Tagebuchschreiben auf 140 Zeichen

Wer es noch nicht gesehen hat: ich hab jetzt auch Twitter. Ich muss ja schließlich alles mitmachen. 😀 Mal sehen, ob ich mit 140 Zeichen klar komme, ich hab bestimmt einiges zu sagen im Alltag. Aber erstmal herausfinden, wie das so funktioniert…

Folgt mir doch 🙂 @Tagesbloggen

Advertisements

Der erste Schritt: Mein psychisches Problem in Angriff nehmen

Hier und hier ist es zu lesen: Ich habe ein Problem mit dem Essen und mit meinem Körper.

Der erste Schritt war getan. Ich habe einen Termin bei einer Beratungsstelle ausgemacht. Und ich bin auch tatsächlich hin. Es war anstrengend. Es ist verdammt anstrengend über seine Gedanken und Gefühle zu reden. Mein Kopf war danach komplett ausgelaugt. Ausgesaugt. Dabei habe ich nicht mal die komplette Stunde, die mir zustand, ausgefüllt.

Beim Schreiben ist das anders. Es fiel mir nicht schwer über mein Problem zu schreiben. Die Überwindung war schwer, das Schreiben an sich aber nicht. Man kann jederzeit ein paar Zeilen oder Worte zurückgehen und korrigieren. Den Satz jederzeit verändern und auch komplette Passagen nochmal auf Sinn und Zusammenhang überprüfen. Beim Sprechen muss man alles im Kopf in kürzestmöglicher Zeit so formulieren, dass es beim herauskommen einen Sinn ergibt. Das man diesen Sinn dem Gegenüber auch verständlich machen kann. Verändert werden kann danach nichts mehr. Und man erhält direkt die Reaktion des Gesprächspartners auf das Gesagte. Wenn es dabei um die eigenen Gefühle geht ist das besonders unangenehm. Und was haben denn Gefühle für einen Sinn? Besonders die Gefühle und Gedanken einer Essgestörten?

Die Frau war nett, sie stellte aber ein paar bohrende Fragen. Sie drängte aber zu nichts. Was sei denn der Sinn meiner Gedanken? Haha, ja, den wüsste ich auch gerne! Was sei der Sinn hinter dieser Kontrolle, die ich brauche und die mich antreibt, das zu tun, was ich tue. Diese Kontrollsucht, die anscheinend, wie wir herausgearbeitet haben, sich über mehrere Bereiche meines Lebens erstreckt. Keine Ahnung, was das für einen Sinn hat. Das sei nun meine Hausaufgabe, bestimmte sie.

Die ganze Zeit fragte ich mich, ob solche Gespräche eigentlich immer gleich verlaufen. Was ich erzähle hat die Dame sicher schon hundert mal zuvor gehört. Die Erkrankung verläuft doch immer ähnlich und mit den gleichen Symptomen. Kann sie da noch individuell auf die Mädchen eingehen? Und ist das, was wir letzendlich herausgefunden haben, nicht diese typische 0-8-15-Diagnose, die hinter jeder Essgestörung steckt? Diese Sucht nach Kontrolle? Ist es das wirklich auch bei mir? Und wenn ja, wieso? Woher -verdammt- kommt das? Da muss ich wohl selbst noch ein bisschen tiefer in meiner Psyche graben. Das ist es vermutlich, was die eine Essstörung von der anderen unterschiedet: die Ursache. Die Geschichte hinter jedem Mädchen. Die Verarbeitung im Gehirn und was da schiefgelaufen ist. Das gilt es erst einmal herauszufinden. Dann kann individuell „geheilt“ werden.

Jedenfalls war das erstmal nur eine Beratung. Die Dame empfahl mir mit einer Therapie zu beginnen. Sie selbst kann mir keinen Therapieplatz anbieten, gab mir aber eine Liste mit Therapeuten, die ich durchklingeln sollte. Schwierig ist nur, dass ich im Oktober nicht in meiner Unistadt bin. Die Therapie könnte also erst im November beginnen und ab März werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit garnicht mehr in meiner Unistadt wohnen. Ich kann aber die übrigen Therapiestunden, die mir noch zustehen, zu einem anderen Therapeuten mitnehmen. Aber Therapeuten wechseln ist ja auch nicht ideal. Vielleicht doch erstmal seinlassen? Gesund bin ich ja, also bin ich kein dringender Fall. Therapie ist doch sowieso übertrieben. Ich werde schon irgendwie klar kommen. Habe ich ja die letzten Jahre auch geschafft.

Nur habe ich in zwei Wochen einen weiteren Termin bei der Beratung. Vermutlich macht sie das um überprüfen zu können, ob man seine „Hausaufgaben“ gemacht hat. Ob ich mir weitere Gedanken gemacht habe. Und ob ich auch die Liste abtelefoniert habe. Also werde ich wohl doch ein bisschen herum telefonieren müssen. Die erste Therapeuten, die ich heute angerufen habe, hatte ein halbes Jahr Wartezeit. Die zweite Nummer war besetzt, die anderen hatten keine Telefonsprechstunden am Donnerstag. Morgen geht es weiter. Wenn ich keine Therapeutin finde, hat sich das eh erledigt. Mehr kann ich ja nicht tun, also mal sehen…

Berufliche Zukunft

Ein nächstes wichtiges Thema, bei dem sich bei mir die letzten Tage viel getan hat, ist meine berufliche Zukunft.

Erstmal noch ein Update zur Klausur, die ich vor zwei Wochen geschrieben hatte und die ja richtig beschissen lief. Ich habe bestanden!! Sogar mit 3,0! Ich habe keine Ahnung, wie das passieren konnte! Das heißt ich muss im März nicht nochmal antreten. Und meine nächste Klausur Mitte September wird meine allerletzte sein. Juhuu!

Und jetzt zum eigentlichen Ereignis. Es ging alles so schnell. Ich hatte nicht mal Zeit im Blog davon zu schreiben.

Vor einer Woche habe ich drei Bewerbungen rausgeschickt für weitere Praktika ab Dezember/Januar. Ja, ich sammle irgendwie diese Praktika. Ich habe bisher zwei, im Oktober werde ich ein kurzes sechswöchiges Praktikum machen und habe ab Dezember nochmal etwas Zeit. Als Bachelorabsolvent ohne großes Verlangen einen Master zu machen hat man eh schlechtere Karten. Also am besten mit Praktika Berufserfahrung sammeln, denn das ist ja einer der wichtigsten Punkte, worauf Unternehmen achten. Und es könnte mir einen Einstieg in einen Beruf ermöglichen, wenn dort Paktikanten übernommen werden.

Von der Agentur, die ich eigentlich am wenigsten favorisierte, kam schon vier Tage später eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ob ich gleich diese Woche noch Zeit hätte. Eigentlich wollte ich doch erst ab Dezember das Praktikum machen. Ganz schön früh für ein Vorstellungsgespräch. Aber joa, hab gerade eh nicht viel zu tun. Also sagte ich zu und fuhr heute dort hin. Die Stadt ist nicht weit, nur 30 Minuten mit der S-Bahn und dann nur ein kurzes Stück weiter mit der U-Bahn zum Sitz der Agentur. Ich hatte mich natürlich trotz meiner geringeren Motivation auf das Gespräch vorbereitet. Was ich über die Agentur las klang doch recht interssant. Vor allem der Aspekt, dass sie sehr international sind. Und anscheinend auch sehr erfolgreich.

Erstmal verlief ich mich und fand das richtige Gebäude nicht. Ich kam noch auf die Minute rechtzeitig, aber keuchend, an. Ich bekam das übliche Getränk angeboten und durfte, wie immer, erstmal einige Minuten im leeren Besprechungsraum warten. Herein kam dann ein junger, vermutlich Ende 20, blonder Mann. Mit ihm führte ich also wohl mein Gespräch. Oh je… ich merkte schon zu Beginn, dass mein Kopf bei dieser Altersgruppe auf „flirty“ umstellt. Nein, bloß nicht. Obwohl… hatte nicht mal jemand bei meinem vorherigen Beitrag zu einem Vorstellungsgespräch erwähnt, dass sowas im Prinzip wie Flirten ist? (Das war übrigens mein Leser Aufgehts 🙂 ) Also vielleicht doch ein bisschen meinen interessierten-flirty Blick aufsetzen und etwas freundschaftlichere Sprache und Gesprächsthemen auffahren. Bei dieser Altersgruppe komme ich offentlichlich zur Zeit ja ganz gut an.

Der Smalltalk am Anfang lief gut, er war beeindruckt von meinem Lebenslauf und ich konnte alle Fragen zufriedenstellend beantworten. Aber dass mein Studiengang ja eigentlich nicht zu diesem Praktikum passe, war ein kleiner Nachteil. Was er von seiner Agentur und der Praktikumsstelle erzählte begeisterte mich dann richtig. Und man hat gute Chancen nach einem Praktikum fest übernommen zu werden. Er selbst wurde nach seinem Praktikum übernommen. Verdammt cool! Das wärs – das ist perfekt! Ich hoffe, ich habe überzeugt. Als ich das Gebäude verlief war ich mir nicht sicher. Sowas kann man ja nur schwer einschätzen.

Ich hätte frühestens ab nächster Woche mit einer Rückmeldung gerechnet. Aber nein, da trudelte abends eine E-Mail in mein Postfach. „Hallo Frau xx,  vielen Dank für Ihren Besuch am heutigen Tage. Gerne würden wir Ihnen den Praktikumsplatz anbieten.“

Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Wow! Das ist meine Chance! Auch wenn es sich herausstellen sollte, dass es nicht mein Traumberuf ist, ist es trotzdem der Einstieg. Und den braucht man!

Nur leider sind mit diesem Praktikum zwei Nachteile verbunden: Gleichzeitig zu dieser Zeit meine Bachelorarbeit zu schreiben wird verdammt stressig. Das Praktikum geht drei Monate. Wenn ich Ende November anfange bin ich Ende Februar fertig und das Semester ist schon Ende März zuende. Es geht also nicht anders als gleichzeitig zu schreiben. Das haben aber schon mehrere geschafft. Ich kann das also auch.

Der zweite Nachteil ist Weihnachten. Ich hatte mich schon gefreut für drei Wochen an Weihnachten nach Hause zu fahren. Mir stehen als Praktikantin aber nur sechs Urlaubstage zu. Okay, ich könnte natürlich meine Zeit Zuhause verkürzen. Aber für eine zu kurze Zeit lohnt es sich nicht die weite Strecke nach Bayern zu fahren. Ich habe beschlossen, sobald ich die Leute an meinem eventuellen zukünftigen Praktikumsplatz besser kenne, mal vorsichtig anzufragen ob es möglich wäre, ein paar Tage mehr freizunehmen und die dann hinten anzuhängen. Ich hoffe es geht. Oder sollte ich doch lieber vorwarnen bevor ich den Vertrag unterschreibe?

Er steht auf mich…

Wow, im Moment tut sich richtig viel in meinem Leben! Dieses Mal fasse ich nicht alles in einen Beitrag sondern – achtung – ich veröffentliche jetzt kurz hintereinander drei Beiträge, weil diese drei Themen mir wichtig sind und unabhängig voneinander Aufmerksamkeit brauchen. 😉

Als erstes geht es um das Thema mit niedrigster Priorität:Ein Mann möchte, dass ich ihm in meinem Leben Aufmerksamkeit schenke. 😉 Ja, es geht wieder um Mr Reich-und-Gutaussehend. Seit unserem Treffen schreiben wir jeden Tag. Also er schreibt mich jeden Tag an. Wird wohl doch nix mit dem „Verlaufen“ bis ich wieder in Bayern bin und ein weiteres Treffen möglich wäre. Ich war ja schon verwundert, dass er nach einem zweiten Date gefragt hatte. Und noch mehr verwundert es mich, dass er mir in jeder freien Minute schreibt. Während seines Urlaubs an der Küste in Frankreich, wohlgemerkt.

Heute morgen kam dann die Super-Überraschung: ich hatte nachts um halb Drei eine Nachricht von ihm erhalten: „Vielleicht bin ich etwas betrunken, aber wenn ich am 11.9. nach xx kommen würde, hättest du was dagegen? Würde dich gerne wieder sehen.“ Er wollte mich hier in meiner Unistadt besuchen kommen. Über 500 Kilometer von seiner Stadt entfernt. Er war betrunken und betrunken ist man am ehrlichsten. Und mitten in der Nacht hatte er an mich gedacht. Ich glaube, der steht auf mich…

Und ja, ich hätte was dagegen. Weil ich nicht auf ihn stehe. Ich schreibe zwar immer brav zurück, einfach weil ich höflich bin und gerne chatte. Aber großes Interesse habe ich nicht an ihm. „Was man leicht haben kann, will man nicht.“ Da ist auf jeden Fall was dran. Meinen Entschluss hatte ich aber bereits gefasst während unseres ersten Dates und bevor ich wusste, dass er auf mich steht.

Man könnte jetzt kontern: ein zweites Date bedeutet noch lange nicht Beziehung. Aber wirklich, er und ich passen einfach nicht zusammen. Er hat eine ganz andere Lebenseinstellung und andere Wertvorstellungen als ich. Er lebt in einer Stadt, in die ich vermutlich niemals ziehen werde. Optisch ist er hübsch, aber wie ich bereits erwähnt habe, zählt das nicht als eine der oberen Prioritäten, wenn ich mir einen Mann für eine Beziehung auswählen würde.

Ich antwortete, dass ich an dem Tag arbeiten müsste. Stimmte zwar nicht, aber es war eine leichte und nicht sehr verletzende Aussage. Und sie schindete mir Zeit, damit ich mich in Bayern noch entscheiden könnte, ob ich mich auf ein zweites Date einlassen würde. Einige Tage zuvor kamen wir auf das Thema Blumen am zweiten Date und er verspach, mir meine Lieblingsblumen zu unserem zweiten Date mitzubringen. Oh je… was mache ich nur mit ihm…?

Date mit Mr Reich-und-Gutaussehend

Wie ich Mr Reich-und-Gutaussehend kennengelernt habe, habe ich bereits in meinem letzten Beitrag beschrieben. Unerwarteterweise bat er um ein weiteres Treffen mit mir. War es, weil er sich schuldig fühlte, dass wir uns geküsst hatten und er das eigentlich nicht macht?

Und was sollte ich außerdem mit ihm? Ich bin sehr selten in München und schon bald nicht mal mehr in Bayern.

Wir vereinbarten ein Treffen unter der Woche. Ich schlug vor, dass er in meine nächstgelegene Stadt kommen könnte. Das wäre dann mehr oder weniger die Mitte (okay, eigentlich näher an meinem Wohnort), da ich auch in die Stadt mit Auto oder Zug kommen müsste. Er kannte sich in meiner Stadt nicht aus, also beschieb ich ihm den Treffpunkt. Ich war noch kurz mit meiner Freundin in der Stadt unterwegs und wir stellten uns an den Laden neben dem Treffpunkt um erstmal zu beobachten. Als er ankam verabschiedete ich mich von meiner Freundin und lief auf ihn zu. Er sah mich – und verdrehte die Augen! Hä? Was war das für eine Begrüßung? Vermutlich war das seine Reaktion darauf, weil ich von einer anderen Richtung auf den Treffpunkt zulief. Eine solche Reaktion von ihm kommt beim ersten Date sicherlich nicht gut bei mir an. Aber ich entschied meine Verwirrung erstmal zu ignorieren. Wir umarmten uns und liefen in Richtung Innenstadt.

Wir unterhielten uns ganz gut – hauptsächlich über die Party letzten Freitag. Ich erfuhr, dass er sich an absolut garnichts erinnern konnte. Alles was er wusste, war zusammengesetzt aus den Erzählungen seiner Kumpels. Gut für mich – ich hatte mich dank des Alkohols echt dämlich angestellt. Es war mir ziemlich peinlich, deswegen beruhigte es mich ungemein, dass er sich nicht erinnerte. Aber: hätte er mich denn überhaupt angeschieben, wenn ich nicht ausversehen auf den Whatsapp-Anruf-Button gekommen wäre? Hätte er sich an mich erinnert?

In der Innenstadt angekommen suchten wir etwas zu essen. Ich hatte zuvor bei meiner Oma ziemlich viel Kuchen gehabt und keinen Hunger, er aber schon. Hmm… Ich kannte mich zwar in meiner Stadt mittlerweile gut aus, aber ein Restaurant wusste ich auf Anhieb nicht. Ich kannte ein gemütliches Café oder das neue In-Lokal, das erst seit Kurzem aufgemacht hatte aber eher ein Lunch-Ort war. Da ich das neue In-Lokal ausprobieren wollte entschied ich mich dafür. Musste er halt zwei kleinere Lunch-Gerichte nehmen während ich mich über meinen Salat freute. Man musste vorne bestellen und direkt zahlen, also keine Gelegenheit, dass er die Rechnung übernimmt. Hätte ich auch nicht verlangt, da ich das nicht unbedingt notwendig finde.

Wir unterhielten uns auch gut während dem Essen. Ich erfuhr, dass er direkt nach seinem Bachelorabschluss eine Traineestelle gefunden hatte. Genau so, wie ich es mir in ein paar Monaten erhoffe. Es war auf jeden Fall interessant zu erfahren, wie er nach seinem Abschluss vorgegangen ist. Da das Lunch-Lokal nicht so gemütlich war, um sich stundenlang darin aufzuhalten, schlug ich vor in meine Lieblingsbar zu gehen. Wir waren beide mit dem Auto da, also hieß das nur alkoholfreie Cocktails für uns. Ihm war alles ziemlich egal, er überließ mir alle Entscheidungen. Sowas finde ich meist nicht so toll. Hatte er denn keine eigene Meinung? Konnte oder wollte er sich nicht für etwas entscheiden?

Er erzählte mir weiter von seinem Traineeprogramm und dass er diesen Monat damit fertig geworden sei. Er freute sich auf seinen neuen Vertrag, der mit Firmenwagen (er wollte einen BMW) und einem neuen Handy kam. Er musste ja zuvor schon sehr viel verdient haben, da seine riesige, moderne Wohnung in der Münchner Innenstadt ein Vermögen kosten musste. Auf jeden Fall im vierstelligen Bereich, wie er mir erzählte. Er versuchte weiter, mich damit zu beeindrucken in welchen Städten der Welt er bereits gewesen war. Damit kann ich aber selbst beeindrucken. Außerdem fanden wir das gemeinsame Gesprächsthema Sport und Fitnessstudio. Er konnte mich mit seinem Wissen über Fitness aber nicht so sehr beeindrucken wie Mr Höflich damals.

Nach meinem alkoholfreien Cocktail bekam ich leider ziemliche Bauchkrämpfe. Vielleicht war es nachmittags zu viel Kuchen gewesen? Ich  lies durchblicken, dass ich bald zurück zum Parkhaus laufen wollen würde. Wir zeigten dem Kellner, dass wir zahlen wollten und er stellte die obligatorische Frage „zusammen oder getrennt?“ Im Normalfall lasse ich unauffällig ein paar Sekunden vergehen damit der Mann antworten kann. Von Mr Reich-und-Gutaussehend kam keine Reaktion, also antwortete ich mit „getrennt bitte“. Und war wieder ein bisschen verwirrt. Wie gesagt, ich verlange es nicht, aber eine nette Geste ist es eben doch, wenn der Mann zahlt. Es wäre von mir nur ein alkoholfreier Cocktail zur Happy Hour gewesen. Und kurz zuvor hatte er noch von seinem neuen Vertrag geprahlt. Naja. Dann halt nicht.

Auf dem Weg zurück kamen wir auf das Thema Beziehungen und ich fragte, ob er eigentlich schon länger Single sei. Seine Antwort war eher schwammig. Er meinte nur, dass er keine Freundin gehabt hatte, seit er nach München gezogen sei. Also seit ein einhalb Jahren. Okay, alles klar. Ähm… keine Gegenfrage? Interessiert er sich nicht für mein Leben? Da fiel mir auf, dass er bisher kaum Gegenfragen gestellt hatte. Ich hatte entweder spontan von mir erzählt oder es ging eben um ihn. Meiner Erfahrung nach ist es oft so, dass Männer gerne von sich erzählen. Das finde ich auch nicht schlimm. Aber Gegenfragen zeugen von Höflichkeit und Interesse.

Er erzählte mir, dass sein momentaner Lebensstil ja sowieso keine Beziehung zulassen würde. Er gehe jedes Wochenende feiern und saufen. Ja, hatte ich mittlerweile von seinen Erzählungen mitbekommen, dass er gerne und viel feiert und trinkt. Auch eher weniger attraktiv. Aber wieso erzählte mir am Freitag noch, dass er mit 30 nun zu alt wäre um „Spaß mit Frauen“ zuhaben und was Ernstes suchte? Ich fragte nicht weiter nach. Aber so kamen wir wieder auf das Gesprächsthema Party. Da er mir erzählt hatte, dass er ungerne Frauen in Clubs kennenlernt und am Freitag behauptet hatte, dass er schüchtern sei, hakte ich nach, ob das denn wirklich stimmte und er keine Frauen anspricht. Er antwortete, dass eigentlich eher die Frauen ihn ansprechen.

Aha. So einer also. Einer, der gut aussieht, es auch weiß, und auf den die Frauen immer anspringen. Einer der nie den ersten Schritt macht oder machen muss. Solche Männer kann ich nicht leiden. Solche Männer sind einfach nur eingebildet. Ich guckte ihn mir nochmal an. Ja, er sieht gut aus. Jede Frau würde ihn attraktiv finden, wenn sie ihm zum ersten Mal gegenüber steht. Jetzt traf ich ihn zum zweiten Mal und hatte ihm drei Stunden lang ins Gesicht geblickt. Soooo wahnsinnig gutaussehend fand ich ihn nicht mehr. Das musste wohl am Charakter liegen, der sich nun herauskristallisiert. Auf den ersten Blick mit ihrem Aussehen umhauen können manche – wahrscheinlich nicht allzu viele – Männer. Die, die mit guten Genen gesegnet sind und sich gleichzeitig um ihr Aussehen kümmern. Gepflegt, hübsches Gesicht und trainiert. Auf den zweiten Blick zählt der Charakter. Im Kopf einer Frau spielt der eine große Rolle. Dieses „zweite Aussehen“ spielt bei der Frage um ein besseres Kennenlernen sogar eine größere Rolle als das „erste Aussehen“. Es könnte sich ja schließlich um den Vater des späteren Nachwuchses handeln. Muss wohl Instikt sein. Ich kam nach seiner Aussage zu dem Entschluss, dass ich ihn auf keinen Fall zum Abschied küssen würde. Er soll nicht alles bekommen, was er will.

Im Parkhaus half ich ihm noch sein Auto zu suchen, da er sich die Nummern-Buchstaben-Kombination des Parkhausabschnittes nicht gemerkt hatte. Zum Glück waren nicht mehr viele Autos dort und wir fanden es recht schnell. Also hieß es Abschied nehmen. Er machte keine Anstalten um eine Abschiedsgeste, also deutete ich an, ihn zum Abschied zu umarmen. Danach blickte er mich noch etwas wartend an. Ich hatte allerdings meinen Entschluss gefasst. Außerdem wollte ich nicht mehr länger herumstehen, da ich immer noch die Bauchkrämpfe spürte. Somit ging ich ein paar Schritte rückwärts um anzudeuten, dass ich tatsächlich gehen werde. Er akzeptierte das wohl und wir beide gingen in unsere getrennten Richtungen.

Während der Autofahrt blickte ich zurück auf das Date. Es war nett gewesen, aber keineswegs eines meiner besten Dates. Es war kein Funke übergesprungen und bei ihm sicherlich auch nicht. Außerdem, wie gesagt, was sollte ich denn mit ihm? Er würde am nächsten Tag in den Urlaub fahren und ich dann ein paar Tage später in meine Unistadt. Ich würde erst wieder Ende September nach Bayern kommen, wo ich ein Praktikum mache in einer anderen Stadt und deshalb nicht nach München kommen würde. Er war eingebildet und zeigte kaum Interesse. Ich war mir sicher, dass ich nie wieder etwas von ihm hören würde.

Als ich eine halbe Stunde später nach Hause kam, meiner Freundin schrieb und mich bettfertig machte, kam eine weitere Whatsapp-Nachricht an. „Bist du gut Zuhause angekommen? Bin seit ein paar Minuten daheim. Wenn du willst können wir uns gerne nochmal nach meinem Urlaub treffen? Ansonsten wünsche ich dir eine gute Nacht.“

Huch? Ernsthaft? Hm…

Die Nachricht war ja schon süß. Und ich kann wirklich nicht schlecht nein sagen. Ich sagte zu, aber ich war mir insgeheim sicher, dass es sowieso nichts werden würde mit dem zweiten Treffen. Es könnte ja eh erst Ende September sein. Bis dahin würde es sich bestimmt verlaufen. Und falls nicht, kann ich ja mal sehen, wie es mit meiner Lust auf ein weiteres Treffen aussieht. Ein Treffen mit einem gutaussehenden Mann kann doch nie falsch sein. Aber er ist eben nur auf den ersten Blick gutaussehend.

Es ist viel passiert Zuhause

Seit meinem letzten Beitrag ist einiges passiert!

Die Klausur lief ziemlich beschissen. Entweder habe ich das Falsche gelernt oder ich konnte mich nicht richtig konzentrieren. Keine Ahnung. Mich nervt das wirklich furchtbar. Es bedeutet nämlich, dass ich die Klausur in jedem Fall nochmal schreiben muss nächstes Semester. Entweder weil ich durchgefallen bin oder weil ich maximal mit 4,0 bestanden habe, womit ich mich nicht zufrieden geben möchte. Das zieht meinen Schnitt extrem nach unten. Also im März nochmal lernen und zur Klausur antreten. 😦 Echt ein Mist.

Danach ging es zumindest nach Hause. Erste Klasse im IC ist nicht so überragend. Toller wäre es wahrscheinlich im ICE gewesen. Naja, dann eben nochmal 500 Bahnbonuspunkte sammeln. Für die Fahrt hatte ich vorgenommen, mir meinen „Cheat-Day“ zu gönnen. Was will man anderes während einer sieben stündigen Zugfahrt machen, als zu essen? 😉 Ich hatte es außerdem verdient mich nach Lust und Laune mit Müll vollzustopfen, nachdem ich zwei einhalb Monate eisern mit meiner Ernährung geblieben war.

Ich ging davor noch in den Supermarkt um die Ecke und habe mich hauptsächlich mit Süßigkeiten eingedeckt. Kekse, Schokolade, Gummibären. Und konnte nicht mal die Hälfte von allem essen! Ich war schon fast enttäuscht von mir! Ich dachte ich wäre eine riesen Fressmaschine. Aber irgendwann ging wirklich garnichts mehr.

Wie es immer ist mit der Bahn, musste ja irgendwas schief gehen. Mein IC traf mit zehn Minuten Verspätung in Nürnberg ein, wo ich eigentlich umsteigen musste. Nur zehn Minuten geht ja voll klar. Aber mein blöder Anschlusszug konnte aber nicht mal die verdammten zehn Minuten warten und ich musste mir eine neue Verbindung geben lassen. Für die 45 Minuten Wartezeit habe ich mir, nach all dem süßen Zeug, zumindest noch eine Portion Pommes gekauft. Im Burger King habe ich vor lauter mieser Laune die Verkäuferin angepflaumt, weil die von mir 25 Cent extra für die kleine Tüte Ketchup verlangte, obwohl auf der Tafel steht „Pommes inklusive Ketchup“. Anscheinend würde das aber nur für die großen Pommes gelten. Steht da aber so nicht geschrieben. Was für ein Beschiss. Dann reichte die kleine Tüte nicht mal für die mittlere Portion Pommes aus. Ich war richtig schlecht gelaunt! Mit einer Stunde Verspätung traf ich am Zeilbahnhof ein. Meine Mum holte mich ab und ich konnte mich zuhause endlich nach der langen Reise ins Bett legen. Am nächsten Tag startete ich wieder gut gelaunt in meine Ferien.

Am ersten Tag kam meine ganze Familie, nachträglich zu meinem Geburtstag, zu Besuch. Das Wetter war super, wir aßen auf der Terasse Kuchen und spielten im Garten Tischtennis. Abends war geplant auf unser Dorffest zu gehen, das zur Zeit stattfand. Meine Tante, mein Onkel meine vielen Cousinen und mein Cousin mit seiner Freundin gingen mit. Vor Ort traf ich auch meine besten Freunde. Schöner hätte ich mir den ersten Tag Zuhause, nach so langer Zeit in meiner Unistadt, nicht vorstellen können.

Von meinen Freunden erfuhr ich, dass mein Exfreund eine neue Freundin hat. Es ist schon lange her, seit wir zusammen waren. Über vier Jahre. Aber es war meine schönste Beziehung bis jetzt und nach ihm hatte ich keine richtige Beziehung mehr. Es ist also ein komisches Gefühl zu hören, dass mein Exfreund wieder eine Freundin hat. Eigentlich hatte ich seit kurzer Zeit wieder ein bisschen mit ihm geschrieben. Wir wollten uns mal treffen um etwas zu quatschen. Aber seit ein paar Tagen meldet er sich nicht mehr. Und er weiß, dass ich in ein paar Tagen in meine Unistadt zurück fahre. Mal sehen, ob das Treffen noch etwas wird…

Am Wochenende fuhr ich nach München um meine beste Freundin zu besuchen. Sie hatte dort ein Praktikum gemacht und ein halbes Jahr gewohnt. Es kam mir nicht so vor, als hätten wir uns so lange nicht gesehen. Es war wie immer: als hätten wir uns gestern erst gesehen. Abends war Party angesagt. Endlich mal wieder feiern gehen für mich! Dass ich schon zu lange keinen Alkohol getrunken hatte, habe ich kurzerhand vergessen. Und bald zu spüren bekommen. Vermutlich war es aber auch einfach zu viel Alkohol gewesen. Im Nachhinein nervt es mich selbst total, dass ich so viel getrunken hatte…

Zum Vortrinken waren wir bei einem (uns unbekannten) Freund eines Freundes meiner Besten eingeladen. Er wohnt in einer riesigen, modernen Singlewohnung mit perfekter Lage und beeindruckender Innenausstattung. Dafür zahlt er aber auch ordentlich. Und in München heißt ordentlich auch wirklich ordentlich. Und dieser Freund, also der, der in dieser hammer Wohnung wohnt, sieht auch noch verdammt gut aus. So gut sogar, dass es mich richtig schüchtern werden ließ. Aber mit genug Alkohol lässt sich Schüchternheit ja bekanntlich gut bekämpfen. Und so dauerte es nicht lange, bis ich ihn in ein Gespräch verwickelte. Ich nenne ihn mal Mr Reich-und-Gutaussehend. Alles lief gut, bis ich mit dem Alkohol vielleicht etwas über das Ziel hinaus schoss. Wie gesagt, ich hatte schon lange nichts mehr getrunken. Spätestens im Club war mein Gehirn nicht mehr bei mir. Mr Reich-und-Gutaussehend wollte mir nicht näher kommen. Bisher hatten wir ja nur geredet. Aber ich hatte so Bock auf knutschen! Also ergriff ich die Initiative. Und drückte ihm einen Kuss auf den Mund. Er wich zurück und meinte, er mache sowas nicht. Er will niemanden im Club kennen lernen. Er sei schon 30 und suchte nach was Ernstem. Nach einigen Überredungsversuchen meinerseits und weiteren aufgezwungenen Küssen gab ich auf. Ich war sowieso schon zu betrunken. Was ich die restliche Zeit im Club getan habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr genau. Die Musik habe ich den ganzen Abend nicht wahrgenommen, also habe ich wahrscheinlich nicht mal getanzt. Dabei tanze ich wirklich gerne! Blöder Alkohol. Nächstes Mal muss ich besser auf mich aufpassen. Ich glaube, ich habe mich ab und zu weiter mit Mr Reich-und-Gutaussehend unterhalten. Zumindest weiß ich noch einige Details über ihn.

Irgendwann brach unsere Gruppe zum Gehen auf. Mein Pegel hatte sich zum Glück wieder normalisiert. Vermutlich dank dem Glas Wasser, das mir meine beste Freundin in die Hand gedrückt hatte. Normalerweise achte ich darauf, genügend Wasser zum Alkohol zu trinken. Dieses Mal hatte ich das völlig vergessen. Ein weiterer Fehler. Unsere Gruppe ging Richtung McDonalds, wo ich realisierte, dass Mr Reich-und Gutaussehend direkt neben mir stand. Nein, eigentlich klebte er schon an mir. Ich weiß nicht mehr wie es kam, aber irgendwann legte er den Arm um meine Taille. Tja, aber küssen werde ich ihn jetzt nicht mehr. Pech gehabt. Ein Kumpel gab eine Runde Burger und Pommes aus und nachdem ich jammerte, dass er mich vergessen hatte, kaufte mir der liebe Kumpel den neuen Veggie-Burger, den ich echt gerne probieren wollte. Der mit Quinoa. Der ist übrigens echt lecker (soweit ich mich noch richtig erinnere). 😀

Auf Druck meiner Freundin tauschten Mr Reich-und-Gutaussehend und ich Nummern. Wahrscheinlich hätten wir das nicht mehr gemacht, wenn sie nichts gesagt hätte. Ich wies ihm noch an, er müsse mir schreiben. Er wäre aber so schüchtern, war seine Antwort. Ja klar… Also kommt da sicher nix. Ich werde nicht schreiben. Wir stiegen zu dritt in die Tram ein und zwei weitere Kumpels waren zu besoffen um selbst nach Hause zu finden und folgten uns. Somit hatten wir zum Abschluss noch eine lustige Tramfahrt. Wir verabschiedeten uns alle von einander und ich sagte nochmal, dass er MIR schreiben müsse. Meine Beste und ich kamen um 6 Uhr morgens nach Hause und Mr Reich-und-Gutaussehend nahm die zwei besoffenen Kumpels mit zu ihm.

Am nächsten morgen wollte die Lebensabschnittsgefährtin des Vaters meiner Freundin alles über unseren Abend wissen und ein Foto von Mr Reich-und-Gutaussehend sehen. Ich hatte ja seine Nummer, also musste er als Whatsappkontakt in meiner Liste stehen. Ich suchte und tippte auf das Foto und – traf den Whatsapp-Anruf-Button. Wieso gibt es diesen Mist denn auch? Jetzt musste ich ihm wohl schreiben. Ich entschuldigte mich für den Anruf und wünschte ihm einen guten Morgen. Ich erwartete keine baldige Antwort. Doch die kam. Und wir schrieben hin und her. So passierte es, dass er mich nach einem weiteren Treffen fragte. Dazu verfasse ich aber einen eigenen Beitrag.

Direkt am Abend war geplant mit meiner besten Freundin und meinem besten Freund nochmal auf das Dorffest in meinem Dorf zu gehen. Wir Mädels waren aber beide noch völlig verkatert und übermüdet. Vielleicht werden wir doch zu alt. Dabei hatte ich mir fest vorgenommen, mich zusammen zu reißen und an beiden Tagen feiern zugehen. Daraus wurden zumindest vier Stunden, ein Daiquiri und ein Kokoslikör. Immerhin. Da so ziemlich alle aus der Gegend zu diesem Dorffest kommen, trafen wir viele Leute aus unserer damaligen Oberstufe. Nur mit meinen Exfreund sprach ich nicht. Ich habe ihn zwar von Weitem gesehen aber hatte nicht das Bedürfnis ihn unbedingt anzusprechen. Was uns allerdings sehr traf, war was mit einem alten Freund von uns passiert ist. Viel weiß ich nicht über das, was er die vergangenen Jahre getrieben hatte. Ich weiß aber, dass er Drogen genommen hat. Er behauptet, dass er jetzt keine mehr nimmt aber er sah wirklich furchtbar aus. Seine Haut war gelb, seine Zähne dunkel und seine Haut ganz fahl. Er sah aus, als hätte er die letzten Jahre kaum gelacht. Dabei war er früher ein wirklich toller Typ. Ich wünschte ich wüsste mehr und könnte ihm helfen. Ich hatte aber kaum Kontakt zu ihm. Es wäre seltsam, ihn deshalb jetzt anzuschreiben.

Die letzten paar Tage ist nicht mehr viel passiert. Vom Sport und gesunder Ernährung habe ich mir momentan Urlaub genommen. Ich hatte mir zwar vorgenommen Zuhause weiter Sport zu machen aber ich bin hier lieber faul. Und habe dabei nicht mal ein schlechtes Gewissen. Es tut mir gerade wirklich gut eine Pause zu haben. Eine Pause vom Kalorienzählen. Eine Pause vom Sportzwang. Sobald ich wieder in meiner Unistadt bin, wird der Zwang wieder früh genug einsetzen. Zumindest habe ich einen Termin bei einer Beratungsstelle nächste Woche. Ich möchte das nun wirklich in den Griff bekommen.

Ein Thema für meine Bachelorarbeit habe ich nun auch endlich! Ich verrate nun mal, dass ich am Lehrstuhl für Arbeitspsychologie meine Arbeit schreiben werde. Zusammen mit meinem Vater, der viel mit Arbeitspsychologie zu tun hat, habe ich ein Thema „gebrainstormt“. Es wird nun um „Persönlichkeitsmodelle in der Personalentwicklung“ gehen. Ich hoffe, dass das Thema von meinem Betreuer genehmigt wird. Persönlichkeitsmodelle finde ich wahnsinnig interessant.

Vor zwei Tagen habe ich meinen nächsten Urlaub festgemacht: ich habe für einen super Preis einen Lufthansa-Flug nach Finnland gebucht! Zwei meiner Freundinnen machen ein Auslandssemester dort und ich komme sie natürlich besuchen. November ist zwar nicht die perfekte Jahreszeit für den Norden aber es ging zeitlich nicht anders. Und ich wollte schon immer nach Finnland! Ich freue mich jetzt schon darauf!

Puhh, das wars von letzter Woche. Über mein Date gestern werde ich noch berichten. Und am Montag geht es schon wieder mit dem Zug in meine Unistadt, wo ich für meine Klausur im September lernen muss. Am 18. September geht es dann schon wieder zurück nach Hause. 🙂

Countdown

Juhuu, nur noch vier Tage und dann fahre ich nach Hause! 14 Wochen war ich insgesamt in meiner Unistadt ohne zwischendurch nach Hause zu fahren. Es kam mir soo lange vor, obwohl ich doch schon zwei Mal sogar mehrere Monate im Ausland gelebt habe. In letzter Zeit hatte ich aber komischerweise öfter Heimweh. Ich bin wirklich glücklich hier, habe tolle Freunde , das Fitnessstudio und meine eigene Wohnung aber ich habe mich oft nach Zuhause gesehnt. Auf dem Sofa im Wohnzimmer meines Elternhauses sitzen und einfach nur lesen. Nichts tun. Mit Mama kochen. Mit Papa über die neusten Songs oder technisches Schnickschnack diskutieren. Bei Sonnenschein in den Garten oder an den See. Hach… Nur noch vier Tage.

Davor steht noch meine Klausur an. Sie gilt als der „Endgegner“ unseres Studiums. Angeblich liegt die Durchfallquote aber nur bei fünf Prozent. Aber mit 4,0 zu bestehen sieht aber auch nicht so hammer aus im Bachelorzeugnis. Ich habe zwar früh genug mit dem Lernen angefangen, nur sieht effektives Lernen anders aus. Zwischendurch gab es Tage an denen ich garnichts gemacht habe. Nach einer kleinen Panikattacke am Donnerstag habe ich den ganzen Nachmittag und Abend bis halb 11 gelernt und bin wieder im Zeitplan. Jetzt heißt es eben noch Bulimie-Lernen: alles in den Kopf schieben, am Tag der Klausur auskotzen um danach letztendlich nichts behalten zu haben. Wird schon klappen.

Der vergangene Donnerstag ist nochmal eine kurze Erwähnung wert: Ich war nämlich zum ersten Mal Wasserskifahren! Für den Morgen hatte ich mich mit einer Gruppe die ich vom Fitnessstudio kenne (inklusive Mr Heiß und zum Glück ohne Mr Höflich) verabredet. Von 8 bis 10 Uhr ist der ganze Spaß günstiger und ich wollte das schon immer mal ausprobieren. Die Coolen nahmen sich alle ein Wakeboard und ich, als Anfänger, tastete mich erstmal mit Wasserski heran. Der erste Anlauf klappte es bis kurz vor der ersten Kurve super. Dann lag ich auch schon im Wasser. 😀 Danach lief es super. Ich stand zwar ziemlich verkrampft auf den Skiiern und mir tat danach alles weh, aber Spaß hatte ich allemal. Das nächste Mal wage ich mich an das Wakeboard. Leider nützt es mir nichts, dass ich schon seit Jahren Ski und Snowboard fahre.  Von einem Kabelzug über das Wasser gezogen zu werden hat leider absolut keine Ähnlichkeit mit einer verschneiten Piste. Danach lagen wir alle noch lange in der Sonne am See. Wirklich entspannen konnte ich aber nicht. Ich hätte die Zeit zum Lernen nutzen sollen. Deswegen die oben genannte Panikattacke am Donnerstag. Aber jetzt ist ja alles gut.

Seit zehn Tagen habe ich nun jeden Tag Sport gemacht. Meine tägliche Kalorienanzahl habe ich erhöht. Die Theorie dahinter (die vielleicht nur für mich logisch klingt) ist, dass ich meinen Körper an das viele Essen, dass ich Zuhause zu mir nehme schon mal gewöhnen kann. Jaja, wieder die essgestörten Gedanken… Der Sportplan für die Zeit Zuhause ist auch schon konzipiert. Das hört wohl nie auf. Zumindest habe ich mir die wirklich hilfreichen Worte von Lilasumpf zu Herzen genommen und eine Beratungsstelle in meiner Unistadt gesucht. Der nächste passende Termin war aber erst der 25. August. Bin mal gespannt…

Für meine lange Zugfahrt habe ich mir dieses Mal was besonderes gegönnt: (nicht nur, dass ich mich über mein angesammeltes Cheatfood hermachen werde, während der sechs Stunden, sondern) ich fahre Erste Klasse! Ich habe mittlerweile so viele Bahn-bonuspunkte gesammelt und habe die für ein Erste-Klasse-Ticket eingelöst! Yay! Die Fahrt wird sicher toll. 🙂

Meine 12 Tage Zuhause sind schon richtig vollgepackt. Am ersten Tag lade ich meine Familie (Omas, Opas, Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins) ein um meinen Geburstag mit Kaffee und Kuchen etwas nachzufeiern. Ich habe gerne meine Familie um mich herum und freue mich immer auf Familienfeste. Freitag auf Samstag gehe ich in der Bundeshauptstadt (wer erinnert sich aus welchem Bundesland ich komme? 😉 ) mit meiner besten Freundin feiern. Das erste Mal wieder richtig feiern, seit einer gefühlten Ewigkeit! Und am Tag danach ist in meinem Dorf ein Fest. Vom mehrere-Tage-hintereinander-Feierngehen bin ich ich zwar noch nie ein Fan gewesen aber dieses Mal muss das! Auf dem Fest werde ich alle meine „Jugend-Freunde“ wiedersehen. Auch meinen Exfreund. Wenn der zur Zeit keine Freundin hat, schmeiße ich mich mal wieder für einen Abend an den ran. Ich hatte lange genug keinen Kerl mehr. Tinder war letztendlich nichts für mich und sonst hat sich nichts ergeben. Auch wenn die Lust noch so groß ist, ich ziehe es vor, mit jemanden die Lust zu stillen, den ich schon kenne oder auf normalen Wege kennenlerne, statt mit einem Wildfremden von Apps oder Internet.

Sonntag heißt es ausnüchtern und nochmal für einen kurzen Sprung auf das Dorffest am Abend. Die Woche danach wird so ein Kram erledigt wie Arzttermine, neue Bewerbungsfotos machen lassen und Bewerbungen für weitere Praktika schreiben. Für meine September-Klausur muss ich dann leider auch anfangen zu lernen und mir außerdem nochmal Gedanken machen über ein konkretes Thema zur Bachelorarbeit. Bei meinem Betreuer habe ich anfang September den ersten Sprechstundentermin.

Auf jeden Fall wird auch viel mit meinen engsten Freunden Zuhause gemacht. Ende August beginnt für meine beste Freundin ihr Auslandssemester. Die Zeit bis dahin muss noch gut genutzt werden zusammen. Irgendwo habe ich hier noch eine To-Do-Liste herumliegen, was noch Zuhause ansteht… Ich freue mich jedenfalls wirklich sehr. 🙂

Rückblick

im-awesome-and-its-my-birthday-4c365

Heute ist mein Geburtstag. 🙂

Manche Jahre verfliegen einfach und plötzlich muss da eine Zahl zu seinem bisherigen Alter hinzu addiert werden. Ich würde behaupten, dass ich das nicht weiter schlimm finde. Wenn ich zurückblicke, hatte ich aber eh nicht viele solcher Jahre. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch relativ jung bin. Es passiert im Moment noch viel in meinem Leben. Ich muss erst einmal herausfinden, wer, was und wieso ich bin.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich gerne auf vergangene Zeiten zurückblicke. Und vor allem WEIL ich zurückblicke, merke ich, wie viel passiert ist – was ich erlebt und über mich selbst gelernt habe. Rückblickend auf mein 23. Lebensjahr habe ich viele Erfahrungen gemacht:

  • vor genau einem Jahr hatte ich keine allzu große Lust meinen Geburtstag zu feiern. Ich plante nichts besonderes. Da mein Geburtstag noch in der Klausurenzeit war, konnte ich nicht zu meiner Familie. Dafür wollte ich eine Freundin, die in einer nahegelegenen Stadt wohnt, bei ihrer Familie besuchen. Ich wurde für zwei Tage liebevoll aufgenommen und bekam von ihrer großen Familie ein wunderschönes Geburstagsfrühstück!
  • einige Wochen später brach ich auf zu meinen Auslandssemester. Wie hier bereits beschrieben, war es nicht ganz so, wie ich mir ein Auslandssemester vorgestellt hatte. Trotzdem habe ich dabei viel gelernt:
  • es gibt Menschen, die einen einfach nicht mögen, egal wie höflich man ist. Und es gibt Menschen, die andere so sehr manipulieren können, dass sie diese Person dann ebenfalls nicht mögen. Und eine weitere neue Erkenntnis: das kann auch mir passieren und es ist zum verzweifeln.
  • ich habe Heimweh. Ich gebe es nicht gerne zu, da ich das Reisen liebe. Aber mindestens genauso sehr liebe ich meine Familie. Und wenn es mir schlecht geht, wünsche ich mir nichts sehnlicher als eine Umarmung von Mama oder Papa.
  • ich habe mir mein erstes Tattoo stechen lassen. Bisher auch mein Einziges. Mein Tattoo ist kein Kunstwerk, lediglich ein paar Zahlen. Aber sie bedeuten für mich alles. Zwei Zeilen mit Koordinaten, die mich für immer an mein Zuhause erinnern werden – egal auf welchem Kontinent der Erde ich mich befinde.
  • ich bin an meine körperlichen Grenzen gestoßen als ich bei orkanartigem Wind und eisiger Kälte an den Gipfel eines 3762 Meter hohen Vulkanes wollte. – Ich wollte und habe es nicht geschafft. Das war wirklich meine Grenze und der extremste Tag meines Lebens.
  • ich bin mit Meeresschildkröten getaucht und auf einem Elefanten geritten. Beides unfassbar sanfte und faszinierende Tiere.
  • ich habe mich in die Entspanntheit Ko Taos und das Essen Nordthailands verliebt.
  • ich kann sehr wohl alleine Strandurlaub machen, entspannen und das Leben genießen. (Länger als zehn Tage halte ich das aber vermutlich nicht aus. Danach muss ich wieder unter Menschen)
  • wieder Zuhause bin ich umgezogen und musste mich mit meinen ersten eigenen Möbeln eindecken (bisher waren es die Möbel des Studentenwohnheims) – und habe nach und nach realisiert, wie teuer das Leben sein kann.
  • ich wurde für eine Studienstiftung nominiert und habe erfahren, dass es ganz schön viele oberschlaue Nerds gibt. Ich habe mich da irgendwie fehl am Platz gefühlt. Vielleicht sollte ich mich in Zukunft um meine Allgemeinbildung kümmern und über aktuelle Themen informieren. Hmm – oder einfach nicht. Mir doch egal.
  • ich habe viel Zeit, Emotionen und Hoffnungen in einen Menschen investiert, der sich letztendlich nach zu langer Zeit gegen ein „Uns“ entschieden hat. Ich wurde zum gefühlt hundertsten Mal von einem Mann enttäuscht. Und habe immer noch nicht herausgefunden, was ich falsch mache.
  • ich habe ein Praktikum gemacht bei einem angesehenen Praktikumsgeber. (Yes! Das ist verdammt beeindruckend in meinem Lebenslauf!) Dabei habe ich gelernt, dass ich niemals mehr über vier Stunden am Tag pendeln möchte, ich habe viel über den Bereich gelernt und über das Arbeitsleben insgesamt. Und dass anscheinend viel und gerne am Arbeitsplatz gelästert wird. Ich hoffe das ist in meinem späteren Job nicht so. Ist ja furchtbar.
  • ich kann tatsächlich diszipliniert bei Ernährung und Sport bleiben und die Erfolge zeigen sich schnell an meinem Körper.
  • ich habe gelernt, dass ich mich in meine Disziplin bei Ernährung und Sport (mal wieder) zu sehr hineingesteigert habe. (Siehe meine Beiträge zu Wiederkehrend.)
  • der Tod eines Elternteils wird nicht einmal dem liebsten Menschen erspart. Vor ein paar Tagen ist der Vater einer guten und herzenslieben Freundin gestorben. Wieso…?

Es ist furchtbar, dass ich bei diesem letzten Punkt mit meiner Aufzählung enden muss. Es ist nicht alles schön im Leben. Aber das ist vielleicht nicht so schlimm. Für die Höhen muss es genauso die entsprechenden Tiefen geben. Würde das Leben in einer geraden Linie laufen, wäre es doch langweilig und nicht lebenswert.

In meinem kommenden Lebensjahr wird sich noch einmal viel tun. Ich werde mit meinem Studium abschließen und dann… ja und dann? Ich habe immer noch keine Ahnung. Ich weiß nicht wo ich heute in einem Jahr sein werde. Vielleicht auf Reisen? Vielleicht habe ich einen Job gefunden? Vielleicht musste ich doch einen Master anfangen? Es ist beängstigend das nicht zu wissen. Aber gleichzeitig aufregend. Ich werde es auf mich zukommen lassen und bin gespannt auf die weiteren Überaschungen, die das Leben für mich bereit hält.

Und jetzt gibt es erstmal einen Picknick-Brunch mit meinen Mädels. 🙂

(Übrigens: genießt das Wetter an diesem 3. August. Seit jeher regnet es an diesem Tag!)