Wiederkehrend. Teil II

Fortsetzung zu Wiederkehrend. Teil I

Heutzutage schreibt man kein Ernährungtagebuch mehr, sondern speichert alles in eine App. Die sagt einem sogar genau, wie man seine Nährstoffe zu verteilen hat. Sportler müssen mehr Proteine essen. Fett ist okay, Kohlenhydrate eher weniger. Je nach Typ. Von viel Brot und Spaghetti bekomme ich einen aufgeblähten Bauch. Und ein schlechtes Gewissen. Also bin ich wohl der Low-Carb-Typ. Low Carb klappt super. Ich esse viel Proteine, kann immer neue Rezepte für mich erfinden, koche und backe ganz erfinderisch. Kochen und Backen waren schon immer meine Leidenschaft. Nun mit neuen Zutaten wie Proteinpulver, Caseinpulver, „Flavdrops“, Soyamehl, Flohsamen, Chiasamen. Ich habe immer die neusten Produkte in der Küche, sobald Instagram sie mir anzeigt. Nur leider habe ich niemanden, mit denen ich meine neuste Back- oder Kochkreation teilen kann. Dann halt schön herrichten, Foto knipsen und auf meinen Instagramaccount posten. Dann erst kann einsam vor mich hingegessen werden.

Achja – dieses Instagram. Mit diesen Sixpacks, die meine Lieblings-Instagram-Fitness-Queens haben. Ja, sowas will ich auch. Das schaffe ich auch. Mit diesem Programm, das jetzt jede Queen macht. 70 Tage durchhalten, dann mit seinem Traumkörper und einem riesen „Cheatday“ feiern. Ich bin zufrieden mit meinem Körper. Mit meinem Leben. Mit meiner Vereinbarung zwischen essen und Sport. Nur ja – mein Bauch könnte eigentlich besser sein. Eigentlich tut einem eine neue Herausforderung doch auch mal gut. Also Sixpack sollte es sein. Ich brauche kein teures Programm dafür. Ich weiß genug über Ernährung und Sport. Und diese Disziplin muss ich mir eben aneignen. Ich setzte mir 68 Tage. Denn am 11. August habe ich meine letzte Klausur. Den Tag will ich mit Sixpack und Cheatday feiern. Allen Freunden habe ich von meinem Projekt erzählt. Damit ich ja nicht kneife, sondern durchhalte. Danach geht es nach Hause zu meinen Eltern. Dort will ich nicht mehr jedes Gramm Nahrung abwiegen und die Kalorien berechnen. Dort will ich entspannen.

Die bisherigen Wochen liefen gut. Die Kilos, die ich während meines Auslandssemesters vergangenes Jahr zugenommen hatte, waren wieder unten und die Muskeln wieder aufgebaut. Zwischendurch gab es natürlich Tage, an denen ich ein bisschen „cheaten“ musste. Mit Freunden grillte, in Berlin den Kurzurlaub genoss oder auf einer Party Bier und Knabberzeug futterte. Auf einer Kirmes erlaubte ich mir sogar einen großen Cheatabend und aß alles in mich hinein, worauf ich Lust hatte. Am übernächsten Tag wog ich wieder genauso viel wie zuvor. Alles easy. Ganz entspannt. Es läuft super. Sogar so super, dass ich mich traute mir mein Bauchnabelpiercing stechen zu lassen. Ich war so verdammt stolz.

Und jetzt? Jetzt sind es nur noch 13 Tage bis zu meiner Deadline. Ich habe kein Sixpack. Das unkontrollierte Essen häuft sich. Das schlechte Gewissen zeigte sich wieder. Ich habe keine Lust mehr darauf, alles was ich esse in meine App zu speichern. Tue es aber doch. Es ist ein Zwang. Der Zwang Kalorien zu zählen. Seit ich 12 Jahre alt bin tue ich es. Mal belastet es mich mehr, manchmal weniger. Ich kenne von so gut wie jedem Nahrungsmittel die Kalorienangabe. Und mittlerweile auch die Kohlenhydrat-, Protein- und Fettmenge. In meinem Kopf schwirren zahlen. Regeln. Die letzten paar Tage häufen sich die Kopfschmerzen, die Träume, der Druck. Ich bin einfach nur müde davon. Müde, unzufrieden und traurig.

Würde man mich im Alltag sehen, würde keiner etwas merken. Ständig sieht man mich essen. Aber es ist alles ein Essen nach Plan und Regeln. Ich muss 1500 Kalorien zu mir nehmen, sonst mache ich mir meinen Stoffwechsel kaputt. Ich darf nicht mehr als 1700 zu mir nehmen, sonst nehme ich zu. Einen Sixpack schaffe ich natürlich nicht mehr bis zu meiner Deadline. Trotzdem bin ich stolz auf was ich die letzten Monate geschafft habe. Ich blicke in den Spiegel jeden morgen und bin glücklich mit meiner Figur. Ja, ich habe sogar Tage an denen ich, wäre ich ein Mann „mich selbst ficken wollen würde“. Aber was ist dann nur mit mir los? Wieso mache ich mich trotzdem so fertig, wenn ich zu viel esse? Wenn ich keinen Sport gemacht habe?

Mittlerweile geht es wieder los: Ich kaufe mir Süßigkeiten und horte es unter meinem Bett. Es ist für den Cheatday gedacht. Nach diesem Stichtag wird alles besser. Ich bin mir sicher. Ab dann werde ich keine Kalorien mehr zählen. Die Zeit Zuhause werde ich das Essen genießen. Die zehn Tage Zuhause werden Urlaub für meinen Kopf. Und danach? Habe ich vermutlich wieder alles zugenommen und der Kreislauf beginnt von vorne.

Wird es mein ganzes Leben so weiter gehen?

Ich habe einfach nur den Wunsch, eines Tages aufzuwachen und normal frühstücken zu können. Ohne Zahlen in meinem Kopf. Ohne Regeln.

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Wiederkehrend. Teil I

Ich dachte ich hätte es überwunden. Es ließ sich lange Zeit nicht blicken. Aber es ist doch wieder da. Immer und immer wieder kommt es. Wird das mein ganzes Leben so weiter gehen? Werde ich später alte Fotos angucken und mir denken:

„Das waren gute Zeiten, denn da war ich schlank.“

„Das waren schlechte Zeiten, denn da habe ich gegessen wie ein Schwein.“?

Seit letzter Woche träume ich wieder von Essen. Von Kuchen. Von Schokolade. Von Kontrollverlust. Ich wache auf und habe ein schlechtes Gewissen. Bauchschmerzen, Kopfschmerzen. Angst vor dem nächsten Tag. Angst davor zu versagen.

Es macht mich ein bisschen nervös darüber zu sprechen. Aber ich möchte es ein für alle mal niedergeschrieben haben. Und meinetwegen auch veröffentlicht haben. Dass so viele Leute mitlesen beängstigt mich etwas. Aber ich habe die Hoffnung, dass mir das helfen wird. Dass mein Problem kein Tabu mehr für mich ist. Dass ich mich damit auseinandersetze und am Ende nach einer Lösung suchen kann.

Also ich lege mal los.

So schlimm, dass ich in meinen Träumen davon verfolgt werde, war es bisher nur ein Mal. Ganz am Anfang. Ich weiß nicht wie es dazu kam. Ich weiß aber noch genau wann es war. Ich war 18 Jahre alt. Es war Oktober 2010. Mehrere Wochen aß ich maximal 1000 Kalorien am Tag. Manchmal nur 400 am Tag. Das waren die guten Tage. Alles dokumentiert ins Ernährungstagebuch. Ich kann es heute noch nachlesen. Ich bekam Komplimente für meine Figur. Ich wollte dünn sein. Ich war stolz auf mich. Auf meine Kontrolle.

Ich war nie übergewichtig. Etwas pummelig als Kind. Im Sport in der Grundschule war ich eine Versagerin. Ich wurde immer als Letzte in die Mannschaft gewählt. Wurde gehänselt. Mit Beginn der Pubertät legte sich ein Schalter um. Inspiriert hatte mich mein Cousin, der als Übergewichtiger eine Kur gemacht hatte und mir Tipps zum Abnehmen gab. Ich begann mit Sport. Ich begann mich mit meiner Ernährung auseinander zusetzen. Zusätzlich durch den Wachstumsschub wurde ich schlanker. Zufrieden war ich trotzdem nie. Dann kam der besagte Tag im Oktober 2010.

Ich zeigte alle typischen Anzeichen. Ich aß kaum, ich hortete Nahrung, ich probierte Abführmittel, ich log Freunde und Familie an, dass ich schon gegessen hatte, nur um nicht essen zu müssen. Natürlich bemerkten es meine Eltern. Aber alle Gesprächsversuche wehrte ich ab. Nur einem Menschen erzählte ich von meiner Vermutung, das mit mir etwas los war. An dem Abend war ich betrunken. Natürlich weil ich zuvor kaum etwas gegessen hatte. Danach hoffte ich einfach, er würde es nie wieder erwähnen. Großartig Kontakt hatten wir eh nie, ein guter Freund war er trotzdem. Viel geschah nicht. Seine Versuche auf ein Gespräch wehrte ich ebenfalls ab. Obwohl ich mittlerweile genau wusste, was mit mir los ist.

Dann kamen die Fressanfälle. Die Lebensumstellung nach dem Abi. Mehr Sport, aber keine Kontrolle mehr beim Essen. Ich sagte Parties und Treffen mit Freunden ab, um das Essen zu vermeiden. Stopfte aus Einsamkeit aber trotzdem Zuhause alles in mich hinein. Irgendwann am Frühstückstisch, nach einer halben Brezel, brach ich vor meinen Eltern in Tränen aus. Ich hatte mir sowieso vorgenommen, mir bei Ihnen bald Hilfe zu holen. Ich liebe meine Eltern und konnte nicht weiter mitansehen, dass meine Unzufriedenheit sie genauso fertig machte. Nach meinem Geständnis konnten sie allerdings auch nicht mehr tun. Bis heute erkundigen sie sich jedoch liebevoll um meine Gefühle gegenüber dem Essen. Und raten mir Hilfe zu suchen.

Nach dem Abi ging ich sieben Monate ins Ausland. Dort quälte ich mich weiter. Ich wollte genießen. Ich wollte aber schlank bleiben. Ich lockerte nach und nach die Zügel. Die letzten Wochen im Ausland konnte ich noch genießen, war glücklich, trotz essen und wenig Sport. Wieder Zuhause gab es nichts mehr zu genießen. Aber dort war der Kühlschrank immer voll. Mein Gewicht stieg, meine Stimmung sank. Gucke ich mir Fotos von dieser Zeit an, habe ich dunkle Augenringe. Mein Lächeln ist gequält. Ich steckte alle Hoffnung in meinen neuen Lebensabschnitt: ausziehen, eigene Wohnung, ich bestimme was gegessen wird.

Ich meldete mich zu Beginn meines Studiums zu vielen Sportkursen an. Über gesunde Ernährung wusste ich bereits einiges, wandte es aber nicht an. Denn ich aß immer noch zu wenig. Unter meinem Grundumsatz. Aß ich mehr, nahm ich schnell zu. Mein Stoffwechsel war zerstört.

Bis ich meine neue große Liebe entdeckte: Im Sommer vor zwei Jahren machte ich ein Praktikum in einem Fitnessstudio. Danach meldete ich mich an meinem Fitnessstudio an der Uni an. Ich hatte die Liebe zum Krafttraining entdeckt. Gleichzeitig informierte ich mich über Sporternährung. Um Muskeln aufzubauen muss man genug essen. Genug… sind also 1500 Kalorien am Tag? Wenn ich Sport mache darf ich mehr essen. Mein Körper veränderte sich. Mein Stoffwechsel verbesserte sich. Ich sah die Muskeln, die sich langsam unter meiner Haut abzeichneten. Ich wurde selbstbewusster. Freute mich über die Erfolge. Wurde entspannter gegenüber dem Essen. Ich fand meine Balance. Ja, so konnte ich das alles vereinbaren. Denn ich liebe Essen. Und nun liebe ich Sport.

Ich wurde sportsüchtig. Brauchte jeden Tag Sport. Ich liebte das Gefühl abends mit schmerzenden Muskeln und einem Proteinshake im Magen ins Bett zugehen. Ich liebte den Muskelkater am nächsten morgen. Sogar während meines Auslandssemesters meldetete ich mich im Fitnessstudio in der Nähe an. Zu der Zeit habe ich das Kalorienzählen seinlassen. Es war entspannend. Schließlich hatte ich jeden Tag Kalorien gezählt. Seit ich 12 Jahre alt war. Jeden. Verdammten. Tag. Aber nicht während meines Auslandssemesters. Und es tat gut. Und ich nahm zu. Aber Zuhause mussten die Kilos wieder weg.

Fortsetzung folgt…

Alles Mögliche und Nichts Bestimmtes…

Ich schreibe mal wieder. Ich fühle mich schlecht, weil ich so wenige Einträge verfasse in letzter Zeit. Nicht, weil ich mich dazu verpflichtet fühle wegen meinen Lesern. Die mittlerweile richtig viele geworden sind – Hilfe! Nein quatsch, darüber freue ich mich natürlich. Mich überrascht es nur immer wieder, da ich ja eigentlich nur irgendeinen Kram aus meinem Leben erzähle. Ist ja mein Tagebuch. Ich tue es für mich.

Und deshalb fühle ich mich auch verpflichtet, meine Gedanken des Alltags niederzuschreiben. Es gab mal Zeiten in meiner Jugend, an denen ich jeden einzelnen Tag aufgeschrieben habe. Jeden. Einzelnen. Tag. Bestimmt ein Jahr lang. Und es tat mir gut. Ich kann nochmal alles verarbeiten. Erlebe die Geschehnisse aufs Neue, wenn ich es von meinem Kopf über meine Hand auf Papier bringe. Ich kann am Ende des Tages dankbar sein für das Gute und nochmal über die Gründe für  Schlechtes nachdenken oder mir selbst vergeben dafür. Wieso klappt es hier nicht mit regelmäßigem Schreiben? Ist es, weil ich jetzt erwachsen bin? Weil ich meine Prioritäten anders setze? Weil ich weniger Zeit habe? Vielleicht spielt hier auch der Aspekt mit, dass ich noch zweimal überlege, was ich schreibe, da ich weiß, dass die ganze Welt mitlesen kann oder könnte?

Jedenfalls bringe ich dieses Tagebuch mal up to date über die letzten paar Wochen. Könnte langweilig werden. Aber wie ich schon in meinem Über geschrieben habe: vielleicht liest jemand mit, vielleicht auch nicht.

Mr Höflich habe ich bisher seit der Party zwei Mal gesehen. Das erste Mal lief ich an ihn am Eingang des Fitnessstudios vorbei. Er guckte in die andere Richtung. Ich hätte also schnell verschwinden können – oder ich zeige ihm aufs Neue, dass er mir mittlerweile egal ist und er mich nicht behandeln soll, als hätte er mich verletzt oder sonst irgendwas. Als ich also auf einer Höhe war mit ihm sagte ich im Vorbeigehen „hallo.“ Naja, es war eher ein kurzes Hallo-zurufen und schnell weiter. Stehenbleiben wollte ich nicht. Er wollte sich ja sicher nicht mit mir unterhalten. Das zweite Mal traf ich ihn einige Tage später im Fitnessstudio. Ich machte gerade mein Cardio auf dem Laufband, er musste von einem Raum in den anderen. Er sah mich bevor ich ihn sah und hob kurz die Hand. Zumindest kam die Begrüßung dieses Mal zuerst von ihm. Nicht wie die letzten zwei Male. Ich würde mich wirklich gerne mal wieder mit ihm unterhalten. Wir haben uns ja gut verstanden. Wieso kann man denn nicht einfach befreundet bleiben?

Viel männertechnisches gibt es zur Zeit nicht. Weshalb ich mal wieder die Uni ganz gut auf die Reihe kriege. 😀 Neben Blondi, mit dem ich seit unserer Diskussion nicht mehr schreibe, gibt es noch einen: Mr Rockstar. „Rockstar“ nenne ich ihn jetzt einfach, weil er Gitarre in einer Band spielt. Und auch sonst so aussieht. Lange dunkle Haare und Lederjacke. Ich kenne ihn von meinem Studentenjob und vor einem Jahr hatten wir was Kurzes. Also sowas-wie-date (wollte aber keiner zugeben), mehrmaliges telefonieren und einige Wochen später einmal Sex. Er ist aber mehr so der „Frauen-Sammler“. Holt sich bei jeder was er braucht, wann er es braucht. Seit einem halben Jahr hat er eine Freundin. Schreibt mir aber seit einigen Wochen wieder fleißig zweideutig, will Fotos, schickt Fotos und will sich mit mir treffen. Das mit seiner Freundin „erzählt er mir mal bei einem Bier“. Getroffen habe ich mich noch nicht mit ihm. Auf Spielchen habe ich zur Zeit immer noch keine Lust. Und seine Freundin war eh letztes Wochenende da, also sollte er wieder sexuell befriedigt sein. Ich verstehe sowieso nicht, wieso man trotz Freundin keine Hemmungen hat sich mit anderen Frauen zum Sex zu verabreden… Wenn man sich liebt bleibt man treu. Wenn nicht, sollte man nicht zusammen bleiben. Meiner Meinung nach jedenfalls.

Jetzt zum Unitechnischem: Letzte Woche hatte ich meine allerallerletzte Vorlesung! Schon ein bisschen traurig. Studieren hat mir wirklich Spaß gemacht (die meiste Zeit zumindest) und es verging alles viel zu schnell. Jetzt nur noch meine zwei letzten Klausuren und die Bachelorarbeit schreiben, dann ist es alles vorbei. Vorausgesetzt ich muss wirklich nicht noch meinen unbeliebten Plan B eines Masterstudiums realisieren…

Nach über sechs Wochen warten, einer E-Mail und zwei Anrufen habe ich endlich meine Zusage zum Schreiben meiner Bachelorarbeit an meinem Wunschlehrstuhl. „Ist alles etwas liegen geblieben“ war die Aussage des Professors. Danke fürs Bescheid geben. Nach sechs Wochen. Naja, jetzt erstmal einen Sprechstundentermin mit meinem Betreuer ausmachen und eine konkrete Fragestellung für die Thesis finden. Dann geht es ja eh erst im Oktober richtig los.

Für das Praktikum, bei dem ich mein Bewerbungsgespräch hatte, habe ich nun vier Wochen gewartet. Nach drei unbeantworteten Anrufen und zwei E-Mails wurde mir nun mitgeteilt, dass sie noch die anderen Bewerber abwarten wollen, die sich ebenfalls für Januar bewerben wollen. Es kann also bis Mitte September dauern, bis eine Entscheidung gefällt ist. Toll, bis dahin wissen die doch garnicht mehr wer ich war. Aber ich bin mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob ich tatsächlich in diesem Bereich arbeiten will. Mein derzeitiges Praktikum nervt mich auch nur noch an. Ich hab nichts mehr zu tun, dem Chef fällt keine Aufgabe mehr für mich ein und ich sitze gelangweilt im Büro. Zumindest kann ich meinen Praktikumsbericht in der Zeit anfangen. Und es sind nur noch drei Tage! Juhu!

Das einzig Gute an dem Praktikum ist, dass es in der Stadt ist, in der Lucygotsecrets wohnt.  Mit ihr habe ich mich schon zwei Mal nach der Arbeit getroffen, da wir festgestellt haben, dass wir große Eis-Fans sind! Wir haben uns über unsere Lieblingsblogs unterhalten und über euch alle abgelästert – muahaha 😉 UND ich wurde gespoilert. Diejenige, um die es geht, weiß es sicher. 😉 Es ist wirklich interessant jemanden kennenzulernen, den man bisher nur von seinem Blog kennt. Jetzt kann man sich auch ein Gesicht hinter all den Geschichten vorstellen.

Eine wichtige Sache der letzten Wochen gibt es noch: Ich habe endlich den Mut gefasst und mir einen Bauchnabelpiercing stechen lassen. „Mut“ nicht deswegen, weil ich Angst vor den Schmerzen hatte. Ein Piercing und ein Tattoo habe ich schon – ich weiß also auf welche „Schmerzen“ ich mich einlasse. Sondern Mut deswegen, weil ich nie zufrieden genug war mit meinem Bauch. Jetzt war es aber wohl endlich so weit. Meine Disziplin im Sport und in meiner Ernährung die letzten drei Monate zahlen sich aus. Ich habe mein Ziel noch nicht erreicht, aber ich bin so zufrieden, wie ich noch nie zuvor mit meinem Körper war. Dafür wollte ich mich belohnen. Und das Piercing sieht verdammt gut aus! 🙂 Mein Bauch ist zwar nicht immer jeden Tag und 24 Stunden des Tages in Form, aber ich weiß wie weit ich es schon gebracht habe, ich akzeptiere meinen Körper und arbeite weiter meinem Ziel entgegen. Auch wenn ich es vielleicht nie schaffen werde ein Sixpack zu bekommen habe ich in den letzten Monaten viel über mich und meinen Körper gelernt. Und das ist mir schon sehr viel wert. (Achja und das Piercing tat überhaupt nicht weh. – okay gut, ich hatte schon etwas Angst vor Schmerzen, vor allem weil man da ja durch richtig viel Haut muss. Hab aber kaum was gespürt! Hab ich schon erwähnt wie gut es aussieht? 😉 )

Ich bin ein Langweiler.

Boah ich bin gerade so angepisst. Ich sitze zwar in der Arbeit (und schreibe verbotenerweise an meinem Arbeitscomputer) aber ich muss das unbedingt loswerden, sonst wird es kein guter Tag mehr.

Ich habe mich gerade beleleidigen lassen müssen. Vermutlich war es nicht seine Absicht, dass es mich so sehr trifft. Er sagte auch „ist nicht böse gemeint“. Aber es macht mich schon wütend und ein bisschen traurig. Und das wahrscheinlich weil ich wohl Angst habe, dass ein Fünkchen Wahrheit dabei ist.

Ich bin ein Langweiler.

Er sagte es hauptsächlich, weil ich gestern Abend um halb 11 ins Bett gegangen bin. Heute morgen musste ich wieder um 5:45 Uhr aufstehen und ich schlafe eben gerne genug. Genug sind für mich 7,5 Stunden. Das habe ich so für mich herausgefunden und versuche ich beizubehalten. Schlafe ich weniger bin ich den ganzen Tag müde. Schlafe ich mehr, ist das im Prinzip verschwendete Zeit, weil ich einfach nicht mehr brauche. Ja, klingt schon irgendwie spießig, das gebe ich zu. Aber wieso sollte ich um Zehn Uhr abends aus dem Bett springen um meinen Nachbarn zu treffen und ein Pläuschchen zu halten?

Aus Spaß schreib ich ihm, dass die WHO sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht empfehlen würde. Keine Ahnung ob das stimmt. Man liest es immer wieder und deswegen klang es für mich einfach schlau die WHO davor zu setzen. Heute morgen schrieb er mir dann, dass man das Gefühl habe, ich würde den ganzen Tag nur Studien lesen und danach leben wollen. Ahja.

Mit ihm (er ist mein Fast-Nachbar, ich nenne ihn mal Blondi) – schreibe ich in letzter Zeit viel und oft über Ernährung und Fitness. Er studiert Sport und interessiert sich für diese Themen. Seit ich meinen Mr Höflich nicht mehr habe, den ich nach Rat und Meinung zu denThemen fragen kann, muss eben Blondi herhalten. Ich habe mich mit ihm über Low Carb, die „perfekte“ Kalorienanzahl, Trainingspläne und Internet-Fitnessgurus unterhalten. Vielleicht habe ich es auch übertrieben? Vielleicht fühlte er sich unter Druck gesetzt, so zu tun als wüsste er viel? Jedenfalls lese ich ja angeblich andauernd Studien und lebe danach, anstatt mein eigenes Leben zu leben.

Ja, ich lese viel über Ernährung und Fitness. Weil mich diese Themen sehr interessieren. Es sind aber keine Studien, die ich lese. Außer Facebook, Instagram und Youtube sind qualifizierte Quellen? Ich denke nicht. Und ich denke auch, dass er sich sein Wissen auch durch eigenes Interesse und Lesen angeeignet hat. Als ich wegen seiner Beleidigung eine Diskussion angefangen habe, hat er meine Argumentation nicht verstanden. Oder wollte sie nicht verstehen. Jetzt schreibt er mir nicht mehr. Und ich habe auch keine Lust mehr mit jemanden zu schreiben, der mich als Langweiler bezeichnet.

Dass mich dieser Begriff so stört, bedeutet eigentlich nur, dass ich Angst habe er könnte tatsächlich auf mich zutreffen. Ja, ich habe vergangenes Wochenende tatsächlich nichts unternommen. Ja, ich liege abends gerne im Bett und gucke Serien, statt mich mit jemanden in einer Kneipe auf ein Bierchen zu treffen. Ja, ich lerne tagsüber für meine Klausuren. Aber nein, ich bin nicht unzufrieden mit meinem Leben. Weil ich diszipliniert bin habe ich eben ein Abi von 1,8 geschafft. Weil ich diszipliniert bin, habe ich mir einen Auslandsaufenthalt und ein Auslandssemester organisieren können. Weil ich diszipliniert bin, ist mein momentaner Notenschnitt im Bachelor bei 1,9. Weil ich diszipliniert bin, habe ich im Moment Erfolg im Fitness und bin stolz auf meinen Körper.

Natürlich hätte ich gerne letztes Wochenende etwas unternommen. Ich hätte einige Leute anschreiben können. Ich habe es aber nicht getan. Etwas ärgert es mich schon. Aber anscheinend war die Motivation nicht groß genug. Anscheinend wollte mein Gehirn sich einfach lieber die zweite Staffel Suits angucken und am nächsten Tag früh aufstehen. Dann war das halt so. Es wird Wochenenden geben, an denen ich viel unternehme. Viele Freunde treffe. Keine Sekunde Langeweile verspüre.

Aber ist man denn gleich ein Langweiler, nur weil man mal ein Wochenende nichts unternimmt und früh ins Bett geht?

Selbstexperiment

Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und bin immer offen für neue Erfahrungen. Vor allem wenn es um Essen geht, muss alles mal probiert werden (außer die Insekten in Thailand und Kambodscha, das ging mir doch einen Schritt zu weit.) Oder wenn es um Selbstversuche geht (wenn ich keinen großen Schaden davon trage). Und deswegen habe ich am Montag mal eine Wundertablette geschluckt. Nein, es war keine Droge. Die Tablette ist frei auf dem Markt erhältlich und nicht illegal. Nur teuer und trägt einen unpassenden Namen.

Letzte Woche habe ich auf einem Fitnessversandhandel mal wieder was bestellt. Zu jeder Bestellung gibt es einen gratis Proteinshaker und eine Produktprobe. Ich hatte mich schon auf irgendeine neue interessante Geschmacksrichtung an Proteinpulver oder einen Low-Carb-Riegel oder Ähnliches gefreut. Aber was in meinem Paket enthalten war, war ein winziges Tütchen. Darauf stand „SLIM FX„. Tzz, toll, wasn das jetzt fürn Quatsch? „12h/Energy & Appetite Eliminator„. Klar, weil das ja funktioniert. Ich hatte mir einmal vor zwei Jahren für einen übertrieben teuren Preis „Fatburner“-Kapseln gekauft, auch um das mal auszuprobieren. Ich hätte aber genauso gut jeden morgen einen Teelöffel Staub futtern können und es hätte die gleiche Wirkung gehabt. Also keine. Seitdem bin ich nochmal um einiges skeptischer, wenn so etwas für teures Geld auf dem Markt verkauft wird. Aber die Tablette war geschenkt, also kann man die ja mal einschmeißen.

Genommen habe ich die dann am Montag morgen um 7. Ich müsste also bis 19 Uhr „Energy“ haben und mein Appetit sollte „eliminiert“ sein. Weil das ja bei mir klappen wird. Wenn ich etwas kann, dann durchgehend essen. 😀

Am Montag stand das Übliche an, wie jeden Montag dieses Semester: Vorlesung um 8:30 Uhr, Fitnessstudio, Mittagessen. Außerdem musste ich zu dem anderen Campus um meine fertige und ausgedruckte Seminararbeit abzugeben (endlich!). Danach einkaufen und dann musste die Präsentation vorbereitet werden. Abends geht es in den Yogakurs. Kann man ja alles ohne „Extra-Energy“ schaffen. Aber schaden tut es auch nicht.

Nach meiner morgendlichen Dusche packte ich meine Sachen und schnitt mir einen Apfel, den ich noch in der Vorlesung verdrücken konnte um danach nicht mit leeren Magen ins Fitnessstudio gehen zu müssen. Hmm liegt das an der Dusche, dass ich mich gerade so wahnsinnig frisch fühle? Für packen, anziehen, schminken und so weiter berechne ich jeden morgen circa 35 Minuten ein. Heute war ich schnell und schon nach 15 Minuten fertig. Habe ich den Apfel so schnell geschnitten? Mit meinen scharfen Messern hätte das ja gefährlich sein können! Für die restlichen 20 Minuten habe ich den PC hochgefahren und meine Mails gecheckt. Danach lief ich los zur Uni. Heute war ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint, die Temperatur ist (endlich mal wieder) angenehm. Die vielen Treppen, die ich zu meiner Uni hochlaufen muss (es sind mehr als 230 Stufen) waren heute nicht anstrengend. Ich lächelte vor mich hin auf dem Weg. Ich fühlte mich  hübsch und gut. Vor der Vorlesung quatschte ich noch mit Kommilitonen. Ich war so redselig heute. Das bin ich eigentlich kaum.

Na gut, während der Vorlesung habe ich, wie immer, eher weniger aufgepasst. Meine Devise ist immer: hingehen, sich berieseln lassen, ein paar Wörter mitschreiben, wenn man gerade aufgepasst hat und ansonsten hoffen, dass das Unterbewusstsein ein bisschen was mitnimmt. Bisher hat das auch geklappt. Mit meinem Notenschnitt bin ich sehr zufrieden.

Nach der Vorlesung ging es ins Training. Ich war die vergangene Woche faul und hatte nur am Samstag Sport gemacht. Davon hatte ich sogar noch Muskelkater. Aber kein Wunder, wenn man so selten geht. Dafür bin ich heute motiviert! Und mal sehen, was diese Tablette für das Training bringt. Der Muskelkater war verschwunden, sobald ich mit den Übungen anfing. Hm, also irgendwie ist das jetzt auch garnicht anstrengend. Für meinen letzten Satz packe ich mal noch ein bisschen Gewicht drauf. – Und so lief es dann für jede Übung. Die ersten paar Übungen nahm ich noch mein übliches Gewicht, habe aber immer wieder gemerkt: Da geht noch mehr! Also immer draufgepackt. Ab der Hälfte meines Trainings war ich mutiger und nahm gleich mehr Gewicht. Geht ja wunderbar heute! Und zwischendurch immer mit allen Leuten gequatscht. Mensch, das ist so ungewohnt, dieses Redebedüfnis. Am Ende stellte ich mich noch für 35 Minuten auf den Crosstrainer. Und da hier keiner zum quatschen war, textete ich Leute über Whatsapp zu.

Danach ging es nach Hause. Nochmal kurz abduschen und dann wird Mittagessen gemacht. Aber eigentlich habe ich keinen Hunger. Ich muss aber doch essen nach dem Training! Ich hatte heute bisher nur den Apfel. Und auf den hatte ich morgens ja nicht mal richtig Lust. Ein hin und her in meinem Kopf. Ich zögerte das Kochen so lange hinaus, sodass es nur noch reichte mir schnell ein Rührei zusammen zu rühren und das reinzustopfen. War zwar lecker, aber gebraucht habe ich es nicht. Und letztendlich war ich doch wieder schneller fertig als ich einberechnet hatte. Verging die Zeit heute irgendwie langsamer?

Also jetzt los zu einer Freundin um dort die Seminararbeit auszudrucken, da mein Drucker zur Zeit wieder streikt. Ich wollte ihr so unbedingt von meinem Selbstversuch erzählen. Aber was sollte die bloß von mir halten? Eine Tablette zur Leistungssteigerung schlucken und dann auch noch behaupten, dass es funktionieren würde… Solche Leute sind doch bekloppt. Also habe ich nichts gesagt. Wir quatschten ein bisschen, dann bin ich weiter mit meiner und ihrer Seminararbeit. Mit dem Bus zum Campus, abgegeben, mit dem Bus in die Stadt. Von der Haltestelle muss man eigentlich immer unglaublich weit zum Supermarkt laufen. Aber heute war das ganz angenehm. Ich nahm einen anderen Weg, den ich normal nie nehme und sah noch ein bisschen was von der Gegend. Ich erledigte meine Einkäufe, ging nach Hause und setzte mich an den Laptop.

So. Wo war diese Extraportion Motivation? Die Präsentation muss in zwei Tagen fertig sein. Lässt die Wirkung der Tablette schon nach? Soll ich mir noch kurz was zum knabbern machen, damit ich mich überwinden kann anzufangen? Nein, Appetit habe ich gerade immer noch keinen. Echt komisch. Nach ein paar Minuten klappte es dann doch anzufangen. Die Zeit verging wie im Flug bis zum Yogakurs.

Dort waren mir alle Übungen etwas zu entspannt. Ich wollte mich bewegen! Ich machte mir die Stellungen extra schwer. Mal sehen wie weit ich beim Dehen komme. Cool, klappt ja auch super heute! Danach hatte ich nur noch vor mir etwas zu essen zu machen, für meinen Arbeitstag morgen alles zupacken und zu chillen. Hunger hatte ich wieder nicht. Ich musste aber doch essen. Also zwang ich mir ein Käsebrot rein. Und googelte danach nach dieser Wundertablette.

Puhh, knapp 50 Euro für die ganze Dose. Ich hatte schon vermutet, dass die so teuer sein würde. Auf dem deutschen Amazon gibt es noch keine Rezensionen dazu und auf dem amerikanischen Amazon sind die Leute zwiegespalten. Manche behaupten, sie hätten nichts gespürt. Manche bestätigen die Leistungssteigerung. Manche sagen, der „Hangover“ danach ist furchtbar. Oh oh, mal sehen, wie das bei mir wird…

Ich richtete mein Essen für meinen Tag morgen und machte mich bettfertig. Noch ein bisschen mit meiner besten Freundin telefonieren und in Whatsapp schreiben und dann früh schlafen. Muss ja morgen wieder um 5:45 Uhr aufstehen. Tja… wenn das jetzt mit dem Schlaf nur noch klappen würde. Ich dachte doch, die Tablette wirkt nur 12 Stunden. Ich fühlte mich noch vollkommen fit, überhaupt nicht müde, aber musste doch schlafen! Um 0:30 gab ich auf. Ich schaltete den PC wieder ein und machte mit meiner Präsentation weiter. Und schaffte es sogar, sie fertig zu machen. Jetzt muss sie nur noch eingeübt werden. Aber das mache ich nun wirklich morgen.

Nach ein bisschen Instagrammen klappte dann auch irgendwann das Schlafen. Und am nächsten Tag war ich natürlich vollkommen übermüdet. Hätte man jetzt die nächste Tablette einwerfen müssen? Das kann doch nicht gesund sein…

Viel zu heiß in Deutschland

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Jetzt wird es Zeit, dass ich endlich mal wieder Tagebuch schreibe! Ich sitze schon seit morgens im Bikini in meinem überheißen Zimmer, erstelle fröhlich und verschwitzt die Präsentation für mein Seminar und wünsche mir gerade sehnlichst einen Ventilator. Oder noch besser wäre natürlich eine Klimaanlage. Aber ich will ja keine zu hohen Ansprüche stellen. Stattdessen hat der Postbote gestern meine bestellte Mikrowelle gebracht. Toll. Sowas brauche ich zur Zeit eher weniger.

Heute war ich zumindest mal wieder beim Sport. Bei 38° lässt sogar bei mir die Motivation nach. Und die war schon die ganze vergangene Woche am Boden. Bisschen frustrierend, dass meine sportlichen Ziele so stagnieren wegen dem Wetter. #noexcuses und so – kann ich von mir wohl nicht behaupten.

Nun nochmal kurz aufholen, was es seit meinem letzten Eintrag aufzuholen gibt: Das Bewerbungsgespräch lief gut! Es war zwar vollkommen anders als so ein „typisches“ Bewerbungsgespräch. Mit meinem ganzen angelesenen Wissen über die Firma konnte ich nicht glänzen. Dafür konnte ich begeistert von dem eigentlichen Arbeitsbereich reden, da ich ja schon seit zwei Monaten ein Praktikum dazu mache. Ich glaube das hat meine drei Gegenüber überzeugt. Ein Fachwort nach dem anderen habe ich rausgehauen. Irgendwann kam das Thema auf, dass ich bald meine Bachelorarbeit schreiben werde. Sie fragten, ob ich interessiert wäre, es bei ihnen im Betrieb zu schreiben. Ich war nicht abgeneigt und der Chef legte sofort los mit möglichen Themen. Er kam erst wieder zum Halt als ich darauf aufmerksam machte, dass ich nur sieben Wochen Zeit dafür haben werde. Ja, etwas zu kurz für Mitarbeiterumfragen oder Experteninterviews. Aber ich wieß nochmal ausdrücklich darauf hin, dass ich gerne ab Januar ein Praktikum bei ihnen machen möchte. Sie hatten anscheinend für Januar einige andere Interessenten, weshalb ich eigentlich für September in Frage gekommen wäre. Aber das klappt bei mir nicht. Trotzdem hätte ich gute Chancen für Januar, sagte der Chef. Ich hätte schon gut überzeugt. Yes! 🙂 Leider habe ich noch nichts von ihnen gehört. Ich werde aber nächste Woche mal anrufen, wenn nichts mehr kommt.

Mein Dienstausflug nach Berlin war super! Das letzte Mal war ich vor 10 Jahren in Berlin mit meinen Eltern und ich hatte die Stadt garnicht mehr so toll in Erinnerung! Am Flughafen habe ich einen Promi gesichtet (nämlich Katja Riemann – Bibi Blocksbergs Mutter 😉 ), habe den Dienstsitz in Berlin sehen dürfen, mein Chef machte für mich eine kleine Stadtführung durch Berlin Mitte und Abends war das Event. Dort habe ich viele Beschäftigte kennenlernen können, die alle ungefähr in meinem Alter waren – oder es zumindest noch sein wollten. 😉 Nach dem Event ging es noch kurz mit einer kleinen Gruppe von sieben Leuten zum Dienstgebäude zurück um sich umzuziehen. Von irgendwoher kam dann Wein, Bier, Sekt, Musik und Schokolade und das „Umziehen“ verwandelte sich in eine Party im Büro. Bis wir doch beschlossen aufzubrechen um den Rest zu suchen, die in einer Kneipe etwas trinken wollten. Wenn jeder Dienstausflug so cool endet, dann freue ich mich schon auf das Arbeiten. 😀 Außerdem waren wir in einem vier Sterne Hotel untergebracht mit riesigen Zimmern, Tablet-PCs neben dem Bett, einer Regendusche im Bad und einem großen Frühstücksbuffet. Hmm jaa, an sowas könnte ich mich gewöhnen.

Die vergangene Woche ist nicht viel passiert. Außer diese unglaubliche Hitzewelle, die mich in die Frustration treibt. Wieso ausgerechnet wenn ich arbeiten, meine Seminararbeit fertig schreiben und die Präsentation dazu erstellen muss?? Und ich darf mich beschweren über das Wetter. Ich habe mir den Sommer nämlich (noch) nicht gewünscht! Bitte doch erst im August und September. In den insgesamt vier Stunden Pendeln an meinen Arbeitstagen bietet die Bahn kostenlose Saunen. Wenn man von der Hitze draußen nicht eh schon klatschnass war, dann ist man es spätestens nach zwei Minuten im Zug. Wunderbar. In meinem Zimmer ist es, wie gesagt, nicht besser und da hilft es auch nicht mit dem Vorhang abzudunkeln. Dort kann ich zumindest alle Klamotten vom Leib reißen und den Tag im Bikini am Laptop verbringen. Das war meine Woche. Ich hoffe das Wetter wird bald wieder erträglich. Also eigentlich wünsche ich mir Regentage.