Stressiger Alltag inkl. Date

Wahnsinn, die Tage vergehen wirklich furchtbar schnell… ich wollte längst wieder einen Tagebucheintrag schreiben!

Ich bin zur Zeit richtig im Stress. Mit meinem Praktikum drei Tage die Woche habe ich das Gefühl, kaum noch Zeit für Anderes zu haben. Theoretisch bleiben ja noch vier weitere Tage. Aber keine Ahnung, wohin die verschwinden! Die verbringe ich damit mein Uni-Zeug und sonstige Erledigungen nachzuholen und zum Sport zu gehen. Ich habe das Gefühl ständig einkaufen gehen zu müssen und die Wohnung sollte auch mal wieder geputzt werden. Zumindest finde ich zwischendurch kurz Zeit etwas mit Freunden zu machen. Richtig Panik bereitet es mir, dass ich immer noch kein Thema für meine Bachelorarbeit habe und die Bewerbungsfrist nur noch bis Ende Juni läuft. Mir ein Thema auszusuchen und die Bewerbung anfangen steht kommende Woche nun an oberster Stelle.

Mit meiner vollen Woche bleibt noch nicht mal Zeit, sich um Mr Höflich oder Männer im Allgemeinen Gedanken zu machen. Ich vermute Mr Höflich verschwendet mittlerweile auch keinen Gedanken an mich. Ich habe ihn seit seinem „Schluss machen“ vor ein einhalb Wochen nicht mehr gesehen und nichts von ihm gehört. Irgendwann werden wir uns aber sicher zufällig treffen – in der Uni oder im Fitnessstudio. Aber ich bin über ihn hinweg und werde ihn dann normal begrüßen, wie damals vor drei Monaten auch.

Mr Unfotogen schreibt mir wieder unheimlich viel. Wie damals zu Beginn (vor der langen Schreibpause, während ich das mit Mr Höflich hatte) verstehen wir uns super. Ich habe das Gefühl, ich kann mit ihm über alles reden. Vor ein paar Tagen hat er seine Chance gewittert und mich nochmal nach einem Date gefragt. Wir haben uns bisher nur einmal persönlich getroffen auf der ereignisreichen Party. Danach hatte ich mich für Mr Höflich entschieden und Mr Unfotogen und ich hatten nie ein Date. Dieses Mal habe ich aber zugestimmt. Ich weiß allerdings, dass es mit ihm nicht mehr werden wird. Er ist einfach einer dieser „Kumpel-Typen“. Man hat sie unheimlich gerne, mehr aber auch nicht. Außerdem sind wir grundverschieden. Ich liebe Reisen – er bleibt lieber im trauten Deutschland, mein großes Hobby ist Sport – er geht vielleicht mal Joggen… Ich bin außerdem erstaunt, dass er so auf ein Date mit mir beharrt. Ich habe mich ja schon einmal gegen ihn entschieden. Was erhofft er sich diesmal daraus? Würde er sich selbst nicht vorkommen wie „zweite Wahl“? Wir haben uns schon darüber unterhalten. Ich habe gesagt, dass ich vorerst nicht mehr auf der Suche nach einer Beziehung bin. Nachdem das mit Mr Höflich schief lief, möchte ich eine Bedenkpause. Außerdem weiß ich immer noch nicht, wo ich nach meinem Bachelorabschluss in sieben Monaten sein werde. Eventuell garnicht mehr in Deutschland. Das hat er alles zur Kenntnis genommen und als er vergangenen Freitag auf einer Party war, bekam ich um 3 Uhr nachts eine Nachricht von ihm. Er überlege, ob ein Date denn wirklich das Richtige ist. Ich antwortete am nächsten Morgen, dass ich es verstehe, wenn er nicht mit mir auf ein Date gehen möchte, weil es für ihn keine Aussicht auf mehr gibt. Aber dass ich mich trotzdem gerne mit ihm treffen würde, weil wir uns ja gut verstehen. Wir beschlossen also, es kein „Date“ zu nennen, sondern ein „Treffen“. Und das findet nun schon in ein paar Stunden statt. Wir werden Eis essen gehen und dann mal weiter sehen. Ich denke an Kino oder vielleicht nehme ich ihn mit zu mir zum Film gucken. – Also Film gucken... Ihr wisst ja. Er wäre zum Film gucken auch bereit, wie ich das von seinen Nachrichten interpretieren konnte. Ob es allerdings das Richtige ist, bin ich am Zweifeln. Außerdem ist meine Wohnung nicht geputzt, ich muss morgen um 7 Uhr aufstehen und mein „Problemchen“ da unten ist immer noch nicht ganz verheilt. Alles schlechte Voraussetzungen, also vielleicht wird es doch eher Kino.

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Mit Hilfe von Google analysiert

So bin ich. Ich musste diese Situation analysieren. Google steht einem da ja immer gut zur Seite. Mal sehen was kommt, wenn ich eintippe „Wie schaffe ich es, dass sich ein Mann in mich verliebt?“ 😀 Anfangs war es mehr ein Spaß. Aber ich fand dann doch ein bisschen Abhilfe.

Erstmal ein paar Foreneinträge. Aha, geht wohl mehreren Frauen wie mir. Okay okay, Liebe kann man nicht erzwingen, schon klar. Ich suchte weiter und stieß bald schon auf das, was ich gesucht hatte. Ich musste nicht mal auf die zweite Google-Seite klicken.

Also was ich wohl schon wieder – und immer und immer wieder – falsch mache:

Seien Sie unabhängig! Der oder die Geliebte meldet sich und alles andere bleibt liegen und stehen. Auch wenn es verlockend ist, sollten Sie auf keinen Fall permanent auf Abruf verfügbar sein. […]  Merkt er vorschnell, dass er in Ihrem Leben Top-Priorität hat, so führt das zu weniger Spannung und mit der Zeit zu Langeweile und Desinteresse.

http://www.wunderweib.de/liebe/liebe-wie-verliebt-er-sich-in-mich-a314399.html

Ich habe nie einem Treffen abgesagt…

Seien Sie eine Herausforderung! Behandeln Sie einen Mann niemals besser als eine gute Freundin! Tun Sie nicht mehr, als Sie für eine gute Freundin tun würden und lassen Sie sich von ihm auch nicht mehr gefallen als von einer Freundin. Dass Männer sich gerne um eine Frau bemühen, sollte kein Geheimnis mehr sein. Dennoch kann man es nicht oft genug wiederholen: Wenn er auf Sie steht, dann meldet er sich und tut was dafür. Punkt. Die richtige Mischung aus Nähe und Distanz ist es, die gerade am Anfang das Prickeln erhöht. Sind Sie zu leicht zu erobern, wird das Interesse geringer. Menschen lieben und achten ganz besonders das, wofür sie sich bemühen mussten, und so verhält es sich auch in der Liebe.

Verhalten Sie sich am besten so, als wüssten Sie, er steht auf Sie. Damit ersparen Sie sich unsicheres Nachfragen und viele Fehler, die dazu führen, dass ein Mann weiterzieht, weil er denkt, er habe das Beste noch nicht gefunden. Tun Sie so, als ob Sie wüssten, Sie wären das Beste, was ihm passieren kann. So als ob Sie es sich verdient hätten, dass ein Mann Sie achtet, respektiert und wertschätzt.

http://www.wunderweib.de/liebe/liebe-wie-verliebt-er-sich-in-mich-a314399.html

Ich habe mich ihm wohl doch schon zu früh hingegeben…

Triff dich mit ihm. […] Verabrede dich für 1-2 Stunden, danach bedanke dich für den netten Abend und geh! Ja du hast richtig verstanden, du gehst! Ich weiß, er gefällt dir so gut und die Unterhaltung war gerade so spannend. Das ist doch wunderbar. Beim nächsten Treffen wird die Unterhaltung noch viel spannender sein! Also lächle, bedanke dich und geh! […] Er wird sich 100 %ig bei dir melden! Mit deinem plötzlichen Verschwinden hast du ihn so überrascht, er will unbedingt mehr von dir erfahren.

http://www.newsocialdynamics.de/warum-maenner-jaeger-sind-wie-verliebt-er-sich-in-mich/

Damit ist es mir aufgefallen: Ich war nie diejenige, die ein Treffen am Ende abgebrochen hat. Immer hat er gefragt, ob er mich nun nach Hause fahren soll…

Tja, irgendwann werde ich es wohl lernen. Irgendwann wird es schon klappen. Eigentlich sollte ich mir noch keine Gedanken machen. Ich bin noch so jung. Ich habe noch so viel vor in meinem Leben. Ja, ich weiß immer noch nicht, was ich nach meinem Bachelorabschluss in sieben Monaten machen werde.

Gerade schwirrt mir noch im Kopf herum, was denn wäre, wenn Mr Höflich doch noch merkt, dass er es mit mir versuchen möchte. Es passte so perfekt. Mein „Traummann“ sollte sportlich sein und das sollte man sehen. Er sollte sich mit Sport bzw. Fitness – vorzugsweise Krafttraining – auskennen, da ich mir selbst sehr dafür interessiere. Er sollte nach Möglichkeit Student sein, dann wären wir im gleichen Lebensabschnitt, aber älter als ich wäre ideal (aber dann bitte keinen faulen Langzeitstudenten). Er sollte nicht zu weit entfernt wohnen und mindestens 1,80m groß sein, besser schon 1,85m (da ich selbst 1,78m bin). Mr Höflich passte also perfekt. Sogar tanzen konnte er gut! Ob ich wohl noch eine Chance habe bei den anderen hübschen Fitnesstrainern und Sportstudenten in meinem Fitnessstudio? Die kennen ja schließlich alle Mr Höflich und können vermuten, dass wir was hatten. Und danach etwas mit der Frau anzufangen machen Männer ja nicht. Ich brauche wohl ein neues Fitnessstudio. 😀

Und wie geht es mir jetzt?

Der Mittwoch ging zuende mit einem kurzen Verzweiflungs-Heulkrampf, einem Telefonat mit meiner besten Freundin und einer Schlaftablette. Dank des Bahnstreiks musste ich am nächsten Tag um fünf Uhr aufstehen um pünktlich zur Arbeit zu kommen.

Am Donnerstag ging aber dann alles schief. Der Zug, den ich vom Ersatzfahrplan ausgewählt hatte und um 6:04 fahren sollte, fuhr nicht. Ich saß eine halbe Stunde in der Kälte am Bahnhof, nahm den nächsten, durfte beim nächsten Umsteigen 40 Minuten warten (habe mir dort erstmal einen warmen Kaffee gekauft) und nahm einen ICE bis zur nächsten Stadt. Der hatte allerdings sechs Minuten Verspätung, also verpasste ich meinen Anschluss und musste auf die Straßenbahn ausweichen, die 50 Minuten zu meiner Zielstadt brauchte. Dabei wäre ich die ganze Zeit lieber im Bett gelegen und hätte meinem Liebeskummer nachgegeben. So war ich insgesamt vier Stunden unterwegs in denen mir in Bus und Bahn meine Augen kontinuierlich androhten, bald Tränen kullern zu lassen. Ich konnte mich aber zusammen reißen, machte mir Musik an und ignorierte die Welt und meine Gedanken. Lediglich über den unnötigen Streik regte ich mich auf.

Die Arbeit bat eine gute Ablenkung und für abends war eine Studentenparty angesagt. Ich hatte keine Karte gekauft, da ich am Freitag wieder arbeiten musste, aber zur Vortrinkparty kann man ja trotzdem. 😉 Auf dem Heimweg holte ich mir im Supermarkt zwei Bier und gönnte mir noch einige Dinge, die ich mir sonst nicht gönne. Wenn man Liebeskummer hat, darf man essen. Viel essen.

Wie als hätten sie eine Vorahnung gehabt, bekam ich an diesem Tag einige Nachrichten. Einmal von Mr Heiß und einmal von Mr Unfotogen.  Mr Heiß flirtete natürlich wieder wild und zweideutig. Ich fühlte mich geschmeichelt. Und Mr Unfotogen erzählte ich die ganze Liebeskummer-Geschichte, er tröstete mich etwas und schrieb ganz liebe Sachen. Der wittert eindeutig eine zweite Chance, nachdem ich mich damals für Mr Höflich statt für ihn entschieden hatte.

Zuhause angekommen, war ich hundemüde aber für ein Schläfchen blieb keine Zeit. Ich traf mich mit meinen Mädels, wir quatschten, machten Fotos, tranken Sekt, Bier und Barcardi Razz. Ich hatte mir zwar vorgenommen, nicht so viel zu trinken, aber wenn man Liebeskummer hat darf man das.

Danach ging es weiter zur eigentlichen Vortrinkparty an den Studentenwohnheimen. Es war schon brechend voll, ich traf einige Leute, tanzte und teilte mir irgendwann mit einer Freundin eine Flasche Hugo, den ich eigentlich hasse. Dabei unterhielt ich mich gut und lange mit einem Typen. Klar: er war wieder Sportstudent. Wieso gerate ich eigentlich immer an die?

Irgendwann herrschte Aufbruchstimmung. Es war ja noch die „richtige“ Party im Club angesagt. Ich wollte ja nicht gehen, machte mich aber trotzdem auf dem Weg Richtung Ausgang. Den Typ, mit dem ich mich unterhalten hatte, verlor ich aus den Augen und fand ein paar Leute meiner „Weekend-Gruppe„, die noch keine Anstalten machten zum Club zu gehen. Ich unterhielt mich ein Weilchen mit ihnen bis ich beschloss, dass es nun doch mal Schlafenszeit ist. Um halb eins war ich im Bett. Ganz gutes Timing.

Am nächsten Tag stand ich um 6:25 auf, nahm die richtigen Züge (Gott sei Dank war der Streik dieses Mal schnell vorbei) und hatte einen angenehmen Tag in der Arbeit. Kater hatte ich keinen und Müde wurde ich erst schlagartig, als ich mein Büro verließ. Also wäre nächstes Mal feiern gehen ja doch drin, wenn ich das so gut wegstecke! Auf dem Rückweg gönnte ich mir einen Smoothie im McDonalds – darf ich ja, hatte ja Liebeskummer. Im Zug fiel mir aber auf: hm… eigentlich hab ich doch garkeinen Kummer mehr. Hatte Schlimmeres erwartet. Mir geht es ganz gut gerade.

Für Samstag hatte ich aber noch ein Coup geplant: Ich wollte es mir abends zum ESC mit einem ganzen 500 Gramm Becher Ben & Jerry’s im Bett bequem machen. Vormittags arbeitete ich fleißig an meiner Seminararbeit und ging gegen Mittag ins Fitnessstudio. Dort hat mich mal wieder ein Typ angequatscht mit dem ich mich dann ganz gut unterhielt und der mich später weiter interessiert angaffte. Eigentlich komisch. Ich möchte von Männern erstmal eine Pause haben aber offenbar strahle ich gerade das Gegenteil aus…?! Nachmittags erledigte ich die Einkäufe für die Feiertage, kaufte mir die neue Sorte Ben & Jerry’s mit Spekulatius, dazu noch ein großes Croissant, einen Joghurt Drink und eine Tüte Gummibären. Die letzten drei Dinge wurde sofort vernichtet. Abends telefonierte mit meinen Eltern und dann konnte ich mir den noch wartenden Eisbecher schnappen. Und es tat sooo gut! Das war nun aber meine letzte ungesunde Mahlzeit. Es reicht jetzt mit meiner „Liebeskummer-Ausrede“. Vor allem nachdem es mir ja wieder gut geht.

Vielleicht lag es an der vielen Ablenkung. Vielleicht es daran, dass ich das mit Mr Höflich und mir schon lange vorher geahnt hatte. Vielleicht auch daran, dass mein Ego die letzten Tage genug Aufmerksamkeit erhalten hatte.

Jetzt bin ich aber wieder mitten im Leben und fühle mich so gut wie immer. Ein Blick in den Spiegel verriet mir sogar, dass mein Frustfressen sich nicht allzu schlimm ausgewirkt hatte. Perfekt.DSC_0020

Einzig, dass ich am Wochenende und am Feiertag nicht viel zu tun habe stört mich. Das Fitnessstudio hat geschlossen, meine Motivation zum Laufen ist nicht groß genug, meine Freunde sind alle verreist. Ich habe also nichts womit ich mich erfolgreich von meinen Unisachen ablenken kann. Außer diesem Blog. Und auf meinem Mini-Balkon die strahlende Sonne auszunutzen. 😉

No Happy End

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Jep, auch zu dieser Geschichte gibt es kein Happy End. Das mit Mr Höflich ist vorbei.

Montag kam er von seinem achttägigen Urlaub zurück. Er hatte sich während seines Urlaubs nur sehr selten bei mir gemeldet und auch als er zurück kam bekam ich keine Nachricht. Da ich ihn aber wiedersehen wollte und wusste, dass er am Montag Abend seine Thekenschicht im Fitnessstudio hatte stattete ich ihm einen Besuch ab. Wir quatschten etwas und nach einer Stunde ging ich wieder nach Hause. Den Beschluss ihn zur Rede zu stellen hatte ich ja schon gefasst. Wenn er sich bis Mittwoch nicht mehr meldete würde ich ihn anschreiben und fragen ob wir reden könnten. Und so kam es auch. Da war mir eh schon klar, dass irgendetwas sein musste. Wenn tatsächlich alles „so perfekt“ wäre und wir kurz vor einer Beziehung stünden, wie ich es dachte, würde man sich doch möglichst bald wieder treffen wollen. Ich schrieb ihm also Mittwoch Nachmittag ob er heute Abend Zeit hätte für mich. Damit ich keinen Rückzieher machen konnte, fügte ich hinzu, dass ich mit ihm über etwas reden möchte (dank des Tipps von 4wkw4rd1 😉 ). – Klar, 20 Uhr geht.

Nach meiner Vorlesung hatte ich geplant ins Fitnessstudio zu gehen und musste nun hoffen, dass Mr Höflich nicht auch zur gleichen Zeit trainieren wollte. Wäre irgendwie eine komische Situation. Aber wer war natürlich da? Mr Höflich. Wir begrüßten uns normal und keiner ließ sich etwas anmerken. Eigentlich unterhielten wir uns dann auch recht gut. Meine Sorgen, dass etwas sein könnte, wurden dadurch etwas gemildert. Vielleicht war ja doch alles okay zwischen uns? Ich werde ihn heute einfach ganz neutral darauf ansprechen.

Er kam also gegen 20 Uhr und da ich gerade eine große Portion Salat gemacht hatte, aßen wir zusammen und unterhielten uns. Als wir aufgegessen hatte versuchte ich den richtigen Zeitpunkt abzupassen.

„Was ich dich nun fragen wollte: … Was ist das denn eigentlich zwischen uns für dich? Irgendwie kommt es mir in letzter Zeit anders vor als noch vor ein paar Wochen.“

„Ja das stimmt… Ich bin froh, dass wir jetzt darüber reden. Ich hätte sonst auch bald mit dir ein Gespräch gesucht.

Es ist nämlich bei mir so, dass es zwar schön ist mit dir… Aber ich glaube ich habe keine Gefühle für dich.“

Bam! Da war es. Ich hatte es doch geahnt. Ja eigentlich wusste ich es doch. Ich sagte nichts. Er redete weiter.

„Du bist ein tolles Mädchen. Nicht nur wahnsinnig hübsch, sondern auch intelligent. Ich fühle mich wohl bei dir. Jedes Mal, wenn wir zusammen waren, fühlte es sich gut an. Nur irgendwann habe ich gemerkt, dass ich kurz danach oder einen Tag später merkte – es war zwar schön, aber ich brauche das nicht. Ich hab nicht das Verlangen danach.

Ich wünschte mir selbst, dass ich Gefühle entwickelt hätte. Deswegen habe ich erstmal warten wollen, ob denn bei mir nicht noch was kommt. Du bist super. Du bist perfekt. Aber ich spüre nichts.

Ich wusste auch nicht sicher, woran ich bei dir bin. Ob du nun eine Beziehung mit mir haben möchtest. Wenn du es einmal eindeutig gesagt hättest, hätte ich gleich mit dir darüber geredet. Auch bevor es zu mehr zwischen uns gekommen wäre. Ich will ja kein Arschloch sein.“

Jetzt musste ich staunen. Wie bitte? Mehr? Also im Sinne von Sex? Denkt er denn, dass man keine Gefühle entwickeln kann, noch bevor man Sex hat?? Das musste ich ihm wohl noch erklären. Zum ersten Mal versuchte ich zu sprechen. Meine Stimme war zwar schon etwas belegt, meine Emotionen konnte ich aber noch gut zurück halten. Vielleicht überstehe ich das Gespräch ja sogar ohne vor ihm eine Träne zu vergießen.

„Auch ohne dass man Sex miteinander hat, kann man Gefühle entwickeln. Und das tut ganz genauso weh.“

„Das tut mir auch leid. Ich weiß nicht, ob ich mich für meine Gefühle entschuldigen sollte. Ich wünschte ja auch, es hätte geklappt. Aber lieber sage ich es dir jetzt, als wenn wir eine Beziehung eingehen, die kurz danach wieder zugrunde geht.“

Langes Schweigen…

Irgendwann platzte der Gedanke, der mir die ganze Zeit im Kopf schwirrte von meinen Lippen hervor. „Ich verstehe nur nicht, wieso??“

„Ich ja auch nicht.“

„Nein – ich verstehe nicht, was ich eigentlich jedes Mal falsch mache. Ich werde anscheinend nach einiger Zeit einfach zu langweilig für Männer!“ Nun bebte meine Stimme.

„Nein, du bist nicht langweilig. Du bist eine tolle Frau, du bist ehrlich, du weißt was du willst, du bist freundlich, hübsch und man kann sich super mit dir unterhalten.“

„Aber was ist es dann?!“ Ich konnte sie nicht mehr zurück halten. Die Tränen schlichen sich in meine Augen. Ich versuchte sie noch schnell wegzuwischen aber sie waren schneller und liefen über meine Wangen. Na super. Das war es wohl mit stark bleiben. Zumindest sieht er, wie sehr er mich verletzt hat.

„Ich kann es dir nicht sagen.“

Schweigen. Schniefen. Ein paar leise Tränen.

Er wieder: „Aber wenn ich irgendetwas für dich tun kann, sag es mir.“

„Du kannst mir sagen, was ich falsch gemacht habe. Auch wenn es dir erst später einfällt. Auch erst in einem Jahr oder so. Sag es mir bitte.“

„Mache ich.“

Wir standen auf. Er machte Anstalten, die Teller zur Spüle zu bringen. „Soll ich dir noch beim Abwasch helfen?“ Höflich halt. „Nee, schon okay.“ „Komm her“ – Er umarmte mich. Zuerst kam es mir komisch vor. Ich merkte aber, es war genau das, was ich jetzt brauchte. Eine feste, lange Umarmung. Die letzte von ihm. Meine Hände fühlten seine Rückenmuskeln. Versuchten darüber zu streicheln. Hä, nein, was soll das? Die Umarmung muss sofort aufhören. Ich riss mich weg. Er guckte mich noch kurz an, ich wich seinem Blick aus und er griff zur Türklinke. „Wenn ich noch etwas für dich tun kann, sag bitte Bescheid“ wiederholte er. Ich hatte keine Lust meine Bitte zu wiederholen also nickte ich. Und dann war er weg.

„DTR“ – Eventuell Beziehung?

“ –räusper– … Darf ich dich mal was fragen?

Weißt du noch, als ich vor ein paar Wochen – auf der Party, an der wir uns das erste Mal geküsst haben – dir erzählt hab, dass ich Angst hab? Also davor einem Mann nochmal zu vertrauen.

Irgendwie hat sich das noch nicht wirklich gebessert. Ich bin immer noch verunsichert. Ich kann nicht erkennen was in dir vorgeht…

Und deswegen wollte ich dich fragen…

… Das zwischen uns – wohin führt das eigentlich im Moment für dich? … Eher in Richtung eventuell Beziehung? Oder lieber mal weiter gucken wohin es läuft?“


Das musste jetzt mal niedergeschrieben werden. Sonst vergesse ich, was ich vorhabe zu sagen.

Er war die ganze letzte Woche im Urlaub. Ich hab ihn also seit sieben Tagen nicht mehr gesehen. Schreiben tut er auch nicht viel. Am Montag kommt er zurück. Ich vermisse ihn ja schon ein bisschen. Darf ich ihm das eigentlich sagen? Jedenfalls werde ich ihn kommende Woche auf unsere/meine Situation ansprechen. Gott, ich hoffe ich mache nichts kaputt damit. So ein Gespräch ist doch immer kacke. (Im Englischen gibt es sogar einen Ausdruck dafür 😀 DTR = Define the Relationship [Link])

Eigentlich ist ja immer alles perfekt, wenn ich bei ihm bin. Aber ist er dann weg, ist die Angst wieder da. Ein sicheres Ja oder Nein ist mir eindeutig lieber. Kommende Woche also.

Was meint Ihr denn? Passt meine Frage denn so?

Eine kurze Woche

Wow, die Woche verging schnell! So ist das wohl, wenn man arbeitet. 😀

Mein Praktikum begann gleichzeitig mit dem einwöchigen Streik der Bahn. Das kostete mir neben meiner Aufregung noch ein paar zusätzliche Nerven. Für die zwei Tage, an denen ich zu meinem Praktikumsort fahren sollte, musste ich eine Stunde pro Weg (!!) länger einplanen. Außerdem wurde die Strecke nicht mehr durch den Nahverkehr befahren. Also stieg ich ganz frech in diverse ICEs und ECs und zeigte den Schaffnern mit großen, unschuldigen Augen mein Studententicket. Jedesmal ein Adrenalinschub. War ja Schwarzfahren, würde ich eine Strafe zahlen müssen? Nein, es ging natürlich in Ordnung. Man zeigt sich ja verständnisvoll während eines Streiks. Ich hätte ja auch nicht anders in meine Praktikumsstadt fahren können.

Das Praktikum an sich gefällt mir bis jetzt gut. Die Leute sind alle super nett und ich habe sogar mein eigenes Büro. Mit Namensschild! Ich komme mir richtig wichtig vor. 😉 Mein Praktikumsbetreuer gab mir am ersten Tag eine kurze Übersicht, was er während der nächsten drei Monate mit mir vor hatte und ich bin begeistert. Es geht um genau den Bereich, der mir während meines Studiums am meisten Spaß gemacht hatte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, später in dem Bereich zu arbeiten. Allerdings ist mir erst einmal klar geworden, wie wenig ich noch darüber weiß und wie wenig Praktisches ich kann. Uni ist eben doch nur Theorie pauken. Das Praktikum wird sicher anspruchsvoll.  Meine Arbeitszeit darf ich mir selbst einteilen, hauptsache ich erledige meine Aufgaben und komme auf 19 Stunden die Woche beziehungsweise 247 für die drei Monate. Deswegen bin ich Dienstag und Freitag eine Stunde früher gegangen, da ich dank Streik eine lange Bahnfahrt vor mir hatte. Ich sollte in der kommenden Woche die Stunden also wieder reinholen… Aber da soll es ja so schönes Wetter werden! Wahrscheinlich habe ich erstmal sowieso nicht viel zu tun und bevor ich gelangweilt im Büro rumsitze, könnte ich ja wieder früher gehen. Also gleich mal Minusstunden sammeln…? Es ergibt sich sicher noch die Gelegenheit sie wieder einzuholen.

Mit Mr Höflich war es die vergangene Woche etwas komisch. Ich begann mir richtig blöde Gedanken zu machen. Er schrieb mir sehr wenig, er gibt sich nicht mehr die Mühe um mich wie vor ein paar Wochen, wir treffen uns nicht sehr oft … hat er nun doch kein Interesse mehr? Wenn, ist er dann ehrlich genug es selbst anzusprechen, oder muss ich? Nächste Woche ist er für acht Tage im Urlaub, davor würde ich das gerne geklärt haben, statt während der Zeit in der Luft hängen gelassen zuwerden. Da von ihm keine Initiative kam, ein weiteres Treffen auszumachen, fragte ich ihn, ob er am Dienstag Abend vorbeikommen möchte. Er sagte zu und ich bereitete mich auf ein Gespräch vor. Als er allerdings dann in meinem Zimmer stand, war alles wie immer. Er nahm mich in den Arm, wir kuschelten im Bett, knutschten und quatschten. Er überlegte sogar übernacht zu bleiben, aber da er ja anscheinend ein Problem hat neben mir einen ruhigen Schlaf zu finden, entschied er sich dagegen. Und ich entschied mich gegen ein Gespräch. Wir sehen uns ja sicher noch, bevor er in den Urlaub fährt. Also wenn es doch noch sein muss, spreche ich ihn das nächste mal darauf an.

Wieder kamen die nächsten paar Tage nur wenige Nachrichten von ihm. Was soll das denn? Ist er so im Stress? Oder ist er einfach nicht so der Schreiber? Und wieso macht mir das so viel aus? Ich fragte vorsichtig ob wir uns denn noch einmal sehen werden, bevor er fährt. „Na sicher! Samstag Abend bei mir?“

Gestern Abend holte er mich also ab und wir fuhren zu ihm. Ich werde es ansprechen – ich werde es ansprechen – ging es mir durch den Kopf. Ich werde ihn fragen, in welche Richtung das denn für ihn läuft. Eher Beziehung oder lieber „weiter abwarten und gucken“? Aber als wir bei ihm waren und es uns mit einem Film gemütlich gemacht hatten fühlte es sich einfach perfekt an. Ich hatte kein Bedürfnis, nach irgendetwas zu fragen. Für mich war es sonnenklar und er ließ sich anmerken, dass es für ihn ebenfalls so sein musste. Wieso sollte ich mich also in solch einer perfekten Situation überwinden und etwas ansprechen, das doch eh nichtig erscheint? In seinen Armen fühle ich mich glücklich und wohl, es fühlt an wie in einer Beziehung, also muss man es doch nicht unbedingt benennen. Einzig, dass er so wenig geschrieben hatte, habe ich während einer Unterhaltung unauffällig eingebracht. Er wäre anscheinend im Unistress gewesen… Ja, typische Ausrede. Naja, zumindest denke ich, dass er damit zur Kenntnis genommen hat, dass ich mir mehr Nachrichten wünsche. Vielleicht wird es besser.

Als er mich mit dem Auto nach Hause brachte überlegte ich noch einmal kurz, unsere Situation anzusprechen. Nee… muss nicht sein. Passt doch alles. Nach unserem Abschiedskuss stieg ich aus dem Auto aus, er fuhr weg und ich stand vor meiner Haustür. Hä? Meinen Schlüssel fand ich sofort, aber ich hatte etwas anderes verloren. Wo waren meine Unbesorgtheit und die Fröhlichkeit, die mich vor ein paar Sekunden doch umgeben hatten? Eine Welle der Sorge schwappte über mich. Ich stand vor meiner Haustür und mir kamen wieder unangenehme Gedanken. Er wird mich sicher verletzen, wie alle anderen. Fühlt er genauso wie ich? Wieso habe ich nur so Angst? Ist es mit ihm überhaupt das Richtige? Will ich denn eine Beziehung? Gibt es einen anderen Grund, wieso ich die Situation nicht ansprechen möchte? Ich weiß doch immer noch nicht, wo ich in ein paar Monaten sein werde. Beziehung bedeutet so viel Verantwortung. Den Schritt zu gehen, bedeutet, dass wir ihn so schnell nicht mehr zurück gehen können. Können wir in der jetzigen Situation aber auch nicht mehr. Wie wird das nur weiter gehen? Und wieso mache ich es mir nur so kompliziert? Wieso spricht er es eigentlich nicht an?

Es ist immer wieder das Gleiche: Bin ich bei ihm, fühlt es sich perfekt an. Die Sekunde, in der er weg ist, kommt die Angst…

Nichts Neues

Ich habe ja schon lange nichts mehr geschrieben. Es gibt aber auch nichts Neues. Den Feiertag und das Wochenende habe ich Zuhause in meiner Heimatstadt verbracht. Dort habe ich die 1,5 Kg, die ich die letzten Wochen abgenommen und gefeiert hatte wieder zugenommen. Das Essen war lecker, es war schön meine ganze Familie wieder zu sehen,  aber die Zugfahrt ist zu lange für nur zwei Tage. Mein Opa hatte Geburtstag, für ihn tat ich mir diese sieben-stündige Fahrt pro Weg an. Bis August werde ich es nicht mehr schaffen nach Hause zu fahren.

Im Mai versuche ich nun aufs Neue, die sieben Kilo, die ich während und nach meines Auslandssemester zugenommen habe wieder abzunehmen. Mit meinem schönen Trainingsplan von Mr Höflich persönlich mit viel Liebe erstellt und meinem Ernährungsplan (von mir selbst mit viel Ehrgeiz erstellt) sollte das aber kein Problem werden. Primär geht es mir nicht um die Kilos zu viel. Ich möchte, dass mir mein Spiegelbild gefällt. Mir macht der Sport Spaß und ich ziehe es sowieso vor, mich gesund zu ernähren. Zu meinem früheren (bzw. desöfter wiederkehrenden) Problemen mit meinem Körper und dem Essen wollte ich eigentlich mal einen Beitrag schreiben. Meine Gedanken und Gefühle dazu aufzuschreiben kostet mich aber eine Überwindung, die ich noch nicht habe…

Die kommende Woche wird vermutlich stressig. Mein Praktikum beginnt und pünktlich zum ersten Tag kündigt die Bahn ihren neuen Streik an. Das kann ja was werden. Auf das Pendeln freue ich mich ganz und garnicht. Dafür umso mehr auf das Praktikum. Ich hoffe es ergibt sich eine Chance für mich dort, da ich bald mit meinem Bachelor fertig bin.

Zu Mr Höflich gibt es nichts Neues. Wir haben uns die vergangene Woche ein paar mal gesehen. Es war wieder richtig schön. Bei ihm fühle ich mich wohl. Allerdings kamen heute wieder Zweifel. Wie es bei langen Zugfahren so ist, kommt der Kopf irgendwann ins grübeln. Und heute überkam mich eine Welle der Angst. Was ist, wenn er nicht so fühlt wie ich? Wenn ich wieder „zu leicht zu haben“ bin und deswegen für ihn bald langweilig werde? Ich will so sehr, dass es funktioniert. Ich will nicht, dass es wieder so endet, wie bei den letzten (gefühlt) hundert Typen. Ich mag ihn wirklich sehr. Ja, ich bin sogar verliebt. (verdammt!) … Vermutlich brauche ich garnicht so große Angst haben. Ich würde die Zeit so gerne einfach nur genießen. Aber wie schalte ich diese Sorgen nur ab?