von uns mehr.

Als ich kurz vor Ostern in meiner Heimat ankam, schrieb ich ihn an, denn ich hatte ihn nicht vergessen. Seine sympatische Art hatte mich neugierig gemacht. Er freute sich, dass ich gleich geschrieben hatte und wir machten ein Date aus.

Ein paar Tage später trafen wir uns, wie ausgemacht, in der Stadt zum Kaffeetrinken. Er sah nicht ganz so aus, wie ich ihn anhand seiner Fotos erwartet hatte. Vielleicht lag es daran, dass er auf allen Fotos eine Winterjacke, Mütze und Schal anhatte – und jetzt war es Frühling. Außerdem redete er komisch. Ich konnte den Akzent nicht ganz zuordnen. Irgendwie war der erste Eindruck auf mich also etwas enttäuschend. Aber ich konnte ja nicht einfach umdrehen und gehen. Ich folgte ihm also in das Café seiner Wahl.

Auf dem kurzen Weg dort hin zog er etwas Kleines aus seiner Jackentasche: Ein bemaltes Osterei! 😀 Und aus der anderen Jackentasche ein Überaschungsei! Ich freute mich wie ein kleines Kind. 🙂 Das war wirklich sehr süß von ihm. Er hatte sich an sein Versprechen gehalten! Im Café unterhielten wir uns ganz gut, bis wir von unserem Tisch vertrieben wurde, weil in dem Café noch ein Event gebucht war. Also auf zum Nächsten. Dort war nur  noch draußen ein Platz frei, weshalb wir auch hier wieder nur ein Getränk hatten und dann weiter liefen.

Irgendwann fanden wir dann endlich ein Café, das für uns beide passte. Die ganze Zeit hatten wir uns aber gut unterhalten. Ich erfuhr, dass er ursprünglich aus einem Land kam, in dem man russisch spricht. Daher also der ganz leichte Akzent, an den ich mich aber schon völlig gewöhnt hatte. Und ich erfuhr, dass ich sein erstes Tinderdate war. Lustig – hätte ich garnicht erwartet. Irgendwie ja süß. Und jetzt fühlte ich mich verantwortlich dafür, dass er Tinder weiterhin positiv eingestellt ist. Für mehr als nette Gesellschaft interessierte er mich aber nicht. Er erzählte viel von seinen „Sauf- und Partygeschichten“, was ich nicht so anziehend finde. Insgesamt fand ich ihn eben auch nicht so „anziehend“. Deshalb musste ich irgendwann den Nachmittag/Abend beenden.

Dass ich nach Hause wollte, war zwar für ihn okay, aber er fragte trotzdem, ob wir nicht noch woanders hinwollten um ein Bier zu trinken. Ich verneinte freundlich, woraufhin er wohl seinen letzten Mut nochmal zusammennahm und ganz „unschuldig“ vorschlug zu ihm zu gehen um „einen Film zu gucken oder so.“

Ahh, daher weht der Wind. Kleiner, das ist nicht mehr das Tinder, von dem dir wahrscheinlich die Gerüchte zu Ohren gekommen sind. Tinder ist erwachsen geworden. Nicht jedes Date endet mit Sex. Ich antwortete aber ebenso mit einem unschuldigen Nein, verabschiedete mich und stieg in meine Straßenbahn, die mich zum Parkplatz  meines Autos bringen sollte. Ich kramte nach dem Schlüssel und stieß auf etwas Rundes in meiner Jackentasche. Ohh, das Überraschungsei! 😀 Hach, eigentlich war er ja schon süß. Aber was sollte ich denn mit ihm, der wohnt schließlich in meiner Heimatstadt, in der ich nur circa alle zwei bis drei Monate mal bin.

Ich fuhr zurück zum Haus meiner Eltern und wartete auf die Nachricht von ihm, ob ich gut angekommen war. Es kam keine. Hm. Vielleicht war meine Erwartung, dass diese typische Nachhause-komm-Nachricht ein ungeschriebenes Gesetz ist, zu hoch oder völlig falsch. Naja, dann halt keine Nachricht mehr von ihm.

Am darauffolgenden Tag bekam ich endlich mein neues Handy. Mein Altes konnte nur noch an der Powerbank überleben, weshalb ich mir ein Neues kaufen musste. Ich verbrachte einen ganzen Tag damit es einzurichten. Die Tage darauf waren Ostern und Familienbesuche angesagt. Ich vergaß Mr Tinderjüngling völlig.

Bis ich nach Ostern aus Langeweile mal wieder durch Tinder wischte. Oh! Ich hatte eine Nachricht von ihm! Ich hatte es sogar direkt nach unserem Date erhalten! Verdammt. Mein Handy hatte es mir nicht angezeigt und ich kam nie auf die Idee  manuell in die App zu gehen. Aber irgendwie war er da auch selbst Schuld, wenn er nie nach meiner Handynummer verlangt hatte. Ich entschuldigte mich bei ihm und kurz darauf kam endlich der Vorschlag, doch auf Whatsapp umzusteigen. Wurde echt Zeit!

Ein weiteres Treffen schafften wir nicht mehr – und hätte ich wahrscheinlich auch aktuell keine Lust dazu gehabt. Er war aber ganz zufrieden damit, dass ich erst zu Pfingsten wieder in der Heimat war und wir uns dann treffen konnten. Bis dahin wollte er überlegen, was er mir dann statt einem Osterei auf das Date mitbringen kann. Süß.

Zur Zeit schreiben wir noch ab und zu über Whatsapp. Aber ich denke nicht, dass es noch allzu lange anhalten wird. Das Interesse für mehr als nur Freundschaft ist von beiden Seiten nicht gegeben. Zumindest würde ich ihn so auch einschätzen. Aber ich hoffe, ich habe meinen Auftrag erfüllt und er behält sein erstes Tinderdate in guter Erinnerung.

Karrierefrau

Im folgenden ein Gesprächsausschnitt zwischen einer (glücklich vergebenen) Freundin und mir:

8091068c60e8edcdbc5408e4885482df_business-women-vector-business-woman-silhouette-clipart_501-351„Ich werde einfach reiche Single-Karriere-Frau“

„Und damit qualifizierst du dich direkt als erste Paten-Tante, die unserem Kleinen teure Sachen schenkt, dann müssen wir das nicht machen.“

„Allerdings habe ich für den Kleinen dann auch nicht viel Zeit. Schließlich warten meine Kunden auf der ganzen Welt auf mich und meine hochgeschätzten Kompetenzen in Management und Marketing. 😉 „

„Aber später kann er dann coole Praktika bei dir machen. :D“

Das kurze Gespräch ist mittlerweile schon einige Wochen her und ich habe mir seitdem über den damals spontan dahergequatschten Einfall einige Gedanken gemacht. Ehrlich gesagt gefällt er mir. Sogar sehr. Ich freunde mich mehr und mehr mit diesem Gedanken an, die „Karrieretante“ zu werden. Natürlich bediene ich mich ein bisschen an dem Klischee, dass Frauen sich zwischen Familie und Karriere entscheiden müssen. Aber darauf will ich garnicht hinaus. Was ich meine ist, dass ich eine glückliche Zukunft sehe, auch ohne einen Partner oder eine eigene Familie zu haben.

Wenn ich das so zu Papier bringe, klingt das komisch. Ich bin ja erst Mitte Zwanzig und muss mich garnicht entscheiden. Ich hab noch mein Leben vor mir. Aber die Vorstellung eines Lebens mit nur mir selbst, meinen guten Freunden und einem Job, den ich liebe, gefällt mir immer mehr. Das macht mir eines bewusst: diese Suche und den Wunsch nach einer Beziehung, der für mich die letzten Monate und Jahre sehr aktuell war, ist mir garnicht mehr so wichtig.

Das scheint sich offenbar auch an meinem Verhalten zu zeigen. Ich hatte diesen Monat zwei Dates – mit Mr Mutig und Mr Tinderjüngling. Ich hatte nicht nach Dates gesucht oder gefragt. Die haben sich eher aus Zufall ergeben.

Die Dates beschreibe ich in den nächsten Tagebucheinträgen. Quintessenz der Dates war aber, dass ich wohl eine spürbare „Egal-Haltung“ einnehme. Und das nicht unbedingt im negativen Sinne. Ich musste mir anhören, dass ich „schwer einzuschätzen“ bin. Das habe ich bisher noch nie gehört. Wenn mir etwas oder jemand gefällt, dann zeige ich das sehr schnell und sehr deutlich. Meistens zu deutlich, weshalb die Männer dann genauso schnell auch wieder weg sind. Nach den zwei Dates und dieser Aussage wurde mir aber bewusst: ja, irgendwie waren die Kerle egal.

Mir war es egal, was sie von mir dachten oder ob man sich nochmal trifft. Wenn sie mich toll fanden und sich nochmal meldeten, schön! Wenn nicht, dann halt nicht. Ich hab zur Zeit genug zu tun, nehme mir viel vor und freue mich auf die kommende Zeit, das neue Semester, bald Finnland… Ich genieße es, Single zu sein, niemanden Treffen zu müssen, das machen zu können, was ich will, wann ich es will. Ich kann meine Zukunft planen, wie ich sie mir selbst ausmale und immer ausgemalt habe.

Das traurige Gegenteil macht meine beste Freundin zur Zeit leider durch. Als wir uns während meines Heimatbesuches endlich mal wieder treffen konnten, war sie die fröhliche aufgeschlossene Person, die sie immer ist. Aber ich weiß, was zur Zeit an ihr nagt und sie war froh, mit mir offen darüber sprechen zu können. Sie ist seit dem Sommer letzten Jahres in einer Fernbeziehung mit einem Finnen. Sie liebt ihn und die beiden passen meiner Meinung nach super zusammen. Nur leider können die zwei aufgrund der Entfernung nicht diese hunderprozent glücklicke Beziehung führen. Einer muss immer einen Kompromiss eingehen und Geld und Zeit für einen Besuch aufbringen. Eigentlich sollte meine beste Freundin bereits mit dem Studium fertig sein, aber sie ist durch ihre letzte Prüfung gefallen. Ein Studentenjob in Finnland ist für eine Deutsche schier unmöglich zu finden, die Bewerbung für ein Masterstudium in Helsinki muss verschoben und der GMAT-Test muss dafür auch erstmal bestanden werden.

Sie hat nun lange nach einem passenden Praktikumsplatz gesucht, der ihr hoffentlich nach abgeschlossenem Studium Türen in den Bereichen öffnen kann, die sie interessiert. Sie fand zum Glück auch ein Praktikum in München. Ihr Freund hat nun einen dreimonatigen Vollzeit-Summerjob in seinem kleinen finnischen Dorf. Er möchte nach seinem Bachelor nicht unbedingt in Deutschland einen Master machen. Insgesamt möchte er sich nicht festlegen auf irgendwas. Er hat aber Angst, dass, wenn er sich für Finnland entscheiden sollte und meine Freundin dort nicht studieren kann, Schluss sein könnte. Diese unmögliche Planung treibt die beiden verständlicherweise in den Wahnsinn.

Ich konnte, so gerne ich es auch wollte, meiner besten Freundin in dieser Sache nicht helfen. Ich habe beide sehr gerne und wünsche ihnen sehr, dass sie es schaffen. Die zwei passen so wunderbar zusammen. Aber ich habe gesehen, wie die Zweifel und Gedanken an die Zukunft meine Freundin schier von innen zerreißen. Weil sie mir so wichtig ist und ich sie so nicht sehen kann und will, musste ich sie an etwas erinnern, was wir uns beiden als unschuldige junge Teenies geschworen hatten: wir machen unsere Zukunftsplanung niemals abhängig von Männern.

Ich hoffe sie erinnert sich daran. Ich hoffe sie tut das, was sie glücklich macht. Es ist ihre Zukunft und ihr Leben.

So traurig es mich für meine beste Freundin macht, hat mir dieses Fiasko auch gezeigt, dass ich froh bin Single zu sein. Ich muss meine Planung nicht abhängig machen von jemand anderem. Meine Zukunft gehört mir. Und ich kann genauso glücklich werden als Karrierefrau, wie ich es mit einem tollen Partner und Familie werden könnte. Vielleicht ja auch glücklicher. Oder vielleicht klappt auch beides.

Das erste Drittel – Ziele einer Studentin

Es ist April! Das heißt: das Wetter wechselt nach Belieben zwischen Regen und Sonnenschein, die Abende bleiben hell, die Frühlingsgefühle kommen und ein Drittel des Jahres ist schon vorbei! Dabei war doch gestern erst Silvester, oder? Zu Beginn des Jahres hatte ich mir einiges vorgenommen. Hier zur Erinnerung mein Tagebucheintrag dazu: Ziele einer Single-Studentin.

Anlässlich dessen, dass ich gerade mal wieder für die Ostertage die lange Reise Richtung Heimat antrete und die Züge jetzt brandneu mit W-Lan ausgestattet sind, nutze ich die Zeit (und das Datenvolumen) für eine Bestandsanalyse meiner gesetzten Ziele.

  1. Täglich 15 Minuten Yoga machen

Ähem… hier geht es schon los. Guuut, ich habe nicht täglich 15 Minuten Yoga gemacht bisher. Anfangs war ich noch sehr motiviert – bestimmt vier oder fünf Wochen habe ich abends vorm Schlafengehen Yoga gemacht. Naja, und dann wurde ich nachlässig und das Bett lud mich früher zu sich ein. „Ich bin so müde, die 15 Minuten lege ich mich lieber schon ins Bett.“ Tja, dann bin ich nicht mehr in den Flow gekommen. So ist es bei mir bisher oft verlaufen: es gibt wochenlange Phasen, an denen ich jeden Abend Yoga mache, dann wieder Phasen, an denen ich keine Lust darauf habe. Es kommen sicher bald nochmal Wochen, an denen ich wieder loslege. 😉

  1. Täglich Nachrichten sehen (oder lesen)

Das klappt relativ gut. Ich habe mir per Handy eine tägliche Erinnerung gesetzt, die mich um 14 Uhr fragt, ob ich heute schon Nachrichten gesehen/gelesen habe. Es gibt Tage, an denen ich den Vorsatz nicht einhalte, weil ich unterwegs bin, oder es einfach nach einer Zeit vergesse. Aber immerhin halte ich ihn die meiste Zeit ein.

  1. Mehr lesen: Mindestens zwei Stunden pro Woche

Joa… Wenn man die ganzen Vorlesungsskripte nicht mitzählt, dann hat dieser Vorsatz die letzten Wochen leider aufgrund meiner Klausurenzeit nicht mehr so hingehauen. Davor (im Januar) habe ich aber sogar recht schnell ein ganzes Buch geschafft. Und jetzt habe ich ja auch wieder mehr Zeit. 🙂

  1. Fotografie: Mindestens einmal im Monat für zwei Stunden Fotografieren und zwei Stunden Bearbeiten oder mich durch Videos, Lesen … dazu weiterbilden.

Gleicher Grund: leider konnte ich wegen meinen Klausuren nicht viel fotografieren oder mich darin weiterbilden. Aber das wird jetzt nachgeholt! Ich will unbedingt GIMP lernen!

  1. Mehr Follower auf Instagram (1000 bis zum 1.6.)

Hm okay, vielleicht war ich etwas zu optimistisch hier. Bis Juni klappt das sicher nicht mehr. Ich erhöhe meine Zeit auf Ende des Jahres. 😉 Ich habe schon einige Follower dazugewonnen, bin aber noch weit von den 1000 entfernt. Aber ich habe vieles gelernt in Hinsicht des Social Media. Für Instagram ist Interaktion (viel kommentieren, folgen und liken) wichtig. Und essentiell ist es, eine „Nische“ zu finden. Die habe ich endlich -nach sehr langem und anstrengenden hin und her- für mich entdeckt.

Lange habe ich mich gesträubt einen dieser unzähligen austauschbaren Fitnessaccounts zu werden. Die gibt es wie Sand am Meer und werden (mir zumindest) langweilig. Nur (leider) bringen die schnell viele Follower. Und außerdem mache ich nun mal sehr viel Sport. Also habe ich zumindest nun einen Kompromiss für mich gefunden. Es hat mit Fitness zu tun, aber es ist nicht so austauschbar – und es macht mir Spaß mehrmals die Woche neue Fotos zu dem Thema zu posten. Denn seit ich den Kopfstand gelernt habe (worauf ich sehr stolz bin), mache ich ihn ständig und überall. Das gibt ganz nette Fotos. Die poste ich – unter anderem mit weiteren Bildern meines Lebens. Sobald ich einen Handstand kann, werden fleißig Fotos von denen gepostet. 😃 Es scheint auch der Instagram-Gemeinde zu gefallen. 😉

  1. Mindestens ein Mal die Woche Bouldern gehen

Wieder: während der Klausurenzeit habe ich es nicht geschafft. Und irgendwie ist meine Motivation zum Bouldern nicht mehr so hoch. Dafür mache ich lieber anderes. Das Calisthenics habe ich seit Februar für mich entdeckt und setze mir hier ständig neue Ziele – also Übungen/Posen wie dem Kopfstand und Handstand, die ich fast täglich hochmotiviert übe. Bouldern macht mir zwar (meistens) noch Spaß, aber ich habe nicht mehr die Motivation mich darin großartig zu steigern. Vielleicht kommt die wieder. Und wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm.

  1. Mindestens ein Mal die Woche Laufen

Jawoll, endlich etwas, bei dem ich einen fetten grünen Haken dahinter setzen kann! 😉 Seit Januar war ich mindestens einmal die Woche Laufen (außer die eine Woche, in der ich mit 40 Grad Fieber im Bett lag). Ich habe mich sogar in meiner Zeit verbessert und es macht mir wieder Spaß!

  1. Einen Halbmarathon laufen bis Ende 2017

Und noch etwas, bei dem ich bald einen Haken setzten kann! Ich habe mich vor ein paar Wochen zu meinem ersten Halbmarathon angemeldet! Ich bin schon sooo gespannt! In weniger als fünf Wochen ist es soweit!

  1. Wieder fitter werden

Läuft ganz gut bisher. 😊 Ich wiege mich leider wieder öfter – was ich nicht tun sollte (gegeben meiner Vergangenheit bezüglich Figur/Essen)… Aber es tut sich hier sowieso nichts. Ich wiege sieben Kilo mehr als noch vor zwei Jahren (und nehme die auch nicht ab) – aber ich sehe diese sieben Kilo mehr nicht im Spiegel. Kann das alles Muskelmasse sein? Die Zahl stört mich sehr. Aber langsam gefällt es mir wieder, was mir der Spiegel zeigt, also ist das in Ordnung. Naja, und da „fit sein“ sich eigentlich nicht auf das Gewicht bezieht: ich würde auf jeden Fall sagen, dass ich fitter bin als ich es noch Ende 2016 war. Schon alleine, weil ich schneller laufe und solche coolen Dinge wie Kopfstände und die Krähe (Yoga) jetzt schaffe.

  1. Single bleiben im Jahre 2017 bzw. mich selbst lieben lernen!

Joa, Single bleiben läuft, haha. 😀 Mich selbst lieben lernen – hm –  ist es vermutlich wie bei jedem normalen Menschen: es gibt gute und schlechte Tage. Aber die Guten überwiegen eindeutig. Ich habe zu Beginn des Jahres zu diesem Punkt geschrieben: „ich möchte gerne Single sein“. Diese Aussage kann ich sogar mittlerweile bejahen. Dazu schreibe ich aber einen extra Tagebucheintrag. Es gibt hier mehr zu sagen. 😊

Auch wenn ich bei nicht allen Punkten bisher einen Haken setzen kann, bin ich trotzdem zufrieden und stolz auf das, was ich im ersten Drittel des Jahres geschafft hab. Ich weiß, dass ich den vernachlässigten Punkten jetzt wieder mehr Beachtung schenken kann und bin schon gespannt, wie gut die nächsten zwei Drittel des Jahres laufen werden. 🙂

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Im August wird es kalt

Passend als Fortsetzung meines vorherigen Beitrags, geht es um meine zukünftige Studiumsplanung. Es folgt nämlich endlich der Beitrag, den ich schon lange schreiben wollte. Es geht um mein baldiges Auslandssemester. Ich habe es bereits vor zwei Wochen kurz angekündigt: Ich habe eine Zusage für ein Auslandssemester an einer finnischen Uni bekommen! Ende Dezember habe ich viel darüber nachgedacht, wie ich meine Module legen kann, wann ein Auslandssemester in mein Studium passt oder ob ich überhaupt eins machen möchte. Vieles in meinem Kopf sprach dafür, dass es vernünftiger wäre, kein Auslandssemster zu machen. Aber mein Herz meldete Fernweh. Und Fernweh ist bei mir ein unglaublich starkes Gefühl.

Immer noch hin und her gerissen zwischen meinen Möglichkeiten, bewarb ich mich im Januar für ein ERASMUS-Stipendium für ein Auslandssemester in Finnland. Ein Jahr zuvor hatte ich bereits einen Platz erhalten, aber ich habe abgelehnt. Ich wusste, dieses mal muss ich hart dafür kämpfen und in meinem Motivationsschreiben mit guter Begründung darlegen, wieso ich das Jahr zuvor mein Stipendium abgelehnt hatte. Ich hatte erst mit dem Master begonnen und einen guten Job an der Uni erhalten. Ich wollte zuerst alle Kurse an der Heimatuni belegen, die mir wichtig waren. Und ich fühlte mich einfach noch nicht bereit dafür, so bald ins Ausland zu gehen. Das habe ich klar und ehrlich rüber gebracht. Und man gab mir dieses Semster nochmal eine Chance. Ich wusste, wenn ich dieses Mal ablehnen würde, würde ich nie wieder das Stipendium bekommen.

Als ich die Zusage erhielt, konnte ich mich allerdings erst nicht richtig freuen. Ich hatte mich immer noch nicht zu hundert Prozent dafür entschieden. Es gab nicht viele Kurse, die ich würde anerkennen lassen können. Ich hatte noch einige offene Fragen. Bevor ich richtig realisierte, was es für Konsequenzen haben würde, rief ich meine Koordinatorin an, die mir den Platz zugesprochen hatte. Ich löcherte sie mit meinen Fragen, hatte aber immer noch nicht entschieden, ob ich zusagen wollte. Aber dafür war es zu spät. Ich hatte sie ja angerufen. Im Laufe des Telefonats fiel mir auf, dass ich jetzt eigentlich nicht mehr absagen konnte. Und so hatte mein achtloses Greifen zum Telefon für mich entschieden: dann nehme ich eben den Platz an.

Ab diesem Zeitpunkt setzte auch die Vorfreude ein. Ich freute mich, dass mir nochmal die Möglichkeit gegeben wurde ein Auslandssemester zu machen! Und die Freude steigt und steigt. 🙂

Es blieb nur noch die Überlegung, ob ich im August diesen Jahres gehe oder erst Januar 2018. Vieles sprach für Januar. Zumindest noch im Dezember letzten Jahres, als ich mir bereits Gedanken gemacht hatte. Auch Ihr Leser hattet mir empfohlen alles entspannt angehen zu lassen und im Januar ins Ausland zu gehen. Aber wie gesagt: das Fernweh ist stark. Und mir fallen immer mehr Vorteile für August ein. Ich würde Auslandsbafög erhalten (im nächsten Jahr wäre das nicht der Fall), würde mit mehreren Erasmusstudenten anfangen, könnte entspannter die Masterthesis schreiben wenn ich zurück komme, und und und.

Also fiel die Entscheidung bald auf August. Ich werde also ab Mitte August von Finnland aus meine Tagebucheinträge verfassen. 😉

Ich freue mich wirklich schon sehr! Endlich wieder für eine längere Zeit verreisen! Es gibt noch Einiges zu organisieren, aber ich habe das ganze ja schon im Bachelor gemacht. Damals ging es in ein warmes tropisches Land – dieses Mal in ein kaltes nordisches Land. Dort wollte ich schon immer hin. Ich kann nicht sagen, was es ist – aber etwas reizt mich unglaublich an diesen Ländern. Böse Zungen in meinem Freundeskreis behaupten ja, ich würde mir nur die Männer dort angucken wollen. 😉 Scheinbar sollen die aber ganz passabel sein, denn – Fun Fact: meine zwei besten Freundinnen haben beide derzeit eine Beziehung mit einem Finnen! 😀 Also ist es vielleicht garnicht so weit hergeholt, dass ich die finnischen Männer mal im Hinterkopf behalten werde. 😉

Fände ich tatsächlich aber ganz angenehm, wenn ich an jemand anderen als Mr Regisseur denken würde. Zum Glück verschwindet er schon langsam wieder aus meinem Kopf, nachdem wir aktuell nicht mehr ganz so viel schreiben. Ich würde ja trotzdem gerne wissen, wann er wieder zurück kommt. Theoretisch müsste es Ende Mai sein, da man meines Wissens nach nur zwei Mal drei Monate ein Touristenvisum in den USA bekommt. Ich habe ihn schon gefragt, wann er denn wieder zurück sei, aber er wich meiner Frage entweder unbewusst oder mit Absicht aus. Frechheit. Aus Selbstschutz werde ich aber nicht nochmal nachfragen. Es ist besser, wenn ich es nicht weiß. Ich bin froh, dass die Gedanken an ihn schon wieder vergehen.

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Für Anstrengung wird man nicht belohnt

Heute war der erste Tag seit circa vier oder fünf Monaten, an dem ich mir erlaubt habe auszuschlafen. Und es tat verdammt gut. Ich habe mir einfach mal nichts vorgenommen. Also – ein paar Dinge hatte ich auf meiner To-Do-Liste notiert. Aber ich habe mich zum ersten mal seit vier Monaten nicht selbst dazu gezwungen, irgendwas heute erledigt haben zu müssen. Und was ist heute dann passiert? Ich habe alles geschafft. Seltsam, wie das mit diesem Leben manchmal so funktioniert.

Meine Prüfungsphase und damit das zweite Mastersemester in meinem Marketingstudium ist vorbei. Es war ein verdammt hartes Semester. Das wusste ich vorher schon. Deshalb habe ich mich von Anfang an reingehängt. Nachdem mein erstes Semester eher daneben ging, wollte ich dieses Semester besser sein. Ich habe mich selbst unter Druck gesetzt, ich war unter Dauerstress und -strom, bin gegen Ende keinen sozialen Aktivitäten mehr nachgegangen, habe mich abgeschottet um Lernen zu können. Bisher lehrte mich das Leben, dass man belohnt würde, wenn man sich anstrengt.

Aber was in der Vergangenheit funktionierte, funktioniert in der Gegenwart nicht immer. Für mein Abi habe ich damals viel gelernt. Ich habe mir Ziele gesetzt und mich reingehängt. Die Belohnung war ein Abi von 1,8, worauf ich unglaublich stolz war. Harte Arbeit zahlt sich aus, erkannte ich. Während meines Bachelors habe ich viel gelernt und gleichzeitig das Studentenleben genossen. Die Kurse fielen mir nicht allzu schwer. Ich wurde ebenfalls mit guten Noten belohnt und hatte eine tolle Zeit. Im letzten Semester des Bachelors wollte ich dann den Einserschnitt, den ich erreicht hatte, erhalten. Aber aufgrund der schlechten Noten in meiner letzten Klausur (was ich bis heute nicht nachvollziehen kann) und einer Bachelorarbeit, die hätte besser sein können – kam ich „nur“ auf eine 2,0. Ich war etwas enttäuscht. Aber es war okay. Ich mache ja noch einen Master. Da ist die Bachelornote egal und ich schaffe da ganz sicher einen Einserschnitt.

Und jetzt bin ich so weit vom Einserschnitt entfernt, wie ich es mir niemals erträumt hätte. Das erste Semester des Masters lief bescheiden – das zweite Semester beschissen. Trotz des vielen Lernens. Trotz der Vernachlässigung jeglicher sozialen Kontakte. Drei der vier Klausuren liefen nicht so gut wie erhofft. Eine lief dagegen besser als gedacht. Die Seminararbeit gab ich erleichtert zwei Tage vor dem Abgabedatum ab. Das Resultat: Alle Noten schlecht. Auch von der Klausur, die gut lief. Noch schlimmer wurde es, als ich erfuhr, wie gut die Noten meiner Kommilitonen waren. Alle waren ausnahmslos besser. Was war da passiert?

Vielleicht setze ich die Anforderungen an mich selbst zu hoch. Ich habe es ja schon bemerkt: ich war beim Lernen unglaublich ineffektiv. Unkonzentiert. Ließ mich ständig ablenken. Während ich die Prüfung schrieb, hatte ich teilweise Blackouts. Meine Seminararbeit gab ich ab, ohne sie nochmal zu überprüfen. Das war dumm. Ich war dumm. Wieso kann ich es nicht mehr? Wieso kann ich nicht mehr zielstrebig und effektiv lernen? Ich starrte die letzten Tage stundenlang auf meinen im Onlinekonto errechneten Notenschnitt. Rechnete aus, ob der Schnitt wirklich stimmte, rechnete nach ob, ich noch in den nächsten Semestern auf den Einserschnitt kommen könnte. Überlegte, wieso mir das alles früher so viel leichter gefallen war. War es, weil ich meine Mädels-Lerngruppe vom Bachelor nicht mehr hatte? War es, weil letztes Jahr mir die Sache mit Mr Schützenverein so in die Quere kam – und dieses Jahr, weil meine Gedanken ständig bei Mr Regisseur waren? Oder studiere ich einfach schon zu lange? Ist mein Gehirn mittlerweile einfach ausgewrungen, wie ein zerfranstes Handtuch, das nicht mehr ordentlich seinen Zweck erfüllt? Ist der Master zu anspruchsvoll für mich? Hätte ich mir doch gleich einen Job suchen sollen?

Es ist unglaublich frustrierend, wenn man sich so reinhängt und es alles am Ende nichts bringt. Die letzten Tage war ich furchtbar verzweifelt. Jetzt geht es zum Glück wieder. Ich kann es nicht mehr ändern und sehe das vergangene Semester als Lektion und als Anreiz, ab jetzt mein Studium eben so gut es geht zu machen, ohne mich weiter so unter Druck zu setzen. Ich werde die kommenden Semester entspannter angehen. Ich bin überzeugt davon, dass ich auch mit einer schlechteren Note als meine Kommilitonen einen tollen Job finden werde. Ich kann Praktika und Auslandserfahrung nachweisen. Ich bin nicht ortsgebunden, habe viele Interessen und kann mich überall bewerben. Und die nächsten Semester werden sowieso schon entspannter. Ich werde das Studentenleben noch genießen.

Und ich sollte eindeutig öfter ausschlafen und mir nichts vornehmen. Dann klappt ja offenbar alles. 😉