Meine Art verliebt zu sein

Nun der Beitrag auf den alle gespannt warten: Was tut sich eigentlich bei Tagebuchschreiberin und ihrem Mr Schützenverein?

Ja, das wüsste ich auch nur allzu gerne. 😉 Ich wollte hier mal einen ausführlichen Eintrag schreiben aber je länger ich darüber nachdenke, desto weniger fällt mir ein über was ich Neues berichten kann. In den letzen Einträgen über ihn habe ich bereits alles erzählt. Ich habe mir sogar gerade nochmal alle Beiträge über ihn durchgelesen und mir ist aufgefallen, was für ein Sinneswandel da stattgefunden hat. Von „ein Typ, der mich nicht sonderlich interessiert, mit dem ich eben mal ein Date habe„, zu „oh gott, der hat ganz schön Interesse, ich bin überfordert, lass mich in Ruhe„, zu „keine Kusschemie, schlechter Sex, andere Zukunftpläne, wir passen nicht zusammen„, zu „verdammt, da entwickeln sich wohl gerade Gefühle bei mir„, zu „ja, es sind Gefühle für ihn da„.

Wie kam es dazu?

Weil Mr Schützenverein so verdammt hartnäckig ist. Seit ich meine Unistadt vor knapp sechs Wochen vorübergehend verlassen habe, hat er mir jeden Tag geschrieben. Jeden. Einzelnen. Tag. Diese Hartnäckigkeit erinnert mich an meinen Exfreund vor sieben Jahren. Er stand ein halbes Jahr auf mich und hat nicht locker gelassen bis ich schließlich Gefühle entwickelt habe und wir zusammen gekommen sind. Es wurde die schönste Beziehung, die ich bis jetzt hatte. Vielleicht brauche ich diese Hartnäckigkeit? Vielleicht gefällt mir erst dann ein Mann so richtig? Vielleicht ist das die richtige Weise mich zu „jagen“. Zusätzlich haben Mr Schützenverein und ich durchschnittlich zwei Mal die Woche telefoniert oder geskyped und das nie unter zwei Stunden. Ich komme mir wieder vor wie ein Teenager. Wann habe ich das letzte Mal im Bett vor dem Schlafengehen stundenlang mit einem Kerl telefoniert? Ich bin eigentlich nicht mal ein Telefonier-Mensch. Sogar mit meiner Freundin telefoniere ich maximal eine Stunde.

Weil ich mit Mr Schützenverein über alles reden kann. Bei ihm mache ich mir keine Gedanken etwas Falsches zu sagen. Oder etwas Falsches zu tun. Wenn ich ihm schreiben will, dann schreibe ich ihm. Wenn ich mit ihm reden will, dann telefoniere ich mit ihm. Wenn ich ihm etwas über mich erzählen will, dann tue ich das. Und er ist immer noch da. Ihm geht es genauso: er fühlt sich vollkommen wohl dabei, mir alles zu erzählen. Er hat mir seine „wilde“ Vergangenheit im Jugendalter anvertraut. Er spricht über seine Gefühle und Gedanken. Wir reden über unsere Sexvorlieben und -Erfahrungen. Und ich erzähle ihm über meine Vergangenheit, Gefühle und Gedanken. Es fühlt sich alles richtig an.

Weil Mr Schützenverein mir selbst sehr ähnlich ist. Als er mir während unseres zweiten Dates bereits sagte „ich glaube, wir haben viele Gemeinsamkeiten“, dachte ich mir „hä? Wo denn?“ Aber mittlerweile sehe ich sie auch: es sind einige Charaktereigenschaften, die wir teilen. Ich habe bisher selten einen Mann getroffen, der es mit meinem Organisationstalent aufnehmen kann. Er schreibt sich sogar alles als Termin in sein Handy. Ich dachte immer, nur ich wäre so verrückt. Er ist außerdem mindestens so ehrgeizig und zielstrebig wie ich. Er weiß, was er will und gibt alles dafür. Und das zeigt sich ja nicht zuletzt in seiner Hartnäckigkeit mir gegenüber. Mit seinen zwei Hobbies angeln und seinem Schützenverein kann ich nicht viel anfangen. Aber wir haben den gleichen Film- und Seriengeschmack, er reist sehr gerne und treibt gerne Sport (zwar nicht im Fitnessstudio aber dafür Bouldern). Gute Voraussetzungen, wie ich finde. Oder entdecke ich nur diese Gemeinsamkeiten, weil Verliebtsein blind macht und man nur das sieht, was man sehen will?

Ja, richtig gelesen: Verliebt. Ich tue mir immer wieder schwer es zuzugeben. Und ich mag dieses Gefühl wirklich nicht. Für mich bedeutete Verliebtsein die letzten Jahre immer nur Entäuschung. Ich erinnere mich an die Kommentare von Fortunato und Hayat unter einem meiner Beiträge über Mr Schützenverein: „Es fehlt die Leichtigkeit, das unbeschwerte Genießen, die rosarote Brille, die man in den ersten Wochen hat.“ Darüber habe ich heute nachgedacht. Ich empfinde Etwas für Mr Schützenverein. Ich vermisse ihn und freue mich ihn bald wieder zu sehen. Ich freue mich nicht nur darauf, jemanden zum Kuscheln zu haben. Ich freue mich ihn dafür zu haben. Aber genießen kann ich das Verliebtsein nicht. Nicht mehr. Nachdem ich in den letzten Jahren ohne jegliches Erfolgsgefühl ständig enttäuscht wurde, wurde wohl die Verknüpfung in meinem Gehirn erstellt: Verliebtsein = Enttäuscht werden. Ich habe in meinem Blog noch nicht viel über meine Erfahrungen in den letzten Jahren geschrieben (außer Live bei Mr Höflich), aber es lief immer nach demselben Schema ab: Mann interessiert sich und gibt sich Mühe, ich lasse mich darauf ein, verliebe mich nach kurzer Zeit, Mann hat kein Interesse mehr. Und das passierte sehr, sehr, sehr häufig. Ich entdecke den Fehler nicht. Ich habe Angst, dass es mit Mr Schützenverein genauso laufen wird. Gefühle habe ich bereits und noch ist er da. Aber wie lange noch? Lasse ich mich vollkommen darauf ein und beginne das Gefühl zu genießen, dann wird es nur noch mehr weh tun, wenn er weg ist.

Naja, mir bleibt wohl eh nichts anderes übrig als abzuwarten. Gefühle kann keiner steuern. Wenn sie weg sind, sind sie weg. Aber vielleicht bleiben Mr Schützenverein und seine Gefühle ja sogar da. Vielleicht schaffe ich es dann zu genießen. Dafür muss ich ihn aber erst einmal besser kennenlernen. Bisher hat sich unsere „Beziehung“ größtenteils auf schreiben, telefonieren und skypen beschränkt. Jetzt heißt es, uns in Real näher zu kommen. Ich denke sogar, dass das Küssen und der Sex besser werden könnten. Wie ich bereits geschrieben habe: wir haben uns über jegliche Vorlieben ausgetauscht und die passen sehr gut zusammen. Unser Sex könnte spannend werden. 😉 Außerdem sind jetzt bei mir, im Gegensatz zu letztem mal, Gefühle dabei. Das macht sicher auch einen Unterschied.

Mr Schützenverein und ich zählen bereits die Stunden bis Montag, wenn mein Zug in den Bahnhof einfährt… (Ziemlich teenagermäßig oder? 😉 )

 

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Vom sportlichen Bergsteige-Wahnsinn

Nachdem meine Kontrollstimme zurückgekommen war, konnte ich sie bisher nicht mehr wieder leise stellen. Seit knapp sech Wochen hänge ich zwischen zwei Extremen: die Stimme schreit mir entgegen, wie es sein sollte: dass ich wenig, nein, eigentlich garnichts essen darf. Sie zählt meine Kalorien und macht Pläne für die nächsten Mahlzeiten, für die nächsten Tage und Wochen. Was und wie viel ich essen darf und welchen wie viel Sport ich zu machen habe. Und mein trotziger Körper zeigt mir die Realität und frisst und frisst und frisst was ihm zwischen die Finger kommt.

Diese Phasen hatte ich bisher am meisten seit Beginn meiner Essstörung. Selten war es, dass Körper und Stimme sich einig waren und ich wenig gegessen habe. Deswegen ist das Essen für mich immer mit Schuldgefühlen besetzt. Am Liebsten wäre es mir in diesen Zeiten immer, dass die Stimme doch endlich gegen meinen Körper gewinnt. Dass sie mich vollkommen unterdrücken kann. Dass ich es schaffe wenig zu essen. Dann wären die nagenden Schuldgefühle, die mich immer und überall plagen, fort.

Alle Pläne, die ich mir für die nächsten Tage und Wochen mache um weniger zu essen, scheitern. Einzig an meine Trainingpläne kann ich mich halten. Und ich halte mich daran. Ich klammere mich fest. Ich klammere mich an meinen Sport fest. Denn er kann die Schuldgefühle reduzieren. Er kann meine Fresserei und den Kalorienüberschuss wenigstens etwas ausbügeln. Er hält mich davon ab, mich von der Stimme in den Wahnsinn treiben zu lassen. Dennoch stelle ich mir wie eine Wahnsinnige jeden morgen den Wecker um vor der Arbeit mein Freeletics-Workout zu absolvieren. Oder auch an meinen freien Tagen um vor dem Frühstück schon das Training zu schaffen, denn morgens verbrennt man ja überwiegend fett. Und außerdem bin ich den Rest des Tages wenigstens ein kleines bisschen geschützt vor der Stimme. Und wenn ich ganz besonders motiviert oder ganz besonders schuldgeplagt bin, wird noch ein Neun-Kilometer-Lauf angehängt oder Klettern gegangen.

Zumindest habe ich begonnen gegen diese Stimme, diese Schuldgefühle, diese Kontrolle und diese Gedanken etwas zu unternehmen. Denn ich habe zu diesem Zeitpunkt bereits mit einer Therapie begonnen. Zwar keine „richtige“ Psychotherapie, aber trotzdem ein Anfang und es hat mir bereits geholfen den steinigen, steilen und dunklen Berg ein klitzekleines bisschen näher zukommen. Ich habe mir sozusagen jemanden gesucht, der mir hilft die richtigen Bergschuhe anzuziehen und meine Ausrüstung zusammenzupacken. Dieser Jemand war Frau J. Sie ist psychotherapeutische Heilpraktikerin.

Beim Begriff „Heilpraktiker“ krümme ich mich immer noch. Aber nicht alle Heilpraktiker sind auf ihre esoterischen Heilmethoden fixiert. Also ist es mal ein Versuch wert. Bevor ich für meine Praktikumszeit zu meiner Tante zog habe ich mir drei Heilpraktikerinnen mit einen Schwerpunkt zu Essstörungen in der Gegend herausgesucht und mit zwei einen Termin ausgemacht. Die erste Dame war tatsächlich solch eine Esoterikerin. Sie wollte mir irgendeinen Schwachsinn andrehen mit Hypnose und Energiewellenbestimmung. Und ob ich nicht zumindest Globuli probieren will. Sobald mir irgendjemand mit Homöopathie kommt blocke ich ab. Sorry, aber nee. Placebo-Effekt schön und gut. Aber dafür müsste man erstmal an Homöopathie glauben. Und tut mir ja sehr leid, aber von Dosierungen, die so gering sind, dass medizinisch keinerlei Wirkung auftreten kann, halte ich nichts. Außerdem kann mein Problem ja nicht so schlimm sein, wenn ich doch esse und nicht untergewichtig bin, so ihre Aussage. Aha, danke. Dann lebe ich wohl einfach weiter mit meinen Stimmen. Bis sie mich so weit in den Wahnsinn treiben, dass ich in meinem Kopf völlig von der Realität abgeschottet bin. Vielleicht helfen dann ja Globuli?? Ich konnte garnicht schnell genug aus ihrer Praxis flüchten. Ich war so emotional aufgerieben, dass ich schon garkeine Lust mehr hatte mit irgendeiner anderen Therapeutin zu reden. Nicht, dass ich mir nochmal anhören muss, dass ich weiterhin selbst mit meinem Problem fertig werden muss. Denn so schlimm wäre es ja garnicht. Dass ich all meinen Mut umsonst gefasst habe und mir Hilfe suchen wollte.

Zum Glück habe ich mich doch noch aufraffen können, den Termin der anderen Heilpraktikerin wahrzunehmen. Und die war das komplette Gegenteil der ersten. Sie war kompetent, hatte tatsächlich Wissen über Essstörungen, ich fühlte mich ernst genommen und wohl in ihrer Praxis und konnte gut mit ihr reden. Leider war die Praxis am A**** der Welt. Deshalb musste immer gut geplant werden, wie und wann ich einen neuen Termin ausmachen konnte. Und meine Tante oder Cousine durften natürlich auch nichts davon erfahren. Leider hatte ich  insgesamt nur fünf Sitzungen mit Frau J. Aber in den fünf Sitzungen habe ich tatsächlich bereits einiges über mich gelernt. Was die Ursachen meiner Gedanken sein könnten, auf was ich achten soll und was mir helfen könnte.

Als nächsten Schritt suche ich mir einen Bergführer, der mir hilft, selbst den Berg auf dem besten Wege hoch zukommen. Zuletzt muss ich die Reise auf den Gipfel des beängstigenden Berges antreten und bewältigen. Die Dame der Beratungsstelle meiner Unistadt wird mich weiterhin unterstützen. Sobald ich wieder vor Ort bin soll ich mich melden, vielleicht kann sie für mich noch einige Sitzungen freiräumen. Mit ihr kann ich die Zeit überbrücken, bis ich nach meinem Abschluss weiß, wo ich wohnen und arbeiten werde. Dann kann ich mich für eine Psychotherapie auf die Warteliste setzen lassen.

Zur Zeit und die nächsten paar Wochen muss ich also wieder selbst mit mir klar kommen. Die Tipps von Frau J. verblassen bereits. Ich zähle weiter Kalorien und mache zwei Mal am Tag Sport. Manchmal, wenn die Stimme es mir erlaubt, fühle ich mich wohl in meinem Körper. Dann kann es sogar passieren, dass ich es ernsthaft in Erwägung ziehe, bei H&M ein bauchfreies Top zu kaufen. Aber nein, am nächsten Tag fühlst du dich eh wieder fett. Lass das mal lieber schön. Aber zumindest ein Foto musste gemacht werden. Wenn ich schon mal zufrieden bin mit meinem Spiegelbild.

1445987826796Außer dass ich dieses Foto virtuell in mein Tagebuch kleben darf, erlaubt mir die Stimme es auch an Mr Schützenverein zu schicken. Der freut sich darüber. Und ich freue mich über seine Komplimente. Auch wenn die Stimme mir nicht erlaubt, sie ernst zu nehmen. Manchmal schafft es Mr Schützenverein jedoch lauter zu sein als die Stimme. Manchmal habe ich die Hoffnung, dass Mr Schützenverein genau zum richtigen Zeitpunkt in mein Leben getreten ist. Auch wenn er es nicht weiß, kann er vielleicht helfen, die Stimme wieder zum schweigen zu bringen. Manchmal hilft es, wenn die Stimme merkt, dass ich trotz meines Essverhaltens, trotz meiner Kontrollsucht, trotz meines niemals gesättigten Ehrgeizes, geliebt werde. Einfach nur geliebt werde. Einfach nur so wie ich bin.

Mehr zu Mr. Schützenverein kommt bald…

Berufserfahrung sammeln

Hier bin ich wieder. Mein Praktikum ist vorbei und ich habe wieder Zeit. Erstmal. Denn heute in einer Woche bin ich wieder in meiner Unistadt, muss dort einige Dinge erledigen, fahre danach wieder zu meinen Eltern nach Bayern um von dort zwei Tage später nach Finnland zu fliegen. Mit zwei Freundinnen verbringe ich sechs Tage in Finnland , fliege zurück und steige zwei Tage später wieder in den Zug, der mich wieder in meine Unistadt bringt. Ende November beginnt das nächste Praktikum und während dem Ganzen hin und her muss ich meine Bachelorarbeit schreiben. Puhh.

Deshalb bin ich froh den Entschluss gefasst zu haben mein derzeitiges (freiwilliges) Krankenhauspraktikum in der Psychiatrie auf vier Wochen zu verkürzen. Also erstmal diese Woche entspannen, ein paar Blogeinträge nachholen und Literatur sammeln für die Bachelorarbeit. Außerdem hatte ich nach vier Wochen alle Bereiche im Klinikum gesehen, die mich interessiert haben. Es hat mir wirklich Spaß gemacht und ich kann es mir gut vorstellen später im Qualitäts- oder Patientenmanagement zu arbeiten. Es ist toll Inhalte, die man in Vorlesungen gelernt hat, tatsächlich in der Praxis wieder zu erkennen. Ich habe mich super mit allen Kollegen verstanden und bin wirklich interessiert an den Abläufen in der Psychiatrie. Vor allen Pflegern und Pflegerinnen dort habe ich riesen Respekt. In einer Psychiatrie würde es mir wahnsinnig schwer fallen mit Patienten zu arbeiten. Ich könnte das wirklich nicht. Für mich käme aber eh nur ein Job im Managementbereich in Betracht. Leider verdient man im öffentlichen Dienst nicht sehr viel. Und das Klinikum ist in einer Kleinstadt. Landschaftlich ist die Gegend wunderschön, nur städtisch ist nichts geboten. Ich würde lieber in einer großen Stadt arbeiten wollen.  Ich werde die Stellenanzeigen trotzdem im Auge behalten.

Wie bereits erwähnt beginnt in der letzten Novemberwoche mein nächstes Praktikum. Mein hoffentlich aller Letztes. Das waren nun wirklich genug Praktika. Das sollte doch als Berufserfahrung für eine Bachelorabsolventin reichen. Ich arbeite dort bis Mitte Februar in einer Agentur für Eventmanagement. Ich bin gespannt wie es wird. Im Moment lege ich meine Hoffnung darauf, in dieser großen internationalen Agentur einen Job nach meinem Abschluss zu ergattern. Dafür muss es mir aber erstmal gefallen. Und ich darf mich nicht zu blöd anstellen. 😉

Für meine Bachelorarbeit im Bereich Arbeitspsychologie habe ich schon ein komplettes Buch durchgelesen. Und danach entschieden, dass ich mein Thema auf jeden Fall konkreter fassen sollte. Nächste Woche habe ich eine weitere Sprechstunde mit meinem Betreuer. Der soll sich von meinen drei Vorschlägen für ein Thema eins heraussuchen, damit ich endlich mal richtig anfangen kann. Schreiben sollte dann kein Problem werden. Aber die richtigen Informationen finden und strukturieren ist die große Herausforderung.

Das war nun alles, was sich die letzten Wochen bei mir im Bereich Studium getan hat (in Kurzfassung). Zu meiner beginnenden „Reise“ und zum Thema „Liebe“ (argh, das Wort rutscht mir echt schwer aus den Fingern) gibt es auch noch Neues. Also Fortsetzung folgt…

Ich bin noch daahaaa

Jaaa, ich lebe noch! Ich habe ja schon ewig keinen Tagebucheintrag mehr geschrieben! Ich komme aus zeitlichen Gründen nicht dazu und um ehrlich zu sein, fehlen mir die richtigen Worte und die Lust zu schreiben. :/ Deswegen wird der heutige Beitrag ein bisschen chaotisch und unstrukturiert.

Ich wollte aber hiermit ein kurzes Lebenszeichen geben. In den letzten drei Wochen ist Folgendes passiert, über das ich teilweise (hoffentlich) noch ausführlicher berichten werde:

  • Vor drei Wochen bekam ich Besuch von zwei Mädels von meiner Unistadt. Wir sind zusammen auf die Wiesn gegangen, meine Lederhose hat sogar noch gepasst (alle Sorgen umsonst gemacht), es war ein toller Tag und wir kamen mit dem selben Fazit heraus wie letztes Mal: ein bisschen Pussy-Bier und Sekt vortrinken und man kommt als Frau mit zwei Maß für den kompletten Tag aus. Und kompletter Tag bedeutet von 9 Uhr bis 20 Uhr. Schließlich will man morgens ja einen Platz im Zelt und der Tag soll sich lohnen. 😉

 

  • Ich habe mein Praktikum im Krankenhaus begonnen. Eine passende Berufsmöglichkeit nach meinem Studium wäre eben ein Job im Management eines Krankenhauses. Ich hatte mich entschieden, für ein paar Wochen dort hineinzuschnuppern und wohne für die Zeit bei meiner Tante im Allgäu. An den Wochenenden kann ich die knapp 100 Kilometer zu meinen Eltern nach Hause fahren. Also das, was mir nie möglich war, während meiner Studien- bzw. Vorlesungszeiten. Ich genieße das sehr. 🙂

 

  • Das Praktikum ist interessant. Dadurch, dass ich nur vier bis fünf Wochen dort bin und auch keine Entlohnung bekomme, ist es hauptsächlich ein „über die Schulter schauen“. Ich kann in alle Bereiche, die mich interessieren hinein schnuppern. Die Leute dort sind super drauf und wenn ich mich nicht gerade langweile oder mich überflüssig fühle (da ich keine eigenen Arbeiten bekomme), dann macht es wirklich Spaß.

 

  • Ich habe endlich meine Reise begonnen und eine Therapie wegen meiner Essstörung angefangen. Um die Zeit für eine richtige Psychotherapie zu überbrücken habe ich mich entschieden eine psychotherapeutische Therapie bei einer Heilpraktikerin zu beginnen. Zwei Heilpraktikerinnen habe ich besucht. Die erste war furchtbar. Bei der zweiten hat es dafür zum Glück super gepasst. Mit ihr beginne ich also die Reise.

 

  • Leider muss ich zu dem Thema aber noch zugeben: ich habe wieder begonnen Kalorien zu zählen. Die Stimme schrie immer lauter und ich konnte mich nicht mehr wehren. „So kannst du nicht weiter machen!“ „Reiß dich mal wieder zusamen!“ „Sieh dich doch nur an!“ Und ich glaubte der Stimme. Ich esse zur Zeit wirklich viel zu viel. Ich kann so nicht weiter machen. Ich muss mich wieder zusammen reißen. Ich kann mich so nicht mehr ansehen. Die Reise muss nun wohl leider von ein paar Schritten weiter hinten losgehen.

 

  • Nun zum letzten und meinem derzeitigen Lieblingsthema: Mr Schützenverein. Ich glaube, ich sollte ihm bald einen neuen Namen geben. Den Namen hatte ich mir ganz respektlos ausgesucht, als ich dachte, es könnte niemals mehr werden und er würde nur einer unter vielen bleiben. Ich denke, „einer unter vielen“ ist er jetzt schon nicht mehr. Zumindest hoffe ich es wirklich sehr. Ich hoffe es endet nicht wie bei Mr Höflich. Mr Schützenverein gibt sich so viel Mühe, wir schreiben und reden (am Telefon und Skype) über alles. Über den Alltag,  über Beziehungen, über Sex, über Lebenseinstellungen, über Probleme, über Zukunftsgedanken, über Gefühle, einfach über alles. Auch wenn wir nur drei Dates hatten, kommt es mir vor, als würde ich ihn schon lange kennen. Ich spüre ein paar kleine, junge Schmetterlinge in meinem Bauch umherfliegen. Ich freue mich, wenn ich ihn anfang November wiedersehen kann. Ich vermisse ihn. Und er hat Schmetterlinge wegen mir. Er freut sich auf mich. Er vermisst mich.

Ich hoffe wirklich, dass er bei mir bleibt.