Post-Festival, Pre-Heimat

Was geschieht nun in der Zeit zwischen dem Festival und meines (mal wieder) längeren Heimaturlaubes? Die 2,5 Wochen, hier in meiner Unistadt, hänge ich herum und nutze ich für Dies und Das, arbeiten und entspannen. Es folgt ein kleiner Einblick in mein derzeitiges Leben:

Die Woche nach dem Festival wollte ich mich erstmal auf mich konzentrieren. Und in meinem [essgestörten] Hirn bedeutet das: jetzt endlich mal wieder abnehmen! Nein, abnehmen nicht primär… Aber nachdem ich wirklich die letzten fünf Wochen mich so ungesund wie noch nie ernährt habe, musste ich den Schalter endlich umlegen. Jedes vernünftige Hirn würde so etwas sicher auch tun (zumindest eins, das sogar was mit Gesundheit studiert hat). Ich plante mir eine Woche „Detox“ ein: sieben Tage nur Obst, Gemüse und Nüsse (Haferflocken waren auch okay und einzige Ausnahme war noch Proteinpulver).IMG_20160827_122818

Ich würde nicht behaupten, dass mir die Woche leicht fiel. Ich zählte keine Kalorien (zumindest nicht immer komplett bewusst), aber ich durfte eben nur die Lebensmittel essen, die im „Detox“ erlaubt waren. Ich machte mir viele frische Smoothies, knabberte Nüsse und Obst, machte mir Salat und Gemüsepfannen. Sogar Bananen-Haferflocken-Pancakes machte ich mir an einem Tag. Hach, ich liebe diese Kreativität, die immer in mir ausbricht, wenn ich mich selbst einschränke. Schon komisch irgendwie… Ein bisschen Hass-Liebe wohl.

Am Montag war es dann geschafft und ich bin sehr stolz auf mich! Bis auf wenige Ausnahmen (ein Salat mit Gouda in der Cafeteria, ein halber ungesunder Pancake, drei Gummibären und 1,5 Schokokekse insgesamt) habe ich mich an meine Regeln gehalten. Ich habe Nein gesagt zu Eis, zu Grillkäse, zu Schokolade, zu Kaffee, zu Brötchen, zu Bier. Es war fies. Es war hart. Aber ich blieb stark. Und das habe ich wirklich gebraucht. Ich weiß jetzt wieder, dass meine Disziplin nicht komplett verschwunden ist. Jetzt heißt es wieder, mich darauf zu konzentrieren eine gute Balance zwischen Essen, Sport und Wohlfühlen zu finden.

Ich sollte mich eigentlich auch mal wieder bei der Frau von der Frauenberatung melden. Wir hatten im November vereinbart, ich würde im Januar anrufen. Ich fühle mich schlecht deswegen… Aber ich hatte keine großartige Lust mehr auf weitere Gespräche über mein Körperverhältnis. Ich weiß aber, dass es nötig wäre…

In den 2,5 Wochen arbeite ich viel. Jedenfalls mehr als sonst. 😉 Für meinen Job an der Uni sammle ich ich Überstunden um meinen Urlaub etwas verlängern zu können. Anspruchsvoll ist die Arbeit nicht. Meist muss ich nur Datenbanken ausfüllen, Rechnungen drucken und Ablage machen. Ich habe mich nun auch freiwillig gemeldet, die Erfahrungsberichte von Outgoing-Studenten zu lesen und für die Homepage zu sortieren. Eine Arbeit, die zwar Spaß macht aber auch eine persönliche Folter ist: das Fernweh lässt grüßen.

Für meinen anderen Job bei der Betreuung von Teambuilding-Veranstaltungen bei Unternehmen steigen nun auch wieder die Anfragen. Von den drei Jobs, die ich im Moment habe, ist das zwar mein Lieblingsjob, aber auch der Härteste. Die Arbeitstage gehen meist ganztags von 8 Uhr bis 21 Uhr. Kommendes Wochenende mache ich zwei Veranstaltungen mit. Meinen Job in der Kletterhalle mache ich dafür nun nicht mehr. Nachdem ich nun ungerechterweise wieder Eintritt zahlen muss fürs Klettern, da ich zu wenig arbeite, sehe ich es nicht ein, weiterhin als Springer zu arbeiten. Auch wenn ich im Juni und Juli hätte mehr arbeiten wollen, hätte ich es nicht können, da nicht mehr Arbeit für mich angefallen ist. Ich sprang immer ein, wenn meine Hilfe benötigt wurde und machte meine Arbeit gut. Aber nun wird von mir wieder verlangt, dass ich Eintritt zahle, obwohl ich Mitarbeiterin bin. Das finde ich nicht fair. Ich gehe zwar dort noch klettern, aber arbeiten werde ich nicht mehr.

Wenn ich nicht arbeite, klettere oder sonst wie wieder versuche Sport zu machen, dann chille ich meistens in der Sonne in unserem schönen Garten oder auf unserer riesigen Terrasse, oder hänge mit meinen Mitbewohnern in der Küche ab. Ich bin tagtäglich dankbar, diese tolle WG gefunden zu haben. Es ist nicht nur äußerlich ein Luxus. Ich verstehe mich wirklich wunderbar mit meinen Mitbewohnern. Auch wenn ich oft meckern muss, weil die Küche mal wieder seeeehr unordentlich ist, haben wir mittlerweile geklärt, dass die Jungs dieses Gemeckere der Mädels brauchen. 😉 Meine eigentliche Mitbewohnerin ist nun aber leider vorerst ausgezogen, da sie ein Auslandssemester macht. Dafür ist in Zwischenmiete ein gesprächiger Lockenkopf eingezogen. Und mit gesprächig meine ich: sie kann extrem viel reden. Passt gut zu meinem anderen Mitbewohner, dem gesprächigen Ruhrpottler. Treffen die zwei aufeinander, wird das Gespräch für mindestens zwei Stunden kein Ende nehmen. 😀 Außerdem war sie vor kurzem auf Working Holidays in Australien. Da kommen wir beide immer ins schwärmen. Und mein Fernweh steigt noch mehr und mehr!

Da es die letzten Tage so schönes Wetter war, haben wir oft gegrillt. Freitag kamen Freunde von Mitbewohner Nr. 3, dem Techno-Hipster. Darunter einer, den ich schon zu Beginn meiner WG-Zeit hier kennen gelernt habe und ich ein Auge geworfen hatte (zugegeben, auch als Mr Schützenverein noch aktuell war). Mit ihm schreibe ich auch ab und zu über Facebook und ich denke er weiß, dass ich mich für ihn interessiere. Mal sehen, ob das irgendwie weiter geht.

Und wo ich mal wieder bei meinem Lieblings-Thema „Männer“ bin, gibt es eine weitere Neuigkeit: ich habe mich wieder auf Tinder angemeldet. [es geht ein Raunen durch die Menge] 😀 Ich weiß selbst nicht so genau, ob das sinnvoll war, da ich eigentlich garnicht weiß, was ich will. Von mehreren Quellen habe ich gehört, dass Tinder „ernster“ geworden sei. Man würde da nicht nur Menschen finden, die auf Sexdates aus sind. Nein, es gibt dort mittlerweile auch Männer, die was Ernstes suchen! Kaum zu glauben. Das muss ich mir doch selbst ansehen!

Gerade mal eine Stunde auf dem Handy heruntergeladen, schon schrieb mich per Whatsapp eine unbekannte Nummer an: „haha, erstmal Superlike gegeben :D“. – Wer bist du denn?  Es stellte sich heraus, es ist der Mitbewohner von oben. Joa, der ist eigentlich ganz süß. 😀 Ein schmeichelhaftes Like zurück. Superlike ist mir noch suspekt. Das gab es ja damals, vor einem Jahr, noch nicht. Tinder hat sich wirklich verändert… Auch darin, dass ich zwar mittlerweile mehrere Matches gesammelt habe, aber mich bisher nur zwei davon angeschrieben haben. Was ist mit dem Rest? Macht man das nicht mehr? Wie soll das ohne Schreiben funktionieren? Wird nur noch geguckt und geliked und das wars? Oder müssen nun tatsächlich die Frauen den ersten Schritt machen und schreiben? Nein, das würde ja doch zu weit gehen!

So, langer Eintrag geht zuende. Jetzt ist aber alles erstmal auf den neusten Stand. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, wieder regelmäßig Tagebuch zu schreiben. Unter anderem weil ich erkannt habe, dass es einer meiner „Flow-Tätigkeiten“ ist. Dazu aber sicher in einem weiteren Beitrag mehr. 🙂 Zum Abschluss noch ein Bildchen mit Spruch, der sehr viel Wahrheit enthält: #howtofindhappiness

Screenshot_2015-09-10-23-54-47

Advertisements

Festival-Jungfrau

Wie die Zeit schon wieder vergeht! Aber das gefällt mir. Bald bin ich wieder in der Heimat. Die Zeit genieße ich immer sehr. Und bald mache ich Urlaub mit meinen zwei besten Freunden am Gardasee. Vorfreude ist die schönste Freude, das fand ich schon immer.

Bevor die letzten Erinnerungen schon langsam verblassen, muss ich zu meinem neusten Erlebnis noch einen Tagebucheintrag verfassen: Ich war auf meinem ersten Festival!

Mit 24 Jahren bin ich wohl bereits im oberen Durchschnitt für eine „Festival-Jungfrau“. Ich stellte mir oft die Frage, ob ich wohl ein Festivalmensch bin oder nicht. Auf meiner Bucket List stand der Punkt schon ewig und hätte mit Leichtigkeit die vergangenen Sommer mal abgehakt werden können. Aber wie so oft, schafft man seine Vorhaben aus unerklärbarem Grund dann doch nicht.

Diesen Sommer, nur ein paar Tage nachdem Mr Schützenverein unsere Beziehung beendet hatte und ich immer noch im Post-Beziehungs-Blues hing, fragten mich meine Kommilitonen, ob ich Lust hätte, mit ihnen auf ein Festival in Bayern zu gehen. Hm… Bayern, das ist ja ganz schön weit und ich könnte es nicht mit einem Besuch in der Heimat verbinden. Bringt ja dann eigentlich nicht viel. Außerdem über den 18. August. Da hatte Mr Schützenverein doch Geburtstag. Vielleicht feiert er ja und lädt mich noch ein?

Nein, ich merkte selbst, meine Ausreden waren lächerlich. „Ich komme mit!“ und kaufte mir kurz darauf das Ticket. Nicht nur würde ich endlich mal wieder einen Punkt auf meiner Bucket List abhaken können, es wäre eine gute Ablenkung für mich und nach unseren Klausuren auch der perfekte Kurzurlaub.

Und das war er auch. Vier Tage am türkisblauen See, mit lustigen Menschen, am idealem Zeltplatz, bei Sonnenschein und mit tollen Acts, konnte man es sich nicht besser vorstellen. Vermutlich war es auch noch das einzige Festival diesen Sommer mit schönem Wetter! 😀

Wir fünf Mädels starteten am Mittwoch mit zwei Autos Richtung Süden, konnten eine Nacht in meinem Elternhaus verbringen um am nächsten Morgen erholt das Restliche einkaufen zu gehen und pünktlich zum Einlasszeitpunkt am Campinggelände zu stehen. Unter den ersten 200 Menschen fanden wir den idealen Zeltplatz (nicht zu nah an den Dixieklos und nicht zu weit entfernt 😉 ) und konnten uns kurzschließen mit drei Kumpels von mir, die ebenfalls auf das Festival gingen. So hatten wir direkt nachmittags eine kleine Zeltgemeinschaft aufgebaut. Am ersten Tag waren noch keine bekannten Acts, aber das Festivalgelände wurde natürlich trotzdem schonmal getestet. Die zur DJ-Musik tanzende Menge am Strand des türkisblauen Sees im Schein des Mondlichts war ein einzgies Déjà-Vu für mich: alles an diesem Abend erinnerte mich an meine Südostasien-Reise. Hach, hallo Fernweh…

Insgesamt gingen wir Mädels das Festival recht gemütlich an. Am ersten Abend ließen wir uns nicht von den Jungs beirren und gingen ins Bett wann es uns passte. Also um halb 12. Jaaa, wir waren müde. 😀 (Eigentlich hätte ich noch länger durchhalten können, aber wenn keiner der Mädels mehr am Pavillion sitzt, dann gehe ich eben auch schlafen…)

Freitag freuten wir uns alle auf den Act von Deichkind. Und er erfüllte unsere Erwartungen. Nein, übertraf sie sogar. Es stimmt was alle sagen: Deichkind macht eine hammer Show! Dafür waren wir dann wohl am letzten Abend etwas verwöhnt. Irgendwie war alles dann nicht mehr soo spektakulär und wir waren (mal wieder) schnell müde. Kommt vermutlich auch vom Trinken und der vielen Sonne tagsüber. Apropos trinken: wir hatten uns maßlos überschätzt. Über eine ganze Palette Bier blieb am Ende über (die wir natürlich nicht verschwendeten und mit zurück nahmen) und von unseren Mischgetränken brauchten wir auch nicht viel. Unsere Stimmung war auch mit sehr wenig Alkohol super.

Dass ich keine „angemessenen“ Kerle kennen gelernt habe, machte mir weniger aus als gedacht. Ich habe vermutlich meine „Flirt-Ausstrahlung“ einfach noch nicht wieder zurück. Die wird zu einer geeigneten Zeit sicher wieder kommen. Ich konzentriere mich lieber auf mich selbst, wie ich in meinem letzten Eintrag erwähnt habe.

Spätestens am Sonntag, wenn nicht sogar schon am ersten Tag, konnte ich die Frage beantworten: ja, Festivals sind für mich machbar! 😉 Ich bin eigentlich eine Memme, wenn es um mehrere darauffolgende Tage Trinken und Feiern geht. Ich brauche meinen Schlaf und habe bei Kater schlechte Laune. Aber mit den vier Mädels waren es gemütliche und supercoole Tage. Und wir hatten eindeutig die beste Zeltdeko (man siehe das Foto 🙂 plus passender Pappbecher und -teller).

Auf welches Festival es wohl nächsten Sommer gehen wird?

IMG_20160827_222556

 

Das Auftauchen

Liebes Tagebuch,

ich habe mich lange nicht gemeldet. Ich habe dich vermisst. Ich habe vermisst zu schreiben. Ich hatte keine Zeit. Ich hatte keine Motivation. Mir ging es nicht gut. Ich habe Fehler begangen. Ich habe mich selbst schlecht behandelt. Ich habe andere schlecht behandelt. Ich kam nicht mehr mit mir selbst klar. Ich habe viel erlebt. Ich habe viel durchgemacht.

Aber jetzt bin ich wieder da. Und habe viel nachzuholen.

Als allererstes tauche ich auf. Ich möchte es zumindest. Das ist mein Ziel. Auftauchen aus diesem dunklen Wasser. Der erste Zug an die Wasseroberfläche ist wohl geschafft. Es wurde für mich getan. Sieben Monate unterdrückt von einem Menschen, den ich letztlich liebte. Er tat mir nicht gut, das wusste ich. Doch Gefühle sind bekanntlich ein Arschloch. Genauso wie er.

Das Ende

Wir sollten über uns reden – blablabla… Und das kam von ihm. Nachdem ich ihm vor einigen Wochen zum ersten Mal gesagt hatte, dass ich ihn liebe. Das war ein großer Schritt für mich. Und ich bereute es gleich am selben Abend. Trotzdem sagte er es von sich aus noch zwei mal danach. Er plante den Urlaub mit mir. Er plante die Zukunft mit mir. Aber jetzt müssen wir über uns reden. Sagte er.

Dieses Auf und Ab zwischen uns, das ginge jetzt nicht mehr. So sollte eine Beziehung nicht sein. Recht hatte er. Ja, ich war ihm sogar dankbar, dass er diesen Schritt machte. Ich hatte es ein halbes Jahr lang nicht geschafft. Jetzt tat es er.

Was danach geschah

Dass ich es nicht geschafft hatte, hatte jedoch wohl einen Grund, wie ich die Tage darauf festgestellt habe. Der Grund musste wohl sein, dass bei mir große Gefühle und große Hoffnung in dieser Beziehung steckten. Oder war der Grund immer noch, dass ich es nicht ertragen konnte und wollte, wieder alleine da zu stehen? Die Tage darauf ging es mir schlecht. Mein Kopf wusste, es ist das Beste. Mein Herz schrie, bitte keine Einsamkeit! Where is the love?

Mein Kopf konnte mein Herz jedoch mit vielem guten Zusprechen beruhigen. Waren doch nur sieben Monate Beziehung. Was ist das schon? Außerdem war er eh nie gut für dich. Du wolltest keine Zukunft mit ihm. Doch das sollte erst die Ruhe vor dem Sturm sein.

Am Wochenende darauf erfuhr ich, dass er direkt eine Neue hatte. Mein Herz blutete wieder. Mein Kopf tobte. Was sollte das? Wie respektlos ist das?! Ich wusste, er war mir nicht fremd gegangen, während der Zeit, in der wir zusammen waren. Trotzdem tat es so weh, dass er gleich mit der nächsten ins Bett hüpte, sobald es aus war. Es handelte sich um seine Exfreundin von vor acht Jahren. Keiner aus seinem Freundeskreis mochte sie. Was fand er an ihr?! Ich schrieb ihm, beleidigte ihn. Seine Antworten waren natürlich ebensowenig freundlich. Ich blockierte ihn und verlies meine Wohnung. Ich musste weg. Brauchte Ablenkung. Ich stieg in die S-Bahn. Ich fuhr zu einer guten Freundin und ihrem Freund. Und wurde herzlich und tröstend aufgenommen. Es gab Eis und Pizza und Kill Bill.

Und so sah meine Ernährung auch die folgenden Wochen aus. Während der Klausurphase kam ich kaum zum Sport, tat so viel ich nur konnte zwischen den Lerneinheiten. Aß und aß und aß. Kekse, Schokolade, Pizza, Nudeln… Bauchschmerzen Tag ein, tag aus. Schlafstörungen, Stress, Selbstzweifel, Selbsthass, Müdigkeit….

Die erste Klausur in Marketing ging völlig schief. Ich hatte zu spät angefangen zu lernen. Verbrachte die Zeit um mich abzulenken von ihm. Ich hatte nicht genug und das falsche gelernt. Ist dieses Master-Studium überhaupt richtig für mich? Was kann ich eigentlich? Was will ich eigentlich?

Die zweite Klausur lief schon besser. Von der dritten meldete ich mich ab.

Meinem Herz geht es mittlerweile besser. Mein Kopf schreit dafür wieder am lautesten. Du bist dumm. Du bist undiszipliniert. Du bist fett. Du bist unerträglich. Du kannst nichts.

Nicht besser machte es die Situation gestern, als ein Freund mir sagte, ich hätte ganz schön zugenommen, trotz des Sportprogramms, das ich ja angeblich durchziehen würde. Ich würde mir ja wenig Mühe geben. Wunderbar. Danke. Ich weiß selbst, dass gerade alles den Bach hinunter geht.

Mir geht es nicht gut. Ich begehe Fehler. Ich behandle mich selbst schlecht. Ich behandle andere schlecht. Ich komme nicht mit mir selbst klar. Ich erlebe viel, ich mache viel durch. Es ist ein weiter Weg bis an die Wasseroberfläche. Aber ich werde Auftauchen.

Wie es nun weiter geht

Ich habe ein neues Projekt. Ich muss lernen, mich selbst zu lieben. Ich möchte es lernen. Als Erstes möchte ich mich wieder anständig ernähren. Ich möchte wieder meinen Ehrgeiz im Sport finden. Das tat mir immer gut. Ich werde bald schon wieder nach Hause fahren zu meinen Eltern. Bis dahin genieße ich den regelmäßigen Alltag in meinem Job an der Uni während der vorlesungsfreien Zeit. Im September werde ich eine Woche mit meiner besten Freundin und meinem besten Freund am Gardasee verbringen. Ich möchte neue Erfahrungen machen. In ein paar Tagen bin ich auf dem allerersten Festival meines Lebens. Ich möchte lernen, dankbar zu sein. Dankbar für die Freunde, die gemerkt haben, dass es mir nicht gut ging, und mich unterstützt haben. Dankbar, dass es meiner Familie gut geht. Dass ich jeden Tag neue Erfahrungen machen kann und klug genug bin, zu reflektieren und von ihnen lernen zu wollen. Ich möchte erfahren wie es ist, sich selbst zu lieben. Mich nicht abhängig machen, von einem anderen Menschen. Ich möchte nicht meinen Traummann finden. Ich lasse mich finden. Denn erst einmal bin ich wichtiger.

Eigentlich bin ich doch garnicht so schlimm. Eigentlich mag ich mich gerade schon wieder etwas mehr, nachdem ich diese Zeilen geschrieben habe.

Danke, liebes Tagebuch, fürs zuhören.


P.S.: Außerdem muss ich mich entschuldigen bei einer bestimmten Person. Ich habe einen Fehler begangen. Ich habe diese Person schlecht behandelt. Das hatte sie nicht verdient. Ich denke, wenn sie diese Zeilen liest, weiß sie, was ich meine. Es tut mir leid.