Mr Gemüselasagne

Ich hatte nicht geplant, über ihn zu schreiben. Aber ich finde, er hat sich einen Eintrag verdient, bei der Mühe, die er sich gibt. Zwar wird er vermutlich nicht sehr lange noch eine große Rolle spielen, aber zumindest sehe ich ihn zur Zeit doch recht oft.

Und er wird der letzte „Mr“ vorerst sein. Daten und Männer kennen lernen kostet Zeit. Die ich nicht habe. 😉 Also wird er zumindest der letzte „Mr“ dieses Jahr sein. 😉

Es geht heute um mein Tinder-Date, den ich im Oktober das erste Mal getroffen habe. Hier habe ich über ihn geschrieben: Back in the Game. Wir hatten mittlerweile schon drei-einhalb Dates. Das erste Date war das bereits beschriebene spontane Kaffee-Date. Darauf folgte das „halbe Date“, bei dem ich ihn zum Bouldern mitgenommen habe, als ich mit anderen Freunden gegangen bin. Zum nächsten Date lud er mich zu sich in seine kleine Studentenwohnheims-Wohnung ein mit der Versprechung, mir die beste Gemüselasagne der Welt zu kochen. Deswegen muss ich ihn jetzt immer, wenn ich meinen Freundinnen von ihm erzähle, „Mr Gemüselasagne“ nennen. Ich hätte mir ja was Netteres einfallen lassen können… Aber man muss zugeben, der Spitzname ist einprägsam.

Die Gemüselasagne war übrigens tatsächlich richtig lecker. Dazu gab es Weißwein und für danach hatte er sogar eine kleine Nachspeise vorbereitet. Und weil jeder direkt die Frage stellen wird: die Antwort ist nein, es lief nichts. Kochen, Weintrinken und Nachspeise bedeutet zwar oft, dass der Abend verlängert wird. Aber in diesem Fall nicht.

Auch nach dem dritten romantisch angehauchten Date auf dem Weihnachtsmarkt lief nichts. Außer dass ich ganz schön beschwippst war, nachdem er mir vier Tassen Glühwein ausgegeben hatte. Danach wollte er unbedingt noch zu sich und uns Feuerzangenbowle machen. Na gut, ich hatte eh noch keine Lust nach Hause zu gehen und war wie immer neugierig, wie es so weiter laufen würde. Außerdem habe ich ihn ja schon gern. Dazu aber gleich mehr.

Jedenfalls war auch die Feuerzangenbowle richtig lecker. Der Mann weiß was gut ist. Wir quatschten noch bis ein Uhr nachts, dann kündigte ich an, dass ich nach Hause gehen würde. Ich musste am nächsten Tag arbeiten. Er bot an, mich auf dem Rückweg zu begleiten. Zu Fuß ist es nur ein 10-Minuten-Weg. Wir verabschiedeten uns an meiner Haustür. Und das wars. Zur Zeit schreiben wir noch ein bisschen. Allerdings ist er auch nicht so ein „Viel-Schreiber“. Bei ihm macht es mir aber nichts aus. Denn ja: er rutscht Richtung Friendzone.

Der Arme. Es tut mir ja Leid für ihn. Er gibt sich viel Mühe. Und er sieht sogar richtig gut aus. Ich hatte es noch nie, dass ein Kerl, der mich äußerlich anspricht und sich auch noch Mühe gibt, so wenig Gefühl in mir auslöst. Vielleicht liegt es daran, dass er noch keine Annäherungsversuche gemacht hat. Traut er sich das nicht? Oder weiß er nicht wie? Oder ist er tatsächlich ein so respektvoller Mann, dass sowas erst nach ganz vielen Dates kommt?

Was mich jedenfalls gewaltig an den Treffen mit ihm stört ist, dass er nicht weiß, wie man Gespräche führt. Ich hatte es bereits zum ersten Date geschrieben: er redet ständig nur über sich. Und er kann viel reden. Er stellt leider kaum Fragen an mich. Und wenn ich mal etwas über mich erzähle, geht er nicht darauf ein, sondern erzählt weiter über sich.

Meiner Meinung nach funktioniert ein spannendes Gespräch so, dass man gegenseitig auf das Erzählte eingeht und Fragen dazu stellt. Aber  während der Gesprächspartner spricht, schon über sein nächstes spannendes Thema des eigenen Lebens nachzudenken und vorzubereiten… Nein, so geht das nicht. Außerdem ist es meistens nicht mal interessant, was er erzählt. So Leid es mir tut, aber die Gespräche sind alle sehr oberflächlich. Es geht um sein Studium, seinen Sport und um seine Reisen. Reisen und Sport liebe ich zwar, aber trotzdem sind es die tiefsinnigen Gespräche, die es ausmachen, wenn man eine Person besser kennen lernen will.

So wie mit Mr Regisseur. Jedes mal wenn wir uns getroffen haben, konnten wir gute, tiefsinnige Gespräche miteinander führen. Über wie unser Leben uns dort hingeführt hat, wo wir jetzt sind. Wieso wir so sind, wie wir sind. Was schief gelaufen ist. Was wir gelernt haben. Wie wir uns die Zukunft vorstellen. Und so weiter, und so fort. DAS finde ich spannend.

Aber zumindest kocht Mr Gemüselasagne gut. Das ist doch auch schon mal was. Ich behalte ihn mal im Auge. Er ist ja auch schön anzusehen. Und sobald er sich doch mal traut, Annäherungsversuche zu machen, werde ich ehrlich sein.

(Übrigens: Mr Regisseur hat sich immer noch nicht gemeldet. Er liked aber weiterhin fröhlich meine Instagram-Bilder. Immerhin etwas.)

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4 Gedanken zu “Mr Gemüselasagne

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