Kartoffelauflauf

Meine erste Klausur, vor der ich am meisten Panik hatte, ist geschrieben. Jetzt noch three to go und eine Seminararbeit schreiben bis Ende März. Dann bin ich endlich wieder eine freie Studentin. 😉

Das ist wirklich die längste Klausurphase, die ich in meinen bisherigen vier Jahren Studium durchmache. Aber das habe ich mir ja selbst eingebrockt. Ich kann garnicht oft genug betonen, wie sehr ich mich auf den kommenden Sommer freue. Ich habe sooo Lust mal wieder Feiern zu gehen. Und richtig zu eskalieren. Aber nicht jetzt. Erstmal Klausuren.

Bei der Panik-Klausur letzte Woche hatte ich zum ersten Mal seit langem das Gefühl, dass mir das ganze Lernen tatsächlich was gebracht hat. Die Klausur war super schwierig und ganz anders als alle bisherigen Altklausuren, die uns zur Verfügung gestellt wurden. Nachdem ich die erste Seite mit Theorie-Aussagen aufgeschlagen hatte, war ich, wie alle anderen im Raum, geschockt. Darauf waren wir nicht vorbereitet. Ich überblätterte direkt die ersten paar Aufgaben und fand zum Glück gegen Ende eine Rechenaufgabe, die ich konnte. So habe ich mich durchgehangelt: immer weiter Aufgaben gesucht die ich kann, sie beantwortet und weiter gesucht. Würde ich jedem so empfehlen, wenn man, wie meine Kommilitonen und ich, beim reihenfolgegerechtem Umblättern der Klausur solche Phasen des Schocks durchläuft. Irgendwie habe ich gegen Ende tatsächlich überall etwas (mehr oder weniger Sinnvolles) geschrieben. Ich denke, die Klausur habe ich bestanden. Das war mein Ziel. Jetzt wird sich noch zeigen wie gut oder schlecht.

Für meine Klausur nächste Woche bin ich etwas entspannter. Das Thema ist interessant, aber es ist viel auswendig zu lernen. Das kann ich leider nicht sehr gut. Während dem Lernen lasse ich mich immer noch ziemlich schnell von allem ablenken. Aber ich habe mich damit abgefunden und irgendwie bekomme ich mein Pensum bis zum Ende des Tages durch.

Meine Gedanken schweifen leider am liebsten zu meinem Top-Thema Männer ab. Mr Regisseur schreibt mir wieder. Er macht mir Komplimente. Er hat mir ein Foto geschickt, das er von mir gemacht hat und auf seiner Kamera wiedergefunden hatte. Es ist von damals, der Abend vor seiner Abreise. Als er mir meine neue Spiegelreflexkamera erklärt hatte und wir am Ende des Abends kuschelnd im Bett lagen. Was bitte, soll es mir sagen, dass er mir das Foto nach drei Monaten schickt? Ich hatte mich gerade damit abgefunden, dass wir keinen Kontakt mehr haben und ich ihn endlich vergessen könnte. Dann schreibt er mir. Ich tastete mich vorsichtig voran. Eine Frage brannte mir auf den Lippen. Würde er tatsächlich wieder kommen Ende Februar?

Nein, wie ich es schon vermutet hatte: er verlängert seinen Aufenthalt. Um weitere drei Monate. Ich dachte, das wäre endlich die Information, die ich brauchte, um ihn vergessen zu können. Aber nein. Ich denke weiterhin jeden verdammten Tag an ihn. Er soll endlich aus meinem Kopf verschwinden.

Da half noch nicht mal, wie erhofft, Mr Tiefsinnig. Bei ihm habe ich nämlich auch keine Ahnung, wie ich stehe. Er schreibt ja sehr selten. Meistens kann man nur einmal am Tag eine Antwort von ihm auf WhatsApp erwarten. Aber ich gewöhne mich dran. Er schreibt niemandem viel. Und wenigstens antwortet er mir tatsächlich zuverlässig jeden Tag ein Mal.

Letztes Wochenende haben wir uns getroffen, als eine Freundin und ich uns dem Freundeskreis meines Mitbewohners angeschlossen hatten, um eine Kunstaustellung zu besuchen. Ich habe mich nicht viel mit Mr Tiefsinnig unterhalten können, aber wir vereinbarten, dass wir uns bald wieder treffen. Wir wollten zusammen einen Film gucken, den er mir bei unserem ersten Date empfohlen hatte. Es sollte allerdings nochmal über eine Woche dauern, bis wir die Zeit fanden.

Und dabei, muss ich zugeben, steigerte sich meine Lust mehr und mehr. Irgendwie erhoffte ich mir ja schon etwas „Lockeres“ mit ihm. Ich finde ihn ziemlich heiß. Aber bisher waren von keinem von uns Andeutungen in diese Richtung gefallen. Wie denn auch, wenn man nicht mit ihm chatten kann…

Für Montag lud ich ihn zu uns in die WG ein, denn er wollte mal mein Zimmer sehen. Außerdem war ich dran mit Kochen. Nennt mich Ms Kartoffelauflauf. 😉

Der Auflauf war gut, der Wein auch, und die Gespräche auch. Um es gleich Vorweg zu nehmen: es lief nichts zwischen ihm und mir. Es hat sich so gut wie nicht ergeben. Denn wir saßen den ganzen Abend zu viert mit meinen Mitbewohnern in unserer WG-Küche. Ich hatte selbstverständlich meine Mitbewohner gefragt, ob sie mitessen wollen. Wir machen das immer so und genießen die gemeinsamen Abende. Dieses mal war es auch schön. Außerdem ist Mr Tiefsinnig ja sehr gut mit einem meiner Mitbewohner befreundet.

Den ganzen Abend saß ich gegenüber von ihm. Nach ein paar Gläsern Wein tunnelten sich meine Gedanken in nur eine Richtung: Gott, war der süß. Und gleichzeitig auch so ein heißer Mann. Diese tollen dunkelbraunen Augen. Und seine dunkelbraunen widerspenstigen Locken. Und eine sehr angenehme dunkle Stimme.

Ich hatte schon Angst, dass mein Gesicht bald dem Herzchenaugen-Emoji gleichen könnte und mich verraten würde. Ich riss mich zusammen. Und er musste gegen 0 Uhr gehen, da er am nächsten Tag arbeiten musste.

Naja doof, die Lust in mir blieb unbefriedigt. Zumindest schrieb er mir noch, kurz nachdem er gegangen war. Er bedankte sich für das Essen. Wir könnten das gerne wiederholen, nächstes mal mit Film.

Ich hoffe, nächstes Mal ist bald. Am Wochenende ist er in Süddeutschland, danach schreibe ich meine Klausur und bin dann selbst in meiner Heimatstadt für zwei Wochen. Also irgendwie müssen wir davor noch Zeit finden. Ich denke, ich frage ihn ausnahmsweise dieses mal. Ich bin ja kein Fan davon, dass ich Männer nach Treffen frage, nachdem ich mehrmals schlechte Erfahrungen machen musste (á la „zu viel Interesse gezeigt“). Aber hier habe ich ja nichts zu verlieren. Hoffentlich finden wir noch Zeit.

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Vier Uhr nachts und drei Flaschen Wein

War das nun ein „Date“ oder nicht? Ich kenne seine Absichten nicht. Und sie sollten mir nicht wichtig sein. Ich habe einfach den Abend genossen.

Ich hatte gestern mein Treffen mit diesem sehr interessanten Kumpel meines Mitbewohners. Der, mit dem ich über die tiefsinnigen Dinge des Lebens sprechen kann. Ich brauchte dringend gedankliche Zerstreuung. Nur Tag ein, Tag aus morgens aufzustehen um zu Lernen, tut der Psyche auf Dauer alles andere als gut. Dafür tun mir die Gespräche mir Mr Tiefsinnig gut.

Der Abend begann mit meinem Erstaunen über seine große Künstler-Loft-Wohnung und einem leckeren, von ihm gekochten Essen. Und endete um vier Uhr nachts und drei Flaschen Weißwein.

Dafür bin ich heute so müde, dass ich zwar ein bisschen lernen konnte, aber gerade eher schon im Halbschlaf vor dem Laptop sitze und nicht genau weiß, wie ich diese Gedanken, die in meinem Kopf herumschwirren, in schöne Zeilen abtippen kann. Dabei möchte ich so viel sagen. Alles erzählen, worüber wir beide uns acht Stunden unterhalten haben. Wie ich es empfand und wie er mich beeindruckt.

Aber ich kann es in keine verständlichen Sätze formulieren.

Ich werde es die nächsten Tage mal noch versuchen. Oder vielleicht auch nie. Oder vielleicht doch jetzt.

Jedenfalls ist er süß. Dunkle braune Locken, dunkle braune Augen, groß und lieb. Er hat mich nach den ersten zwei Flaschen Wein lange umarmt. Einfach so, aus dem nichts. Mehr hat er aber nicht versucht. Er schreibt sehr wenig auf Whatsapp. Was für mich sehr gewöhnungsbedürftig ist. Aber ich komme langsam damit klar. Und es ist erfrischend. Erfrischend, dass man nicht alles schreibt, sondern miteinander reden kann. Es war so leicht, das Gespräch am Laufen zu halten. Nie langweilig. Es war inspirierend und beeindruckend.

Wir kennen uns erst seit zwei Treffen. Ich mag ihn gerne und möchte ihn wieder sehen. Aber ich möchte auf garkeinen Fall Gefühle entwickeln. Oder gar verlieben. Nicht in ihn. Und nicht in irgendjemand anderen. Ich hasse Verliebtsein.

Und ich übertreibe mal wieder maßlos. Ich sollte jetzt besser schlafen.

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Prokrastination kann ich.

Ich frage mich in letzter Zeit ständig, ob es nur Einbildung ist, oder ob ich früher meine Zeit wirklich produktiver genutzt habe. Zu Bachelorzeiten konnte ich irgendwie produktiver lernen …

Zur Zeit sehen meine Tage so aus:

Ich stelle meinen Wecker extra früh – also „extra früh“ in studentisch: 7:30 Uhr.

Ich drücke zwei bis drei mal auf Snooze, bis ich wirklich dringend auf die Toilette muss.

Dann lege ich mich wieder zurück ins kuschelige Bett und checke Instagram. Und weil ich danach immer noch nicht bereit bin, das warme Bett zu verlassen, checke ich noch Facebook.

Jetzt habe ich wirklich nichts mehr zu tun und stehe eben auf. Es ist schon 8:30 Uhr.

Ich wollte heute noch Sport machen, also bereite ich mich noch mental darauf vor und beginne gegen 9 Uhr (Freeletics, Laufen, Fitnessstudio – je nachdem was ich mir vorgenommen hatte).

Mit Duschen und Frühstücken ist es 11 Uhr. Ich setze mich an den PC um produktiv zu sein.

Aber die Mails müssen noch gecheckt werden. Und vielleicht gibt es seit den letzten drei Stunden ja schon Neues auf Instagram und Facebook.

Okay, es ist schon 12 Uhr. Ich sollte mal anfangen.

Aber irgendwas anderes unglaublich Wichtiges finde ich dann meist noch. Zumindest noch für eine Stunde. Mein WordPress Reader hat wieder neue Beiträge ausgespukt. Das ein oder andere YouTube Video ist gerade interessant. Ich müsste mal wieder mein Zimmer saugen. Die Spülmaschine muss noch ausgeräumt werden. Macht ja sonst keiner in dieser WG.

Dann fange ich an mit dem Lernen. Es ist mittlerweile 13 Uhr. Ich bin schon seit 5,5 Stunden wach.

Eine Stunde kann ich konzentriert und produktiv sein.

Jetzt bekomme ich wieder Hunger.

Pause. Ich fange an zu kochen. Esse und gucke mir nebenbei nochmal Facebook, YouTube, Instagram, WordPress durch.

Um 15 Uhr beginne ich wieder mit dem Lernen. Eine Stunde geht wieder klar. Noch eine halbe Stunde zwinge ich mir dazu. Die wird aber eher unproduktiv. Ich brauche wirklich wieder eine Pause.

Ich merke, ich bin völlig fertig und müde. Ich könnte ein kleines Nickerchen machen. Stelle meinen Wecker auf 20 Minuten.

Danach scrolle ich durch Instagram. Ich hab keine Lust mehr zu lernen.

Ich reiße mich aber nochmal zusammen und setze mich wieder an den Schreibtisch.

Jetzt beginnt die härteste Phase. Ich zwinge mich, in meine Unterlagen zu gucken und weiter zu machen wie bisher. Ich habe schließlich fast noch nichts geschafft. Ich erwische mich immer wieder, wie ich ein paar Minuten lang ins Leere starre. Ich lasse mich von alles und jedem ablenken.

Effektiv habe ich abends dann vielleicht noch 20 Minuten lernen zusammengebracht.

Dann bin ich völlig fertig mit den Nerven. Ich suche mir was Ungesundes zu essen, lege mich ins Bett und zweifle an meinem Studium und an meinen Fähigkeiten.

Ich mache mir eine Serie an und gucke bis ich auch dafür schon bald keine Aufmerksamkeit mehr aufbringen kann.

Also mache ich mich bettfertig, zwinge mich noch meine 15 Minuten Yoga zu machen und lege mich dann wieder mit meinem Handy ins Bett. Wenn ich mit Instagram, Facebook und Whatsapp fertig bin, wird der Wecker auf 7:30 Uhr gestellt und der Vorsatz gesetzt, morgen mal früher mit dem Tag anzufangen und produktiver zu sein.

Tja, und dann schlafe ich ein. Und es geht am nächsten Tag genau so von vorne los.

So sehen meine Tage aus. Manchmal gehe ich noch Vormittags arbeiten oder abends Bouldern. Aber viel mehr passiert zur Zeit nicht in meinem Leben. Einfach weil ich mehr Abwechslung brauche, überlege ich, ob ich mich nicht doch schon bald mit dem Kumpel meines Mitbewohners treffe (von dem ich im vorherigen Beitrag erzählt habe). Er hat mich schließlich schon nach einem Date gefragt.

Ja, ich denke ich frage ihn, ob wir uns schon kommende Woche treffen.

Achja, eine weitere Neuigkeit gibt es noch: Ich habe Mr Gemüselasagne die Wahrheit aufgetischt und endlich abserviert. (Guter Wortwitz oder? 😉 ). Er hat mich irgendwann mal angeschrieben und kam auf das Thema, das ich ja das „Was-Trinken-Gehen“ nach dem Bouldern das letzte mal abgelehnt hatte. Ich dachte mir: jetzt oder nie, ich sollte endlich mit der Wahrheit rausrücken. Nachdem ich mit einer Freundin konsultiert hatte, wie ich es genau formulieren könnte, schrieb ich ihm. „Was das Thema betrifft: ich habe abgelehnt, weil ich mir unsicher bin, ob unsere Interessen da gleich sind. 🙊 Mir wäre es unangenehm, wenn du mich nochmal einlädst, weil das für mich nicht mehr dating ist, sondern ich mich gerne freundschaftlich mit dir treffe. :)“

Seine Antwort: „Alles klar. 🙂

Okay! Alles klar! Smiley! …Also offenbar hatte er andere Interessen. Er tut mir Leid. 😦 Aber naja, da war eben meinerseits wirklich kein Interesse da. Er ist so ein lieber Kerl. Ich hoffe er findet bald jemanden. Und ich hoffe er kocht der Glücklichen dann seine Gemüselasagne.

Und jetzt gehe ich ins Bett. Der Wecker ist für morgen schon gestellt.