An dich.

Jetzt bin ich dran und möchte dir mehr von mir erzählen.

Du erstaunst mich, wie vernünftig du bist. Ich war mir so sicher, dass wir uns küssen, wenn wir zusammen feiern gehen. Aber du hast es nie zugelassen. Aber ich weiß, gute Tänzer sind gute Küsser. Und du kannst wahnsinnig gut tanzen.

Danach im Auto hast du es endlich einen kleinen Schritt weiter gewagt. Zwar immer noch kein Kuss, wie ich es mir mittlerweile sehnlichst wünsche, aber du hast mir ein bisschen Tiefgründigeres anvertraut. Du liebst deine Familie, kümmerst dich selbstlos um deine kleine Schwester und deinen besten Freund. Du scheinst ein Beziehungsmensch zu sein. Du hattest zwei lange Beziehungen und im letzten Sommer eine Kurze. Du hast mir erzählt, dass bei dieser Beziehung alles sehr schnell ging und es dir sehr leid tat, dass du das Mädchen verletzen musstest. Ich verstehe nun, wieso du es so langsam angehen möchtest. Dir wachsen Menschen schnell ans Herz und ihnen willst du nicht weh tun.

Ich bin nicht so vernünftig wie du. Ich bin noch jung und falle in alte, schlechte Gewohnheiten. Ich habe dir gestern mehrmals die Möglichkeit gegegeben mit mir zusammen zu tanzen, doch du hieltst lieber Abstand. Damit hast du mich fast in den Wahnsinn getrieben und ich fing an mich heimlich nach anderen Männern im Club umzusehen, mit denen ich dich eifersüchtig machen könnte. Ein Glück, dass ich niemanden gefunden habe. Wäre ich sonst durch den Test gefallen?

Du hast ein Talent dafür, uns am schmalen Grad zwischen Freundschaft und „Mehr“ zu balancieren. Wirst du mich in den Abgrund der Freundschaft werfen? Oder kannst du dir vorstellen, mit mir auf die andere Seite zu spazieren? Deine Nachrichten am nächsten Tag gaben mir das Gefühl, dass ich dir mehr bedeuten könnte. Du hast mir das schönste Kompliment gemacht, das man einer Frau machen kann. Du nennst mich „Fräulein“ und „Hübsche“ und möchtest mich bald wieder sehen. Und ich genieße es, mit dir Zeit zu verbringen.

Aber deine Beobachtungs-Taktik macht mich nervös. Ich habe Angst, deinen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Ich weiß nicht, was dir wichtig ist. Ich wünschte ich wüsste es. Denn auch wenn du es langsam angehst, haben meine Gefühle einen anderen Plan. So sehr ich sie hinter meiner instabilen Mauer verstecken und beschützen möchte, gucken sie mit großer Neugierde hinüber auf die ungeschützte Seite. Ich glaube, einige haben es sogar geschafft, sich durch die Ritzen zwischen den porösen Steinen zu quetschen. Hier kann man(n) sie mit Leichtigkeit zertrampeln und schmerzhaft in Stücke reißen. Mühsam musste ich die letzten Jahre immer und immer wieder meine Scherben aufsammeln, zusammenflicken und sie hinter der sicheren Seite der bröckeligen Mauer verstecken. Trotz dem ganzen Schmerz gehorchen mir meine Gefühle nicht und wollen zurück an die Freiheit. Bitte, verletze sie nicht. Ich mache mir große Sorgen.

Im Gegensatz zu dir bin ich kein Beziehungsmensch. Ich weiß nicht mehr wie das geht. Ob ich es mir traue und schaffe, meine Gefühle zur richigen Zeit frei zu lassen. Und ob ich mir so etwas überhaupt unter meinen Zukunftsumständen möglich sein wird. Aber wenn du es mir erlaubst, bin ich bereit mit dir Schritt für Schritt ein bisschen weiter zu gehen. Aber lass mich nicht zu nah an den Abgrund treten, denn ich weiß nicht, ob ich fliegen oder fallen werde.

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Blöder Tag heute

Es tut mir Leid für meine Abonnenten, wenn ich andauernd so viele Beiträge veröffentliche. Ich hoffe es nervt nicht. Aber ich muss meine Gedanken irgendwie loswerden und sie niederschreiben.

Erstmal ging es los, dass ich um 4:30 Uhr wach geworden bin wegen einem Problemchen und wusste, dass ich wohl am nächsten Morgen zur Frauenärztin muss. Das Problem in meiner Intimzone tritt mittlerweile schon zum dritten Mal innerhalb von zwei Monaten auf und ich kann nichts dafür.

In meiner Unistadt hab ich noch keinen Frauenarzt aber da ich mich letztens mit einer Freundin darüber unterhalten habe, habe ich sie am Morgen nach ihrem gefragt und direkt dort angerufen. Ich bekam erfreulicherweise gleich einen Termin.

Mein erster Eindruck der Praxis war gut, mein Termin aber nicht. Das wird nicht die Frauenärztin meiner Wahl. Im Sprechzimmer gab es außer dem typischen Untersuchungsstuhl keine weitere Sitzmöglichkeit. Ich stand also dumm im Raum herum. Außerdem fühlte ich mich abgefertigt und mitten unter meiner Besprechung kam eine Arzthelferin wegen dem Problem einer anderen Patientin herein , woraufhin die Ärztin einfach entschied, sich für ein paar Minuten damit zu beschäftigen.

Sie verschieb mir Medikamente für die ich über 45 Euro ausgeben musste, da meine Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt. Bei einem späteren Telefonat mit meiner Krankenkasse konnte mir der nette Herr nicht mal sagen, wieso. Was ist der Sinn hinter einer Krankenkasse, wenn sie die Kosten solcher Medikamente nicht übernimmt? Und dabei muss ich jedes Mal im Supermarkt fünf Mal überlegen, was tatsächlich im Korb landen soll, weil mir jeder Cent zur Zeit wichtig ist.

Um alle Medikamente einzusammeln musste ich zu zwei verschiedene Apotheken rennen, weil die erste nicht alles vorrätig hatte. Bei der ersten Apotheke stand mit gerade mal zehn Zentimeter Abstand eine Dame, die wohl von Diskretion noch nie etwas gehört hatte, bis die Apothekerin sie zurecht wies. Schön, wenn eine Wildfremde nun über meine intimen Krankheiten bescheid weiß.

Danach wollte ich mir zum Trost einen Kaffee kaufen. Meine Kaffeemaschine zuhause ist ja kaputt. In der ersten Selbstbedienungsbäckerei (oder wie man diese Bäckereien nennt) gab es nur einen winzig-kleinen Becher Kaffee für 99 Cent und als ich wohl ein entäuscht-wütendes Gesicht machte, starrte der Verkäufer mich verwundert an, was mich nur noch mehr nervte. Ich musste also ein paar überflüssige Schritte zu der Selbstbedienungsbäckerei meines Vertrauens laufen um mir den Kaffee zu holen, den ich wollte.

Zum Mittagessen traf ich Mr Höflich in der Mensa. Wieder oberflächliches, nettes Gequatsche über dies und das und wieder Tschüss. Langsam nervt es.

Und dann hört man den ganzen Tag schon diese wahnsinnig traurigen Nachrichten über den Flugzeugabsturz vom Dienstag. Normalerweise mache ich mir bei Nachrichten nie große Gedanken, aber diese treffen mich sehr. Ich muss immer wieder da11091302_973962712621831_1974546444055158096_nran denken, dass es jedem hätte passieren können. Ich bin in letzter Zeit oft geflogen. Diese Strecke hätte ich genauso fliegen können, oder meine Familie oder meine Freunde. Ich bin zutiefst dankbar, dass es niemanden in meinem Umfeld getroffen hat. Aber ich habe wirklich aufrichtiges Mitgefühl gegenüber den Angehörigen der Opfer. Meine Gedanken sind bei ihnen… Ich wünsche ihnen die Kraft, um diese schweren Stunden überwinden zu können.

Neuigkeiten über diese Männer

Mit meinem Mr Höflich habe ich mich am Sonntag Abend auf einen kurzen Spaziergang getroffen. Mir war am Sonntag so richtig schlimm langweilig. Also so langweilig, dass ich schon um zwei Uhr nachmittags angefangen habe, Serien zu gucken und nebenbei alle – wirklich alle – möglichen Leute meiner Kontaktliste angeschrieben. Mr Höflich bat mir an, mit ihm und seinem Hund abends auf einen Spaziergang zu gehen. Ich sagte zu und freute mich auf den Abend. Bis dahin schrieb ich noch ein bisschen mit Mr Heiß. Da ich auf seine Frage, was ich heute Abend machen würde, wahrheitsgemäß antwortete, ich würde mich mit jemanden treffen, erriet er sofort, dass es ein Date sein musste. Ich wollte ihm aber nicht sagen mit wem, da die beiden sich kennen (die arbeiten ja beide im Fitnessstudio). Dadurch wurde er wahnsinnig neugierig aber ich hielt stand. Es war ein amüsantes Gespräch. Ich habe mich allerdings dazu entschieden, mir Mr Heiß lieber auf Abstand zuhalten. Das Date mit ihm wird also nicht stattfinden. Dank seiner vielen Andeutungen weiß ich, wie es enden wird und ich weiß auch, wie ich mich danach fühlen werde. Schade um den vielleicht guten Sex, aber ich kenne mich selbst mittlerweile. Ich hätte danach den Wunsch ihn wieder zu treffen. Aber er würde sich nicht mehr melden. Wie es mit jedem Mann der letzten vier Jahre meines Lebens lief. Das will ich nicht mehr und ich sollte endlich lernen, auf mich Acht zu geben.

Das dritte Treffen mit Mr Höflich lief wie die anderen zuvor: gut unterhalten, mehr nicht. Ich merke, bei ihm muss ich keine Angst haben, dass er nur einseitige Absichten hätte. Und langsam steigert sich mein Interesse ihm gegenüber. Gestern bekam ich auch einen neuen Trainingsplan von ihm, bei dem er sich viel Mühe gegeben hat.

Nun zu heute. Das war ganz lustig eigentlich. 😀 Mein Mr Heiß hat herausgefunden, wer mein Date vom Sonntag war. Durch geschicktes Kombinieren. Ein schlaues Kerlchen. Ich habe ihm heute im Fitnessstudio erzählt, dass ich einen neuen Trainingsplan bekommen hatte und er bemerkte wohl, dass es ein aufwendiger Plan ist. Er wollte wissen von wem und ich erzählte ihm, er sei von Mr Höflich (natürlich nannte ich seinen richtigen Namen in dem Gespräch). Dann ratterte es in seinen Gehirnwindungen, das sah man ihm an. Sah richtig süß aus. 😉 Er starrte mich bestimmt eine Minute lang still an, bis er mit der Frage herausrückte: War er es, mit dem du auf dem Date warst? Verschmitztes Nicken meinerseits. Er überlegte weiter, wollte aber scheinbar nichts mehr dazu beifügen. Darüber war ich ganz froh. Ich hoffe nur, er spricht Mr Höflich nicht darauf an. Aber wie allerseits bekannt, reden Männer sowieso nicht über solche Themen.

Gerade als meine Gedanken beim Lernen mal wieder abdrifteten, wann mich wohl Mr Höflich um ein weiteres Treffen fragen wird, kam eine Nachricht von ihm. Ob ich Lust habe, morgen mit ihm in der Mensa zu essen? Juhuu, ich sehe ihn morgen wieder! Auch wenn ich mir sonst lieber etwas Gesundes koche, klingt das Mensaessen, das es morgen geben wird, ganz okay. Ich sollte sowieso mal wieder in die Mensa. Das gehört sich so für Studenten.

Trotzdem bringt mich Mr Höflich langsam zum Verzweifeln. Ich möchte, dass es endlich voran geht. Was soll das ganze „Treffen, unterhalten, Tschüss sagen“ denn? Ich interessiere mich für ihn und er sich wohl für mich. Ich bin ja auch für „Langsam-angehen-lassen“ aber SO langsam? So lange habe ich noch nie auf einen Kuss gewartet. Ist er einer dieser Männer, für die ein Kuss gleich schon „alles“ bedeutet? Ist er sich unsicher, was er will und ob er was will? Oder hat sich die Situation für „mehr“ einfach noch nicht ergeben können? Das verwirrt mich total. Gute Taktik von ihm.

Ob ich eine Beziehung möchte, weiß ich im Moment allerdings sowieso nicht. Erstmal würde ich gerne wissen, was ich bis zum Anfang nächsten Jahres mit meinem Leben machen möchte. Dann erst kann ich eine eventuelle Beziehung in Betracht ziehen. Fürs Erste würde es mir reichen, einfach jemanden zu haben, der mich Abends im Bett in den Armen hält… (Mein neu gekauftes Bett ist immer noch so ungewohnt groß.)

Bin ich nicht richtig im Kopf?

Ich bin fix und fertig. Ich könnte mich jetzt ins Bett legen und direkt bis morgen Mittag durchschlafen. Dabei habe ich nichts Anstrengenderes gemacht als sonst. Aber heute hat meine Psyche irgendwie verrückt gespielt.

Es fing morgens an. Nach dem Frühstück habe ich mich zum Lernen an den Schreibtisch gesetzt. Ich konnte mich aber nicht mal für eine Minute auf die Blätter vor mir konzentrieren. Das ist noch nichts allzu Ungewöhnliches. Mir passiert es in letzter Zeit häufig, dass ich einfach nur sitze und vor mich hinstarre für einige Minuten. Manchmal kommen mir Gedanken, die mich ablenken, manchmal denke ich aber auch an garnichts. Heute morgen ging mir ständig durch den Kopf, dass ich noch unbedingt Milch kaufen muss. Die hatte ich gestern im Penny vergessen. Dort gibt es sowieso nur die teure Soyamilch von Alpro. Rewe hat eine Billigere, die ich lieber kaufe. Ich muss ja mittlerweile auf jeden Cent achten. Also werde ich für meine Milch heute noch zu Rewe gehen. Aber zu welchem? Den, den ich mit dem Bus erreichen kann? Oder den, zu dem ich in 20 Minuten zu Fuß laufen muss? Ich entschied mich fürs Laufen, das verbrennt ja Kalorien. Also bin ich gleich am Vormittag los. Ich konnte mich ja sowieso nicht aufs Lernen konzentrieren.

Für meinen Spaziergang zum Supermarkt wollte ich mich nicht umziehen. Ich hatte eine geblümte Leggins und einen Pulli an. Während ich lief, war mir ganz komisch zumute. Ich hatte das Gefühl, jeder würde mich anstarren. Lag es an der Leggins? Oh Gott, ich hätte doch eine Jeans anziehen sollen. Bestimmt starren mich gerade alle Autofahrer an der Ampel an. Und jetzt kommen mir noch zwei Leute entgegen. Die reden doch über mich. Ich lief schneller, damit ich mich im Supermarkt verstecken konnte. Dort angekommen, hatte ich immer noch das Gefühl die Leute würden mich anstarren und sich über mich lustig machen. Ich beeilte mich und versuchte niemanden zu Nahe zu kommen. Sobald ich auf dem Rückweg war, war das Gefühl weg. Mir wurde nur richtig warm. Kann aber auch an dem Berg liegen, den ich hoch musste. Erst als ich Zuhause war fühlte ich mich besser. Was war das denn bitte? Es kam mir vor, als hätte ich eine Art abgeschwächte Panik-Attacke. Von Panik-Attacken hatte ich schon mal etwas gelesen. Aber ich konnte mich noch nie mit dem Beschriebenen identifizieren. Ich fühlte mich aber eben wirklich seltsam.  Ich weiß, ich achte manchmal zu sehr darauf, was andere von mir denken, aber dieses Gefühl war anders, viel schlimmer.

Durch die Anstrengung kam ich mir verschwitzt vor und wollte mich mit Deo einsprühen. Stattdessen griff ich zum Haarspray. Was ist nur los mit mir? (Haarspray unter den Achseln fühlt sich übrigens echt widerlich an.)

Ich versuchte noch ein bisschen weiter zu lernen aber meine Gedanken schweiften ab, was ich mir mittags zu essen machen könnte. Erstmal wollte ich einen Kaffee. Jetzt hatte ich ja schließlich wieder Milch. Nur nachdem meine Kaffeemaschine knapp sieben Monate unbenutzt in einer Kiste stand, funktionierte sie nicht mehr einwandfrei. Eigentlich garnicht mehr. Die Knöpfe blinkten wie wild und nach einer Stunde herumprobieren gab ich auf. Stattdessen aß ich drei Schokokekse. Dafür musste das Mittagessen halt kleiner ausfallen. Und ja, ich habe auch ein psychisches Problem mit dem Essen bzw. meiner Figur. Dass ich so viel Sport treibe hat nicht allein etwas damit zu tun, dass es mir Spaß macht. Aber über dieses Problem will ich im Moment nicht schreiben, das ist mir zu anstrengend.

Ich überlegte eine weitere halbe Stunde was ich mir zum Mittagessen machen könnte. Und dann war es auch schon halb zwei. Mit einer Freundin hatte ich ausgemacht, dass sie mich besuchen kommt. Wir quatschten zwei einhalb Stunden. Bis ich sie leider rauswerfen musste, weil ich um 17 Uhr einen Termin im Fitnessstudio hatte. Ich brauchte einen neuen Trainingsplan und der höfliche Fitnesstrainer bat mir letzten Sonntag an, einen für mich zu erstellen. Ich hatte aber noch furchtbaren Hunger und machte mir endlich mein „Mittagessen“. (Es wurde ein Brot mit Käse und ein Spiegelei, danach einen Joghurt.)

Als ich das Haus verlassen musste, war mir wieder mulmig zumute. Vielleicht lag es aber daran, dass ich mich freute, meinen Mr Höflich wiederzusehen. Wir liefen fast zwei Stunden durch das Studio bis mein Plan fertig war. Ein weiterer Trainer meinte, dass der Plan ja richtig ausführlich werden würde, woraufhin Mr Höflich antwortete, er gäbe sich eben Mühe. Der andere Trainer meinte dann zu mir, dass nicht jeder Kunde so etwas Spezielles bekommt. Das freute mich. 😉 Als ich später selbst meine Übungen machen konnte, sah ich im Spiegel, dass ich extrem rot im Gesicht war, obwohl ich mich noch nicht wirklich angestrengt hatte. Argh! Wie ich es hasse, dass ich so schnell rot werde. Das war doch noch nicht immer so schlimm?!

Nach meiner halben Stunde Cardio wollte ich mich von Mr Höflich verabschieden, so höflich wie ich bin. 😉 Leider war ich nur furchtbar verschwitzt und das war wieder so peinlich. Naja, umarmt hat er mich trotzdem. Auf meinem Weg nach Hause fühlte ich mich richtig kaputt und müde. Ich hätte mich am liebsten auf halben Weg zurück hingesetzt um mich auszuruhen. Nicht, weil das Training so anstrengend war. Der ganze Tag war psychisch anstrengend für mich. Aber jetzt bin ich endlich wieder in meinem Zimmer. Und werde bald ins Bett gehen. Ich hoffe der morgige Tag wird nicht wieder so seltsam.

Ich wünschte, ich würde mir nicht so viele Gedanken darum machen, was Andere von mir denken. Und während ich das hier abtippe, denke ich genauso darüber nach, ob ich diesen Blogbeitrag überhaupt veröffentlichen soll. Was denken bloß die Leser von mir? Dass ich eine psychisch kranke Stubenhockerin bin, die furchtbare Schwierigkeiten bei sozialen Interaktionen hat? Manchmal ist es anscheinend tatsächlich eine Phase bei mir. Die geht aber nach kurzer Zeit weg und ich bin wieder vollkommen normal. Jedenfalls so normal, wie man eben eine einzelne Person bezeichnen kann. Ich habe viele Freunde, unternehme viel, gehe gerne feiern, esse gerne, unterhalte mich gerne und habe kein Problem Fremde anzusprechen. Außer in diesen komischen Phasen.

Und jetzt ist der Beitrag abgetippt, auf Rechtschreibfehler überprüft, und müsste sein Dasein im Entwurf-Status fristen, wenn ich nicht gleich auf den blauen „Publizieren“-Knopf drücke…

Vorfreude auf Semesterparties

Eigentlich passiert im Moment nicht viel. Die Stadt ist zwar nicht ausgestorben (das wird sie auch nie sein, dafür ist sie zu groß) aber Studenten sind nun in der Minderheit. Die armen Seelen, die sich jetzt noch an der Uni herumtreiben, schreiben entweder bald Klausuren oder haben andere unspaßige Dinge zu erledigen. Zum Lernen verziehe ich mich zur Zeit in mein eigenes Zimmer, weil ich mich nicht in die trostlose Bib setzen möchte. Obwohl die garnicht so schlimm ist. Sie wurde erst vor Kurzem renoviert und es gibt ein paar bequeme Sessel im oberen Stockwerk. Aber mein Bett gewinnt den Kampf allemal. Wenn Zuhause nicht die ganze Ablenkung wäre. Nachdem ich in meiner gefühlt zehnten Lernpause mir eine Folge „Awkward.“ genehmigt habe, wollte ich mich wieder an meine Zusammenfassung heranwagen. Im richtigen Augenblick kam da eine Gruppennachricht, dass man sich in der Unikneipe auf einen Kaffee treffen möchte. Nach kurzem Überlegen habe ich mich angekündigt und bin nach nur 30 nutzlosen Minuten lernen zur Uni gelaufen.

Im letztem Sommer wurde ich ganz liebevoll in diese Freundesgruppe aufgenommen. 😉 Ich nenne sie meine „Weekendgruppe“. Meine Uni ist eine Pendler-Uni. Das heißt, dass am Wochenende der Großteil aller Studenten zu seinen Mamas und Papas in die Heimat fährt, die für gewöhnlich einer der umliegenden Städte ist. Also werden alle Parties auf den Donnerstag verlegt damit die Normalo-Studenten am Wochenende keine Angst haben müssen etwas verpassen. Und die armen „Ausländer“ (also aus den weiter entfernt liegenden Teilen Deutschlands) müssen in der Stadt bleiben und hoffen, dass sich für das Wochenende etwas ergibt. Ein Glück, dass mich letztes Jahr ein Kumpel seinen anderen Freunden vorgestellt hat. Die sitzen nämlich erfreulicherweise auch alle am Wochenende hier fest. Und feiern für ihr Leben gern.

Als die Nachricht heute kam, dass sie sich ein paar der Gruppe (diesmal nicht auf Alkohol, sondern) auf einen Kaffee treffen wollen, habe ich mich gefreut, sie endlich wiedersehen zukönnen. Schließlich bin ich schon seit zwei Wochen hier und bin noch keinem von ihnen über den Weg gelaufen. Es war toll alle Neuigkeiten, Klatsch und Tratsch zu erfahren und bei ihnen beginnt oder endet (oder beides) jedes Thema mit einem dummen Witz. Die vier Mädels der Gruppe sind alle schon lange in einer Beziehung und bei den acht Jungs ändert sich das gelegentlich. Macht mich das einzige Single-Mädchen. Und wie bekannt ist, bin ich ja auf der Suche. Also erstmal abgecheckt, wer noch zu haben ist. Vier Jungs sind Single, mit einem hatte ich schon was (der Sex war richtig schlecht) und zwei davon wären noch interessant. Mal sehen, was das dieses Semester noch gibt. Jedenfalls freue ich mich schon richtig auf die Parties mit meiner Weekendgruppe. 😀

Übrigens kann ich bald mein Zimmer hier im Wohnheim tauschen. Und ich bin froh, dass ich nicht das Semester mit meiner jetzigen Mitbewohnerin verbringen muss. Obwohl wir uns immer noch nicht getroffen haben, hat sie sich unbeliebt gemacht bei mir. Auf meine E-Mail, ob wir Zimmer tauschen könnten Ende März, da sie ja eh vorhatte auszuziehen, hat sie nie geantwortet. Obwohl es für sie billiger gewesen wäre. Da sie zu spät gekündigt hatte, müsste sie für April noch Miete zahlen, obwohl sie im März auszieht. Mein Zimmer kostet aufgrund der kleineren Größe weniger. Ein Tausch wäre für beide perfekt gewesen. Aber ich brauchte ihr Einverständnis und sie hatte nach über einer Woche immer noch nicht geantwortet. Also bin ich zum Wohnheimsbüro und die Dame meinte, die einzige Möglichkeit wäre nun meinen Mietvertrag zu kündigen und einen Neuen für das andere Zimmer zu unterschreiben. Allerdings würde ich für beide Zimmer haften (und somit Miete zahlen) müssen, falls sich kurzfristig für April kein Nachmieter finden lässt. Ich muss aber unbedingt in das größere Zimmer. Ich halte es in dieser Sardinenbüchse mit all meinen scheinbar übergroßen Möbeln keine zwei Semester aus. Also wurde der Vertrag abgeschlossen. Puh… zwei Mieten gleichzeitig… Und ich habe immer noch keinen Job.

Die Frechheit schlechthin war aber, dass sich kurz nach dem Unterschreiben meines neuen Mietvertrags meine Mitbewohnerin doch mal bequemte sich zu melden. Hach, es täte ihr ja so Leid, sie wäre im Urlaub gewesen und hätte die Mail erst jetzt bekommen. (Genau, weil man ja heutzutage keine Mails abrufen kann im Urlaub) Und, ach ja, es tut ihr nochmal leid, aber sie hat gerade eine Zusage für ihr Zimmer bekommen, also klappt der Tausch nicht. Tzz… dumme *****, die Person, die dein Zimmer übernimmt, bin ich! Ich kann nur hoffen, dass sie schnell auszieht, damit ich noch genug Zeit habe, meine Sachen umzuräumen. Am 31. März habe ich meine Klausur und am Tag danach fahre ich schon zu meinen Eltern nach Hause für Ostern. Tja, und gleichzeitig muss ich hoffen, dass sich eine Person finden lässt, die im April das übrige Zimmer nimmt. Wenn allerdings keiner einzieht, muss ich zwar das Doppelte zahlen, aber kann zumindest beide Zimmer nutzen. Dann wird das erstmal ein Party-Raum. Das Geld dafür muss ich mir nur noch irgendwie zusammenkratzen.

Ohne sie wäre ich nicht ich

Letztens habe ich auf Facebook ein Bild gesehen. Diese hübschen Fotos von beeindruckenden Landschaften und davor ein bedeutender Spruch. Das Bild ist egal, der Spruch ging ungefähr so:

Jeder hat einen Mensch in seinem Leben, ohne den er nicht die Person wäre, die er jetzt ist.

(Hmm, wahrscheinlich ging der Spruch anders. Hört sich komisch an. Aber den Sinn dahinter versteht man ja.)

Ich musste garnicht lange überlegen, denn eine bestimmte Person schoss mir direkt durch den Kopf. Natürlich wären die ersten Menschen, denen man sein Dasein zu verdanken hat, die eigenen Eltern. Ich bin ihnen dankbar, dass sie mich zu der Person erzogen haben, die ich jetzt bin. Ich bin ihnen dankbar, dass sie mir so unglaublich viel geben. Ja, vermutlich alles geben, was sie können. Zusätzlich verändert jeder Freund, jeder Partner, sogar jede Person, die man kennenlernt, einen irgendwie. Wenn auch nur auf kleinste Weise. Aber es gibt in meinem Leben eine Person, die meine Denkansätze von Grund auf verändert hat. Ich wäre nicht die Person, die ich heute bin, hätte ich sie niemals kennengelernt. Es ist meine beste Freundin.

Mit keiner anderen Person habe ich so viel erlebt, wie mir ihr. Wir hatten gute Zeiten und schlechte Zeiten, gemeinsam und alleine. Wir haben größere und kleinere Meinungsverschiedenheiten. Wir haben sogar relativ häufig Streit, weil wir so unterschiedliche Personen sind. . Auf sie kann ich mich immer verlassen. Wir schon unglaublich viel gemeinsam durchgemacht.

Dabei ist es nicht diese typische Geschichte, die mit Sandkastenfreundschaft beginnt. Wir kennen uns seit wir 12 Jahre alt sind. Befreundet waren wir damals nicht. Wir waren gemeinsam in einer Freundesgruppe, hatten aber nicht viel miteinander zu tun. Ich wusste, sie wurde öfter gemobbt in ihrer Klasse. Ich habe es nur am Rande mitbekommen, fand es damals natülich nicht richtig, war aber zu schüchtern um irgendwie zu helfen. In der Oberstufe wurden die Klassen durchgemischt und wir kamen zusammen in eine Klasse. Von da an wurden wir sehr gute Freunde. Unsere Freundesgruppe wurde kleiner und verfestigte sich, das Mobbing hörte auf, da wir nun alle erwachsener waren. Sie hatte die Freundin, die sie schon lange gebraucht hatte. Und ich hatte die beste Freundin, die ich mir immer gewünscht hatte. Wir haben viel von einander gelernt.

Ich bin nicht mehr die schüchtene und verunsichtere Person, die ich damals war. Und das habe ich ihr zu verdanken. Ich bin durch sie mutiger und selbstbewusster geworden. Ich liebe Planung. Aber dank ihr habe ich eine gewisse Liebe zur Spontanität entdeckt. Ich brauche Kontrolle. Aber dank ihr bin ich toleranter geworden. Und sie wurde durch mich vernünftiger. Sie macht sich selbst nicht mehr unglücklich durch ihre selbstverschuldeten Dramen. Sie weiß nun, was sie vom Leben will. Sie schafft es nun auch pünktlich zu Verabredungen zu erscheinen (meistens jedenfalls 😉 ).

Sie ist die Person, mit der ich Nachts unter dem Sternenhimmel über den Sinn des Lebens philosophieren kann. Mit der ich auf Parties meine Probleme vergessen kann und jede Vernunft über Bord werfen kann. Wir können uns gegenüber von Grund auf ehrlich sein. Ihr kann ich mein wahres Ich zeigen und sie kann mir Ihrs zeigen und wir werden trotz Allem für einander da sein. Sie kann noch so großen Mist bauen und ich müsste ihr irgendwann vergeben, da mir sonst ein Stück in meinem Leben fehlen würde.

Als ich anfing diesen Beitrag zu schreiben hatten wir gerade gestritten. Es war eigentlich nur eine Kleinigkeit. Sie war sauer auf mich und ich genervt, dass sie mal wieder sauer war. Wir sprachen und schrieben nicht mehr für drei Wochen. Länger hielten wir nicht durch. Gestern kam eine Nachricht von ihr. Und nachdem wir uns heute kurz ausgesprochen hatten war alles wieder gut. Weil wir wissen, dass wir einander brauchen.

Ja, sie ist die Person, an die ich sofort dachte, als ich den Spruch gelesen habe. Ich wohne über 500 Kilometer von ihr entfernt aber es macht keinen Unterschied. Sie reiste sogar um die halbe Welt um mich während meines Auslandssemesters zu besuchen. Ich bin froh, sie kennengelernt zu haben und so viel von ihr gelernt zu haben. Ohne sie wäre ich nicht die Person, die ich heute bin.

Neun Monate

Neun Monate dauert eine Schwangerschaft. Bis ein neuer Mensch das erste Mal Luft atmen und ein Leben beginnen darf. Bis für die Eltern aus der ungewissen Zukunft ein „Heute“ wird. Neun Monate haben sie, um sich darauf vorzubereiten. Irgendwie eine lange Zeit. Aber irgendwie ist die Zukunft doch so nah.

Neun Monate sind es, bis für mich die Zukunft beginnen wird. Wie ein dunkler Schatten stellt sich mein Gehirn die Zukunft bildlich vor. Wie eine Wand, an der ich nicht hindurch oder darüber sehen kann. Lieber bevorzuge ich das Bild eines Babys. Natürlich bin ich nicht schwanger. Um das Wort Schwangerschaft im gleichen Kontext mit meiner „nahen Zukunft“ zu nennen bin ich noch viel zu jung. Das ist nur meine Metapher. Mein Baby der Zukunft. Ich habe keine Ahnung wie sein Name sein wird, wie es aussehen wird oder ob ich in der Lage bin es groß zu ziehen. Aber ich weiß, ich sollte mich diese kommenden neun Monate darauf vorbereiten.

Die Situation ist wie damals, kurz vor dem Abi. Für jeden beginnt danach ein neuer Lebensabschnitt. Niemand weiß aber wie er aussehen wird. Ich hatte zumindest eine Vorstellung. Es sollte ein Auslandsjahr und danach ein Studium sein. Ganz klar. Ohne Zweitgedanken. Und genau das wurde es.

Aber jetzt… ist da nichts. Oder zu viel. Ende Dezember möchte ich meine Bachelorthesis geschrieben haben. Danach hört meine Planung auf.

Einen Master beginnen? Wo?

Hier? In der Nähe meiner alten Heimat? Woanders in Deutschland? Oder lieber im Ausland?

Mit dem Beruf starten?

Selbe Frage: wo? Und was? Bekomme ich überhaupt den Job, den ich möchte? Was möchte ich denn?

Lieber noch eine Weile ein Praktikum machen?

Weiß ich dann, was ich will? Ist das nicht Zeitverschwendung?

Oder schon wieder die Entscheidung verschieben und etwas reisen?

Wohin? Wie lange kann ich es mir erlauben? Habe ich das Geld dazu? Will ich das denn schon wieder, nachdem ich gerade erst zurück nach Deutschland gekommen bin?

Und wenn ich doch nicht die Zeit zum längeren reisen nutze, habe ich jemals wieder die Chance?

Eigentlich habe ich immer einen Plan. Ich bin die Person, die immer eine Liste schreibt. Einen Zeitstrahl malt. Die Antwort parat hat, sobald die Frage aufkommt. Und immer den perfekten Plan B hat, falls das Vorhaben scheitert.

Es treibt mich in den Wahnsinn, dieses mal vor der undurchdringlichen Wand zu stehen. Nichts konkretes zu wissen. Und es sind nur noch verdammte neun Monate. Aber vielleicht hilft die Baby-Metapher. Ist es nicht so, dass sich aus einem Zellklumpen ein neues, funktionierendes Leben entwickelt? Kann ich da nicht irgendwie helfen? Was soll ich tun? Was ist die beste Lösung?

Update zu „Gedanken um Männer“

Haha, als hätten sie meinen Blogeintrag gestern gelesen. 😆 (Ich hoffe aber doch nicht!)

Kurz vorm Ende der gestrigen Germany’s Next Topmodel Folge, die ich mit meiner Mädelsrunde geguckt habe, schrieb mir Blondi per Whatsapp. Aha, heute ist er wieder in unsere Unistadt gekommen. Ich bin mal nicht nachtragend, dass er sich zwei Monate nicht gemeldet hat und entschied mich in der Werbepause kurz rüber zu seiner Wohnung zu laufen. Er wohnt sowieso im selben Haus, in dem unser GNTM-Abend stattfindet. Hiemit möchte ich ihm einen neuen Spitznamen geben: Die Quasselstrippe. Netterweise fragte er mich noch, wie mein Auslandssemester war, bevor er sich anmerken ließ, dass es ihm sowieso egal war. Denn da legte er los. Ich kann mich nicht erinnern, dass er vor einem halben Jahr als wir uns das letzte Mal gesehen hatten, so viel redete. Er redete wirklich non-stop. Ohne Pausen. Ohne dass ich irgendeine Reaktion auf das Gesagte zeigen musste. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der so viel redet. Wirklich unglaublich. Wenn ich mal eine Chance witterte meinen Beitrag zu einem Thema einzuwerfen unterbracht er mich nach dem ersten Wort und redete weiter. Natürlich habe ich das Ende von GNTM verpasst. Er wollte danach mit zu meiner neuen Wohnung komme, um sie sich anzusehen. Das wollte ich nur widerwillig. Nicht, weil ich das Gefühl hätte, er würde aus der Situation, nachts bei einer Frau im Zimmer zu sitzen, mehr erwarten. Sondern weil ich wusste, ich würde ihn nicht mehr loskriegen sobald er wieder mit reden loslegte. Leider kann ich furchtbar schlecht nein sagen. Also saß ich gestern Nacht mit der Quasselstrippe in meinem Zimmer fest. Ich konnte ihn ja schlecht rauswerfen. Zum Glück entschied er nach zwei langen Stunden, dass es Zeit war, wieder nach Hause zu gehen. Achja, irgendwann während seines stundenlangen Monologes ließ er die Aussage fallen: „Wenn du Lust hast, können wir uns ja nächste Woche mal treffen.“ Meine Antwort war da sowieso egal, weil er gleich wieder weiter redete. Mal sehen, ob ich mich mit ihm treffen werde. Auf einen weiteren Ego-Vortrag habe ich wenig Lust.

Als ich gestern also endlich ins Bett kam, las ich noch eine Nachricht von Mr Höflich. Ob ich am Wochenende Lust hätte, mit ihm feiern zu gehen. Hmm… drittes Date? Darauf antworte ich morgen…

Nun zu heute: Tatort mal wieder Fitnessstudio. Der heiße Trainer war natürlich wieder da. Kurz nach unserer Begrüßung stürzte er mich mit seiner Aussage in Verlegenheit. „Wann ist denn jetzt unser Date?“(Unser „Date“ sollte, seiner Meinung nach, daraus bestehen Fotos von meinem Auslandssemester in meiner Wohnung anzusehen.)

Meine (zugegeben dämliche) Antwort: „Keine Ahnung, sag du wann.“

„Ich kann mich doch schlecht selbst zu dir einladen.“ (Verdammt, da hat er Recht)

„Ähh, keine Ahnung. Heute oder so?“

„Nee, heute muss ich doch arbeiten“

„Ähh…“

„Ach wir schreiben einfach nochmal.“

Nachdem er fertig war und sich aufmachte zu gehen bedeutete er mir noch „Meld dich.“

Ich bezweifele ja mittlerweile, dass es ein ernstgemeintes Date sein soll. Und falls doch, was soll das denn? Als Date gleich bei der Frau in die Wohnung. Nein, ich denke nicht. Und nein, ich melde mich nicht. Ich hasse diese Aufforderung „meld dich“. Meld du dich doch, wenn du was willst. Entweder kündigt der Gesprochene selbst an, dass er sich melden wird, oder er sollte die Klappe halten. Also ich werde mich sicher nicht bei ihm melden um nach dem „Date“ zu fragen. Höchstens, weil ich von ihm einen neuen Trainingsplan erstellt bekommen möchte. Aber das ist ja auch schließlich etwas, das ich will. Wenn er was will, muss er sich melden. Klar darf man gedanklich spekulieren, warum sich der andere nach langer Zeit nicht meldet (wie ich es so gern tue). Aber diese Aufforderung „meld dich“ ist doch fürchterlich.

Später kam mein höflicher Fitnesstrainer in das Studio spaziert. Nach seinem Outfit zu urteilen arbeitete er heute nicht als Trainer, sondern im Büro. Und MANN, sah das heiß aus. Ich wünsche mir, dass er jetzt bitte immer Hemden trägt. Achja, ich hatte ja immer noch nicht auf seine Nachricht geantwortet. Wollte ich denn mit ihm feiern gehen? Nur mit Leuten, die ich nicht kenne? Generell habe ich kein Problem mit Unbekannten feiern zu gehen und neue Leute kennenzulernen. Aber ich hatte irgendwie ein schlechtes Gefühl. Wenn ich an die bevorstehende Situation dachte, kam mir ein Kopfkino: Ich betrunken, anhänglich, will Aufmerksamkeit von Mr Höflich und stürze mich auf ihn. Und wir stehen knutschend vor seinen Leuten im Club. Nein, danke. So will ich das nicht. (Nicht heute jedenfalls.) Ich habe den ganzen Tag überlegt und mehrere Freunde um Rat gefragt, weil ich mir so unsicher war, was ich tun sollte. Aber keiner nahm meine Situation ernst. Also musste ich selbst entscheiden. Mist. Ich habe dann abgesagt. Aber nicht ohne ihm noch ein Kompliment zu seinem Hemd zu machen. Ich glaube, das habe ich geschickt gelöst.

Na gut, und jetzt sitze ich eben heute Abend alleine in der Wohnung, schreibe Blogeinträge und gucke Serien. Macht mir aber nicht viel aus. Ich habe kein Problem, einfach mal nur für mich zu sein.

Gedanken um Männer

Mit dem höflichen Fitnesstrainer hatte ich vorgestern mein zweites Date. Wir haben das schöne Wetter ausgenutzt und sind mit seinem Motorrad zum See gefahren. Klingt ja sehr romantisch das Ganze. Es war meine erste Fahrt auf einem Motorrad und unbequemer hätte es nicht sein können. Der hintere Sitz hatte kaum Griffigkeit und ich bin immer wieder in seinen Rücken reingerutscht. Irgendwann war es mir zu blöd und anstrengend immer zurück zu rutschen und ich habe ihn vermutlich beim Fahren erdrückt. Am See angekommen holten wir uns was zu trinken und unterhielten uns wieder gut, mehr ist aber nicht passiert. Es gab immer noch keinen Kuss und das finde ich gut. Wurde mal wieder Zeit, dass ich an einen vernünftigen Mann komme, der es nicht überstürzt und ich Angst haben muss, dass er nur das eine will.

Allerdings hätte ich wirklich mal wieder Lust auf wilden Sex. Aber nicht mit Mr Höflich. Lieber mit dem anderen heißen Fitnesstrainer, mit dem ich letzte Woche geschrieben hatte. Seit dem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Heute begegneten wir uns im Fitnessstudio aber außer dem üblichen „Hallo“ nichts mehr geredet. Schade. So wird das schwierig.

Wo bleibt außerdem mein lieber Blondi? Blondi wohnt im Haus, indem ich vor meinem Auslandssemester gewohnt habe und wir hatten uns zwei Wochen vor meiner Abreise ab und zu getroffen und gut verstanden. Übrigens auch ein Fitnessstrainer (aber nicht in meinem Studio). Was habe ich bloß andauernd mit denen? Während ich weg war schrieben wir lange Zeit über Whatsapp, das Ganze wurde immer zweideutiger und ich war mir sicher, dass wir daten würde, wenn ich zurück in meine Unistadt komme. Seit zwei Monaten habe ich aber keinen Mucks mehr von ihm gehört. Ganz plötzlich. Wirklich seltsam. Wahrscheinlich hat er sich eine angelacht, bevor wir die Chance hatten uns wieder zu sehen. Dieses Semester werden wir uns aber sowieso früher oder später über den Weg laufen.

Wie es also mit meinem derzeitig einzigen Kandidaten (Mr Höflich) weitergehen wird, weiß ich nicht. Ich würde ihn gerne auf ein drittes Date treffen. Bin ich jetzt dran mit fragen? Nein, das muss doch der Mann machen, oder? Für mich hört sich „drittes Date“ so intim an. Bei meinen letzten Jungs war ich spätestens beim dritten Date schon viel weiter… Bis jetzt habe ich das Gefühl wir unterhalten uns nur über komplett oberflächliche und belanglose Themen. Es hat sich bei mir noch kein „Verlangen“ aufgetan. Also Verlangen nach einem Kuss oder mehr. Nur dass ich ihn gerne wiedersehen möchte, weil ich es genieße mit ihm Zeit zu verbringen. Und weil ich Daten mag. Und vermutlich auch weil er gerade der Einzige ist.

Es wird wohl Zeit, dass ich wieder mehr Typen kennen lerne. Meine Unistadt ist allerdings zur Zeit wegen den Semesterferien ausgestorben, weshalb es keine guten Parties gibt. Mich auf Online-Plattformen anmelden mache ich nicht mehr. Ich habe mich einmal bei einer Dating-App angemeldet. War ganz nett aber viel gebracht hat es nicht. Männer nach ihren Fotos oder Profilen zu beurteilen gefällt mir nicht. Ich will sie erstmal in echt kennenlernen bevor ich mich mit ihnen verabrede.

Ich bin echt zu verzweifelt. Ich weiß selbst, dass ich mich viel zu sehr nach männlicher Anerkennung sehne. Aber nachdem fast alle meine Freundinnen in einer festen Beziehung sind, will ich auch endlich mal an der Reihe sein! Ich friste schließlich schon seit knapp vier Jahren in dieses Singledasein. Hier mal daten, da mal daten, es entwickelt sich mehr, ich schlafe mit ihm, ich werde uninteressant, er ist weg, ich bin verletzt. Sind sie wirklich alle so? Ich will es nicht glauben, aber ich bin wirklich kurz davor. Oder es liegt an mir. Was mache ich jedes Mal falsch? Bin ich zu ungeduldig? Oder tatsächlich einfach uninteressant? Bin ich so schlecht im Sex??

Ach, vermutlich könnte ich eh keine Beziehung mehr führen. Wie geht das gleich nochmal? Da muss man sich doch dem anderen Menschen voll und ganz verpflichten oder? Will ich das überhaupt? Ich will nur jemanden, der mich nicht enttäuscht und verletzt. Ich will nur jemanden, der mich Abends im Bett wärmt und in dessen Armen ich einschlafen kann. Mehr muss nicht sein. Ich kann mich jetzt noch nicht zu irgendwas verpflichten. Ich habe keine Ahnung, wo ich Anfang nächsten Jahres überhaupt sein werde. Vielleicht garnicht mehr in Deutschland? Meine Wünsche und Träume (wenn ich denn zur Zeit konkrete hätte) würde ich nicht für einen Mann über den Haufen werfen. Dann war es nicht der Richtige. Ich fühle mich sowieso viel zu jung für den „Richtigen“. Mit Anfang 20 schon eine Beziehung fürs Leben eingehen? Viel zu früh! Aber auf Alleinesein habe ich auch keine Lust mehr…

Hach, ich mache mir eindeutig zu viele Gedanken. Wenn man seinen Kopf doch nur abschalten könnte…